Yoga-Âsanas

Yoga bedeutet Integration, Einheit, Synthese oder ganzheitlicher Zustand des Seins. Âsanas sind Körperhaltungen. Yoga-Âsanas bezeichnen deshalb Körperhaltungen, die die Integration der Lebenskraft fördern.

Die Lebenskraft in uns kann gut fließen, wenn wir Yoga-Âsanas ausführen. In früherer Zeit entdeckten die Menschen, dass die Ausübung dieser Âsanas der Vitalisierung des Körpers dient. Die Lebenskraft wird stimuliert, so dass sie jedes Aktivitätszentrum in uns belebt.

Âsanas erhalten die Wirbelsäule elastisch und die Gelenke beweglich. Solange die Wirbelsäule geschmeidig bleibt, kann sie die Lebenskraft besser aufnehmen und weiterleiten. Werden die Âsanas regelmäßig durchgeführt, stimulieren sie auch die Drüsen, damit sie ihre Sekrete richtig absondern können. Der Körper wird neu belebt, und das Altern wird aufgehalten! Ja, das ist wahr. Viele haben diese Erfahrung gemacht. Der Körper bleibt jung, elastisch, beweglich, aktiv und energiegeladen. Die Haut wird strahlend, wenn wir die Âsanas durchführen, nachdem wir den Körper mit Öl eingerieben haben.

Mit Hilfe der Âsanas können wir Widerstandskraft gegen Krankheiten entwickeln. Wer Âsanas übt, wird nicht krank, auch wenn seine Umgebung nicht sehr gesund ist. Er kann Kälte und Hitze viel besser ertragen als andere. Der Wechsel der Jahreszeiten wird sich nicht auf ihn auswirken.

Ein weiterer sehr interessanter Aspekt der Âsana-Übungen besteht darin, dass wir nicht länger alles essen, ohne zu unterscheiden. Die Zunge hat nicht mehr die Tendenz, uns zu verführen. Das Verdauungssystem funktioniert besser, der Stuhlgang wird regelmäßig, und die Neigung zur Fettleibigkeit wird eingedämmt.

In unserer täglichen Lebensaktivität stören wir unseren Atemrhythmus durch Hast, Sorgen, Furcht, Ärger, Gereiztheit, Unruhe, Eifersucht, Stolz, Vorurteile, Zweifel, Misstrauen usw. Außerdem wird der Atemrhythmus dadurch beeinträchtigt, dass uns die Ausgewogenheit zwischen Arbeit, Essen und Ausruhen fehlt. Sogar wenn wir spielen, bringen wir unseren Atemrhythmus durcheinander. Wir sind derartig darauf erpicht zu gewinnen, dass wir ganz unruhig werden. Die Sorge, dass wir besiegt werden könnten, löst weitere Unruhe aus. Armer Mensch! Schon beim geringsten Anlass gerät sein Atemrhythmus durcheinander. Der Verlust des Atemrhythmus ist die Ursache für die Störung der Lebensströme im Inneren. Das ist so, als würden wir einen Kieselstein in das stille Wasser eines Sees fallen lassen. Die Störung gleicht den Wellen, die auf der Wasseroberfläche erscheinen. Die Lebensströme werden aus dem Gleichgewicht gebracht, und sie brauchen Zeit, um es wieder herzustellen. Inzwischen lassen wir einen weiteren Kieselstein in das stille Wasser des Lebens fallen. Noch bevor wir zur Ausgeglichenheit zurückgefunden haben, verursachen wir die nächste Störung. Wenn unsere tägliche Aktivität auf diese Weise fortwährend die innere Lebensaktivität beeinträchtigt, kommen wir mit Krankheit in Berührung.

Hier bieten die Âsanas eine ausgezeichnete Lösung. Sie stellen unseren Atemrhythmus wieder her, wenn wir sie unter Anleitung eines Lehrers durchführen. Im Zustand der Gesundheit ist die Lebenskraft rhythmisch in uns tätig, und dazu verhelfen uns die Âsanas. Sie eignen sich dafür sogar noch besser als gymnastische Übungen oder Leichtathletik.

Die Zeit für Âsanas

Der Morgen ist die beste Zeit für Âsanas. In den Tropen werden sie kurz vor Sonnenaufgang durchgeführt, und die Menschen setzen dort ihren Körper den morgendlichen Sonnenstrahlen aus, weil diese eine ausgezeichnete Wirkung auf den Körper haben. In der Zeit vor und während des Sonnenaufgangs gibt es viele lebensspendende Energien. Daher gilt diese Zeit als die beste. Wenn das Klima nicht dafür geeignet ist, die Âsanas im Freien auszuführen, können wir sie morgens auch in einem Zimmer üben, das ein Fenster nach Osten hat.
Wenn die Zeit am Morgen für uns ungünstig ist, können wir die Âsanas auch abends durchführen.

Der Platz für Âsanas

Ein Platz, an dem es genügend Belüftung gibt, eignet sich für Âsanas. Es sollte ein Platz sein, der das Morgen- oder Abendlicht hereinlässt. Falls die Temperaturen es gestatten, sollten wir einen Platz im Freien bevorzugen, den wir stets ordentlich und sauber halten. Eine brennende Kerze und ein Räucherstäbchen während und nach den Übungen halten den Platz rein. Niemals sollten wir Âsanas in einem dunklen, unbelüfteten Raum ausführen. Sanfte Streichmusik während der Âsanas trägt zu tieferer mentaler Stille bei.

Vorbereitung der Âsanas

Mit vollem Magen sollten wir keine Âsanas durchführen. Es wird empfohlen, nach dem Essen 3 bis 4 Stunden mit den Übungen zu warten. Ein leerer Magen ist besser. Wenn wir uns schwach fühlen, können wir ein Glas Milch, Fruchtsaft oder Zitronenwasser mit Honig trinken. Wir erreichen wohltuende Ergebnisse, wenn wir den Darm vor den Übungen leeren.
Wir leeren also den Darm, reinigen den Körper und bewahren vor der Ausübung der Âsanas eine ruhige Stimmung. Bei der Durchführung atmen wir vollständig ein und aus. Während der Âsanas, bei denen wir den Körper zusammenziehen, atmen wir aus, und wenn wir den Körper strecken, atmen wir ein. Mit den Ausführungen sollten wir es nicht eilig haben.
Wenn möglich, tragen wir Oliven- oder Sesamöl auf und massieren den Körper sanft 5 Minuten lang, ehe wir die Âsanas durchführen. Dies verstärkt die Wirkung. Bei dieser Körpermassage müssen wir auch die Gelenke massieren.

Abschluss

Beende die Yoga-Âsanas mit Shavâsana. Danach ruhe dich 5 bis 10 Minuten aus. Steh langsam auf, entspanne dich 5 Minuten in einem Sessel und dusche anschließend.
Iss frühestens eine halbe Stunde danach.



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