11. Gedanke

Der Gedanke ist ein sehr geheimnisvolles Phänomen. Er ist das mittlere Prinzip zwischen Existenz und Schöpfung. Dasselbe trifft auch auf uns zu.

Wir wollen sehen, wie ein Gedanke entsteht. Wir existieren. Wir existieren als Energiesystem. In uns taucht ein Gedanke auf. Die Energie, die in uns ist und die wir sind, folgt dem Gedanken. Gemeinsam bewegen beide das System: das zerebrale Nervensystem, die Sinne, die Gliedmaßen usw. Wenn es keinen Gedanken gibt, bleiben wir unbewegte, feststehende, unveränderliche Existenzeinheiten. Der Gedanke bewegt und verzerrt auch unseren Status als reine Existenz. Genauso wie auf einem stillen See Wellen entstehen, wenn das Wasser in Bewegung gerät, wird auch das unbewegte, feststehende und ausgeglichene System durch Gedanken bewegt, verändert und sogar verzerrt.

Es ist interessant zu sehen, wie Gedanken ununterbrochen auftauchen. Im Tiefschlaf haben wir keine Gedanken. Wenn wir schlafen, erreichen wir wieder Stabilität, weil kein Gedanke uns bewegt. Wir sind nur pulsierende Einheiten und denken nicht. Deshalb gibt uns der Schlaf unsere Energie zurück, und er erfrischt uns. Im Schlaf existieren wir, aber wir haben kein Gewahrsein. Es kommt, sobald wir aufwachen. Im Schlaf verschmilzt das Gewahrsein mit der Existenz. Wenn wir erwachen, kommt das Gewahrsein aus der Existenz hervor. Tatsächlich ist unser Erwachen nichts anderes als das Hervortreten unseres Gewahrseins aus der Existenz. Das bedeutet, dass wir von der Existenz zum Gewahrsein umgewandelt wurden. Damit sind wir vom statischen in den dynamischen Zustand gelangt.

Die Grundlage unseres Erwachens ist die Existenz. Der erwachte Zustand ist die Grundlage unserer Gedanken. Sobald wir erwachen, ist auch der Denkvorgang eingeschaltet. Wir müssen uns daran erinnern, dass
  • wir geweckt werden und nicht selbst erwachen,
  • wir Gedanken empfangen und nicht selbst denken.
Viele Leute glauben, dass sie denken. Würden wir das Denken selbst in Gang setzen, sollten wir mit dem Denken aufhören können, sobald wir es nicht mehr brauchen. Unglücklicherweise jedoch jagt ein Gedanke den anderen, selbst wenn er nicht gebraucht wird. Wir sind nicht die Herren unseres Denkens. Die Gedanken kommen, auch wenn wir es nicht wollen. Nur ein Yogî, der Meisterschaft über das Denken erreicht hat, kann den Denkvorgang willentlich ein- und abschalten.

Sobald wir wach geworden sind, laufen die Gedanken ununterbrochen ab. Je nachdem, wie wir im Leben stehen, kommen die Gedanken zu uns. Verschiedene Lebenssituationen lösen die unterschiedlichen Gedanken aus, die wir haben. Die Gedanken des Präsidenten eines Landes und die Gedanken eines Menschen vom Lande unterscheiden sich erheblich voneinander, weil beide unterschiedliche Positionen im Leben haben. Sogar innerhalb eines Hauses weichen die Gedanken der Bewohner am frühen Morgen wesentlich voneinander ab. Die Gedanken des Hausherrn sind andere als die der Hausfrau. Die Kinder haben andere Gedanken als ihre Eltern. Und sogar bei den Kindern unterscheiden sich die Gedanken eines jeden von denen der anderen. Vielleicht leben auch Großeltern in dem Haus, deren Gedanken wieder anders sind. Sieh, wie wunderbar die Schöpfung ist! Sogar innerhalb eines Hauses sind die Familienmitglieder, obwohl sie anscheinend eng zusammenleben, in ihrer Gedankenwelt weit voneinander entfernt. Jeder hat seine eigene Gedankenwelt. Er lebt und bewegt sich in seiner Welt. Hin und wieder, wenn es übereinstimmende Gedanken gibt, leben Personen vorübergehend zusammen. Wo Gedanken sich treffen, da begegnen sich Menschen. Dies ist der Hauptfaktor, der zu gegebener Zeit über das Zusammenbleiben von Familienmitgliedern entscheidet. Dasselbe trifft auch auf Gruppen, Freunde und Verbände zu.

