"Ist dir eine Gabe verliehen, so walte damit frei und froh wie die Sonne:
Gib allen von deinem Glanz!"

Paracelsus


Paracelsus-Biographie (1493 -1541)

Die Verfasserin

Malini Ambach

Ich heiße Malini Ambach. Als ich diese Biographie verfasst habe, war ich 13 Jahre alt und Schülerin der Waldorfschule Evinghausen/Bramsche. In der achten Klasse ist es üblich, eine Biographie über eine bedeutende Persönlichkeit zu schreiben.

Malini Ambach Ich habe die Biographie von Paracelsus gewählt, weil mir durch die Paracelsusarbeit meiner Eltern, der Name Paracelsus schon seit frühester Kindheit vertraut ist. Da meine Eltern Mitbegründer des Paracelsus-Centers im Geburtshaus von Paracelsus in Einsiedeln sind, habe ich diesen Ort schon sehr oft besucht. Wir fuhren auch nach Villach um uns die Ausstellung über Paracelsus im dortigen Museum anzuschauen und das Haus indem er damals mit seinem Vater lebte. Wir gehören auch zu den Herausgebern des Paracelsusmagazins, indem namhafte Naturheilkunde-Ärzte schreiben.

Meine Mutter beschäftigt sich mit den Heilmethoden von Paracelsus und wenn ich krank bin, behandelt sie mich danach. Um es zu verstehen, bin ich noch zu jung, aber ich bin dankbar, das alles gelehrt zu bekommen.

Es hat mich sehr beeindruckt, was dieser Mensch geleistet hat und mit welcher inneren Überzeugung er sich für das Wohl der Menschheit eingesetzt hat. Jetzt wo die Not sehr groß ist, erinnern sich Wissenschaftler und Ärzte daran und versuchen, sein Wissen zu verstehen.

Mir fiel beim Lesen der Schriften auf, dass die meisten Großen in der Menschheit unter sehr schwierigen Umständen gelebt haben, eine große Vision für die Entwicklung der Menschheit hatten und an die höhere Führung glaubten. Sie wurden verfolgt, weil der Mensch nicht selbst verantwortlich für sein Leben sein möchte und über andere herrschen will. Ich habe nur wesentliche Hintergründe seines Lebens und seiner Idee genommen, denn sein Werk ist unendlich groß.



 

Gebet von Paracelsus


Du hast uns die Liebe als Arznei gegeben, o Gott.
und willst, dass der Arzt in dieser Liebe eingeschlossen sei,
um den Kranken zu heilen.
So wie Deine Liebe kein Ende hat,
soll auch unser Forschen und Dienen kein Ende haben.

Ohne Deine Hilfe ist der Arzt machtlos,
aber mit Dir vermag er das Höchste.
Du bedienst Dich unser,
weil Du selber gern im Verborgenen bleibst.
Dein Wille ist, dass Du durch uns die Kranken heilst.
Du gießest in das Herz ein Freude am ewigen Leben
und jeder, der an Dich glaubt, wird lebendig auferstehen
und den Tod nicht schmecken.

Du hast im Menschen die Kräfte aller Elemente
geheimnisvoll zusammengefasst, so wie ein Arzt, der aus den
Säften der Kräuter die Kraft zum Heilen zieht.
Lass mich alles zum Nutzen der Kranken
nach bestem Vermögen und Urteil anordnen,
alles Schädliche von ihnen fernhalten.
Lass mich heilig und rein meine Kunst und mein Leben bewahren.

