Tulasi Devi


Ich verneige mich vor Tulasi,
an deren Füßen sich alle heiligen Orte befinden,
an deren Krone alle Gottheiten anwesend sind
und in deren Mitte die gesamten Veden gegenwärtig sind.



Dr. K.P.Kumar


"Die Weisen aus dem Altertum liebten und verehrten die Bäume, wie z.B. den Banyanbaum, Bilva oder Tulasi. Nicht, weil der Baum Obst produzierte oder weil man Profit machen konnte, sondern weil sie wussten, dass sie in Wirklichkeit eins mit der gesamten Natur sind." - Amma


Vortrag von Dr. K. Parvathi Kumar in Pr. Oldendorf am 14. Juni 2012

Es ist etwas Großes um Tulasi. Ihr könnt sehen, dass ich tief erfreut und berührt war als ich in diesen Raum kam und so viele Tulasi-Pflanzen sah.

Es gibt zwei Sorten von Tulasi: Eine wird Rudra-Tulasi genannt, die andere heißt Krishna-Tulasi. Rudra-Tulasi hat die Schwingungen des kosmischen Willens und Krishna-Tulasi die Schwingung der Synthese. Die Geschichte sagt, der Wert von Tulasi sei viel größer als alle Reichtümer, die ein Mensch besitzen kann. Deshalb spricht der Herr in der Bhagavad Gita: "Ich brauche keine anderen Opfergaben, nichts übertrifft Tulasi."

Wenn ihr die Pflanze betrachtet, seht ihr, dass sie sich auf vierfältige Weise entwickelt, wie ein Kreuz. Wir schauen nicht genau hin, deshalb sehen wir es nicht. Sie bildet ein vierarmiges Kreuz, und wenn ihr solche vierfältigen Blätter dem Herrn zu Füßen legt, findet er daran großen Gefallen, mehr als an allen anderen Opfergaben, die ihr ihm darbringt. In den Puranen heißt es, die vierfältigen Blätter der Tulasi-Pflanze erfreuen den Herrn mehr als Blumen. Es ist sehr aufmerksam und durchdacht von Christina, dass sie diese Samen aus Indien mitgebracht, daraus Pflanzen gezogen und diese an uns verteilt hat. Dies sind Rudra-Tulasi, was bedeutet, dass sie eine Menge Willensenergie enthalten. So hat Christina instinktiv eine Rudra-Tulasi genommen und nicht eine Krishna-Tulasi.

Ich sah auch gleich diese ansprechende Broschüre und als ich sie las, war ich sehr erfreut.

Sie hat diese Broschüre drucken lassen und mir mit einer schönen Rudra-Tulasi Pflanze übergeben. Christina hat sie ebenso an die anderen Gruppenmitglieder, zusammen mit der Pflanze, verteilt. Auf dieser Broschüre steht "Shre Tulasi Devi" auf Hindi und Englisch.

In der Broschüre wird die Bedeutung der Tulasi Devi beschrieben, unter welchen Bedingungen die Pflanze am besten gedeiht, welche Beschaffenheit und Eigenschaften sie hat und über ihre medizinischen Wirkungsweisen, wie sie von mir gegeben wurden.

Diese Pflanze braucht tropische Wärme, die Temperatur sollte nicht unter 20 Grad Celsius liegen. Man muss sie also warm halten. Im Sommer, wenn die Sonne scheint, kann man sie auch an einen warmen Platz nach draußen stellen.

Der medizinische Wert ist in diesem Heftchen geschildert, aber die Schönheit zeigt sich auf dem Titelblatt als "Shre Tulasi Devi". Was wir auf der Rückseite sehen, ist eine Krishna-Tulasi mit der Energie der Synthese. Die Samen der Krishna-Tulasi sind von violetter Farbe. Wenn ihr die Pflanze ganz genau betrachtet, kann sie euch viele Dinge vermitteln.

Es gibt eine Geschichte aus dem Leben von Krishna.

Lord Krishna hat acht Frauen um sich. Unter ihnen ist eine, die ständig wissen möchte, welche von ihnen die Beste ist. Also fragte sie den Weisen Narada. (Narada entspricht dem kosmischen Michael.) Sie stellt ihm die Frage, wen seiner acht Frauen Krishna wohl am liebsten mag. Darauf antwortet der Seher: Jene, die ihn aufwiegen kann mit allem was sie hat. Darauf erkundigt sich die Dame: Kann ich ihn mit Schmuck aufwiegen? Ich lege all meinen Schmuck in die eine Waagschale, und er kann in der anderen sitzen. Kann ich ihn so aufwiegen? Du solltest alles herbeiholen, alles Materielle, Spirituelle und jede Energie, die ihm gleicht. So versucht diese Dame ihn mit Hilfe ihres gesamten Schmucks aufzuwiegen. In der einen Waagschale sitzt er, und in die andere legt sie ihren Schmuck. Die Waage bewegt sich nicht. Dann gibt sie alle ihre Edelsteine dazu und schließlich ihren gesamten Besitz. Sie wundert sich, warum er so schwer ist, schwerer als alles, was man als Gegengewicht hineinlegt. Das überrascht sie.

