Master E.K.


Number works as potency.
Colour works as vibration.
Shape operates as thought.
Sound operates as consciousness.

All hail to time and Sun!
We offer our obeisance's to the Sun,
We make our salutations to time,
In all humility and reverence.

Dr. Ekkirala Krishnamacharya



Meister EK – Der Lehrer des neuen Zeitalters

Vorwort

Diese Darstellung von Meister EK dient dazu, einen Überblick über das Leben eines Menschen zu geben, der zwischen einfachen Leuten lebte, diente, heilte, lehrte und sie inspirierte. Das Buch ist kein erschöpfender Bericht über jenen Mann, der heute in den Herzen vieler Menschen lebt, denn man kann das Leben eines Menschen nicht vollständig überschauen, und noch weniger kann es beschrieben werden. Vieles bleibt unausgesprochen. So ist es bei jedem Menschen und noch viel mehr bei jemandem, der gewisse Dimensionen zeigte, die höher sind, als es normalerweise der Fall ist.

Diese Arbeit ist auch kein Versuch, eine Person zu vergöttlichen, sondern sie will Meister EK’s ungewöhnliche Fähigkeiten und außergewöhnliche Tugenden sowie seine praktische Begabung, die man in dieser Form nur selten antrifft, in Erinnerung rufen. Natürlich hatte er auch Fehler, Misserfolge und von manchem falsche Vorstellungen. Erst dann ist ein Mensch abgerundet. Aber von diesen gab es nur wenige, und die edlen Dimensionen überwogen bei weitem. Meister EK war sehr menschlich, wenn er Fehler machte. Er stand dem Göttlichen nahe, wenn er edle und außergewöhnliche Tugenden und Fähigkeiten zeigte. Auf diese Weise bildet er für die Menschen eine Brücke, über die sie gehen können, um in die Regionen des Göttlichen zu gelangen.

Meister EK’s Stärke lag in seiner Einfachheit und Zugänglichkeit. Es war nicht schwer, ihn zu erreichen, denn er erreichte die Leute, und es war nicht schwer, ihn zu verstehen, weil er so menschlich war. In seinem Inneren hatte er jene Dimensionen, die wir alle berühren müssen, und er trug ebenfalls die verborgenen, göttlichen Dimensionen eines jeden Menschen in sich. So brachte er die Leute dazu, jenen Teil des Menschen zu verstehen, der göttlich ist. Sein Leben vermittelt die Botschaft, dass der Mensch nicht von der Welt ist, obwohl er in der Welt lebt.

Diese Darstellung wurde geschrieben, weil der Verfasser von den Gruppen im Osten wie im Westen inständig gebeten wurde, eine kurze Biographie von Meister EK herauszugeben. Allein seine vertraute Verbindung mit dem Meister über einen Zyklus von 12 Jahren (von November 1971 bis März 1984) scheint dem Verfasser das Recht zu verleihen, eine solche Biographie zu schreiben. Es war unvermeidlich, darin auch einige Informationen über den Verfasser zu geben. Dieser Teil möge freundlich gelesen und milde beurteilt werden.

Diese Arbeit wurde in 18 Stunden – verteilt auf 5 Tage – als fortlaufendes Diktat an Tiziana Diaz zwischen den übrigen Pflichten fertiggestellt. Der Verfasser hofft, der Bitte der Gruppe hiermit entsprochen zu haben.

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Meister EK wurde in den Abendstunden des 11. August 1926 geboren. Es war ein Mittwoch. Meister CVV, Meister MN und Meister EK sind im Sonnenzeichen Löwe geboren. Das will uns etwas sagen. Es hat mit der Energie zu tun, die dieses System durch die Löwe-Konstellation besuchte: die Energie der Synthese. Meister EK wurde in Bapatla, im Bezirk Guntur des Bundesstaates Andhra Pradesh in Indien um 17.30 Uhr geboren.

Dr. Ekkirala Ananthacharya, der Vater von Meister EK, war ein großer vedischer Gelehrter und ein Heiler von sehr hohem Rang. Er wendete sich dem Ayurveda zu und vollbrachte mit Hilfe der ayurvedischen Medizin Hunderte von wundersamen Heilungen. Man achtete ihn als Menschen, der die vedische Weisheit umfassend lebte. Als Dr. E. Ananthacharya zutiefst mit dem Krishna-Bewusstsein verbunden war, empfing er durch seine Frau Meister EK. Aus diesem Grund wurde das Kind nach Lord Krishna 'Krishnamacharya' benannt.

Meister EK war der älteste Sohn seines Vaters. Seine Mutter starb, als er 13 Jahre alt war. Doch von Kindheit an fühlte Meister EK die Führung, die er durch seine Mutter bekam. Meister EK hatte drei jüngere Brüder. Sein Vater schickte die Kinder nicht zur Schule, denn er war fest davon überzeugt, dass in den modernen Schulen nicht das unterrichtet wird, was gelehrt werden sollte. Die Schulen machen die Kinder zu Automaten, weil sie sie nach dem menschlichen Durchschnittsdenken formen, das gerade aktuell ist. So verlieren die Kinder alle denkerischen und kreativen Fähigkeiten. Sie werden in der Masse zu gewöhnlichen Menschen. Dr. Ananthacharya wollte, dass seine Kinder mehr sein sollten als jene Durchschnittsmenschen, die nur auf gutes Essen, Geldverdienen und ein angenehmes Leben aus sind. Er war der Meinung, dass durch die Schule viel Zeit verschwendet wird. Deshalb unterrichtete er seine Kinder selbst, und Meister EK lernte von seinem Vater schon als Kind die vielen Feinheiten der Veden und ihre Symbolik. Unter den vier Geschwistern ragte er heraus und ließ bereits als Fünf-jähriger seine Großartigkeit erkennen.

Dr. E. Ananthacharya besaß ein großes Wissen. Er kannte die Schlüssel zu den Veden, zum Beispiel den etymologischen Schlüssel, den grammatischen Schlüssel, den Schlüssel der Zeitzyklen und den metrischen Schlüssel. Seine Darstellung der vedischen Gedanken war aufschlussreich und enthüllten viele Dimensionen. Häufig kamen zu ihm Mitglieder des Brahmâ Samaj. Es sind Gnostiker. Außer-dem besuchten ihn Yogîs, vedische Gelehrte und Philosophen, um sich mit ihm zu unterhalten. Er war eine überragende Wissensquelle und konnte vielen Menschen Führung geben. Obwohl er in der Gesellschaft sehr viel zu tun hatte, kümmerte er sich in ganz besonderer Weise um seine vier Kinder. Wie eine Mutter nährte und pflegte er sie, und wie ein Vater führte er sie auf den Pfad des Wissens.

Eines Tages, als Meister EK fünf Jahre alt war, besuchten einige Mitglieder des Brahmâ Samaj sei-nen Vater und diskutierten mit ihm ausgiebig über den absoluten Gott. Jene Gnostiker glauben an den absoluten Gott, aber nicht an Gott in der Form. Sie sind der Meinung, dass es etwas Minderwertiges ist, Gott in der Form zu sehen. Nachdem sie lange mit Dr. E. Ananthacharya gesprochen hatten, wurde der fünfjährige Sohn gebeten, ihnen das Dorf zu zeigen, in dem die Familie lebte. Meister EK führte sie im Dorf herum und zeigte ihnen ein bedeuten des Wahrzeichen des Dorfes: einen Tempel, der für Lord Vishnu erbaut worden war. Er schlug den Gnostikern vor, den Tempel zu besuchen. Sie sagten ihm: „Nein, wir gehen in keine Tempel." Da fragte er: „Warum nicht?" Und die Gnostiker antworteten: „Gott ist überall. Also brauchen wir nicht extra in einen Tempel zu gehen, um ihn zu sehen." Das Kind fragte: „Wenn Gott überall ist, ist er dann nicht auch im Tempel?"

Die Gnostiker waren überrascht und schauten den Jungen aufmerksam an, denn eine solche Antwort hatten sie nicht erwartet. Ihnen kam es vor, als wäre ein Lichtstrahl direkt auf ihr Gesicht gefallen.

Sie konnten ihm nichts entgegnen. Als sie nach Hause zurückkehrten, sagten sie zu Dr. E. Ananthacharya: „In deinem Sohn ist ein großes Licht."

Ein solches Format hatte Meister EK bereits im Alter von fünf Jahren.

Unter der persönlichen Führung seines Vaters wuchs er in der vedischen Weisheit heran. Von Natur aus war er ein Dichter und Schriftsteller. Damals lebte in Vijayawada ein berühmter Dichter. Er hieß Viswanatha Satyanarayana und war mit Dr. E. Ananthacharya befreundet. Eines Tages schrieb Meister EK ein Gedicht und zeigte es dem Dichter. Das Gedicht erzählte von den Jahreszeiten. Als er es las, fühlte sich der Dichter davon tief berührt, weil die Jahreszeiten mit erstaunlicher Poesie treffend beschrieben und dargestellt waren. Die Ausdruckskraft von Meister EK, seine Klarheit und Einfachheit überraschten den Dichter. Er sagte zu Dr. E. Ananthacharya: „Dein Krishna ist mit einer Aufgabe geboren. Ich sehe viel Licht in ihm. Es scheint, als hätte er viele Dimensionen. Ich bewundere ihn." Dr. Ananthacharya lächelte.

2. Verehrung der Mutter

Obwohl sich Meister EK durch seinen Vater gut in den Veden auskannte, fühlte er sich aufgrund seiner Seelenqualität zur Verehrung der Weltmutter Gâyatrî hingezogen. Da er schon in der Kindheit seine Mutter verloren hatte, erhielt er im Schlaf eine Art mütterliche Nahrung. Das führte ihn nahe an die Energie der Mutter heran.

Sein Vater brachte ihm das Wesentliche der Veden bei. Ihm wurden die Veden und ihre Einteilung sowie ihre komplizierten Verzweigungen erklärt. Die Gâyatrî ist das Licht der Veden. Sie wird Veda Mata genannt.

Instinktiv wandte sich Meister EK der Gâyatrî zu. Das Gâyatrî-Mantra war sein einziger Freund. Seit seinem siebten Lebensjahr arbeitete er ständig mit der Gâyatrî.

Als er 18 Jahre alt war, erschien ihm die Gâyatrî, die Weltmutter, in einer wunderschönen weiblichen Form. Er war tief von ihr beeindruckt. Fortan verließ er sich vollkommen auf die Mutter, mehr als auf irgendetwas anderes im Leben. Für ihn war die Mutter Gâyatrî eine Freundin in der Not, Wegweiserin am Scheideweg, tröstende Mutter und Lehrerin, die Erleuchtung schenkte.

Als er in die Universität eintrat, hatte seine Verehrung der Mutter einen Höhepunkt erreicht. Damals war die Universität an fünf Tagen in der Woche geöffnet, von Montag bis Freitag. Jeden Freitag Abend verschwand Meister EK aus dem Studentenwohnheim. Seine Freunde und Kollegen konnten ihn nicht erreichen, und er kehrte immer erst am Montag Morgen zurück. An jedem Wochenende ging er zum Sânthi Ashram, einem Ashram am Meeresufer von Visakhapatnam. Dort saß er von Freitag Abend bis Montag früh unter einem Ficus Religiosa und sang die ganze Zeit die Gâyatrî. Während dieser Wochenenden trank er nur Wasser und verehrte die Gâyatrî. So entwickelte er ein solches Licht in seinem Kopf, dass die anderen Studenten seine Leuchtkraft wahrnahmen. Außerdem war er ein gut aussehender Mann, und das Leuchten verlieh der Ausstrahlung seines Gesichts zusätzlich Würde und Anmut. Da er fortwährend die Gâyatrî verehrte, war sein Gesichtsausdruck von weiblicher Schönheit geprägt. Er hatte ein anziehendes Äußeres, das man gern anschaute. Männer bewunderten ihn ebenso wie Frauen, vor allem, wenn er lächelte. Sein Lächeln entzündete in vielen Menschen das spirituelle Leben. Seine Blicke waren durchdringend, strahlend und hatten die Fähigkeit, andere zu erwecken. Das visionäre Sehvermögen in ihm war so weit entwickelt, dass er sogar die Prüfungsunterlagen, die am nächsten Tag im Prüfungs-raum verteilt wurden, sehen konnte. Ganz deutlich konnte er alle Prüfungsaufgaben erkennen. Anfangs war er davon begeistert, doch rasch verschloss er die Tür gegenüber einem solchen Gebrauch des Lichts. Er hatte das Gefühl, dass ihn dies zu vielen weiteren Dingen verführen und dann seinen Fall verursachen würde. In seiner Jugend freute er sich über solche Visionen und teilte sie diskret mit seinen Freunden, aber dank seiner Diskretion gab er dieser Neigung bald nicht mehr nach.

Er meditierte weiterhin über die Gâyatrî in einer Weise, die wirklich einzigartig war. Seine Liebe zur Gâyatrî war grenzenlos. Die Charakterzüge der Mutter prägten ihn: Er war liebenswürdig, dienstbereit, geduldig und verständnisvoll. In seiner Gegenwart fühlten sich die Menschen sehr wohl.

Als er sein schriftliches Abschlussexamen in Literaturwissenschaft machen sollte, musste er für die Prüfung eine Gebühr bezahlen. Sein Vater schickte ihm eine Zahlungsanweisung, doch das Geld kam nicht rechtzeitig an. Meister EK studierte in Visakhapatnam, und sein Vater wohnte 300 km entfernt in Vijayawada. Obwohl ihm das Geld überwiesen worden war, erreichte es ihn nicht pünktlich. Er war sehr unglücklich, weil er nicht zur Prüfung antreten konnte. So setzte er sich wieder in den Schatten des Ficus-Baumes und verehrte die Mutter mit aller Inbrunst. Er betete zu ihr und sagte: „Ich kann es mir nicht leisten, dieses Examen zu verpassen. Ich konnte nicht rechtzeitig die Gebühr bezahlen. Du bist für mich die einzige Lösung und der einzige Trost."

Die Mutter erschien ihm und sagte: „Mach dir keine Sorgen, deine Gebühr ist bezahlt. Du wirst die Zulassung zur Prüfung bekommen."

Er war überrascht und fragte: „Wer hat für mich bezahlt?"

Die Mutter antwortete nur: „Es wurde bezahlt."

Am nächsten Tag, als er zum Büro der Universität ging, stand sein Name auf der Liste der Studenten, die die Gebühr bezahlt hatten.

Meister EK schnitt im Abschlussexamen der Universität glänzend ab. In der Prüfung war er der Beste. Damit war seine College-Ausbildung beendet. Schon bald erhielt er an einem College in Guntur eine Anstellung als Dozent für Telugu, und er heiratete Appamma, die sein Vater für ihn ausgesucht hatte.

3. Meister CVV

Als er in Guntur eine Familie gründete, kaufte Meister EK als erstes ein Bild von der Gâyatrî und richtete in seinem Haus einen Andachtsraum ein, damit er tiefer kontemplieren konnte. Er hatte einen guten Beruf, um seine Familie zu ernähren, und er dachte, dass er sich weiter in das Licht der Gâyatrî entfalten würde. So entschied er sich, über die Mutter Gâyatrî zu meditieren. Deshalb stellte er in seinem Andachtsraum ihr Bild auf und verehrte sie jeden Tag.

In den Morgenstunden verehrte er die Mutter, dann studierte er eine Stunde lang die Schriften, aß früh zu Mittag und ging anschließend zum College. Abends widmete er sich wieder der Andacht, auf die Gespräche mit Freunden und Bekannten über theologische Themen folgten.

Einige Tage vergingen, und er wartete darauf, dass ihm die Mutter erschien, so wie er es schon zweimal erlebt hatte. Doch stattdessen sah er etwas anderes. Allmählich erkannte er eine Gestalt, die in hockender Stellung saß. Sie zeigte sich jeden Tag langsam von unten nach oben. Er wunderte sich:

„Ich kontempliere über die Mutter Gâyatrî, und jemand anders tritt in meine Vision ein."

Anfangs glaubte er, es sei eine Verirrung, doch das Bild verließ ihn nicht. Sobald er morgens und abends die Gâyatrî zu singen begann, erschien ihm ein weiteres Stückchen der Gestalt in einem großen Licht. Nach einer Woche erschien ihm die vollständige Gestalt in seiner Vision. Es war die Gestalt, die wir als farbiges Abbild von Meister CVV kennen.

Als Meister EK über die Weltmutter kontemplierte, erschien ihm Meister CVV! Er wusste nicht, wer sich ihm da zeigte. Nie zuvor hatte er von ihm gehört. Er kannte nicht einmal seinen Namen. Meis-ter CVV erschien, als er über die Gâyatrî meditierte. Er war überrascht. Jeden Morgen, wenn er kontemplierte, erschien ihm nur diese Gestalt, die ihn anlächelte. Darüber war er sehr beunruhigt und dachte:

„Wer ist dieser Boxer, der mir da erscheint? Wo ist meine Mutter?" Da war keine Mutter, nur Meister CVV. Er begann in seinem Gedächtnis zu suchen und dachte: „Vielleicht ist es ein alter Freund meines Vaters", doch er erhielt keine Antwort.

Meister EK galt als sehr guter Redner. Von Natur aus hatte er die Begabung zum Redner, Lehrer und Dichter. Oft wurde er von Leuten eingeladen, um über verschiedene Weisheitskonzepte zu sprechen. Eines schönen Tages erhielt er von einer nahegelegenen Dorfschule eine Einladung. Der Rektor bat ihn, um 19 Uhr über Rabindranath Tagore zu sprechen.

Meister EK machte sich gegen 17.30 Uhr auf den Weg in jenes Dorf, weil er noch mit dem Rektor der Schule einige Zeit verbringen wollte. Dieser lud Meister EK in sein Haus ein, bot ihm ein Tasse Kaffee an, und zwei Minuten vor 18 Uhr sagte er: „Bitte, entschuldigen Sie mich. Ich habe noch etwas zu erledigen. Es dauert 15 Minuten."

Meister EK fragte ihn: „Was für eine Aufgabe haben Sie noch?"

Der Rektor antwortete: „Ich muss meine Gebete verrichten."

„Bitte, lassen Sie sich nicht aufhalten", antwortete Meister EK.

Als der Rektor seinen Andachtsraum betrat, kam Meister EK der Gedanke: „Er hätte mich zu seinem Gebet einladen können."

Im selben Moment kam der Rektor wieder heraus und meinte: „Wenn Sie nichts dagegen haben, können Sie mit mir zusammen beten."

Also gingen beide in den Andachtsraum und setzten sich. Dort erblickte Meister EK dieselbe Gestalt, die ihm jeden Morgen und jeden Abend in seinem eigenen Gebetsraum erschien, während er zur Mutter betete. Er war wie vom Donner gerührt. Der seltsame Mann, der in seinen Visionen erschien, war hier auf einem Bild zu sehen. Der Rektor führte sein Gebet durch, aber Meister EK war wie in einem anderen Zustand. Seine Freude kannte keine Grenzen, weil der, den er kennen lernen wollte, ihm gegenüber stand. Nach 15 Minuten war das Gebet beendet, und Meister EK fragte den Rektor: „Wer ist dieser Meister? Er bringt mich ziemlich durcheinander. Ich singe die Gâyatrî, und er erscheint mir jeden Tag morgens und abends."

Der Rektor war genauso überrascht. Er kannte nur das Bild von Meister CVV, aber neben ihm saß ein Mann, der ihn in Lichtgestalt in seiner Vision gesehen hatte. Der Rektor erzählte Meister EK von Meister CVV: dass er in Kumbhakonam, einer Tempelstadt des damaligen Staates Madras, gelebt hatte, dass er ein großes Licht war und einen neuen Yoga-Pfad eingeführt hatte, den Yoga der Unsterblichkeit, dass er viele Menschen in den 12 Jahren von 1910 bis 1922 eingeweiht und im Mai 1922 seinen Körper verlassen hatte, vier Jahre, bevor Meister EK geboren wurde.

Da fragte Meister EK: „Könnten Sie mir eine Kopie von seinem Foto besorgen?"

Der Rektor bejahte dies und besorgte aus Madras ein Foto für Meister EK. Von da an meditierte Meister EK über Meister CVV.

Seitdem Meister EK bewusst von Meister CVV gehört hatte, begann Meister CVV in einer Vision zu ihm zu sprechen: „Ich habe dich für eine große Arbeit ausgesucht. Aus deinem innersten Wesen werde ich dich unterrichten. Tue das, was ich sage. Mach es so, wie ich dich jeden Tag in deiner Meditation anweise."

Meister EK stimmte zu und wollte mehr über den Meister erfahren. Meister CVV sagte: „Du wirst soviel erfahren, wie ich dir offenbare. Soweit ich dich informiere, wirst du etwas erfahren. Von Zeit zu Zeit wirst du Anleitung bekommen. Wenn du möchtest, tue das, was ich sage. Du bist nicht dazu gezwungen. Du gefällst mir, deshalb habe ich dich ausgesucht."


4. Die 'Bhagavad Gîtâ', 'Die Geheimlehre' und der göttliche Plan

Meister CVV begann Meister EK Unterricht zu geben.

Als Meister CVV in einem physischen Körper lebte, hatte er seine Verbindung zur Theosophischen Gesellschaft. In Übereinstimmung mit dem Plan wurde Meister EK von der Theosophischen Gesellschaft in Guntur eingeladen, um über die Symbolik der 'Mahâbhârata' zu sprechen. Nach dem Vortrag ging Meister EK in die Bibliothek der Theosophischen Gesellschaft. Seine Augen wurden von der 'Geheimlehre' von HP Blavatsky angezogen, und er fragte nach dem Buch. Die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft sagten: „Es ist das schwierigste Buch, das es gibt. Wir haben Respekt davor, aber wir lesen es nicht."

Für den nächsten Tag war Meister EK noch einmal eingeladen, um einen weiteren Vortag in der Theosophischen Gesellschaft zu halten. Danach gab er für die Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft noch häufig Vorträge über die 'Mahâbhârata'. Als er am zweiten Tag vor der Theosophischen Gesellschaft sprach, hörte auch der Präsident zu, weil ihm die Mitglieder erzählt hatten, dass jener Mann, der über die 'Mahâbhârata' redete, so sprach, als wüsste er viele Dinge. Nach dem Unterricht stellte sich der Präsident dem Meister vor: „Ich bin der Präsident der Theosophischen Gesellschaft, und ich freue mich, Sie zu sehen."

Meister EK antwortete: „In Ihren Bücherregalen gibt es ein Buch mit dem Titel 'Die Geheimlehre'. Kann ich es für eine Weile ausleihen?"

Der Präsident sagte: „Sehr gern. Keiner schlägt dieses Buch auf, auch ich nicht, weil wir nicht wissen, was darin steht. Wir wissen, dass es großartig ist, aber mehr als das wissen wir nicht. Möchten Sie das Buch lesen? Bitte, nehmen Sie es mit."

Meister EK nahm 'Die Geheimlehre' mit nach Hause und fing sogleich an, darin zu lesen. In dem Buch werden viele neue Begriffe benutzt, die mit den verschiedenen Theologien zusammenhängen, und er fand das Ganze ein bisschen schwierig. Es war schon gegen 1 Uhr in der Nacht, aber er hörte noch nicht auf zu lesen. Er legte das Buch einfach auf den Tisch und ging in ein nahegelegenes Restaurant, um eine Tasse Kaffee zu trinken. Er liebte Kaffee. Meister CVV, Meister MN und Meister EK hatten außer dem Yoga noch eins gemeinsam:

Niemals lehnten sie ab, wenn ihnen Kaffee angeboten wurde. So sehr mochten sie Kaffee.

Also ging Meister EK nachts um 1 Uhr zur nächsten Straßenecke, wo es ein Restaurant gab. Er trank seinen Kaffee und ging nach Hause zurück. Plötzlich traf er auf der Straße einen sehr alten Mann, der ihn auf Englisch ansprach: „Würden Sie mir etwas zu essen geben? Ich habe Hunger."

Die Begegnung war völlig unerwartet. Meister EK schaute den Mann an. Er war sehr alt, nicht gut angezogen, und er hatte einen Füllfederhalter in der Tasche seines Hemdes. Tintenkleckse bedeckten die ganze Tasche. Er hatte lange graue Haare und einen Bart. Zum zweiten Mal fragte der Mann in englischer Sprache: „Würden Sie mir etwas geben? Ich habe Hunger."

Meister EK sagte: „Natürlich! Bitte kommen Sie mit, Sir."

Sie gingen zum Restaurant zurück, und Meister EK fragte den alten Mann: „Was möchten Sie essen, Sir?"

„Chapaties", antwortete er.

Die Chapaties wurden bestellt, und der Mann aß. Dann betrachtete Meister EK den alten Mann aufmerksam. Er sah, dass der Mann sehr, sehr alt und sehr hungrig war, und er dachte: „Wer weiß, wann er zuletzt gegessen hat. Was für ein Glück, dass ich diesem alten Herrn zu so später Stunde etwas zu essen anbieten konnte." Es überraschte ihn auch, dass dieser alte Mann, der wie ein Bettler aussah, englisch sprach. So gab sich Meister EK seinen Gedanken hin, während der alte Mann eifrig seine Chapaties aß.

