Sternenhimmel im November 2013


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist nach Sonnenuntergang herbstlich und bleibt weitgehend in Ruhe, da sich die Sonnenuntergänge immer mehr verfrühen. Im Westen hoch über uns steht das Sommerdreieck mit der hellen Wega, Atair und Deneb. Hoch im Osten sieht man die Herbststerne des Pegasus, der Andromeda und des Perseus und im Nordosten kann man die helle Capella und Aldebaran im Stier bewundern. Sie kündigen den bevorstehenden Winter an, und im Osten kann man tief am Horizont auch die ersten Orionsterne sehen.


Ausschnitt des Sternenhimmels im November gegen Süden.
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Der Große Wagen steht unterhalb des Polarsterns und die Cassiopeia steht im Nordosten halbhoch auf der Seite.

Bei guter Westsicht kann man in der Abenddämmerung die helle
Venus funkeln sehen, und bei guter Ostsicht ab 20 Uhr im Osten auch den Riesenplaneten Jupiter.

Aktuelles: Komet ISON

In der Presse wird bisweilen der Komet ISON vorgestellt, der im November nahe an der Sonne vorbeifliegt. Beobachtungen dieses Vorbeifluges sind für Laien aber nicht möglich, da sich der Komet dabei in Sonnennähe befindet und man wegen der großen Erblindungsgefahr niemals direkt mit einem Instrument in die Sonne schauen darf, auch nicht mit einem Filter oder einer Sonnenfinsternis-Brille ("SoFi-Brille"). Für eine ungefährliche Projektion auf ein Blatt Papier sind Kometen bei weitem nicht hell genug.

Korrigenda:

Bei der Beschreibung der Position des hellsten Kepheusstern Alderamin mithilfe der beiden ersten Cassiopeiasterne muss in allen früheren Monatsbeiträgen deren Reihenfolge umgedreht werden, das heißt Alderamin findet man in ungefähr fünffacher Verlängerung von der Schedir über Caph und nicht umgekehrt. Ich bitte diesen Schreibfehler zu entschuldigen.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Große und der Kleine Wagen sowie die hellsten Sterne der Cassiopeia und des Kepheus und der Andromedastern Mirach

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen, seht aber momentan teilweise im Horizontdunst.
Der bekannte Große Wagen besteht aus 7 Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. Er steht am Abend tief im Norden unterhalb des Polarsterns. Diesen findet man, indem man die beiden hinteren Kastensterne des Großen Wagen etwa fünfmal nach oben verlängert. Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zur Cassiopeia, die halbhoch im Nordosten wie ein großes auf der Seite liegendes W aussieht; ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von oben. Der obere Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Diese drei Sterne weisen wie ein Pfeil, der seine Spitze in der Schedir hat, auf den mittleren Andromedastern Mirach.

Der Große Wagen enthält zwar keinen Stern 1. Größe, dafür aber immerhin drei, die beinahe 1. Größe erreichen. Es sind dies der kastenseitige Deichselstern Alioth, der hintere obere Kastenstern Dubhe sowie der äußere Deichselstern Benetnash. - Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi". Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist; der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär" und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber".

Alioth ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren, Dubhe ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

Der bekannteste Stern des Großen Wagen ist sein vierthellster Stern, das ist der mittlere Deichselstern Mizar; er erreicht die 2. Größe und bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren. Er ist der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde. Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, das bedeutet "Lende", und der vordere untere Kastenstern heißt Phekda, das bedeutet "Schenkel". Da die Phekda geringfügig weiter entfernt ist als Merak ist sie absolut etwas heller. - Der vordere obere Kastenstern schließlich heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor über dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Er erreicht die 4. Größe. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und Mizar weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Auch der Polarstern erreicht die 2. Größe, er steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen. Auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der hellere der beiden erreicht ebenfalls die 2. Größe und heißt Kochab. Der Polarstern ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und Kochab ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren.

Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab.

Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, so gelangt man bei sehr guter Nordwestsicht zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der Hauptstern Cor Caroli des unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

In der ersten Monatshälfte kann man in der Abenddämmerung tief im Westen einen Stern 0.Größe erkennen, das ist Arktur im Bärenhüter. Auf ihn weist die Deichsel des bekannten Großen Wagen. Vorsicht, dass man ihn in der Dämmerung nicht mit der hellen Venus verwechselt. Arktur heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel.

Ebenfalls die 2. Größe erreichen die drei hellsten Sterne der Cassiopeia. Ihr Hauptstern Schedir steht an der zweiten Stelle von oben und markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der obere Cassiopeiastern heißt Caph, das bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren.

Der mittlere Andromedastern Mirach ist geringfügig heller, sie ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Schurz".

Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar links neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Der vierte Cassiopeiastern verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Ruchbah und der zweithellste Drachenstern eta Draconis sind gleich hell.

2.2 Das Sommerdreieck

Die Sternwanderung vom Kleinen Wagen über den Drachen zur Wega kleine Polarsternregel).
Vom Kleinen Wagen kann man mithilfe der kleinen Polarsternregel durch das Sternbild Drache hindurch einfach zur hellen Wega gelangen: in nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, also von Kochab zu Pherkad, gelangt man bekanntlich zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach links oben, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann.

Geht man von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei Sternen schräg übereinander, die die zweite und beinahe zweite Größe erreichen, das sind Ettanin, der untere der beiden und Alwaid. Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleichviel weiter gehend zur hellen Wega in der Leier. Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler".

Ettanin ist der hellste Stern des Sternbildes Drachen, ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ettanin bedeutet "Seeungeheuer" und man kann ihn daran erkennen, dass rechts über ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Sie bilden die Drachenkopf-Raute, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, die links oben vom Drachenstern Grumium und rechts unten vom Herkulesstern iota Herculi ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man zu pi Herculi. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sterne erahnen konnte. Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der rechten unteren Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren und pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.

Der Stern Edasich erreicht 3. Größe und steht auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese, der 100 Lichtjahre entfernt ist. Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Hoch über uns sieht man im Westen das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan und Atair im Adler besteht. Die helle Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler". Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Deneb kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch Caph, den rechten oberen Stern der Cassiopeia, ungefähr fünfmal weitergeht und dann etwas nach links abbiegt. - Atair schließlich erreicht beinahe die 0. Größe und ist der zweithellste Stern im Sommerdreieck. Er ist ein naher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist und bedeutet "fliegender Adler"; er ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen.

Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man zu Ras Alhague, einem Stern 2. Größe im Schlangenträger. Spiegelt man die helle Wega etwas schräg in der Mitte an der Achse Deneb - Atair, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif, der die 2. Größe erreicht. Das Sommerdreieck und Enif bilden ein Parallelogramm. Und spiegelt man die helle Wega senkrecht an der Achse Deneb - Atair, das ist knapp neben Deneb, so gelangt man zum zweithellsten Pegasusstern Scheat, der gleich hell ist wie Enif, und rechts über ihm zu Sadmatar, einem Pegasusstern 3. Größe.

Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren.

Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pferdes Pegasus)", Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadmatar ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens".

Der wunderschöne Doppelstern Albireo
Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega, findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, haben wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Geht man von Deneb in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Das Wort Sadir hat denselben Ursprung wie der Cassiopeiastern Schedir; er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Rechts oberhalb und links unterhalb von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern um etwa 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist der vierthellste Schwanenstern delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren. . - Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Der "fliegende Adler" Atair wird von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten neben Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Der obere rechte und hellere heißt Tarazed, er ist ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke"; der untere linke auf der anderen Seite von Atair heißt Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist. Alshain erreicht beinahe 3. Größe und bedeutet "Falke".

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Rechts über ihm sieht man bei guten Sichtbedingungen den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren. - Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern dritter Größe im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß".

Etwa in doppeltem Abstand folgen etwas nach rechts versetzt zwei Sterne 3. Größe schräg übereinander, die schon zum Sternbild des Steinbockes gehören: der obere rechte heißt Algiedi und der untere linke etwas hellere Stern heißt Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", sie ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren.

Geht man schließlich senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts unten, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. - Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zum Stern 12 Aquilae, dieser Stern erreicht 4. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

2.3 Perseus Fuhrmann, Stier und die ersten Orionsterne

Das nördlichste Sternbild der nun unmittelbar vor ihrem Aufgang stehenden bekannten Wintersternbilder ist der Fuhrmann, das Sternbild der hellen Capella, die 0. Größe hell ist und zur Zeit der hellste Fixstern am Abendhimmel ist.

Zunächst gelangt man in Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", zu einem Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirfak, der Hauptstern des Perseus, und die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch führt zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet ebenfalls "Zicklein".

Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Über und unter ihm stehen je ein Stern dritter Größe und bilden mit Mirfak den Perseusbogen. Gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren. - Der zweithellste Perseusstern Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak, er ist ein sehr bekannter veränderlicher Stern. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

In alten Sternbild-Darstellungen wird der zweithellste Stierstern El Nath, der die erste Größe nur ganz knapp verfehlt, oft dem Fuhrmann zugerechnet. Auch die übrigen Sterne des Fuhrmann sind auffällige Sterne. So erreicht auch der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan beinahe die erste Größe und zwei weitere Fuhrmannsterne erreichen beinahe 2. Größe, so dass der Fuhrmann ebenso wie der Orion, der Skorpion, der Große Wagen, der Große Hund, das Kreuz des Südens und der Löwe zu den figürlichsten Sternbildern überhaupt gehört.

Zudem findet man in der Nähe der Capella drei weitere Sterne etwa 3. Größe, welche auffällig nahe beieinander stehen und die eine ganze Ziegenfamilie bilden.

Zwar bildet das Sternbild des Fuhrmann ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, das Auge fügt aber unwillkürlich noch den Stern El Nath hinzu, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen. Die Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmann-Sechseckes. El Nath markiert das obere Horn des Stiers, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)".

Steil links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren; auch sie gehört zum Bärenstrom und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Im Sternbild des Fuhrmannes befindet sich in der Umgebung von der Capella eine ganze Ziegenfamilie. Diese bildet ein Dreieck, das bei der Capella einen sehr hellen Stern hat und an dessen rechter oberer Ecke der Ziegenpapa Almaaz steht, ein Stern dritter Größe. Er ist der fünfthellste Fuhrmannstern. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. - . Die rechte untere Ecke dieses Dreiecks besteht aus zwei Sternen nebeneinander: das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere- Hoedus II ist der sechsthellste Fuhrmannstern, ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern, und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Hoedus II ist fast gleichhell wie Almaaz, Hoedus I mit beinahe 3.Größe etwas weniger hell.

