Sternenhimmel im November 2017


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik. Im Monatsthema werden die beiden Sternbilder der Fische und des Walfisch näher vorgestellt.

Der Sternenhimmel ist nach Sonnenuntergang herbstlich und bleibt weitgehend in Ruhe, da sich die Sonnenuntergänge immer mehr verfrühen. Hoch über uns steht im Westen das Sommerdreieck mit der hellen Wega, Atair und Deneb. Hoch im Osten sieht man die Herbststerne des Pegasus, der Andromeda und des Perseus. Im Nordosten kann man die helle Capella und Aldebaran im Stier bewundern. Sie kündigen den bevorstehenden Winter an, und im Osten kann man tief am Horizont auch die ersten Orionsterne sehen.


Ausschnitt des Sternenhimmels im November gegen Süden.
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Der Große Wagen steht unterhalb des Polarsterns und die Cassiopeia im Nordosten halbhoch auf der Seite.

In der 6. Rubrik und 7. Rubrik wird für die englisch-sprachige Leserschaft in englischer Sprache die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 4.Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6. Rubrik umfasst die Nakshatra der Sommersternbilder und die 7. Rubrik die Nakshatra der Herbststernbilder.

In der ersten Monatshälfte kann man am Abend tief im Südwesten den Ringplaneten
Saturn sehen.

Neues aus der Wissenschaft

Seit dem Vorbeiflug der beiden Voyager-Sonden weiß man, dass alle vier Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun unseres Sonnensystems Ringsysteme haben. Seit einigen Jahren weiß man auch, dass die beiden größten bestätigten Zentauren Chariklo und Chiron von feinen Ringsystemen umgeben sind. Während Zentauren nach innen abgelenkte Kuipergürtel-Planetoiden sind, die nun ihre sonnennächsten Punkte zwischen dem Jupiter und dem Neptun aufweisen, befindet sich der Zwergplanet Haumea im Kuipergürtel jenseits der Neptunbahn. Im Oktober wurde bekanntgegeben, dass sich auch um die Haumea ein solches feines Ringsystem befindet.

Mitte des Jahres wurde ein weiterer Inner Oort Cloud-Planetoid der inneren Gruppe entdeckt, das ist der Kuipergürtel-Planetoid 2015 RX245. Sein sonnennächster Punkt liegt geringfügig über dem eineinhalbfachen Neptunabstand von der Sonne und er wird auf seiner Umlaufbahn auf über 25fachen Neptunabstand hinausgetragen, das ist rund 750mal weiter entfernt als die Erdbahn von der Sonne entfernt ist. Mit gut 200 km im Durchmesser ist er so groß wie die größten anderen bekannten Inner Oort Cloud-Planetoiden der inneren Gruppe, die so groß wie die größten Zentauren sind.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Große und der Kleine Wagen sowie die Cassiopeia

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen.
Der bekannte Große Wagen steht unterhalb des Polarsterns halbhoch im Norden. Er besteht aus 7 Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. In der englischen Sprache wird er "Big Dipper" genannt, das heißt "Großer Schöpflöffel". Drei von ihnen erreichen beinahe die erste Größe, das sind der obere hintere Kastenstern Dubhe, der kastenseitige Deichselstern Alioth sowie der äußere Deichselstern Benetnash. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern urspünglich Alkaid-Benetnash.

Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist, der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär" und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber", in der vollen Variante Alkaid-Benetnash "Anführer der Klageweiber".

Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi".

Der bekannteste Stern des Großen Wagen ist der mittlere Deichselstern
Mizar, er erreicht die 2. Größe und bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren. Er ist der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde.

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, das bedeutet "Lende", und der vordere untere Kastenstern heißt Phekda, das bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. Der vordere obere Kastenstern schließlich heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und die beiden Mizar-Sterne weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Ein weiterer äußerst einfach auffindbarer Stern ist bei klaren Sichtbedingungen der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren; auch er gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes.

Ebenfalls sehr einfach zu finden ist der Stern Cor Caroli, der beinahe die 2. Größe erreicht. Man findet ihn, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, und er ist der Hauptstern des ansonsten unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel rechts neben Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4. Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern und dem "Augenprüfstern" von Alioth sowie dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

Den Polarstern findet man, indem man die beiden hinteren Kastensterne Merak und Dubhe etwa fünfmal nach rechts oben verlängert. Auch er erreicht die 2. Größe und steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

In der ersten Monatshälfte kann man in der Abenddämmerung tief im Westen einen Stern 0. Größe erkennen, das ist Arktur im Bärenhüter. Auf ihn weist die Deichsel des Großen Wagen. Arktur heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 35 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel. - Bei sehr guten Sichtbedingungen kann man rechts von ihm einen Stern beinahe 2. Größe erkennen, das ist der dritthellste Stern des Bärenhüters Muphrid neben Arktur. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern des Lanzenbewaffneten", gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält.

Einen weiteren hellen Stern 0. Größe findet man, indem man die beiden oberen Kastensterne des Großen Wagen von Megrez am Anfügepunkt des Schwanzes über den zweithellsten Wagenstern Dubhe rund viermal nach rechts oben verlängert. Das ist die helle Capella im Fuhrmann, ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein".

Geht man von der Capella ein bisschen nach rechts, so sieht man einen Stern dritter Größe, das ist der Stern Almaaz, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist der Ziegenpapa. Unter Almaaz stehen zwei weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe schräg übereinander, das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Der hellere der beiden ist der innere Stern Hoedus II, ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern. Hoedus I ist ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese.