Plötzlich sah der alte Mann Meister EK an und sagte: „Sie lesen also die 'Geheimlehre'."

Das war ein Schock für Meister EK. Woher wusste der alte Mann, dass er die 'Geheimlehre' las?

Erstaunt blickte er den Alten an.

Da fragte dieser erneut: „Sie versuchen also, die 'Geheimlehre' zu lesen?"

Meister EK fühlte unmittelbar eine tiefe Verehrung gegenüber dem alten Mann und sagte: „Ja, Sir."

Das war alles. Dann sagte der Alte: „Bestellen Sie mir eine Tasse Tee", und es ergab sich ein anderes Gesprächsthema. Der Mann trank den Tee, und anschließend verließen beide das Restaurant.

Als beide die Straße entlanggingen, gab der alte Mann Meister EK die Anweisung: „Bevor Sie die 'Geheimlehre' studieren, sollten Sie die 'Bhagavad Gîtâ' lesen."

Von Kindheit an hatte Meister EK die 'Bhagavad Gîtâ' gelesen. Er kannte alle 700 Verse auswendig und hatte auch schon viele Vorträge über die 'Gîtâ' gehalten. Daher antwortete er dem alten Mann: „Ich habe die 'Bhagavad Gîtâ' gelesen, und ich kenne alle 700 Verse auswendig."

Der alte Mann wiederholte: „Bevor Sie die 'Geheimlehre' studieren, sollten Sie die 'Bhagavad Gîtâ' lesen."

Es klang wie ein Befehl. Meister EK war überrascht und dachte: „Wer ist dieser Mann, der mir auf diese Art Anweisungen erteilt? Woher weiß er, dass ich die 'Geheimlehre' lese? Und mit welchem Recht weist er mich so dringlich an, noch einmal die 'Bhagavad Gîtâ' zu lesen?"

Solche Gedanken kamen ihm, während sie zusammen gingen. Er entschied sich, die 'Bhagavad Gîtâ' zu lesen und wollte dies dem Alten mitteilen, aber als er zur Seite schaute, war der Mann verschwunden.

Dies war eine weitere Überraschung. Da war jemand gekommen, hatte zwei Chapaties und Tee von ihm angenommen, ihm die Anweisung gegeben, die 'Bhagavad Gîtâ' zu lesen und war anschließend verschwunden.

Meister EK entschied sich, die 'Bhagavad Gîtâ' zu lesen. Er war vollkommen auf sie konzentriert und las ohne Unterbrechung bis um Mitternacht des nächsten Tages. Seine Familie war nicht zu Hause. Deshalb war er frei und allein. Niemand war da, der ihn störte. Während er die 'Bhagavad Gîtâ' las, hatte er eine großartige Vision vom Plan, vom göttlichen Plan, nach dem die innere Regierung, die Hierarchie der Meister der Weisheit arbeitet, und auch von Lord KrishnasPlan für das Kali Yuga. Freudige Erregung erfüllte ihn.

Am nächsten Tag ging Meister EK um Mitternacht noch einmal in dasselbe Restaurant. Er wollte versuchen, den alten Mann wiederzutreffen. Nachdem er seinen Kaffee getrunken hatte, bummelte er die Straße entlang, doch der Alte ließ sich nicht sehen. Ein wenig enttäuscht machte er sich auf den Heimweg. Plötzlich legte jemand von hinten seine Hand sanft auf die rechte Schulter von Meister EK und fragte: „Wie finden Sie die 'Bhagavad Gîtâ'?"

Er drehte sich um und freute sich sehr, den alten Mann zu sehen, für den er tiefe Verehrung empfand. Sogleich berührte er voller Ehrerbietung seine Füße und sagte: „Sir, ich bin Ihnen sehr dankbar, weil ich in der 'Bhagavad Gîtâ' etwas gefunden habe."

Der alte Mann erwiderte: „Die 'Bhagavad Gîtâ' ist alles. Möglicherweise haben Sie etwas gefunden."

Da fragte Meister EK: „Möchten Sie vielleicht Chapaties essen, Sir?"

Der alte Mann antwortete: „Sie sollten mir nichts vorschlagen. Habe ich Ihnen gestern einen Vor-schlag gemacht oder Sie mir? Machen Sie mir keine Vorschläge. Hören Sie mir zu." Knallharter Bursche! Dann sagte er: „Jetzt lesen Sie die 'Geheimlehre'."

Innerhalb einer Woche hatte Meister EK die 'Geheimlehre' durchgelesen. Während er das Buch las, kamen viele Wesen in sein Haus und verließen es wieder. Er war überrascht und dachte: „Wer sind alle diese Wesen, die ohne Erlaubnis mein Haus betreten und es wieder verlassen?" Während er studierte, konnte er verstehen, wie die 'Geheimlehre' angelegt war.

Nachdem er das Buch zuende gelesen hatte, besuchte ihn der alte Mann erneut. Er kam einfach durch die Wand ins Haus, und er sah nicht mehr schäbig aus, sondern war strahlend schön. Wenn man alle Vorstellungen über jemanden wie Meister KH vereint und sie in ihrer Herrlichkeit vertausendfacht, dann hat man die Gestalt, die Meister EK sah. Sie kam durch die Wand auf ihn zu und fragte: „Wie finden Sie die 'Geheimlehre'?"

Meister EK legte seine Hände zu einer respektvollen Begrüßung zusammen und sagte: „Namaskârams." Sonst wurde nichts gesprochen. Es herrschte tiefe Stille.

Nach einer Weile fragte Meister EK: „Darf ich eine Frage stellen, Sir?"

„Ja", sagte der andere.

„Wie konnten Sie durch die Wand gehen?"

Der Meister antwortete: „Sie können auch hindurchgehen."

„Tatsächlich?", fragte Meister EK.

Da sagte der Meister: „Ja, in meiner Gegenwart können Sie es."

Er stellte ein Bett zwischen sich und Meister EK und bat Meister EK hindurchzugehen und ihn dabei anzusehen. Er sagte: „Sehen Sie einfach in meine Augen und kommen Sie zu mir."

Das tat Meister EK und ging durch das Bett zu ihm. Meister EK war überrascht. Wieder war es eine Weile still.

Nach einiger Zeit fragte Meister EK: „Sir, weshalb erweisen Sie mir soviel Ehre und Segen?"

Der große Meister antwortete: „Sie wurden für eine Arbeit ausgewählt. Ihre große Reinheit und Hingabe gegenüber der Weltmutter hat vielen in den höheren Kreisen gefallen. Vor allem hat Meister Jupiter begonnen, durch Sie zu arbeiten. Wir brauchen Sie, um für einen Plan zu arbeiten, den ich Ihnen von Zeit zu Zeit enthüllen werde. Es werden 30 Jahre harte Arbeit sein: keine Straße, die mit Rosen gepflastert ist, sondern ein sehr dorniger Weg. Wenn Sie möchten, können Sie mit uns zusammenarbeiten. Sie haben die Freiheit zu wählen. Aber wenn Sie einmal zugestimmt haben und später einen Rückzieher machen, wird das für Sie Folgen haben. Bitte, bedenken Sie, dass der Weg voller Dornen ist. Es geht darum, für den göttlichen Plan zu arbeiten, und das ist nicht leicht. Sie werden sich wie auf Messers Schneide bewegen und viele Krisen durchleben. Wenn Sie dazu bereit sind, werde ich wieder zu Ihnen kommen."

Meister EK antwortete: „Ich bin bereit."

Da sagte der große Meister: „Nicht so hastig. Nehmen Sie sich eine Woche Zeit und denken Sie darüber nach. Sie haben eine Familie, einen Beruf, eine gute Position in der Gesellschaft, und Sie sind von der Weltmutter inspiriert. Im Augenblick ist alles im Leben für Sie angenehm. Nur wenn Sie wirklich möchten, können Sie bei der Arbeit mitmachen."

Als er das gesagt hatte, verschwand der große Meister. Nach einer Woche kam er wieder und fragte: „Sind Sie bereit?"

Meister EK antwortete: „Ich bin genauso bereit wie schon vor einer Woche."

So begann im Jahr 1953 die Arbeit für Meister EK, und sie endete zum Ende des Jahres 1983. Danach lebte Meister EK noch drei Monate und verließ im März 1984 seinen Körper. In den 30 Jahren seiner Tätigkeit lehrte und heilte er, verfasste Schriften und formte das Leben vieler Menschen nach dem Plan. Auf diese Weise begann die ganze Arbeit. Von Zeit zu Zeit erhielt er von diesem großen Meister Anweisungen, um die Arbeit zu vollenden.

5. Der Yoga-Pfad von Meister CVV

Meister CVV ist der Wassermann-Meister. In theosophischen Kreisen ist er allgemein als Meister Jupiter bekannt, der in den Blauen Bergen wohnt. Man kennt ihn auch als den Meister der Nîlagiri-Berge. Die Inder wissen, dass es im Bereich der Nîlagiri-Berge einen Ashram von Agastya gibt.

Meister CVV hatte eine besondere Mission zu erfüllen: Die Entwicklung des Planetenwesens und der Lebewesen auf dem Planeten sollte beschleunigt werden. Aus höheren Kreisen erhielt er die Energie, die zu Uranus, dem Regenten des Wassermanns, gehört. Durch sie war es ihm möglich, dem Planeten und den Lebewesen auf ihm die Wassermann-Energien zu übermitteln. Der Gebrauch von Uran in der Spiritualität war bis 1910 von den Meistern der Weisheit noch nicht offenbart worden, nicht einmal den Jüngern, die schon höhere Einweihungen erreicht hatten. Meister CVV, dessen Aufgabe zum Sonnenzeichen Wassermann gehört, trug einen ausstrahlenden Funken Uran in seinem Herzlotus. Die freigesetzte Aktivität dieses Funkens führte er in die kosmische Ebene der Erde ein. Dadurch stimulierte er die planetarischen Prinzipien seiner Jünger. Er verband die Aktivität der kosmischen Kundalinî des Planeten mit der Kundalinî seiner Nachfolger und erreichte dadurch zwei Ziele:

  • Er schuf eine Möglichkeit, die spirituelle Entwicklung des Menschen zu beschleunigen, ohne die bestehenden Naturgesetze in irgendeiner Weise zu stören.
  • Gleichzeitig erbaute er einen spirituellen Kanal, durch den das kosmische Prâna-Prinzip angerufen werden kann. Dadurch konnte er die Arbeit seiner Körper, das heißt, die Arbeit seines Vital- und Ätherkörpers, des Körpers aus goldenem Licht, unterstützen.
Der Meister entwarf einen speziellen Plan, um die Wahrheitssucher in den Weg der Unsterblichkeit einzuweihen und im Hinblick auf die Umwandlung der Körper und die Entfaltung des Seelenbewusst-seins einen rascheren Fortschritt zu bewirken. Die entsprechende Disziplin gab er in einer dreiteiligen Formel:

  1. Morgen- und Abend-Invokation des gegebenen Klangs,
  2. Ausrichtung des Lebens auf Dienst,
  3. keine weitere Arbeit zum eigenen Nutzen.
Seinen Nachfolgern versprach er Unsterblichkeit: das Überwinden des Todes innerhalb von 12 Jahren unter der Voraussetzung, dass sie die entsprechende dreiteilige Formel akzeptierten und kompromisslos mit ihr arbeiteten.

Meister EK war ein Mensch mit Nerven aus Stahl und unerschütterlicher Entschlossenheit. Er wendete diese Disziplin auf sich selbst an, und es gelang ihm innerhalb der festgesetzten Zeit von 12 Jahren, das erstrebte Ziel zu erreichen. Er erlebte Tod und Auferstehung und erreichte somit den Status der Unsterblichkeit, der heute von den neuen Gruppen der Weltdiener häufig als dritte Einweihung bezeichnet wird.

In seinen Vorbereitungsjahren führte er seine morgendlichen Gebete und Rituale aus. Im College erfüllte er mit aller Sorgfalt seine Pflichten als Lehrer. Abends gab er Vorträge über das 'Râmâyana', die 'Mahâbhârata', die 'Bhagavad Gîtâ' und die 'Geheimlehre'. Im letzten Teil der zwölfjährigen Vorbereitungszeit bemerkten die Leute die magische Wirkung seiner Andacht und seines Unterrichts. Er heilte Menschen, während er Lakshmî-Nârâyana verehrte und führte seine Freunde durch ihre persönlichen Probleme.


6. Vorbereitung

Die Jahre von 1953 bis 1965 waren eine Vorbereitungszeit für die Arbeit, die nach dem Plan vollbracht werden sollte. Jene, denen Meister EK folgte, hatten diesen Plan empfangen. Nachts bekam er eine intensive innere Ausbildung und tagsüber ebenfalls ein umfassendes Training. Die Meister, die ihn ausgewählt hatten, unterrichteten ihn in allem, was zur Spiritualität gehört. Er erhielt umfangreiche Diktate und Lektionen, um die Bereiche der spirituellen Astrologie und Psychologie sowie die Schlüssel zu Klang, Farbe, Zahl und Symbolik zu verstehen. Da Meister EK hervorragend, aufmerksam und zutiefst auf das ausgerichtet war, was gelehrt wurde, lernte er die Lektionen schnell. Er erhielt auch Zutritt zu esoterischen Freimaurer-Schulen. In den 12 Jahren erreichte er die fortgeschrittensten Rituale.

Ihm wurden die 33 Bände der Weisheit des Pythagoras offenbart, ebenso die 18 Hauptschlüssel zu der großen Dichtung der 'Mahâbhârata' und der 'Bhagavad Gîtâ'. In den Nächten erhielt er Unterricht, und er lernte intensiv. Am Tag arbeitete er genauso intensiv.

Nach der Anweisung von Meister CVV führte er die täglichen Gebete aus, sang das Gâyatrî-Mantra und verehrte auch Lakshmî und Nârâyana, den zweiten Logos und seine Ehefrau. Trotz der inneren Arbeit, der er sich in den Nächten widmete, versäumte er nie sein Morgen- oder Abendgebet.

In dieser Zeit kam Meister MN, der Polarstern auf dem Weg der Unsterblichkeit von Meister CVV, mit ihm in Kontakt. Aus diesem Grund besuchte Meister EK häufig Ongole. In diesem Ort wohnte Meister MN, hier führte er Gebete durch und gab Kurse. Auch von Meister MN wurde er in allen Aspekten der Weisheit genauestens angeleitet.

Diese ganze esoterische Aktivität geschah in äußerster Stille und Verschwiegenheit. Seine Kollegen im College und seine Freunde in der Gesellschaft ahnten nicht einmal, was in ihm vorging. So verlief die gründliche Vorbereitung. Auch die Familie wusste nichts von den spirituellen Dimensionen, die sich in ihm entfalteten. Es ist interessant, dass er in diesem Zeitraum vier Söhne und eine Tochter bekam. Später, als er 46 Jahre alt war, wurde sein sechstes Kind geboren, die zweite Tochter.

Meister EK ragt heraus als Beispiel für innere Tiefe, äußere Heiterkeit, starken Willen, tiefe Stille und vollkommenen Gehorsam gegenüber dem spirituellen Training.

Krisen:

Die Vorbereitungszeit war auch ein Zeitraum voller Krisen. Die schlimmste Krise, von der er betroffen wurde, war die Krankheit seines zweiten Sohnes. Sie konnte weder mit allopathischen noch mit ayurvedischen Mitteln geheilt werden. Dadurch wurde er zur Homöopathie geführt. Mit Hilfe eines guten Freundes, der Homöopath war, begann Meister EK, seinen Sohn zu behandeln, um ihn von seinem epileptischen Leiden zu befreien. Da er im Sonnenzeichen Löwe geboren war, hatte er viel von den Qualitäten der Mutter in sich und war außerdem ein glühender Verehrer der Weltmutter. Für ihn war es unerträglich, wenn irgendein Lebewesen leiden musste. Durch die Behandlung seines eigenen Sohnes war er verpflichtet, Leiden zu lindern. Er musste die Homöopathie ganz neu und in ihrem ursprünglichen Sinn studieren, um einen Einblick in diese Wissenschaft zu gewinnen. So entdeckte er viele Dimensionen, die bisher noch nicht aufgezeichnet waren. Folglich konnte er seinen Sohn behandeln und ihn von seiner Krankheit heilen. Diese Krise führte ihn dazu, für den Rest seines Lebens die Homöopathie als Therapie einzusetzen.

In diesen 12 Jahren machte er auch bittere Erfahrungen. Er erlebte Verrat, Undankbarkeit und Kritik. Alles ertrug er schweigend und machte in der beständigen inneren Entfaltung ungeachtet der äußeren Unruhen, Enttäuschungen und Angriffe Fortschritte. Es war ein Zeitraum der Versuchungen und des letztendlichen Triumphes. Seine Persönlichkeit starb, und er wurde als Seele geboren. Er erwies sich als gutes Instrument, um der Menschheit im großen Umfang zu dienen.

Diese intensive Zeit von 12 Jahren ist im allgemeinen schwer zu ertragen. Sie entspricht dem Aufnehmen des eigenen Kreuzes und dem Gehen des Weges, auf dem die Persönlichkeit gekreuzigt wird. Hier trifft der Wahrheitssucher auf seine Prüfungen und Versuchungen, um die wahre Einweihung in den Tempel des Lichts zu erhalten.


7. Die Arbeit

Nachdem Meister EK eine intensive spirituelle Ausbildung absolviert hatte, wurde ihm geraten, von Guntur nach Visakhapatnam umzuziehen, damit er den Plan erfüllen konnte, den seine Führer empfangen hatten. In gewisser Weise wurde er aus der Umgebung, in der er geboren war, entwurzelt, um die Arbeit an einem Ort zu beginnen, an dem er jene treffen würde, die mit ihm verbunden waren und ihm folgten.

In Visakhapatnam ist die einzigartige Energie von Visakha wahrnehmbar. Visakha ist ein anderer Name für Lord Sanat Kumâra. An der Küste befindet sich ein Tempel, der im Wasser des Meeres verborgen ist. Er gehört Lord Vaisakesvara. Man glaubt, dass dieser Tempel mit der Energie des Vaisakh-Tals im Himâlaya verbunden ist, in dem sich jedes Jahr die Hierarchie versammelt. Es scheint, als wäre der geheime Grund, aus dem man Meister EK vorschlug, nach Visakhapatnam zu gehen, darin zu suchen, dass er dort in Übereinstimmung mit den Energien der Hierarchie arbeiten konnte, die wiederum mit Shambala verbunden ist.

Die Hierarchie

Die Hierarchie ist eine Gemeinschaft von Erleuchteten, die von Lord Maitreya geführt und von zwei großen Meistern kompetent unterstützt wird. Einer dieser Meister entstammt uralten Zeiten. Er kommt aus der solaren Dynastie und wird in den östlichen Schriften Maru genannt. Heute ist er als Meister Morya bekannt. Der andere große Meister, der Lord Maitreya unterstützt, kommt aus der lunaren Dynastie und heißt in den östlichen Schriften Devapi. Heute wird er in den esoterischen Büchern Meister Kut Humi genannt.

Diese Drei bilden die grundlegende Dreiheit der Erleuchteten und Lehrer auf diesem Planeten. Sie haben eine Gruppe von Jüngern um sich, die seit 5000 Jahren erleuchtet sind und für die Entwicklung des Planeten und der Lebewesen auf ihm arbeiten. Von Zeit zu Zeit hat diese Gemeinschaft der drei Meister, ihrer Mitarbeiter und Jünger die Menschen auf den Weg des Lichts geführt. Aufgrund ihrer Führung wird die alte Weisheit Sanâtana Dharma in verschiedenen Teilen des Planeten manifestiert, und die Wahrheit tritt in Übereinstimmung mit Zeit und Raum wieder in Erscheinung.

Auch die Sprache wurde in angemessener Weise verändert, so dass sie von den Menschen verstanden werden kann.

Die 'Bhâgavata' gibt in ihrem 3., 9. und 12. Gesang Hinweise auf diese Hierarchie. In den Dämmerungsstunden zwischen Dvâpara- und Kali-Yuga, als Lord Krishna im Begriff war, seinen physischen Körper zu verlassen, weihte er Lord Maitreya ein. Er setzte ihn als Weltlehrer ein, damit er den göttlichen Plan für das Kali-Yuga ausführen sollte. Lord Krishna wies auch darauf hin, dass er die kompetente Unterstützung anderer erhalten werde. Unter diesen seien Maru und Devapi die Führenden. Seitdem wird der göttliche Plan für diese Erde durch Lehren und Heilen unter der Leitung von Lord Maitreya ausgeführt. Die Gemeinschaft der Erleuchteten wird als 'die Hierarchie' bezeichnet.

Der ätherische Wohnort der Hierarchie befindet sich in den Höhlen jenseits des Himâlaya. Sie werden die Höhlen von Kalapa und Sravasti / Shigatse genannt. Von Sanat Kumâra, dem Herrn des Planeten, heißt es, dass er sich im Äther in der Gegend der Wüste Gobi aufhält. Sein Wohnsitz ist als Shambala bekannt. Jedes Jahr wird der göttliche Plan in den Monaten Fische-Widder aus höheren Kreisen in Shambala empfangen. Während des Stier-Vollmonds, zum Vaisakh-Fest, wird er der Hierarchie und ihren Jüngern übermittelt. In den Vollmond-Stunden der Zwillinge wird dieser Plan an jene Jünger der Hierarchie weitergegeben, die auf der physischen Ebene arbeiten. Diese Jünger bilden das letzte Verbindungsstück von der Hierarchie zur Menschheit. In den verbleibenden neun Monaten versuchen sie, den Plan zu manifestieren.

Meister EK war ausgewählt worden, für diesen Plan zu arbeiten. Ihm wurde der Zutritt zum Vaisakh-Fest gewährt, und dadurch konnte er den Plan empfangen und für ihn arbeiten. Von Zeit zu Zeit erhielt er Führung durch jenen großen Meister, Meister MN und Meister CVV. Als er sich der Arbeit noch intensiver zuwandte, kam er insgesamt mit neun erleuchteten Wesen in Kontakt. Er führte die Arbeit mit großer Begeisterung und auch mit viel Mut und Humor aus.

In Bezug auf seine subjektiven Erfahrungen war er tief und verschwiegen. Er behauptete nicht, jemand von Bedeutung zu sein, und er gab auch nicht damit an, dass er eine Verbindung mit der Hierarchie hatte. Er blieb einfach und verbreitete Einfachheit. In dieser Einfachheit erleuchtete er Menschen durch die kleinsten und einfachsten Handlungen. Immer blieb er bescheiden und war jederzeit in seinem Temperament normal. Seine Hauptarbeit war, die Saaten der Wassermann-Energie auszusäen. Sie war von Meister CVV empfangen worden, der sie überall in die Ätherebene dieses Planeten übertrug. Dies ermöglicht schnellere Umwandlung der einzelnen Menschen und ihr daraus folgendes Wachstum.

Meister EK arbeitete als wirkungsvoller Kanal für die Übermittlung der Wassermann-Energie. Mit seiner Sonne im Löwen, dem Aszendenten im Wassermann, Saturn im Skorpion und Mars im Stier war er für die Verteilung der Wassermann-Energien gut geeignet. Für dieses Ziel wurde er ausgebildet. Im selben Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Wassermann-Energien unseren Planeten durch die zentrale Sonne Regulus besuchten. Sie ist im Löwen zu finden, dem weiblichen Gegenstück zum Wassermann. Der Regent der Uranus-Energie ist Wassermann, obwohl die Energie in der Skorpion-Konstellation angesiedelt ist. Somit steht das Zeichen Löwe für die Aufnahme der Energie, Wassermann für ihre ätherische Übermittlung, und Skorpion ermöglicht ihre Manifestation. Skorpion und Saturn haben die besondere Eigenschaft, hindurchdringen zu können.

Es ist interessant festzustellen, dass der Meister jene Planeten, die für Einweihungen von Bedeutung sind, in den vier Zeichen des fixen Kreuzes hat: Mars, Saturn, Sonne und Jupiter. Die vier wichtigen Quadrate in seinem Horoskop sprechen vom Wassermann-Kreuz und der entsprechenden Kreuzigung auf dem Plan. Solche Aspekte offenbart das Geburtshoroskop von Meister EK den Schülern der esoterischen Astrologie.

Abgesehen von der Manifestation der Wassermann-Energien wurde Meister EK ebenfalls mit der uralten Arbeit des Lehrens und Heilens betraut. Dies ist die Hauptarbeit der Hierarchie. Somit umfasst Meister EK’s Arbeit im wesentlichen die Einführung des Yoga der Unsterblichkeit, der von Meister CVV dargelegt wurde, sowie das Lehren der Feinheiten der alten Weisheit und Heilung der Menschen. Zu diesem Zweck wurde ihm geraten, nach Visakhapatnam zu gehen. Meister EK zog um und schrieb in Visakhapatnam seine Doktorarbeit über Telugu-Literatur. Innerhalb von zwei Jahren, der kürzestmöglichen Zeit, erhielt er seine Doktorwürde und wurde in die Telugu-Fakultät der Andhra Universität aufgenommen. Der Ortswechsel verlief sanft und angenehm, so dass die Ziele der Arbeit weiterverfolgt werden konnten.

