Thailand - Reisebericht


Reiseroute durch Thailand

3 Wochen Thailand, 3 Wochen Abenteuer: so haben wir unsere Thailandreise erlebt. Mittelpunkt unserer Reise war Bangkok, wo wir gelandet sind und von wo aus unsere Touren starteten. Die erste Tour führte uns für 11 Tage in den Süden Thailands, die zweite für 8 Tage in den Norden. Zwischen den beiden Touren hatten wir ein paar freie Tage in Bangkok. Die Touren, die wir unternahmen, wurden von einem thailändischen Reiseunternehmen (www.etc.co.th) durchgeführt, d.h. wir hatten einen thailändischen Führer, der nicht nur die Landessprache sprach, sondern sich auch hervorragend auskannte und entsprechende Kontakte hat. Wir fühlten uns bei ihnen sehr aufgehoben. Die Reisegruppen waren max. 12 Leute stark, so dass wir problemlos lokale Transportmittel und teilweise auch lokale Unterkünfte bei Einheimischen nutzen konnten.

Das erste, womit wir uns arrangieren mussten, war die extrem hohe Luftfeuchtigkeit in Bangkok und im Süden Thailands. Der Schweiß lief, ohne dass wir auch nur einen Finger bewegten. Daran musste sich der Körper erst einmal gewöhnen. Dann gab es natürlich viele Klimaanlagen in Hotels und Autos, Ventilatoren in Restaurants und offene Fenster in Pick-ups und Bussen. Hier musste man höllisch aufpassen, dass man sich nicht erkältete, wenn man völlig verschwitzt war.

Das zweite, womit man sich arrangieren musste, waren die Tiere, die zum einen Europäern unbekannt und zum anderen viel größer und vielfältiger waren, als wir sie kannten. Da gab es in manchen Gebieten und zu bestimmter Jahreszeit Malariamücken, normale Moskitos, Kackerlacken, Schlangen, riesige Krähen, Skorpione, ...

Südtour


Kanchanaburi

Tempel in Bangkok Brücke am Kwai Erawan-Wasserfälle in Kanchanaburi
Tempel in Bangkok
Brücke am Kwai
Erawan-Wasserfälle in Kanchanaburi


Unsere erste Tour beginnt in Bangkok bzw. in einem Ort in dessen Nähe: Wir machen einen Ausflug nach Kanchanaburi, wo wir zunächst ein Museum (www.thailandguidebook.com/k_museum.html) besuchen, in dem gezeigt wird, dass der 2. Weltkrieg auch in Thailand seine grausamen Spuren hinterlassen hat. Die Japaner haben von 1942 bis 1943 eine Eisenbahnstrecke als strategischen Versorgungsweg von Thailand nach Burma gebaut. Diese Strecke wird auch als Todeseisenbahn bezeichnet, weil zu dessen Bau Kriegsgefangene aus England, Australien, Amerika und Holland sowie aus Indien, Malaysia, Singapur und Burma eingesetzt wurden, und die Unterkünfte und Behandlung der Gefangenen an die Verhältnisse in KZs erinnern. Die Hälfte der Gefangenen starb an Unterernährung, Tropenkrankheiten, der harten Arbeit und schlechten Behandlung durch die japanische Armee. Japanische Ingenieure hatten nämlich ausgerechnet, dass der Bau der Eisenbahn, die übrigens auch über den River Kwai führt (der durch einen Filmtitel bekannt ist) 5 Jahre dauern würde. Tatsächlich wurde die Strecke in 16 Monaten fertiggestellt.

Nach dem Besuch des Museums, in dem wir all dies erfahren, besuchen wir noch einen Gefangenen-friedhof und die Brücke über den River Kwai, die nach ihrer Zerstörung durch eine Bombe wieder aufgebaut wurde.

Anschließend fahren wir zu den Erawan-Wasserfällen, die 7 Ebenen haben. Jede Ebene stellt einen kleinen Wasserfall und ein natürliches Schwimmbad für die Einheimischen (und Affen) dar. Auch wir gehen auf einer Ebene schwimmen, bevor wir nach Bangkok zurückfahren, um von dort aus mit dem Nachtzug in den Süden Thailands zu fahren.