Eine Gruppe von Menschen bleibt lange Jahre zusammen, wenn sie vom selben Gedanken zusammengehalten wird. Gehen die Gedanken auseinander, dann verlassen die Mitglieder ihre Gruppe, und sie finden in einer anderen Gruppe, mit der sie gedanklich übereinstimmen, eine Ausdrucksmöglichkeit. Bei der Freundschaft haben wir eine Situation, in der sich Gedanken in einem tieferen Sinn begegnen. Das heißt nicht, dass zwei Freunde immer nur die gleichen Gedanken haben. Aber es gibt ein paar Gedanken, die die beiden tief in ihrem Inneren zusammenbinden. Auch wenn andere Gedanken verschieden sein mögen, so halten die wenigen zutiefst verbindenden Gedanken sie zusammen. In Bereichen, in denen sie gedanklich auseinandergehen, vereinbaren sie, sich aufeinander einzustellen und anzupassen. Die tieferen Gedanken, die zwei Menschen zusammenbinden, bezeichnen wir als Gedanken der Liebe oder der Zusammengehörigkeit.

Im Lauf des Lebens begegnen wir in den verschiedenen Altersstufen ganz unterschiedlichen Menschen. In der Kindheit haben wir einige Verbindungen, in der Jugend schließen wir andere Freundschaften, im mittleren Alter finden wir uns wieder zu anderen Gruppen zusammen, und im Alter haben wir noch eine andere Gruppenzugehörigkeit. Entsprechend der gedanklichen Übereinstimmung bilden sich die Gruppierungen im Leben. Eine Spielernatur trifft instinktiv andere Spieler. Ein Geschäftsmann trifft andere Geschäftsleute. Alle Trinker treffen sich in der Bar. Beamte finden sich und ebenso Politiker. Ganz ähnlich kommen Revolutionäre, Diebe, Schmuggler, Kartenspieler oder religiöse Menschen zusammen. Jede religiöse Gruppe wird durch die Gedanken ihres Gründers zusammengehalten. Deshalb gibt es genauso viele Religionen wie religiöse Führer. Somit werden bei jedem Lebensschritt 'Ismen' und Kulte gebildet, und allein der Gedanke ist verantwortlich für alle diese Gruppierungen.

Jeder Mensch ist von dem Gedanken, der ihn hält, an Händen und Füßen gebunden. Das Komische dabei ist, dass jeder glaubt, er würde den Gedanken halten. In Wahrheit jedoch hält der Gedanke ihn. Viele klammern sich intensiv an einen Gedanken, der dann Realität für sie wird. Irgendwann werden wir zu dem Gedanken, der uns festhält. Der Gedanke hat die Kraft der Alchimie. Er verwandelt uns chemisch und auch körperlich. Die meisten Menschen werden von Gedanken der Absonderung festgehalten und sehen daher 'andere'. So denken sie: "Ich bin Amerikaner. Ich bin katholisch. Ich bin ein spiritueller Mensch. Ich bin ein Weltdiener. Ich bin ein Denker des neuen Zeitalters." Es sind Gedanken, die uns teilen. Tatsächlich sind dies nur scheinbare Unterteilungen, die unsere Arbeit erleichtern sollen, aber sie haben keinen dauerhaften Wert. In Wirklichkeit gibt es keine 'anderen' (others), sondern nur 'Brüder' (brothers). Zuerst sind wir alle Menschen, und als nächstes gehören wir einer bestimmten Nationalität oder Rasse an. Wer den Gedanken pflegt: "Wir alle sind Menschen", hat ein umfassenderes Denken, in dem alle Nationalitäten, Rassen, Gesellschaftsschichten und Glaubensbekenntnisse Platz haben. So denken wahre Humanisten. Wer den Gedanken nährt: "Wir alle sind Lebewesen", hat ein noch umfassenderes Denken, in dem nicht nur Menschen, sondern auch andere Lebewesen wie Tiere, Pflanzen, Mineralien, Elemente usw. ihren Platz haben.

Wir leiden nicht unter Stauungen und ihren Erstickungserscheinungen, wenn wir in unserem Denken umfassender werden. Je enger die Gedanken sind, desto erdrückender wird es für uns. Deshalb müssen wir lernen, Brüder (brothers) und nicht andere (others) zu sehen. Je mehr wir unseren gedanklichen Horizont erweitern, desto stärker empfinden wir die Freiheit der Existenz. Der andere Weg führt in die Gefangenschaft. Hohe Seelen wie Krishna, Buddha, Christus und die große Schar der Meister der Weisheit zeigen uns fortwährend den Gedanken der Einbeziehung anstelle der Ausgrenzung. Niemanden haben sie ausgeschlossen. Aber die Menschen haben ausgegrenzt und sich dadurch selbst von solch hohen Seelen abgeschnitten.