8. Heilen und Lehren

Heilen:

Während Meister EK in Guntur wohnte, hatte er bereits Vollendung im Heilen durch Klang, Berührung und durch den Blick erreicht. Ebenso hatte er sich gründlich mit der Wissenschaft der Homöopathie vertraut gemacht. Um keine öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und begeisterte Aufgeregtheit zu vermeiden, entschied sich Meister EK dafür, durch das Mittel der homöopathischen Therapie zu arbeiten und auf diese Weise seine okkulten Heilkräfte zu verbergen. Werden solche Kräfte sichtbar, dann geraten die Menschen in begeisterte Aufregung. Solches Verhalten stimuliert den Emotionalkörper, und wenn dieser Körper angeregt wird, tut das der betreffenden Person nicht gut. Es schadet dem Menschen und bringt sein Energiesystem durcheinander. Die Vernunft wird angegriffen und die Denkfähigkeit auf ein Minimum reduziert. Ist ein Mensch erst einmal in solcher Weise beeinträchtigt, wird er noch emotionaler und folgt vielleicht sogar fanatisch der Persönlichkeit des Lehrers statt DEM LEHRER. DER LEHRER ist die Seele. Die Persönlichkeit ist die Körperlichkeit des Lehrers. Weil die Menschen der Persönlichkeit folgten, kam es zu den vielen Religionen, 'Ismen' und Kulten. Dies führte zu ernsthaften Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen, und die kristallisierten 'Ismen' und Religionen wurden zu einer Ursache ständiger Konflikte auf dem Planeten.

Im neuen Zeitalter traf die Hierarchie die definitive Entscheidung, durch den Hauptschlüssel der Unpersönlichkeit zu arbeiten. Das bedeutet, dass von nun an kein wahrer Lehrer sich selbst wichtig machen darf. Stattdessen bringt er die Wahrheit zur Geltung, aber auch die Lehre und den Weg, die zu ihr gehören. Er selbst bleibt hinter dieser Aktivität und stellt sich nicht vor sie. Es wird erwartet, dass ein wahrer Lehrer die Menschen aus dem Hintergrund führt, so wie ein Kuhhirtenjunge oder ein Schafhirte, aber nicht wie ein Krieger, der vorneweg läuft. Das Wassermann-Zeitalter verlangt Transparenz und Unpersönlichkeit. Die alte Art, die Persönlichkeit wichtig zu nehmen, kann vom Lehrer nicht unterstützt werden. Da der größere Teil der Menschheit immer noch auf der emotionalen Ebene statt auf der reinen Mentalebene lebt, wird nach wie vor die Persönlichkeit jedes Lehrers in gewissem Ausmaß verehrt. Jedoch wird von einem wahren Lehrer erwartet, dass er sich im Hinblick darauf still verhält und dies auf keinen Fall fördert.

Aus diesem Grund hatte sich Meister EK dafür entschieden, umfangreiche Heilungsarbeit zu leisten und die Homöopathie als Fassade zu benutzen. Seine Art, die Homöopathie anzuwenden, hatte viele Dimensionen. Tatsächlich trug er Wesentliches zur Wissenschaft der Homöopathie bei, indem er bestimmte zusätzliche Eigenschaften der homöopathischen Medikamente darlegte.

Er begann seine Heilungsarbeit mit einer Ausgabestelle für Medikamente bei sich zu Hause. Sie wurde von ihm eingerichtet und unterhalten. Bei dieser Arbeit wurde er von seinen Freunden unterstützt.

Es war eine Art freie Apotheke mit Betreuung von Kranken, in der Medikamente mit Liebe und ohne Bezahlung gegeben wurden. Patienten kamen und wurden auf wundersame Weise geheilt.

Allmählich erzählte man herum, dass es hier einen ganz besonderen Homöopathen gab, der unheilbare Krankheiten heilen konnte. Im Lauf der Zeit wurde die Krankenstation immer größer, und es wurden weitere Stationen gegründet. Jene, die zusammen mit ihm diese homöopathischen Krankenstationen führten, entwickelten auch ein Interesse daran, diese Wissenschaft zu erlernen. Meister EK unterrichtete sie und führte sie in den Yoga-Pfad von Meister CVV ein, wenn sie dies wünschten. Alle, die die Wissenschaft erlernten, wurden dazu angeregt, ebenfalls Krankenstationen an ihren Wohn-orten einzurichten. Der Meister versprach ihnen, dass er bei der Heilung der Patienten auf sichtbare und unsichtbare Weise mit ihnen zusammenarbeiten würde. Nachdem viele Krankenstationen gegründet worden waren, wurde er als sehr großmütiger, menschenfreundlicher und liebevoller Homöopath bekannt.

Als zweiten und weitergehenden Schritt ermutigte Meister EK sogar Patienten, die zu ihm kamen, die Homöopathie zu lernen und sich zu homöopathischen Ärzten auszubilden. Er war ein Alchimist, der Patienten zu Heilern umwandelte. Der homöopathischen Bewegung in Andhra Pradesh hat er einen gewaltigen Impuls vermittelt. Durch seine Inspiration arbeiten heute mehr als hundert homöopathische Kliniken, die kostenlos Medikamente an die Patienten verteilen. Die meisten der Patienten erhielten zusammen mit den Medikamenten eine Einführung in den Yoga-Pfad von Meister CVV und in die Lehren von Meister EK, die neue Dimensionen vermitteln. Somit entfaltete sich die Arbeit hauptsächlich durch das Heilen, mit dem das Lehren und die Einweihungsarbeit einhergingen.

Häufig gab es wundersame Heilungen. Wenn unheilbare Krankheiten geheilt wurden, erzählte man, dass er eine göttliche Person sei. Solches Lob wies er von sich und beruhigte die Gefühle der Leute mit den Worten: „Die Zeit heilt. Wenn für einen Menschen die Zeit gekommen ist, dass er geheilt werden kann, dann kommt er zu mir und wird geheilt. Der Herr der Zeit lässt es zu, dass ich dafür das Lob erhalte. Aber es gehört mir nicht, denn der Herr hat durch die Zeit geheilt. Wäre für einen Menschen nicht der Zeitpunkt seiner Heilung gekommen, würde er nicht geheilt werden, auch wenn er zu mir käme. Jedes Problem hat auch eine zeitliche Dimension. Das sollten wir nicht übersehen. Alle, die heilen, sollten das wissen."

Zur Heilungsarbeit war Meister EK rund um die Uhr bereit. Er weigerte sich nie, zu jeglichem Zeitpunkt den Kranken mit Rat und Tat zu helfen. Jederzeit waren seine Türen zum Heilen geöffnet.

Immer hatte er ein Telefon am Bett stehen, um Anrufe entgegenzunehmen und sogar in der Nacht Kranken Hilfe zukommen zu lassen. So groß war sein Einsatz für die Heilungsarbeit. Seine außer-gewöhnlichen Heilungskräfte wurden in Notfällen offenbar. Wenn ihn jemand anrief, schlug er für den Kranken normalerweise ein homöopathisches Heil-mittel vor. Doch wenn das Medikament nicht sofort zur Verfügung stand, empfahl er, dem Patienten ein Placebo zu geben, beispielsweise Zuckerperlen ohne medizinische Wirkung. Dann sagte er, dass sie heilen würden, und oft haben sie geholfen. Manchmal, wenn ein Patient bei ihm war und keine homöopathischen Medikamente verfügbar waren, gab er ihm einen Löffel mit Wasser und sagte, dass es heiliges Wasser sei. Es heilte. Zu anderen Zeiten heilte er durch das Wort.

Eines Tages kam eine Frau zu ihm. Sie hatte große Angst, weil sie von einem giftigen Skorpion gebissen worden war. Das Gift, das der Skorpion in einen Finger gespritzt hatte, reichte bereits bis zur Schulter. Der Meister lächelte, berührte die Schulter und sagte: „Geht der Schmerz bis zu diesem Punkt?"

Die Patientin antwortete angsterfüllt: „Ja."

„Er wird jetzt wieder zurückgehen", sagte der Meister. „Setz dich ein Weilchen hin." Und tatsächlich! Der Schmerz ging zurück, und die Patientin war sehr dankbar.

Obwohl er große Heilkräfte besaß, war er sich bei den Patienten auch des Karma-Gesetzes bewusst, genauso wie er die Zeitdimension berücksichtigte.

Er führte seine Heilungsarbeit leidenschaftslos aus. Wenn es hier und da ein paar Fehlschläge gab, akzeptierte er sie auf charmante Art und schwieg. Meistens wusste er, dass der Grund des Fehlschlags im Karma des Patienten zu suchen war, aber er schwieg, wenn der Patient der Meinung war, dass er bei der Behandlung einen Fehler gemacht hatte. Niemals behauptete er, unfehlbar zu sein. Deswegen schätzten ihn jene, die ihm folgten, noch mehr. Menschen, die Großes vollbringen, akzeptieren im allgemeinen ihre Fehler und Misserfolge nicht, aber die wahrhaft Großen überragen diese Leute, da sie zu ihren Fehlern und Misserfolgen stehen. Meister EK zögerte nicht nachzugeben oder eigene Fehler einzuräumen, wenn die Situation es verlangte, und darin lag seine Größe. Sie beruhte hauptsächlich auf der Einfachheit der Güte.

Man könnte Bände damit füllen, wie er Tausende von Menschen mit unterschiedlichsten Heilmethoden kurierte. Ebenso formte und wandelte er die Leute um. Häufig benutzte er homöopathische Medikamente zur Heilung. Er lehrte die ayurvedischen Prinzipien, um die Leute davor zu bewahren, krank zu werden. Außerdem vermittelte er den Patienten die Berührung durch das Göttliche, um sie ganz allgemein aufzurichten.

Lehren:

Das Lehren war die zweite wichtige Tätigkeit von Meister EK. Lehren und Heilen waren die beiden Flügel, auf denen er für jene, die ihm folgten, die Meditation aufbaute, so dass sie sich umwandeln konnten. Tatsächlich ist jeder Heiler ein Lehrer und jeder Lehrer ein Heiler. Es sind die zwei untrennbaren Tätigkeiten jedes wahren Lehrers. So war es in alten Zeiten, und bei den Lehrern, die die Wahrheit fanden und von neuem begründen, ist es heute immer noch so. Ein Lehrer ist untauglich, wenn er kein Heiler ist. Genauso ist ein Heiler untauglich, wenn er kein Weisheitslehrer ist. Das letztendliche Ziel beider ist, den Suchenden, die dem Lehrer folgen, den Weg zu zeigen. Die Heilung stellt das natürliche Gleichgewicht der Lebenskräfte im Körper wieder her, und das Lehren führt zur Entfaltung des Bewusstseins. Solange die prânischen Kräfte in ihren normalen Funktionen nicht wiederhergestellt sind, entfaltet sich das Bewusstsein nicht. Der Mensch besteht einerseits aus Lebenskraft und andererseits aus Bewusstseinskraft. Beide sind miteinander verwoben.

Ist eine der beiden Kräfte gestört, dann ist die andere ebenfalls beeinträchtigt. Und wird eine von beiden Kräfte in Ordnung gebracht, kann auch die andere ihre Ordnung wiederfinden.

'Prâna treat, Yoga teach' – 'Behandle das Prâna und lehre Yoga' lautet das älteste Konzept jedes Lehrers, und dem folgte auch Meister EK. Er lehrte geduldig, unaufhörlich und wiederholte viele Male. Er unterrichtete mit Liebe und wenn es nötig war, auch mit gewaltiger Kraft. Wenn er Unterricht gab, war er humorvoll, doch er konnte auch sehr energisch sein. Durch seine magnetische Kraft absorbierte er die Zuhörer in den buddhischen und manchmal sogar in den glückseligen Zustand. Das Lächeln, das er während des Unterrichts ausstrahlte, verbreitete magnetische Schwingungen um ihn, und seine Blicke waren so strahlend, dass sie die Leute aufbauten. Ständig schauten sie in seine Au-gen, wenn er lehrte. Sein Unterricht hatte eine so große Anziehungskraft, dass die Menschen sogar eine Untugend daraus entwickelten, ihn zu hören. Er sprach direkt das Bewusstsein der Zuhörerschaft an und inspirierte auf diese Weise die Zuhörer, sich auf den Weg des Lichts zu begeben.

Häufig benutzte er den etymologischen, astrologischen, metrischen und zyklischen Schlüssel, um die Weltschriften zu interpretieren. Dadurch konnte er die verborgenen Aspekte des 'Râmâyana', der 'Mahâbhârata', der 'Bhagavad Gîtâ', der 'Bhâgavata', des 'Alten Testaments' und der 'Geheimlehre' entfalten. Seine Sprache war fließend, egal ob er Telugu oder Englisch sprach. Oft kritisierte er die Orthodoxie der Religionen und die Verfestigung der Traditionen, die seiner Meinung nach nur Bruchstücke der Wahrheit enthielten, aber nicht die Wahrheit als solche. Ganz entschieden vertrat er die Ansicht, dass man ganz neu und unvoreingenommen an die Schriften herangehen müsse und nicht mit Hilfe der Interpretationen religiöser Autoritäten. Die Interpretationen der Schriften durch Seher, Weise und Heilige erkannte er an. Ebenso legte er offen dar, wo es in den Schriften Einfügungen gab. Sein Unterricht dauerte im allgemeinen 90 Minuten. Nur wenn die Zeit es verlangte, sprach er kürzer. Nie lehrte er ohne vorausgehende Invokation, und nie schloss er seine Rede ohne die Friedensinvokation ab. Er schlug seine Zuhörer ganz in seinen Bann.

Ein weiterer Aspekt, der zu Meister EK's Lehren und Heilen gehört, ist, dass er niemals anbot, zu lehren oder zu heilen. Nur wenn darum gebeten wurde, unterrichtete und heilte er. Wenn Leute ihm nur beiläufig eine Frage stellten, war er ebenso beiläufig in seiner Antwort. Fragten sie eindringlich und zutiefst interessiert, war er ebenso eindringlich.

Je nachdem, wie die Menschen ihn ansprachen, fiel seine Antwort aus. Zu den Arroganten war er arrogant, zu den Intelligenten intelligent, und er wich jenen aus, die vor der Wirklichkeit flohen. Er schwieg, wenn jemand manipulieren wollte, und er war in höchstem Maße disziplinierend gegenüber jenen, von denen er wusste, dass sie ihm folgten.

Meister EK lehrte und heilte 30 Jahre lang. Er lehrte nicht nur die verborgene Seite der Schriften, sondern unterrichtete seine Anhänger auch in den okkulten Wissenschaften, zum Beispiel in spiritueller Astrologie, Klang, Farbe, Zahlen, Symbolik, Tantra, Mantra und sogar in den Wissenschaften des mittleren Ostens, beispielsweise Ramala. So-bald sich die Situation ergab, wurde er ganz spontan zum Lehrer. Er unterrichtete, egal wie groß die Zuhörerzahl war, die sich abends bei ihm einfand. In den 30 Jahren seines Wirkens gab es kaum Tage, an denen er in den Abendstunden keinen Unterricht gab. Oft erzählte er, dass auch Personen, die nicht sichtbar waren, an seinem Unterricht teilnahmen, um ihr Wissen aufzufrischen. Er sagte auch, dass es für ihn äußerst hilfreich und ermutigend war, jene Wesen wahrzunehmen. Bei solchen Gelegenheiten berührte seine Sprache sehr erhabene Ebenen. Nie bereitete er seinen Unterricht vor. Dieser entwickelte sich in Übereinstimmung mit dem, was die Zuhörer brauchten, zusammen mit der Energie des Ortes, an dem er sprach, und entsprechend der Energie der planetarischen Aspekte des jeweiligen Tages. Er fragte nie danach, was die Zuhörer von seinem Unterricht hielten. Da er genaue Anweisungen hatte, achtete er nicht auf die Meinungen der Zuhörer.

Es gehörte zu seinem Stil, nichts auf die gesellschaftliche Meinung zu geben. Für ihn war sie zu oberflächlich und vorübergehend. Die Arbeit, die er zu tun hatte, war tiefgründig und wurde deshalb oft nicht verstanden. Daher stellte er sich in seinem Unterricht darauf ein, die interessierten Hörer zu 'in-formieren', das heißt, er beabsichtigte, ihr Energiesystem in den Normalzustand zu führen. Häufig brachten die Zuhörer zum Ausdruck, dass viele ihrer Fragen beantwortet und Unklarheiten beseitigt worden seien. Manche sagten, dass sie die richtige Führung gefunden hätten, und andere erzählten, dass sie die Schwere ihrer Probleme los-geworden seien. Der Meister hörte ihnen zu und schwieg.

Besonderen Unterricht gab er spät am Abend zwischen 21 Uhr und Mitternacht in Homöopathie, Astrologie und anderen esoterischen Wissenschaften. Um diese Zeit versammelten sich die jungen Gruppen, die um eine intensive Ausbildung in jenen Wissenschaften baten. Meister EK unterrichtete auch Sanskrit mit dem etymologischen Schlüssel und in den frühen Morgenstunden Yoga Âsanas.

9. Die Bücher

Inmitten der hektischen Aktivität des Lehrens, Heilens und des Vermittelns von Yoga verfasste Meister EK auch Bücher. Er schrieb mehr als 50 Bücher, angefangen von Kommentaren über heilige Schriften bis zu wissenschaftlichen Abhandlungen über Homöopathie und Gesundheit. Seine Bücher geben tiefen Einblick in die 'Srimad Bhâgavata', 'Bhagavad Gîtâ', in die Astrologie, in vedische Hymnen, in den 'Yoga des Patanjali', in Rituale und andere Fassetten der Weisheit. Er hatte auch die Idee zu vier kleinen Büchern über die erste Ausbildung, die Kinder von ihren Eltern erhalten.

Seine Art zu schreiben war ungewöhnlich. Sie war ganz anders als die der anderen Autoren unserer Zeit. Alle seine Bücher waren inspiriert. Die romanhaften Erzählungen, die er über das Leben von Lord Krishna schrieb, ragen als Beispiele des inspirierten Schreibens heraus. Die Bücher kamen durch ihn. Nie schlug er von sich aus vor, etwas zu schreiben. Auf diese Weise zeigte sich die Dimension der Unpersönlichkeit in Zusammenhang mit seinen Büchern. Die gleiche Unpersönlichkeit zeigte er beim Lehren und Heilen. Viele seiner Anhänger waren Zeugen der Entstehung seiner Bücher. Tatsächlich schrieb er nicht selbst, sondern er diktierte. Immer wenn sich etwas schriftlich manifestieren wollte, wurde er plötzlich sehr aufmerksam und bat jene, die gerade bei ihm waren, Papier und Stift zur Hand zu nehmen. Dann begann er zu diktieren, und dies führte zur Entstehung eines Buches, das für die Wahrheitssucher hilfreich war. Er diktierte solange, bis das Thema erschöpfend dargelegt war. Die 'Spirituelle Astrologie', 'Mandra Gîtâ', 'Musik der Seele', 'Das Opfer des Menschen' und Kommentare zur 'Srimad Bhâgavata' sind herausragende Beispiele seines inspirierten Schreibens. Wenn er nach dem Hergang gefragt wurde, antwortete er, dass er von der buddhischen Ebene einen plötzlichen Anruf bekäme und sein Apparat, die Antahkarana Sarîra, darauf ausgerichtet und einsatzbereit sei. Dann sähe er im Äther eine Schrift, die er ablesen und diktieren würde. Oder er sähe einen Film ablaufen, den er beschriebe. So diktierte er die Bücher. Nie behauptete er, dass es seine Bücher seien.

Inspirierte Schriften sind in Indien nichts Neues. Ursprünglich wurden die 'Veden', 'Upanishaden'und auch die 'Bhagavad Gîtâ', 'Mahâbhârata', 'Bhâgavata' und das 'Râmâyana' in ähnlicher Weise empfangen. Eingeweihte sind geeignete Instrumente, um Weisheit aus den Âkâsa-Aufzeichnungen zu empfangen und sie an die sterblichen Menschen weiterzugeben. In höheren Kreisen wird die Entscheidung getroffen, Weisheitsbücher erscheinen zu lassen, und durch geeignete Instrumente werden sie übermittelt. In jüngster Zeit war Alice A. Bailey ein Beispiel für eine solche Übermittlung der Weisheit. Ein großer Meister aus dem Himâlaya vermittelte ihr Weisheit, während sie sich in New York aufhielt. Heute inspirieren diese Weisheitsbücher mehr als 3000 Gruppen überall auf dem Planeten. In der Gemeinschaft der Eingeweihten und Jünger ist Hellhören, Hellsehen, Reisen im Äther und inspiriertes Schreiben etwas Alltägliches.

Während Meister EK neue Kommentare zur 'SrimadBhâgavata' gab, beschäftigte er sich ebenfalls mit anderen Büchern und anderen Arbeitsbereichen. Infolgedessen erschienen die Kommentare zur 'Bhâgavata' nicht zum erwarteten Zeitpunkt. Von vielen Leuten wurde er gefragt, weshalb er nicht erst die Bhâgavata-Kommentare abschließen würde, sondern mit weiteren Büchern begonnen hätte. Als ihn seine engen Mitarbeiter um eine Erklärung baten, lächelte er und sagte: „Die Leute bekommen das, was sie im Moment brauchen. Ich bin nur ein Übermittler. Wenn mir etwas geschickt wird, gebe ich es sofort weiter. Ich wage nicht, irgendeinen Kommentar zu verfassen. Wenn man sich in den höheren Kreisen nicht dafür entscheidet, warte ich lieber. Ich bin nicht gewöhnt, jene zu fragen, denen ich folge. Sobald ich die Kommentare erhalte, gebe ich sie weiter. Wenn etwas gekommen ist, habe ich es herausgegeben, egal ob es gerade Tag oder Nacht war, ob ich zu Hause oder unterwegs war oder ob ich mich gerade ausruhte oder mit einer anderen Arbeit beschäftigt war. Die Leute müssen das anwenden, was sie bereits erhalten haben. Weisheit muss in die Tat umgesetzt werden. Sie dient nicht nur der Information. Das menschliche Denken ist verrückt nach Informationen und nicht gewillt, wenigstens die grundlegenden Schritte in der Weisheit zu machen. Wer nach weiteren Kommentaren fragt, dem könnt ihr mit Nachdruck empfehlen, das anzuwenden, was schon gegeben wurde. Euch sage ich, dass ich nicht der Autor bin. Würde ich Bücher herausgeben wollen, hätte ich ein paar Hundert mit Hilfe meines Gelehrtenwissens über die Schriften veröffentlicht. Aber eine solche Arbeit hätte keinen Bestand. Nur eine Arbeit, die in Übereinstimmung mit dem Plan geschieht, überlebt die Zyklen der Zeit."

Tag und Nacht war Meister EK von jungen Leuten umgeben, die für ihn arbeiteten. Das half ihm, wenn er sogar noch in der Nacht diktieren wollte. Manchmal zogen sich diese Diktate über mehrere Stunden hin. In solchen Fällen wechselten sich die jungen Leute ab, so dass sie sich genügend ausruhen konnten. Auf diese Weise ging die Arbeit weiter.

Heute werden Meister EK‘s Bücher in andere Sprachen übersetzt, und sie bewirken das Werk der Umwandlung in jenen, die im wahren Sinn des Wortes lernbegierig sind. In seinen Büchern gibt es genügend Anleitung, um das Leben eines Aspiranten aufzubauen, so dass dieser dem Weg der Wahrheit folgen kann. In gewisser Weise ist die Literatur, die er herausgab, vollständig, obwohl sie dem oberflächlichen Denken unvollendet erscheint.

Erwähnenswert ist auch, dass Meister EK das Buch 'Goda Vaibhavan' herausgab. Es ist ein großes dichterisches Werk, das heute in der Telugu-Literatur als klassisches Meisterstück gilt. In Aspiranten-Kreisen erkennt man in dieser Dichtung umfangreiche spirituelle Übungen, die ein Aspirant entwickeln und anwenden kann. Liest man das Buch mit ganzer Hingabe, erlebt man die Seligkeit. Angefangen mit diesem Werk entstanden alle Bücher in Übereinstimmung mit dem Plan. Das Buch erzählt von den spirituellen Übungen einer feurigen Aspirantin und von ihren Erfahrungen mit der Herrlichkeit der Wahrheit. In gewisser Weise sind es jene Erfahrungen, die der Meister selbst mit der Wahrheit gemacht hat. Um die Seligkeit zu spüren, die dieses Buch schenkt, muss man Telugu lernen. Es gibt keine andere Möglichkeit, denn es ist unmöglich, die Schönheit seines poetischen Ausdrucks in Verbindung mit den tiefen spirituellen Einsichten und den Seligkeitserfahrungen in eine andere Sprache zu übertragen.

