9. Geld und Sexualität

Geld ist Energie. Es ist göttlich oder diabolisch, je nach dem Motiv, mit dem wir es gebrauchen. Selbstsüchtige Menschen werden durch Geld gebunden. Den Selbstlosen hilft es. Wenn wir die Energie des Geldes nicht verstehen, werden wir von ihm in unserem System bestimmt. Erkennen wir jedoch seinen wahren Wert und den Zweck des Lebens, dann unterstützen wir das System mit Hilfe des Geldes.

Verstehen wir das Geld nur als Mittel zur Befriedigung unserer Wünsche, dann macht es uns zu Sklaven.

Ist das Geld für uns eine Möglichkeit, Liebe zum Ausdruck zu bringen, dann dient es dem freien Fluss des Lebens. Verlangen ist nichts anderes als eine verzerrte Form der Liebe. Begrenzen wir die Liebe auf bestimmte Dinge und Personen, dann verzerren wir sie, und sie ist nur noch ein Festhalten an Dingen und Personen. Aus solchem Festhalten benutzen wir die Geldenergie mit besitzergreifender Haltung für Dinge, Menschen und Besitztümer, an denen wir hängen. Das ist der Anfang unseres Falls.

Liebe ist genau das Gegenteil: ein Zustand des Gewahrseins, nicht Liebe zu Menschen, Dingen usw., sondern ein Zustand, in dem wir in der Liebe leben. Er unterscheidet sich von der Liebe als einem Tun. Die Wissenden leben in der Liebe, und deshalb fließt Liebe durch sie. Die Unwissenden führen Handlungen der Liebe aus, statt in der Liebe zu leben. Für sie ist Liebe etwas, das sie gegenüber Objekten, Dingen, Personen und Orten, die sie mögen, zum Ausdruck bringen. Ohne objektive Formen können sie nicht in der Liebe sein.

Wenn wir mit Liebe vorgehen, fließen die Energien des Geldes durch uns, um unsere eigenen und die Bedürfnisse der Menschen in unserer Umgebung zu befriedigen. Wenn wir uns von der Wunschenergie leiten lassen, bindet uns das Geld, weil wir entweder nicht genug oder zuviel davon haben. Wir sehen, dass Menschen leiden, auch wenn sie Geld im Überfluss haben. Reichtümer sind keine Reichtümer, wenn sie uns kein 'reiches Leben', das heißt kein Leben der Meisterschaft ermöglichen. Wer die Schätze der Welt verteilt, lebt im Gewahrsein der Liebe. Er ist nicht besitzergreifend. Eine besitzergreifende Haltung gegenüber dem Geld behindert seinen freien Fluss. 'Möge Liebe hindurchfließen, dann wird auch Geld hindurchfließen.' So lautet das okkulte Gesetz. Verlangen und Besitz sind Hindernisse für den Fluss der Liebe, und deshalb hemmen sie das reichliche Fließen der Schätze der Welt. Das Geld richtet jene zugrunde, die seinen freien Fluss behindern. Wir dürfen jedoch den freien Fluss des Geldes nicht als verantwortungslosen Umgang mit Geld verstehen, sondern es ist damit seine intelligente Nutzung für alle vernünftigen Zwecke gemeint.

In den obigen Kapiteln haben wir gelernt, dass intelligente Aktivität die Qualität des Dritten Strahls ist. Der Dritte Strahl steht für intelligente Anwendung der verfügbaren Mittel, um so den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Alle Ressourcen werden mit liebendem Verstehen für den Dienst zur Verfügung gestellt. Das erfordert guten Willen.

Die heutige Weltwirtschaft befindet sich in heillosem Durcheinander, weil der Mensch den richtigen Gebrauch des Geldes und seine angemessene Verteilung noch nicht gelernt hat. In manchen Taschen gibt es zuviel Geld und in anderen zuwenig. Wer zuviel Geld hat, gibt es leichtfertig und verschwenderisch aus. Das trifft auf Einzelmenschen genauso zu wie auf Nationen. Sie denken nicht einmal daran, wenigstens 10% ihrer verschwenderischen Ausgaben mit jenen zu teilen, die nichts haben. Wer 10% von dem, was er bekommt, beiseite legt, um es für Menschen zu verwenden, deren Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind, ist ein verantwortungsbewusstes Kind der Natur. Hier liegt die Lösung für die individuelle und nationale Wirtschaftslage. Jedes Kind, jeder Jugendliche und Erwachsene ist seit undenklichen Zeiten gut beraten, wenn er für jene spart, die mittellos sind. Diese fundamentale Regel enthält viel Liebe, die wir erfahren können, wenn wir sie ausprobieren.