Amen


Biographie


Einsiedeln und Paracelsus-Center

Teufelsbrücke Wenn man von Einsiedeln her kommt, geht man beim Sihlsee über den Waldweg in Richtung St. Meinrad. Früher führte dieser Weg durch ein Waldgebiet. Von daher kommt der Name "Waldweg" und Paracelsus sagte einmal mit Recht: "Ich bin unter Tannenzapfen groß geworden." Der Weg schlängelt sich die hügelige Strecke bis zur Teufelsbrücke hin. Schon als sechsjähriges Mädchen wanderten meine Eltern mit mir diesen Weg entlang, bis zum Geburtshaus von Paracelsus. Heute denke ich mir, dass auch Paracelsus diesen Weg an der Hand seiner Mutter herhüpfte oder später neben seinem Vater wanderte, um all die Blumen, Kräuter und Steine zu sammeln, die dieser zum Heilen brauchte. So lernte er schon sehr früh die Geheimnisse der Natur kennen.
Nach der Teufelsbrücke steht sein Geburtshaus in Egg/Einsiedeln. Heute ist das Geburtshaus von Paracelsus eine Gaststätte, wo Wanderer sich ausruhen und erfrischen können.

Im Mai 1999 hat der internationale Verein World Teacher Trust Europa, dem meine Eltern angehören, das obere Stockwerk gemietet und dort das Paracelsus-Center gegründet.


Paracelsus' Geburtshaus 1470

Geburtshaus von Paracelsus Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, wurde am 17. Dezember 1493 - im Tierkreiszeichen Schütze-- in Einsiedeln, dem eidgenössischen Kanton Schwyz geboren. Er war der Sohn des adeligen Arztes Wilhelm Bombastus von Hohenheim. Der Vater Wilhelm hatte ab der Universität Tübingen Medizin studiert. Er machte aber keinen Abschuss, war aber ein sehr gebildeter Mann mit großem Ansehen. Er wanderte in die Schweiz/Einsiedeln aus und heiratete dort 1492 seine Mutter, Els Ochner. Sie soll eine Leibeigene des Klosters Einsiedeln gewesen sein und sie starb als Paracelsus 8 Jahre alt war. Das war für den Jungen ein großer Verlust. Paracelsus war somit schon sehr früh Halbweise und lebte mit seinem Vater alleine. Tafel vor Paracelsus Geburtshaus Durch die ärztliche Tätigkeit seines Vaters erwuchs in Paracelsus schon früh der Wunsch, in dessen Fußstapfen zu treten. Der Vater nahm ihn überall hin mit und lehrte ihn Alchemie, die Zusammenhänge der Sternenkunde und Krankheiten. Wundheilkunde und Pflanzenkunde.
Paracelsus nannte seinen Vater seinen ersten und einflussreichsten Lehrmeister.

An diesem Haus ist eine Tafel angebracht und dort steht, dass er am 17. Dezember 1493 geboren ist.

Einsiedeln

Einsiedeln war im Mittelalter ein bekannter Wallfahrtsort. Man hatte harte und schwere Winter. Wenn der Frühling Schnee und Eis getaut hatte, zogen im Sommer viele Pilger zum Kloster. Pilger waren Männer, Frauen, Kinder, Arme, Reiche, Mönche, Nonnen, Könige, Bauern und Gelehrte. Nicht alle hatten die selben Motive, um eine Pilgerfahrt oder Pilgerwanderung zu machen. Aber viele gingen auf Pilgerwanderung, weil sie Buße taten oder Nöte hatten, die sie Gott an einem heiligen Ort vortragen wollten.

Es gab auch den Brauch, wenn man eine schwere Krankheit hatte, Gott zu versprechen, an einen bestimmten heiligen Ort zu wandern und dort zum Dank zu beten, wenn man geheilt würde. Um dieses Versprechen einzulösen, pilgerte man dann an diesen Ort. Einsiedeln gehörte auch zu diesen heiligen Pilgerorten. So kamen Pilger aus verschiedenen Ländern auch am Geburtshaus von Philippus Aureolus vorbei. Dort erhielten sie eine gute Suppe und konnten ihren Durst löschen. So sah das Kind schon früh fremde Gesichter, fremde Sitten und Gewohnheiten und hörte fremde Sprachen.