10.Gruppenbildung

Meister EK wurde oft an verschiedene Orte eingeladen, entweder um Weisheitsunterricht zu geben oder durch Homöopathie zu heilen. Manchmal blieb er eine Woche lang dort oder sogar einen ganzen Monat. Überall, wo er hinging, um zu lehren und zu heilen, entstanden Gruppen, die dem Pfad folgen wollten, auf den der Meister durch seinen Unterricht und die Heilungen hinwies. Am Ende eines jeden Gruppenlebens gab es immer eine kleine Gruppe von Teilnehmern, die ihn eindringlich bat, dass er sie anleiten und auch den Unterricht und die Heilungen weiterführen möge.

Die Arbeit des Gruppenaufbaus begann auf bedeutungsvolle Weise im Jahr 1977. Bei seinen Reisen in Andhra Pradesh entstanden mehr als 50 Gruppen. Im wesentlichen wurden alle diese Gruppen mit der Arbeit der Hierarchie vertraut gemacht. Die Gruppen meditieren, heilen in homöopathischen Krankenstationen und lehren die Weisheit entweder aus den Büchern des Meisters, aus den Schriften oder aus den Lehren anderer indischer Meister. Auf diese Weise bildeten sich Gruppen, die nach der uralten Formel 'Meditation - Studium - Dienst' arbeiten.

Die Dienstaktivitäten der Gruppen weiteten sich auch auf den Erziehungsbereich und auf die Linderung des Leidens der Armen aus. Meister EK förderte dies und ermutigte in jeder nur möglichen Weise zum Dienst. In der gesamten Aktivität des Unterrichtens, Heilens und Gruppenaufbaus blieb Meister EK unpersönlich. Keine Tätigkeit schlug er selbst vor oder leitete er von sich aus in die Wege. Der Hauptlehrsatz seiner Arbeit war, auf einen Vorschlag oder ein Vorhaben einzugehen, aber nichts selbst vorzuschlagen.

Stets blieb er ein Beobachter aller Dinge und Geschehnisse, die sich aus der Arbeit ergaben. Oft erklärte er: "Ich habe nichts vorgeschlagen. Ich habe keinen Anfang gemacht. Ich habe nichts in die Wege geleitet." Solche Aussagen wurden von Leuten, die nichts von den Eigenschaften der Ausgeglichenheit wissen, kaum verstanden. Meister EK lebte in DEM EINEN. Folglich trat der EINE PLAN, von dem er selbst ein Teil war, durch ihn in Erscheinung. Die Qualität eines wahren Yogi ist: zu sein, aber nicht zu tun. Wenn wir unser Sein auf DAS SEIN ausrichten, dann geschieht das Wirken DES SEINS durch unser Sein. Das ist der Status eines Eingeweihten. Er lässt es zu, dass er zu einem Kanal wird, durch den sich der göttliche Plan manifestieren kann. Der individuelle Wille stellt sich auf den göttlichen Willen ein, und folglich arbeitet der göttliche durch den individuellen Willen. Der Weg des Jüngers, des Eingeweihten und des Meisters ist: 'Vater, dein Wille geschehe'. Meister EK war ein gutes Beispiel dafür. Nie machte er von sich aus einen Vorschlag, sondern reagierte auf Vorschläge, die ihn erreichten. Ebenso begann er nie von sich aus eine Arbeit, sondern stellte sich auf die Arbeit ein, die in den höheren Kreisen eingeleitet worden war. Den Ergebnissen der Arbeit gegenüber blieb er gelassen und fragte daher nie nach ihren Früchten. Unablässig manifestierte er die Arbeit, die von seinen Führern durch ihn gelenkt wurde.

11. Synthese

Symbol of Synthesis In jeden Lebensaspekt brachte Meister EK die Synthese ein. Es gab kaum etwas, das er ablehnte oder ausschloss. Immer war er einbeziehend. Die verschiedenen Wege der Weisheit betrachtete er als verschiedene Zweige des einen Weisheitsbaumes. Auch die unterschiedlichen medizinischen und therapeutischen Wissenschaften waren für ihn wie Zweige des einen Lebensbaumes. Er vertrat keinen besonderen 'Ismus', unterstützte aber die Wahrheit in jedem 'Ismus'.

Normalerweise polarisieren sich die Menschen um einen 'Ismus' und neigen dazu, andere Wege zu kritisieren. Meister EK klammerte sich weder an einen 'Ismus', noch wies er andere zurück, sondern blieb in der Wahrheit und visualisierte die Fragmente der Wahrheit in den zahlreichen 'Ismen', Kulten und Gedanken. Seine Anhänger bestärkte er darin, andere Lehrer zu achten, ihre Lehren zu studieren und sogar ihre Fotografien auf die Hausaltäre zu stellen.

Es ist ein einzigartiger Charakterzug von Meister EK, dass er die Menschen in jeder nur möglichen Form ermutigte und sie nicht entmutigte. Seinen Anhängern legte er dringend nahe, für die Vielfalt der Lehren offen zu sein, sie aufzunehmen und in Verbindung mit der EINEN WAHRHEIT zu sehen. In dieser Hinsicht war er ein großer Verehrer von Lord Krishna, der immer in der Synthese lebte und alle Wissenszweige, die zu seiner Zeit bekannt waren, als Ganzheit betrachtete. Meister EK stammt aus einer Familie, die Vishnu verehrt. Sie gehört zu den Vaishnavas. Normalerweise akzeptieren Vaishnavas nicht die Gedankenrichtung der Saivas, der Anhänger Sivas.

In Indien gibt es hauptsächlich fünf theosophische Richtungen. Eine folgt Brahman, dem absoluten Gott, und sie akzeptiert keine geringere Erscheinungsform des absoluten Gottes. Diese Gruppe sind die Brahmâ Samaj. Sie kontemplieren über den namenlosen und formenlosen Gott. Die zweite theosophische Richtung gehört zum Weg von Siva, die dritte zum Weg der Mutter, die vierte zum Weg von Ganapati und die fünfte zum Weg der Sonne. Außer diesen gibt es noch viele andere Gedankenrichtungen. Zum Hinduismus gehört als einzigartiges Charakteristikum die Vielfalt der Wege zur Wahrheit. Jeder, der einer bestimmten Richtung folgt, lehnt die anderen Schulen und ihre Gedanken ab.

Die ursprüngliche Auffassung eines arischen Hindu war, dass alle Wege vom Herrn und somit von der Wahrheit selbst ausgehen. Ohne seinen Willen kann kein Weg entstehen oder existieren. Wenn der Herr selbst keinem Weg gegenüber Ein-wände oder Vorbehalte hat, warum sollten sie dann die Sterblichen haben? Je nachdem, welche Anlage die Seelen haben, wenden sie sich dem einen oder anderen Weg zu und polarisieren sich vielleicht auf einem Weg. Doch das verlangt nicht die Ablehnung und noch weniger die Kritik der anderen Wege. Diese Fähigkeit einzubeziehen, die der Hindu-Theosophie eigen ist, lud den Buddhismus, Jainismus, Zoroastrismus, das Christentum und den Islam ein und akzeptierte sie.

Sobald das menschliche Denken in seinem Verstehen enger wird, weiß es die Verschiedenartigkeiten des EINEN WEGES nicht mehr zu schätzen. Die unwissenden Sterblichen legen einen Missionseifer an den Tag, der jeweils für den eigenen Weg wirbt und anderen gegenüber eine militante Haltung einnimmt. Stattdessen sollten sie sich selbst emporheben, damit sie erkennen können, wozu jene Wege dienen, und diese dann entsprechend einbeziehen. Fehlt diese Haltung, dann gibt es religiöse Disharmonie und folglich Konflikt. Schon bevor der Islam und das Christentum in das heilige Land Indien eindrangen, bestanden zwischen Saivas und Vaishnavas ernsthafte Differenzen, die gelegentlich zu Kriegen zwischen einzelnen Provinzen führten. Krieg und Blutvergießen wegen unterschiedlicher Gottesvorstellungen stellen nur die Größe der menschlichen Unwissenheit dar. Das wird solange weitergehen, wie die Menschheit nicht lernt einzubeziehen und weiterhin eine ausschließende Haltung hat.

Meister EK zeigte diese Synthese in seinem Leben. Er unterstützte den Weg, der Vishnu verehrte, und gleichzeitig den Weg, der Siva verehrte. Unvoreingenommen führte er die Rituale beider Wege durch. Er empfing das Nitya Puja Vidhana, ein Verehrungsritual für den täglichen Gebrauch und übermittelte darin eine Syntheseformel, die die Verehrung des Parabrahman, des Siva -, Vishnu-, Sonnen-, Mutter- und Ganapati-Aspekts enthält. Gegenüber der Kritik der Vaishnavas stellte er sich taub. Über solche Kritik war er erhaben und machte in diesen Dingen keine Kompromisse.

In seinem Unterricht zitierte Meister EK häufig auch aus dem 'Alten und Neuen Testament'. Seine Kenntnisse der Geheimnisse des 'Alten Testaments' sind in unserer Zeit unvergleichlich. Die 93 Meditationen, die er in der 'Spirituellen Psychologie' gab, lassen das tiefgründige Wissen erkennen, das er in Bezug auf das 'Alte Testament' hatte. Meister Jesus stand ihm sehr nahe. In den Büchern von Meister EK begegnen wir häufig dem inneren Leben und den Dimensionen des Meisters Jesus. Vor allem eine Meditation spricht von der Verehrung, die er gegenüber Meister Jesus empfand:

'Alle Namen zusammen äußern den Namen Gottes. Eine Prophezeiung denkt von der Dunkelheit zum Licht. Die Prophezeiung ist erfüllt. Abraham, Moses, Jesajas, Jakob zusammengenommen bilden Jesus. 'Die 'Spirituelle Astrologie' spricht von dem 'weißen Kleid', den zwei Fischen und fünf Broten, den Fischern, dem Lichtstern und anderen tiefen Symbolen der Weisheit. In Meister EK finden wir die Synthese der Lehrer aller Zeiten, von Veda Vyâsa bis zu Jesus, dem Christus. Er hatte rasche und klare Lösungen und Antworten für jeden indischen und nicht-indischen theologischen Weg.


12. Bedeutende Qualitäten von Meister EK

IEs ist schwierig, das Leben und die Qualitäten eines Eingeweihten zu vermitteln. Doch man sollte versuchen, dem Leser gerecht zu werden und einige der Qualitäten aufzählen, so dass es ihm möglich ist, sie für sich anzunehmen und dem Beispiel zu folgen, wenn er das möchte. Es werden somit an dieser Stelle ein paar der Qualitäten genannt, aber nicht ausgeführt.

* Einbeziehung statt Ausgrenzung
* Innere und äußere Reinheit
* Leben in der Gegenwart
* Passivität gegenüber den Problemen des Lebens
* Keine Beeinflussung durch die Ergebnisse der Handlungen,
weil persönliche Motive fehlen
* Neutralität gegenüber vorteilhaften und unvorteilhaften Situationen
* Nichts wird als günstig oder ungünstig betrachtet
* Keine Klagen, keine Bitten
* Einfachheit und Gelassenheit in allen Situationen
* Übermittlung von Liebe ungeachtet des gesellschaftlichen
Ansehens der umgebenden Personen
* Gleichmut gegenüber physischen Annehmlichkeiten und Unannehmlichkeiten
* Spontaneität im Handeln
* Hilfsbereitschaft, ohne sich zu binden
* Lässigkeit gegenüber den Arroganten
* Freundlichkeit gegenüber den Einfachen
* Gleichgültigkeit gegenüber der Intellektualität
* Feurigkeit gegenüber den Emotionalen
* Jederzeit Bereitschaft zu dienen

13. Der Kämpfer und Reformer

Je nachdem, wie die Situation es erforderte, konnte in Meister EK der Kämpfer zutage treten. Er widersetzte sich entschieden, wenn jemand versuchte, ihn einzuschüchtern oder zu bedrängen. Während er im allgemeinen sehr entgegenkommend war, konnte er plötzlich widerspenstig werden, sobald andere sich ihm aufdrängen wollten oder Dienstleistungen von ihm forderten. Er stellte sich gegen die Arroganz, nur um diese Arroganz in anderen Menschen zu neutralisieren. Gegenüber den Lässigen und Gleichgültigen verhielt er sich schroff. Es ist angebracht, einige solcher Begebenheiten zu erzählen, um zu zeigen, wie er sich in derartigen Situationen verhielt.

EPISODE 1:

Einmal nahm Meister EK im Tempel an der Hochzeit eines jungen Mannes teil, den er ausgebildet hatte. Während die Hochzeitszeremonie ablief, kam ein Mann, der die Abzeichen eines Dieners von einem hochrangigen Politiker trug. Er ging zu Meister EK und fragte: „Sind Sie Sri Krishnamacharya?"

Meister EK sagte: „Ja."

Der Diener sagte: „Sie werden von unserem Minister verlangt, der sich in einem nahegelegenen Gästehaus aufhält. Ich bin mit dem Auto hierher gefahren. Bitte, kommen Sie mit mir."

Meister EK antwortete: „Ich nehme gerade an einem Hochzeitsritual teil. Ich kann jetzt nicht mit Ihnen sprechen."

Nach einer Weile war die Hochzeit vorbei, und Meister EK saß entspannt da. Wieder ging der Diener zu ihm und fragte: „Würden Sie jetzt bitte mitkommen?"

Meister EK antwortete: „Wohin soll ich kommen?"

Der Diener antwortete: „Zum Gästehaus, um den Staatsminister zu treffen."

„Weshalb?", fragte Meister EK.

„Der Minister möchte mit Ihnen sprechen", sagte der Diener.

„Welcher Minister?", fragte Meister EK, und der Diener antwortete:

„Der Staatsminister, der für Städte und Gemeinden zuständig ist."

Meister EK fragte: „Was ist ein Staatsminister?"

„Wissen Sie nicht, was ein Staatsminister ist, Sir?"

Der Meister lächelte und sagte: „Ist er ein Mensch oder nur Minister? Und wer sind Sie?"

Der Diener antwortete: „Ich bin sein Diener."

Meister EK fragte: „Sind Sie nicht ein Mensch? Sind Sie ein Diener? Ist Ihr Minister kein Mensch? Ich möchte mit Menschen zusammenkommen und nicht mit ihren Titeln. Ich begegne lieber Ihnen als dem Diener in Ihnen. Ihren Minister möchte ich lieber nicht treffen. Sagen Sie ihm das."

Der Diener war schockiert, dass eine einfache Person wie dieser Universitätslehrer es ablehnte, der Einladung eines Staatsministers zu folgen. Er wartete eine Stunde. Inzwischen hatte sich der Meister beruhigt und sprach zu dem Diener: „Bitte, kommen Sie. Setzen Sie sich zu mir und essen Sie von dem köstlichen Hochzeitsessen. Vergessen Sie Ihren Minister. Wenn er mich sprechen möchte, kann er hierher kommen. Ich werde nicht zu ihm ins Gästehaus gehen."

Der Diener zögerte. Meister EK gab ihm ein paar Süßigkeiten, die für die Hochzeit zubereitet worden waren und schickte ihn weg. Jenen, die bei ihm waren, sagte er: „Es ist mir egal, ob jemand ein Minister oder ein Bettler ist. Der Mensch bedeutet mir etwas, und ich antworte dem Menschen, wenn er auf menschliche Weise zu mir kommt. Steht sein Verhalten einem Tier näher, dann behandle ich ihn auch wie ein Tier."

EPISODE 2:

Einmal hielt sich Meister EK in seinem Zimmer in Radhamadhavam auf, als das Telefon klingelte.

Der Anrufer fragte: „Spreche ich mit Krishnamacharya?"

Meister EK: „Ja."

Anrufer: „Ich habe hier vier Horoskope von meiner Familie. Sie müssen sie sich ansehen. Ich schicke die Horoskope mit meinem Chauffeur. Bitte, prüfen Sie sie und geben Sie einen Rat."

Meister EK: „Hier ist kein Astrologe."

Anrufer: „Spreche ich mit Krishnamacharya?"

Meister EK: „Ja."

Anrufer: „Mir wurde gesagt, dass Sie Horoskope deuten. Ich brauche Ihre Deutung."

Meister EK: „Hier ist kein Astrologe."

Anrufer: „Spreche ich nicht mit dem Astrologen Krishnamacharya?"

Meister EK: „Doch, Sie sprechen mit Krishnamacharya, aber hier gibt es keinen Astrologen."

Die anderen Leute im Zimmer amüsierten sich, als sie die Antworten hörten. Der Meister sagte ihnen: „Der Anrufer ist der leitende Direktor eines Hotels der gehobenen Klasse in dieser Stadt. Er glaubt, ich wäre hier, um die Geburtshoroskope von Tom, Dick und Harry zu deuten. Häufig verdienen Leute, die in der Gesellschaft Erfolg haben und hohe Posten besetzen, diese Positionen nicht. Sie haben diese Stellung nicht, weil sie so klug sind, sondern aufgrund guter Taten, die sie in der Vergangenheit vollbracht haben. Den meisten dieser Typen fehlt der gesunde Menschenverstand. Sie wollen den Leuten mit ihrer Position in der Gesellschaft und ihrem Posten in Politik und Regierung Angst einjagen. Sie vergessen, dass sie Menschen sind und mit Menschen zu tun haben. Das ist schade."

Einen Monat später kam derselbe leitende Direktor mit gefalteten Händen zu Meister EK. Er entschuldigte sich für sein arrogantes Verhalten und bat den Meister, ihn und seine Familie zu führen.

EPISODE 3:

Einmal gab der Meister ein Seminar über Homöopathie in Vijayawada, einer bekannten Stadt in Andhra Pradesh. Den ganzen Tag unterrichtete er, abends lehrte er die Weisheit der Schriften, und anschließend war er noch bis spät in der Nacht in der homöopathischen Krankenstation. Eines Abends kam gegen 22 Uhr ein sehr gut gekleideter Herr in einem nagelneuen importierten Auto an und stellte sich vor Meister EK.

Meister EK schaute ihn an und fragte nach dem Grund seines Besuchs. Der Meister kannte den Mann nicht. Dieser stellte sich selbst folgendermaßen vor: „Ich bin der Schwiegersohn von Sri ..., dem führenden Industriellen in unserem Bundesstaat."

Meister EK: „Ja, und?"

Schwiegersohn: „Meine Schwiegermutter in Hyderabad ist schwer krank. Die allopathischen Ärzte haben gesagt, dass ihre Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass sie nichts mehr für sie tun können.

Ein Freund meines Schwiegervaters erzählte von Ihrer besonderen Fähigkeit, durch Homöopathie zu heilen. Deshalb bin ich aus Hyderabad zu Ihnen geeilt, um Sie gleich mitzunehmen, damit meine Schwiegermutter das richtige Medikament bekommt."

Meister EK: „Ich habe hier eine Verpflichtung, weil ich ein Seminar gebe. Ich kann nicht hundert Leute enttäuschen und auf Ihre Anfrage eingehen. Sie sollten Ihre Schwiegermutter lieber hierher bringen, wenn Sie wünschen, dass ich sie behandle."

Schwiegersohn: „Nein, Sir, mein Schwiegervater möchte, dass Sie nach Hyderabad kommen und sie dort behandeln. Ich nehme an, Sie kennen ihn."

Meister EK: „Ich kenne ihn nicht."

Schwiegersohn: „Er ist ein bedeutender Industrieller mit viel Macht und Einfluss. Für Ihre Arbeit könnte er Ihnen eine große Hilfe sein."

Meister EK: „Ich bitte niemanden um Hilfe. Hilfe kommt zu mir, ohne dass ich darum bitte. Sie sind gekommen, um mich um Hilfe zu bitten, und Sie sagen, dass Sie mir helfen könnten. Weder Sie noch Ihr Schwiegervater sind in der Lage, mir zu helfen. Wenn Sie meine Hilfe brauchen, bringen Sie Ihre Schwiegermutter her. Überbringen Sie Ihrem Schwiegervater meinen Vorschlag und sagen Sie ihm auch folgendes, weil er ein Geschäftsmann ist, ein erfolgreicher Industrieller, wie Sie sagen. Geschäftsleute wissen, wie sie ihre Ziele erreichen können. Ohne zu zögern begeben sie sich überall hin, wenn sie Hilfe brauchen. Und wenn andere Leute ihre Hilfe benötigen, lassen sie sie warten. Falls Ihr Schwiegervater ein guter Geschäftsmann ist, sollte er lernen, zu mir zu kommen, um Gewinn zu machen. Wenn er das nicht möchte, sollte er keine Behandlung von mir erwarten."

Der Schwiegersohn war erstaunt über diese unerschrockene Haltung des Meisters und fragte: „Was soll ich jetzt tun? Was soll ich meinem Schwiegervater berichten?"

Meister EK: „Berichten Sie ihm von unserem Gespräch und sagen Sie ihm: Wenn er für seine Frau ein Medikament von mir möchte, soll er kommen. Das ist das wenigste, was er aus Liebe zu seiner Frau an Verantwortungsbewusstsein zeigen kann. Bitte, verschwenden Sie nicht Ihre Zeit. Sie sind Geschäftsmann. Zeit ist Geld für Sie. Mein Entscheidung steht fest."

Der Mann verließ ihn. Am Nachmittag des folgenden Tages rief ihn der Industrielle an und entschuldigte sich vielmals. Er weinte am Telefon und bat Meister EK, seine Frau zu behandeln. Umgehend würde er mit ihr kommen, wenn der Meister noch bereit sei, sie zu behandeln. Der Meister beruhigte ihn und sagte dem Industriellen mit einem freundlichen Lächeln: „Das reicht. Sie haben das Mindestmaß von dem getan, was erforderlich ist, damit ich Ihre Frau behandle. Sie brauchen nicht zu kommen. Beruhigen Sie sich erst einmal und nennen Sie mir ganz deutlich die Krankheitssymptome Ihrer Frau."

Der Industrielle nannte die Symptome. Der Meister schlug ein Medikament vor und sagte: „Geben Sie mir nach 24 Stunden einen Bericht."

Nach 24 Stunden rief der Industrielle voller Freude an und sagte, dass seine Frau sich von der Schwere der Krankheit bereits erhole. Er fragte auch, ob noch ein weiteres Medikament gegeben werden sollte.

Der Meister antwortete: „Die eine Dosis, die sie genommen hat, wird die Krankheit vollständig heilen.

Nur falls Sie feststellen, dass der Genesungsprozess ins Stocken gerät, rufen Sie wieder an."

Anschließend fragte der Industrielle, wie viel er für die Behandlung zu bezahlen hätte, und der Meister entgegnete, dass nichts bezahlt werden müsse. Außerdem sagte er dem Industriellen, dass er kein Diener sei, der sich von irgendjemandem bezahlen ließe.

Nach einigen Tagen, als der Industrielle Meister EK in Visakhapatnam besuchte, fragte er noch einmal, ob er ihm in irgendeiner Weise behilflich sein könne. Meister EK antwortete: „Helfen Sie sich selbst. Sie brauchen es."

Doch der Industrielle verstand ihn nicht. Ein paar Jahre später geriet der Industrielle in Schwierigkeiten und verlor seine angesehene Stellung in der Gesellschaft. Diese Begebenheit zeigt, dass Meister EK Nerven wie Drahtseile hatte, wenn er mit starrköpfigen Leuten aus der Gesellschaft zu tun hatte.

Gleichzeitig war er gegenüber den Armen und Leidenden sehr herzlich und äußerst mitfühlend.

EPISODE 4:

Einmal, als es schon gegen Mitternacht war, hörte er von einem armen Mann, der an einem giftigen Fieber litt und dessen Familie in tiefer Sorge war. Sofort stand er aus seinem Bett auf, setzte sich auf ein Motorrad, das von einem Bekannten gefahren wurde, und ging zu der Hütte des armen Mannes. Er verabreichte ihm Medizin und blieb bis zum Morgen des nächsten Tages, bis das Fieber nachließ und der Patient wieder zu Bewusstsein kam.

Ohne zu zögern konnte er Häuser betreten, in denen Menschen an ansteckenden Krankheiten litten. Dort gab er ihnen Medikamente und achtete nicht darauf, ob eine Krankheit ihn vielleicht anstecken könnte.

EPISODE 5:

An einem Sonntagmorgen wartete der Meister mit seinem homöopathischen Medikamentenköfferchen an einer Bushaltestelle. Ein Professor von der Universität sah den Meister und bot ihm an, ihn auf seinem Motorrad mitzunehmen.

„Kann ich Sie an Ihrem Ziel absetzen, Meister?", fragte der Professor.

„Können Sie das wirklich?", fragte Meister EK zurück.

„Ich meine das Ziel Ihrer Fahrt, wo Sie heute Morgen arbeiten wollen", antwortete der Professor.„Ja", sagte der Meister und setzte sich auf das Motorrad.

„Ja", sagte der Meister und setzte sich auf das Motorrad.