Spiritueller Gebrauch des Geldes

Geld wird als Mittel verstanden, um für weltliche Angelegenheiten und philanthropische Aktivitäten Dinge zu erwerben. Der Bau gewaltiger Kirchen und Tempel sowie der Erwerb riesiger Ländereien und Besitztümer durch religiöse und philanthropische Körperschaften ist ein Fehler, der im Namen spiritueller Aktivität sehr häufig gemacht wird. Viele sogenannte geistige Führer bauen objektive Imperien auf und erkennen nicht deren Nutzlosigkeit im Gegensatz zum Aufbauen von Menschen. Der spirituellste Gebrauch des Geldes besteht in der konstruktiven Entwicklung eines Menschen und Geldausgaben zu diesem Zweck. Erziehung ist ein anderer Name für die konstruktive Entwicklung des menschlichen Denkens. Daher wird Geld wirklich spirituell gebraucht, wenn wir es für die Ausbildung und rechte Nutzung der Fähigkeiten eines Menschen im Zusammenhang mit den Naturreichen ausgeben. Die Schriften sagen, dass der Mensch nach dem Bild Gottes und ihm ähnlich gemacht ist. Eine Erziehung ist richtig, wenn sie die Fähigkeiten des Menschen entwickelt, so dass er mit dem System harmonisch zusammenarbeiten kann. Seinem Wesen nach ist der Mensch ebenso kreativ wie der Schöpfer. Die Entfaltung schöpferischer Menschen steht weit über der Entwicklung von Dingen, die den Menschen herabwürdigen. Wenn wir diese Wahrheit erkennen, spielt das Geld eine Schlüsselrolle.

Es ist nicht so, dass die Meister der sieben großen spirituellen Zentren nicht in der Lage wären, äußere Imperien aufzubauen. Aber sie kennen die Sinnlosigkeit einer solch ungeheuren Verschwendung der Geldenergie zu gut. Stattdessen bilden sie in aller Stille Menschen aus, die wiederum andere ausbilden. Dabei spielt der Geist die Hauptrolle, und Materielles hat nur eine Nebenrolle. Trotzdem wird der Mensch des neuen Zeitalters diese Tatsachen über das Geld lernen, und wenn er mit Geld umgeht, bleibt er ein Schöpfer und wird nicht zum Sklaven. Zu gegebener Zeit wird man den Dienst mit Hilfe des Geldes besser verstehen als heute. Der Mensch muss aus seinen Fehlern lernen. Gegenwärtig ist die Menschheit ungebildet und ausgehungert. Eine riesige Mehrheit der Menschen ist auf falsche Werte hin erzogen, ebenso auf falschen Umgang mit dem Geld. Dies geschieht durch eine dominante egoistische Minderheit, die aus den Situationen Kapital schlägt, um ihren unendlichen Durst nach Geld und Macht zu stillen.

Eine Lösung

Für die Menschheit ist es eine gewaltige Aufgabe, ihre gegenwärtige Einstellung zum Geld zu überwinden. Jedoch können sich Menschen guten Willens zu kommunalen oder regionalen Kreisen zusammenfinden, ihre Ersparnisse zusammenlegen und sie intelligent nutzen, indem sie sie für die Entwicklung von Menschen einsetzen. Der Wunsch eines jeden Kindes sollte sein: "Lasst uns den Kreis des guten Willens bilden." Kinder sollten dazu angeleitet werden, mit ihren Freunden Gruppen zu bilden und die Gewohnheit entwickeln, jeden Tag beispielsweise 10 Cent zu sparen. Das Geld, das von den Kindern zusammengelegt wurde, sollte dann für einen guten Zweck verwendet werden. Solche Arbeit ist heilig, und sie soll die Kinder nach gewisser Zeit zu Menschen guten Willens ausbilden. Alle wohlmeinenden Eltern und Lehrer müssen dies versuchen.

Gruppenbedürfnisse sollen an die Stelle individueller Bedürfnisse treten. Auch das ist eine Qualität der Liebe. Solange wir uns nicht um die Bedürfnisse anderer kümmern, können wir diesen großen Schritt nicht machen. Hier stehen wir vor einer Herausforderung. Wir sollten unsere Verantwortung im Hinblick auf das Geld erkennen.

Jeder sollte sich folgende Fragen stellen:
  1. Soll ich Geld für Luxus ausgeben und damit den Bedürftigen den Nutzen des Geldes vorenthalten?
  2. Soll ich Geld für überflüssige und teure Dinge ausgeben?
  3. Muss ich unbedingt jeden Tag Eis essen, während woanders viele meiner Brüder nicht einmal ein Stück Brot zu essen haben?
  4. Muss ich unbedingt rauchen und Alkohol trinken?
  5. Sollte ich nicht mehr Verantwortungsgefühl für andere haben und Geld für deren grundlegende Bedürfnisse ausgeben?
  6. Sollte ich nicht versuchen, das Verlangen nach überflüssigen materiellen Anschaffungen zu überwinden und mich der spirituellen Nutzung des Geldes zuwenden?
  7. Soll ich das Geld beherrschen, oder soll das Geld mich beherrschen?

Geld und Macht

Macht zieht Geld an. Geld zieht Macht an. Wer Geld besitzt, hat auch Macht. Es ist ein natürliches Phänomen, dass Geld den Menschen zur Macht führt. Viele reiche Menschen streben zwangsläufig nach Macht. Auf diese Weise sorgen sie dafür, dass sie ihr Geld behalten und sogar noch vermehren können. Das entspricht dem Gesetz der Natur. Anfangs möchte der Mensch einfach seine Lebensbedürfnisse erfüllen. Wenn dieser Bedarf gedeckt ist, strebt er nach Annehmlichkeiten, und danach wird er zum Luxus geführt. Später möchte er von den Leuten anerkannt und respektiert werden. So entsteht die Polarisierung der Macht.