Zwei weitere Ecken des Fuhrmannes werden somit von den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I, die zusammen die zweite Ecke des Fuhrmannes bilden, sowie vom zweithellsten Fuhrmannstern Menkalinan gebildet. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmannes werden von Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und von Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus, der etwas hellere der beiden, ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Der Ziegenpapa Almaaz befindet sich in einer zusätzlichen 7. Ecke zwischen der hellen Capella und den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I. - Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen, die zum Sternbild Stier gehören. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht und der dritthellste Stern des Stieres ist. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Sternbild des Stiers
Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes Stier. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V", das wie ein Größer-Zeichen aussieht ; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

El Nath steht etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt und markiert das obere Horn des Stieres. Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri unterhalb von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Das Dreieck von Aldebaran und der Hyaden zeigt auf den Stern lamda Tauri, einen Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Doppelt so weit entfernt gelangt man zu omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren. - Zwei der Hyadensterne erreichen ebenfalls gerade noch die 3. Größe, die übrigen drei hellen Hyadensterne - in der Mitte unten steht ja über dem helleren noch ein zweiter Stern - sowie der zweit-, dritt- und vierthellste Plejadenstern erreichen beinahe die 3. Größe.

Auch die ersten Sterne des Orion sind schon aufgegangen: tief im Südosten kann man zwei Sterne nebeneinander sehen, das sind die Bellatrix, ein Stern beinahe 1. Größe auf der linken Seite, und pi(3) Orionis, ein Stern 3. Größe auf der rechten Seite unter den Hyaden.

Die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren und bedeutet "Kriegerin", pi(3) Orionis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit.

Ab 21 Uhr kann man bei guter Horizontsicht links unterhalb der beiden auch einen rötlichen Stern erkennen, das ist der sehr bekannte Stern Beteigeuze, ein Roter Riese 0. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren. Beteigeuze bedeutet "Schulter des Riesen". Nun kann man auch den Stern Heka erkennen, der sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix befindet. Heka bedeutet "der Mähnenzopf" und ist ein Stern gerade noch 3. Größe. In Wirklichkeit ist sie ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Manchmal wird Heka auch mit "Weißer Fleck" übersetzt.

2.4 Der Pegasus und das Herbstviereck, die Fomalhaut sowie die hellsten Sterne im Walfisch den Fischen

Das Sternbilder der Andromeda und des Pegasus
Im Osten kann man das beinahe quadratische Herbstviereck sehen, das nach Sonnenuntergang wie eine übergroße Vorfahrtstafel aussieht. Sein oberster Stern wurde bereits vorgestellt, das der zweithellste Pegasusstern Scheat, der von bloßem Auge gleichhell wie Enif ist. Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren.

Die übrigen Sterne des Herbstvierecks sind links die Sirrah, der Hauptstern der Andromeda, die man ungefähr auch in der Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern Cih zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, finden kann. Die Sirrah ist ein Stern 2. Größe und bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)", sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und der hellste Stern in dieser Himmelsregion. Man kann sie auch finden, indem man von der hellen Wega etwa gleichweit über Deneb im Schwan verlängert und dann etwas nach rechts geht. Rechts im Herbstviereck steht der Hauptstern des Pegasus, das ist Markab. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Unten steht der Stern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite"und erreicht beinahe die 2. Größe.

Oben auf das Herbstviereck aufgepfropft sieht man ein fast gleichseitiges Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Scheat steht an der linken Ecke dieses kleinen Dreiecks. Der Stern an der oberen Ecke dieses Dreiecks wurde ebenfalls bereits vorgestellt, das ist Sadmatar, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens". Auch der linke Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Verlängert man die untere Dreieckslinie von Scheat über die Ecke, in der Sadalbari und lamda Pegasi stehen, hinaus viermal, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif, der ebenfalls schon vorgestellt wurde; er ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren; Enif heißt "Nase (des Pegasus)".

Der Hauptstern Markab ist der dritthellste Pegasusstern, Algenib am unteren Ende des Herbstvierecks der vierthellste und Sadmatar an der Spitze des kleinen Dreiecks der fünfthellste Pegasusstern.

Verlängert man im Herbstviereck die Seite von Scheat über Markab rund dreimal nach Süden, so kann man dort bei guter Sicht den in unseren Breiten südlichsten Stern 1. Größe bewundern, das ist die Fomalhaut im Sternbild des Südlichen Fisches. Fomalhaut heißt "Maul des (Wal-)Fisches" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 25 Lichtjahren, das ist etwas näher als die Wega.

Auch den linken Schenkel des Herbstviereckes von der Sirrah über Algenib kann man nach unten verlängern. Dies führt nach zweimaliger Verlängerung auf einen hellen Stern 2. Größe, das ist Deneb Kaitos, der hellste Stern im Sternbild des Walfisches, welcher ja nach der Mythologie die Andromeda hatte fressen sollen. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Deneb Kaitos ist Ausgangspunkt einer nach Osten weisenden länglichen Deichsel, deren weitere Sterne Deneb Algenubi und theta Ceti sind und die auf den Walfischstern Baten Kaitos weist. Biegt man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten ab, so gelangt man in gut doppeltem Abstand zu tau Ceti, einem sonnennahen, ebenfalls gelben Stern im Abstand von knapp 12 Lichtjahren. Deneb Algenubi heißt "südliche Schwanz(flosse)", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Theta Ceti und Baten Kaitos sind ebenfalls Rote Riesen, theta Ceti ebenfalls im Abstand von knapp 120 Lichtjahren und Baten Kaitos rund doppelt so weit entfernt. Baten Kaitos heißt "Bauch des Meerungeheuers". - Auf dem Weg von der Sirrah und Algenib kommend sieht man rund ein Drittel zuvor, etwas nach Westen ausgerückt, den Stern Shemali; auch dieser ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 300 Lichtjahren. Alle genannten Walfischsterne außer Deneb Kaitos sind gerade noch 3. Größe oder verfehlen diese knapp.

Mit Hilfe des Herbstvierecks lassen sich auch die beiden hellsten Sterne des Sternbildes Fische einfach finden: verlängert man die Seite von Markab über Algenib gut gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern ebenfalls beinahe 3. Größe, das ist der hellste Fischestern Alpherg, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Alpherg bedeutet "Pferd". Der hellste Stern des westlichen Fisches ist gamma Piscium, der von bloßem Auge gleich hell wie Alpherg ist; ihn findet man rechts unter dem Herbstviereck, indem man von Sadalbari und lamda Pegasi in der unteren rechten Ecke des kleinen Pegasusdreiecks über Markab hinaus rund gleichviel verlängert. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Die Sternbilder des Walfisch und der Fische werden im Monatsthema näher vorgestellt.

Von Markab, dem Stern rechts unterhalb des kleinen Pegasusdreiecks, zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab. Ihre beiden mittleren Sterne erreichen gerade noch 3. Größe: rechts unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts, den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet "Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

Im Feldstecher kann man auf dem Weg von Sadalbaham zu Enif und darüber hinaus zwei Sterne sehen; geht man durch das Tor, das von diesen beiden Sternen aufgespannt wird, hindurch, so befindet sich der Kugelsternhaufen M15 unmittelbar neben dem oberen Stern des Tores. Dieser heißt HD204862 und erreicht die 6. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Tores steht bereits im Sternbild des Füllen und heißt HD203345; er erreicht beinahe die 6. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Zweigt man in der kleinen Sternenkette von Markab über die Sterne Sadalhomam und Sadalbaham zu Enif beim vorletzten Stern Sadalbaham statt zu Enif zur anderen Seite ab, so gelangt man zum zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren.

2.5 Die Cassiopeia als Wegweiser in die Herbststernbilder und der Kepheus


Die Cassiopeia, das Himmels-W
Die vier hellsten Cassiopeiasterne Schedir, Caph, Cih und Ruchbah wurden ebenso wie die Andromedasterne Sirrah und Mirach und der Hauptstern Alderamin des Kepheus mit dem Kepheusstern Al Agemim bereits vorgestellt. Die Andromedamutter Cassiopeia steht auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen, das ist nun rechts oberhalb des Polarsterns im Nordosten. Sie sieht wie ein großes, auf der Seite liegendes W aus und ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von oben und markiert die Brust der Cassiopeia. Das Wort Schedir hat denselben Ursprung wie der Schwanenstern Sadir. Der obere Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Diese drei Sterne erreichen die 2. Größe. - Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe.

Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von oben nach unten durchzählt, so steht die Schedir an der zweiten Stelle von oben. Sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der obere Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren.

Auch die anderen Cassiopeiasterne haben Namen: der vierte Cassiopeiastern heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren, und der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren.

Von der Cassiopeia ausgehend kann man die Sterne der Andromedakette sowie Mirfak im Perseus und die helle Capella sehr einfach finden.

So kann man die Sirrah an der linken Ecke des Herbstvierecks finden, indem man vom mittleren Cassiopeiastern Cih zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, verlängert. - Deutet man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze in Schedir, so weist diese auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den dritten Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man von Caph, dem ersten Stern der Cassiopeia, der ja die ausgestreckte Hand der Plejadenbüste darstellt, über die Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. - Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

In Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", gelangt man zu einem Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirfak, der Hauptstern des Perseus und schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann.

Stellt man sich das Herbstviereck mit den Andromedasternen Mirach und Alamak als beide erste Deichselsterne als einen übergroßen Himmelswagen vor, so befindet sich der prominente zweithellste Perseusstern Algol am äußeren Ende der Deichsel.

Den Stern Deneb im Schwan kann man ebenfalls aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch Caph, den oberen Stern der Cassiopeia an der ausgestreckten Hand der Plejadenbüste.

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders kann man auf diese Weise ebenfalls sehr einfach finden: von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man rechts unterhalb der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese bilden den Widder. Der linke Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der rechte Stern erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man nach unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes.

Im dreifachem Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Alpherg bedeutet "Pferd" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Das Sternbild der Fische wird im Monatsthema zusammen mit dem Sternbild des Walfisches näher vorgestellt.

