3. Die sieben Strahlen

Haben wir jemals bemerkt, dass der Sonnenstrahl eine sehr weite Reise zurücklegt? Er reist von der Sonne bis zu unserer Erde und wirkt auf dem Planeten als Lebenskraft. Das Schöne am Sonnenstrahl ist, dass er sich ausbreitet, während er von der Sonne zur Erde reist. Auf seiner Reise dehnt er sich aus. Der Sonnenstrahl ist für alles Leben auf dem Planeten verantwortlich. Er ist das Leben für den Planeten.

Genauso reist der Sonnenstrahl noch zu sechs weiteren Planeten. Die Sonne wird von sieben Planeten umkreist. Zu ihnen gehört auch der Mond. In der Astrologie gilt er als Planet. Merkur ( Merkur Symbol ), Venus ( Venus Symbol ), Mars ( Mars Symbol ), Mond ( Mond Symbol ), Erde ( Erde Symbol ), Jupiter ( Jupiter Symbol ) und Saturn ( Saturn Symbol ) drehen sich um die Sonne ( Sonne Symbol ).

Die Sonne ist also das Zentrum für alle Planeten bzw. Planetenkörper. Ihnen allen übermittelt sie Licht und Leben. Die Menschen in früherer Zeit und auch die Schriften sagen uns, dass die Sonne den Planeten nicht nur Licht und Leben schickt, sondern auch deren Geburt, Gestaltung und Entwicklung bewirkt. Mit der Sonne als ihrem Lebensprinzip werden also die sieben Planeten geboren, durch die Sonne entwickeln sie sich und sind aktiv.

Bei uns ist es genauso. Auch in uns wirkt die Sonne als Lebens- und Lichtprinzip. Die sieben Strahlen der Sonne, die die sieben planetarischen Körper bilden, arbeiten in uns als die sieben planetarischen Prinzipien. Jetzt wollen wir sehen, wie die sieben Strahlenprinzipien als die sieben planetarischen Prinzipien in uns tätig sind.
  1. Der Wille, den wir in uns haben, ist die Funktion des Sonnenprinzips ( Sonne Symbol ).
  2. Weisheit und Liebe in uns sind die Funktion des Jupiterprinzips ( Jupiter Symbol ).
  3. Unsere intelligente Aktivität ist die Funktion des Merkurprinzips ( Merkur Symbol ) in uns.
  4. Instinktiv fühlen wir uns von Schönheit und Glanz angezogen, und das ist die Funktion des Venusprinzips ( Venus Symbol ) in uns.
  5. Das Nachdenken über unsere Gedanken, das Denken, Verstehen und die Reaktion auf das Leben ist die Funktion des Mondprinzips ( Mond Symbol ) in uns.
  6. Die Kraft, die wir haben, ist die Funktion des Marsprinzips ( Mars Symbol ) in uns.
  7. Unser physischer Körper, der dies alles enthält, ist die Funktion des Saturnprinzips ( Saturn Symbol ) zusammen mit dem Erdprinzip, der Materie in uns.
Wir wollen noch einmal zusammenfassen. Der Sonnenstrahl kommt aus der Sonne hervor. Er hat sieben Qualitäten, die die sieben Planeten unseres Sonnensystems bilden. Auch der menschliche Körper wird von den sieben Strahlenqualitäten aufgebaut. Die Aktivität der sieben Planeten entspricht den sieben individuellen Qualitäten. Der Mensch arbeitet mit allen sieben Qualitäten des Sonnenstrahls. So erbauen die sieben Strahlen, die aus der Sonne hervorkommen, das Sonnensystem und den menschlichen Körper. Sie sind die wichtigsten Prinzipien, die für das Sonnensystem und den Menschen arbeiten.

Wie wirken die sieben Prinzipien des Sonnenstrahls durch unseren Körper? Durch welche Körperzentren arbeiten sie?
  1. Der Wille (Sonne Sonne Symbol ) arbeitet durch ein Zentrum im Kopf.
  2. Liebe-Weisheit (Jupiter Jupiter Symbol ) wirkt durch ein Zentrum zwischen und direkt über den Augenbrauen.
  3. Die intelligente Aktivität (Merkur Merkur Symbol ) wirkt durch das Kehlzentrum.
  4. Schönheit, Glanz, Glück und Glückseligkeit (Venus Venus Symbol ) erfahren wir durch das Herzzentrum.
  5. Gedankliche Reaktionsfähigkeit und Verhalten (Mond Mond Symbol ) werden durch das Zentrum am Nabel gesteuert.
  6. Kraft, emotionale Kraft (Mars Mars Symbol ), die eine niedere Manifestation des Willens (Nr. 1) ist, wirkt durch das Sakralzentrum.
  7. Der Aufbau des Körpers, seine Festigung und Formierung sowie Wachstum und Verfall (Saturn Saturn Symbol ) erfolgen durch ein Zentrum an der Basis der Wirbelsäule.
sieben Körperzentren

