Natur im Jahreslauf: Winter

  1. Was blüht alles im Winter?
  2. Vögel im Winter: Rotkehlchen und Amsel
  3. Der Apfel
  4. Interessante Links

Zusammengestellt von: Markus Schmid

1. Was blüht denn alles im Winter?

Die Christrose

Es gibt eine Pflanze, die bereits zur Wintersonnenwende voll erblüht: die Christrose. Sie erhielt ihren Namen, weil sie zu Weihnachten = Christgeburt blüht und ähnlich wie eine Rose (Heckenrose) aussieht. Ansonsten ist die Pflanze eher unscheinbar.

Ein alter Weihnachtsbrauch besteht darin, 12 Blütenknospen der Christrose aufzustellen. Jeder Knospe wird ein Monat zugeordnet. Je nachdem wie die einzelnen Blüten aufgehen, soll das Wetter im kommenden Jahr werden: gehen sie kaum auf, wird der Monat regnerisch und trüb, wenn sie jedoch aufgehen, wird es sonnig.

Von Natur aus kommen Christrosen im Raum der Ostalpen vor. Weil sie aber in Gärten als Zierpflanzen immer beliebter werden, kann das "Wunder" einer mitten im Winter blühenden Pflanze an immer mehr Orten beobachtet werden!

Das Schneeglöckchen

Gemäß der Legende hat Gott den Schnee zuletzt geschaffen, ihm aber keine Farbe verliehen. Jede bunte Blume, die der Schnee nach etwas Farbe fragte, wollte nichts vom ihm wissen. Bis er zum Schneeglöckchen kam, das sich sogar mit ihm anfreundete und ihm seine weiße Farbe verlieh.

Nun ist in der Natur eine gute Schneedecke tatsächlich der beste Schutz vor dem Frost für die Pflanzen im Boden. Denn Schnee isoliert sehr gut: Wenn die Temperaturen oberhalb der Schneedecke tief unter 0 °C sinken, wird es an der Bodenoberfläche trotzdem kaum unter 0 °C sein, und somit dringt der Frost nur wenig in die Tiefe.

Schneeglöckchen Auch eine lockere Laubschicht ist ein guter Kälteschutz.
Im Boden können sich also die Pflanzen schon auf den Frühling vorbereiten, allen voran das Schneeglöckchen. In der Zwiebel schlummern bereits Blüten und Blätter im Kleinformat, um sich bei der ersten Wärme gleich zu entfalten. Deshalb werden auch die unter der Erde überwinternden Pflanzen Geophyten genannt (von Geos Griechisch = Erde und Phyt = Pflanze). Das Schneeglöckchen hilft aber sogar mit, dass der Schnee schmilzt! Es erzeugt - für Pflanzen untypisch - eigene Wärme, und zwar bis zu 8 bis 10 °C.

Dem Frühblüher kommen sogar heilende Eigenschaften zu: Es wird gegen Vergesslichkeit im Alter eingesetzt. Die Zwiebeln sollten allerdings nicht in zu großer Zahl eingenommen werden, sonst wirken sie leicht giftig.

Heute wachsen diese auf den ersten Blick unscheinbaren Pflanzen in fast allen Gärten. Achte also schon bei den ersten warmen Tagen oder wenn der Schnee schmilzt genau darauf, ob nicht schon die kleinen weißen Glöckchen den Frühling still einläuten.

In der Wissenschaft wird die genaue Beobachtung von Knospung, Blattentfaltung und Blüte Phänologie genannt. Das ist sowohl wichtig für die Landwirtschaft, wann z.B. die Felder bestellt und gesät werden sollen als auch für die Klimaforschung. Durch Beobachtung der Blütezeit lässt sich z.B. nachweisen, wie sich die Klimaerwärmung im Pflanzenreich auswirkt. Einige interessante Phänologie-Links sind unten auf dieser Seite angegeben.