So findet man den Andromedanebel
Der berühmte Andromedanebel ist sehr einfach zu finden: etwas oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 4. Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5. Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2.5 Millionen Lichtjahren.

Der Kepheus
Rechts über der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit auf dem Kopf steht. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden Cassiopeiasterne Schedir über die Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke neben Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit deren Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar links neben Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas unterhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Den Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3.Größe im Abstand von 100 Lichtjahren. Al Tais bedeutet "Ziegenbock".

Geht man die Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah zu Al Tais gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin, dem Hauptstern des Kepheus. Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck.

2.6 Der Steinbock und der Wassermann

Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zunächst zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae. Etwa in doppeltem Abstand folgen etwas nach rechts unten versetzt zwei Sterne 3. Größe schräg übereinander, die schon zum Sternbild des Steinbockes gehören: der obere rechte heißt Algiedi und der untere linke Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", sie ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren und ist etwas heller als Algiedi. Wer gute Augen hat, kann westlich von der Algiedi einen weiteren Stern gerade noch 4. Größe sehen; diese beiden sehen zwar wie ein Doppelstern aus, doch ist der Partnerstern, ebenfalls ein gelber Stern wie unsere Sonne, über zehnmal weiter entfernt. Vorsicht, dass man ihn von bloßem Auge nicht mit dem Stern nue Capricorni verwechselt, der auf der anderen Seite der Algiedi etwas weiter entfernt steht und deswegen bei genügend guter Sehkraft viel einfacher erkennbar ist. Nue Capricorni ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 270 Lichtjahren.

Rechtwinklig von Algiedi und Sadaldabih gelangt man von Algiedi nach links oben gehend zu einem weiterem Stern, das ist der Stern Sadalbali im Wassermann, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Dieser Name kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln.

Zu den südlichen Teilen des Steinbockes gelangt man am einfachsten, indem man die Linie von Atair und seinen beiden Falken weitergehend über theta Aquilae, Algiedi und Sadaldabih noch einmal gleichviel nach links unten verlängert. Dann kann man bei guter Sicht nochmals zwei Sterne 4. Größe in diesem Abstand voneinander sehen; der obere rechte ist psi Capricorni und der untere linke omega Capricorni. Psi Capricorni ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren und omega Capricorni ein Roter Riese im Abstand von knapp 250 Lichtjahren. Die ersten 4 Sterne dieser Linie gehören zum Sternbild des Adlers, die nächsten vier Sterne gehören zum Sternbild des Steinbockes.

Am unteren Ende des Steinbockes kann man wieder rechtwinklig nach links oben abknicken und gelangt nach derselben Distanz zu zwei benachbarten Sternen 3. Größe; der linke und hellere heißt Deneb Algedi, das bedeutet "Schwanz des Geißbocks"; er ist der hellste Stern des Sternbildes, ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren. 1846 wurde in seiner Nähe der Planet Neptun entdeckt. Der rechte Stern heißt Sadnashira und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Sadnashira ist der dritthellste Steinbockstern und bedeutet "die, welche gute Nachricht bringt" "; sie ist gleich hell wie der oberste Steinbockstern Algiedi.

Einen sehr einfachen Weg in den Wassermann findet man, indem man vom Herbstviereck ausgeht: von Markab, dem rechten Stern des Herbstvierecks rechts unterhalb des kleinen Pegasusdreiecks, zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab: rechts unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts, den Stern Sadalbaham. Von hier gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren. Geht man von Sadalmelik nach rechts unten, so gelangt man zum hellsten Stern des Sternbildes, das ist Sadalsuud, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Sadalsuud heißt "Glücksstern des Glückes" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren.

Links von Sadalmelik steht der Stern Sadalachbia, das heißt "Glücksstern der Zelte"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Oftmals wird dieser Name zu "Sadachbia" verkürzt. Gleich links steht etwas oberhalb der Stern zeta Aquarii, der beinahe die 3. Größe erreicht, er ist ein Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von 250 Lichtjahren.

Zwischen Sadalmelik und Sadalbali steht recht genau in der Mitte der hellste Wassermannstern Sadalsuud. Biegt man bei ihm senkrecht nach unten ab, so gelangt man nach gleichem Abstand zum hellsten Steinbockstern Deneb Algedi und rechts neben ihm zur Sadnashira. Zeta Capricorni schließlich findet man, indem man Sadalsuud an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira spiegelt. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Er erreicht beinahe die 3. Größe. Er steht zwischen den beiden Sternpaaren Algiedi und Sadaldabih sowie Deneb Algedi und Sadnashira.

Die zweite Sternenkette des Wassermannes besteht aus einem Stern 3. Größe und zwei Sternen beinahe 3. Größe. Am einfachsten findet man sie, indem man wie oben beschrieben im Herbstviereck von Scheat und Markab herkommend nach unten zur Fomalhaut geht. Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf Hydor, einen Roten Riesen im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Zuunterst in dieser unteren Wassermann-Sternenkette findet man nur bei ausgezeichneten Sichtbedingungen etwas links dieser Verbindungslinie den Stern 88 Aquarii, einen weißgelblichen Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Zwischen Markab und Hydor findet man auf halbem Wege etwas östlich auch noch den hellsten Stern des westlichen Fisches, das ist gamma Piscium. Er erreicht beinahe 3. Größe und ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Man findet diesen Stern auch, indem man von den beiden beieinander stehenden Sternen im kleinen Pegasusdreieck, von Sadalbari und lamda Pegasi, über Markab hinaus rund gleichviel verlängert. Das Sternbild der Fische wird im Monatsthema zusammen mit dem Sternbild des Walfisches näher vorgestellt.

In den Sternbildern Pegasus, Steinbock und Wassermann findet man insgesamt 10 Sterne, deren Namen eine Bedeutung im Zusammenhang mit Glück haben. Das kommt daher, dass in dieser Jahreszeit, in der diese Sterne am Himmel aufgehen, die fruchtbare Regenzeit einsetzte. Es sind dies die Pegasussterne (Sad-)Matar, Sadalbari, (Sadal-)Homam, (Sadal-)Baham, die Steinbocksterne (Sadal-)Dabih und (Sad-)Nashira sowie die Wassermannsterne Sadalmelik, Sadalachbia, Sadalsuud und (Sad-)Albali.

2.7 Der Perseus, der Walfischstern Menkar, die hellsten Fischesterne und das Dreieck

Verlängert man die Andromedakette nach links unten, so gelangt man zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch den vierten Stern des "W" finden; er ist ein Stern beinahe 1. Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren; manchmal wird für ihn auch der Name Algenib verwendet, mit dem üblicherweise der untere Stern im Herbstviereck bezeichnet wird. Über und unter Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen; gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak und ist der zweithellste Perseusstern. Stellt man sich das Herbstviereck mit den Andromedasternen Mirach und Alamak als beide erste Deichselsterne eines übergroßen Himmelswagens vor, so befindet sich Algol am äußeren Ende der Deichsel. - Bereits im Altertum wusste man, dass er seine Helligkeit verändert. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Der dritt- und vierthellste Perseusstern, die von bloßem Auge gleichhell wie die beiden Bogensterne gamma und delta Persei sind, befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach unten abbiegt. Der erste Stern dieser Linie ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei. Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Allerdings hat Menkib diesen Namen erst im Laufe der Zeit erhalten, denn aus der Tradition der Plejadenbüste wurde der Stern xi Persei, ein Stern 4. Größe, der zwischen epsilon Persei und dem Stern Menkib, etwas außerhalb steht, mit dem Namen Menkib bezeichnet und bedeutet entsprechend "Schulter (der Plejadenbüste)". Xi Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 1800 Lichtjahren.

Rechtwinklig rechts neben Menkib befindet sich am unteren Ende der zweiten Perseuskette der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand von 1500 Lichtjahren. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)". Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die inzwischen aufgegangenen Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches, der in der Plejadenbüste verstümmelten Hand. - Er erreicht gerade noch die 2. Größe und ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)".

Den Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden, als Orientierung kann helfen, dass sie in die Plejaden mündet.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem oberen Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem oberen Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Er steht im kleinen Sternbild des Dreiecks, das sich im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda befindet. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3. Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter dem hellsten Dreieckstern beta Trianguli, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Rechts neben dem Widder findet man den östlichen Teil der Fische: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Biegt man von hier senkrecht nach unten ab, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren, und Alpherg bedeutet möglicherweise "Pferd", was sich auf den in der Nähe stehenden Pegasus beziehen könnte. Alpherg ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Gamma Piscium, den hellsten Stern des westlichen Fisches, der von bloßem Auge gleich hell ist wie Alpherg, findet man rechts unter dem Herbstviereck, indem man von Sadalbari und lamda Pegasi in der unteren rechten Ecke des kleinen Pegasusdreiecks über Markab hinaus rund gleichviel verlängert. Er ist ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Das Sternbild der Fische wird im Monatsthema zusammen mit dem Sternbild des Walfisches näher vorgestellt.

2.8 Weitere Sternbilder im Sommerdreieck: die Leier und der Pfeil

Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind. Sie bilden den Leierkasten und sehen wie ein Parallelogramm unter der Wega aus. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe: das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern.Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sheliak am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in die Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere linke obere Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte rechte untere Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man rechts unterhalb von ihnen halb so weit entfernt auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der obere linke in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der untere rechte ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.

2.9 Ras Alhague mit Celbalrai, Gemma und der Herkules

Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man im Westen zu einem Stern 2. Größe, das ist Ras Alhague im Schlangenträger. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren. Unterhalb von Ras Alhague gelangt man etwas rechts zu einem Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Cebalrai, das bedeutet "Schäferhund"; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Der Stern kappa Ophiuchi erreicht 3. Größe und bildet mit Ras Alhague und Cebalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck; er steht westlich von Cebalrai. Kappa Ophiuchi ist ein Roter Riese im Abstand von 90 Lichtjahren.

Geht man von Atair im Adler über Ras Alhague wieder etwas hinauf gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 2. Größe, das ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Wie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan gehört auch die Gemma zum Bärenstrom; auch sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Geht man von der Gemma zum Horizont, so kann man auf halbem Wege bei guter Horizontsicht einen weiteren Stern 2. Größe erkennen, das ist der zweithellste Bärenhüterstern Mirak, das bedeutet "Umhang"; er ist ein Doppelstern eines Roten Riesen und eines weißlichen Sternes im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

Zum Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. Man findet ihn auch in der Mitte zwischen Benetnash am Deichselende des Großen Wagen und der Gemma, etwas unterhalb.