Wanderjahre des Vaters

Paracelsushaus in Villach Nach einer längeren Wanderschaft ließ sich Wilhelm von Hohenheim mit seinem Sohn 1502 im Kärntner Städtchen Villach nieder und war dort Stadtarzt. Paracelsus wurde zuerst von seinem Vater unterrichtet, dann kam er in Klosterschulen, wo er eine gediegene humanistische Ausbildung sowie theologische Grundkenntnisse erwarb.
Um 1507 schickte der Vater Paracelsus auf die Universität nach Basel, um Philosophie und Medizin zu studieren.

Paracelsus war nicht nur sehr klug, er war genauso mutig, ausdauernd und voller Liebe zu Menschen, Tieren und zur Natur. Dann ging er in die Lehre der berühmtesten damaligen Chemisten, um Alchemie zu lernen. Unzufrieden mit dem dortigen Lehrbetrieb ging er 1513 nach Ferrara in Italien, wo er 1515/16 zum "Doktor beider Arzneien" (Innere Medizin und Chirurgie) promovierte.

roter Talar
Damals gab es noch keine Diplome. Als Zeichen der Doktorwürde durfte man den roten Talar tragen, so auch Paracelsus. Er trug diesen Talar jedoch kaum, weil er nichts auf äußere Kleidung gab.
Wenn man einen Lehrabschluss gemacht hatte, ging man damals erst auf Wanderschaft, um Erfahrungen zu sammeln.
Paracelsus wanderte durch ganz Europa, um Erfahrungen zu machen. Er nahm jede Gelegenheit wahr, um von anderen wie von Zigeunern, Kräuterfrauen, Badern, Henkern, Bauern, Fuhrmännern usw. dazuzulernen.

Paracelsus' Wahlspruch war:
Alteriua non sit. Qui suus esse potest.  -  Wer in sich selber kann bestahn, der gehöre keinem andern an.


Beinamputation
Anschließend reiste er auf verschiedenen Pilgerstraßen als Militärarzt mehrere Jahre lang umher und durchstreifte dabei ganz Europa.
Während der Kriegsjahre wurde Paracelsus von den Tartaren gefangengenommen. Das waren sehr kriegerische Soldaten aus der Mongolei, die in Europe sehr gefürchtet waren. Doch unermüdlich tat er seine Arbeit als Feldarzt. Ein Feldarzt ist dazu da, die schlimmen Wunden, welche die Soldaten sich mit ihren Waffen wie Schwert, Gewehr und anderen mehr zufügen, Er war der erste Arzt, der auf den Schlachtfeldern auch Chirurgie, also Amputationen von Beinen usw. machte.
Er hatte so große Heilerfolge, dass er bald nicht mehr wie ein Gefangener, sondern wie ein heilbringender Gast beherbergt wurde.

In Paris konnte der junge Arzt Paracelsus einige schwere Krebsfälle, welche die Pariser Ärzte längst aufgegeben hatten, heilen. Aber die Pariser Doktoren wurden sehr eifersüchtig und neidisch. Sie verboten es, an der Pariser Universität Heilmittel und Methoden von Paracelsus anzuwenden. Wer das trotzdem tat, durfte nicht mehr Doktor sein. Paracelsus selbst wurde beschimpft und weggeschickt.
So begann der Kampf, den Paracelsus sein Leben lang führte, weil er neues Wissen einbrachte und neue Zusammenhänge entdeckte, die den Menschen helfen sollten, gesund zu werden. Weil ihn kaum jemand verstanden hatte, bezeichnete er sich als "allein und fremd und anders".

Man nimmt an, dass Paracelsus sich für kurze Zeit überlegte, einen andern Beruf auszuüben. Denn in seinem Buch "Die große Wundarzney" sagt er, dass er einen Spruch von Christus gefunden habe: "Die Gesunden bedürfen keines Arztes, allein die Kranken." Dieser Spruch hatte ihn so tief bewegt, dass er trotz Beschimpfung und Verfolgung Arzt bleiben wollte.