Auf dem Weg vom Polarstern in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der hellere der beiden erreicht ebenfalls die 2. Größe und heißt Kochab. Der Polarstern ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab.

Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad, dem schwächeren der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

Bei guten Sichtbedingungen im Norden kann man sehr schön 2 Sterne oberhalb des Wagenkastens vom Großen Wagen erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache".

Die Cassiopeia steht auf der anderen Seite des Polarsterns als der Große Wagen. Sie sieht wie ein großes, auf der Seite liegendes W aus und ihre drei hellsten Sterne erreichen ebenfalls die 2. Größe. Ihr Hauptstern Schedir steht an der zweiten Stelle von rechts oben und markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der rechte obere Cassiopeiastern heißt Caph, das bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Diese drei Sterne weisen wie ein Pfeil, der seine Spitze in der Schedir hat, auf den mittleren Andromedastern Mirach. Das bedeutet "Schurz" und sie ist ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von 200 Lichtjahren, etwas heller als die drei hellsten Cassiopeiasterne. Geht man von Caph über die Schedir ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar schräg rechts über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

In Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch den vierten Stern des "W" gelangt man im Nordosten zu Mirfak, das heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und er ist der Hauptstern des Perseus, ein weißgelblicher Stern beinahe die 1. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren, und die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch führt zur hellen Capella im Fuhrmann.

Der vierte Cassiopeiastern von rechts oben verfehlt die 2.Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, und der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3.Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad.

2.2 Die Sommersterne: Wega, Atair und der Schwan sowie der Drache

Mit Hilfe der "kleinen Polarsternregel", die von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen ausgeht, kann man die helle Wega finden: in nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad gelangt man bekanntlich zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach rechts, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden, gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu den beiden Botensterne der hellen Wega: Ettanin, den unteren rechten der beiden, und Alwaid. - Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleich viel weitergehend zur hellen Wega in der Leier.

Ettanin ist der hellste Stern des Sternbildes Drachen. Er ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese 2. Größe und bedeutet "Seeungeheuer"; Ettanin kann man daran erkennen, dass rechts unter ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sternen erahnen konnte. Sie stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, und bilden die Drachenkopf-Raute, die rechts oben vom Drachenstern Grumium und links unten vom Herkulesstern iota Herculi ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. - Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Ganz in der Nähe steht ein weiterer Herkulesstern 3. Größe, das ist pi Herculi; man findet ihn in eineinhalbfacher Verlängerung von Ettanin über iota Herculi hinaus. Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck.

Sommerdreieck (orange) mit Achsen-Spiegelung (hellblau) zu Ras Alhague im Schlangenträger

Hoch über uns sieht man das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan links unter ihr und Atair im Adler besteht. Die Wega heißt im englischen Vega und Atair heißt im englischen Altair. Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair erreicht beinahe die 0. Größe und ist der zweithellste Stern im Sommerdreieck. Er ist ein naher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist, und bedeutet "fliegender Adler"; er ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen.

Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man zu Ras Alhague im Schlangenträger, einem Stern 2. Größe. Spiegelt man die helle Wega etwas schräg in der Mitte an der Achse Deneb - Atair, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif, der ebenfalls die 2. Größe erreicht. Das Sommerdreieck und Enif bilden ein Parallelogramm. Und spiegelt man die helle Wega senkrecht an der Achse Deneb - Atair, das ist knapp neben Deneb, so gelangt man zum zweithellsten Pegasusstern Scheat, der gleich hell ist wie Enif, und rechts über ihm zu Sadmatar, der die 3. Größe erreicht. - Scheat und Sadmatar stehen in einem kleinen fast gleichseitigen Dreieck, dessen rechte Ecke aus zwei Sternen nebeneinander besteht. Der linke der beiden erreicht gerade noch die 3. Größe und heißt Sadalbari. Sie bilden das kleine Pegasusdreieck.

Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren. Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pferdes Pegasus)", Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und Sadmatar, das bedeutet "Glücksgestirn des Regens", ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Sadalbari schließlich bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb nach unten bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega, findet.

Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, sehen wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Geht man von Deneb nach unten in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Der Name Sadir hat denselben Ursprung wie der Cassiopeiastern Schedir. Links und rechts von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern gerade noch sowie beinahe 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist der vierthellste Schwanenstern delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren. - Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Der Drache hat noch zwei weitere Sterne 3. Größe: den vierthellsten Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Geht man diese Verlängerung gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin, dem Hauptstern des Kepheus und unmittelbar links neben ihm eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird.

Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Auch in der Leier gibt es zwei weitere Sterne 3. Größe: geht man von Ettanin im Drachenkopf zur hellen Wega und dann die Hälfte weiter, so gelangt man zu zwei nebeneinander stehenden Sternen, die zum Sternbild der Leier gehören; der Stern auf der Linie ist Sheliak und der Stern links von ihm ist Sulaphat. Sheliak ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren und Sulaphat ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte".

2.3 Der Adler, der Steinbock und die nördlichen Teile des Schützen

Der Adler
Hoch im Süden kann man Atair im Adler sehen, einen Stern beinahe 0. Größe, der mit der hellen Wega in der Leier und Deneb im Schwan das markante Sommerdreieck bildet. Rechts über Atair steht ein Stern beinahe 2. Größe, das ist Tarazed, ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke". Bei guter Sicht kann man links unter Atair auf der anderen Seite wie Tarazed einen Stern beinahe 3. Größe erkennen, das ist Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke".