Daher streben alle reichen Menschen nach Macht, und mit Hilfe der Macht versuchen sie entweder noch mehr Geld oder mehr Macht zu bekommen. Hat der Mensch einmal die Macht gekostet, möchte er sie festhalten. All das gehört zum Spiel des Geldes.

Intelligente Aktivität

Geld kommt zu Menschen, die sich mit der intelligenten Nutzung der Ressourcen, der Aktivität des Dritten Strahls, auskennen. Wer nicht intelligent ist, kann kein Geld anziehen. Ist die Intelligenz von Egoismus gefärbt, wird das Geld sich rasch vermehren und den Menschen binden. Wenn die Intelligenz jedoch uneigennützig ist, bringt der Geldzuwachs die entsprechenden Annehmlichkeiten und macht den Menschen zufrieden. Wo es eine gute Mischung von Intelligenz und Tugendhaftigkeit gibt, da bringt das Geld einen unbeschreiblichen Glanz. Ein solcher Mensch lebt in einem Gefühl der Glückseligkeit, und durch rechten Gebrauch des Geldes überträgt er es auf andere. Unrechtmäßig erworbenes Geld bringt nicht nur Unannehmlichkeiten, es verkrüppelt den Menschen auch. Daher lautet ein uraltes Sprichwort: "Rechtmäßig verdientes Geld vermittelt rechte Erfahrung."

Ist die intelligente Aktivität des Dritten Strahls mit Tugendhaftigkeit verbunden, führt sie allmählich zu wahrer Macht, der Macht des Ersten Strahls. Hier entwickelt sich die Macht des Willens zum guten Willen. Wer solche Macht entwickelt, ist ein König. Intelligente Aktivität und Macht entsprechen dem Dritten und Ersten Strahl. Folglich führt uns die Entfaltung des Dritten Strahls zum Ersten Strahl.

Nachdem die Intelligenz mehr und mehr durch Tugendhaftigkeit gestärkt wurde, entdeckt der Mensch das Geld als eine kristallisierte Form der Liebe-Energie. In seiner Entwicklung legt er mehr Wert auf Tugendhaftigkeit als auf Intelligenz. Hat er in der Ausübung der Tugenden Fortschritte gemacht, gelangt er ins Reich der Liebe und führt ein Leben in Liebe und liebendem Verstehen.

Sobald die Intelligenz des Menschen nicht mehr im Griff des Geldes ist, hält er nicht länger am Geld als Stütze des Lebens fest. Das Geld hat keinen tragenden Wert für ihn, denn er findet in der Liebe stärkeren Halt. Das Geld ist ihm zu Diensten und stets zu seiner Verfügung. Viele Eingeweihte demonstrierten dies in ihrem Leben. Für sie ist die Liebe alles. Immer wenn sie irgendwelche Mittel brauchten, antwortete die Natur und sorgte für das Nötige. So war den Mystikern des Ostens das Geld vollkommen gleichgültig. Sie lebten jederzeit in der Liebe. Der Meister, der Yogî oder der Seher verzichtet somit auf äußere Pracht, während ihm gleichzeitig die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Daraus ist ersichtlich, dass der Mensch seinen Aufstieg zur wirklichen Macht oder zur göttlichen Liebe durch richtigen Gebrauch des Geldes erarbeiten kann. Es ist ein Ergebnis intelligenter Aktivität.

Invokation des Reichtums

In alter Zeit fanden die Menschen heraus, zu welcher Zeit, mit welchem Klang, welcher Farbe und welchem Symbol man Reichtum anrufen kann. Grundlegendes Erfordernis für diese Invokation ist die Reinheit des Denkens, der Gefühle und des Körpers. Wer die Invokation durchführt und dabei wenigstens minimale Reinheit aufrechterhält, aus dessen Innerem kommen Tugenden und Intelligenz hervor, und innerhalb von 12 Jahren hat er den benötigten Reichtum erworben. Mit Reinheit im äußeren und inneren Leben als Grundvoraussetzung kann man die folgende Methode zur Invokation von Reichtum anwenden.

Zeit für die Invokation

  • Täglich: 24 Minuten vor Sonnenaufgang und 24 Minuten nach Sonnenuntergang
  • Wöchentlich: donnerstags
  • Vierzehntägig: Die zunehmenden Mondphasen sind günstiger als die abnehmenden Mondphasen, und der Vollmond ist besonders zu beachten.
  • Monatlich: die Sonnenzeichen Löwe 5 und Schütze 9
  • Richtung: Die Invokation sollte stets mit dem Gesicht nach Norden oder Osten durchgeführt werden.
  • Klang: SRÎM sollte als Saatklang verwendet werden. Singe den Klang langsam, sanft, tief und gleichmäßig und singe ihn in Einheiten von 15. Das heißt, wenn du den Klang SRÎM anstimmen möchtest, solltest du es 15, 30, 45 oder 60 Mal tun.
Folge den Prinzipien, die sich auf die Anwendung des Klangs beziehen. Sie sind im Kapitel 10 über den Klang dargelegt.