Es bringen noch viele Leute alle möglichen Dinge und legen sie in die andere Waagschale - keine Bewegung. Dann sagt eine der Frauen, die erste: "Du kannst ihn nicht aufwiegen. Selbst wenn du die ganze Schöpfung in die Waagschale legst und ihn in die andere, so wäre er schwerer, denn Er ist die Basis von allem."

Die erste Frau meint, es ist dumm, zu denken, wir könnten den Herrn mit Hilfe der Dinge aufwiegen, die wir besitzen. Dann geht sie zur Tulasi-Pflanze und nimmt einen Satz von vier Blättern. Sie lässt alle anderen Dinge aus der zweiten Waagschale entfernen, entbietet dem Herrn ihren Gruß und legt die Blätter dann hinein. Daraufhin sind die Waagschalen ausbalanciert. Nun waren alle überrascht. Ist dieses kleine Pflänzchen so wertvoll, dass es dem Herrn gleichkommt? Darauf sagt der Weise: "Es ist nicht die Pflanze, es ist nicht der Reichtum, sondern erst wenn du dich dem Herrn ganz hingibst, ist Er bereit, sich dir anzunähern. Es ist die Selbsthingabe, die den Herrn erfreut und Tulasi ist eine Pflanze, die diese hingebungsvolle Energie enthält."

Ihr könnt mir alles Mögliche opfern, aber niemand bietet sich selbst als Opfergabe an, sagt der Herr. Tulasi ist wie sie, und so das beste Beispiel für Selbsthingabe. Wenn wir unser Selbst dem Göttlichen hingeben, dann ist das Göttliche erfreut und nähert sich uns an. Ihm ebenbürtig zu werden bedeutet, dass Er uns emporhebt, sodass wir werden wie Er ist. Das sagt auch Meister CVV: "Wer immer sich mir hingibt, den werde ich zu dem erheben, was ICH bin."

Es ist wirklich etwas Großes um Tulasi. Ihr könnt jetzt verstehen, warum ich tief erfreut bin.

Ich kann nur sagen, dass es wirklich ein sehr guter und erhebender Gedanke von Christina war, diese Samen hierher zu bringen, daraus die Pflanzen zu ziehen und diese dann an Gruppenmitglieder zu verteilen.

Also, vielen Dank dafür, dass du uns diese Pflanze geschenkt hast.

Dr. K.Parvathi Kumar



'Oh, Narada! In jedem Haus, in jedem Dorf, in jedem Wald, wo die Tulasi-Pflanze angebaut wird, gibt es kein Elend, keine Angst, keine Krankheit und keine Armut'



'Tulsi in allen Aspekten und Orten ist heiliger als heilig. Wo der Wind durch Tulsi Pflanzen weht, werden die umliegenden Gebiete gereinigt.' - Amma







Die vielfältigen Wirkungsweisen von Tulsi, die als ein Segen für die Menschheit angesehen werden, sind folgende:

Tulsi hat eine große Heilkraft und sehr vielfältige medizinische Wirkungen. Die Blätter wirken beruhigend auf die Nerven und schärfen das Gedächtnis. Sie unterstützen den Auswurf bei Husten, indem sie helfen, den Schleim aus den Bronchien zu lösen und sind allgemein bei Verschleimungen der Atemwege heilsam. Die Blätter stärken den Magen. Die Samen der Pflanze sind in Verbindung mit Wasser schleimbildend.

Ein Tee aus Tulsi wird als hilfreich bei Verdauungsbeschwerden beschrieben und wird Kindern mit Magenschmerzen zum Trinken gegeben.

Tulsi ist hilfreich bei Kopfschmerzen. Ein Absud der Blätter kann bei diesen Beschwerden gegeben werden. Gestampfte Blätter, mit Sandelholzpaste vermischt, können auch auf die Stirn aufgetragen werden, um Linderung bei Hitze oder Kopfschmerzen zu finden und um sich im Allgemeinen abzukühlen.