Kao Sok-Nationalpark


unsere Unterkunft im Nationalpark schwimmendes Dorf Wanderung durch den Dschungel Höhlendurchquerung
unsere Unterkunft im Nationalpark
schwimmendes Dorf
Wanderung durch den Dschungel
Höhlendurchquerung


Wir kommen mit dem Zug in Surat Thani an, frühstücken erst einmal und nehmen dann einen Pick-up, um in den Kao Sok-Nationalpark zu fahren. Dieser Nationalpark liegt im Regenwald, der nach unserer Ankunft seinem Namen alle Ehre macht: es gießt in Strömen und gewittert, dass unsere Hütten, in denen wir untergebracht sind, beben. Zum Glück ist der Regen nur von kurzer Dauer, so dass wir bereits am nächsten Tag einen Ausflug im Nationalpark machen können: Zunächst fahren wir mit dem Auto zu einem Stausee, der das größte Trinkwasserreservoir Thailands darstellt. Über diesen Stausee fahren wir für 1,5 h in einem Longtailboot zu einem schwimmenden Dorf. Das schwimmende Dorf ist aus und auf Bambus gebaut und wird von Thais als Wochenenderholungsort genutzt. Der Stausee ist übrigens gefluteter Dschungel, was noch immer an den Baumskeletten erkennbar ist, die mitten im Stausee stehen. Im schwimmenden Dorf lassen wir unser mitgebrachtes Gepäck zurück und nehmen nur unseren Fotoapparat auf die Wanderung durch den Dschungel mit. Dort sehen wir wunderschöne Schmetterlinge und exotische Pflanzen, riesige Bäume und Lianen, die so stark sind, dass man sie als Schaukel benutzen kann. Leider gibt es im Dschungel auch Blutegel, die uns etwas zur Eile antreiben, denn an sich schnell bewegenden Lebewesen können sie sich nicht festsaugen. Trotzdem findet jedes Mitglied unserer Gruppe mindestens einen Blutegel an seinem Körper, als wir uns vor der Tropfsteinhöhle, die wir noch durchqueren werden, daraufhin untersuchen. In diesem Nationalpark gibt es übrigens nicht nur Blutegel, sondern auch gefährliche Tiere, wie z.B. Tiger. Die bekommen wir aber zum Glück nicht zu Gesicht.

Bei der Durchquerung der Tropfsteinhöhle folgen wir mit Hilfe von Taschenlampen dem Flusslauf und können faszinierende Gesteinsformationen, Handteller große Spinnen, Fledermäuse und blinde Fische beobachten. Teilweise müssen wir dem Fluss in seinem Flussbett folgen, d.h. durch knietiefes Wasser waten und sogar an einem Seil entlang schwimmen. Unsere Fotoapparate und Geldbeutel werden in diesen Phasen der Höhlendurchquerung in einen wasserdichten Beutel gepackt.

Nach der Höhlendurchquerung geht es in einem "Dauerlauf" (um nicht wieder von Blutegeln ausgesaugt zu werden) durch den Dschungel zurück zu dem schwimmenden Dorf, in dem wir zu Mittag essen und noch etwas schwimmen gehen dürfen. Hier ziehen wir uns auch wieder trockene Kleider an, was völlig unnötig ist, denn auf unserem Weg über den Stausee zurück zu unserem Auto regnet es sehr heftig - 1 h lang. Bevor wir dann zu unserer Unterkunft und den trockenen Kleidern fahren, halten wir noch kurz an einem lokalen Markt und kosten thailändische Süßigkeiten und Obst.