Das Sternbild des Herkules
Der Herkules ist ein weiträumiges Sternbild unterhalb des Drachenkopfes, das sich zwischen der Wega, der Nördlichen Krone, Ras Alhague und den nördlichen Teilen des Adlers erstreckt. Es weist nur zwei Sterne beinahe 2. Größe auf und ist somit insgesamt eher unscheinbar. Dieses Sternbild beherbergt einen der bekanntesten, bei nicht lichtverschmutzten Bedingungen sogar von bloßem Auge sichtbaren und einfach auffindbaren Kugelsternhaufen namens M13.

Der hellste Herkulesstern Rutikulus steht in der Mitte zwischen der Gemma und Ras Alhague. Biegt man bei ihm senkrecht nach links oben in Richtung Wega ab, so kann man dort zwei weitere Sterne sehen, die mit Rutikulus ein markantes, beinahe gleichseitiges Dreieck bilden, dessen Kantenlänge etwa gleichgroß wie der Abstand Mirak - Gemma ist. Rutikulus steht in diesem Dreieck unten an der Spitze. Der Stern oben rechts ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, der gleich hell wie Rutikulus ist. Der linke obere Stern heißt Sarin. Spiegelt man Rutikulus an der Achse zeta Herculi - Sarin, so gelangt man zu pi Herculi, der gleich hell ist wie Sarin; er steht etwas oberhalb zwischen dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und der hellen Wega.

Wer dieses fast gleichseitige Dreieck mit Rutikulus, zeta Herculi und Sarin nicht auf Anhieb sieht, kann den Hauptstern des Herkules zu Hilfe nehmen. Dieser heißt Ras Algethi und ist ein Stern 3. Größe rechts oberhalb neben Ras Alhague. Ras Algethi bildet mit Rutikulus und Sarin an der Spitze ein etwas schiefes Dreieck, das wie ein Pfeil auf die Wega weist. Nun findet man auch ganz einfach den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi, indem man Ras Algethi an der Achse Rutikulus - Sarin spiegelt.

Die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi sind wie unsere Sonne gelbe Sterne. Beide Sterne erreichen beinahe zweite Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt und heißt "Achselhöhle", sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger", und zeta Herculi ist gut 30 Lichtjahre entfernt. Sarin ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren, die Bedeutung dieses Namens ist nicht mehr bekannt, und pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Iota Herculi in der Drachenkopf-Raute auf der Wega-zugewandten Seite ist ein blauweißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 500 Lichtjahren.

Man kann auch über die helle Wega und den Drachenkopf in die nördlichen Teile des Sternbildes Herkules gelangen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke rechts findet man dann den Stern pi Herculi; man kann ihn auch finden, indem man wie oben gesehen vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi steht am unteren Ende eines trapezartigen Vierecks, das auch Herkulestrapez heißt. Diagonal gegenüber steht der Stern pi Herculi, der gleichhell wie Sarin ist. Sei noch der Stern eta Herculi genannt; zu ihm gelangt man, indem man von Rutikulus ausgehend an zeta Herculi vorbeigeht. Eta Herculi steht also in dem Trapez "neben" pi Herculi und erreicht gerade noch 3. Größe. In der vierten Ecke dieses Trapezes befindet sich ein unauffälliger Stern gerade noch 4. Größe, das ist epsilon Herculi. - Eta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und epsilon Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin zusammensetzt. Der Hauptstern Ras Algethi und iota Herculi stehen etwas abseits von diesem auf dem Kopf stehenden "K".

Im Herkulestrapez kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden: geht man von Rutikulus am zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi vorbei zu eta Herculi, so sieht man in einem Feldstecher oder bei licht-unverschmutzter Sicht sogar von bloßem Auge zwischen zeta und eta Herculi, ein Drittel von eta und zwei Drittel von zeta entfernt, ein verwaschenes Fleckchen; das ist der bekannte Kugelsternhaufen M13. Er ist ein Kugelsternhaufen, das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Dieser Kugelsternhaufen ist 25'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält etwa 300'000 Sterne.

Geht man schließlich vom hellsten Herkulesstern Rutikulus an Sarin vorbei ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren Herkulesstern 3. Größe namens mue Herculi. Dieser ist wie unsere Sonne und die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi sowie eta Herculi oben rechts im Herkulestrapez ein gelber Stern, wie zeta Herculi im Abstand von rund 30 Lichtjahren. Auch von hier gelangt man sehr einfach zur hellen Wega: betrachtet man die vier Sterne zeta und pi Herculi sowie Sarin und mue Herculi und verlängert man diese beiden Linien etwa zweimal nach oben, so findet man dort ungefähr in der Mitte die helle Wega.

3. Sternbilder des Monats: die Fische und der Walfisch

3.1 Einleitung:

Das Sternbild der Fische ist das einzige Tierkreiszeichen, das keinen Stern dritter Größe enthält, allerdings verfehlen die beiden hellsten Fischesterne Alpherg und gamma Piscium die 3. Größe mit einer Hundertstel sowie 9 Hundertstel Größenklassen nur denkbar knapp, zudem erreicht auch der Hauptstern der Fische, die Alresha, beinahe die 3. Größe.

Auch ein sonnennaher Weißer Zwerg, der Van Maanens Stern, der vor vielen Millionen Jahren heller als der Sirius war, befindet sich in diesem Sternbild, er kann heutzutage allerdings nur in einem Fernrohr gesehen werden.

Betrachtet man die 10 hellsten Sterne der beiden Sternbilder Walfische und Fische und berücksichtigt dabei nicht den veränderlichen Stern Mira, der derzeit ohnehin nur die 6. Größe erreicht, so belegt der hellste Fischestern Alpherg den achten und der hellste Stern des westlichen Fisches gamma Piscium den neunten Platz. Von bloßem Auge sind nur die beiden hellsten Walfischsterne Deneb Kaitos und Menkar, die die 2. und gerade noch 2. Größe erreichen, heller als die übrigen Sterne dieser Liste der zehn hellsten Sterne beider Sternbilder, von denen fünf gerade noch die 3. Größe erreichen und drei diese knapp verfehlen.

Beide Sternbilder haben einen westlichen und einen östlichen Sternbildteil und eher unauffällige Sterne dazwischen. Das Sternbild der Fische grenzt nördlich an das Sternbild des Walfisches an.

3.2 Einfache Einstiege in die Sternbilder des Walfisches und der Fische


Hervorhebung des Sternbildes des Walfischs
Zum hellsten Stern dieser beiden Sternbilder, zu Deneb Kaitos, gelangt man einfach in rund doppelter Verlängerung der linken unteren Seite des Herbstvierecks von der Sirrah über Algenib. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Zum zweithellsten Walfischstern, seinem Hauptstern Menkar, gelangt man, indem man die zweite Perseuslinie über die Plejaden rund dreimal weiterverlängert. Auch die Verlängerung der Hyaden im Stier in Richtung lamda Tauri und omicron Tauri führt zu Menkar. Er ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet "Nase (des Ungeheuers)".

Zum hellsten Fischestern Alpherg gelangt man in dreifacher Verlängerung der beiden hellsten Widdersterne Hamal über Sheratan, und den zweithellsten Fischestern gamma Piscium im westlichen Fisch findet man etwas östlich von Markab und Hydor, dem ersten Stern auf dem Weg von Markab zur hellen Fomalhaut. Man kann Alpherg auch in gut gleichweiter Verlängerung der rechten unteren Seite des Herbstvierecks von Markab über Algenib finden, und gamma Piscium kann man auch finden, indem man von den beiden beieinander stehenden Sternen im kleinen Pegasusdreieck, von Sadalbari und lamda Pegasi, über Markab hinaus rund gleichviel verlängert. Alpherg bedeutet möglicherweise "Pferd" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Auch gamma Piscium ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

3.3 Die zehn hellsten Sterne der Sternbilder des Walfisches und der Fische

Der hellste Walfischstern Deneb Kaitos ist Ausgangspunkt einer nach Osten weisenden länglichen Deichsel, deren weitere Sterne Deneb Algenubi und theta Ceti sind und die auf den Walfischstern Baten Kaitos weist. Deneb Algenubi ist der dritthellste und theta Ceti der siebthellste Stern dieser beiden Sternbilder, Baten Kaitos ihr zehnthellster Stern. Theta Ceti ist von bloßem Auge gleichhell wie der hellste Fischestern Alpherg auf Platz 8 dieser Liste, und Baten Kaitos ist gleichhell wie der hellste Stern gamma Piscium vom westlichen Fisch, dem neunthellsten Stern dieser Liste.

Biegt man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten ab, so gelangt man in gut doppeltem Abstand zum sonnennahen Stern tau Ceti, er ist der fünfthellste Stern dieser Liste.

Der sechsthellste Stern dieser Liste ist der Stern Shemali, den man auf dem dem Weg von der Sirrah und Algenib kommend rund ein Drittel zuvor, etwas nach Westen ausgerückt, sieht; er bildet mit Deneb Kaitos und Deneb Algenubi ein beinahe gleichseitiges Dreieck.

Verbleibt noch der vierthellste Stern dieser Liste, das ist der Stern Kaffaljidhm im Menkar-Parallelogramm. Manche Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um Menkar. Kaffaljidhm steht etwas östlich von Menkar und erreicht gerade noch 3. Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Deneb Algenubi heißt "südliche Schwanz(flosse)", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Auch die Sterne Shemali, theta Ceti und Baten Kaitos sind Rote Riesen, Shemali im Abstand von knapp 300 Lichtjahren, theta Ceti im Abstand von knapp 120 Lichtjahren und Baten Kaitos rund doppelt so weit entfernt. Baten Kaitos heißt "Bauch des Meerungeheuers".

Tau Ceti ist ein sonnennaher gelber Stern im Abstand von knapp 12 Lichtjahren.

Sechs dieser Sterne befinden sich im westlichen Bereich des Walfisches in der Nähe vom hellsten Walfischstern Deneb Kaitos, zwei dieser Sterne im östlichen Bereich des Walfisches in der Nähe vom zweithellsten Walfischstern Menkar. Je ein Stern befindet sich im westlichen und im östlichen Fisch.