Farbe und Symbol:

Während du den Klang singst, stell dir vor, dass sich ein strahlender goldener Lotus aus dem Herzzentrum entfaltet und dass sich die goldene Farbe von diesem Zentrum über den ganzen Körper ausbreitet und die Umgebung erfüllt. Stell dir vor, dass die göttliche Mutter im Lotus sitzt und in beiden Händen goldene Lotusse hält. Die Gestalt der Mutter ist ebenfalls goldfarben mit einem rosigen Gesicht. Stell dir auch vor, wie die Mutter dich lächelnd anschaut.

Du kannst auch das folgende Symbol auf einem Metall mit guter Schwingung - zum Beispiel Gold, Silber oder Kupfer - anbringen und es vor dir aufstellen, wenn du meditierst.
Geld Symbol
Bewahre das Symbol in der Nord-Ost-Ecke auf. Reinige es jeden Tag mit Wasser, biete Blumen, Räucherstäbchen und Kerzen an und stelle es auf einen Altar. Ebenso solltest du ein paar Früchte und andere essbare Dinge als Gabe anbieten. Nachdem du den Klang und die Invokation durchgeführt hast, darfst du die Früchte und Essensgaben als heilige Nahrung essen.

Die Invokation der Mutter S?rî macht dich magnetisch und zu einem Glückspilz, wenn du sie mit tiefem Interesse und tiefer Zuneigung ausführst. In dieser Invokation vollziehst du eine Dreiecksarbeit. Dabei verbindest du einen Klang (Mantra) mit einem Symbol (Yantra) nach einem speziellen Verfahren (Tantra). Das ist eine wissenschaftliche Methode, um subtile Energien auf den dichteren Ebenen zu manifestieren. Den Magiern ist sie bekannt. Wenn deine Motive heilig sind, führt sie zur weißen Magie.

Die Anwendung dieser Invokation bleibt erfolglos, wenn man sich Frauen gegenüber schlecht verhält. Wer eine Frau tief verletzt, ist für diese Invokation nicht geeignet. Die Frau ist die physische Verkörperung der Mutter, Schwester oder Tochter jener, die den Klang S?rî anwenden. Monogame Lebensweise ist ein weiteres Muss in diesem Zusammenhang. Respektvolle Haltung gegenüber den Frauen und ihnen auf jede mögliche Weise zu helfen und Freude zu machen, ist eine Voraussetzung, die diese Übung zur Erfüllung führt.

Die Sexualität ist eine emotionale Kraft, die nach dem Gesetz der Anziehung wirkt. Sie ist ein Aspekt der Liebe, ein komplizierter Aspekt und eine Degeneration der göttlichen Liebe. In der Schöpfung ist die Sexualität eins der mächtigen Werkzeuge der Natur. Sie gehört zu den Lebewesen, damit sie sich fortpflanzen. Es ist eine Funktion der Natur durch die Lebewesen, um diese fortbestehen zu lassen. Daher ist den Wissenden diese Absicht heilig.

Jede Kraft, die missbraucht wird, hat üble Auswirkungen. Die Sexualität bildet da keine Ausnahme. Im selben Maße wie der Mensch seinen Gefühlen erliegt, kann seine Einstellung zum Essen, Sprechen und zur Sexualität nicht richtig sein. Im Sakral- und Kehlzentrum des Menschen richten die Gefühle verheerenden Schaden an und zerstören ihn, indem sie ihn zum Tiermenschen degradieren, zu einem Bündel aus Wünschen, Konflikten und Verwirrung. Es ist sehr interessant festzustellen, dass der Mensch, der in andere planetarische Sphären aufsteigen kann, trotzdem auf solchen Vorstufen wie Ernährung, Sprechen und Sexualität zu Fall kommt. Dies zeigt nur, dass die Entwicklung des Menschen nicht systematisch verlief, obwohl er sich in jüngster Zeit entwickelt hat. Es gab ein planloses Wachstum außerhalb von Gesetz und Tätigkeit der Natur, ein Wachstum, das den Menschen von der Natur entfernte.

Das Gesetz der Zyklen und das Gesetz der Periodizität herrschen über die Geheimnisse der Sexualkraft. Nach dem Gesetz der Zyklen befinden wir uns im Kali-Zeitalter. Für diese Zeit ist es charakteristisch, dass der Mensch von seinen Gefühlen hinweggeschwemmt werden kann, wenn er nicht stets die Reinheit der Motive bewahrt. Zu diesen Gefühlen gehört auch die Sexualität. Die anderen sind Eifersucht, Ablehnung und Hass, Vorurteil, Ärger und animalische Wünsche. In unserer Zeit haben die Menschen im allgemeinen keine Kontrolle über ihr Sprechen, ganz zu schweigen von einem konstruktiven Gebrauch der Sprache. In jüngster Zeit hat sich eine weitere Degeneration ergeben. Üble Schimpfwörter haben Eingang in die Sprache gefunden, sogar in hohen Regierungsstellen. Man achtet nicht auf verantwortungsbewusstes Sprechen. Ein falsches Verständnis der Freiheit öffnete die emotionalen Schleusen. Im Namen der Freiheit ging die grundlegende Kultur verloren.

Statt die Freiheit in richtiger Perspektive zu sehen, besteht sie für uns in luxuriösen Sinnesfreuden, fehlendem Rhythmus und unverantwortlichem Sprechen. Freiheit ist jener segensreiche Zustand, in dem der Mensch sein Denken, Sprechen und Handeln beherrscht. Sklavische Abhängigkeit von den Sinnen, Wünschen, Gefühlen und Gedanken ist das Gegenteil der Freiheit.