Ko Samui und Ko Tao


Sandstrand von Ko Samui Sonnenuntergang eine Thai grillt am Strand Maiskolben kristallklares Wasser vor Ko Tao
Sandstrand von Ko Samui
Sonnenuntergang
eine Thai grillt am Strand Maiskolben
kristallklares Wasser vor Ko Tao


Nach diesen eineinhalb Tagen im Kao Sok-Nationalpark fahren wir mit dem Pick-up wieder nach Surat Thani zurück, um von dort mit der Fähre auf die Insel Samui überzusetzen. Diese Insel hat sehr viele schöne Sandstrände und ist deshalb aber auch sehr touristisch, wobei es außer Sonnenbaden, Schwimmen und Party nicht viele Möglichkeiten für Unternehmungen gibt. So machen wir eineinhalb Tage Urlaub am Strand, was zur Abwechslung und Erholung auch ganz angenehm ist.

Nach der Insel Samui lernen wir noch die Insel Tao kennen. Sie ist eine Taucherinsel, weil es nicht so viele Sand-, sondern mehr Felsenstrände gibt, was die Wasserqualität unglaublich verbessert. Auch ist die Insel kleiner als Samui und nicht so touristisch, denn außer Tauchern verirren sich nur wenige auf diese Insel. Leider regnet es am Tag nach unserer Ankunft viel, so dass wir auch an diesem Tag nicht viel unternehmen außer einer kleinen Shoppingtour in dem einzigen größeren Ort der Insel. Am darauffolgenden Tag allerdings fahren wir mit einem Boot um die gesamte Insel. Das Boot hält in 5 Buchten für einige Zeit an, um den Passagieren Zeit für das Schnorcheln zu geben. Ein Mitglied unserer Gruppe sieht bei dieser Gelegenheit in einer Bucht sogar einen Hai, und wir alle können unglaublich viele verschiedene Fische in den exotischsten Farben bewundern.

Bangkok

geschäftiges Treiben in Bangkok Tuk-Tuk (lokales Transportmittel) Buddhas in einem Tempel Kao San Road
geschäftiges Treiben in Bangkok
Tuk-Tuk (lokales Transportmittel)
Buddhas in einem Tempel
Kao San Road


Wieder für ein paar Tage zurück in Bangkok bewundern wir verschiedene Sehenswürdigkeiten: den Grand Palace und Wat Phra Keo, Wat Pho und China Town, einen stehenden Buddha und die Kao San Road, ... Außerdem besuchen wir einen Tempel, in dem Ausländern Fragen zum Buddhismus von einem Mönch beantwortet werden und in dem man auch Meditation lernen kann (www.section-5.org/index_ english.html). Dieses Kloster bietet außerdem Ausländern an, sich für mehrere Tage in Form eines Retreats ganz ins Kloster zurückzuziehen und nach den Regeln der Mönche zu leben und zu meditieren. Einige Regeln sind z.B.: das Kloster darf ohne Genehmigung nicht verlassen werden, es darf weder Schmuck noch Kosmetik getragen werden, Rauchen ist verboten und Essen nach 12.00 Uhr. Das Retreat allerdings können wir aufgrund unseres Zeitplanes nicht mitmachen. Aber es muss ja nicht der letzte Thailand-Besuch gewesen sein?!

Nordtour


Chiang Mai

Herstellung eines Papierschirms Treppe zum Tempel bei Chiang Mai Mönche betreten einen Tempel
Herstellung eines Papierschirms
Treppe zum Tempel bei Chiang Mai
Mönche betreten einen Tempel


Nun beginnt der zweite Teil unserer Thailand-Reise: der Norden. Wir fahren mit dem Nachtzug nach Chiang Mai. Dort besuchen wir einige Handarbeits-Werkstätten, in denen thailändische Papierschirme hergestellt und bemalt werden, eine Seidenfabrik, in der Seidenraupen ihren Kokon spinnen und Frauen diesen Kokon zu einem Seidenfaden verarbeiten und Seidenstoffe weben und eine Schmuck- und Edelsteinfabrik, in der Ringe und Ketten gefertigt werden. Nach diesen Werkstätten und Fabriken besuchen wir noch einen Tempel, der auf einem Berg etwas außerhalb von Chiang Mai liegt. Dort befragen wir ein Stäbchenorakel und lassen uns mit Wasser von einem Mönch segnen.