Der große Arzt erkannte, dass das Heilen von Wunden, Chirurgie und Medizin zusammengehören, wenn man Heilerfolg haben wollte. So wurde Paracelsus zum Begründer der modernen Chirurgie.
Paracelsus lehrt an der Uni Basel Eines Tages wurde er vom berühmten Buchdrucker Johannes Froben nach Basel geholt, weil dieser ein krankes Bein hatte, das ihm die Basler Ärzte amputieren wollten.
Johannes Froben hatte von der Heilkunst Paracelsus gehört und tatsächlich konnte dieser ihm das kranke Bein heilen. Zum Dank sorgte Johannes Froben mit seinem großen Einfluss dafür, dass Paracelsus Professor an der Universität Basel und zugleich Stadtarzt wurde.
Mit großem Elan machte sich Paracelsus an die Arbeit.
Damals sprach man auf einer Universität obligatorisch lateinisch, doch Paracelsus sprach "teutsch und teutlich". Er wollte, dass alle auf Deutsch sprechen und ganz genau verstehen, was er sagte.
Er erneuerte die Geschichte der Medizin, indem er die alten, nach seinem Wissen überholten medizinischen Lehrwerke öffentlich verbrannte. Das war eine seiner größten Taten, denn es machte den Weg frei für neues Wissen, das Kranken mehr Heilung bringt. Doch das wollten die Ärzte von Basel nicht. Paracelsus musste flüchten.

Er sagte: "Sie treiben mich aus Litauen, danach aus Polen, den Niederländern und Universitäten gefiel ich nicht, weder den Juden noch Mönchen. Ich dank aber Gott, den Kranken gefiel ich."

Syphilis
Er kam nach Nürnberg. Damals trat eine sehr schwere, schmerzhafte Geschlechtskrankheit, Syphilis genannt, auf.
Sie war bisher in Europa unbekannt und die Ärzte waren ratlos. Paracelsus konnte die Krankheit heilen und schrieb eine Schrift darüber. Doch es wurde verboten, diese zu drucken. Warum? Die reiche Handelsfamilie Fugger verdiente viel Geld mit der Guayak- Rinde, welche die Ärzte den Kranken gaben. Die Guayak-Rinde brachte den Kranken aber keine Heilung. Hätte die Schrift von Paracelsus gedruckt werden können, wäre keine Guayak-Rinde mehr verkauft worden und man hätte damit kein Geld mehr verdient. Also musste Paracelsus wieder weitergehen.
Im Frühling 1534 wanderte Paracelsus durch das Oberinntal nach Innsbruck. Er hatte kein Geld und trug abgetragene Kleider. Der dortige Bürgermeister schickte ihn weg, denn er wollte nicht glauben, dass ein Mann in so abgetragener Kleidung, die von der langen Wanderung voller Straßenstaub war, ein Arzt sein kann.

Als Paracelsus in Sterzing im Tirol ankam, war dort gerade die grosse Pest-Seuche. Die Menschen bekamen schmerzhafte sogenannte Pestbeulen am Hals, unter den Achselhöhlen oder in den Leistenbeugen - und starben daran. Wiederum verstand es Paracelsus mit seinem großen Wissen, eine schwere Krankheit zu heilen.

Paracelsus forschend
Er gab eine Schrift heraus, worin er die Pest-Krankheit ganz genau beschrieb und erklärte, wie man sie verhindern und heilen kann.

Fröhlichkeit vertreibt den Kummer

Es gibt auch viele Alpensagen, in denen Paracelsus vorkommt. In diesen Sagen wird erwähnt, dass er immer sehr humorvoll war. Er betrachtete Fröhlichkeit als das beste Mittel, um bei den Kranken den fehlenden Lebensmut wieder zu wecken. Er verstand es, den Kranken mit Worten den Kummer aus den Herzen zu nehmen.