Im Herbst lassen sich die beiden Sternbilder des Adlers und des Steinbock sehr schön beobachten. In der indischen Tradition wurde im Herbst die Mondstation Atair mit seinen beiden begleitenden Falken Tarazed und Alshain verwendet, in der arabischen Mythologie an ihrer Stelle die präziser gelegene Mondstation Sadaldabih im Steinbock, die sich links unterhalb des Adlers befindet. Bei guter Südwestsicht kann man auch noch die nördlichen Teile des Schützen am Ende der Abenddämmerung rechts unterhalb des Steinbockes erkennen.

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Rechts neben ihm sieht man den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Der "fliegende Adler" Atair wird also von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten von Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Diese drei Sterne bilden die Schulter des fliegenden Adlers. Die Übersetzung "Falke" ist sprachwissenschaftlich indes ein Übersetzungsfehler aus dem Persischen; dort ist die Rede davon, dass der fliegende Adler "an-nasr attair", der durch die drei sehr auffällig in einer Linie stehenden Sterne Alshain, Atair und Tarazed dargestellt wird und aus dessen zweiten Wort sich ja der Sternname Atair gebildet hat, vom Volk "shahin tarazed" genannt werden, und das bedeutet "Wagbalken der Waage". Das zweite Wort tarazed ist dann auf den Sternnamen Tarazed und das erste Wort shahin ist auf den Sternnamen Alshain übergegangen.

Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern dritter Größe im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß".

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts unten, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. - Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zum Stern 12 Aquilae, dieser Stern erreicht 4. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Er ist gleichhell wie Deneb el Okab Borealis, ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von Atair und seinen beiden Falken Tarazed und Alshain über theta Aquilae weiter, so folgen etwa in doppeltem Abstand etwas nach rechts versetzt zwei Sterne 3. Größe schräg nebeneinander, die schon zum Sternbild des Steinbockes gehören und die die Mondstation Sadaldabih bilden. Der rechte obere ist Algiedi und der linke untere heißt Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. - Rechtwinklig von der Algiedi und Sadaldabih gelangt man von der Algiedi nach links oben gehend zu einem weiterem Stern, das ist der Stern Sadalbali im Wassermann, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Der Name Sadalbali kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln. Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man bei guten Sichtbedingungen ganz einfach zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist der Stern mue Aquarii, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Auch er ist ein einfach auffindbarer Sadal-Partnerstern, weil er so nah beim hellsten Stern seiner Sadalgruppe Sadalbali steht. Geht man von der Algiedi über Sadalbali und seinen Sadal-Partnerstern mue Aquarii gut gleichviel weiter, so gelangt man zum hellsten Wassermannstern Sadalsuud, das bedeutet "Glück des Glückes"; er ist etwas heller als die 3. Größe und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren.

Wer gute Augen hat kann westlich von Algiedi einen weiteren Stern 4. Größe sehen; diese beiden sehen zwar wie ein Doppelstern aus, doch ist der Partnerstern, ebenfalls ein gelber Stern wie unsere Sonne, über zehnmal weiter entfernt. Vorsicht, dass man ihn von bloßem Auge nicht mit dem Stern nue Capricorni verwechselt, der auf der anderen Seite der Algiedi etwas weiter entfernt steht und deswegen bei genügend guter Sehkraft viel einfacher erkennbar ist. Nue Capricorni ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 270 Lichtjahren. Er wurde früher Alshat genannt, das kommt von as-sat und ist das Schaf, das der Schlachter der Glückssterngruppe Sadaldabih bei sich hat.

Zu den südlichen Teilen des Steinbockes gelangt man am einfachsten, indem man die Linie von Atair und seinen beiden Falken ausgehend über theta Aquilae, Algiedi und Sadaldabih nochmals gleichviel weiter nach unten verlängert, so kann man bei guter Südsicht nochmals zwei Sterne 4. Größe in diesem Abstand voneinander sehen; der obere rechte ist psi Capricorni und der linke untere omega Capricorni. Psi Capricorni ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren und omega Capricorni ein Roter Riese im Abstand von knapp 250 Lichtjahren. Die ersten vier Sterne dieser Linie gehören zum Sternbild des Adlers, die nächsten vier Sterne gehören zum Sternbild des Steinbockes.

Am unteren Ende des Steinbockes kann man wieder rechtwinklig nach links oben abknicken und gelangt nach derselben Distanz zu zwei benachbarten Sternen 3. und beinahe 3. Größe; der linke und hellere heißt Deneb Algedi, das bedeutet "Schwanz des Geißbocks"; er ist der hellste Stern des Sternbildes, ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren. 1846 wurde in seiner Nähe der Planet Neptun entdeckt. Der rechte Stern heißt Sadnashira und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Sadnashira ist der vierthellste Steinbockstern und bedeutet "die, welche gute Nachricht bringt"; sie ist von bloßem Auge gleich hell wie der oberste Steinbockstern Algiedi.

Oberhalb von Deneb Algedi und Sadnarisha befindet sich der hellste Wassermannstern Sadalsuud, der bereits vorgestellt wurde. Spiegelt man ihn an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira, so gelangt man zu zeta Capricorni. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

Das Sternbild des Steinbockes hat übrigens auch einen vermutlich aber moderneren volkstümlichen Namen, aufgrund seiner Form wird es als "das Lächeln des Himmels" bezeichnet.

Zum zweithellsten Schützenstern Nunki, der die 2. Größe erreicht und der der hellste Stern in diesem Himmelsareal ist, gelangt man, indem man den Weg vom Adler in den Steinbock beschreitet und bei den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih senkrecht nach rechts unten etwa gleichweit abbiegt. Geringfügig weitergehend sieht man einen weiteren Schützenstern beinahe 2. Größe, das ist Kaus Borealis. Und etwas oberhalb von Nunki, in Richtung des Adlersternes Atair, steht der Stern Albalda, der wie Kaus Borealis die zweite Größe nur knapp verfehlt.