3.4 Der Hauptstern der Fische Alresha und die Mira

Sei noch der elfthellste Stern dieser beiden Sternbilder genannt, er erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe , das ist der Hauptstern Alresha der Fische. Ihn findet man, indem man in der Andromeda von der Sirrah zur Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt; zuerst gelangt man zum hellen Fischestern Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", sie ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

Der veränderliche Stern Mira befindet sich zwischen den beiden Walfischbereichen, man kann ihn wenn er hell genug ist einfach in der Verlängerung der beiden Fischesterne Alpherg über die Alresha finden, dort, wo diese auf die Linie Baten Kaitos zu Menkar stößt. Mira ist ein über 400 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet wegen der Helligkeitsänderung "die Wundersame".

3.5 Die figürliche Anordnung der Sternbilder des Walfisches und der Fische

Schon anhand der Namensgebung kann man sehr gut die Form des Walfisches und der Angelrute der Fische erahnen: sein hellster Stern Deneb Kaitos steht am Schwanz des Walfisches, ebenso auch sein Nachbarstern Deneb Algenubi an der südlichen Schwanzflosse und Baten Kaitos am oberen Ende der Walfisch-Deichsel am Bauch des Walfisches. - Menkar steht im Kopf des Walfisches an seiner Nase.

Die beiden Fische stehen am Himmel kopfüber; in der Alresha befindet sich der Angelstrick, an dem die beiden Fische aufgehängt sind. - Der hellste Fischestern Alpherg steht in der Mitte der Angelschnur in der Nähe vom Schwanz des östlichen Fisches und der hellste Stern des westlichen Fisches, gamma Piscium befindet sich in der Nähe vom Maul des westlichen Fisches.

3.6 Der Weg vom Walfisch in den Stier

Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternenhimmel hat, kann einmal versuchen, Aldebaran vom östlichen und helleren Fisch und vom Walfisch ausgehend zu finden: wenn man in der Andromeda von der Sirrah zur Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt, so gelangt man zunächst zu Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha, dem Hauptstern des Sternbildes der Fische. Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und der Alresha auch omicron Piscium, einen Stern 4. Größe, erkennen. Geht man die Linie Alpherg, omicron Piscium und Alresha gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu einem Stern, der derzeit nur knapp die 6. Größe erreicht; das ist der bekannte veränderliche Stern Mira im Walfisch.

Biegt man bei guter Horizontsicht im Südosten von der Linie Alpherg, omicron Piscium, Alresha herkommend bei der Mira rechtwinklig nach links ab, so sieht man in eineinhalbfacher Entfernung Alresha - Mira den Hauptstern Menkar des Walfisches. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Geht man von ihm wieder in Richtung Alresha, so folgt nach einem Viertel Abstand, etwas unterhalb, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird.

Geht man auf der Linie von Baten Kaitos, auf den die Deneb Kaitos-Deichsel weist, über die Mira und Menkar gleichviel weiter, so gelangt man von rechts unten in das Sternbild des Stieres: zunächst erreicht man an der Sternbildgrenze omicron Tauri, dann folgt gleichviel weiter der Stern lamda Tauri, auf den die Hyaden wie ein Pfeil weisen. Nochmals gleichviel weiter gelangt man dann zu Aldebaran, dem Hauptstern des Stieres.

3.7 Weitere Sterne vierter Größe der Sternbilder des Walfisches und der Fische

Zahlreiche Sterne, die in der Figürlichkeit der beiden Sternbilder eine Rolle spielen, erreichen nur die vierte Größe; so dass eine Auswahl dieser Sterne ebenfalls vorgestellt wird. Diese Darstellung ist bis und mit der 4.3-ten Grösse vollständig, insbesondere sind somit alle Sterne dieser beiden Sternbilder vorgestellt, die mindestens die Helligkeit eines der 6 hellen Plejadensterne erreichen.

Das Parallelogramm mit Menkar und Kaffaljidhm wird von zwei Sternen vierter Größe ergänzt, die man in Richtung Andromeda sieht und die etwa doppelt so weit entfernt sind wie der Abstand von Menkar zu Kaffaljidhm. Mue Ceti steht auf der Seite von Menkar und xi2 Ceti auf der Seite von Kaffaljidhm; mue Ceti ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 85 Lichtjahren und xi2 Ceti ein blauweißlicher rund doppelt so weit entfernter Riesenstern.

Auf dem Weg von Baten Kaitos am oberen Ende der Deneb Kaitos-Deichsel zum Hauptstern des Walfisches Menkar findet man nach drei Vierteln des Weges, wenn die Mira heller ist, auch in der Mitte zwischen Mira und Menkar einen Stern 4. Größe, das ist der Walfischstern delta Ceti. Dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 650 Lichtjahren.

Geht man von xi2 Ceti, dem fischeseitigen Stern des Menkar-Parallelogramms, zu omicron Piscium zwischen den beiden Fischesternen Alpherg und Alresha, so gelangt man nach einem Drittel des Weges zu einem gleichhellen Stern, das ist xi1 Ceti, ein gelber Stern im Abstand von gut 360 Lichtjahren. Die beiden Parallelogrammsterne Kaffaljidhm und xi2 Ceti bilden zusammen mit delta Ceti und xi1 Ceti eine trapezförmige Figur.

Einen weiteren Walfischstern 4. Größe findet man, wenn man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten zum sonnennahen Stern tau Ceti abbiegt und fast gleichviel weitergeht. Das ist upsilon Ceti, ein Roter Riese im Abstand von 300 Lichtjahren. Geht man statt dessen von theta Ceti über Baten Kaitos gleichviel weiter, so gelangt man zu pi Ceti, einem blauweißlichen Stern im Abstand von gut 440 Lichtjahren.

Auch in den Fischen finden wir weitere Sterne vierter Größe. Den Stern epsilon Piscium findet man am einfachsten, wenn man von den Widdersternen Hamal und Sheratan über den hellsten Fischestern Alpherg gleichviel weitergeht, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

Weitere Fischesterne des schwächeren westlichen Fisches findet man in der Nähe von gamma Piscium geht man von gamma Piscium in Richtung Alpherg, so findet man in der Mitte unter dem unteren Schenkel des Herbstvierecks den Stern iota Piscium und fast gleichviel weitergehend den Stern omega Piscium. Beide sind weißgelbliche Sterne, iota Piscium im Abstand von 45 Lichtjahren und omega Piscium gut doppelt so weit im Abstand von 105 Lichtjahren.

Sei noch der Stern theta Piscium erwähnt, auch er steht wie gamma Piscium und iota Piscium im Kopf des westlichen Fisches, in der Mitte der beiden etwas oberhalb. Theta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von 160 Lichtjahren.

Der Kopf des westlichen Fisches wird von zwei weiteren Sternen vervollständigt: lamda Piscium erreicht gerade noch die 4.Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, und kappa Piscium ist ebenfalls ein weißlicher Stern 5.Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Die Sterne gamma, theta, iota, lamda und kappa Piscium sind ringförmig angeordnet und bilden den Kopf des westlichen Fisches.

Gleichhell wie lamda Piscium ist auch der Stern beta Piscium, der etwas westlich vom hellsten Stern des westlichen Fisches gamma Piscium steht; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren.

3.8 Mythologie

Die Mythologie des Walfisches ist sehr bekannt, ist er doch das Untier der Andromeda-Sage, welchem die schöne Prinzessin Andromeda zum Fraße vorgeworfen wurde, um den Zorn der Götter zu besänftigen. Rechtzeitig konnte der Held Perseus die Andromeda retten, indem er das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa dem Walfisch zeigte, so dass dieser sicht vor lauter Entsetzen darüber, wie hässlich die einst so schöne Göttin aufgrund eines Fluches geworden war, in einen Stein verwandelte.


Mythologische Darstellung der Fische, nach Aspin
Die Fische stellen in der Mythologie die Liebesgöttin Aphrodite und ihren Sohn Eros dar, die sich in Fische verwandelten, um dem Ungeheuer Typhon entkommen zu können. Interessanterweise haben die Römer dieses Sternbild als die regenbringenden Fische bezeichnet, was in Einklang zu den Glücksgestirnen der ganz in der Nähe befindlichen Sternbilder Pegasus, Steinbock und Wassermann steht. Dabei ist zu beachten, dass der Steinbock ursprünglich auch ein Fisch war, und zwar ein Ziegenfisch, der nach den heißen Sommermonaten in der nun einsetzenden fruchtbaren Regenzeit in Schwärmen auftrat und gefangen wurde; aus dieser Tradition wurde dann eine Ziege, was man auch den Sternbildnamen des Steinbockes entnehmen kann und daraus dann erst später ein Steinbock.

Südlich der Fische sieht man bei guter Südsicht noch einen weiteren Fisch, das ist der Südliche Fisch, das Sternbild der hellen Fomalhaut. Gemäß der Mythologie ist er die Mutter der beiden Fische.

4. Die Mondstationen am Abendhimmel

4.1 Allgemeines

Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

4.2 Die Mondstationen des Steinbocks und des Wassermannes

Die Mondstation des Steinbocks heißt Sadaldabih und wird von den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih, der seinen Namen ja von der Mondstation erhalten hat, in der Verlängerung der Adler-Steinbock-Linie gebildet. In der indischen Tradition werden die Adlersterne Atair und seine beiden Falken Tarazed und Alshain verwendet, dort heißt die Mondstation "die Anhörung".

Die erste Mondstation des Wassermannes heißt sad-bula und hat dem Stern Sadalbali seinen Namen gegeben.

Die zweite Mondstation des Wassermannes heißt Sadalsuud und hat dem hellsten Wassermannstern seinen Namen gegeben.

Die indische Tradition überliefert hier nur 1 Mondstation, diese besteht aus den Rautensternen des Sternbildes des Delfins und heißt "der Reichste". Man findet ihn, indem man im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegelt, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht. Der Delfin sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist; seine Sterne werden in der 5.Rubrik näher vorgestellt.