Heilquellen

Taminaschlucht
Erstmals 1382 urkundlich erwähnt, schätzte man schon in den Gründerjahren der Eidgenossenschaft die Heilkraft der Wasser von Pfäfers. Erster Badearzt war 1535 kein geringerer als der berühmte Mediziner, Naturforscher und Philosoph Paracelsus.
Er war der erste, der die Heilquellen wissenschaftlich untersuchte. Er verfasste eine Schrift über die Heilquelle von Bad Pfäfers und Baden-Baden darüber.

"Damit die Kranken geheilt werden, hat Gott in seiner Schöpfung verordnet, dass im aufspringenden Wasser mehr Kraft erfunden werde, denn in gescheiten Briefen geschrieben. Die heißen Wasser von Badin (Baden-Baden) aber sind vollkommener als alles andere."

Man vermutet, dass Paracelsus auch in den Eisenhütten von Jenbach und in den Kupferwerken von Brixlegg war. In Eisengruben, tief im Berg drin, wurde eisenerzhaltiges Gestein gegraben und hochtransportiert.
In Nähe der Eisengruben, wurde das Eisen in speziellen Schmelzöfen geschmolzen. Man sagte dem Schmelzvorgang 'Eisen verhütten' und nannte diese Orte Eisenhütten. Aus dem geschmolzenen Eisen fertigte man durch Schmieden Gegenstände wie Hammer und Schwerte an. Das war harte und schwere Arbeit.
Unter anderem gab es auch giftige Dämpfe, die die Gesundheit der Arbeiter schädigten. Paracelsus war der erste, der die Krankheiten der Arbeiter dieser Bergwerke untersuchte. Seine Erkenntnisse hielt er wiederum in einer Schrift fest. Paracelsus lehrt:

"Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift,
allein die Dosis macht's, dass ein Ding kein Gift ist."

Essen wir zum Beispiel zuviel, dann wird uns übel, wir müssen gar erbrechen. Deshalb sollen wir gerade soviel essen, dass wir genug haben, dann ist es richtig.

Paracelsus war ein friedliebender Mann. Aber er trug immer das Schwert an der Seite. Dessen Knauf bildete eine hohle Kugel. Die Kugel war abschraubbar. In der Kugel hatte er seine berühmten Laudanumpillen, welche seine kostbarste, oft lebensrettende Arznei waren.

Paracelsus war davon beseelt, den Kranken zu helfen und darum ein unermüdlicher Forscher. Er suchte immer nach den Zusammenhängen zwischen der Natur, den Sternen und den Menschen, um die Ursache von Krankheiten zu erkennen und bleibende Heilung zu bewirken. Der Arzt ist für Paracelsus ein ritterlicher Held, der das Leben vor Krankheiten rettet, und er ist auch ein Priester. Ein Arzt soll unermüdlich den Wundern der Natur nachgehen und die geheimnisvolle Geschichte der Völker erforschen. Paracelsus sagte:

"Ich erkläre, dass der Arzt vor allem Himmel und Erde kennen soll, ihre Materie, Art und Wesen."

Dazu muss er eine entsprechende Begabung besitzen und sich unermüdlich auf sein hochgestecktes Ziel vorbereiten. Die Liebe zu allen Geschöpfen spornt ihn während seiner Ausbildung an. Dann fließt ihm mehr und mehr göttliche Hilfe zu, die er für seine große Aufgabe braucht:

"Denn Gott lässt sein Wort und sein Geheimnis nicht durch einen Falschen offenbar werden."

Paracelsus war von ungeheurer Energie und Schaffenskraft beseelt. Mit Recht wird er als das Wunder eines Arztes bezeichnet. Er wusste weit mehr, als man damals und auch heute auf den Universitäten lernen konnte und kann. Er wusste viele Geheimnisse über Pflanzen, Tiere, Steine und über die Sterne. Doch seine Werke über Medizin, Philosophie, Astrologie, Religion und Alchemie eignen sich nur für diejenigen, die wie er, ständig suchende Schüler der Natur bleiben wollen.