Nunki bedeutet "göttlicher Ort der Erde" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 220 Lichtjahren, Kaus Borealis heißt "nördlicher Stern des Bogens" und ist ein Roter Riese im Abstand von 80 Lichtjahren, und Albalda links oberhalb in Richtung Atair bedeutet "der Platz, die Gegend"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren.

Bei sehr guter Südwestsicht kann man zu Monatsbeginn auch noch die übrigen helleren Schützensterne erkennen: rechts unterhalb von Nunki steht der dritthellste Schützenstern Askella, das bedeutet "Achsel". Sie ist ein weißlicher Stern knapp 2. Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Man kann sich den Schützen am einfachsten als zwei Bögen vorstellen kann, die schräg nebeneinander stehen. Beide Bögen haben in dieser Vorstellung einen Pfeil. Der zweithellste Schützenstern Nunki befindet sich in dieser Vorstellung in der Mitte des oberen Bogens, Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens und Albalda in Richtung Atair am oberen Ende des oberen Bogens. Der obere Bogen wird unterhalb von Nunki am unteren Ende vom dritthellsten Schützenstern Askella vervollständigt.

Rechts und links neben Nunki, dem mittleren Bogenstern des oberen Bogens, sieht man etwas unterhalb zwei Sterne 3. Größe, das sind phi Sagittarii an der Pfeilspitze des oberen Bogens und tau Sagittarii am nach hinten gespannten Pfeilende oberhalb von Askella, die ja am unteren Ende des oberen Bogens steht. Phi Sagittarii ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 230 Lichtjahren und tau Sagittarii ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Fast gleichhell ist auch der Stern xi(2) Sagittarii rechts neben Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Die übrigen Schützensterne des unteren Bogens stehen schon nahe am Horizont. Kaus Meridionalis steht unterhalb von Kaus Borealis in der Mitte des unteren Bogens und der hellste Stern des Sternbildes ist Kaus Australis am unteren Ende des unteren Bogens. Kaus Meridionalis bedeutet "mittlerer Stern des Bogens" er ist ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Kaus Australis erreicht beinahe 1. Größe, ist aber aufgrund seiner südlichen Lage nur bei klarer Südwestsicht gut erkennbar. Kaus Australis bedeutet "südlicher Stern des Bogens" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Rechts neben Kaus Meridionalis in der Mitte des unteren Bogens steht der Stern An-Nasl an der Pfeilspitze des unteren Bogens und An-Nasl heißt auch passenderweise "Pfeilspitze"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Schräg rechts unterhalb des hellsten Schützensternes Kaus Australis steht eta Sagittarii, ein Stern 3. Größe. Er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 150 Lichtjahren und ist auch von Südeuropa nur bei sehr guter Südsicht erkennbar.

Sehr bekannt ist die englische Darstellung des Sternbild Schützen als "teapot", das heißt Teekanne. Die Sterne dieser Teekanne sind am Henkel unten tau Sagittarii am Pfeilende des oberen Bogens sowie oben der zweithellste Schützenstern Nunki in der Mitte des oberen Bogens. Die Kanne selber wird von den vier Sternen Askella, dem dritthellsten Schützenstern am unteren Ende des oberen Bogens, von phi Sagittarii, der Pfeilspitze des oberen Bogens sowie Kaus Meridionalis und dem hellsten Schützenstern Kaus Australis in der Mitte und am unteren Ende des unteren Bogens gebildet. Der Deckel wird von Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens und die Ausguss-Schneppe schließlich von An-Nasl, der Pfeilspitze des unteren Bogens, gebildet. Der Schützenstern Albalda steht allerdings nördlich dieser Teekanne.

2.4 Der Fuhrmann, der Stier und die ersten Orionsterne

Perseus und die angrenzenden Sternbilder
In der Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch Ruchbah den vierten Stern des "W" gelangt man zum Hauptstern des Perseus, das ist Mirfak, ein Stern beinahe 1. Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

Über und unter Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen, den Perseusbogen; gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren. - Der zweithellste Perseusstern Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak, er ist ein sehr bekannter veränderlicher Stern. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Geht man von gamma Persei über Mirfak an delta Persei vorbei doppelt soviel weiter, so gelangt man zu epsilon Persei, der gleich hell wie gamma und delta Persei ist. Er bildet mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Epsilon Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Links unterhalb des Perseusbogens kann man den Fuhrmann erkennen: die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch führt im Nordosten zur hellen Capella. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem 0. Größe im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet ebenfalls "Zicklein".

Geht man von der Capella nach rechts, so sieht man einen Stern dritter Größe, das ist der Stern Almaaz, der bereits vorgestellt wurde; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist der Ziegenpapa.

Unter Almaaz stehen zwei weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe schräg übereinander, das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Der hellere der beiden ist der innere Stern Hoedus II,ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern. Hoedus I ist ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Auf den alten Sternbild-Darstellungen sind unter der Ziegenmutter Capella die beiden Ziegenkinder ebenfalls abgebildet.

Steil links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Auch Menkalinan gehört zum Bärenstrom und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Geht man von der hellen Capella schräg nach rechts zum Horizont, so kann man dort einen Stern erkennen, der die erste Größe nur ganz knapp verfehlt. Das ist zweithellste Stierstern El Nath, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. El Nath bedeutet "Horn (des Stieres)".