  1. Kopfzentrum

  2. Brauenzentrum

  3. Kehlzentrum

  4. Herzzentrum

  5. Solarplexuszentrum

  6. Sakralzentrum

  7. Basiszentrum



In den Weisheitsbüchern werden diese Zentren (Chakren) folgendermaßen genannt:

    Deutsch Sanskrit
1. Kopfzentrum Sahasrâra
2. Brauenzentrum Âjnâ
3. Kehlzentrum Visuddhi
4. Herzzentrum Anâhata
5. Solarplexus Manipûraka
6. Sakralzentrum Svâdhistana
7. Basiszentrum Mûlâdhâra


Die Prinzipien der sieben Strahlen wirken durch die sieben Körperzentren und stimulieren die sieben Drüsen im Körper. Diese Drüsen sondern Sekrete ab und bewirken damit die Bildung der sieben Körpergewebe.

Wenn die Drüsen ihre Sekrete korrekt absondern, arbeitet der Körper harmonisch. Tun sie das nicht, fehlt es dem Körper an Harmonie, und diesen Zustand nennen wir Krankheit. Weil die Sekrete im Körper Harmonie bewirken, werden sie Hormone genannt. Liegen Hormonstörungen vor, leiden wir an unheilbaren Krankheiten. Das Funktionieren oder Nicht-Funktionieren der Drüsen hängt davon ab, wie gut die sieben Zentren im Körper arbeiten. Die Aktivität der sieben Zentren hängt vom Verhalten des Menschen ab. Wenn der Mensch sich richtig verhält und die sieben Zentren sowie ihre Funktionsweise vollkommen versteht, kann er gesund und harmonisch leben. Verhält er sich nicht richtig, landet er in gedanklicher, emotionaler und physischer Unordnung, und ein solcher Zustand wird Krankheit genannt. Krankheit (dis-ease) ist ein Fehlen von Leichtigkeit und Wohlbefinden (ease). Leichtigkeit und Wohlbefinden (ease) ist Gesundheit.

Die sieben Drüsen im Körper sind:


  1. Zirbeldrüse (Epiphyse)

  2. Hirnanhangdrüse (Hypophyse)

  3. Schilddrüse

  4. Thymusdrüse

  5. Nebennieren

  6. Bauchspeicheldrüse

  7. Keimdrüsen

sieben Drüsen


Die sieben Drüsen entsprechen den sieben Zentren, den sieben Planeten und den sieben Strahlen in der genannten Reihenfolge. In einem Durchschnittsmenschen sondern nicht alle Drüsen Sekrete ab. Nur in einem vollkommenen Menschen wie Krishna, Christus oder Buddha ist die Sekretion aller Drüsen harmonisch aufeinander abgestimmt. Vor allem geben die Drüsen im Kopf nur bei hochspirituellen Menschen Sekrete ab.

Durch gutes Verhalten kann ein Mensch die Körperzentren zur Tätigkeit anregen. Sie ermöglichen dann die angemessene Drüsensekretion. Die Meister der Weisheit kennen den Klangschlüssel, den Farbschlüssel und die Symbole der Zentren. Sie benutzen diese Schlüssel, um ihren Körper gesund und arbeitsfähig zu erhalten. In Bezug auf Klang und Farbe und ebenso in ihrem Verhalten gegenüber anderen Wesen folgen sie einer speziellen Praxis. Auch wir können uns die gleiche Praxis aneignen und so den ursprünglichen Zustand unseres Körpers wiedergewinnen.

Zur Information nenne ich die sieben Farben und die sieben Symbole. Mit ihnen können wir arbeiten, nachdem wir mit der Befolgung der Verhaltensanweisungen in diesem Buch begonnen haben.

Strahl Farbe Symbol
 
1 Indigo Indigo Symbol
 
2 Blau Blau Symbol
 
3 Leuchtendes Grün (Aquamarin) Aquamarin Symbol
 
4 Goldgelb Goldgelb Symbol
 
5 Orange Orange Symbol
 
6 Silbergrau Silbergrau Symbol
 
7 Grün Gruen Symbol


Jetzt können wir eine umfassende Tabelle (siehe Anhang) mit den sieben Strahlen, sieben Planeten, sieben Zentren, sieben Drüsen, sieben Farben und sieben Symbolen erstellen. So erkennen wir, wie alles in der Schöpfung wunderbar in siebenfältiger Weise angeordnet ist. Die 7 existiert auch als sieben Ebenen des Bewusstseins und als sieben Körper, die ich bereits erklärt habe.