Die dritte Mondstation des Wassermannes heißt Sadalachbia. Diese Mondstation besteht aus 4 Sternen, die wie ein etwas schiefer Mercedes-Stern angeordnet sind; in ihrer Mitte steht der Stern zeta Aquarii und Sadalachbia steht in Richtung der beiden Wassermannsterne Sadalmelik und Sadalsuud. Die beiden übrigen Sterne dieser Mondstation erreichen die vierte und beinahe die vierte Größe, das sind eta Aquarii, der hellere der beiden auf der anderen Seite als Sadalachbia sowie nach oben in Richtung Pegasus der Stern pi Aquarii. Beide sind blauweißliche Sterne, eta Aquarii im Abstand von gut 180 Lichtjahren und pi Aquarii im Abstand von 1100 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "Hundert Heilende".

4.3 Die Mondstationen des Pegasus und der Andromeda

Die erste Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt alfarg al-muqaddam und bedeutet "der vordere Ausguss". Sie besteht aus dem rechten Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Markab und Scheat. Auch die indische Tradition kennt diese Mondstation, hier sah man in diesen beiden Sternen die "vorderen Stuhlfüße".

Die zweite Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt alfarg al-muachar und bedeutet "der hintere Ausguss". Sie besteht aus dem linken Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Algenib und Sirrah. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "hintere Stuhlfüße" bezeichnet.

Die dritte Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt batn al-hut und bedeutet "Bauch des Fisches". Sie besteht aus dem zweiten Andromedastern Mirach. Der Name erinnert an den Walfischstern Baten Kaitos, was ja "Bauch des Meerungeheuers" bedeutet. Eine Variante des Namens ist ar-risa; daraus wurde die Bezeichnung Alresha, die heutzutage auf für den Hauptstern des Sternbildes der Fische übergegangen ist. Es mag ein Zufall sein, dass die indische Tradition für diese Mondstation einen allerdings nur unauffälligen Stern des Sternbildes der Fische verwendet ", nämlich den Stern zeta Piscium, und nicht den Andromedastern Mirach. Seine Bedeutung ist "Reichtum". Am einfachsten kann man diesen Stern finden, wenn man vom Fischestern epsilon Piscium ausgeht: in Richtung omega Piscium im westlichen Fisch findet man nach einem Viertel der Strecke den Stern delta Piscium, der gerade noch die 4. Größe erreicht. Geht man nun von delta Piscium zu epsilon Piscium und dann gleichviel weiter, so sieht man etwas unterhalb einen Stern 5. Größe, das ist zeta Piscium. - Delta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren und zeta Piscium ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

4.4 Die Mondstationen des Widders

Die erste Mondstation des Widders wird von den beiden Widdersternen Sheratan und Mesarthim am Horn des Widders gebildet und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

Die zweite Mondstation "al-butayn" besteht aus unauffälligen Sternen 4. Größe, die sich zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und den Plejaden befinden. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "Wegtragende" bezeichnet.

4.5 Die Mondstation der Plejaden

Die nächste Mondstation heißt "at-turayya" und wird von den sehr prominenten Plejaden gebildet. Hier befinden sich auf engem Raum 6 hellere Sterne, nämlich ein Stern beinahe 2. Größe, drei Sterne beinahe 3. Größe und zwei Sterne 4. Größe. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck mit einem Stiel. Der hellste Plejadenstern ist die Alcyone - immerhin dritthellster Stern im Stier, sie befindet sich dort, wo der Stiel am Viereck befestigt ist. Der Plejadenvater Atlas befindet sich am Stielende, Elektra diagonal gegenüber und die Maja von Atlas herkommend oberhalb ihrer Schwester Alcyone.

Einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Sie beschreibt einen großen Bogen von der Cassiopeia über Mirfak und die zweite Perseuslinie zu den Plejaden und weiter zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Ihre linke Hand wird vom ersten Cassiopeiastern Caph dargestellt, ihre Handwurzel Misam vom Schatzkästlein der Milchstraße, das sind die beiden Nebelchen h und chi Persei, ihr linker Ellbogen vom hellen Perseusstern Mirfak, ihre Schulter von xi Persei, dem ursprünglichen Perseusstern Menkib und ihr Schulterblatt vom Perseusstern Atik. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt und am Ende des großen Bogens ihre rechte Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig vom Sternbild, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten.

Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist an-nagm, was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

4.6 Die Mondstation ad-dabaran (Aldebaran) im Stier

Die zweite Mondstation des Stieres heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Das kommt daher, dass Aldebaran kurz nach den Plejaden aufgeht. Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

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Einführung in die Mondstationen

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist so gestaltet, dass in ihren beiden ersten Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können. In der 3.Unterrubrik werden weitere einfach auffindbare Sterne im Zentrum der Hyaden vorgestellt.

5.1 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher sieht man zahlreiche weitere Sterne, so dass dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung kommt. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind erst 125 Millionen Jahre alt und ein sehr junger Sternhaufen; die Plejadensterne sind deswegen alle blauweißlich. Sie befinden sich im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Das sind aber nur 6 Sterne des Siebengestirns und schon zu Zeiten der alten Griechen wurde die Frage aufgeworfen, wo denn die siebte Plejade sei. Zur Zeit der alten Griechen gab es die Legende, dass die 7. Plejade die Elektra sei, die aus lauter Trauer und Verzweiflung über den Heldentod ihres geliebten Sohnes ihre Schwestern verlassen habe. Ja, man wusste sogar, wohin sie gegangen ist: tatsächlich gibt es einen weiteren sehr bekannten Stern 4. Größe, also in der Helligkeit eines typischen helleren Plejadensternes, und das ist der Augenprüfstern Alkor über dem mittleren Deichselstern des Großen Wagen. Jene Legende besagt nun also, dass die Elektra aus lauter Trauer ihre Schwestern verlassen habe, zum Großen Wagen gewandert sei und sich dort neben den mittleren Deichselstern Mizar gesellt hat.

Das Sternbild des Stiers bestehend aus Plejaden und Hyaden
Die Hyaden heißen auf deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck, bei dem jede Seite aus 3 Sternen besteht; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast.

Links oben steht über Aldebaran der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Somit sind vom Stier beide rot unterlaufenen Augen dargestellt, nämlich das nördliche vom Hyadenstern Ain und das südliche in Richtung Orion von den Plejaden nachfolgenden Stern Aldebaran. Unten in der Mitte stehen zwei Sterne übereinander, der obere heißt theta(1) Tauri und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, der untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. An der Spitze dieses Dreiecks, das ist derzeit rechts, steht der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri und in der Mitte oben steht der vierthellste Hyadenstern delta Tauri; beide sind ebenfalls wie unsere Sonne gelbe Sterne. Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe. Je nach Beobachtungsbedingungen erscheint gamma Tauri geringfügig heller als Ain.

Würde man die Plejadensterne und die Hyadensterne in gleichem Abstand nebeneinander stellen und die zehn hellsten von ihnen betrachten, so wären die ersten sieben allesamt Plejadensterne und die nächsten drei die drei hellsten Hyadensterne. Die siebthellste Plejade ist die Plejadenmutter Pleione, sie steht unmittelbar neben dem Plejadenvater Atlas senkrecht zur Linie Alcyone - Atlas auf der plejadenabgewandten Seite und erreicht die 5. Größe. Daraus abzuleiten, dass der Name "Siebengestirn" daher kommt, dass die sieben hellsten Plejadensterne in Wirklichkeit auch die sieben hellsten Sterne dieser beiden Sternhaufen bilden, ist wenig plausibel, da man in der Antike die Entfernungen zu diesen beiden Sternhaufen und zu Aldebaran nicht kannte. Zwar kann man unter der Annahme, dass beide Sternhaufen in Wirklichkeit ungefähr gleich groß sind, tatsächlich darauf schließen, dass die Plejaden rund dreimal weiter entfernt sind als die Hyaden, aber um Aldebaran als einen Vordergrundstern zu identifizieren, muss man die zusätzliche Annahme tätigen, dass die hellsten Sterne eines Sternhaufens wenigstens ungefähr gleich hell sind, so dass zwischen dem hellsten und dem zweithellsten Stern eines Sternhaufens nicht beinahe 3 Größenklassen liegen können; tatsächlich liegt zwischen der Alcyone und Atlas, den beiden hellsten Plejadensternen, nur eine dreiviertel Größenklasse.

Die nächsten vier Plätze in dieser Auflistung sind allesamt bis auf eine hundertstel Größenklasse gleich hell; das sind die beiden noch fehlenden scheuen Plejaden Celaeno und Asterope, die gerade noch und beinahe die 5. Größe erreichen, sowie die beiden noch ausstehenden Hyadensterne des "V", delta und theta(1) Tauri. Celaeno befindet sich zwischen Elektra und Taygeta und die Asterope bildet mit den Plejadensternen Maia und Taygeta ein gleichseitiges Dreieck nach außen. Im Feldstecher kann man unter der Asterope einen weiteren Plejadenstern gerade noch 6. Größe erkennen, der manchmal Sterope genannt wird. Auch neben der hellsten Plejade Alcyone steht ein Stern, der zwei Zehntel Größenklassen heller als die Sterope ist; das ist der Plejadenstern 24 Tauri.

5.2 Weitere Sterne der Nördlichen Krone und des Kleinen Wagen sowie der Cassiopeia und des Kepheus

Die Sterne der Nördlichen Krone bilden einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4 . Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren.

Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren.

5.3 Weitere Zentralsterne der Hyaden im Feldstecher

Der offene Sternhaufen der Hyaden enthält 41 Sterne, die man theoretisch gerade noch von bloßem Auge erkennen kann. Bisher wurden 5 von ihnen vorgestellt; im Feldstecher kann man im Zentrum der Hyaden noch zahlreiche weitere von ihnen sowie einige Vordergrundsterne wie Aldebaran und einige Hintergrundsterne erkennen.

Besonders um die beiden mittleren Hyadensterne des Hyadendreiecks, also delta Tauri auf dem oberen Hyadenast und theta(2) und theta(1) Tauri auf dem unteren Hyadenast, sieht man mehrere Hyadensterne; die Gruppe bei delta Tauri enthält vier auffälligere Sterne und die Gruppe um theta(2) und theta(1) Tauri sogar derer fünf.