In alten Sternbild-Darstellungen wird El Nath oft dem Fuhrmann zugerechnet. Auch die übrigen Sterne des Fuhrmann sind auffällige Sterne. So erreicht auch der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan beinahe die erste Größe und zwei weitere Fuhrmannsterne erreichen beinahe 2. Größe, so dass der Fuhrmann ebenso wie der Orion, der Skorpion, der Große Wagen, der Große Hund, das Kreuz des Südens und der Löwe zu den figürlichsten Sternbildern überhaupt gehört.

Zwar bildet das Sternbild des Fuhrmann ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, das Auge fügt aber unwillkürlich noch den Stern El Nath hinzu, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen. Die Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmann-Sechseckes.

Zwei weitere Ecken des Fuhrmannes werden somit von den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I, die zusammen die zweite Ecke des Fuhrmannes bilden, sowie vom zweithellsten Fuhrmannstern Menkalinan gebildet. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmannes werden vom dritthellsten Fuhrmannstern Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und vom vierthellsten Fuhrmannstern Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus, der etwas hellere der beiden, ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Der Ziegenpapa Almaaz befindet sich in einer zusätzlichen 7.Ecke zwischen der hellen Capella und den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I.

Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus. Man kann ihn auch finden,indem man von Hoedus II über die Capella dreimal weitergeht. Man kann auch von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht und der dritthellste Stern des Stieres ist. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes Stier. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V", das wie ein Größer-Zeichen aussieht; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

Das Sternbild des Stiers bestehend aus Plejaden und Hyaden
El Nath wurde bereits vorgestellt, er steht etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt und ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, ein Stern beinahe die 1. Größe. El Nath markiert das obere Horn des Stieres, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)". Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri unterhalb von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Das Dreieck von Aldebaran und der Hyaden zeigt auf den Stern lamda Tauri, einen Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Doppelt so weit entfernt gelangt man an der Sternbildgrenze zum Walfisch zu omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren. - Zwei der Hyadensterne erreichen ebenfalls gerade noch die 3. Größe, die übrigen drei hellen Hyadensterne sowie der zweit-, dritt- und vierthellste Plejadenstern erreichen beinahe die 3. Größe.

Bei guter Sicht sieht der Stier wie eine Stimmgabel aus, deren Stiel bei omicron Tauri beginnt und deren Stimmgabelzinken sich bei den Hyaden aufspalten und in den beiden Stierhörner münden.

Auch die ersten Sterne des Orion sind schon aufgegangen: tief im Südosten kann man zwei Sterne nebeneinander sehen, das sind die Bellatrix, ein Stern beinahe 1. Größe auf der linken Seite, und pi(3) Orionis, ein Stern 3.Größe, auf der rechten Seite unter den Hyaden.

Die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren und bedeutet "Kriegerin", pi(3) Orionis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit.

Ab 21 Uhr kann man bei guter Horizontsicht links unterhalb der beiden auch einen rötlichen Stern erkennen, das ist der sehr bekannte Stern Beteigeuze, ein Roter Riese 0. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren. Beteigeuze bedeutet "Schulter des Riesen". Nun kann man auch den Stern Heka erkennen, der sich in der Mitte rechts oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix befindet. Heka bedeutet "der Mähnenzopf" und ist ein Stern gerade noch 3. Größe. In Wirklichkeit ist sie ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Manchmal wird Heka auch mit "Weißer Fleck" übersetzt.

2.5 Der Pegasus und das Herbstviereck

Hoch im Osten kann man das Herbstviereck sehen, das wie eine übergroße Vorfahrtstafel am Himmel steht und von dem nach links die Andromedakette und nach rechts die Pegasuskette abzweigt. An seiner Spitze befindet sich ein kleines beinahe gleichseitiges Dreieck, dessen rechte Ecke aus zwei Sternen nebeneinander besteht. Mit Ausnahme des linken Sternes im Herbstviereck gehören alle diese Sterne zum Sternbild des Pegasus. Dessen beiden hellsten Sterne Enif und Scheat ebenso wie Sadmatar an der Spitze des kleinen Dreiecks und Sadalbari und lamda Pegasi in seiner rechten Ecke wurden bereits vorgestellt .

Enif findet man, indem man die helle Wega etwas schräg in der Mitte an der Achse Deneb - Atair spiegelt und bildet mit dem Sommerdreieck ein Parallelogramm. Scheat findet man, wenn man diese Spiegelung senkrecht durchführt, das ist knapp neben Deneb und Sadmatar steht rechts über Scheat.

Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pegasus)", Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadmatar ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens".

Scheat im kleinen Pegasusdreieck ist der obere Stern des beinahe quadratischen markanten Herbstvierecks. In seiner linken Ecke steht der Hauptstern der Andromeda, das ist die Sirrah, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)", sie ist der hellste Stern in dieser Himmelsregion. Man kann sie auch finden, indem man von der hellen Wega etwa gleichweit über Deneb im Schwan verlängert und dann etwas nach rechts geht. In der rechten Ecke des Herbstvierecks steht der Hauptstern des Pegasus, das ist Markab. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". An der unteren Ecke des Herbstvierecks schließlich steht ein Stern beinahe 2. Größe, das ist der Pegasusstern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite".

Scheat und Sadmatar befinden sich in einem fast gleichseitigen Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Scheat steht an der linken Ecke dieses kleinen Dreiecks und Sadmatar an seiner Spitze. Auch der linke Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Diese Sterne bilden das Pegasusdreieck. Der Name Sadalbari ist nicht mit dem Wassermannstern Sadalbali zu verwechseln, dessen Name von sad-bula kommt.