So können wir leicht einsehen, dass wir entweder großzügig oder engstirnig sind, je nach dem Gedankenmuster, das wir nähren. Glücklich ist, wer Gedanken der Toleranz, Geduld, Barmherzigkeit, Liebe, Menschenfreundlichkeit, Einbeziehung und ähnliches pflegt. Wenn wir solche positiven Gedanken nähren, erhalten wir durch sie Energie. Sie sind die Quelle der Gesundheit. Eifersüchtige, ängstliche, misstrauische, sorgenvolle, zweifelnde oder ähnliche Gedanken schädigen das Energiesystem und tragen zu chronischer Krankheit bei.

Es gibt eine Übung, mit deren Hilfe wir Gedankenformen umwandeln können. Es lohnt sich, sie auszuprobieren und zu üben. Dafür müssen wir jeden Tag morgens 15 Minuten lang, bevor wir uns in den Tagesablauf stürzen, die Art der Gedanken beobachten, die uns erfüllen. Genauso sollten wir die Gedanken beobachten, von denen wir abends, am Ende der Aktivität, erfüllt sind. Wir müssen uns auch erinnern, mit welchen Gedanken wir uns tagsüber getragen haben. Deshalb sollten wir ein Tagebuch führen, in dem wir dies alles aufschreiben, und dann sollten wir beschließen, bessere Gedanken zu pflegen.

Gedanken sind die Grundlage unseres Sprechens und Handelns. Jede Boshaftigkeit in Gedanken kommt automatisch in dem, was wir sprechen und tun, zum Ausdruck. Was wir unfreundlich gesagt und getan haben, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Wir können es nicht zurücknehmen, und es schafft Konsequenzen. Ein bösartiger Gedanke muss um jeden Preis neutralisiert werden. Wenn wir sorgfältig beobachten, erkennen wir, dass ein boshafter Gedanke auf irgendeine Weise seinen Weg durch unser Sprechen und Handeln nach draußen findet, wie sehr wir uns auch dagegen wehren mögen. Solange er nicht hinausgelangt oder neutralisiert ist, verfolgt er uns, bis er ausgedrückt wurde. Er ist wie eine Schlange, die versucht, ihren Weg nach draußen zu finden. Immer wieder geraten wir im Leben in Situationen, wo wir uns auf die Zunge beißen möchten, weil wir etwas Unfreundliches gesagt haben, oder wir tun etwas, was uns später übereilt erscheint. Leichtfertiges Sprechen und Handeln sind im Leben der gewöhnlichen Menschen weitverbreitet. Wie können wir sie überwinden? Als erstes müssen wir unseren gedanklichen Zustand erkennen. Dann müssen wir verstehen, dass die Gedanken aus unserer Natur auftauchen, selbst wenn wir sie nicht wollen. Beim nächsten Schritt müssen wir die Art der Gedanken analysieren, deren Spielwiese unser Denkvermögen ist. Und schließlich müssen wir täglich morgens und abends beobachten, welche Richtung die auftauchenden Gedanken nehmen.

Diesen letzten Schritt müssen wir lange Jahre üben. Wenn wir beständig unsere Gedanken beobachten, werden wir nach einiger Zeit als Beobachter außerhalb unserer Gedanken stehen. Sobald wir von ihnen nicht mehr abhängig sind, haben wir uns von den Gedankenformen getrennt und stehen als Beobachter außerhalb von ihnen. Wir spüren die Erleichterung. Stellen wir uns einen Menschen vor, der lange von der Strömung eines Flusses mitgerissen wurde. Nach einiger Zeit findet er einen Halt, so dass er nicht mehr mitgerissen wird, und erreicht das Flussufer. Wir können uns vorstellen, welche Erleichterung er empfindet. Genauso erleichtert fühlt sich ein Mensch, der nicht mehr von Gedanken, die ihn jahrelang wie einen Sklaven getrieben haben, mitgerissen wird.