Hasel und Gänseblümchen

Frühblüher im Abendlicht
Haselsträuchersind Frühblüher, die wohl am weitesten verbreitet sind. Kaum steigt die Temperatur gegen 10 °C oder es gibt ein paar sonnige Tage, schon stäuben die gelben Kätzchen im Wind. Es kann sogar fast mitten im Winter sein, dass die Haselblüte eintritt, auch wenn es später noch viel Frost und Schnee geben kann. Die Kätzchen mögen zwar zahlreich sein und gelbgrün in der Sonne leuchten. Aber die Beliebtheit von Schneeglöckchen und Christrosen hat die Blüte des Hasels nicht. Umso mehr dafür im Herbst, wenn die saftigen Haselnüsse geknackt werden können.

Nicht vergessen dürfen wir einen der ausdauerndsten Blüher. Denn es gibt eigentlich keinen Rasen ohne das Gänseblümchen. Es kann das ganze Jahr blühen und trotzt Schnee und Frost.

3. Gäste im Garten: Vögel im Winter

Auch im Winter treffen wir viele Vögel in unseren Gärten an. Gerade weil wir unsere gefiederten Gesellen auch füttern, kommen diese sehr nahe und können wunderbar beobachtet und fotografiert werden. Die Winterfütterung ist bei Schnee- und Frostperioden sinnvoll, da die Vögel während dieser Zeit wenig natürliche Nahrung finden. Weil sie sich an die Fütterung gewöhnen, müssen wir dann aber eine fortlaufende Versorgung sicherstellen, damit die Vögel nicht plötzlich unter Futterknappheit leiden müssen.

Hier werden zwei beliebte Gartenvögel näher vorgestellt, die meistens ganz gut alleine durch den Winter kommen und uns im Spätwinter als erste mit ihrem Gesang erfreuen: Nämlich das Rotkehlchen und die Amsel. Beide Arten gelten als Teilzieher, das heißt, ein Teil der Tiere zieht in den Süden, ein anderer bleibt auch im Winter hier.

Das Rotkehlchen ist wohl eines der beliebtesten Vögel im Garten und jedes Kind kennt es. Was nur wenige wissen, dass es schon sehr früh im Jahr singt, und sogar in der Nacht, noch vor der Morgendämmerung. Wenn wir also im Winter im Dunkeln ein leises, langgezogenes und hohes Zwitschern im Gebüsch hören, handelt es sich mit großer Sicherheit um ein Rotkehlchen. So könnte man es fast schon "Nachtigall des Winters" nennen, denn es ist tatsächlich mit diesem Gesangskünstler unter den Vögeln verwandt! Tagsüber können wir das Rotkehlchen mit etwas Glück beobachten, es fällt wegen seiner strahlend roten Brust gut auf, ist aber ansonsten klein wie ein Sperling und grau gefiedert.

Wacher Geselle im Gras. Amselgesang anhören.
Foto: Hans-W. Grömping, www.naturschule.com
Die Amsel beginnt auch im Winter manchmal bei wärmeren Temperaturen frühmorgens oder in der Abenddämmerung zu singen. Oft fängt sie mit einem zeternden Warnruf an, den sich verschiedene Vögel zurufen, besonders wenn eine Gefahr naht oder wenn sich die Vögel besonders abgrenzen möchten. Melodiös und abwechslungsreich ist hingegen ihr Gesang, und ein klares Zeichen dafür, dass wärmere Tage nahen. Kaum ein einheimischer Vogel singt so abwechslungsreich und melodiös. Das schwarze Männchen singt meist von erhöhter Warte aus, wobei auch Wechselgesänge von seinen Nachbarn entstehen können, die mit ihrem Gesang förmlich einander zu überbieten. Nicht nur die Laute von Artgenossen werden imitiert, sondern auch Gesangselemente von anderen Vogelarten! So kann ein geübtes Ohr sogar bestimmte Amseln an ihrem Gesang erkennen.

Amseln gehören zu den Vögeln, die am einfachsten zu beobachten sind, da sie häufig von Gebüsch zu Gebüsch fliegen und im Gras nach Regenwürmern oder Insekten suchen. Im Herbst und Winter ernähren sie sich gerne auch von Beeren und Früchten. Zur Winterfütterung eignet sich daher Obst am besten, weil Amseln mit Körnern wenig anfangen können. Am besten werden einige einheimische Sträucher gepflanzt, die im Winter auch Beeren tragen.