Verlängert man die untere Dreieckslinie von Scheat über die Ecke, in der Sadalbari und lamda Pegasi stehen, hinaus viermal, so gelangt man ebenfalls zum hellsten Pegasusstern Enif.

Der Hauptstern Markab ist der dritthellste Pegasusstern, Algenib am unteren Ende des Herbstvierecks der vierthellste und Sadmatar an der Spitze des kleinen Dreiecks der fünfthellste Pegasusstern.

Die Pegasuskette erstreckt sich von Markab zu Enif und die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet "Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Geht man in der Pegasuskette vom Markab zum ersten Kettenglied Sadalhomam, so trifft man nach drei Vierteln des Weges etwas oberhalb auf den Stern xi Pegasi; dieser ist ein weißgelblicher Stern gerade noch 4. Größe im Abstand von gut 50 Lichtjahren. Er ist der Sadal-Partnerstern von Sadalhomam.

Bei guten Sichtbedingungen oder im Feldstecher kann man weitere Sadal-Partnersterne ebenfalls sehr einfach finden; es sind dies die Nachbarsterne von Sadmatar, Sadalbaham und vom Wassermannstern Sadalbali, der bei der Adler-Steinbock-Linie bereits vorgestellt wurde. Sie erreichen beinahe die 4. Größe.

Nue Pegasi neben Sadalbaham findet man, wenn man die Pegasuskette von Markab über beide Sadalhomam-Sterne und Sadalbaham noch ein bisschen geradeaus weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 260 Lichtjahren. Parallel zur Linie Scheat, Sadalbari und lamda Pegasi findet man neben Sadmatar etwas unterhalb den Stern omicron Pegasi, einen weißlichen Stern, der gut 300 Lichtjahre von uns entfernt ist. Sie sind die Partner-Sadalsterne ihrer Hauptsterne und bei schlechter Sicht auch problemlos im Feldstecher zu erkennen, weil sie so nahe beim hellsten Stern ihrer Sadalgruppe stehen. Gleiches gilt auch für den Stern mue Aquarii links neben Sadalbali im Wassermann.

Von Sadalbaham, dem vorletzten Stern in der Pegasuskette, gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren. Zwischen Sadalmelik und Sadalbali steht fast in der Mitte der hellste Wassermannstern, der von bloßem Auge gleichhell ist wie Sadalmelik, das ist Sadalsuud. Sadalsuud bedeutet "Glück des Glückes" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sadalmelik und Sadalsuud stehen an der Südseite des Glücksstern-Trapezes, dessen nördliche Seite von den beiden Pegasussternen Sadalbaham und Enif gebildet wird.

Geht man die Nordseite des Glücksstern-Trapezes von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

Im Feldstecher kann man auf dem Weg von Sadalbaham zu Enif und darüber hinaus zwei Sterne sehen; geht man durch das Tor, das von diesen beiden Sternen aufgespannt wird, hindurch, so befindet sich der Kugelsternhaufen M15 unmittelbar neben dem oberen Stern des Tores. Dieser heißt HD204862 und erreicht die 6. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Tores steht bereits im Sternbild des Füllen und heißt HD203345; er erreicht beinahe die 6. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Verlängert man im Herbstviereck die Kante von Scheat über Markab rund dreimal nach Süden, so kann man dort bei guter Sicht den in unseren Breiten südlichsten Stern 1. Größe bewundern, das ist die Fomalhaut im Sternbild des Südlichen Fisches. Fomalhaut heißt "Mund des (Wal-)Fisches" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 25 Lichtjahren, das ist etwas näher als die Wega.

Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf einen Stern beinahe 3. Größe, das ist der Wassermannstern Hydor, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat an der Spitze vom Herbstviereck. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Zwischen Markab und Hydor findet man auf halbem Wege etwas östlich auch noch den hellsten Stern des westlichen Fisches, das ist gamma Piscium. Er erreicht beinahe 3. Größe und ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Diesen Stern kann man auch finden, indem man von den beiden beieinander stehenden Sternen Sadalbari und lamda Pegasi im kleinen Pegasusdreieck über Markab hinaus rund gleichviel verlängert.

Ab der 2. Monatshälfte kann man auch den linken Schenkel des Herbstviereckes von der Sirrah über Algenib nach unten verlängern. Dies führt nach zweimaliger Verlängerung auf einen hellen Stern 2. Größe, das ist Deneb Kaitos, der hellste Stern im Sternbild des Walfisches, welcher ja nach der Mythologie die Andromeda hatte fressen sollen. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Das Sternbild Walfisch wird im Monatsthema zusammen mit dem Sternbild der Fische näher vorgestellt.

Das Sternbild Walfisch wird im Monatsthema zusammen mit dem Sternbild der Fische näher vorgestellt

2.6 Die Cassiopeia, die Andromeda und der Kepheus

Das schöne Sternbild der Andromedamutter Cassiopeia ist sehr einfach zu finden. Sie steht hoch im Nordosten auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen und sieht wie ein großes etwas auf der Seite liegendes W aus. Ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von rechts oben. Der rechte obere Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. - Das Wort Schedir hat denselben Ursprung wie der Schwanenstern Sadir.

Die drei hellsten Sterne der Cassiopeia erreichen die 2. Größe. Ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der rechte obere Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar rechts über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von rechts oben nach links unten durchzählt, so steht ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben und Caph an der ersten Stelle von rechts oben. - Bei guten Sichtbedingungen kann man bei Caph, Schedir und Cih auch noch den Stern kappa Cassiopeiae erkennen, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet, bei dem er in der gegenüberliegenden Ecke der Schedir steht. Kappa Cassiopeiae ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 4000 Lichtjahren.

