2. Der Mensch als siebenstrahliger Stern

Sieben Ebenen - sieben Körper

       Symbole
Jetzt wollen wir sehen, wie wir siebenfältig existieren:
  Siebenstern
  1. Wir existieren, wenn wir schlafen und wenn wir nicht schlafen.
  2. Wir werden bewusst, wenn wir aufgewacht sind.
  3. Wir haben Liebe.
  4. Wir haben Weisheit.
  5. Wir haben ein Denkvermögen.
  6. Wir haben Sinne.
  7. Wir haben den Körper, den wir sehen.

Die Punkte 1. und 2. beschreiben, was wir sind. Die Punkte 3. bis 7. zählen auf, was wir haben. Unser Sein bezeichnen die Punkte 1. und 2., und wir werden von den fünf Prinzipien umhüllt. Diese Umhüllung wird auch 'Körper' genannt. Folglich haben wir fünf Körper, und wir sind Bewusstsein mit der Existenz als unserem Hintergrund. Wir können die 7 auch folgendermaßen darstellen:
  1. Wir existieren:
    der Geist.
  2. Wir werden bewusst:
    die Seele.
  3. Wir haben den Liebekörper:
    die Ebene der Liebe.
  4. Wir haben den Weisheitskörper:
    die Ebene der Weisheit, Buddhi.
  5. Wir haben den Denkkörper:
    die Ebene der Gedanken.
  6. Wir haben den Körper der Sinne:
    die Ebene der Emotionen, den Emotionalkörper.
  7. Wir haben den physischen Körper:
    die Ebene der physischen Handlung.
Es gibt also sieben Existenzstadien: von der reinen Existenz über das Bewusstsein bis zur physischen Existenz, die wir kennen.

Die sieben Ebenen unserer Existenz sind deshalb:
  1. die physische Existenz,
  2. die emotionale Existenz,
  3. die mentale Existenz,
  4. die buddhische Existenz,
  5. die Liebeexistenz,
  6. unsere Existenz als Bewusstsein,
  7. unsere reine Existenz.
Viele Menschen kennen die physische Existenz. Wenn sie aufgeregt oder ärgerlich sind, wenn sie Angst haben, traurig oder froh sind, wissen sie auch von ihrer emotionalen Existenz. Befinden sie sich in einem solchen Zustand, dann sagen wir, dass sie emotional sind. Wir alle haben Gefühle. Wenn wir emotional sind, dann heißt das, dass wir mit dem Gefühlskörper arbeiten.

Wir wissen auch von unserer mentalen Existenz. Immer wenn wir denken, sind wir im Gedankenkörper oder im Körper des Denkvermögens.

Alle Durchschnittsmenschen kennen diese drei Erfahrungs- oder Existenzstadien. Wir erleben uns als denkende, wünschende und handelnde Wesen. Das heißt, wir arbeiten mit unserem Mentalkörper, mit dem Wunsch- oder Emotionalkörper und mit dem physischen Körper. Die großen Denker sind nur Denker. Die Intellektuellen sind auch nur Denker. Alle sind Denker, vom Intellektuellen bis zum Durchschnittsmenschen. Der Unterschied liegt in der Art ihres Denkens.

Unter uns Menschen gibt es jedoch ein paar, die auch mit dem Weisheitskörper arbeiten. Deshalb sind sie mehr als nur intellektuell. Sie sind intuitiv. Das bedeutet, sie gehen mit einem höheren Verstehen um. Sie arbeiten mit Weisheit und folgen der Weisheit der Natur. Beispielsweise sind unsere Wissenschaftler, die zum Wohlergehen der Gesellschaft beigetragen haben, intuitiv.

Doch auch andere, wie Plato, Sokrates und Pythagoras, waren intuitiv. Durch ihre Intuition haben sie zum Wohlergehen der Menschheit beigetragen. In jeder Nation gibt es solche intuitiven Männer und Frauen, die mit ihren Gedanken dem Wohlergehen der Gesellschaft dienen. Ihr Beitrag führt die Gesellschaft über längere Zeitzyklen, anders als der Beitrag der Intellektuellen. Die führenden Denker der Gesellschaft beeinflussen diese nur für kürzere Zyklen. Ihr Gedanke stirbt schon nach kurzer Zeit, weil er nicht auf die Natur abgestimmt ist. Einige Gedanken leben nur kurz, manche leben lange und noch andere leben ewig. Die dritte Kategorie gehört zu jenen Menschen, die vom Buddhi- oder Weisheitskörper aus arbeiten. Zum Beispiel überlebte die Weisheit von Plato, Pythagoras und Sokrates die Zeitzyklen in der westlichen Welt. Das gleiche gilt für Vâlmîki und Veda Vyâsa im Osten und für Hermes im mittleren Osten.

Wir Menschen müssen lernen, mit dem Buddhi- oder Weisheitskörper aktiv zu sein. Das ist unser vierter Körper. Zur Zeit benutzen wir meist nur die drei Körper, die geringer sind als der buddhische Körper: den physischen, den Wunsch- und den Denkkörper. Mit diesen drei Körpern können wir nicht zu ausreichend Glück und Zufriedenheit gelangen, obwohl sie auch sehr wichtige Körper sind. Wenn wir den buddhischen Körper benutzen, macht uns das glücklicher.

Ein Mensch wird noch viel glücklicher, wenn er lernt, seinen Liebekörper zu benutzen. Das können nur sehr, sehr wenige Menschen. Lord Krishna hat ihn benutzt, Buddha und Christus benutzten ihn. Alle großen Meister der Weisheit benutzen ihn. Macht ein Mensch von diesem Körper Gebrauch, erfährt er große Glückseligkeit und verteilt diese Seligkeit und dieses Glück auch an alle, die ihn umgeben. Die Lebensgeschichten von Krishna, Buddha und Christus zeigen, wie glücklich sie waren und wie sie andere glücklich machen konnten. Von dem, was sie taten und lehrten, werden auch heute noch Millionen von Menschen auf dem Planeten inspiriert. Wenn wir lernen, den Liebekörper zu gebrauchen, können wir genauso arbeiten wie sie. Ist das nicht phantastisch? Ist das nicht wert, dass wir es in unserem Leben versuchen?

Wir wollen also verstehen lernen, wie viele gute Prinzipien wir haben. Nachdem wir unser Potential verstanden haben, sollten wir die Techniken erlernen, die uns dazu verhelfen, das Potential dieser Prinzipien anzuwenden. Deshalb müssen wir lernen, verstehen und probieren. Wir brauchen mit der Anwendung nicht zu warten, bis wir alles verstanden haben. Ohne weiteres können wir in die Tat umsetzen, was wir bereits gelernt und verstanden haben. Wer nicht anwendet, was er gelernt hat, ist träge. Für einen solchen Menschen liegt die Erfahrung des Glücks in weiter Ferne. Wir wollen also üben und lernen, lernen und üben.

Zu unserem Lernbereich gehört, dass wir uns selbst und unsere Körper verstehen und Techniken anwenden, die eine reibungslose Arbeit durch alle Körper ermöglichen.



aus K. Parvathi Kumar 'Mithila Grundlagen einer spirituellen Erziehung'

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