Gegenüber den Kranken war Paracelsus stets von größter Fürsorge und Barmherzigkeit, er sagte:

"Die höchste und wirksamste Arznei ist die Liebe!"

"Das Heilen ist die schönste Perle und der kostbarste Schatz. Er steht in der Medizin an erster Stelle und nichts ist auf Erden, das höher bewertet werden könnte, als das Heilen der Kranken. Es ist ein Gebot Gottes, dass du Ihn lieben sollst, und das ist das allerhöchste Gut, über welchem im Menschen nichts sein mag. Das nächste Gebot heißt: 'Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst', und dieses kommt gleich nach dem ersten. Was gibt es nun auf Erden, wodurch dem Nächsten mehr Liebe erwiesen wird, als wenn ein Mensch aus rechter Liebe die Heilkraft der Arznei ergründet, um die großen Schmerzen, die Krankheiten und den drohenden Tod seiner Nächsten zu erkennen und sie abzuwenden?"


Die Eigenschaften eines berufenen Arztes sind nach Paracelsus

Urkunde


"Ein gutes Gewissen,
Lust zu lernen und Erfahrungen zu sammeln,
Froher Mut und Unverdrossenheit,
Ein guter Lebenswandel und Nüchternheit in allen Dingen.
Er schätzt die Ehre höher als das Geld
Und bedenkt den Nutzen der Kranken mehr als den eigenen.
Er soll kein entlaufener Mönch sein,
Keiner, der sich selbst etwas einbildet,
Er soll nicht ohne reifliche Überlegung handeln,
Nichts unverstanden übernehmen,
Keine Zufälle unterschätzen,
Sich ohne Erfahrung keiner Sache rühmen,
Sich niemals feilbieten oder loben
Und niemanden verachten."


Makrokosmos und Mikrokosmos

Der Baum der "Philosophen" (die Kundigen in den geheimen Symbolen der Alchemie) mit den sieben Planeten. Im unteren Dreieck die drei Grundprinzipien Sal, Sulfur und Mercurius oder als Wandlungsphasen Nigredo, Albedo und Rubedo zwischen dem Alten und dem jungen Mann. Das jeweilige Zusammenspiel der Planetenkräfte und Grundprinzipien lässt uns altern oder erhält uns jung.
"Erst wenn der Arzt die größere Welt im Himmel, den Makrokosmos und die Erde in all ihren Erzeugnissen gut versteht, so hat er auch das Wissen von der kleinen Welt, vom Mikrokosmos und dem Menschen."

Baum des Lebens

Der Siebenstern

Der Siebenstern

Für Paracelsus steht der Mensch in direkter Beziehung mit der ganzen Schöpfung. Der Mensch ist keine isolierte Einheit, sondern untrennbar mit dem Universum verbunden. Daraus wird auch klar, dass der Mensch direkten kosmischen Einflüssen unterworfen ist. Auf diesem Fundament stellte Paracelsus vier Säulen auf, auf denen die wahre Heilkunst basieren soll. Damit prägte er als Vater der modernen Heilkunde den Grundstein der Homöopathie, der Astromedizin und des Magnetismus.