Die ersten Jahre im Leben eines Menschen sind für ein intensives Training gedacht, um die Gefühle im Gleichgewicht zu halten und den physischen, emotionalen und mentalen Körper zu koordinieren. Wenn dies versäumt wird, bleibt der Mensch sein Leben lang ein Sklave. Die weltweite sexuelle Ausschweifung im 20. Jahrhundert ist eine Schande auf dem Gesicht des Menschen, der den Weltraum erobert. Und ein großer Witz dazu! Ohne das eigene Haus in Ordnung gebracht zu haben, wollen viele für das Wohl der Gesellschaft arbeiten. Sie sind von Natur aus gestört, und ihre Defekte zeigen sich in ihrer gesellschaftlichen Arbeit. Das eigene Haus meint ebenfalls den eigenen Körper. Mit dem Körper ist nicht nur der physische, sondern auch der emotionale und mentale Körper gemeint.

Der Mensch ist nicht gut ausgerüstet, um in der äußeren Welt effektiv für das Wohlergehen der Welt zu arbeiten, wenn er nicht zuvor seine Körper aufeinander abgestimmt hat. Im Äußeren erfolgreich zu sein ist für viele interessant. Solche Menschen rennen großen Dingen hinterher. Sie tun es, weil die Persönlichkeit nach Anerkennung verlangt. Einfache und gute Dinge üben auf sie keinen Reiz aus. Sie möchten gern auf großen Bühnen und vor einem riesigen Publikum auftreten, und sein Applaus macht sie zufrieden, obwohl dies etwas Vorübergehendes ist. Wenn sie später einmal zurückschauen, entdecken sie häufig, dass sie nicht viel zurückgelassen haben, dem andere folgen oder das sie übernehmen könnten. Alles, was sie getan haben, war vorübergehend.

Sieh, wie die Führer mächtiger Nationen vergessen werden, sobald sie keine Macht mehr haben. Auch mächtige Feldherren wie Napoleon und Alexander hatten ihrer Nachwelt nichts als Botschaft zu übermitteln. Sie alle sind Eroberer im Äußeren, die nicht das Innere erobert haben.

Betrachte als Gegensatz dazu das Leben von Krishna, Buddha und Christus. Sie sind Eroberer des Inneren und daher auch des Äußeren. Ihr Leben hat der Nachwelt etwas zu geben. Sie bleiben für die Menschheit eine Quelle der Inspiration. Durch solche Beispiele sollten wir die Nutzlosigkeit äußerer Eroberungen weise verstehen und innere Siege vorziehen.

Wozu ist es gut, die Objektivität zu erobern, wenn dabei die Subjektivität ausgezehrt wird? Der Mensch des 20. Jahrhunderts ist das typische Beispiel eines Narren, der den Ast absägt, auf dem er sitzt. Er bereitet sich selbst eine Niederlage, indem er mächtige Konstruktionen aufbaut und gleichzeitig deren Fundamente zerstört. So gleicht er dem Frosch im Brunnen, der zum Erstaunen aller sehr hoch springt und dann um so tiefer hinunterfällt. Letztendlich entwickelt er sich zurück und nicht vorwärts. Oberflächliche Leute sehen nur den Sprung und sind begeistert von dem Kunststück des Frosches. Wer sehen kann, ist durch den Fall und den daraus folgenden Schäden beunruhigt.

Die innere Stärke eines Menschen beruht auf der Ausgeglichenheit der Gefühle, vor allem der sexuellen Neigungen. Wir sollten bedenken: Notwendig ist Ausgeglichenheit und nicht Unterdrückung, denn die Unterdrückung zieht genauso viele Konsequenzen nach sich wie ein Missbrauch. Der sexuelle Impuls ist so natürlich wie Hunger und Durst. Wir müssen ihm Beachtung schenken, so wie es von der Natur vorgesehen ist. Die Regeln für das Essen sind in gleicher Weise auf die Sexualität anzuwenden: wann, wo, mit wem und wie.

Wie bei jeder Gewohnheit wurde auch hier die Menschheit durch verzerrte theologische Lehren in Bezug auf Zweck und Ziel der Sexualität falsch beraten. Die gegenwärtige Eskalation ist nur eine karmische Folge der Unterdrückung in der Vergangenheit. Viele Menschen glauben, dass die Krankheiten der Gesellschaft aus dem Materialismus kommen. Die Pseudo-Spiritualität ist jedoch genauso verantwortlich dafür. Eine yogische Lebensweise vermittelt immer richtiges Verstehen, richtige Methoden und richtige Erfahrung.