Noch vor 150 Jahren galt die Amsel als sehr scheuer Waldvogel, den man speziell beobachten gehen musste. Wie anpassungsfähig die Tiere sind, zeigt sich darin, dass sie heute sogar mitten in Großstädten leben, im Winter kaum mehr in den Süden ziehen und inzwischen sogar an Häusern nisten.

Du kannst also die Gelegenheit nutzen und auf den wunderschönen Gesang achten. Die Tiere lasse ich gut bei der Futtersuche, bei der Brut und bei Revierkämpfen beobachten. Manche Tiere fassen sogar Zutrauen zum Menschen!

2. Der Apfel

Der Apfel ist eine der beliebtesten Früchte. Er schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch sehr gesund.

Das im Apfel enthaltene Vitamin C stärkt unsere Abwehrkräfte. Zwei Äpfel am Tag decken schon fast den benötigten Bedarf an diesem wertvollen Vitamin. Besonders reichhaltig ist der Apfel auch an einigen Vitamin B-Komplexen. Diese wirken positiv auf Nerven und Muskulatur, was ebenso für das zu den Mineralstoffen zählende Kalium gilt.

Die im Apfel vorhandenen Trauben- und Fruchtzucker ist sehr schnell für den Körper verfügbar. Daher wirkt der Apfel leistungssteigernd und als "Wachmacher" für unser Gehirn. So soll das Trinken von Apfelsaft sogar den Denkprozess fördern.

Ein weiterer wichtiger Stoff im Apfel ist das Pektin. Dieser Ballaststoff befindet sich hauptsächlich in der Apfelschale. Daher sollte ein Apfel nicht geschält werden. Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an, außerdem bindet das Pektin Giftstoffe.

Gesunde Rezepte

Auch wenn der Apfel in roher Form genossen am gesündesten ist, bleiben bei einigen Rezepten mit Äpfeln viele Inhaltsstoffe erhalten, beispielsweise bei Apfelstrudel, Apfelschnitten, Apfelschaumsuppen oder Kuchen. Wunderbar einfach zu zu bereiten und schön wärmend ist ein Bratapfel im Winter ein. In flüssiger Form ist der Apfel besonders wertvoll als Apfelsaft oder Apfelessig. Der Apfelessig ist ein wahres Heilmittel, da er sämtliche Wirkstoffe des Apfels enthält, die ihn so gesund machen.

Warum ist Apfelsaft auch gut für die Natur?

Der Apfelanbau spielt eine zentrale Rolle für unsere Kulturlandschaft und auch die Natur. Besonders die traditionelle Hochstammkultur bietet für Brutvögel ein wahres Paradies. In der Nähe von Streuobstwiesen werden auch gerne Hecken gepflanzt, die neben Zahllosen Lebewesen beispielsweise der Hummel Unterschlupf bieten. Diese wiederum bestäuben die Obstbäume zum Beispiel auch bei kühleren Temperaturen unter 13? C, wenn die Bienen noch nicht unterwegs sind.

Daher ist besonders das Trinken vom Apfelsaft aus Hochstammkulturen nicht nur sehr gesund, sonder trägt auch zum Erhalt unseres Lebensraumes bei.


Die Bilder stammen soweit nicht anders bezeichnet von Markus Schmid und können für die Zwecke der Bildung frei verwendet werden.

5. Interessante Links:

Zum Beobachten und Mitmachen regen auch folgende Websiten an:

-> Naturphänomene im Jahreslauf:
www.naturbegleiter.at

-> Natur-Beobachtungen im Jahreslauf: www.naturdetektive.de

Die Wetterämter von Deutschland, der Schweiz und Österreich haben meist gut aufgebaute und laufend aktuelle Informationen zur Pflanzenentwicklung:

-> Phänologie im Deutschen Wetterdienst: www.dwd.de/...

-> Meteo Schweiz - Phänologie und Klima: www.meteoschweiz.ch/...

-> Wetter-Server-Österreich - Phänologie: http://zacost.zamg.ac.at/...





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