Paracelsus' letzte Zeit in Salzburg

Mit 48 Jahren verließ der große Meister seine physische Hülle. Es ist auch heute noch ungewiss, ob er eines natürlichen Todes gestorben ist. Mit Ausnahme einiger Legate an Verwandte und Freunde vermachte er sein ganzes, doch sehr bescheidenes Vermögen den Armen. Die Bibliothek, die er hinterließ, bestand aus einer Bibel, dem Neuen Testament, den Kommentaren des Hieronymus über Evangelien und einem Arzneibuch. Auf dem Friedhof von St. Sebastian in Salzburg kann man sein Grab besuchen. Die lateinische Inschrift auf seinem Grabstein lautet übersetzt:

Grabstein in Salzburg
"Hier ruht begraben Philippus Theophrastus, der ausgezeichnete Doktor der Medizin, der jene argen Wunden, Aussatz, Podagra (Gicht), Wassersucht und andere unheilbare Krankheiten des Leibes mit wunderbarer Kunst heilte und all sein Gut unter die Armen verteilte. Im Jahre 1541, am 24. Tag des September, hat er das Leben mit dem Tode vertauscht."

Der Geist von Paracelsus hat uns nie verlassen. Schon wenige Jahre nach seinem Tod begannen seine Anhänger mit der Herausgabe von zahlreichen alchemistischen Werken. Paracelsus war ein großer Arzt und Heiler, wenn nicht einer der größten. Er war ein hervorragender Astrologe, ein Feuerphilosoph und ein berühmter Alchemist. Er legte den Grundstein für viele große neue medizinische und naturheilkundliche Weiterentwicklungen, so auch für die homöopathische Lehre von Hahnemann.

Die vier Säulen der Heilkunst

Paracelsus sagt: Den Grund, auf den ich baue und aus dem meine Schriften hervorgehen, setze ich auf vier Säulen, nämlich
  1. Die Naturphilosophie - Kenntnis von der Natur
  2. Astronomie - Astrologie
  3. die Alchimie und
  4. Die Tugend - Die Redlichkeit des Arztes


Astronomie

Das übersinnlich Wahrnehmbare.
Erkenntnis der Qualität der Zeit.
Interpretation der energetischen Strukturen des Kosmos in Analogie zum irdischen Geschehen (Sternzeichen, Planeten).
Korrespondenzen zwischen kosmischen Phänomenen und den Naturreichen.

Philosophie

Das sinnlich Wahrnehmbare.
Erkenntnis der Materie als beseelte Natur.
Naturverehrung und Heilung.
Kenntnis der Ordnungskräfte aus denen sich die Natur aufbaut (z.B. Vier-Elementen-Lehre).
Heilmittelerkenntnis durch Interpretation der Naturerscheinungen (Signaturenlehre).
                       
 

Alchimie

Die Kunst, mit den Elementenkräften zu arbeiten.
Nachahmen natürlicher Prozesse und Vervollkommnung der Natur durch deren alchimistische Verwandlung im Labor.
Spagirik: Auflösen materieller Strukturen und Freisetzen des Geistartigen (Quinta Essentia) aus der Materie sowie dessen Anreicherung, zur Herstellung hochwirksamer Arzneien (Arcana).
Einweihung in die Wandlungsprozesse der Natur durch die Laborarbeit
 
               
 

Tugend / Virtus

(sie trägt die anderen drei Säulen)
Integrität und Virtuosität des Heilers.
Kenntnis der Analogie von Mensch, Natur und Kosmos (astrologische Medizin).
Korrespondenzen zwischen Krankheiten und Heilmitteln aus den verschiedenen Naturreichen ("Goldene Ketten").
Wege des Heilens - Anwendung der Arcana zur Vervollkommnung des Menschen.
 


Alchemistische Metall- und Edelsteinessenzen

Gold wird trinkbar
"Aurum Potabile"

"Unter allen Elixieren ist das Gold das höchste und das wichtigste für uns, denn es kann den Körper unzerbrechlich erhalten. Trinkbares Gold heilt alle Krankheiten, es erneuert und stellt wieder her."
Die Gold-Essenz vermittelt die Lebenskräfte des männlichen Urprinzips, der Sonne. Seine Themen sind Energie, Belebung, Vitalität, Gesundung, Aktivierung, Schöpfungskraft, Selbst-bewusstsein, Organisationskraft und Ich-Stärkung.