Der vierte Cassiopeiastern von rechts oben verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Wenn man das Cassiopeia-Viereck der drei hellsten Cassiopeiae-Sterne mit kappa Cassiopeiae betrachtet, so bildet Ruchbar einen Stiel dazu. - Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. - Die Bedeutung von Segin ist nicht überliefert.


Die Cassiopeia ist ein guter Ausgangspunkt zur Orientierung am Herbsthimmel.
Die Cassiopeia eignet sich sehr schön als Wegweiser in die Andromeda, den Perseus und den Fuhrmann. Die Sirrah, den Hauptstern der Andromeda in der linken Ecke des Herbstvierecks, kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, finden. Mit Hilfe der Cassiopeia kann man auch die übrigen Andromedasterne erkennen: deutet man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze, so weist diese auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3.Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. - Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren. Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Verlängert man die Andromedakette nach links, so gelangt man bei guter Nordostsicht zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", finden; er ein Stern beinahe 1.Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. - Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann.

Den Stern Deneb im Schwan kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch den rechten oberen Stern Caph der Cassiopeia.

So findet man den Andromedanebel
Der berühmte Andromedanebel ist sehr einfach zu finden: etwas oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern gerade noch 4. Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5. Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

Der Kepheus
Über der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit fast auf dem Kopf steht. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden rechten Cassiopeiasterne Schedir nach rechts über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke über Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg links oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit derer Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar links neben Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim, ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also links oberhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim neben Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten dann etwas schmaler ist.

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Seien nun noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Andromeda und des Pegasus vorgestellt: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. - Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Die Sterne 51 Andromedae und mue Andromedae wurden bereits vorgestellt. Somit haben wir auch schon fast alle Zutaten der weniger bekannten zweiten Andromedakette beisammen: diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern oberhalb vom vierhellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

2.7 Der Perseus und der Widder

Verlängert man die Andromedakette nach links, so gelangt man zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch Ruchbah den vierten Stern des "W" finden; er ein Stern beinahe 1. Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Manchmal wird auch der Stern Mirfak mit dem Namen Algenib, des unteren Sternes vom Herbstviereck, bezeichnet.

Rechts über und links unter Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen, den Perseusbogen; gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak und ist der zweithellste Stern des Perseus. Bereits im Altertum wusste man, dass er seine Helligkeit verändert. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.
Darstellung Mythologie nach Aspin.
Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zum zweithellsten Perseusstern Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3.Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders kann man mit Hilfe der Cassiopeia und der Andromeda ebenfalls sehr einfach finden: von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man rechts unterhalb der Andromedakette zwei Sterne sehen; diese stehen im Widder. Der linke Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren und ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der Stern rechts neben ihm erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan geringfügig weitergehend sieht man nach unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes.

Stellt man sich das Herbstviereck als Haus vor, bei dem der Boden durch die Sterne Scheat und Markab gebildet wird und die obere Hauskante durch die Sirrah und Algenib, so befinden sich Hamal und Sheratan an der Dachspitze, die etwa eineinhalb mal höher ist als die Haushöhe, die Länge einer Kante des Herbstvierecks.

Der dritt- und vierthellste Perseusstern, die von bloßem Auge gleichhell wie die beiden Bogensterne gamma und delta Persei sind, befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach unten abbiegt. Der erste Stern dieser Linie wurde schon vorgestellt, das ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei. Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Allerdings hat Menkib diesen Namen irrtümlich erhalten, denn aus der Tradition der Plejadenbüste wurde der Stern xi Persei, ein Stern 4. Größe, der zwischen epsilon Persei und dem Stern Menkib, etwas außerhalb steht, mit dem Namen Menkib bezeichnet und bedeutet entsprechend "Schulter (der Plejadenbüste)". Xi Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 1800 Lichtjahren.

Rechtwinklig neben Menkib befindet sich am unteren Ende der zweiten Perseuskette der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand 1500 Lichtjahre. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)".

Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches, der in der Plejadenbüste verstümmelten Hand. Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)" und erreicht gerade noch die 2.Größe, er ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese.

Den Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem rechten Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem rechten Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda kann man auch noch das kleine Sternbild des Dreiecks sehen, dessen hellster Stern immerhin dritte Größe erreicht. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3. Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter ihm, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Rechts neben dem Widder findet man den östlichen Teil der Fische: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3.Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Biegt man von hier ab der Monatsmitte senkrecht nach unten ab, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", sie ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren, und Alpherg bedeutet "Pferd", was sich auf den in der Nähe stehenden Pegasus bezieht. Alpherg ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Alpherg findet man auch, indem man im Herbstviereck die rechte untere Kante von Markab über Algenib gleichviel weitergeht.

Verlängert man von den beiden beieinander stehenden Sternen im kleinen Pegasusdreieck, von Sadalbari und lamda Pegasi, über Markab hinaus rund gleichviel, so gelangt man zum zweithellsten Fischestern gamma Piscium, einem wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3.Größe im Abstand von 130 Lichtjahren. Das Sternbild der Fische wird im Monatsthema zusammen mit dem Sternbild Walfisch näher vorgestellt.

Verlängert man Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links, also in die andere Richtung als zum hellsten Fischestern Alpherg, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet. Nochmals gleichviel weitergehend gelangt man etwas südlich zu den Plejaden.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bilde ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist, und gehe entlang des freien Astes zum dritten Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

2.8 Der Wassermann und die Glückssterne der fruchtbaren Jahreszeit

Der Wassermann folgt im Jahreskreis nach dem Steinbock und seine beiden hellsten Sterne Sadalsuud und Sadalmelik erreichen knapp noch beinahe die 2.Größe. Sie stehen südöstlich der Pegasuskette und bilden mit deren beiden östlichen Sternen Sadalbaham und Enif das Glücksstern-Trapez.