Wir können beobachten, dass uns zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben der sexuelle Impuls gegeben wird. Genauso wird er uns wieder genommen. So ist es beim Mann und bei der Frau. Sogar die Organe, die mit der Sexualität zu tun haben, entwickeln sich im zweiten Siebenjahreszyklus. In den ersten sieben Jahren nehmen wir als Seelen nach und nach unseren Körper in Besitz, in den zweiten sieben Jahren werden uns weitere Fähigkeiten gegeben, die wir verstehen und überwachen müssen. Wie schon im ersten Abschnitt erwähnt, ist der sexuelle Impuls ein involutionärer Weg der Energie, ein Hinabsteigen. Das sexuelle Begehren entsteht als Gedanke in jedem Menschen. Ein Gedanke ist Feuer, und ein sexueller Gedanke ist feurig. Das Feuer, das mit den Drüsen arbeitet, scheidet Samenflüssigkeit aus, und die Flüssigkeiten fließen abwärts. Jedes Mal ist es allein Energie, die sich umwandelt und hinausfließt.

Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass wir Energie bewahren und sie richtig nutzen müssen. Verbrauchen wir elektrische Energie einfach für nichts? Genauso sollten wir im Hinblick auf die sexuelle Energie überlegen. In Wahrheit sind wir Elektrizität, die zu einer Vielfalt verschiedener Kräfte umgewandelt wurde. Wir sind die Energie. Bei jeder zwischenmenschlichen Beziehung oder Kommunikation wandeln wir uns in Kraft um. Ein weiser Gebrauch der Kraft vermittelt uns die richtige Erfahrung. Wie bereits erwähnt, ist die Fortpflanzung der Zweck der Sexualität im Plan der Natur.

Wir haben einen Körper bekommen, um Erfahrungen zu machen. Der Körper ist der Stoff, der für uns von der Natur angefertigt wurde. Wir sollten anderen das geben, was wir bekommen haben. So lautet die Anordnung der Natur. Es ist der Zweck der Sexualität, uns zu ermöglichen, inkarnierenden Seelen Körper zu geben. Die Veden lehren: "Gebt Körper, weil ihr einen Körper bekommen habt. Gebt Weisheit, weil ihr Weisheit bekommen habt. Gebt der Gesellschaft, weil ihr von der Gesellschaft bekommen habt. Gebt den Mineralien, Pflanzen, Tieren, Menschen und Devâs, weil ihr von den Mineralien, Pflanzen, Tieren, Menschen und Devâs bekommen habt." Wir sind Diebe, wenn wir nicht das geben, was uns die Natur mit Liebe gegeben hat.

Mit dieser Geisteshaltung sollen wir inkarnierenden Seelen einen Körper anbieten. Das ist eine Verantwortung, und sie sollte mit Ehrfurcht erfüllt werden. Es geht nicht um bloße animalische Erregung. Auch Tiere geben Körper. Doch hier gibt es einen Unterschied. Tiere folgen dem Rhythmus, der Periodizität. Das menschliche Tier tut das nicht. Tiere haben ihre Zeit für die Sexualität. Das menschliche Tier hat sie nicht. Die Tiere kennen das Gesetz der Periodizität besser, weil sie von der Natur geführt werden. Auch die Frau hat Perioden und Zeiten. Wenn der Mann sich die Mühe macht zu beobachten, findet auch er seine Perioden und Zeiten heraus. Durch Missachtung des Gesetzes der Periodizität ist der Mensch an Geschlechtskrankheiten erkrankt. Diese Volksseuche auf dem Planeten, die aufgrund der Unwissenheit des Menschen in Bezug auf den Zweck und die Gesetze der Sexualität besteht, ist eine fortwährende Beleidigung für die Menschheit.

Wenn das Bedürfnis nach einem Kind entsteht, bekommt ein Seher oder ein Eingeweihter den Gedanken, den sexuellen Impuls zu nutzen, so dass er an dem Zeugungsakt teilhat. Im Gegensatz dazu beteiligt sich der Durchschnittsmensch am Geschlechtsakt und verhindert durch üble Methoden die Zeugung. Der Unterschied zwischen beiden geht über alles hinaus, was man mit Worten ausdrücken kann. Der Eingeweihte erfüllt eine Pflicht, während der Durchschnittsmensch seiner Sinnlichkeit frönt und sich aus Unwissenheit an dem Gesetz zu schaffen macht. Wir können es mit dem Essen vergleichen. Der Eingeweihte isst reine Nahrung, um die Bedürfnisse des Körpers zu stillen, und der andere nimmt beliebiges Essen zu sich und befriedigt damit seinen Geschmackssinn statt die körperlichen Bedürfnisse zu sättigen. Der Eingeweihte nährt den Körper, während der Durchschnittsmensch ihn zerstört. Es gibt eine Möglichkeit, den Körper sogar mit dem Zeugungsakt zu nähren, wenn wir dem Gesetz der Periodizität folgen. Achtloser Geschlechtsverkehr zerstört den menschlichen Körper.