Dschungeltour - 1. Tag

Gibbon Strohhütte eines Lisu-Dorfes Lisu-Frauen verkaufen Handarbeiten
Gibbon
Strohhütte eines Lisu-Dorfes
Lisu-Frauen verkaufen Handarbeiten


Jetzt gehen wir für 3 Tage mit einem kleinen Rucksack auf dem Rücken auf eine Wanderung durch den Dschungel und übernachten in Bergdörfern (www.hilltribe.org/). Auf unserem Weg zum Startpunkt unserer Wanderung passieren wir einige Check-points der Ranger und dürfen bei der Gelegenheit einen süßen zahmen Gibbon und ein kleines zahmes Äffchen kennenlernen, die fast alles fressen, was man ihnen so anbietet. Von unserem Startpunkt aus wandern wir am ersten Tag nur 2 Stunden am Stück, bis wir unser erstes Nachtquatier erreichen, ein Lisu-Dorf. Die Lisu sind ein Bergvolk, das vermutlich aus Süd-China oder Burma nach Thailand einwanderte.

Bevor wir unser Nachtquartier erreichen, eine einfache Strohhütte, in der wir alle in einem Raum auf Bambuspritschen schlafen, gibt uns unser Guide einige Informationen über das Leben dieses Bergvolkes und lehrt uns eine Vokabel, mit der wir "Guten Tag" und "Danke schön" sagen können. Die Lisu leben mitten im Dschungel und es ist ziemlich weit zur nächsten Stadt. Das bedeutet für die Kinder, dass sie bis zu 2 Stunden bis zur nächsten Schule zu Fuß laufen müssen, weshalb sie meist die Woche über in der Schule bleiben und nur über das Wochenende nach Hause kommen. Meistens besuchen die Kinder nur die Grundschule (die 6 Jahre lang dauert) und heiraten und arbeiten anschließend. Erst seit etwa 3 Jahren hat die Regierung es den Kindern der Bergvölker ermöglicht, kostenlos die Schule besuchen zu können. Bis zu diesem Zeitpunkt war es diesen Menschen fast nicht möglich, Bildung zu genießen. Der Weg bis zum nächsten Krankenhaus ist so weit, dass die Menschen keine chemischen Medikamente kennen, sondern sich nur mit Hilfe von Pflanzen und rituellen Zeremonien heilen. Das hat den Vorteil, dass dieses alte Wissen dieser Völker um Heilkräuter noch nicht verloren gegangen ist. Das bedeutet aber auch, dass ein Jäger eine Machete (ein langes Messer) mit in den Dschungel nehmen muss, um sich bei einem giftigen Schlangenbiss in den Finger diesen selbst abschlagen zu können. Es gibt nämlich Schlangengift, bei dem ein Mensch nach spätestens 2 Stunden tot ist, und das nächste Krankenhaus ist oft weiter als 2 Stunden vom Dorf entfernt.

Die Regierung hat auch 2 oder 3 kleine Solar- und Satellitenanlagen pro Dorf gespendet, um den Menschen den Zugang zu den Nachrichten des Landes zu ermöglichen. Die Solaranlagen reichen aber bei weitem nicht aus, um einen Kühlschrank, elektrisches Licht oder sonstige elektrische Geräte dauerhaft mit Strom zu versorgen. Wenn man dieses Dorf besucht, fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt, nur dass die Menschen nicht in so dunklen Behausungen wohnen, wie das im Mittelalter der Fall war: es wird über dem Feuer gekocht, Lebensmittel werden durch Räuchern, Pökeln oder Einlegen haltbar gemacht, es gibt weder eine Toilettenspülung noch eine Dusche, wenn es hell wird, steht man auf und mit der Dunkelheit geht man schlafen, die Naturverbundenheit ist extrem hoch und die Traditionen sind noch sehr lebendig, ...