Fangen wir bei delta Tauri an: auf dem Weg zum zweithellsten Hyadenstern Ain sieht man den Stern delta(3) Tauri nach einem Drittel des Weges, er ist immerhin der siebthellste Hyadenstern und gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. Geht man in die andere Richtung, so sieht man ebenfalls nach einem Drittel des Weges zum an der Spitze des Hyadendreiecks stehenden dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri den Stern 63 Tauri, einen weißlichen Stern beinahe 5. Größe. Etwas heller ist der Stern delta(2) Tauri auf der Innenseite neben delta Tauri; er bildet mit ihm und delta(3) Tauri ein rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel in delta(2) Tauri und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ebenfalls ein weißlicher Stern.

Die Sternengruppe um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und theta(1) Tauri enthält 5 Sterne: theta(2) und theta(1) Tauri stehen in einem beinahe gleichseitigen Dreieck, bei dem die rechte Ecke mit den beiden hellsten Sternen aus zwei übereinander stehenden Sternen besteht. Der Stern an der oberen Spitze dieses Dreiecks gehört ebenso wie Aldebaran nicht zu den Hyaden, sondern ist ein Hintergrundstern, der rund 30 Lichtjahre weiter entfernt ist. Er heißt 75 Tauri und ist ein Roter Riese 5. Größe. Etwas heller ist der Stern HD28527, der an der linken Ecke dieses Dreiecks steht; er erreicht beinahe die 4. Größe und ist nach einem Drittel des Weges in Richtung Aldebaran zu sehen; er gehört zu den Hyaden und ist gleichhell wie delta(2) Tauri vor delta Tauri am oberen Hyadenast. Auch er ist ein weißlicher Stern. Geht man von theta(2) Tauri in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man zu 71 Tauri; dieser ist der zehnthellste Hyadenstern und erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern. 71 Tauri steht nach rund einem Viertel zwischen dem hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und dem dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri etwas links.

Seien noch zwei weitere Sterne im Zentrum der Hyaden genannt: schräg links unterhalb vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze steht der Stern 58 Tauri; er ist ein weißgelblicher Stern 5. Größe. Geht man von der Sternengruppe um theta(2) und theta(1) Tauri zu 71 Tauri in Verlängerung des Hyadendreiecks nach unten und von dort eineinhalb mal weiter nach rechts, so gelangt man zu pi Tauri; dieser ist ein Hintergrundstern in fast dreifachem Abstand, ein wie unsere Sonne gelber Stern beinahe vierter Größe.

Im Übrigen haben alle Hyadensterne im Zentrum, die die vierte Größe erreichen, auch Eigennamen: der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri heißt Phaesyla und sein Nachbarstern theta(1) Tauri heißt Phaeo. Die beiden stehen ja in der Mitte des linken Hyadenastes. - Der zweihellste Hyadenstern epsilon Tauri gegenüber Aldebaran heißt Ain und markiert bekanntlich das blutunterlaufene Auge des Stieres; dieser Name entstammt nicht der Tradition der Hyaden, sondern der Tradition des Stieres. Der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze heißt Ambrosia und der vierthellste Hyadenstern delta Tauri in der Mitte des rechten Hyadenastes heißt Eudora.

Schräg über ihr in Richtung Ain steht der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri, sie heißt Cleeia, und der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri, der auf der Aldebaran-abgewandten Seite schräg unterhalb von theta(2) Tauri, dem hellsten Hyadenstern Phaesyla, und theta(1) Tauri, dem fünfthellsten Hyadenstern Phaeo, steht, heißt Polyxo; sie ist zwei Zehntel Größenklassen schwächer als ihre Schwester Cleeia.

5.4 Die Sprünge der Gazelle und die weiteren Körpersterne der Großen Bärin sowie weitere Frühlingssterne

Das komplette Sternbild der Großen Bärin. Alle im Text erwähnten Sterne sind auf der vergrösserten Darstellung bezeichnet.
Unterhalb der Wagensterne kann man bei guter Nordsicht ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet. Im November kann man am Abendhimmel nur den zweiten und den dritten Gazellensprung tief am Nordhorizont sehen.

Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom zweiten Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Man findet sie folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird von psi Ursae Maioris gebildet; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne nach unten. Psi Ursae Maioris erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein, das sich auf dem Weg vom Großen Wagen nach rechts unten zum Horizont befindet. Hier wird der Fersenstern von Al Haud gebildet und diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von 44 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron".

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, sowie Alula Borealis vom ersten Gazellensprung in der späten zweiten Nachthälfte und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung, den man in der späten zweiten Nachthälfte sehen kann; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Seien noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Großen Bärin genannt: auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Auch der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas in Richtung Cor Caroli eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Auch Alioth hat einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen Mizar und Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18.Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

Der Bärenhüter hat drei weitere Sterne gerade noch 3. Größe, die man in der ersten Monatshälfte nach Sonnenuntergang erkennen kann: zwischen der Gemma und Ceginus steht etwas oberhalb der Stern delta Bootis; dieser ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Nekkar, der an der Spitze des Bärenhüters steht, also oberhalb zwischen Ceginus und delta Bootis, ist 220 Lichtjahre entfernt. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern. Nekkar stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber". Rho Bootis schließlich steht neben Mirak auf der Ceginus-Seite des Bärenhüters, er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren.

Zwischen delta Bootis und Nekkar steht, etwas nach außen versetzt und näher an delta Bootis, der Stern Alkalurops, ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von 120 Lichtjahren; Alkarulops bedeutet "Hirtenstab".

Der oberste Stern der zweiten Linie der Schlange erreicht die 3. Größe, das ist eta Serpentis. Man findet ihn am einfachsten, indem man vom Hauptstern des Herkules Ras Algethi über Celbalrai unterhalb von Ras Alhague etwa gleichviel verlängert und etwas nach oben abknickt. Man kann ihn auch finden, indem man den Stern kappa Ophiuchi , der mit den beiden Hauptsternen des Schlangenträgers und des Herkules, Ras Alhague und Ras Algethi, ein Dreieck bildet, an Celbalrai spiegelt. Eta Serpentis ist ein Roter Riese im Abstand von gut 60 Lichtjahren.

Verlängert man von der Gemma herkommend über Ras Alhague und Celbalrai hinaus weiter, so gelangt man doppelt so weit entfernt zu einem Stern 3.Größe, das ist nue Ophiuchi. Er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Er ist der mittlere Stern der zweiten Schlangenlinie.

Der unterste Stern der zweiten Linie der Schlange ist xi Serpentis, er erreicht gerade noch die 3. Größe. Man findet ihn, indem man von eta Serpentis über nue Ophiuchi fast gleichviel verlängert. Xi Serpentis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Beinahe 3. Größe erreichen die Sterne 72 Ophiuchi und lamda Ophiuchi. 72 Ophiuchi bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Lamda Ophiuchi indet man in eineinhalbfacher Verlängerung von Ras Algethi, dem Hauptstern des Herkules, über kappa Ophiuchi im Dreieck mit Ras Alhague und Celbarai. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 170 Lichtjahren.

5.5 Weitere Herbststerne

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse , der gerade noch die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Die Sterne 51 Andromedae und mue Andromedae wurden bereits vorgestellt. Somit haben wir auch schon fast alle Zutaten der weniger bekannten zweiten Andromedakette beisammen: diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern oberhalb vom vierhellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

Seien nun noch weitere Sterne beinahe 3. Größe der Andromeda und des Pegasus vorgestellt: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. - Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren. Der Komet Panstarrs stand im März in der Nähe dieses Sternes.

Im Perseus gibt es noch weitere Sterne beinahe 3. Größe. Am einfachsten kann man kappa Persei finden, der in doppeltem Abstand auf der anderen Seite von Algol als ihre Gorgonenschwester steht. Kappa Persei ist ein über 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ebenfalls einfach auffindbar ist der Stern nue Persei, der sich zwischen dem unteren Bogenstern delta Persei und epsilon Persei befindet, etwas in Richtung Algol eingerückt. Er ist ein gelbweißlicher Stern im Abstand von 550 Lichtjahren.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bilde ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist, und gehe entlang des freien Astes zum dritten Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Verlängert man Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet.

Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Man kann ihn auch in der Verlängerung von Hoedus II über die Capella dreimal weitergehend finden oder von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Geht man von Borgadus zur Capella, so erreicht man nach einem Viertel des Weges einen Stern 4. Größe, das ist nue Aurigae, ein Roter Riese im Abstand von gut 210 Lichtjahren. Unmittelbar neben ihm steht ein Stern gerade noch 4. Größe, das ist der Stern tau Aurigae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im gleichen Abstand.

Im Fuhrmann kann man zwischen den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I sowie Hassaleh drei weitere Sterne beinahe 4. Größe erkennen, die ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Das sind die Sterne 4 Aurigae, 2 Aurigae und 1 Aurigae. 4 Aurigae steht auf der Seite der beiden Ziegenkinder und 2 Aurigae auf der Seite von Hassaleh; geht man von hier rechtwinklig ein bisschen in Richtung Mirfak, so gelangt man zu 1 Aurigae.

2 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von 560 Lichtjahren, er ist ebenso wie der zweithellste Bärenhüterstern Mirak einer der hellsten Sterne des umstrittenen erweiterten Bärenstromes. 4 Aurigae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren und 1 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 530 Lichtjahren. Aufgrund der neuen Sternbildgrenzen gehört dieser Stern nun zum Perseus, hat aber seinen Namen behalten.

5.6 Der Drache und weitere Herkulessterne

Der Drache ist neben dem Großen und Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Schließlich kann man auch über den Kepheus in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der linke obere ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der rechte untere gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der mit 25 Lichtjahren gleichweit entfernt ist wie die helle Wega. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache".

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diesen Stern von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite. Mue Herculi findet man, indem man vom hellsten Herkulesstern Rutikulus über Sarin ungefähr gleichviel weitergeht.

Im Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe:

Zu xi Herculi gelangt man, indem man die Linie Rutikulus - Sarin - mue Herculi weitergeht; noch etwas weiter ein wenig nach links abbiegend kann man auch noch omicron Herculi sehen. Xi Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren und omicron Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 350 Lichtjahren.

Neben Rutikulus steht der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi findet man am einfachsten, indem man diagonal durch das Herkulestrapez von epsilon über pi Herculi und dann gut gleichviel weiter geht, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

Bei pi Herculi befindet sich eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi. - Rho Herculi ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren.