Er erzählte dem Professor, wo er hinwollte. Nachdem sie 5 Kilometer gefahren waren, bat Meis-ter EK den Professor anzuhalten und sagte: „Vielen Dank. Bitte, kehren Sie jetzt um. Sie können nicht weiter mitkommen. Ich habe hier eine ansteckende Krankheit zu behandeln. Man braucht ein starkes Denken, um dem Angriff einer Ansteckungskrankheit zu widerstehen. Fahren Sie deshalb bitte wieder zurück. Ich gehe jetzt zu Fuß weiter und werde mich später selbst auf den Rückweg begeben."

Dies geschah um 6.30 Uhr am Morgen. Der Professor fuhr zurück und spielte anschließend Tennis im Club der Universität. Abends besuchte er den Club noch einmal, um dort ein paar angenehme Stunden zu verbringen. Als er sich gegen 22 Uhr auf den Heimweg machte, traf er Meister EK wieder, der in aller Ruhe zu Fuß nach Hause ging. Der Professor fragte ihn: „Kommen Sie jetzt erst nach Hause?"

„Ja", sagte Meister EK ganz ruhig und ging in sein Haus.

Wenn Medikamente verteilt wurden, sah man oft, wie der Meister ununterbrochen damit beschäftigt war. Er achtete nicht darauf, ob es Zeit zum Frühstück, Mittagessen, Abendbrot oder gar Schlafenszeit war. So sehr engagierte er sich für die Armen, Bedürftigen und Leidenden.

14. Gâyatrî und die Veden

Meister EK brach mit einer uralten indischen Tradition, die es den Frauen verbot, die Veden zu singen. Diese Tradition verbot den Frauen und auch der Arbeiterklasse, die Gâyatrî zu singen. Nach Meister EK verbieten weder die Veden noch das Manu Dharma den Frauen und der Arbeiterklasse, die Veden und die Gâyatrî zu singen. Er forderte die Gelehrten heraus, irgendeine Quelle in den Schriften zu zeigen, die ein solches Verbot ausspricht. „Das Licht der Gâyatrî ist das Licht des Bewusstseins, und die Weisheit der Veden ist die Weisheit der Seele. Alle sind Seelen und haben Bewusstsein. Daher hat jeder die angeborene Berechtigung, die Veden und die Gâyatrî zu studieren, zu singen und anzuwenden", sagte er. Dazu führte er an, dass es diese Praxis schon bei vielen Sehern der Vergangenheit gegeben habe.

Damit stieß er jene vor den Kopf, die der religiösen Orthodoxie folgten. Sie distanzierten sich von seiner Meinung und verleugneten ihn sogar. Trotzdem wurde in den letzten Jahrzehnten das Gâyatrî-Mantra aufgrund einer solchen Einstellung in der ganzen Welt bekannt und entwickelte seine Eigendynamik. Heute ist die Gâyatrî auch außer-halb Indiens populär geworden. Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Gruppen singen sie, um erleuchtet zu werden und um der Menschheit Erleuchtung zu bringen. Viele Audiokassetten, auf denen das Gâyatrî Mahâ-Mantram zu hören ist, werden überall auf dem Planeten herumgereicht.

Meister EK legte auch keinen Wert auf das ganze Drum und Dran, das um die vedischen Rituale gemacht wurde. Er war der Ansicht, dass jeder, der einen sauberen Körper und ein sauberes Denken hat, frische Kleidung trägt und sich ausschließlich vegetarisch ernährt, beispielsweise das Wasserritual (Abishekam) oder das Feuerritual (Homam) durch-führen und vedische Hymnen singen darf. Jedoch bestand er auf der richtigen Intonation der Klänge. Auf die Berechtigung durch Zugehörigkeit zur richti-gen Kaste oder Gesellschaftsschicht achtete er nicht.

Ebenfalls legte er dar, dass die Aussagen Krishnasin der 'Bhagavad Gîtâ', die dieser in Bezug auf die Einteilung der Menschen in vier Klassen gemacht hatte, sehr häufig falsch verstanden und falsch zitiert werden. Schon seit vedischen Zeiten wird die Menschheit aufgrund ihrer Neigungen und Eigen schaften in Klassen geteilt, aber nicht aufgrund ihrer Geburt.

Jene Klasse von Menschen, die sich zur Weisheit und zur dharmischen Lebensweise hingezogen fühlen, die der Wahrheit nachgehen und in Frieden leben wollen, werden als Brahmanen betrachtet. Eine andere Gruppe, die sich zur Kriegskunst und zum Beschützen anderer hingezogen fühlt und sich selbst opfert, um das Leben einer Gruppe von Menschen zu schützen, gilt als königliche Klasse. Zur dritten Gruppe von Menschen gehören jene, die sich mit der intelligenten Nutzung und dem Austausch der natürlichen Ressourcen für das Wohler-gehen aller beschäftigen. Sie werden als Klasse der Geschäftsleute bezeichnet. Alle anderen Menschen, die weder genügend Verständnis haben, um sich mit der Weisheit zu beschäftigen, noch entsprechende Tapferkeit besitzen, um andere unter Einsatz ihres eigenen Lebens zu beschützen, und die auch nicht die Schätze der Natur auf intelligente Weise nutzen und tauschen können, werden als die vierte Klasse oder als Arbeiterklasse bezeichnet. Solche Unterteilungen wurden zu gesellschaftsdienlichen Zwecken aufgrund der Eigenschaften der Menschen gemacht, aber alle wurden gleichermaßen als Menschen betrachtet. Von den Begabteren erwartete man, dass sie sich um die weniger Be-gabten kümmerten, und diese sollten die ersteren respektieren. Es ist ein natürliches hierarchisches System innerhalb der menschlichen Familie. Diese Vierereinteilung ist nicht absolut zu verstehen, und sie wird auch nicht durch die Geburt festgelegt. Wiederholt sagte Krishna, dass die Einteilung in eine Gruppe ganz eindeutig durch die Eigenschaften eines Menschen erfolgt. Häufig zitierte Meister EK diese Aussage von Krishna und setzte sich dafür ein, dass alle, die vedisches Wissen erlangen und die Gâyatrî singen wollten, einen Zugang dazu erhielten.

Doch zwang er dies nicht allen auf, ohne auf die Neigungen der Menschen zu achten.

Der entsprechende Vers steht in der 'Bhagavad Gîtâ' im 4. Kapitel, Vers 13*:

'Das ICH BIN in allen erschafft die gesellschaftlichen Schichten.
Entsprechend ihren Neigungen
weise ICH den Menschen ihre Arbeiten zu.
Auf diese Weise erschaffe ICH
die vier Gesellschaftsklassen.

Du sollst wissen,
dass ICH es getan habe,
als DER EINE in ihnen allen.

Du sollst auch wissen,
dass ICH es
als das eine unerschöpfliche ICH BIN
nicht getan habe.'


Stets folgte Meister EK kompromisslos den Grundlagen der vedischen Lebensweise. In allen Angelegenheiten, die zweitrangig und nicht unbedingt wichtig waren, verhielt er sich großzügig. Seiner Meinung nach musste ein vedischer Arier lange vor Sonnenaufgang aufstehen, um dem Herrn seine Gebete und Verehrungen vor der Morgendämmerung anzubieten.

Alle Gebete, Meditationen usw. sollte er eine Stunde vor Sonnenaufgang beendet haben und somit schon um 4 Uhr früh beginnen. Meister EK ermahnte seine Nachfolger, die für die morgendlichen Rituale zu spät aufstanden. Gegenüber Trägheit verhielt er sich einfach scheußlich. Für träge Menschen war es unmöglich, sich in seiner Nähe aufzuhalten. Immer hatte er einen reinen Körper und ein reines Denken, und stets trug er frische Kleidung.

Weitere Besonderheiten von Meister EK:

Er aß nur sehr wenig, aber sein Essen war von guter Qualität. Außerdem bestand er darauf, dass es einen guten Geschmack haben musste. „Man sollte im Leben Geschmack haben", sagte er. „In allen Lebensaspekten ist Geschmack wichtig. Es zeigt, dass der Mensch einer guten Qualität zugeneigt ist und sehr gut sein möchte."

Gleichzeitig mied er Völlerei. Außer einer kurzen Mittagsruhe war er auch nicht dafür, am Tag zu schlafen. Oft brachte er zum Ausdruck, dass der Humor einen Teil des Lebens ausmachen sollte, weil er die Menschen jung und lebendig erhält. In seinen Bewegungen war Meister EK flink, und jederzeit war er von Aktivität umgeben. Selbst bei intensivster Tätigkeit war er ausgeglichen. Es war eine helle Freude, ihn arbeiten zu sehen.

„Arier zu sein bedeutet Vorbild zu sein. Man sollte einen entsprechenden Charakter formen, um anderen als Vorbild dienen zu können. Beispielgeben ist die bessere Lehrmethode", sagte er. Bei jedem Schritt des Lebens bestand er auf solch vorbildlichem Verhalten.

Wie jeder Eingeweihte war auch Meister EK ein guter Koch. Er konnte die verschiedensten Gerichte zubereiten. Selbst die erfahrensten Hausfrauen wussten seine Kochkünste zu schätzen.

Eine andere Seite von Meister EK, die überkritische Leute nicht an ihn heranließ, war seine Gewohnheit zu rauchen. Für die indische Psyche ist es ganz schrecklich und völlig unakzeptabel, dass ein Meister der Weisheit raucht – und er rauchte. Wer versuchte, die Menschen nach ihrem äußeren Erscheinungsbild zu beurteilen, konnte nicht in die Nähe von Meister EK gelangen, weil er sich in vielen Dingen unorthodox verhielt. Aber dass er rauchte, war der Gipfel. Für viele war dies der Hauptgrund, ihm aus dem Weg zu gehen. Der Meister bemerkte dazu: „Nicht sie meiden mich, sondern ich weiche ihnen aus. Ich möchte keine oberflächlichen und überkritischen Beobachter um mich haben. Sie verschwenden meine Zeit. Meine Zeit ist kostbar. Man sollte die Dinge auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Viele von euch gehen mir aus dem Weg und weichen da durch der Arbeit aus, mit der sie betraut wurden. Denkt nicht, dass ihr ausgewichen seid. Ich habe euch vorübergehend ruhiggestellt, weil eure Energien im Augenblick nicht zu der Arbeit passen. Wenn ihr keine Werte möchtet, dann müsst ihr das so verstehen, dass die Werte euch auch nicht wollen.

Was ihr ablehnt, das wird euch vorenthalten."

So heldenhaft war die Haltung von Meister EK. Für die Gesellschaft blieb er ein Geheimnis, doch in den Herzen jener Menschen, denen er half und die seinen Weisheitsanweisungen folgten, lebte er als göttliches Wesen.


15. Einige spirituelle Dimensionen

Meister EK war ungewöhnlich unter den gewöhnlichen Menschen. Trotzdem lebte er wie ein gewöhnlicher Mensch. Für die Ungewöhnlichen ist es ungewöhnlich, normal und einfach zu sein und verborgen zu bleiben. Er ist wie ein staubbedeckter Edelstein, der zwischen anderen Steinen liegt und kaum zu erkennen ist. Man muss sich selbst ab-stauben, um den Edelstein wahrzunehmen, der ansonsten wie jeder andere Stein aussieht. Nur wenn Situationen es erforderten, zeigte er seine göttlichen Qualitäten. Nie zeigte er sie, um das allgemeine Interesse zu erregen oder um anerkannt und vergött-licht zu werden. Seine Botschaft lautete:

'ICH BIN zur Erde heruntergekommen,
nicht um von verrückten Träumern
unter einem neuen Namen
noch einmal als ihr Gott verehrt zu werden.
ICH BIN hier, um von den Arbeitenden
als ihr eigener Ausdruck der Arbeit
erkannt zu werden.
ICH BIN du selbst,
als dein eigener Meister hervorgekommen.
Denke daran, dass du dich nicht
von deinem Meister unterscheidest.
In keiner Weise bist du ein anderer
als dein Meister.
Neben dem ICH BIN in dir gibt es nichts Zweites.
Lass Osten und Westen sich in MIR,
dem ICH BIN von allem, vereinigen.
Lebe, arbeite und erkenne MICH in dir.'


Lehrer, die sich selbst wichtig machen möchten, sind darauf aus, ihre spirituellen Kräfte zu zeigen. Vom arischen Blickwinkel aus betrachtet sind sie unfertig. Aufgrund ihrer Unzulänglichkeit leben sie noch immer mit dem Schatten ihrer Persönlichkeit. Vollkommene Unpersönlichkeit ist die letztendliche Eigenschaft eines Lehrers. Meister EK ließ nicht zu, dass irgendjemand ihn vollständig erkannte. Eben-so wenig zeigte er seine spirituellen Kräfte in der Öffentlichkeit. Nur jene Menschen, die sehr eng mit ihm verbunden waren, wussten von seinen spirituellen Dimensionen. Um eine andeutungsweise Vorstellung von diesen Dimensionen zu geben, werden im folgenden einige Begebenheiten aus dem Leben von Meister EK erzählt.

Episode 1

In einer großen Familie, zu der eine Mutter und mehrere Brüder gehörten, verließ eines Tages ein Bruder unbemerkt das Haus. Trotz intensiver Suche konnte man nicht herausfinden, wo er sich aufhielt.

Die verzweifelte Familie kam zu Meister EK und bat ihn um Hilfe. Er sollte herausfinden, wo der Vermisste steckte. Für den Bruchteil einer Sekunde blinzelte der Meister mit den Augen und sagte dann: „Er ist in Sicherheit. Er reist in den Süden, weil er einen Lehrer für seine ganz persönliche Rettung sucht. Jetzt wird er nicht weiterreisen. Ich habe ihm die Anweisung gegeben, nach Hause zurückzukehren. Er wird den nächsten Zug nach Visakhapatnam nehmen. Ich habe ihn auch angewiesen, mit den Problemen, die er wegen seiner Rettung hat, zu mir zu kommen. Morgen Nachmittag wird er hier eintreffen und geradewegs in mein Haus kommen. Lasst ihn ein paar Tage bei mir. Später werde ich ihn dann nach Hause schicken. Er wird anschließend keine solche Flucht mehr versuchen."

Meister EK sprach mit solcher Autorität, dass die Familie sich darüber wunderte. Und siehe da! Der Sohn kehrte genau so zurück, wie der Meister es gesagt hatte. Einige Tage verbrachte er mit dem Meister und ging dann nach Hause. Die übrigen Familienmitglieder fragten ihn, was er erlebt hatte und weshalb er sich entschieden hatte umzukehren. Er berichtete, dass er in jenem Augenblick eine Vision von Meister EK hatte, der ihn angewiesen habe zurückzukommen. Ebenso erzählte er, dass Meister EK sich bereit erklärt habe, ihn auf seinem Weg zum Heil zu führen. Sogleich wurde seine Familie zu glühenden Verehrern von Meister EK.

Episode 2

Einmal war Meister EK mit seinen Studenten von der Universität auf dem Weg zu einem Picknick. Es war eine Gruppe von 30 Studenten. Der Meister spielte mit ihnen, erzählte Witze, hielt die Gruppe bei Laune und führte sogar ein paar Zauberkunststücke vor, denn er war Mitglied in einer Zauberschule. Die Studenten fühlten sich sehr von ihm angezogen und wollten ihm ihre Handflächen zeigen, um Führung für ihre Zukunft zu erhalten. Der Meister sah sich eine Handfläche nach der anderen an. Als er die Hand von einem der Studenten nahm, war sie kalt. Er schaute ihm in die Augen.

Der Student hatte weit geöffnete Augen und war still. Der Meister sagte ihm, dass er geboren sei, um zu dienen, vor allem, um den ärmeren Leuten zu helfen. Seine Arbeit bestehe darin, die Armen und Unglücklichen zu inspirieren und zu führen. Er würde sich einen guten Namen machen und berühmt werden. Der Student sah blass aus. Mit einem Lachen setzte er sich über Meister EK’s Worte hinweg und sagte, er hätte eher den Eindruck, dass dies nicht eintreten würde.

Das Picknick war zuende, und die Gruppe kehrte spät am Abend nach Hause zurück. Der Bus hielt bei den Wohnungen der Studenten und ließ sie aussteigen. Meister EK stieg nicht eher aus, bis der blasse Student den Bus verließ. Gegen 22 Uhr stieg der Student auf der Straße aus, die zum Meer führte. Jetzt stieg auch der Meister aus, nahm den Studenten sanft bei der Hand und blickte ihm in die Augen. Dem jungen Mann rannen Tränen aus den Augen, und er stand wie benommen da. Der Meister streichelte ihn an den Schultern und sagte: „Selbstmord ist eine Tat, die man aus Ängstlichkeit begeht. Noch nie hat jemand irgendetwas durch Selbstmord erreicht.

Das Leben ist ein großes Geschenk Gottes. Du kannst dieses Geschenk nicht einfach wegwerfen. Ich kenne die Qualen und den Konflikt, unter denen du leidest. Du siehst die Ungerechtigkeit der Welt und das Übel des Egoismus. Du hast revolutionäre Gedanken, aber du glaubst, dass du nicht in der Lage bist, eine Revolution durchzuführen. Deshalb willst du heute Nacht lieber ins Meer springen und deinem Leben ein Ende machen. Das hat nichts mit Weisheit zu tun, und noch weniger ist es eine Heldentat. Lass deine Ängstlichkeit los und komm mit mir. Ich zeige dir den Weg."

Der Student verneigte sich zu Füßen des Meisters. Zwölf Jahre lang empfing er von ihm sehr viel Weisheit und wurde für viele Menschen in den Dörfern eine Quelle der Inspiration.

Episode 3

Eines Tages sollte einer der Mitarbeiter des Meisters nach Madras reisen, um Erkundigungen über den Charakter eines Mannes einzuholen, dem eine Familie die Heirat mit einer ihrer Töchter antragen wollte. Da der Mitarbeiter sich mit dem Meister eng verbunden fühlte, hatte er sich angewöhnt, den Meister stets zu informieren, wenn er die Stadt verließ. Also ging er am Nachmittag zu Meister EK, um sich von ihm zu verabschieden und anschließend nach Madras aufzubrechen. Der Meister hielt gerade seinen Mittagsschlaf. Er wachte auf, als der andere das Zimmer betrat und fragte: „Fährst du nach Madras?"

Der Freund war höchst verwundert, und Meister EK fuhr fort: „Geh nicht. Du wirst nichts über den Mann herausbekommen, dessen Charakter du überprüfen möchtest. Er ist ein Betrüger. Zweifellos ist er ein hinduistischer Brahmane, der einer guten Familie entstammt. Aber er hat mehr als eine Frau: eine hinduistische Frau, die im Familienkreis bekannt ist, eine muslimische Frau, die man nur in der muslimischen Gesellschaft kennt, und noch ein paar andere. Er ist naiv, intelligent und sehr sprunghaft. Sein Tun ist nicht leicht zu verfolgen. Deine Mission wird ein totaler Misserfolg sein, wenn du hinfährst."

Meister EK‘s Mitarbeiter dachte einen Moment nach und fragte: „Was soll ich jetzt tun? Ich habe der Familie gesagt, dass ich heute Nachmittag nach Madras fahre, um ihren Auftrag zu erfüllen. Wie kann ich ihnen dies alles erzählen, ohne es selbst herausgefunden zu haben? Darf ich dich zitieren und sagen, dass du all das gesagt hast?"

„Wenn du glaubst, dass es angebracht ist, kannst du es berichten", antwortete der Meister.

Rasch war der Freund zum Haus der Familie geeilt, um die Nachrichten von Meister EK zu über-bringen. Die Familie gab sich jedoch damit nicht zufrieden: „Wie können wir eine Eheschließung, die eine ausgezeichnete Verbindung zu sein scheint, verwerfen, weil wir uns auf jemanden verlassen, der eine Art Wahrsager ist?"

Der Freund entgegnete: „Für mich ist es wahr, denn ich kenne die Fähigkeiten des Meisters. Mir erscheint die Sache klar. Deshalb nehme ich von diesem Auftrag Abstand. Als Freund der Familie rate ich euch, die Angelegenheit nicht weiterzuverfolgen."

Damit war die Familie nicht einverstanden und teilte ihm dies respektvoll mit. Erneut versuchte sie, über jenen Mann in Madras Erkundigungen einzuholen. Diesmal wurde ein pensionierter Offizier geschickt. Zwei Wochen lang stellte er Nachforschungen über den zukünftigen Bräutigam an. Als er zurückkehrte, bescheinigte er ihm einen guten Lebenswandel. Die Hochzeit fand statt. Nach drei Jahren kam die Wahrheit ans Tageslicht, und die Familie war äußerst bestürzt. Sie kam zu Meister EK und bat um eine Lösung des Problems. Er riet der Frau: „Du hast Geld und Ehre verloren. Jetzt ist es an der Zeit, dass du dich von diesem Mann trennst und von nun an allein lebst."

Die betroffene Frau kam weinend zu dem Mitarbeiter von Meister EK und sah ein, dass es unvernünftig gewesen war, dem klugen Rat eines Weisen nicht zu folgen.

Episode 4

Für das Denken war es eine besondere Freude zu sehen, wie schnell Meister EK Horoskope analysierte.

Einmal besuchte er einen Freund, der ein sehr bekannter und einflussreicher Mann in Visakhapatnam war. Dieser Freund verehrte den Meister und hatte großen Respekt vor ihm, auch wenn er seinem Weg nicht folgte. Er war ganz aufgeregt, denn es war ihm gelungen, für seine älteste Toch-ter eine hervorragende Heirat zu arrangieren. Ausführlich sprach er über den kulturellen Hintergrund, den gesellschaftlichen Status sowie über den finanziellen und politischen Einfluss der Familie, aus der der zukünftige Bräutigam kam. Die Familie des Bräutigams war in Bangalore weithin bekannt, und sie hatte alle Eigenschaften, um dort als vornehm und hoch angesehen zu gelten. Auch der Freund des Meisters war aufgrund seiner hohen Stellung in überregionalen Firmen bekannt. Er und seine Familie freuten sich sehr, als Meister EK sie besuchte.

Sogleich ließ er dem Meister Idlis und Kaffee servieren und sprach in allen Einzelheiten über die Eheschließung. Am Ende des Gesprächs fragte der Freund den Meister plötzlich: „Meister, warum schaust du dir nicht die Horoskope von Braut und Bräutigam an und sagst mir, was du von der Verbindung hältst?"

Der Meister antwortete: „Du hast die Angelegenheit schon zu weit vorangetrieben. Jetzt macht es keinen Sinn mehr, die Horoskope zu betrachten.

Weil du dich schon so weit festgelegt hast, bin ich nicht mehr frei, um dir Auskunft zu geben."

„Das ist egal", sagte der Freund, „ich werde mich nach dem richten, was du sagst, unabhängig von dem, was ich und meine Familie uns vorstellen. Dein Wort ist für uns ausschlaggebend, und wir werden es mit Freuden annehmen. Wir wissen, dass du jemand bist, der es gut mit uns meint."

Daraufhin war der Meister einverstanden, sich die Horoskope anzusehen. Er blickte auf das Ho-roskop des zukünftigen Bräutigams und legte es sogleich wieder zur Seite. Plötzlich war er sehr ernst und sagte: „Um Gottes willen, lass von dieser Heirat ab!"

Der Freund war schockiert, enttäuscht und wie betäubt. Betretenes Schweigen stand im Raum. Nach einer Weile fragte er: „Darf ich nach dem Grund deiner Meinung fragen?"

Meister EK antwortete: „Frage mich nicht nach dem Grund. Rede nicht weiter darüber. Bitte, beende dieses Kapitel."

Unvermittelt stand der Meister auf und ging. Sein Freund konnte den Standpunkt des Meisters überhaupt nicht verstehen. Für ihn und seine Familie war es schwer, den Vorschlag des Meisters zu akzeptieren. Doch er hatte großen Respekt vor dem Wissen des Meisters. Nach einem Monat hatte er sich mit den neuen Gegebenheiten abgefunden und zog den Vorschlag zur Eheschließung zurück. Trotzdem war es für ihn schmerzlich, eine gute Verbindung für seine älteste Tochter, die er sehr gern hatte, ausgeschlagen zu haben.

Sechs Monate später kam er eines Abends zu Meister EK. Sehr bewegt und mit Tränen in den Au-gen verbeugte er sich zu Füßen des Meisters und sagte: „Du bist ein großer Meister, und du erlaubst uns nicht, dich zu erkennen. Mit deiner Einfachheit täuschst du uns. Du hast mich vor großem Unglück bewahrt. Jetzt weiß ich, weshalb du so strikt die Heiratspläne für meine Tochter abgelehnt hast."