Zur Verbesserung des Gedächtnisses verwendet man in der Ayurveda 5 Tulsi Blätter, zusammen mit etwas Wasser, morgens auf nüchternen Magen. Alternativ kann man 10 Tulsi-Blätter zusammen mit 5 schwarzen Pfefferkörnern, 4 Mandeln und etwas Honig zerstampfen und auf nüchternen Magen zu sich nehmen. Tulsi beruhigt die Nerven, stimuliert die Gehirnaktivität und führt, wenn man es regelmäßig einnimmt, zur Verbesserung des Gedächtnisses.

Tulsisaft hat sich als Heilmittel bei entzündeten Augen und bei Nachtblindheit, die im Allgemeinen durch ein Defizit von Vitamin A hervorgerufen wird, bewährt. Zwei Tropfen vom schwarzen Tulsisaft werden täglich, abends vor dem Schlafengehen, in die Augen geträufelt, wodurch sich die Sicht verbessert.

Tulsi kann man bei Fieber und allgemein bei Erkältungskrankheiten verwenden. Zudem sind die Blätter der Tulsi-Pflanze auch bei unterschiedlichsten Arten von Fieber hilfreich. Während der Regenzeit, wenn Malaria und das Dengue-Fieber weit verbreitet sind, werden die zarten Blätter als Tee aufgekocht und vorbeugend gegen diese Arten von Fieber eingesetzt. Bei hohem Fieber wird ein Absud der Blätter, zusammen mit Kardamom-Pulver, in einem halben Liter Wasser aufgekocht und mit Zucker und Milch getrunken. Dadurch sinkt die Körpertemperatur. Dabei sollte ein Extrakt bestehend aus Tulsi-Blättern, die in frisches Wasser eingelegt werden, alle 2 bis 3 Stunden getrunken werden. Auch bei Kindern ist es sehr wirksam, um die Körpertemperatur zu senken.

Der Saft der Tulsi-Blätter ist heilsam bei Kinderkrankheiten wie Husten, Erkältung, Fieber, Durchfall und Erbrechen. Die Entstehung der Pusteln bei Windpocken kann sogar hinausgezögert werden, wenn man Tulsi-Blätter zusammen mit Safran einnimmt.

Tulsi ist ein wichtiger Bestandteil von Ayurvedischem Hustensirup und von schleimlösenden Heilmitteln. Es hilft, den Schleim in den Bronchien zu lösen und ist auch bei Asthma sehr wirksam, und hält zudem die Atemwege ganz gesund. Das Kauen auf Tulsi-Blättern lindert somit Husten und Schnupfen.

Eine Prise Salz, zusammen mit etwas schwarzem Pfeffer, 15 Tulsi Blättern und etwas Ingwer, wird in 250 ml Wasser gekocht - bis die Flüssigkeit zur Hälfte verdampft ist. Dies kann bei Husten, Halsschmerzen, Schnupfen und auch bei Gliederschmerzen hilfreich sein. Es wird heiß und schluckweise dreimal am Tag getrunken und kann auch zum Gurgeln verwendet werden. Bei Asthma empfiehlt es sich, Tulsi-Saft zusammen mit etwas Honig dreimal am Tag einzunehmen. Auch ein Absud der Blätter, zusammen mit Honig und Ingwer, ist ein wirkungsvolles Heilmittel bei Bronchitis, Asthma, Husten und Erkältungen.

Zur Behandlung von Grippe kocht man in der Ayurveda 45 Tulsi Blätter zusammen mit 600 ml Wasser auf, bis das Wasser zur Hälfte verdampft ist. Man kann es zusammen mit einer Prise Salz - und bei Bedarf auch mit Nelken - dreimal am Tag warm trinken. Dadurch wird das Schwitzen angeregt was die Heilung fördert.

Tulsi-Blätter sind bei Geschwüren und Entzündungen der Mundhöhle recht wirksam. Wenn man einfach ein paar Blätter kaut, werden diese Beschwerden heilen. Darüber hinaus sind die Blätter auch für eine gesunde Mundhygiene hilfreich.

Diese Heilpflanze ist auch wirksam bei Zahnbeschwerden. Wenn ihre Blätter in der Sonne getrocknet und zu Pulver verarbeitet werden, kann man es zum Zähneputzen verwenden. Es kann auch, mit Senföl vermischt, zu einer Paste verarbeitet und als Zahnpasta gebraucht werden. Das ist sehr gut, um die Gesundheit der Zähne aufrechtzuerhalten, wirksam bei Mundgeruch und um damit den Gaumen sanft zu massieren.

Bei Herzschwäche und Herzkrankheiten hat Tulsi eine heilsame Wirkung und senkt sogar den Cholesterinwert im Blut.