Ausschweifendes Sexualleben verursacht Störungen im Sakralzentrum. Dadurch wird wiederum das Nervensystem geschwächt, und dieser Zustand führt zu allen möglichen sekretorischen und Nervenkrankheiten. Mit Hilfe des vielgefürchteten AIDS-Virus dämmt die Natur die menschlichen Ausschweifungen ein. In den meisten Menschen ist das syphilitische Miasma vorhanden. Es ist für das gegenwärtig eingeschränkte Denken verantwortlich. Misstrauen und Eifersucht sind die zwei aktiven Helfer des syphilitischen Miasmas. Wenn das Durcheinander der Geschlechtskrankheit tief in das menschliche System eintaucht, greift es die menschliche Psyche an. Die Menschen begreifen nicht im mindesten, dass sie durch achtlose Sexualität in Gefangenschaft geraten und in die Enge getrieben werden. Tiefverwurzelte Eifersucht, Ablehnung und Hass, Begierde, Reizbarkeit, Ärger, der Instinkt zu töten - all das ist das Ergebnis der Störung im Sakralzentrum. Die Sexualität bringt dieses Kraftzentrum im Menschen durcheinander. In seiner Unwissenheit verwickelt sich der Mensch - ohne im geringsten den Preis und die Folgen zu erkennen - in diesen gefährlichen Bereich und hält dies für die Seligkeit. Er unterscheidet sich nicht wesentlich von Kaiser Nero, der fröhlich auf seiner Geige spielte, während Rom brannte!

Ein aufgewirbeltes Sakralzentrum bringt ebenfalls das Verdauungssystem durcheinander. Die meisten Bürger unserer sogenannten zivilisierten Gesellschaft leiden sehr schlimm unter Verstopfung. Ein Mensch ist gesund, wenn er als erste Handlung des Tages den Darm entleert. Essen ohne vorherige Entleerung des Darms zeigt ein gestörtes Sakralzentrum an. Es ist erstaunlich zu sehen, wie Menschen sich fröhlich dem Essen hingeben, ohne das zu beseitigen, was sie am Vortag zu sich genommen haben. Versteh mich nicht falsch, aber solche Menschen bezeichnet man als bewegliche Toiletten.

Ein gestörtes Sakralzentrum beeinträchtigt auch das Kehlzentrum. Dadurch verliert der Mensch das Unterscheidungsvermögen in Bezug auf sein Denken, Sprechen und Handeln. Wenn auch noch das Kehlzentrum gestört ist, steckt er bis zum Hals in Schwierigkeiten. Er ist von unerwünschten und negativen Gedanken umgeben und nicht in der Lage, sie zu überwinden. Depressionen, Sorgen und Ängste haben ihn fest im Griff. Seine Sprache verliert ihren Magnetismus. Sie wird trocken, leer und oberflächlich. Viel wird gesprochen - nicht aus Überzeugung, sondern weil dies den gesellschaftlichen Gepflogenheiten entspricht. Den Handlungen fehlt Geschlossenheit. Haben wir jemals erkannt, dass all dies das Resultat sexueller Ausschweifungen ist? Im Bereich der Sexualität sollten wir Vorsicht walten lassen, auch schon bevor wir zu Jugendlichen herangereift sind. Deshalb hat diese Lektion für Kinder von 7 bis 14 Jahren eine besondere Bedeutung.

Aus Menschen mit kranken Körpern können nur kranke Körper geboren werden. Die Unarten eines Kindes haben eine längere Lebensdauer als seine Tugenden und werden von Generation zu Generation stärker. Wer unter einem psoriatischen, syphilitischen, sykotischen oder tuberkulösen Miasma leidet, gibt es an seine Nachkommen weiter. Deshalb ist es für die Menschen an der Zeit, dass sie ihre eigenen inneren Regungen beobachten und sehen, ob es sich lohnt, sich mit einem aufgewühlten, verdrehten und zugrunde gerichteten menschlichen System fortzupflanzen. Wenn wir möchten, dass unsere Nachkommen gesund sind, dann ist Erziehung in dieser Sache unumgänglich. Die törichte Hetzjagd, um Medikamente zu erfinden, die die neuen Krankheiten bekämpfen sollen, ist ein weiterer sinnloser Schritt. Das Geheimnis der Gesundheit liegt im Überprüfen und Korrigieren des menschlichen Verhaltens. Richtiges Verhalten enthält den Schlüssel. Das ist genauso, als würden wir Kosmetika und Parfums dick auftragen, um den giftigen Geruch eines toten Körpers zu übertünchen. Von vornherein ist das ein verlorenes Spiel. Die Krankheiten wachsen in geometrischen Proportionen, während sich die Medikamente in arithmetischen Proportionen vermehren.

In unseren Tagen hat der Mensch gelernt, genauso viele Medikamente wie Nahrungsmittel zu essen, vielleicht sogar noch mehr. Wir wollen weise sein und in diesem oberflächlichen kommerziellen System nicht mitmachen. Lasst uns damit beginnen, dass wir mit uns selbst arbeiten und bei der Ernährung und Sexualität anfangen. Wir wollen der Natur wieder näherkommen und natürlich werden.

Wir können Freude an der Sexualität haben, aber wir sollten sie auf gesunde Weise leben. Genauso wie wir nicht alles und jedes essen können, so können wir uns auch nicht mit beliebigen Personen paaren. Wir wissen nicht, wen wir umarmen. Oft umarmen wir statt einer Person vielleicht eine schreckliche Krankheit. Genauso wie wir aus gesundheitlichen Gründen nicht überall essen können, so können wir uns auch nicht überall paaren. Der Ort muss hygienisch und freundlich sein. In gleicher Weise, wie es ungesund ist zu essen, wenn unsere Gedanken und Gefühle durcheinander sind, sollten wir auch in der Sexualität die physische, emotionale und mentale Gesundheit nicht unbeachtet lassen.