Wir müssen uns darin üben, unsere Gedanken zu beobachten. Auch wenn wir vom Gedankenstrom mitgerissen werden, kehren wir zu unserem Vorsatz zurück, dass wir beobachten wollen. Solange wir beobachten, wird dem Gedankenfluss Einhalt geboten. Wenn wir von einem Gedanken mitgezogen werden, vergessen wir zu beobachten, und wir machen uns mit ihm auf und davon. Mit der Zeit erinnern wir uns, dass wir beobachten wollten. Sobald die Erinnerung da ist, wird der Gedankenfluss gestoppt, und wir sind wieder Beobachter. Bei dieser Übung bleiben wir Beobachter. Anfangs wird es uns häufig nicht gelingen zu beobachten, denn ebenso leicht wie das Heu vom Wind werden auch wir von den Gedanken mitgerissen. Das Beobachten scheint uns unmöglich. Doch so ist es nicht. Es geht um fortwährendes Bemühen. Wenn wir irgendetwas ständig üben, gibt das Unmögliche den Weg frei. Das Undurchlässige wird durchlässig. Auf einem Seil zu gehen scheint unmöglich. Aber wie kommt es, dass manche es tun? Es ist eine Sache der Übung, der beständigen Übung. Deshalb ist dies ein entscheidender Schritt, durch den wir uns formen. Wir müssen ihn tun, wenn wir unsere Begrenzungen umwandeln und überwinden möchten. Diese Übung kann weiter ergänzt werden durch:
  • tägliches Lesen der Schriften, 15 bis 30 Minuten lang. Die Schriften der Welt haben Wandel und Wirren der Zeiten überdauert. Sie enthalten ewige Wahrheiten, die sich nicht mit Zeit und Ort verändern. Sie geben die richtigen Übungsanweisungen. Das Studium der Schriften füllt das Denken für eine Weile mit richtigen Gedanken. Sie ersetzen jene Gedanken, die aus der individuellen Verhaltensnatur kommen. Durch das Studieren ist es uns möglich, diesen Gedankenfluss zu unterbrechen. Wenn wir die Bhagavad Gîtâ, die Bibel, den Koran oder die Lehren Buddhas regelmäßig 15 Minuten lang studieren, werden unsere Gedanken in rechter Weise ausgerichtet. Dies ist daher eine ausgezeichnete Ergänzung der Übung, um unsere Gedankenmuster umzuformen.
  • Studium der Biographien von Weltlehrern wie Râma, Krishna, Buddha, Christus, Sai Baba, Râmakrishna Paramahansa, Ramana Maharshi usw. Es hilft uns, die Gedanken auf die Ebene der Edelmütigkeit, Großzügigkeit, Barmherzigkeit und Liebe zu erheben. Auch wenn wir das Leben der Meister der Weisheit studieren, werden wir davon inspiriert, und dadurch verändern sich unsere Gedankenformen. Jeder Meister der Weisheit ist manifestiertes Licht oder 'das Wort, das Fleisch und Blut wurde'. Das Studium ihres Lebens, ihrer Taten und Lehren hat eine tiefgreifende Wirkung auf unsere Umwandlung. Während wir uns mit ihrem Denken beschäftigen und hinein vertiefen, findet eine Magnetisierung statt. Somit ist dies ein müheloser Weg der Umwandlung. Befindet sich ein Eisenstück in der Nähe eines Magneten, braucht es nicht mehr viel zu tun. Seine Nähe zum Magneten bringt die Magnetisierung automatisch mit sich. Es ist eine sehr alte und bei weitem die populärste orientalische Methode. Im Osten wurden viele Eisenstücke dadurch zu Magneten, dass sie sich jahrelang einfach nur in der Nähe der Magneten aufhielten. Durch geduldigen Dienst für einen Meister der Weisheit, ohne Zweifel und Argwohn, konnten viele Menschen ihre Fesseln abstreifen und hoch hinaus gelangen. Dies ist der östliche Schlüssel zu jeglicher Selbstumwandlung. Selbstmagnetisierung ist ein Weg, der nur langsam wirkt. Die Gegenwart eines Magneten verhilft zu schnellerer Magnetisierung. Alles hängt jedoch davon ab, ob man sich in der Nähe eines Magneten oder eines Schwindlers befindet. Dieser warnende Hinweis veranlasste in jüngster Zeit viele, der ersten Methode zu folgen.
  • tägliches Singen von Hymnen, 15 bis 30 Minuten lang. Auch das unterstützt die Übung. Der Klang hat eine mächtige Wirkung auf die Gedanken. Hymnen sind Formeln, die von Menschen in alter Zeit empfangen wurden, um Gedanken zu verändern, zu formen und harmonische Gedankenmuster aufzubauen. In den Hymnen sind Klänge wissenschaftlich angeordnet. Ihre richtige Intonation hat magische Auswirkungen auf den Übenden. Mantren haben eine ähnliche Wirkung, wenn sie unter Anleitung gesungen werden.
  • die Vorstellung edler Farben im Stirnbereich. Sie wirken sich reinigend auf die Gedanken aus. Wenn wir die Farben am Tag, bei Sonnenaufgang und bei Sonnenuntergang beobachten, finden wir kristallklares Indigo, Blau, Hellblau, Violett, Orange und Goldgelb. Sie alle haben eine beruhigende Wirkung auf unser Denken. Auch das Mondlicht hat diese Wirkung. Wir sollten diese Farben in unserem Leben beobachten. Selten blicken die Menschen tagsüber zum Himmel, weil sie damit beschäftigt sind, erdhafte Formen anzusehen. Es bringt große Erleichterung, wenn wir den Himmel, das Meer, die Berggipfel, die fließenden Flüsse, die Wasserfälle, den Wind, die Felder, die Blumen usw. anschauen. Vor allem schenkt uns der grenzenlose Himmel unmittelbar eine Erweiterung des Bewusstseins, das von selbstauferlegten Gedanken umgeben und dadurch fast auf einen Punkt reduziert ist. Schau zum Himmel, beobachte die Farben des Himmels. Such dir eine Farbe aus und stell dir vor, wie sie deinen Stirnbereich erfüllt. Dies ist eine Farbwäsche, die dir hilft, vorhandene Gedanken wegzuwaschen. Zu dieser Farbübung, die es jetzt in der ganzen Welt gibt, gehört auch, dass du ein Licht anzündest und hineinschaust.
  • die Vorstellung vollkommener Formen und Symbole und über sie zu kontemplieren. Dies ist eine weitere Methode, um Gedanken zu formen. Der Globus, der Würfel und die Pyramide sind Symbole, die unsere energetischen Muster neu ordnen. Ein solches Symbol ist auch das Dodekaeder.
    Ein Kreis mit einem Mittelpunkt, der zunehmende Mond, ein Dreieck, ein doppeltes Dreieck, ein Dreieck in einem Quadrat sind ebenfalls uralte Symbole, die uns systematisieren, wenn wir über sie kontemplieren. Im Osten wurden noch viele andere Symbole empfangen. Die Wissenschaft der Symbole ist im Osten so weit fortgeschritten, dass man für jeden speziellen Zweck ein Symbol hat. Die vielen Gottheiten, die es dort gibt, sind Symbole. Für sie werden zu bestimmten Zeiten besondere Klänge angewandt, um jene Zwecke zu erreichen. Dies ist ein Teil der Magie, die zusammen mit dem Siebten Strahl empfangen wurde. Die Art, wie wir sie anwenden, entscheidet darüber, ob solche Magie weiß oder schwarz ist.
  • Meister DK schlägt vor, dass wir das Bewusstsein auf die mentale Ebene ziehen und das heilige Wort dreimal sanft anstimmen. Dreimal singen wir sanft das OM und senden den Atem als klärende und reinigende Kraft hinaus. Während er ausströmt, fegt er die Gedankenformen hinweg, die im eiförmigen Mentalkörper kreisen.