Der Meister lächelte. Mit beiden Händen fasste er den Freund bei den Schultern, erhob ihn und setzte ihn in einen bequemen Sessel neben sich. „Ich freue mich, dass du meinem Vorschlag gefolgt bist. Ich bin durch bestimmte Gesetze gebunden und kann immer nur Vorschläge unterbreiten. Weder kann ich für andere Entscheidungen treffen, noch kann ich meine Meinung durchsetzen. Ich schlage aufrichtig etwas vor und warte ab. Der andere kann meinen Vorschlag annehmen, oder er lässt es. Das hängt von seinem Karma ab. Ich wusste, dass der junge Mann, dem du vorgeschlagen hast, deine Tochter zu heiraten, nicht lange leben würde. Tatsächlich war seine Lebenserwartung nur noch sehr kurz, nicht einmal mehr ein Jahr. Hast du etwas von ihm gehört?"

Weinend antwortete der Freund: „Er ist bei einem Unfall ums Leben gekommen." Der Meister tröstete ihn.

Seine Art, etwas vorzuschlagen und Anweisungen zu geben, war immer subtil. Wenn die Leute ihm nicht folgten, machte er sich nichts daraus. Er regierte sich selbst und ließ die anderen sich regieren.

Nur wenn er gefragt wurde, gab er Rat und Führung. Je nachdem, wie die Leute es wünschten, war er sehr nah, oder er hielt Abstand. Immer war er bereit zu helfen, aber nur – und nur dann – wenn er darum gebeten wurde. Das ist eine sehr feine und kultivierte Art des Vorgehens. Häufig wird sie nicht gesehen und bleibt unerkannt. Kein Meister kann jemals verstanden werden, solange die Menschen, die ihn umgeben, kein Empfinden für Feinheit und Subtilität haben.

Episode 5

Einmal kam eine Gruppe von Intellektuellen, um Meister EK‘s Wissen und Weitblick zu überprüfen. Sie fanden sich bei ihm ein, und man tauschte Höflichkeiten aus. Dann überreichten sie ihm ein Horoskop und fragten, ob die betreffende Person die schwere Krankheit, der sie zum Opfer gefallen sei, überleben würde. Da sie durch den Beruf mit Meister EK verbunden waren, trauten sie sich, dies zu fragen. Der Meister nahm das Horoskop und sagte, ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen:

„Warum verschwenden Sie Ihre und meine Zeit? Ich weiß, dass Sie sich entschlossen haben, Ihr Leben mit ausufernder Intellektualität und geringer Wirksamkeit zu vertun. Wenn Sie wenigstens Ihre mentalen Fähigkeiten eingesetzt hätten, um sich für ein paar Menschen nützlich zu machen, dann hätte Ihr Leben einen Wert. Mehr und mehr stellen Sie unter Beweis, dass Sie des Lebens, das Ihnen gegeben wurde, nicht würdig sind. Ich brauche nicht in dieses Horoskop zu schauen. Ich kann Ihnen sagen, dass die Person, zu der es gehört, vor einer Woche gestorben ist. Falls Ihnen das irgendwie hilft und Sie von nun an zu irgendeiner sinnvollen Arbeit führt, würde mich das als Ihr Kollege freuen. Wie immer haben Sie auch jetzt die Wahl."

Die Gruppe der Intellektuellen schämte sich. Natürlich besserten sie ihren Weg nicht, da sie in ihrem Denken übermäßig kristallisiert waren. Sie blieben weiterhin Leute, die von ihrem Sessel aus die Welt kritisieren.

Episode 6

Einmal reiste ein Freund von Meister EK nachts mit der Bahn. Im Schlafwagen hatte er ein Bett in der obersten Reihe, das kaum breit genug für ihn war. Er fürchtete, dass er im Schlaf herunterfallen könnte, weil der Zug so schnell fuhr. Deshalb betete er zu Meister EK und legte sich schlafen.

Um 3 Uhr morgens bremste der Zug plötzlich, und er wäre beinahe heruntergefallen. Da sah er zwei strahlend weiße Hände, die ihn schützten und ihn wieder in seine Schlafkoje legten. Aus tiefstem Herzen dankte er seinem Meister.

Als er später dem Meister begegnete, sagte dieser, noch bevor er selbst sprechen konnte: „Du stirbst nicht, wenn du eine Nacht mal nicht schläfst. Du hättest die Nacht nutzen können, um dich hinzusetzen und über eine Gottheit, ein Mantra oder einen Meister zu kontemplieren.

Mach dir keine Sorgen um deinen Schlaf, und erst recht solltest du keine Vorkehrungen für deinen Schlaf treffen. Der Schlaf überkommt dich einfach, auch wenn du sitzt. Vorsorglich den Schlaf zu planen und nach Schlafplätzen zu suchen ist eine Krankheit. Sich nach Schlaf zu sehnen ist eine schwere Krankheit. So weit wie möglich sei wach und aufmerksam."

Der Meister und sein Freund lächelten.

Episode 7

Häufig bewies der Meister, dass er über die Ereignisse, die auf globaler Ebene geschahen, Bescheid wusste. Jenen, die in seiner Umgebung arbeiteten, konnte er erzählen, was in einem entlegenen Winkel des Planeten gerade passierte. Normalerweise war das, was er berichtete, zwei Tage später in der Zeitung zu lesen.

Manchmal weckte er Leute mitten in der Nacht auf und bat sie, gemeinsam mit ihm zu meditieren. Solche Meditationen dauerten zwei bis drei Stunden und verliefen in völliger Stille. Wurde er am nächsten Morgen danach gefragt, sagte er seinen Mitarbeitern: „Bestimmte große Wesen steigen über die Strahlen des Mondes auf den Planeten herab. Es sind Wesen von der Venus. Sie kommen, um den göttlichen Plan zu unterstützen und die Menschheit emporzuheben. Die Hierarchie empfängt sie mit größter Ehrfurcht. Ich habe mich entschlossen, euch zu wecken, weil ich nicht möchte, dass ihr in solch erhabenen Zeiten schlaft."

Episode 8

Einmal saß Meister EK entspannt in einem Sessel und blickte versonnen in die obere Ecke seines Zimmers. Plötzlich musste er lachen. Ein Freund, der gerade bei ihm war, fragte ihn, weshalb er lachte. Der Meister antwortete: „Es ist heikel und sehr prekär. Trotzdem werde ich es dir mitteilen. Der Kollege, den ich nach Belgien geschickt habe, trinkt gerade Whisky. Dort ist es momentan sehr kalt. Seine Freunde haben ihm vorgeschlagen, sich mit Whisky aufzuwärmen. Der Arme! Jetzt fürchtet er, dass ich es erfahren könnte. Zweimal hat er am Whisky genippt und ihn dann weggestellt, weil er Angst vor mir hat. Es wäre mir lieber, wenn er das ganze Glas ausgetrunken hätte. Aus diesem Grund habe ich gelacht."

„Siehst du oft solche Sachen?", fragte der Freund.

„Nein", sagte Meister EK, „so etwas geht mich nichts an. Bei keinem Menschen betrete ich die Privaträume seines Denkens. Ich trete ein, wenn ich eingeladen werde, sonst nicht. Unser Kollege in Belgien hat an mich gedacht, während er den Whisky trank. Deshalb wurde meine Aufmerksamkeit zu ihm hingezogen. Das ist alles."

Jeder, der eng mit Meister EK verbunden war, erlebte die spirituelle Dimension des Meisters in einer oder sogar in mehreren Facetten des Lebens. Daraus entstand eine Herzlichkeit, die eine noch tiefere Verbindung mit dem Meister bewirkte.


16. Astrologie

Meister EK‘s astrologisches Wissen enthielt höhere Dimensionen. Seitdem Meister CVV die Arbeit mit Uranus begonnen hatte, wurden die Planeten mit neuen und anderen Funktionen betraut. Meister CVV sagte, dass den Planeten neue Verantwortlichkeiten übertragen wurden, die sich von den früheren unterscheiden. Daher ist die traditionelle Astrologie nur noch zum Teil brauchbar. Solange man nicht die neue Richtung kennt, die aus der Arbeit von Uranus und Neptun durch Sonne, Mond, Venus, Mars und Saturn entsteht, kann man die entsprechenden Kenntnisse über ihren Weg durch den Tierkreis nicht richtig einschätzen.

Aus diesem Grund hielten die Meister der Weisheit es für angebracht, die Astrologie der neuen Dimensionen herauszugeben. Das führte zu dem Buch 'Esoterische Astrologie', das von Meister Djwhal Khul durch Alice A. Bailey kam. Die 'Esoterische Astrologie' beschäftigt sich mit Rassen, Nationen, dem Planeten als ganzem und mit dem Einfluss der neuen planetarischen Energien auf die Erde. Das Buch kommt vom Ashram im Himâlaya. Meister CVV gab die neue Dimension der Astrologie für eine individuelle Anwendung und Umwandlung. Unter dem Titel 'Spirituelle Astrologie' kam sie durch Meister EK heraus. Die 'Esoterische Astrologie' befasst sich mit nationalen Gruppen und dem Planeten, während die 'Spirituelle Astrologie' sich mit dem Einzelmenschen und seiner Umwandlung beschäftigt. Sie kommt vom Ashram in den Blauen Bergen. Die beiden Bücher haben verschiedene Intentionen, und beide stimmen mit dem einen Plan überein.

Durch den Unterricht, den er im ersten Zwölfjahreszyklus von den Meistern erhalten hatte, kann-te sich Meister EK in den neuen Dimensionen gut aus. Er folgte dem System, das auf dem Lauf der Sonne beruht, und stand damit im Gegensatz zu dem traditionellen indischen System, das sich auf den Mond stützt. Das solare System heißt Sayana und das lunare Niryana. Im solaren System werden die Veränderungen der Achsen anerkannt, und im lunaren System ist das nur zum Teil der Fall. Meister EK sagte, dass die Astrologie der Welt aus der Wiege des Himâlaya gegeben worden sei. Die indischen Seher empfingen die Form der Zahlen und die Wirkungsweise der Planeten viel früher als die Ägypter oder Griechen. Die vedische Astrologie beruht auf Sayana, dem Lauf der Sonne. Nir-yana ist eine spätere Entwicklung. Deshalb folgte Meister EK dem Sayana-System, das sich heute auch im Westen durchgesetzt hat. Die brahmanischen Gelehrten empfinden die Astrologie von Meister EK als westlich. Der Meister fand, dass es sich nicht lohnte, mit diesen Gelehrten darüber zu diskutieren, da sie mehr im Exoterischen als im Esoterischen leben. Seine Horoskopdeutungen waren anders als man sie sonst in Indien oder auch bei westlichen Astrologen findet. Oft schaute er sich ein Horoskop nur eine Minute lang an und sprach anschließend zum Erstaunen des Zuhörers fließend über viele Aspekte des Horoskopeigners.

Die Führung, die er Freunden und Mitarbeitern gab, beruhte hauptsächlich auf dem Planeten Saturn. Seiner Meinung nach ist Saturn der Einweihungsplanet, denn er öffnet die Türen zur subjektiven Seite des Menschen. Solange die saturnische Disziplin für einen Wahrheitssucher nicht akzeptabel ist, kann er im esoterischen Bereich nicht viel ausrichten. Außerdem arbeitete Meister EK noch mit dem Planeten Mars.

Es ist bemerkenswert, dass im Geburtshoroskop von Meister EK Saturn im 10. Haus und Mars im Übergang vom 3. ins 4. Haus steht. Beide stehen in Opposition zueinander und bilden zugleich einen Quadrataspekt mit dem rückläufigen Merkur. Zwei weitere Quadrataspekte werden durch Saturn und Jupiter sowie Mars und Aszendent gebildet. Außerdem steht Jupiter in Opposition zu Sonne und Neptun.

Mit vier Quadraten und drei Oppositionen auf dem fixen Kreuz erhielt der Meister das entsprechende Training durch die beteiligten Planeten und wurde auf diese Weise zu einem Lehrer, der den Weg der Jüngerschaft vermitteln konnte. Wir sollten uns daran erinnern, dass das fixe Kreuz das Kreuz der Jüngerschaft ist.

Meister EK beginnt jede Arbeit mit den Energien von Saturn. Danach führt er die Kraft und den Willen von Mars ein und schenkt Erleuchtung durch den Kontakt mit Jupiter. Schließlich entfaltet er das Seelenbewusstsein, die Sonne. Diese Dimension kann man in seinem Horoskop erkennen. Die Venus und der Mondknoten im 6. Haus sprechen von der Undankbarkeit der Leute, denen er half, und von seinen Enttäuschungen. Der absteigende Mondknoten im 12. Haus weist auf seine Verbindungen mit den losgelösten Wesen hin, den Meistern der Weisheit, die von der Welt befreit sind und ihr helfen. Uranus in seinem 2. Haus verlieh seiner Sprache Kraft und Macht, so dass sie manchmal sogar zerstörend wirkte, damit Neues aufgebaut werden konnte.

Wichtige Arbeiten in seinem Leben begann Meister EK entweder in den Monaten Stier oder Skorpion, und diese Arbeiten waren von vielen Kinderkrankheiten begleitet. Waren die Menschen nicht in der Lage, mit dem begonnenen Werk richtig umzugehen, fiel es der Kindersterblichkeit zum Opfer. Falls sie aber mit den anfänglichen Schwierigkeiten zurechtkamen und mit entsprechender Disziplin an der Sache weiterarbeiteten, blieb das Werk viele Jahre bestehen. Das war sein besonderer Stil. Keine seiner Unternehmungen trug in den ersten 18 Jahren Früchte. Er vertrat die Ansicht: „Die Arbeit soll die Leute schulen. Wenn sie sich nicht an die gegebenen Vorschriften anpassen können, wird die Arbeit ein Fehlschlag. Doch das ist zweitrangig. An erster Stelle stehen die Menschen, die sich mit ihr beschäftigen. Sie müssen lernen, die Disziplin von Saturn anzunehmen, der das Gesetz aufzwingt."

Es ist allgemein bekannt, dass Jupiter das Gesetz bekannt gibt und Saturn es aufzwingt. Mars bestraft jene, die dem Gesetz nicht folgen, während Saturn die Gleichgültigen und Pflichtvergessenen begrenzt und gefangen hält.

Meister EK suchte nach guter Saat, die er aussäen konnte, um einen Garten für die Zukunft anzulegen. Jene Personen, die sich um ihn sammelten, entschieden selbst, ob sie sich dafür eigneten. Er traf keinerlei Entscheidungen für sie, außer dass er Arbeit übertrug, wenn er darum gebeten wurde. Nur wenige Menschen, die ihn umgaben, entwickelten sich zusammen mit den Richtlinien für die Arbeit. Andere konnten es nicht, weil ihnen die saturnische Disziplin fehlte. Meister EK war Jupiter, wenn er unterrichtete und Trost spendete, und er war Saturn, wenn er Arbeit übertrug.

In esoterischen Kreisen ist inzwischen bekannt, dass die sogenannten bösartigen Planeten wie Sa-turn und Mars Einweihungsplaneten sind. Quadrate und Oppositionen im Geburtshoroskop sind für subjektives Wachstum förderlich. Der erste Lehrer ist Saturn. Das fixe Kreuz ist das Kreuz der Jüngerschaft. Zwillinge – Schütze ist die Achse der Ausrichtung. Dies sind ein paar Dimensionen der Astrologie des neuen Zeitalters, die von Meister EK in seinen Arbeiten wirkungsvoll angewendet wurden.

Für esoterische Schüler wäre es von großem Nutzen, wenn sie zuerst die 'Spirituelle Astrologie' studieren und das Gelesene jeden Monat in die Praxis umsetzen würden. Später können sie die 'Esoterische Astrologie' lesen und verstehen, um etwas von den Planeten kennen zu lernen, die für die Erde arbeiten. Auf sehr subtile Weise öffnete Meister EK Türen zu den neuen Dimensionen der Astrologie, so dass sie in die exoterische Welt gelangen kann.


17. Rituale

Im Wassermann-Zeitalter lebt die Wissenschaft der Rituale wieder auf. Rhythmus ist die Lebensgrundlage auf allen Ebenen. Solange man keinen Rhythmus aufgebaut hat, kann die göttliche Ordnung nicht errichtet werden. Rhythmisches Leben ist ein Ritual. Heute treten Ordnung, System und Rhythmus hervor, so dass sich die feinstofflichen Energien entfalten können. Das Wassermann-Zeitalter steht für solche zeremoniale Ordnung und die daraus folgende Bewusstseinserweiterung. Die Ankunft von Meister CVV führte zum Erwachen des Rhythmusprinzips, das den Menschen zu Swaraj führt, zur Herrschaft über sich selbst. Swaraj ist die Qualität des 7. Strahls. Der 7. Strahl der Ordnung kann das Mikro-System verändern, neu ordnen und wieder ausrichten, damit es auf das Makro-System reagieren kann. Der Mensch ist ein Doppelwesen. Er lebt in seiner Widerspiegelung, muss jedoch in diesen Zeiten der Unwissenheit auf sein höheres Gegenstück reagieren. Nur mit Hilfe des Rituals ist die Reaktion auf die höhere Ordnung möglich. In der Vergangenheit entstanden großartige Zivilisationen, weil sie sich dem Ritual anpassten. Die alten Inder, Atlantier, Inkas, Mayas, Mexikaner, Griechen, Ägypter, Chaldäer, Assyrer und Babylonier kannten die magische Kraft der Rituale.

Wassermann hat die Qualität der Luft. Die Luft reagiert auf Klang, und sie ist Trägerin des Prâna. Die Beherrschung der Luft wird durch Beherrschung des Prâna möglich sowie durch meisterhaften Umgang mit dem Klang. Die Rituale enthalten den Schlüssel dazu. Alle großen Menschen der Vergangenheit, auch Mose und Jesus, waren aufgrund ihres ritualistischen Wissens hervorragende Magier. In der Mahâbhârata-Zeit waren die meisten Krieger Mitglieder verschiedener Ritual-Orden.

Auf diesem Planeten gibt es in einem Zentrum im Himâlaya eine große Weiße Loge, deren Mitglieder die Erleuchteten sind. Überall auf dem Planeten haben sie ihre Verzweigungen, und sie führen in allen magnetischen Zentren des Planeten in regelmäßigen Abständen Rituale durch. Die große Weiße Loge ist mit der ehrwürdigen Weißen Loge auf dem Sirius verbunden. Wer die 5. Einweihung genommen und somit planetarisches Bewusstsein erreicht hat, erhält Zugang zur Energie dieser ehrwürdigen Weißen Loge. Menschen mit der 3. Einweihung haben Zugang zur großen Weißen Loge auf diesem Planeten. Das Erreichen der 3. Einweihung ist gleich-bedeutend mit dem Erlangen der Unsterblichkeit.

Meister EK wurde zur großen Weißen Loge zugelassen, und ihm wurde die Aufgabe übertragen, die Rituale neu zu organisieren. Heute gehört dies zu den bedeutendsten Aufträgen von Meister CVV und der Hierarchie.

Tatsächlich war es so, dass HPB eine esoterische Abteilung der Freimaurerei begründete. Dieser Gruppe, die zu den Freimaurern gehörte, schloss sich Meister CVV an, um den Wassermann-Impuls zu geben. Der Uranus-Einfluss trug viele Erschütterungen in die Freimaurerei hinein. Es wird erwartet, dass sich die Freimaurerei aus der gegenwärtigen sklavischen Abhängigkeit von Macht, Reichtum und Alkohol befreien wird. In jüngster Zeit bestand ihre hauptsächliche Begrenzung in ihrer Überheblichkeit, fehlenden Liebe und mangelnden Dienstbereitschaft. Die Freimaurerei wird neue innere Stärke entwickeln und in den Händen der Großen zu einem wichtigen Instrument im Dienst an der Menschheit werden.

Meister EK gehört einem rituellen Orden an, der als ältester aller Orden eine Verbindung zur großen Weißen Loge dieses Planeten hat. In diesem Orden hat er Bedeutendes erreicht, und er machte ihn auf diskrete Weise bekannt. Genauso wie Meister CVV schloss auch er sich dem Orden der Freimaurer an. 1960 erreichte er den erhabenen Grad eines Meistermaurers und 1962 den 'Heiligen königlichen Bo-gen'. Über diesen Orden kann nicht viel gesagt werden, denn er ist in seinem Wesen esoterisch und daher verschwiegen. Seine Lehren offenbaren einige Dimensionen der heiligen Rituale in der Freimaurerei.

Für exoterische Zwecke nannte Meister EK ein rhythmisches Leben als grundlegenden Schritt, dem man folgen müsse. Auch Meister Djwhal Khul besteht in seinen Lehren immer wieder auf Rhythmus, Ritual, dem 7. Strahl, systematischer Arbeitsweise usw. Er erklärt, dass allein der Rhythmus überraschende magische Ergebnisse bringen kann. Ob-wohl Meister EK täglich 16 bis 18 Stunden intensiv arbeitete, gab es in allem, was er tat, einen verborgenen Rhythmus, und darin lag seine Macht zu ma-nifestieren. Seinen Einblick in die Rituale kann man in dem Buch der Rituale erkennen. Er förderte auch vereinfachte Versionen alter indischer Rituale, z.B. das Shodasopachâra Puja mit seinen 16 Schritten, das Wasserritual (Abhishekam) und das Feuerritual (Homam). Bei jenen, die ihm folgten, bestand er darauf, dass sie für ihr Leben einen Rhythmus annahmen.

Häufig lehrte er, dass man für Arbeit, Essen und Ruhe einen Rhythmus haben sollte. Keiner, der in diesen drei Aspekten des Lebens einem Rhythmus folge, würde krank werden. Meister EK war selbst ein Vorbild der Gesundheit. In den 30 Jahren seiner Arbeit war er nie krank. Er litt auch nicht unter häufig auftretenden Erkältungen, Husten, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Fieber oder ähnlichem.

Nur einmal, als er auf einen rostigen Nagel trat, bekam er ein eiterndes Geschwür. Aber selbst da ließ er nicht von seinem Rhythmus ab.

Anfangs hat der Rhythmus saturnische Qualität. Später führt er zur Erweiterung durch Jupiter und mit Hilfe der Venus zur Erfahrung. Willensschwache Menschen haben zur subtilen Welt keinen Zutritt. Sie lehnen für sich einen Rhythmus ab und haben eine natürliche Aversion gegen Ritual und Rhythmus. Dies weist nur darauf hin, wie schwer ihre versteckte Krankheit ist, die sie davon abhält, in den Bereich des Lichts einzutreten. Es würde den Lernenden viel bringen, wenn sie nachlesen, was Meister Djwhal Khul über den 7. Strahl und den Rhythmus geschrieben hat. Besondere Aufmerksamkeit sollten sie seinen Lektionen in der 'Abhandlung über weiße Magie' schenken.


18. Der World Teacher Trust

Vertraute Kommunikation mit Familien

Symbol of the WTT Als Meister EK in Visakhapatnam mit seiner Heilungs- und Unterrichtstätigkeit begann, wurden viele Familien von ihm angezogen. Sie fingen an, jene Disziplin und Lebensweise zu üben, die er vorschlug. Für jede Familie wurde er zum Berater, Freund und Philosophen und auf diese Weise zu ihrem natürlichen Familienoberhaupt. Er beriet sie in Finanz-, Gesundheits- und Erziehungsfragen und half bei der Lösung von Konflikten innerhalb der Familie. Für sie war und ist er immer noch ein Wegweiser zum Pfad des Lichts. Mit den Familienmitgliedern war er so vertraut, dass jedes Haus zu seinem Haus wurde. Auf diese Weise hatte er viele Häuser. Wenn er ein Haus zum Mittag- oder Abend-essen besuchte, so war das für die Familie eine große Freude. In jedem Haus durfte er die Küche betreten, denn er hatte zu der Dame des Hauses eine vertraute, väterliche Beziehung. Oft ergab sich die Gelegenheit, dass er zu der Hausfrau in die Küche ging und für die Familie ein Gericht kochte. Mit großer Freude verzehrten die Familienmitglieder, was er zubereitet hatte.

Obwohl er ein intensives Arbeitsprogramm hatte, ging er mit einigen Familien ins Kino und manchmal sogar in eine Abendvorstellung. Wenn in der Stadt ein guter Film gezeigt wurde und er die Zeit dazu fand, kaufte er hundert Eintrittskarten und lud die Familien ins Kino ein. Immer war in solchen Fällen die Reaktion der Menschen größer als die Zahl der gekauften Eintrittskarten. Er wusste, wie man die Leute bei Laune hält.

Häufig verwickelte er die Menschen in lebhafte Gespräche und blieb dabei selbst nur Beobachter, ohne sich mit hineinziehen zu lassen. Meistens war er allein, 'all-eins', aber er war nie einsam. Mit seinem Körper und seinen Gedanken arbeitete er, doch in seinem Denken war er nie ruhelos. Obwohl er einem strikten Arbeitsplan folgte, hielt er sein Denken von jeglicher eigenen Zielsetzung frei. Er erlaubte seinem Denken nicht, in Problemen zu leben – auch dann nicht, wenn er versuchte, Probleme in den Griff zu bekommen. Unmerklich brach er jede Diskussion vorzeitig ab. Wenn andere in seinem Beisein etwas erörterten, schnitt er sich gedanklich von solchen Diskussionen ab. Nie war er mit anderen Menschen uneins, sondern zeigte Verständnis für ihre Ansichten. Er lehrte, wie man die Bedürfnisse der anderen durch ihre Worte wahrnehmen kann, während sie reden. Der Meister ließ nicht zu, dass Lehrer miteinander verglichen wurden, noch gestattete er, irgendeinen Lehrer zu beurteilen.