Die sieben Strahlen und die sieben Tage

Es gibt sieben Tage in der Woche, die ebenfalls den sieben planetarischen Prinzipien entsprechen. Wir wollen sehen, wie sich beides zueinander verhält:

1. Sonntag Sonne Sonne Symbol
 
2. Montag Mond Mond Symbol
 
3. Dienstag Mars Mars Symbol
 
4. Mittwoch Merkur Merkur Symbol
 
5. Donnerstag Jupiter Jupiter Symbol
 
6. Freitag Venus Venus Symbol
 
7. Samstag Saturn Saturn Symbol
  Woche Symbol


Die sieben Tage entsprechen den sieben großen Zeitzyklen, die Manvantaras genannt werden. Die gesamte Schöpfung wird als ein großer Zeitzyklus erklärt, in dem es sieben kleinere Zeitzyklen gibt. Sie werden Manvantaras genannt.

Ein Manvantara ist ein großer Zeitzyklus. Es gibt vierzehn Manus, die in sieben Paaren existieren. Jeder einzelne hat eine Zeitspanne, in der er arbeitet. Den Zeitzyklus, der sich auf eine solche Tätigkeit bezieht, nennt man ein Manvantara.

Eine Schöpfung kommt hervor und zieht sich wieder zurück. Dies geschieht innerhalb von vierzehn Manvantaras. Sie machen einen Tag Brahmâs aus, der 24 Brahmâ-Stunden hat. Solche zyklischen Geschehen ereignen sich 100 Brahmâ-Jahre lang.

Das Verstehen der Zeit und ihrer zyklischen Ereignisse ist einer der sieben Schlüssel zur Weisheit, der ein Vedânga oder ein Kalpa genannt wird. In den Schriften erfahren wir von den Zeitzyklen. Sieben Zeitzyklen werden durch sieben Pulsierungen des Schöpfers erarbeitet. Jede Pulsierung besteht aus einer zweifachen Aktivität: einer Ausatmung und einer Einatmung. Die Ausatmung wird von einem Manu regiert, und die Aktivität der Einatmung leitet sein Gegenüber. Durch sieben Pulsierungen treten die sieben Ebenen in Erscheinung und verschwinden wieder. Dieser Vorgang ist zyklisch.

Damit wir das alles besser verstehen, wollen wir eine Tabelle erstellen und sehen, wie lange ein Manvantara dauert.

Ein Yuga gilt als ein Zeitzyklus, und
  • Kali steht für eine Einheit in einem solchen Zeitzyklus.
  • Dvâpara bedeutet zwei solcher Einheiten.
  • Tretâ sind drei und
  • Krita sind vier solcher Einheiten.
Yuga Jahre
Kali 1 x 432 000
Dvâpara 2 x 432 000
Tretâ 3 x 432 000
Krita 4 x 432 000
1 Kalpa 10 x 432 000 = 4 320 000
 
72 Kalpas = 1 Manvantara
14 Manvantaras = 1 Tag (24 Std.) Brahmâs
365 Tage Brahmâs = 1 Jahr Brahmâs
100 Jahre Brahmâs = Lebensspanne eines Brahmâ


Der gegenwärtige Brahmâ wird Padmabhû genannt. Er ist 51 Jahre alt. Der gegenwärtige Manu wird Vaivasvata genannt.

Wir sind derzeit in der Padmabhû-Schöpfung, im Vaivasvata-Manvantara, im 27. Kalpa, im Kali Yuga, auf dem Planeten, der Jambu Dvîpa genannt wird, und im Jahr Chitrabhânu (2002/2003).

Die sieben Strahlen der Sonne, die für die Existenz unseres Sonnensystems verantwortlich sind, werden auch als die sieben Pferde bezeichnet. Daher sagen die Schriften, dass 'sieben Pferde einen Wagen mit sieben Rädern ziehen. Sieben weise Männer reiten auf ihnen, zusammen mit sieben fruchtbaren Wassernymphen.' Über diesen Satz sollen wir täglich meditieren.

Die sieben weisen Männer, die die sieben Pferde reiten, sind:

Strahl/ Pferd Qualität Sanskrit-Name
1. Wille Sushumnâ
2. Liebe-Weisheit Harikesa
3. Intelligente Aktivität Visvakarma
4. Harmonie Visvatryarchas
5. Konkrete Wissenschaft Sannaddha
6. Hingabe Sarvâvasu
7. Gesetz und Ordnung Svarâj


Wir sollten lernen, mit den Energien der Strahlen zu arbeiten, indem wir von den Lehrern die anzuwendenden Techniken erlernen. Im Folgenden gebe ich eine kurze Beschreibung der Strahlenkräfte, die uns helfen, vollkommen zu werden.