Der Gedanke ist Feuer

Meister DK sagt, dass wir in der heutigen Zeit sehen können, wie das Feuer des Intellekts bei zivilisierten Menschen ganz beachtlich brennt. Alle Energien sind jetzt darauf ausgerichtet, den Funken des Denkens zu nähren, so dass er den größtmöglichen Nutzen bringt. Sofern unsere Gedanken gut geordnet sind, bauen sie auf und stellen sich auf das Wohlergehen jener ein, auf die sie sich richten. Bleiben sie ungeordnet, werden wir von solchen unkontrollierten Gedanken verbrannt. Nur wer den Regeln entsprechend gearbeitet hat, besitzt die Fähigkeit, einen Gedanken zu projizieren. Wir müssen ihn fühlen, gebündelt ausrichten und durch ausdauernde Bemühung manifestieren. Die Macht des Gedankens ist gewaltig. Sie liegt der individuellen und universalen Schöpfung zugrunde. Gesegnet ist, wer seine Gedanken überwacht und sein Leben wie ein ungekrönter König führt. All jene sind bedauernswert, die ihren eigenen Gedankenformen sklavisch verhaftet sind. Mögen wir diese Macht, die wir Menschen haben, früh im Leben erkennen, ehe wir uns in den eigenen Gedankenmaschen verstricken.


aus K. Parvathi Kumar 'Mithila Grundlagen einer spirituellen Erziehung'

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