Die Lisu leben heute von Handarbeiten, Landwirtschaft, Obstanbau und Viehzucht, wobei wir außer Schweinen und Hühnern keine anderen Tiere gesehen habe. Die Hühner laufen im Dorf frei herum, und die Schweine leben in einfachen Umzäunungen. Früher haben die Lisu Brandrodung betrieben, d.h. sie haben einen Teil des Waldes abgebrannt und diesen Teil dann für wenige Jahre als Felder benutzt, bevor sie weitergezogen sind, um ein neues Stück Wald niederzubrennen. Um den Wald zu schützen, hat die Regierung dafür gesorgt, dass die Lisu sich dauerhaft an einem Ort niederlassen und hat ihnen Wissen über den Fruchtwechsel gegeben, damit die Felder auch nach mehreren Jahren der Bestellung noch fruchtbar sind.

Die Nächte im Dschungel können sehr laut sein, da es dort viele Zikaden gibt. Außerdem sind die Wände der Strohhütten sehr dünn, so dass man nicht nur die Tiere, also die Zikaden, Schweine und Hühner, durchhört, sondern auch schreiende Babies, die sich bei Kummer an keine Tageszeit halten.

Dschungeltour - 2. Tag


Reisfelder Dschungelwanderung unser Dschungelguide Elefanten, auf denen wir reiten dürfen
Reisfelder
Dschungelwanderung
unser Dschungelguide
Elefanten, auf denen wir reiten dürfen


Am nächsten Tag laufen wir für 5 Stunden mit wenigen Pausen durch den Dschungel und durch Flüsse. Es ist tatsächlich so, dass wir einen Fluß durchwaten müssen, da es weder eine Brücke noch Boote gibt, die einen auf die andere Flussseite bringen. Manchmal liegen über kleinen Bächen Baumstämme, über die wir balancieren können oder große Steine, über die wir trockenen Fußes hüpfen können, aber das gilt nicht für den breiten Fluß, den wir zweimal durchqueren müssen. Während wir durch den Dschungel wandern, zeigt uns unser Führer verschiedene Pflanzen und Tiere: die Mimosa, die sich nach leichter Berührung verschließt und zusammenklappt, einen Teakbaum, der sehr selten geworden ist, weil sein Holz viel Geld einbringt, eine Pflanze, die Blutungen stillen kann (z.B. wenn man von einem Blutegel gebissen wurde) und eine giftige Pflanze, die wir nicht berühren dürfen. Außerdem erklärt uns unser Führer, dass alle die Pilze essbar sind, die von Käfern bereits angeknabbert wurden, denn was die vertragen, können auch Menschen essen. Auf diese Erklärung hin nimmt er sich die Zeit und sammelt alle Pilze, die er finden kann für sein Abendessen.

Obwohl wir uns früh auf den Weg gemacht haben und es noch nicht heiß ist, kommen wir dennoch bald ins Schwitzen. Unser Führer schlägt ein strammes Tempo an und es geht abwechselnd steil bergauf und bergab. Oben auf einem Berg dürfen wir für einige Minuten verschnaufen und etwas trinken, aber dann geht es schon weiter. In den Pausen wedelt uns unser Führer sogar etwas Luft mit seinem Hut zu, denn ihn scheint diese Wanderung kaum anzustrengen.

Mittags kommen wir in einem Elefantencamp an, in dem es zunächst ein Mittagessen gibt. Anschließend dürfen wir einen kleinen Mittagsschlaf in einer Hütte machen, bevor wir auf Elefanten für 2 Stunden wieder durch den Dschungel und durch Flüsse zu unserem zweiten Nachtquartier reiten. Es ist beeindruckend, welch schmale Pfade die Elefanten sicher bergauf und bergab begehen können, wo sie selbst doch so groß und breit wirken.

Unser zweites Nachtquartier ist in einem Dorf der Karen, ein weiteres Bergvolk, das nach Thailand immigrierte. Die Karen leben in Holzhütten, die sie auf Stelzen bauen, damit die Tiere unter der Hütte wohnen können, denn auch die Karen leben von Landwirtschaft und Viehzucht, sowie von Handarbeiten, die sie hauptsächlich an Touristen verkaufen. Wieder übernachten wir alle in einem großen gemeinsamen Raum auf Matten, die dieses Mal auf dem Boden liegen. Wir haben die Gelegenheit, entweder im Fluss zu schwimmen oder uns mit einer Handkelle frisches Wasser über den Körper laufen zu lassen und so zu duschen. Das Wasser ist ziemlich kalt, so dass die Dusche nicht sehr lange dauert und auch viel Wasser spart im Vergleich zur heimischen Dusche.

