Weisheitsgeschichten von der Kuh - Sri K. Parvathi Kumar

Die himmlische Kuh

Vishvamitra war ein sehr machtvoller König mit großen Fähigkeiten, machtvoller noch als Napoleon und Alexander.

Eines Tages war er mit seiner Armee unterwegs, als er großen Hunger verspürte. Im Bergtal sah er einfache kleine Hütten und dachte, dass es dort wohl für ihn und seine Mannen etwas zu essen gäbe. Er hielt darauf zu und fand dort den Großmeister Vasistha, bekannt als das kosmische Mitra-Prinzip. Vishvamitra ging in den Ashram hinein, begrüßte den Meister und bat um Essen für seine Leute und sich. Der Meister war erfreut über den Besuch des Königs und bot ihm an, sich und seine Leute zu erfrischen. Inzwischen war auf frischen Palmblättern ein Mahl angerichtet. Vishvamitra war überrascht, dass das Essen auf sie wartete anstatt umgekehrt. Er fragte sich, wie das so schnell geschehen konnte. Sein Magen aber sagte, dass er darüber später nachdenken könne: "Fülle mich erst mal!" Der König folgte, aß und entspannte sich.

Dann ging er zum Meister und fragte, wie er das alles in so kurzer Zeit bewerkstelligen konnte. Der Meister lächelte und sagte: "Ich habe im Ashram eine Kuh, eine himmlische Kuh, die kamadhenu genannt wird, weil man aus ihr jeden Wunsch melken kann."(kama = Wunsch, dhenu = Kuh) Wer möchte eine solche Kuh nicht haben? Vishvamitra fragte: "Kann ich diese Kuh haben?" Vasistha sagte: "Die Kuh entschied sich, bei mir zu bleiben. Ich bin nicht der Besitzer der Kuh. Wenn die Kuh bei dir sein möchte, dann kannst du sie mitnehmen."

Der König befahl einem Soldaten, die Kuh am Genick zu packen und in die Hauptstadt mitzunehmen. Als der Soldat sich der Kuh nähern wollte, flogen aus ihr Pfeile, die mit dem Soldaten kämpften. Er konnte sich der Kuh nicht nähern, ohne von den Pfeilen verletzt zu werden. Die Soldaten berichteten dem König davon, dass sie sich der Kuh nicht einmal nähern konnten, geschweige sie festzubinden. Vishvamitra ging zur Kuh, um sie aus dem Stall zu holen, doch eine Kraft stieß ihn weg. Weil er König war, fühlte er Gedanken der Rache, weil er keine Beleidigung akzeptieren konnte. Er entschied, die Kuh zu töten. Er nahm Pfeil und Bogen auf und begann, mit der Kuh zu kämpfen. Dabei musste er feststellen, dass die Kuh viel mächtiger war als er. Er rief himmlische Waffen an und benutzte sie gegen die Kuh. Die Kuh muhte, was bedeutete, dass sie das nicht kümmert. Der König war überrascht und dachte, dass er vom Meister den Hinweis erhalten sollte, was das für eine besondere Sache ist mit der Kuh.

"Meister, du sagtest, dass ich die Kuh mit mir nehmen kann, aber du gabst mir den Schlüssel nicht". Der Meister antwortete: "Dafür gibt es keinen Schlüssel, ich sagte dir doch, dass ich zu ihr gehöre und dass sie nicht mir gehört. Wenn du möchtest, dann kannst auch du von ihr mit Gutem bedacht werden." Der König fragte, wie er ihre Güte denn erreichen könne. Vasistha sagte: "Geh und mache tapas (Buße), bis du ihre Gunst erreichst." Vishvamitra musste sehr feurige tapas machen, und zum Schluss erreichte er die Gunst der Kuh.

Diese Kuh ist DAS WORT, das Wort, das Vasistha erreicht hatte, das alles manifestiert, was erforderlich ist.

Lotus   
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Das Gesetz der Schöpfung


Der Adoptivvater von Krishna war ein großer Eingeweihter, der als NANDA bekannt ist. Die Bedeutung von NANDA ist Fülle, Freude und Zufriedenheit. Es ist ein Zustand des Glücks, das aus Erfüllung besteht.
Eines Tages bekam er die Idee, ein großes Ritual zur Verehrung des Königs der Himmlischen auszuführen und traf ausführliche Arrangements. Er informierte den jungen Krishna über sein Vorhaben. Krishna fragte: "Wofür machst du dieses große Ritual?" "Um den König der Himmlischen zu erfreuen", lautete die Antwort. "Warum willst du den König der Himmlischen erfreuen?" fragte Krishna. Nanda antwortete: "Um regelmäßigen Regen zu haben, damit die Menschen und Tiere genügend Nahrung bekommen". Krishna lächelte.
"Warum lächelst du?" fragte der Vater. "Der König der Himmlischen kann keine persönlichen Gaben verteilen, ER ist dem Gesetz der Schöpfung unterworfen, alle Engel und Erzengel werden von dem Gesetz der Schöpfung regiert. Nur weil du ihn anbetest und lobpreist, kann er dir keine besonderen Gaben gewähren. Die Devas sind als Botschafter tätig für jene, die nach Rechtschaffenheit leben. Wer nicht in der richtigen Weise handelt und damit fortfährt, diese Art von Ritualen und Verehrungen durchzuführen, für den sind das alles fruchtlose Übungen".
Der Vater fragte Krishna: "Was möchtest du, was ich tue?" Krishna sagte: "Kümmere dich um die Menschen, die von dir abhängen. Stelle sicher, dass sie Nahrung, Unterkunft und Kleidung haben, arbeite für ihr Wohl. Gott existiert in den Formen jener, die dich umgeben. Indem du deinen Nächsten dienst, hast du Gott gedient. Stelle sicher, dass die Kälber von den Kühen genügend Milch erhalten, stehlt den Kühen nicht die Milch und verweigert diese nicht den Kälbern. Die Kälber sind nicht so habgierig wie die Menschen; sie trinken nicht die ganze Milch der Kühe; sie leiden nicht unter dem Unsicherheitssinn, den die Menschen haben. Sorgt dafür, dass die Kälber ausreichend Milch bekommen, der Rest mag den Menschen dienen. Stelle sicher, dass die Kühe und Kälber glücklich sind. Kann eine Frau ihre Milch anderen Kindern als dem eigenen geben? Zuerst kommt ihr eigenes Kind, sie denkt niemals an andere Kinder. In diesem Sinn ist die Kuh weit besser als der Mensch, sie gibt auch den Menschen. So müssen wir auch für die Kühe und Kälber sorgen."


Auszug aus Vorträgen von Dr. K. Parvathi Kumar

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