1. Sushumnâ - Wille

Der Wille in uns führt uns zu Vollkommenheit im Dienst der Macht. Einige Menschen werden im Leben in Machtpositionen eingesetzt. Sofern der Macht durch tätige Liebe gedient wird, macht uns der Wille vollkommen. Vielen mächtigen Menschen fehlt die Liebe, und daher gehen sie durch dieselbe Macht, der sie dienen, zugrunde. Der Macht durch Liebe zu dienen ist der Grundton dieses Strahls.

2. Harikesa - Liebe-Weisheit

Die Weisheit und die Liebe in uns helfen uns, durch das Erkennen unserer Einheit mit allem Leben vollkommen zu werden. Das ist Dienst der Liebe durch tätige Liebe. Wir finden viele weise und göttliche Menschen, die durch diesen Strahl arbeiten. Sie sehen die Einheit aller Dinge. Sie sind einbeziehend und schließen niemanden aus. Sie sind tolerant, nachsichtig, bereit zu vergeben und magnetisch. Jeglichem Leben gegenüber sind sie freundlich.

3. Visvakarma - Intelligente Aktivität

Dieser Strahl hilft uns, dadurch vollkommen zu werden, dass wir alles, was wir haben, auf intelligente Weise für den Dienst einsetzen. Sein Leitgedanke ist: "Setze alles für den Dienst ein." Wer so arbeitet, kennt die Eignung aller Dinge in der Schöpfung. Er weiß sehr gut, wie alles genutzt werden kann. "Es gibt nichts Nutzloses, aber vieles wird nicht richtig genutzt", ist seine Auffassung. Wir lassen Dinge ungenutzt, wenn wir ihren Wert nicht kennen. Setzen wir diese Qualität im Dienst ein, werden wir zu den besten Verwertern der Naturschätze. Wenden wir diese Strahlqualität nicht in unserem Dienst an, werden wir kommerziell und nutzen andere aus.

4. Visvatryarchas - Harmonie

Durch diese Strahlqualität können wir uns von groben Formen lösen und uns mit der Schönheit, Herrlichkeit und dem Rhythmus des inneren Lebens verbinden. Jede Form entsteht aus der Wirkung von Klang, Rhythmus und Farbe. Rhythmische Klänge erzeugen Farben, und Farben lassen wiederum Formen entstehen. Durch die Arbeit mit diesem Strahl können wir die innere Schönheit der äußeren Formen erkennen. Wir werden Schüler von Klang, Farbe und Rhythmus, wenn wir mit diesem Strahl arbeiten. So lernen wir, mehr das innere Leben der Form wahrzunehmen als die Form selbst.

5. Sannaddha - konkrete Wissenschaft oder konkretes Wissen

Mit Hilfe dieses Strahls können wir unser Denken intensiv einem Problem zuwenden, um dem Leben zu helfen. Vielleicht arbeiten wir für die Lösung rassischer Probleme, oder wir möchten das Pflanzen- oder Tierreich erheben. Dabei setzen wir unser konkretes Denken fortwährend und mit Nachdruck ein, um Lösungen für scheinbar unüberwindliche Probleme einer Rasse oder Spezies zu finden. Unter dem Einfluss dieses Strahls werden Wissenschaftler geboren. Das Ergebnis solch intensiver Betätigung sind Erfindungen und Entdeckungen. Indem wir jede Qualität des Denkens für eine Sache einbringen, um dienstbar zu sein, werden wir zu großen Wohltätern der Gesellschaft, wenn diese Strahlqualität verwirklicht wird. Sie führt uns zur Vollkommenheit, indem sie uns dazu zwingt, unser ganzes Wissen im liebevollen Dienst an unserer Rasse anzuwenden.

6. Sarvâvasu - das Opfer im Dienst, Hingabe

Dies ist die Qualität des Opfers in uns. Es ist unsere zielstrebige Ausrichtung auf ein Ideal. Indem wir uns für dieses eine Ideal opfern, verbrennen wir alle unsere Unreinheiten und erreichen einen reinen Zustand der Erfahrung. Es ist der Weg des Selbstopfers für ein erschautes Ideal.

7. Svarâj - Unabhängigkeit oder Befreiung durch Rhythmus, Gesetz und zeremonielle Magie

Die Aktivität dieses Strahls ist Einfügung in den Rhythmus des Lebens, dadurch dass wir das Gesetz verstehen, von dem das System regiert wird. Dabei wenden wir fortwährend das Gesetz im eigenen Leben an, um den inneren Tempel zu erbauen. Dies erfordert lange Jahre systematischer Arbeit, die auf Dienen ausgerichtet sind.


aus K. Parvathi Kumar 'Mithila Grundlagen einer spirituellen Erziehung'

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