Die Bergdörfer konnten wir übrigens dadurch etwas unterstützen, indem wir fleißig Handarbeiten gekauft haben, und dem Dorfvorsteher etwas Geld für gemeinschaftliche Zwecke überlassen haben.

Dschungeltour - 3. Tag


Holzhütten der Karen Bambusflöße wild lebende Wasserbüffel
Holzhütten der Karen
Bambusflöße
wild lebende Wasserbüffel


Am dritten Tag unserer "Dschungelwanderung" wandern wir gar nicht, sondern fahren auf einem Bambusfloß einen Fluss runter. Auf dem Bambusfloß ist ein "Gestänge" gebaut, auf dem wir unsere Rucksäcke aufhängen können, damit sie nicht nass werden. Das Floß liegt nämlich dank unseres Gewichtes immer leicht unter Wasseroberfläche, was auch bedeutet, dass wir auf dem Floß die meiste Zeit stehen, um keinen nassen Hintern zu bekommen. Wenn die Stromschnellen allerdings zu stark werden, werden wir angewiesen, zumindest in die Hocke zu gehen, damit wir nicht bei einer Kollision mit einem Felsen über Bord gehen. Das wäre nicht tragisch, da wir sicherheitshalber alle Schwimmwesten tragen und der Fluss auch nicht besonders tief ist.

Das Floß wird mit Hilfe von Stecken mittels Stacken gesteuert. Der erste Mann auf dem Floß lenkt den vorderen Teil des Floßes und gibt Befehle an die beiden letzten Männer auf dem Floß, die den hinteren Teil des Floßes steuern. Bricht beim Stacken ein Bambusstecken oder geht er durch Verkanten zwischen Steinen verloren, wird am Uferrand bei der nächsten Rast für Ersatz gesorgt.

Während der Fahrt haben wir wilde Wasserbüffel am Flussufer beobachten können, und da wir teilweise 6 Flöße gleichzeitig auf dem Fluss waren, wurden Wettrennen gefahren und mit Hilfe der Stecken Wasserschlachten ausgefochten. Es wurde aber auch die Zeit gefunden, um in aller Ruhe, die Natur zu genießen. So waren wir insgesamt etwa 4 Stunden lang auf dem Floß und sind nach einem Mittagessen in einem Dorf mit dem Pick-up wieder nach Chiang Mai gefahren, wo wir zunächst ausgiebig und gründlich geduscht haben.

Abends gehen wir in einem thailändischen Kulturzentrum Essen und hören dabei traditionelle Musik und sehen traditionelle Tänze. Der bekannte Nachtmarkt von Chiang Mai muss leider ohne uns stattfinden, da es abends wie aus Eimern gießt und keiner von uns Lust hat, sich für einen Einkauf durchnässen zu lassen, wo wir bereits den halben Tag auf dem Wasser verbracht haben.

Am Tag nach unserer 3-tägigen Dschungelwanderung ruhen wir uns etwas aus oder gehen noch die letzten Mitbringsel einkaufen, bevor wir mit dem Nachtzug nach Bangkok zurückfahren, wo unsere Reise dann auch endet.


Nach diesen drei Wochen Thailandurlaub können wir sagen: Wir haben sehr viel erlebt, ein neues Land und etwas von dessen Kultur kennengelernt und ein Abenteuer erlebt! Obwohl es manchmal etwas ungemütlich war (wenn wir z.B. ohne uns zu bewegen trotzdem geschwitzt haben, oder Kackerlacken durch unsere Hütte rannten oder es mal nur Stehklos gab), können wir diese Art zu reisen wärmstens weiterempfehlen. Wir haben viel gelernt, eine Menge Spaß gehabt und viele tolle Erinnerungen!


von Claudia Dörr und Gero Volke

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