Amethyst-Druse

Amethyst - Essenz

Für: Geistige Klarheit und spirituelle Wachheit, ideal als Meditations-Essenz

Gegen: geistigen Burn-out und Überlastung

Energiesystem: Kronen-Chakra, zugeordnet sind Nerven und Körper-Rhythmen

Planeten-Energie: Saturn





Für Rudolf Steiner ist Antimon "das Metall des Menschen", weil es wie kein anderes wie er zwischen Himmel und Erde steht und ihm daher am meisten wesensverwandt ist.
Für Paracelsus enthält es "von allen Mineralen das höchste und stärkste Arcanum"..."In ihm ist die Essentia, die nichts Unreines mit Reinem zusammen lässt...wenn nichts Ge-sundes im Körper ist, verwandelt es den unreinen Körper in einen reinen."


    Antimon - Essenz (Erz)

Antimonerz

Chrysoberyll-Kristall

Chrysoberyll-Essenz

Für: Erdung und Kontakt mit archetypischen Kräften

Gegen: Energie-Blockaden

Energiesystem: Fuß-Chakras

Planeten-Energie: absteigender Mondknoten, Ketu



Goldtopas - Essenz

Für: gesundes Selbstwertgefühl, Integration des Unbewussten

Gegen: Begierden und Opferhaltung

Energiesystem: Solarplexus-Chakra, das energetisch mit Knochenmark und Wärmehaushalt korrespondiert

Planeten-Energie: Mars




Goldtopas, Handchmeichler/Kristall



Perle - Essenz

Für: verfeinertes Gefühl

Gegen: Besitzgier und Wutausbrüche

Energiesystem: Keimdrüsen, Blut, Milz und Nieren

Planeten-Energie: Mond



Diamant - Essenz

Für: Intuition und das Entdecken der eigenen Berufung

Gegen: Verstrickung in die Dualitäten

Energiesystem: Stirn-Chakra, das energetisch mit Lymphen, Entgiftungs- und Entschlackungsprozessen korrespondiert

Planeten-Energie: Venus


Diamant roh/geschliffen


Rubin Handschmeichler/roh

Rubin - Essenz

Für: Vitalität und Liebe zum Leben

Gegen: Dogmatismus und Mutlosigkeit

Energiesystem: Wurzel-Chakra, das mit dem Skelettsystem korrespondiert

Planeten-Energie: Sonne


Zirkon - Essenz

Für: Erkenntnis des Lebenssinns, Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen und Ziele

Gegen: geistigen Burn-out und Überlastung

Energiesystem: 8. Chakra, ihm sind Nerven und Gehirn energetisch zugeordnet

Planeten-Energie: aufsteigender Mondknoten



Zirkon Mineral/Handschmeichler
Smaragd Handschmeichler

Smaragd - Essenz

Für: Liebe, Kraft und Weisheit des Herzens

Gegen: Pessimismus, Neid und Hass

Energiesystem: Herz-Chakra, zugeordnet sind Leber, Niere, Magen, Darm und Herz

Planeten-Energie: Merkur

Quellenhinweise

Ich danke im besonderen Erika Röthlisberger und Sabine Mrosek aus Luzern/Schweiz, die mir erlaubten aus ihren Beiträgen Texte und Bilder zu entnehmen. Die Website des Paracelsus-Center könnt ihr unter www.paracelsus-center.ch besuchen.

Paracelsus, Sämtliche Werke, Anger-Verlag Eick, 1. Auflage 1993

Hahnemann, Samuel, Organon der Heilkunst, 6. Ausgabe, Karl F. Haug Verlag, Heidelberg, 1999

Weiter danke ich den Alchemisten und Jornalisten Ulrich Arndt für das Copyright aus seinen Büchern " Edelstein- und Metallessenzen"

Gelesen habe ich zudem das Buch "Paracelsus" von Udo Benzenhöfer


von Malini Ambach

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