Der Schwärzler Hof

Bewirtschaftet von Susanne und Walter Schwärzler mit ihren vier Kindern


Die Familie Schwärzler begann im Jahre 1985 mit der Umgestaltung des ehemalig reinen Grünlandbetriebes. Die 15 Hektar Wiese wurden durch Hecken, Obstbäume, Acker, Garten- und Kräuterflächen kultiviert.

Neben dieser vielfältigen Pflanzenwelt entstand ebenfalls Lebensraum für zahlreiche Tierarten. So leben auf Weiden zwischen Hecken und Apfelbäumen Schafe mit Gänsen, Pferden und Kühen.

Familie Schwärzler

"Unsere klein strukturierte Landwirtschaft entwickelte sich zu einem Hoforganismus, in dem sich die einzelnen Lebensbereiche zu einem gesunden Kreislauf zusammenfügen. Hieraus entsteht eine natürliche Qualität, die letztendlich bis zum Lebensmittel erhalten bleibt, bzw. durch unsere speziellen Pflanzenpräparate noch gesteigert wird", erklärt Biobauer Walter Schwärzler.

Der auf dem Demeter-Prinzip basierende Biologisch-Dynamische-Landbau bedient sich spezieller Präparate aus Blüten, Wurzeln und Blättern, sowie Mineralien, die feinstofflich den Boden beleben und so dessen Gesundungsprozesse anregen, und verzichtet auf jegliche chemische, bzw. gentechnische Maßnahme. Gleichzeitig berücksichtigt er die Mond- und Planetenrhythmen bei Aussaat, Pflege und Ernte.

Tier- und Pflanzenvielfalt wurden hier durch eine offene Hofgestaltung ermöglicht. So leben auf einer Wiese zahlreiche Pferde, Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, Hühner und Schweine miteinander.

Schülerführung
Der Dung dieser Tiervielfalt am Schwärzler Hof unterstützt und mehrt eine beachtliche Pflanzen- und Kräutervielfalt, die bei Mensch und Tier als natürliche Medizin Verwendung findet.

Zahlreiche Schulklassen und andere Interessierte finden jährlich den Weg zum Schwärzler Hof. Anhand von praktischen Beispielen und Kontakt mit Tieren und Pflanzen wird den Kindern auf der mehrstündigen Führung diese ausgewogene landwirtschaftliche Kultur vermittelt.

Die Wolle der Schafe wird am Hof selbst verarbeitet. Denn "früher hatte ein Hof so viele Schafe, wie man Wolle für Kleidung brauchte", erklärt Biobäuerin Susanne Schwärzler. Zweimal im Jahr werden die Schafe von ihr geschoren, die Wolle wird anschließend gewaschen und kardiert. Sie fertigt daraus mit pflanzengefärbter Wolle warme Haus- und Handschuhe, sowie Hüte und andere Filzwaren.

Schwärzlers Kühe tragen Hörner

Schur

Kühe und deren Hörner werden auf dem Schwärzler Hof nicht "voneinander getrennt". Denn das Horn der Kuh, wie auch das Horn fast aller anderen Wiederkäuer, wird durchblutet und somit als Organ betrachtet. Nur eine Kuh mit Horn behält ihre volle Lebensenergie, die durch kräuterreiches, silagefreies Futter der hofeigenen Wiesen begünstigt wird. Das wirkt sich letztendlich auch auf deren Verdauung und folglich auf die Qualität der Milch aus.

Selbst der Mist von behornten Kühen beeinflusst laut verschiedener Untersuchungen das Bodenleben, die Pflanzenvielfalt und die Feld-, bzw. Ackerprodukte positiv.

Hörnertragende Kuh

Ein Blick in Schwärlzers Stall sagt mehr als viele Grundsatzerklärungen. Unter der Balkendecke liegt ein großer, von hölzernen Gattern unterteilter Raum, der den Kühen viel Patz und Stroh bietet, dazu eine lange Steintränke, die eine Quelle auf dem Hof mit frischem Wasser speist. So großzügig und artgerecht versorgt, hat jedes Tier genug Spielraum und keinen Grund, sich gegen ein anderes aggressiv zu verhalten. Logisch, dass alle Hörner tragen: "Die Hörner sind die Krone der Kuh", sagt die Susanne Schwärzler.

Tatsächlich sind sie viel mehr als ein Kopfschmuck. "Manche Stellen, die sie nicht mit der Zunge erreichen können, lassen sich mit dem Horn kratzen", erklärt Schwärzler. Hörner spielen auch eine Rolle als Temperaturregulator - bei Fieber wirkt das sonst körperwarme Horn kühl. Hörner nützen sogar der Verdauung. "Wenn die Kuh wiederkäut, dringen Gase über die Stirnhöhlen bis in die Hornzapfen hinein", sagt Susanne Schwärzler. Je schwerer verdaulich das Futter sei. desto mächtiger seien die Hörner. Zebu-Rinder, die in der afrikanischen Steppe nur harte Gräser finden, oder Kühe auf kargen Weiden des schottischen Hochlands besitzen besonders große Hörner.

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Familie Schwärzler. www.schwaerzler-hof.de

Weitere Beiträge zum Thema Kuh auf dieser Website:

Literaturhinweise

Die Kuh und ihre Hörner (2 Hefte)
Herausgegeben von der Kulturgemeinschaft zur Förderung/Pflege des Biologisch-Dynamischen Landbaus e.V.
Bestellung: www.bioring-allgaeu.de

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