Tulsi-Blätter gelten als ein Anti-Stressmittel. Tulsi ist dafür bekannt, vor Stress zu schützen. Sogar gesunde Menschen können 12 Blätter der Tulsi Pflanze zweimal täglich kauen, um Stress vorzubeugen. Dies reinigt das Blut und hilft, vielen Krankheiten vorzubeugen.

Tulsi hat eine stärkende Wirkung auf die Nieren. Wenn man bei Nierensteinen den Saft der Tulsi-Blätter zusammen mit Honig über sechs Monate regelmäßig einnimmt, können die Nierensteine auf diese Weise über die Harnröhre ausgeschieden werden.

Diese Heilpflanze bietet Schutz vor Insektenstichen und wirkt auch als prophylaktisch. Ein Teelöffel des Saftes dieser Blätter kann im Abstand von ein paar Stunden wiederholt eingenommen werden. Den frischen Saft der Blätter kann man auch auf die betroffenen Stellen auftragen. Ebenso ist eine Paste aus den Wurzeln wirksam.

In der Ayurveda werden frische Tulsi-Wurzeln mit etwas Wasser zermahlen und auf Wespen- und Bienenstiche oder Bisse von Würmern oder Blutegeln aufgebracht. Hierfür kann man auch die Stengel und Tulsi Blätter verwenden.

Tulsisaft ist, lokal angewendet, sehr heilsam bei der Behandlung von Ringelflechte oder allgemein bei Hautkrankheiten. Auch bei Leukoderma (Weißfleckenkrankheit) kann Tulsi eine heilsame Wirkung zeigen. Zudem sind gemahlene Tulsi Blätter, mit etwas Wasser zubereitet und äußerlich aufgebracht, hilfreich bei der Behandlung von Vereiterungen.
 

Inhaltsstoffe der Tulsi-Pflanze (Ocimum sanctum)

Ascorbinsäure, Carotin, Alkaloide, ß-Sitosterol, Glycoside, Saponine, Tannin, Bornylacetat, Cadinen, Camphen, Camphor, Carvacrol, ß-Caryophyllene, Decylaldehyd, Eugenol, Stigmasterol, Humelen, Limonen, Methylchavicol, Nerol, Alpha- und ß-Pinen, Gamma-Selinen, ß-Carotin, Apigenin, Luteolin, Molludistin, Oreantin, Ursolsäure, Sitosterol, Galuteolin, Cirsilineol, Gallsäure, Kaffeesäure, 4-Hydroxybenzaldehyd, Palmitinsäure, Stearinsäure, Myristinsäure, Ölsäure, Linolsäure und Linolensäure.


"O Srimati Tulasi-Devi! O Vrnda-Devi, die du Sri Krishna sehr lieb bist, ich erweise Dir immer wieder meine achtungsvollen Ehrerbietungen! O Göttin, Du gewährst hingebungsvollen Dienst für Sri Krishna, und Du bist im Besitz der höchsten Wahrheit!" (Pranama-Mantra aus den Purana-Schriften)


Tulsi-Ritual nach Amma

Die Tulasi ist ein Beispiel dafür, dass wir uns darüber bewusst werden, wie nötig es ist, heilige Pflanzen zu achten, die medizinische Eigenschaften besitzen. Tulasi ist als 'Lebenselixier' bekannt, ein Kraut, das nicht nur das Immunsystem unterstützt, sondern auch unsere Hingabefähigkeit fördert. Tulasi bedeutet "die Unvergleichbare", und wurde von den Rishis schon vor langer Zeit als eine der wirksamsten Heilpflanzen angesehen. Amma rät uns, eine Tulasi-Pflanze zuhause einzupflanzen und sie täglich zu verehren, um mit dieser Übung eine engere Beziehung zur Natur herzustellen. Dies hilft uns auch, unser Herz zu öffnen und Hingabe, Glaube, Mitgefühl und Klarheit zu entwickeln. Der Sinn dieses Rituals besteht darin, der Mutter Natur zu danken und die der Pflanze innewohnende Gottheit zu verehren.

Jeder Baum oder jedes Gewächs, zu dem Sie eine besondere Verbindung haben, sind für diese Praktiken geeignet. Dieses Ritual erfolgt traditionell am Morgen, wenn man die Pflanzen gießt und ihnen somit Wasser darbietet.




KLIM Krishnaya Govindaya
Gopijana Vallabhaya Namaha

Bedeutung des Mantras:

Der Glückselige,
der auch der Unsichtbare (Krishna) ist,
der Meister von allem, was ist,
der, der den Jüngern der Liebste ist,
Ihm erbieten wir unsere Grüße.



Wir danken allen, die ihre Erfahrungen mitgeteilt und Berichte über Tulasi geschrieben haben, und sind froh, diese zur Vertiefung hier einfügen zu können.




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