Organisation

Das oben Gesagte zeigte er in seinem Umgang mit den Familien. Sie lasen seine Bücher und versuchten seinem Weg, dem hauptsächlichen Weg der Hierarchie, zu folgen. Meister EK definierte seinen Weg nicht als die von ihm begründete Methode, sondern bezeichnete ihn als den Weg, dem er folgte. Diesem Weg folgten auch jene, von denen er geführt wurde. Es ist der älteste Weg der Hierarchie. Um eine organisierte Aktivität im Zusammenhang mit der Arbeit, die er leistete, zu haben, wurde im Skorpion-Monat 1971 der World Teacher Trust gegründet.

Seinen Namen erhielt er im Gedenken an den großen Weltlehrer Lord Maitreya. Mit dem An-wachsen der Arbeit wuchs auch die Organisation.

Die Nachfrage auf dem Gebiet des Lehrens und Heilens war so stark, dass Meister EK sich dafür entschied, seinen Beruf als Dozent an der Universität aufzugeben. Das bewies seinen Mut und seine aufopferungsvolle Natur. Meister EK hatte eine große Familie. Seine Frau und sechs Kinder waren auf ihn angewiesen. Dennoch überließ er alle wirtschaftlichen Überlegungen den Händen der höheren Wesen und setzte seinen noblen Dienst an der Menschheit fort. In seinem Leben bat er niemals um Geld und schaute auch nie auf das Geld. So blieb es auch, nachdem er seine Anstellung an der Universität aufgegeben hatte.

Ein weiteres wichtiges Merkmal in Meister EK's Leben war, dass er weder Eigentum noch ein Bankkonto besaß, das erwähnenswert gewesen wäre – obwohl er eine große Familie hatte. Nie hatte er auch nur im Geringsten das Gefühl, sich selbst absichern zu müssen. Sogar das Haus, das gegen Ende seines Lebens gebaut wurde, entstand nur aufgrund der anhaltenden Bitten seiner Freunde. Lange Zeit zog er nicht in dieses Haus, und als seine Familie dorthin umzog, wohnte er selbst kaum darin. Auf diese Weise bewies er eine weitere Dimension eines wahren Jüngers. Durch seine Stärke wurde der World Teacher Trust im Laufe der Jahre immer größer und ist jetzt auf der ganzen Welt verbreitet.

Die Hauptziele des World Teacher Trust sind Meditation, Studium und Dienst im Bereich der Erziehung, Gesundheit und Linderung der Armut. Das Studieren schließt das vergleichende Studium der Weltschriften ein. Auf seine ganz eigene Weise trägt der Trust zu dieser dreifachen Aktivität bei. Wer sich die drei Ziele zu eigen machte und in seinem Leben konsequent mit ihnen arbeitete, gelangte zur inneren Entfaltung. Häufig legte der Meister dar, dass Meditation, Studium und Dienst der eigenen Entfaltung und nicht der Selbstverherrlichung dienen. Von Zeit zu Zeit erinnerte er die Menschen daran, dass sie einfach und bescheiden, aber nicht stolz sein sollten, denn Stolz zerstört jegliche Arbeit des guten Willens. Ebenso bestand er auf spiritueller Zielsetzung und qualitativ guter Arbeit. Ihm lag nichts an einer quantitativen Leistung. Seine Botschaft für jene, die Erleuchtung suchten, lautete: „Ihr sollt wachsen, aber nicht prall anschwellen."

Der World Teacher Trust entwickelte eine Stärke nach der anderen. Inzwischen organisiert er mehr als 80 homöopathische Krankenstationen. Jeden Monat veröffentlicht er eine Zeitschrift, durch die die Lehren der Meister der Weisheit verbreitet werden. Ebenso veröffentlicht und verteilt er Bücher von Meister EK und seinen Mitarbeitern, organisiert und lehrt die Durchführung von Ritualen, unterrichtet vedische Hymnen und andere heilige Gesänge. In allen seinen Zentren werden regelmäßig die Schriften besprochen, einschließlich des 'Râmâyana', der 'Bhagavad Gîtâ', der 'Bhâgavata' usw. Astrologisch wichtige Tage werden für Kontemplation und Meditation genutzt. Der World Teacher Trust veranstaltet viele Gruppenleben. Für Kinder richtet er Schulen ein, in denen ihnen menschliche Werte mitgeteilt sowie Yoga und Meditation unterrichtet werden. Er bildet auch in der Wissenschaft der Homöopathie und anderen Wissensgebieten aus und führt Hilfsprogramme für die Armen in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und berufliche Bildung durch. Die Vollmonde und Neumonde sind intensiver Meditation gewidmet. Die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen werden genutzt, um innere Fortschritte zu machen. Auch wenn sich der Mond in der Dhanishtha-Konstellation befindet, werden Meditationen angeboten.

Die Hauptveranstaltungen des World Teacher Trust sind über das ganze Jahr verteilt. Das globale Treffen, die Guru Pujas, findet vom 11. bis 13. Januar statt. Den Tag der Einweihung, der als 'May Call Day' bezeichnet wird, feiern die Gruppen in Indien, Europa, Süd-, Mittel- und Nordamerika jedes Jahr am 29. Mai, um die Wassermann-Energien anzurufen. Zu den Hauptveranstaltungen gehören der Geburtstag von Meister CVV am 4. August, der Geburtstag von HP Blavatsky und Meister EK am 11. August, der Geburtstag von Meister MN und Lord Krishna in der 8. abnehmenden Mondphase im Löwen, der Geburtstag von Lord Buddha am Vaisakh-Vollmond, der Geburtstag von Jesus, dem Christus, am 22. Dezember und der Geburtstag von Lord Dattâtreya am Schütze-Vollmond. Diese Ereignisse werden mit großer Verehrung in allen Zentren des Trust gefeiert. Jedes Jahr wird für den Osten und den Westen ein spezieller Kalender heraus-gegeben, das astrologische Tagebuch ('Astrological Diary'). In ihm sind die astrologisch wichtigen Tage gekennzeichnet, so dass man sie für spirituelle Übungen nutzen kann. Während der Vollmonde und der 11. Mondphasen werden besondere Gebete durchgeführt. Die Mutter wird auf besondere Weise im Waage-Monat in den ersten zehn zunehmenden Mondphasen verehrt. Genauso wird die kosmische Person in den ersten zehn zunehmenden Mondphasen des Widders verehrt.

In allen Zentren des World Teacher Trust herrscht das ganze Jahr über intensive Aktivität. So gestaltet ein Trust-Mitglied sein eigenes Programm im Rahmen der umfassenden Arbeit des World Teacher Trust. Das Motto des Trust lautet: Freiheit mit Verantwortung.


19. Osten und Westen

Eine wichtige Arbeit im Wassermann-Zeitalter ist die Verschmelzung von Osten und Westen, um die menschliche Aktivität durch Zusammenfugung der zwei Hälften des einen Gehirns im planetarischen Menschen zur Synthese zu fuhren. Mit der Krönung der Königin Viktoria begann das Wassermann-Zeitalter. Auf der feinstofflichen Ebene wurden die Saaten dafür ausgesät, dass Nationen und Länder sich selbst regieren konnen. Das zeigt sich am Verfall und allmahlichen Sterben des Kolonialismus. Die Ideen des Wassermann-Zeitalters sind: Freiheit, sich selbst regieren und umwandeln und sich selbst verwirklichen. Dies fuhrt zum Gruppenbewusstsein, das ins globale Bewusstsein übergeht. Autoritares Verhalten sollte gegenseitigem Respekt weichen. Auf dem Höhepunkt des Wassermann-Zeitalters wird es als gemein und abstosend gelten, seine Macht auf andere auszuüben. Für dieses Ziel wurde eine subtile Arbeit eingeleitet, die den Osten und den Westen miteinander verschmelzen soll. Die Verschmelzung betrifft alle menschlichen Aktivitäten auf wirtschaftlichem, gesellschaftlichem, kulturellem und spirituellem Gebiet. Achtung vor den wahren Werten in diesen Lebensbereichen und Auflösung der unechten Werte ist ebenfalls ein Wassermann-Aspekt. Das Wassermann-Zeitalter hat eine vollkommene Menschheit im Blick, die in der Lage ist, das Tier-, Pflanzen- und Mineralreich zu schützen und sich auf das göttliche Naturreich auszurichten.

Der wissenschaftliche Fortschritt wird als eins der Hauptinstrumente betrachtet, um primitive Glaubensuberzeugungen, jeden Aberglauben und falsches Vertrauen zu zerstören. Sie wurden im Namen Gottes entwickelt, aber sie führten in grosere Unwissenheit statt zur Erleuchtung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden die materialistische Wissenschaft einerseits und die Spiritualität andererseits. Während sich im Westen die Wissenschaftler mit der menschlichen Entwicklung befassten, tauchten im Osten die spirituellen Wissenschaftler auf. Man dachte über die Verschmelzung der wissenschaftlichen und spirituellen Werte nach, aber diese Überlegungen trifft man bei den Anhängern der Kulte in Ost und West nur selten an, denn sie sind emotional und lieben ihre Glaubensuberzeugungen. Die hierarchische Arbeit ist zu erhaben, als dass sie von Nicht-Eingeweihten verstanden werden könnte.

Wahrend sich der Westen in seinem wissenschaftlichen Verstandnis weiterentwickelte und damit Stein fur Stein den Tempel der Dunkelheit abbaute, der durch den westlichen Aberglauben errichtet worden war, formulierte der Osten wissenschaftliche Lehrsätze im Zusammenhang mit einer Spiritualität, die von einer leichtglaubigen Auffassung der Energie Gottes weit entfernt ist. Die westlichen Wissenschaftler erfanden die Radiowellen, den Telegrafen, die Fotografie, das Telefon, den Fernsehapparat sowie die Elektronik, und die ostlichen Wissenschaftler entdeckten erneut die Eigenschaften von Raum, Zeit, Klang, Farbe und Symbol. Das Ziel der kommenden Jahrhunderte ist die Verschmelzung beider, um den Ausdruck des Göttlichen auf der Erde zu ermöglichen. Zur Zeit finden beide Arbeiten von den zwei Enden des Tunnels aus statt, und man erwartet, dass sie sich in der Mitte treffen werden. Von hier verlaufen die Mitteilungen vom Geist zur Materie und von der Materie zum Geist, und Energien werden ubermittelt.

Dies ist die weiße Magie, die im Wassermann-Zeitalter kontempliert wird.

Nur ein Mensch, in dem der Osten und der Westen auf diese Weise miteinander verbunden sind, eignet sich als Instrument, um fur die Verschmelzung von Ost und West zu arbeiten. Sehr oft macht der östliche Spiritualist die wissenschaftlichen Errungenschaften des Westens schlecht. Aus diesem Grund ist er unzulänglich. Genauso verurteilt sein westlicher Bruder das östliche Verständnis der feinstofflichen Welt. Deshalb ist er ebenso unzulänglich. Die beste Situation ist die, in der Wissenschaft und Theologie zur Übereinstimmung finden.

Das Buch 'Isis entschleiert' von HP Blavatsky schlagt den ersten richtigen Ton an. Darin bestätigt die Verfasserin die wahren Werte beider Hemisphären und macht die ausgedachten Geschichten und Glaubenssysteme unbarmherzig zunichte. Mit der Morgendämmerung, die durch das Werk von Madame Blavatsky heraufzog, wurde der Menschheit eine neue Perspektive eröffnet. Dies ist ein Aspekt der Zeit, zu der Madame Blavatsky gehörte.

Von jeher gab es spirituelle Botschafter, die aus dem Osten in den Westen gingen. Der grose Weise Svami Vivekananda, der Yogi Yogananda, der Seher Sri Aurobindo und der Gnostiker Sri Dayananda sind ein paar der Namen, die in diesem Zusammenhang zu erwähnen sind. Ebenso gibt es materielle Botschafter, die durch Handel und Regierungstätigkeit dem Osten die westlichen materiellen Moglichkeiten, Systeme und sogar die zivilisierte Lebensart der Grosstädte brachten. Die Verschmelzung ist die Wirkung der grosen Welle. Wie schon gesagt, der Mensch, in dem Geist und Materie in der Seele verschmolzen sind und der sich als Seele zum Ausdruck bringen kann, ist dafur geeignet, diese Verschmelzung durchzuführen.

Im menschlichen Körper stellt der Teil uber dem Zwerchfell den Osten dar und der Teil unterhalb des Zwerchfells den Westen. Das Zentrum, das ein wenig über dem Zwerchfell liegt, ist der Punkt, in dem sich beide treffen. Er wird als Herz-zentrum bezeichnet und steht für liebendes Verstehen. Im Herzen müssen der materielle und der spirituelle Aspekt verschmolzen werden. Dann ist der Mensch von Geist und Materie gleich weit entfernt und respektiert beide. Leute mit überstarker Neigung zur Spiritualitat sind nicht besser als jene, die zu sehr dem Materialismus zugeneigt sind.

Aufgrund ihrer Polarisierung konnen sie nicht ins Zentrum gelangen, um die Vision des Zeitalters zu bekommen. Sie leiden unter ihren festen Standpunkten und können nicht als Seher betrachtet werden. Stattdessen führen sie grose Teile der menschlichen Gemeinschaft von einer vernünftigen und praktischen Lebensweise weg, weil sie nur unzureichend in der Synthese leben. Diese Lehrer werden von der Natur getäuscht, und sie täuschen wiederum ihre emotionalen Anhänger. Sie vernachlässigen ihren Beruf, ihr Familienleben und ihre vernünftigen Beziehungen in der Gesellschaft. Von der glanzvollen Aktivitat der Natur sind sie abgeschnitten. Die Seher der alten Zeit lebten ausnahmslos in Familien, gingen ihrem individuellen Beruf nach und ragten trotzdem als großartige Zentren der Erleuchtung hervor. Von der Wissenschaft des Yoga wird nie empfohlen, die Familie und die normalen menschlichen Verantwortlichkeiten zu verlassen. Der Yoga beabsichtigt einen ausgewogenen Zugang zu allen Lebensaspekten, ohne irgendetwas in der Schöpfung stark abzulehnen oder auszuschliesen. Man erkennt, wozu die Dinge sich eignen und reagiert darauf in angemessener Weise, aber nichts wird abgelehnt.

Auch im Menschen spiegeln sich die drei oberen Zentren in den drei unteren Zentren wider. Die oberen sind das Kopfzentrum Sahasrara, das Brauenzentrum Ajna und das Herzzentrum Anahata. Die unteren sind das Basiszentrum Muladhara, das Sakralzentrum Svadhistana und der Solarplexus Manipuraka. Ist eine gute Verstandigung zwischen den sechs Zentren aufgebaut, wird ein Yogi gebo-ren. Wenn die sechs Zentren auf diese Weise gut miteinander verbunden sind, vermitteln sie die sechs Dimensionen, die als Shad Dar.sans, die sechs Visionen, bekannt sind.

Wer die sechs Dimensionen in sich trägt, welche sich auf die sechs Zentren beziehen, wird als 'vollkommener Würfel' bezeichnet. Auch der Würfel hat sechs Seiten, die alle gleich sind. Ein Würfel verändert sich nicht, wenn er umgedreht wird. Er kann auf jede beliebige Seite gestellt werden und sieht doch immer gleich aus. Ebenso wenig verändert sich auch ein Mensch, in dem die sechs Dimensionen zur Entfaltung gekommen sind. Er hebt alle Umkehrungen auf und bleibt in allen Situationen aufrecht. Ein Würfel ist nichts anderes als eine manifestierte Kugel. Auch die Kugel ist ein vollkommenes Symbol. Die gesamte Schöpfung existiert in Form einer Kugel. Der Raum ist kugelförmig.

Die sechs Dimensionen werden auch als die sechs Gesichter der Gâyatrî bezeichnet oder als dreidimensionales Kreuz abgebildet. Somit wird ein vollkommener Mensch durch eine Kugel und einen Würfel oder als Wissender und Yogî dargestellt.

Solche Yogîs werden in unserem Zeitalter gebraucht, aber keine unpraktischen Philosophen, die den Ohren der Menschen die Litanei von der Ablehnung der Herrlichkeiten des Lebens und den Rückzug in abgeschiedene Orte einbläuen. Die besten Yogîs, die Weltjünger, arbeiten heute in den geschäftigsten Zentren menschlicher Aktivität. Sie sind frei, während sie von allem umgeben sind. Sie bleiben in der Welt und beeinflussen die Welt, indem sie Schwingungen des Friedens und Gleichgewichts übermitteln. Da sie nicht von der Welt sind, werden sie nicht von der Welt beeinflusst.

Deshalb muss man die Verschmelzung von Ost und West vom Mikro- wie vom Makro-Standpunkt aus betrachten. Solange die Verschmelzung nicht im Inneren geschieht, kann sie außen nicht durchgeführt werden.


20. Meister E.K. geht in den Westen

In den ersten 12 Jahren seiner Ausbildung gab Meister EK eine Zeitschrift mit dem Namen 'Mihira' heraus. Darin veröffentlichte er einen Artikel über die zukünftigen planetarischen Strukturen und die Geburt eines Übermenschen. Von diesem Artikel wurde ein Belgier namens Albert Sassi angezogen. Er war Theosoph, führendes Mitglied der Arkanschule und ein guter Schüler der Lehren von HP Blavatsky und Alice A. Bailey. Er wohnte bei der Theosophischen Gesellschaft von Adyar in Madras. Dort fiel ihm die Zeitschrift 'Mihira' in die Hände, und er hatte das Gefühl, dass der Autor des Artikels kein gewöhnlicher Theosoph war. So fasste er den Entschluss, mit Meister EK in Kontakt zu treten. Er lud ihn auf eine der Bergstationen ein, wo die Theosophische Gesellschaft ein Gästehaus unterhielt, das in einer sehr stillen Atmosphäre in Kotagiri in den Blauen Bergen Indiens lag.

Meister EK nahm die Einladung an und lebte mit Albert Sassi einen Monat lang in den Nîlagiris, den Blauen Bergen. Sie tauschten ihre Erfahrungen mit den Lehren von HP Blavatsky und Alice A.

Bailey aus und auch ihre Auffassung von der hierarchischen Arbeit.

Albert Sassi war mit den Arbeiten der Meister aus der Hierarchie im Himâlaya vertraut. Er wollte unbedingt etwas über den Meister der Nîlagiri-Berge erfahren, der als der Meister der Meister gilt. Da offenbarte Meister EK Herrn Sassi das Werk von Meister CVV und las ihm auch Teile der Lehren vor, die er von Meister CVV empfangen hatte. Albert Sassi war begeistert und wollte zusammen mit Meister EK Meister CVV anrufen. Von den gemeinsamen Gebeten fühlte er sich zutiefst berührt und empfand, dass sein Verlangen, die Energie dieses großen Meisters zu spüren, erfüllt worden war. Er bat Meister EK um weitere Informationen über die Lehren von Meister CVV. Meister EK zeigte ihm die Lektionen über Astrologie, die er von Meister CVV empfangen hatte. Albert Sassi war von der Tiefgründigkeit dieser Lehre gefesselt.

Folglich machte er den Vorschlag, auf dem er auch beharrte, diese Lektionen in eine Ordnung zu bringen und zum Nutzen der Wahrheitssucher, die in der Welt verstreut lebten, als Buch herauszugeben.

Meister EK stimmte zu und bereitete den Text vor. Herr Sassi sorgte für den Druck. Die erste Auflage wurde im Verlag der Nîlagiris gedruckt. So entstand die ‘Spirituelle Astrologie’. Die beiden wurden im Leben und im Geist zu Freunden. Als Meister EK anschließend nach Visakhapatnam um-zog, besuchte Albert Sassi ihn dort und lud ihn wiederholt ein, in den Westen zu kommen und die Gruppen in der erhabenen Weisheit des Ostens zu unterrichten, denn er fand in Meister EK einen großen Lehrer.

Dies war für Meister EK das Vorspiel, um in den Westen zu gehen. Zum ersten Mal reiste er am 22. April 1972 nach Belgien, zu Beginn des Stier-Monats, der zum fixen Kreuz gehört.

Phase 1:

Zusammen mit seinem Mitarbeiter P. S. S. Varma reiste Meister EK nach Belgien. Herr Varma identifizierte sich mit der Arbeit von Meister EK. Er gab seine Arbeitsstelle auf und machte den Vorschlag, für Meister EK zu arbeiten. Dadurch kam Meister EK die Idee zum World Teacher Trust. Meister EK war der Gründungsvorsitzende, und Sri Varma wurde Geschäftsführer. Bei dem ersten Besuch in Europa begleitete Sri Varma Meister EK. Von 1972 bis 1977 unternahm der Meister noch vier weitere Reisen. Während seines Europa-Besuchs wurde er vor allem von Herrn Sassis Anhängern und Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft aufgesucht.

In Belgien, Südfrankreich und in der französischsprachigen Schweiz gab er viele Vorträge. In der ersten Phase seiner Reisen kamen französisch sprechende Gruppen aus Belgien, Frankreich und der Schweiz zu ihm, um ihn zu hören. Meistens waren es öffentliche Vorträge, die von spirituellen Gruppen organisiert wurden. Meister EK nutzte die Reisen auch, um den Lucis Trust in London, die Alpen, die geheimnisvolle Stadt Paris und andere Orte zu besuchen. Einmal flog er sogar auf Einladung eines indischen Freundes nach New York. Die Arbeit hatte also begonnen, war jedoch vom Standpunkt des Meisters aus nur unzureichend. Daher unterbrach er seine Reisen von 1977 bis 1981. In diesen Jahren wandte sich Sri Varma anderen Beschäftigungen zu.

Phase 2:

Im Gegensatz zur 1. Reisephase, die im Monat Stier ihren Anfang genommen hatte, begannen die Reisen der zweiten Phase im Löwe-Monat, am 2. August 1981. In der zweiten Phase suchte sich der Meister als Begleiter für die Reisen in den Westen Sri Parvathi Kumar aus.

Seit der letzten Oktober-Woche 1971 stand Parvathi Kumar mit Meister EK in Verbindung. Sri Kumar war ein junger Steuerberater, der im Jahr 1970 gerade erst seine Karriere begonnen hatte. Meister EK lud ihn ein, den World Teacher Trust mitzugründen und eine entsprechende Satzung auszuarbeiten. Seitdem war Sri Kumar mit der Arbeit von Meister EK verbunden. Nach und nach übernahm er in der Arbeit des Meisters eine Pflicht nach der anderen. Durch eigene Bemühung entwickelte er sich im Inneren und Äußeren und wurde dabei von der Energie unterstützt, die von Meister EK kam. 1977 hatte er einen beachtlichen Teil der Arbeit des Meisters übernommen. In Anbetracht der energetischen Vereinbarkeit mit der Familie von Sri Kumar entschied sich der Meister, seine Privatwohnung und seine Arbeit am 22. April 1977 in die erste Etage des Wohnhauses von Sri Kumar zu verlegen. Seitdem arbeiteten beide zusammen, um die Arbeit, die vom Meister geplant wurde, zu ma-nifestieren. Oft stellte sich heraus, dass Sri Kumar Dinge, die mit der Arbeit des Meisters zusammenhingen, telepathisch aufnehmen konnte, noch bevor der Meister über sie gesprochen hatte. Diese Verbundenheit auf der subtilen Ebene wurde in den nächsten vier Jahren immer stärker.

Im Juli 1981 gab der Meister in Kakinada, das 160 km von Visakhapatnam entfernt liegt, Unterricht in Homöopathie. Eines Morgens telefonierte er mit Sri Kumar und fragte ihn, ob es ihm möglich sei, so schnell wie möglich zu ihm zu kommen. Sri Kumar nahm den nächsten Zug und war am nächsten Morgen bei Meister EK. Der Meister saß entspannt in einem Sessel und empfing Sri Kumar mit einem liebevollen Lächeln. Sri Kumar stand vor ihm und fragte nach dem Grund des Anrufs. Der Meister antwortete: „Es sieht so aus, dass du mich von nun an auf meinen Reisen in den Westen begleiten sollst. Ist dir das möglich?" Sri Kumar sagte: „Ja, es ist möglich."

Der Meister antwortete: „Deine Bereitschaft ist sehr angenehm, aber ich frage mich, wie es dir möglich sein wird. Du hast einen Beruf, in dem du sehr viel zu tun hast. In deinem Beruf bist du sehr erfolg-reich und bei den Geschäftsleuten sehr gefragt. Du hast deine Familie mit zwei sehr kleinen Kindern.