Befindet eine Frau sich in der Zeit um ihre Periode, dann laufen in ihrer Körperchemie viele Veränderungen ab, um sie zu erfrischen. Die Zeit um und während der Periode sollte von den Frauen mit viel Verantwortungsbewusstsein genutzt werden. Es ist äußerste Ignoranz, wenn man die Periode reguliert, um gesellschaftliche Verpflichtungen zu erfüllen. Das führt zu ernsten Störungen im Zyklus der Perioden. Die Gesundheit der Frauen ist mit der Regelmäßigkeit der Periode verwoben. Sie sollte um jeden Preis wiederhergestellt werden.

Die Geschichte zeigt, dass der Mann die Frau als Spielzeug benutzte, wenn das Wissen von der Unwissenheit überwältigt wurde. Mann und Frau sind zwei Gegenstücke eines zusammengesetzten Ganzen. Es stellt sich nicht die Frage, ob eins dem anderen überlegen ist. Vater und Mutter sind gleich wichtig. Beide haben ihre bestimmten Funktionen. Gemeinsam bilden sie ein gutes Team, wenn jeder den anderen respektiert. Die Befreiungsbewegung der Frau ist nur eine Reaktion der Frau gegenüber den Exzessen des Mannes in der Vergangenheit. Eine Aussage der Schriften lautet: "Eine Gesellschaft, in der die Frau nicht respektiert wird, muss zugrunde gehen."

Aufgrund der Überheblichkeit des Mannes werden Frauen für die Sexualität sowie für kommerzielle, gesellschaftliche und politische Motive missbraucht. Prostitution ist ein männlicher Missbrauch der Frau. Die Schriften sagen, dass wir uns in der zweiten systemischen Existenz befinden, in der Liebe das Leitmotiv des gesamten Sonnensystems ist. 'Mutter' ist ein anderer Name für die Liebe, und das Liebe-Prinzip ist weiblich. Der Fortschritt des Menschen in diesem Zeitzyklus hängt deshalb davon ab, wie seine Einstellung zur Frau ist und wie er sich ihr nähert.

Man kann Bände über die Sexualität und ihre Regeln sprechen, aber wie können wir über diese Kraft hinausgelangen, die dem Menschen eigen ist? Die Antwort ist einfach. Wir können uns einer sinnvollen Übung unterziehen, die in den Schriften zu finden ist.

Wir haben gesehen, dass das Sakralzentrum das Kehlzentrum beeinträchtigen kann. Das heißt, beide sind miteinander verbunden. Also müssen wir daran arbeiten, das Kehlzentrum zu magnetisieren. Dadurch wird dann auch das Sakralzentrum magnetisiert. Wenn wir mit dem Kehlzentrum arbeiten, werden die Energien vom Sakralzentrum nach oben zum Kehlzentrum gezogen. Dies ist ein evolutionärer Vorgang im Gegensatz zum involutionären Weg.

Durch regelmäßiges und systematisches Anstimmen des heiligen Wortes und anderer Klangformeln, die Mantren genannt werden, können wir das Kehlzentrum magnetisieren. Es ist günstig, dies zu festgesetzten Zeiten zu tun, zum Beispiel während der Morgendämmerung, mittags, in der Abenddämmerung, am Vollmond und Neumond, an den Tagundnachtgleichen sowie zur Winter- und Sommersonnenwende.

Früh morgens können wir das OM langsam, sanft, tief und gleichmäßig singen und dabei fühlen, wie der Klang sich nach oben bewegt. Es ist vorteilhaft, das heilige Wort in Vielfachen von Sieben anzustimmen, also 7, 14, 21, 28 Mal usw. Danach atmen wir langsam, sanft, tief und gleichmäßig und hören dem Atem zu. Die Atemzüge sollen natürlich sein und mit der Zeit auch länger werden. Wir beobachten den stillen Klang der Atmung und hören ihm zu. Diese Atemzüge sollten wir auch in Einheiten von Sieben durchführen und zwar so oft, wie wir das heilige Wort gesungen haben. Danach können wir eine Weile die Pulsierung beobachten.

Wenn wir dies täglich üben, wird uns das helfen, den Rhythmus im Kehlzentrum allmählich wieder aufzubauen. Infolgedessen wird auch das Sakralzentrum wiederhergestellt. Dabei können wir den Prinzipien folgen, die im Kapitel über Klang dargelegt sind.

Zölibatäres Leben bis zur Heirat und lebenslange Monogamie sind Ideale, die wir in allem, was mit der Sexualwissenschaft zu tun hat, bewahren sollten.

Mangelnde Anpassungsfähigkeit und starre individualistische Standpunkte lassen im Mann den Wunsch nach einer anderen Ehefrau aufkommen, und umgekehrt ist es bei den Frauen dasselbe. Besser ist es, wenn wir uns verändern, so dass wir nicht die anderen ändern müssen. Zuwenig Geduld und Toleranz gegenüber den Ansichten anderer führt in den industrialisierten Gesellschaften zu Ehescheidungen. Die Fähigkeit, warten zu können, das Bedürfnis zu verstehen und Werte zu finden, die einander ergänzen, bauen das Familiensystem auf. Lasst dieses Verständnis in uns wohnen.


aus K. Parvathi Kumar 'Mithila Grundlagen einer spirituellen Erziehung'

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