Sei schließlich noch der Stern 109 Herculi erwähnt, der auch beinahe dritte Größe erreicht; ihn findet man, indem man von pi Herculi in der oberen linken Ecke des Herkulestrapezes zwischen mue und xi Herculi hindurch gleichviel weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren. Geht man gleichviel weiter, so gelangt man in den Adler, zuerst zum Adlerstern Deneb el Okab und danach zu Atair.

5.7 Weitere Sterne des Schwanes, des Adlers und des Schildes sowie des Delfins und des Füllen

Wir fangen bei Deneb im Schwan an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Stern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

Geht man von delta Aquilae zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken, so gelangt man nach gut der Hälfte zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist eta Aquilae. Dieser ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von fast 1200 Lichtjahren.

Den Stern Al Thalimain Posterior schließlich findet man, indem man von Al Thalimain Prior zu theta Aquilae in der linken Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken geht; nach gut der Hälfte gelangt man etwas nach oben zu delta Aquila eingerückt zu einem Stern 4. Größe, das ist Al Thalimain Posterior, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Man kann diesen Stern, der fast so hell wie 12 Aquilae und Deneb el Okab Borealis ist, auch finden, indem man Deneb el Okab herkommend über delta Aquilae etwas mehr als die Hälfte weitergeht. Al Thalimain bedeutet "die (beiden) Strauße".

Geht man entlang des Bogens Atair über delta Aquilae und Al Thalimain Prior gleichviel weiter, so gelangt man in das unauffällige Sternbild des Schildes, dessen Hauptstern beinahe 3. Größe erreicht und den man etwas unterhalb der Mitte der Sterne Al Thalimain Prior und 12 Aquilae einerseits und des zweithellsten Schlangensternes eta Serpentis andererseits findet. Alpha Scuti ist ein Roter Riese im Abstand von rund 175 Lichtjahren.

Der Pfeil im Sommerdreieck
Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner Falken nach links, also in die andere Richtung als delta Aquilae, so gelangt man zum Sternbild des Delfin. Dieser ist ein kleines Sternbild und sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Man kann auch im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegeln und gelangt zum Delfin, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht.

Der Delfin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute, steht in Richtung Schwan der Hauptstern des Delfins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. - An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 360 Lichtjahren. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

Der hellste Stern des Füllens erreicht beinahe die 3. Größe, er steht in der Mitte vom hellsten Pegasusstern Enif, vom hellsten Wassermannstern Sadalsuud und vom Delfin; man findet ihn, indem man von Enif in Richtung Delfin geht und nach einem Viertel des Weges senkrecht nach unten in Richtung Wassermann abbiegt. Alpha Equulei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 190 Lichtjahren.

5.8 Der Sternhaufen des Kleiderbügels

Wer einen lichtstarken Feldstecher hat, kann einmal versuchen, den "Kleiderbügel" zu finden: Dieser befindet sich auf der Verbindungslinie Atair - Wega, etwa ein Drittel von Atair entfernt, d.h. unterhalb von Albireo, ein bisschen ins Sommerdreieck hineingeschoben. Er besteht aus 6 Sternen, die gerade auf einer Linie liegen sowie vier Sternen, die einen Haken nach unten bilden, so dass dieser Kleiderbügel kopfüber am Himmel steht. Die Sterne des Kleiderbügels stehen nur zufällig dort, sie sind aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt und bilden keinen Sternhaufen. Sie befinden sich im unauffälligen Sternbild des Füchschens.

Der hellste Stern des Kleiderbügels heißt 4 Vulpeculae und erreicht 5. Größe und kann bei sehr guten Sichtbedingungen von bloßem Auge gesehen werden, er steht an der Rundung des Hakens, also an der dritten Stelle. Zwei weitere Sterne erreichen beinahe die 5. Größe und können somit theoretisch bei ausgezeichneten Sichtbedingungen ebenfalls von bloßem Auge gesehen werden. Sie stehen an den beiden ersten Stellen des Kleiderbügelhakens; der erste heißt 5 Vulpeculae und der zweite heißt HD182955. Drei weitere Sterne erreichen die 6. Größe und sind sehr einfache Feldstecherobjekte, das sind vom Schwan herkommend der erste, der vierte und der fünfte Stern der Kleiderbügellinie. Sie heißen 7 Vulpeculae, HD182761 und HD182422.

Der hellste Kleiderbügelstern 4 Vulpeculae ist ein Roter Riese im Abstand von fast 240 Lichtjahren. 5 Vulpeculae, der erste Stern des Kleiderbügelhakens, ist ein geringfügig näherer weißlicher Stern im Abstand von 220 Lichtjahren, und der dritthellste Kleiderbügelstern HD182955 zwischen den beiden ist ein Roter Riese im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Der erste Kleiderbügellinienstern 7 Vulpeculae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 760 Lichtjahren, der vierte Kleiderbügellinienstern ist ein weißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und der vorletzte Kleiderbügellinienstern ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 1100 Lichtjahren.

Die 4 übrigen Sterne kann man bei genügend guten Sichtbedingungen ebenfalls im Feldstecher sehen.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350'000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Der zweite und dritte Stern der Kleiderbügellinie erreichen beide beinahe 6. Größe und heißen HD183261 - er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 900 Lichtjahren, und HD182972 - er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 560 Lichtjahren. Der letzte Stern der Kleiderbügellinie erreicht die 7. Größe, er heißt HD182293 und ist ein Roter Riese im Abstand von 360 Lichtjahren; gleichhell ist der vierte Kleiderbügelhakenstern HD182620, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 550 Lichtjahren.

5.9 Weitere hellere Plejaden- und Hyadensterne abseits ihres Zentrums

Ganz ähnlich wie beim Bärenstrom enthalten auch die Plejaden und die Hyaden Mitglieder, die sich nicht mehr im Zentrum aufhalten, allerdings sind diese Sterne immer noch in der Nähe ihrer Sternhaufen und weniger als zwei Zentrumsdurchmesser entfernt.

Bei den Plejaden handelt es sich um vier Sterne; zwei von ihnen erreichen gerade noch die 5.Größe: der Stern 18 Tauri kann in gleichweiter Verlängerung der Plejade Merope über die Maia gefunden werden und ist absolut gleich hell wie die beiden scheuen Plejadenschwestern Celaeno und Asterope. Geringfügig heller ist der Stern HD23753; er bildet mit Atlas und der Merope ein gleichseitiges Dreieck weg von den Plejaden, also in die andere Richtung als die Alcyone.

Die beiden anderen Plejadensterne abseits vom Zentrum erreichen die 6.Größe, das sind HD23923 und HD23950. HD23923 findet man, indem man von der Maia kommend über die Alcyone gleichviel weiter verlängert, dabei sieht man zwischen Alcyone und HD23923 noch den Vordergrundstern 26 Tauri, der nicht zu den Plejaden gehört; er ist gerade noch 6.Größe hell, ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren. Noch ein bisschen mehr abseits steht der Plejadenstern HD23923; ihn findet man, indem man von der Alcyone aus über den oben genannten Plejadenstern HD23753, der gerade noch die 5.Größe erreicht, zweimal weiter verlängert.

Bei den Hyaden sind es einige mehr: neben den fünf hellsten Hyadensternen, die dieses typische Dreieck mit je einem Stern in der Mitte der beiden Dreieckschenkel bilden, enthalten die Hyaden vier weitere Sterne, die immerhin gleich hell oder heller als der sechsthellste Plejadenstern Taygeta sind. Einer wurde bereits vorgestellt, das ist der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri neben delta Tauri in Richtung Ain im Hyadenzentrum. Die übrigen sind etwas verstreut.

Zwei von ihnen findet man in einer Sternengruppe, die sich oberhalb vom zweithellsten Hyadenstern Ain befindet: der sechsthellste Hyadenstern kappa(1) Tauri und der achthellste Hyadenstern upsilon Tauri stehen nebeneinander oberhalb des oberen Hyadenastes. Man findet sie, indem man von Aldebaran über den zweithellsten Hyadenstern Ain gleichviel verlängert. Der rechte der beiden ist kappa(1) Tauri, er ist der hellste Hyadenstern, der nicht im Zentrum steht, und der linke ist upsilon Tauri. Beide erreichen die vierte Größe und sind weißliche Sterne. Unterhalb von kappa(1) Tauri kann man einen Stern 5.Größe sehen, das ist kappa(2) Tauri, auch er ist ein weißlicher Stern.

Der vierte von ihnen schließlich ist der neunthellste Hyadenstern 90 Tauri; ihn findet man, wenn man vom oberen mittleren Hyadenstern delta Tauri über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des unteren Hyadenastes gut doppelt so viel nach unten weitergeht. Auch 90 Tauri ist ein weißlicher Stern vierter Größe, von bloßem Auge gleichhell wie die Plejade Taygeta. Der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri erreicht gerade noch die 4.Größe und wurde bereits vorgestellt; er steht im Hyadenzentrum und gehört zur Gruppe der mittleren Sterne des unteren Hyadenastes um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und befindet sich auf dem Weg zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden.

Geht man nun von delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri fast gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 4.Größe, das ist rho Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern. Von hier parallel des unteren Hyadenastes nach links gehend gelangt man schräg links unterhalb von Aldebaran zu zwei Sternen; der obere und hellere ist sigma(2) Tauri, auch er ist wie rho Tauri ein weißlicher Stern beinahe 4.Größe, und der untere ist sigma(1) Tauri, ein weißlicher Stern 5.Größe.

Ein weiterer Hyadenstern, der beinahe die 4.Größe erreicht, ist iota Tauri; er steht etwas abseits und man findet ihn am einfachsten, indem man vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze des Hyadendreiecks durch das Tor, das durch Aldebaran und Ain aufgespannt wird, hindurch doppelt soviel weiter geht; er steht ungefähr in der Mitte zwischen Aldebaran und El Nath. Auch iota Tauri ist ein weißlicher Stern.

Seien noch zwei Hyadensterne 5.Größe genannt: den Stern 79 Tauri findet man, indem man von Ain über theta(2) Tauri und theta(1) Tauri gleichweit verlängert, und den Stern 97 Tauri findet man fast in der Mitte zwischen Aldebaran und iota Tauri. Beide sind ebenfalls weißliche Sterne.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.


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