Deine Frau und deine Kinder brauchen dich. Außer-dem habe ich dir in diesen zehn Jahren viel Arbeit übertragen. Auf deinen jungen Schultern ruhen bereits gewaltige Pflichten. Normalerweise hätte ich nicht gewagt, dir diesen Vorschlag zu machen, aber jene, denen ich folge, empfehlen dringend, dass du mich begleiten sollst. Damit wird die Arbeit im Westen auch vollendet. Deine Bereitschaft begeistert mich. Lass diese Information nicht nach außen gelangen. Beantrage still und heimlich deinen Reisepass."

Sri Kumar lächelte und sagte: „Durch die Gnade des Meisters wusste ich schon seit dem Wassermann-Vollmond, dass ich dich auf deinen zukünftigen Reisen nach Europa begleiten würde. Auch den Reisepass habe ich schon bekommen, nicht weil ich mich darum bemüht habe, sondern durch einen Regierungsbeamten, der mein Klient ist und möchte, dass ich in seinem Auftrag ins Ausland reise. Die Zahlenpotenz meines Passes ist 8. Für mich ist alles klar. Ich werde die Visa beantragen und anderen nichts davon erzählen. Aber es wäre fair, wenn ich es meiner Frau sage."

Der Meister lächelte und sagte: „Gib mir das Privileg, es ihr zu sagen. In einer Woche bin ich wieder in Visakhapatnam."

Nach einer Woche kehrte der Meister nach Visakhapatnam zurück. Er bat Sri Kumar und seine Frau, in sein Zimmer in Radhamadhavam zu kommen und sagte Srimati Kumari, dass ihr Mann neben der Arbeit im Osten auch für die Arbeit im Westen ausgewählt worden war. Wenn sie es wünschte, könnte sie mit den Kindern ebenfalls mitkommen. Das Angebot stehe ihr zu jeder Zeit auch in der Zukunft offen. Srimati Kumari freute sich darüber und stimmte zu. Stets zeigte sie sich gegenüber der Arbeit des Meisters kooperativ und behielt diese Haltung bei. Zu Meister EK hatte sie eine gute psychische Verbindung, da ihre Sonne und ihr Aszendent im Zeichen Löwe stehen. Tatsächlich hatte der Meister leichteren Zugang zu Srimati Kumari als zu Sri Kumar, da dieser immer mit irgendeiner Arbeit beschäftigt war. Für sie war er wie ein Vater. In mehr als einer schwierigen Situation kümmerte er sich um die Kinder. Manchmal versuchte er sogar, ihr in der Küche zu helfen, wenn häufig sehr viele Gäste im Haus waren. Beide hatten eine sehr zarte Vater-Tochter-Beziehung. Bis heute ruft Srimati Kumari mit Intensität den Meister an, wenn sie in einer Krise ist, und der Meister antwortet ihr mit besänftigendem Blau in ihrem Brauenzentrum und löst ihre Krise auf. Die Krisen einer indischen Frau haben meist mit ihrem Mann und den Kindern zu tun. Sie ist die Festung und der Schutz der Familie. Wenn gesundheitlich oder sonst irgendetwas mit der Familie nicht stimmt, ist sie davon zutiefst beunruhigt.

Von 1981 an reiste der Meister dreimal nach Europa, jedes Mal für 70 Tage. Auf diesen Reisen kamen außer jenen, die er auf seinen früheren Reisen getroffen hatte, viele Gruppen mit ihm in Kontakt, die mit den Büchern von Meister Djwhal Khul verbunden waren.

Die Reaktion der spirituellen Gruppen fiel sehr unterschiedlich aus. Der Meister konnte die Idee des Gruppenlebens vermitteln und führte die Energien von Meister CVV durch die Morgen- und Abendgebete wirkungsvoll ein. Auch im Westen fand er seinen Rhythmus, der ihm Freude bereitete. Zweimal pro Tag unterrichtete er und führte Meditationen durch, und den ganzen Tag über gab er außerdem persönliche Konsultationen. Seine Aktivität stand in voller Blüte, da er den ganzen Tag über arbeitete. Die Reaktion der Menschen war spontan. Was er sagte, wurde sehr gut aufgenommen, und er reiste nach Belgien, Frankreich, Italien, Deutschland, Dänemark und in die Schweiz.

Für das Jahr 1984 kam eine gewaltige Nachfrage auf, und ein ehrgeiziger Plan entstand. Der Meister wollte sechs Monate in Indien und sechs Monate in Europa bleiben. Doch dieser Plan ließ sich nicht umsetzen, da der Plan der Zeit anders aussah.

In Genf wurde mit vielen Repräsentanten aus ganz Europa, aus denen sich auch der Vorstand zusammensetzte, der World Teacher Trust gegründet.

Der Meister sagte zu Sri Kumar: „Ich sehe deinen Namen nicht in dem Komitee. Warum?" Sri Kumar antwortete: „Es ist so, weil sie mich nicht sehen."

Der Meister sagte: „Unter deiner Leitung und meiner Gegenwart ist die Organisation des World Teacher Trust über all die Jahre mehr und mehr in Indien gewachsen. Ich frage mich, wie wohl die Zukunft dieses europäischen Trust aussehen wird."

Trotzdem wurde der World Teacher Trust Europa gebildet, und in der Eröffnungsrede wurde der erste Ton des Weggehens angeschlagen. So klang es jedenfalls für Sri Kumar. Während er zu den Mit-gliedern des World Teacher Trust in Genf sprach, sagte der Meister: „30 Jahre Arbeit wurden voll endet. Ich habe meine Zeit, mein Geld und meine Energie für die Arbeit des Plans eingesetzt. Ich habe mich dem Plan und jenen unterstellt, die den Plan lenken. Ich bleibe weiterhin ein Lernender, der versucht, Präzision bei der Arbeit und Stille im tieferen Sinn des Wortes zu erreichen."

Die Worte gingen ins Leere. Im Lärm der Feier zur Gründung des Trust nahmen die Menschen den Klang hinter den Worten nicht wahr.

Dennoch hatte die Arbeit der Verschmelzung von Ost und West in Europa in den Herzen der Gruppen Fuß gefasst. Bis heute erinnern sich Hunderte von Mitgliedern in ihrem Herzen an die liebevolle Berührung von Meister EK.


21. Weggang

Im November 1983 kehrten der Meister und Sri Kumar nach Indien zurück. Der Meister hatte vor, sich in die Stille und in Kontemplation zurückzuziehen. Ohne dass es bemerkt wurde, suchte er auch nach einsamen Plätzen, um die zukünftigen Dinge zu planen. Eines Tages kam er zu Sri Kumar. Unvermittelt trat er in Sri Kumars Schlafzimmer ein, was er noch nie zuvor getan hatte. Sri Kumar saß auf dem Bett und las in einem Buch. Der Meister eilte ins Zimmer, setzte sich auf das Bett und sagte: „Schon ein Monat ist vergangen, seit wir aus Eu-ropa zurückgekehrt sind. Die Arbeit kommt nicht so voran wie vorher. Ich muss mich in die Einsamkeit zurückziehen und kann jetzt keine anderen Orte besuchen, auch nicht in Indien. Ich möchte, dass du die Auslandsreise für 1984 absagst. Später werden wir sie neu planen. Würdest du das tun?"

Sri Kumar nickte und schickte die Nachricht in den Westen, dass die sechsmonatige Tour nicht stattfinden würde, da Meister EK andere Programme empfangen habe. Die Gruppen im Westen waren enttäuscht. Zu jener Zeit hatten sie sich an den Unterricht von Meister EK gewöhnt und mochten nicht mehr auf ihn verzichten.

Ebenso sehr wie Meister EK die Einsamkeit suchte, baten die Gruppen in Indien darum, ihn zu sehen und ihm an ihren Wohnorten Glück zu wünschen. Er sagte zu Sri Kumar: „Nach den Guru Pujas wollen wir das neue Programm aufstellen. Ich möchte die indischen Gruppen zufrieden stellen.

Begleite mich dorthin zu den Gruppen, wo sie mir ihre guten Wünsche überbringen möchten. Komm mit Kumari und den Kindern." Sri Kumar folgte ihm mit seiner Familie, und zusammen mit dem Meister erhielt er die guten Wünsche. Gegen Ende des Jahres wurden die Guru Pujas vorbereitet.

Wie immer war der Meister aktiv bei diesen Vorbereitungen beschäftigt. Obwohl es gut ausgebildete Mitarbeiter und viele Anhänger des Meisters gab, machte es ihm Freude, bei jeder Kleinigkeit für die Guru Pujas mitzumachen. Von Anfang an entsprach dies seinem Stil.

Bei den Guru Pujas sprach er über den Tod. Morgens und abends begann er seinen Vortrag mit der Kata Upanishade. Damit erklang der zweite Ton des Weggehens. Der Kommentar blieb unvollständig, weil die Zeit nicht ausreichte. Er wollte über das Geheimnis des Übergangs beim Tod sprechen. Dies ist der Schlüssel der Kata Upanishade. Doch die Zeit ließ es nicht zu. Nach den Guru Pujas rief der Meister Sri Kumar wieder in sein Zimmer in Radhamadhavam und sagte: „Ich möchte in die Einsamkeit gehen. Ich muss an einem Ort bleiben und dort jene Leute empfangen, die meinen Rat suchen. Für einige Zeit möchte ich nicht von Ort zu Ort reisen. Die Arbeit geht nicht so voran, wie sie sollte. Eine Gruppe von Leuten hat in einem nahegelegenen Wald ein Gruppenleben organisiert. Ich werde dieses Gruppenleben durchführen und zurückkommen. Danach kann ein neues Programm beginnen. Es sind jetzt schon drei Monate, dass sich in Bezug auf die Arbeit nichts Konkretes getan hat. Du brauchst nicht mit in den Wald zu kommen. Du bleibst hier und hast ein Auge auf die Arbeit."

Der Meister brach mit einer Gruppe auf, um einen Monat lang im Dorf Mothogudem zu bleiben. Es liegt in einem Wald nahe bei Visakhapatnam. Meister EK gab der Gruppe einen sehr intensiven Rhythmus. Außer Meditation, Ritualen und Kursen führte er auch ayurvedische Prinzipien für die tägliche Anwendung ein. Es war eine sehr tiefe und inspirierende Arbeit. In der letzten Woche des Gruppenlebens wurde ein Mitglied nach dem anderen von Moskitos gebissen, die Malaria übertragen. Das wühlte den Meister sehr auf. Auch er selbst blieb von diesen Moskitos nicht verschont. Eilig kehrte die Gruppe nach Abschluss des Seminars zurück. Ein erkranktes Mitglied der Gruppe starb trotz guter medizinischer Behandlung und Betreuung.

Der Meister selbst war schwer an Malaria erkrankt und durch den ganzen Vorfall sehr deprimiert.

Eine Woche lang litt er zu Hause. Häufig verlor er das Bewusstsein, da auch sein Gehirn von der Malaria infiziert worden war. Ein guter Freund der Gruppe, der Arzt war, wollte den Meister in ein richtiges Krankenhaus bringen, wo ihm jede Möglichkeit der Behandlung zur Verfügung stand. Aber der Meister bestand darauf, in Sri Kumars Haus Radhamadhavam behandelt zu werden. Niemand konnte ihm das abschlagen. Am 10. März 1984 wurde der Meister nach Radhamadhavam gebracht. Die besten Ärzte am Ort wurden konsultiert und die besten Geräte eingesetzt, doch nach und nach befiel die Malaria jeden Teil des Körpers. Für ihn und seine Freunde war es eine Woche voller Schmerzen. Von Zeit zu Zeit kam der Meister zu Bewusstsein und verlor es wieder. Zwei Tage vor dem Vollmond sah es so aus, als würde er sich etwas erholen. Er war bei vollem Bewusstsein. Er bat die Leute, die sich in seinem Zimmer aufhielten, ihn allein zu lassen, und er wollte, dass nur Sri Kumar zu ihm kommen sollte. Als Sri Kumar das Zimmer betrat, nahm der Meister Sri Kumars Hand in seine Hand und forderte ihn auf, sich zu ihm zu setzen.

Für viele war es rätselhaft, dass der Meister in der Woche zuvor, als er in seiner eigenen Wohnung lag, meistens bewusstlos war. Doch immer, wenn Sri Kumar zu ihm kam, war er bei vollem Bewusstsein. Dies wurde besonders vom zweiten Sohn des Meisters beobachtet.

Jetzt blickte ihm der Meister etwa vier Minuten fest in die Augen, ohne etwas zu sagen. Danach kehrten die Beschwerden wieder in den Körper zurück, und Sri Kumar musste einen Arzt rufen. Schon seit einer Woche betete die Gruppe inständig für die Gesundheit des Meisters in Radhamadhavam. Tag und Nacht betete sie und führte Rituale aus mit dem Ruf, dass der Meister von seiner Krankheit errettet werden möge. Die Stunde des Fische-Vollmonds nahte, und um Mitternacht verließ der Meister während der Vollmond-Energien seinen Körper. Für die Gruppen, die ihm im Osten und im Westen folgten, war dies ein schwerer Schock, und die Gesellschaft wurde davon völlig überrascht.

Kontinuität

Die Gruppen erholten sich von dem Schock und führten die Arbeit so weiter, wie es ihrer Vorstellung entsprach. Viele wurden vom Meister inspiriert, und jeder Inspirierte begann in seiner eigenen Weise zu arbeiten. Auf diese Weise bleibt das Wort des Meisters lebendig, und es verbreitet sich weiterhin auf viele verschiedene Arten.

In dieser Darstellung des Lebens und der Arbeit des Meisters wurde der Begriff 'Mitarbeiter' oder 'Freund des Meisters' benutzt und nicht von den 'Jüngern des Meisters' gesprochen. Das geschah ganz bewusst. Der Grund dafür ist eine häufige Aussage des Meisters: „Ich habe keine Jünger um mich. Ich selbst bin ein Jünger. Aber ich bin von vielen Patienten umgeben." Die Tiefe dieser Aus-sage verhinderte in diesem Buch den Gebrauch


22. Die Lehren des Meisters

Die Lehren von Meister EK waren einfach, direkt und im täglichen Leben anwendbar. Weisheit, die im täglichen Leben angewandt werden kann, ist lebendige Weisheit. Solche Weisheit bewies er in seinem Leben, während er gleichzeitig zu den abstraktesten Vorstellungen in der Lage war. Praktikabilität war der Leitgedanke seiner Arbeit, und es war seine Stärke, die Weisheit durch Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Seine Besonderheit war, dass er die erhabene Wahrheit durch einfache Sätze im Laufe eines Gesprächs übermitteln konnte. Er war ein Lehrer im wahren Sinn des Wortes. Er konnte ein Kind und zugleich einen Philosophen unter-richten. Alle konnte er inspirieren: von einer ungebildeten einfachen Frau bis zu den gebildetsten und kultiviertesten Personen. Die Stärke seiner Weisheit lag in seiner Gelassenheit. Für ihn existierte Gott überall, zu jeder Zeit, an allen Orten, in allen Formen und in allen Namen. Es war eine helle Freude, ihn zu beobachten. Nur selten fiel er aus dem Seelenbewusstsein heraus. Trotz solcher Ausrichtung war er ein humorvoller Mensch. Das bedeutet nicht, dass er immer lachte und Scherze machte. Er war feurig, ärgerlich, fröhlich, still, aktiv oder völlig schweigsam, je nachdem wie es die Situation verlangte.

Meiner Ansicht nach überragt der Lehrer alles, was er lehrt. Er ist die Darstellung der Wahrheit, und sein Unterricht ist ein Teil von ihr. Als Meister EK einmal gebeten wurde, die Lehren des Weltlehrers zu vermitteln, sagte er: „Die Gegenwart des Weltlehrers ist die Summe und Essenz aller Lehren. Seine Lehren halten dem Vergleich mit seiner Gegenwart nicht stand. Lernt diese Gegenwart zu spüren. Gelegentlich könnt ihr euch dann mit seinen Lehren befassen. Die Ausrichtung auf eine Lehre ist im allgemeinen etwas Mentales. Solche Ausrichtung sollte zum Erleben der Gegenwart führen. Die Gegenwart ist das Eigentliche in allen Lehren."

Für Aspiranten, die dem Weg des Yoga, der Wahrheit und des Lichts folgen wollen, gab der Meister verschiedene Lehren in schriftlicher und mündlicher Form. Die Essenz all seiner Lehren ist: sich auf die EINE GEGENWART in allem, was es gibt, auszurichten. Wenn er sich auf Schriften bezog, waren das hauptsächlich die 'Bhagavad Gîtâ' und der 'Yoga des Patanjali'. Häufig bezeichnete er Patanjali als Wissenschaftler und Krishna als Künstler. Patanjali gab die Wissenschaft des Menschen und die Disziplin, der man folgen sollte, um das Selbst zu erfahren. Alle Stufen der Disziplin zusammen werden als Jüngerschaft bezeichnet. In der 'Bhaga-vad Gîtâ' präsentiert Krishna diese Stufen in künstlerischer Form. Die Yoga-Wissenschaft von Patan-jali dient der Übung des Yoga. Die 'Bhagavad Gîtâ' geht noch einen Schritt weiter. Sie wandelt die Übung in die Erfahrung des täglichen Lebens um.

Neben diesen beiden Büchern sprach Meister EK häufig über die 'Bhâgavata', in der von Jüngern erzählt wird, die in der yogischen Lebensart Überragendes erreicht haben. Ein Weltjünger wird auch Bhâgavata genannt. Er baut sein Bewusstsein außerhalb der drei Welten auf und lebt in einem Zustand der Ekstase, während er seine Pflichten in den drei Welten sehr aufmerksam erfüllt. Dies ist der höchste Zustand, in dem das individuelle im universalen Bewusstsein aufgeht. Dennoch bewährt er sich in den drei Welten. Eine weitere Schrift, auf die sich Meister EK in seinen Büchern, in seinem Unterricht und sogar in fortgeschrittenen Ritualen bezog, ist die 'Mahâbhârata'. Die Art, wie er Per-spektiven der Weisheit offenbarte, war erstaunlich.

Er wendete die verschiedenen Schlüssel auf die 'Mahâbhârata' an. Das war seine Spezialität.

Ebenso gekonnt ging der Meister mit dem 'Alten Testament' um. Er kannte viele Schlüssel zum 'Alten Testament' und erklärte mühelos viele Aspekte der Schöpfung mit seiner Hilfe. Seiner Meinung nach enthält das 'Alte Testament' ebenso viel Symbolik wie das 'Neue Testament'. Er warnte jedoch davor, das 'Alte Testament' als Erzählung von aufeinanderfolgenden Begebenheiten über die Entstehung des Universums zu verstehen. Jedes Ereignis ist ein Schlüssel, der mit der Zeit und dem Weg zusammenhängt, dem der Mensch folgen soll.

Es ist unmöglich, aus den Edelsteinen seiner Lehren nur einige auszuwählen. Für den Leser wäre es gut, wenn er die Bücher, die durch Meister EK kamen, mit tiefem Interesse lesen würde. Trotzdem werden seine praktischen Anweisungen für jene, die ihm, das heißt, dem Weg der Wahrheit folgen wollen, im letzten Abschnitt gegeben. Häufig sagte er: „Lernt dem Weg zu folgen. Ich tue es jeden Tag. Mir zu folgen ist nichts anderes als dem Weg zu folgen. Der Weg ist für alle. Ich zeige euch, wie man dem Weg folgt. Ich habe keinen besonderen Weg begründet. Seit uralter Zeit existiert der Weg, den ich gehe, und wenn ihr mit mir geht, dann befindet ihr euch schon auf dem Weg. Einen anderen Weg, auf dem ich euch führen oder leiten kann, habe ich nicht. Ich gehe ihn. Wenn ihr möchtet, könnt ihr mit mir gehen. Ihr könnt vorauseilen, falls ihr das wollt, oder auch langsamer gehen. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch ausruhen oder sogar eine Umleitung gehen. Aber der Weg besteht weiterhin. Bis zum kosmischen Zentrum hinauf ist er von den großen Meistern der Weisheit durchdrungen.

Es liegt an euch, ihm zu folgen oder eine andere Richtung zu nehmen. Niemand bedrängt euch, ihn zu gehen. Es gibt keinen Zwang. Wenn ihr euch als Seele dafür entscheidet, dann verschließt ihr selbst andere Möglichkeiten und geht den Weg. Falls ihr lieber eine andere Wahl trefft, wird der Weg warten. Ich lebe nicht in der besonderen Verblendung, irgendjemanden zu führen. Ich folge dem Weg und bekomme von Zeit zu Zeit Führung von den Führenden. Auch ihr könnt es so machen.

Ich lebe auch nicht in der Verblendung, diese Welt zu verändern. Die Welt kümmert sich um sich selbst. Es ist notwendig, dass ihr euch um euch selbst kümmert. Wunschdenken ändert nichts in euch oder in der Welt um euch. Aktivität ist der Schlüssel. Seid aktiv, seid aktiv und seid aktiv. Dreimal sage ich euch, dass ihr aktiv sein sollt. Während ihr tätig seid, lernt, wie man etwas tun soll und wie man es nicht tun soll, wann man etwas tun soll und wann man es nicht tun soll, wo man etwas tun soll und wo man es nicht tun soll. Lasst Aktivität die treibende Kraft eures Fortschritts sein."

ICH BIN, ICH BIN DAS, DAS, DAS BIN ICH


Diese Lehre ist die älteste Lehre von der Wahrheit. Sie war Meister EK’s Lieblingsthema. Im Sanskrit lauten dieselben Worte:

AHAM ASMI, SOHAM ASMI, BRAHMA AHAM ASMI


Für jeden Aspiranten besteht der erste Schritt darin, sich als Bewusstseinssäule zu erkennen. Andere Persönlichkeitsidentitäten sind eine Illusion. Der zweite Schritt ist die Erkenntnis, dass die individuelle Bewusstseinseinheit keine separate Existenz hat. Sie gehört zum universalen Bewusstsein. Beim ersten Schritt erkennt der Aspirant ICH BIN und beim zweiten ICH BIN DAS. DAS ist die undefinierbare, universale Energie. Dieser zweite Schritt wird Aham Saha genannt: ICH BIN DAS. Beim dritten Schritt integriert sich das individuelle Bewusstsein in das universale Bewusstsein der Existenz, und nur DAS bleibt. Der individuelle Mensch hört auf zu sein. Dieser Zustand des DAS wird im Sanskrit Brahmâ Aham Asmi genannt. Danach kehrt der individuelle Mensch im vierten Schritt vom DAS zurück. Er ist nicht länger der, der in DAS absorbiert wurde, sondern er kommt als DAS zurück. Dieser vierte Schritt wird DAS BIN ICH genannt, und der Ablauf wurde als Mantra empfangen:

HAMSA SIVA SO HAM

Die vier Schritte sind für jeden Wahrheitssucher auf seinem Weg zur Wahrheit und bei seiner Rückkehr als Wahrheit die gleichen. Mit Nachdruck hebt die Hierarchie den vierten Schritt der Rückkehr her-vor, auf dem man den Mitmenschen dient und ihnen den Weg zeigt. Viele alte Theologien erklären den Weg nur bis zur dritten Stufe, auf der man in DAS integriert wird. Die Hierarchie spricht davon, dass der Eingeweihte zurückkehrt, um der Menschheit zu dienen. Unvermeidlich sprach Meister EK in jedem Seminar über dieses Thema. Es war seine Spezialität.



Das sind die praktischen Anweisungen des Meisters für jene, die das Leben eines Jüngers führen wollen.

Seine Unterrichts- und Heilungsarbeit war meistens eine Arbeit mit Licht und Klang. Als er sein 50. Lebensjahr vollendete, organisierten seine Anhänger eine Feier zum goldenen Jubiläum. Eine einzigartige Festschrift über das Leben und die Arbeiten von Meister EK wurde herausgebracht. Bei dieser Gelegenheit baten ihn seine Anhänger inständig, eine Invokation zu geben, die sie benutzen konnten. Der Meister zog sich für 10 Minuten in sein Zimmer in Radhamadhavam zurück und brachte anschließend eine Invokation für die Aspiranten heraus, die er mit eigener Hand geschrieben hatte:


May the Light in me Be the Light before me.
May I learn to see it in all.
May the sound I utter reveal the Light in me.
May I listen to it while other speak.
May the Silence in and around me Present itself.
The Silence which we break every moment.
May it fill the darkness of noise we do.
And convert it into the Light of our Background.
Let virtue be the strength of my intelligence.
Let realization be my attainment.
Let my purpose shape into the purpose of our Earth.
Let my plan be an epitome of The Divine Plan.
May we speak the Silence without breaking in it.
May we live in the awareness of the Background.
May we transact Light in terms of Joy.
May we be worthy to find place in the Eternal Kingdom OM.


Es ist interessant festzustellen, dass die 'Große Invokation', die von Meister Djwhal Khul kommt, eine Invokation des Willens, des Lichts und der Liebe ist, um die Menschheit emporzuheben. Die Invokation von Meister EK zielt auf die Erhebung der Einzelmenschen und Gruppen durch Licht, Klang und Stille. Die Invokation von Meister Djwhal Khul ist die 'Makro-Methode', und die Invokation von Meister EK ist die 'Mikro-Methode'.

by Dr. K. Parvathi Kumar



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