Trotz zweier sehr einfacher Einstiege in dieses Sternbild erschwert seine südliche Lage die Auffindbarkeit seiner Sterne. Bei guter Südsicht indes bietet der Wassermann eine sehr schöne Möglichkeit, um ausgehend vom Skorpion über die beiden Sabiksterne im Schlangenträger am unteren Ende des Himmelslineals, die nördlichen Teile des Schützen und die nördlichen Steinbocksterne vom Süden in den Pegasus zu gelangen.

Beobachtungsmäßig indes ist der Wassermann, der im Wesentlichen aus zwei zueinander senkrecht stehenden Sternenketten besteht, wenig figürlich und enthält auch keine sonderlich hellen Sterne. Zusätzlich zu den beiden Sternenketten befinden sich einige schwächere Sterngruppen um die zweite Sternenkette gewunden und markieren den Wasserstrom, den der Wassermann ausgießt.

Um den Wassermann beobachten zu können, benötigt man sehr gute atmospärische Sichtbedingungen, keinerlei Lichtverschmutzung einer Stadt sowie freie Horizontsicht im Süden.

Einstieg in den Wassermann vom Adler
Zwei einfache Einstiege in den Wassermann erfolgen über die Adler-Steinbock-Linie und die Pegasuskette: verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken über den vierthellsten Adlerstern theta Aquilae nach links unten, so gelangt man zu den beiden Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih. Rechtwinklig von der Algiedi nach links oben gehend gelangt man in den Wassermann zu einem Stern namens Sadalbali, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Dieser Name kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln. Er steht am Anfang der oberen Wassermannlinie. Unmittelbar links neben ihm steht der Wassermannstern mue Aquarii, er ist ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren und gehört ebenfalls zu den Sadalsternen. Beide Sterne wurden bereits bei den Sommersternen vorgestellt.

Ein weiterer einfacher Einstieg in den Wassermann erfolgt über die Pegasuskette, die sich von Markab zu Enif erstreckt. Ihre beiden mittleren Sterne sind unterhalb von Markab der Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts, der Stern Sadalbaham. Von hier, also dem Stern Sadalbaham gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren.

Nun sind wir mitten in der oberen Wassermannlinie: geht man von Sadalmelik nach rechts in Richtung Sadalbali, so gelangt man auf halbem Wege zum hellsten Stern des Sternbildes, das ist Sadalsuud, der ebenfalls 3. Größe erreicht und gleichhell wie Sadalmelik ist. Sadalsuud heißt "Glücksstern des Glückes" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren.

In der anderen Richtung steht schräg links unterhalb von Sadalmelik der Stern Sadalachbia am Ende der oberen Wassermannlinie, das heißt "Glücksstern der Zelte"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Oftmals wird dieser Name zu "Sadachbia" verkürzt. Gleich links steht etwas oberhalb der Stern zeta Aquarii, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht, er ist ein Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von 250 Lichtjahren.

Diese Sterngruppe wird von einem Stern 4. Größe und einem weiteren Stern beinahe 4. Größe vervollständigt, so dass die Sterngruppe Sadalachbia wie ein etwas schiefer Mercedesstern angeordnet ist. Eta Aquarii, der hellere der beiden, steht auf der anderen Seite als Sadalachbia, und pi Aquarii befindet sich etwas oberhalb in Richtung Pegasus. Beide sind blauweißliche Sterne, eta Aquarii im Abstand von gut 180 Lichtjahren und pi Aquarii im Abstand von 1100 Lichtjahren.

Eine Möglichkeit, von Süden herkommend in die Herbststernbilder zu gelangen, ergibt sich aus der "Glückssternlinie", die beim zweithellsten Schützenstern Nunki beginnt und über die Steinbocksterne Algiedi und Sadaldabih, die man einfach über die Adler-Steinbock-Linie finden kann, zu den Wassermannsternen Sadalbali, Sadalsuud, Sadalmelik und Sadalachbia führt. Nun kann man mithilfe der beiden hellsten Wassermannsterne Sadalsuud und Sadalmelik das "Glückstern-Trapez" bilden, welches im Norden aus den beiden Pegasussternen Sadalbaham und Enif besteht, und gelangt so in den Pegasus. Entlang der Pegasuskette gelangt man nun nach links weitergehend zu Sadalhomam und zu Markab, und von hier nach Norden zum zweithellsten Pegasusstern Scheat im kleinen Pegasusdreieck.

Die zweite Sternenkette des Wassermannes ist weniger auffällig und besteht aus einem Stern 3. Größe und zwei Sternen beinahe 3. Größe. Am einfachsten findet man sie, indem man im Herbstviereck von Scheat und Markab herkommend nach unten zur hellen Fomalhaut geht. Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf Hydor, einen Roten Riesen im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Beide Sterne wurden bereits vorgestellt. Zuunterst in dieser unteren Wassermann-Sternenkette findet man nur bei ausgezeichneten Sichtbedingungen etwas links dieser Verbindungslinie den Stern 88 Aquarii, einen weißgelblichen Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Dieser Stern wird manchmal auch c(2) Aquarii genannt. Er steht inmitten einer kleinen Sterngruppe, welche den Fuß des Wassermannes markiert. Links neben ihm findet man von bloßem Auge gleichhell einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern 98 Aquarii, ein Roter Riese im Abstand von gut 160 Lichtjahren. Auch dieser Stern, der manchmal b(1) Aquarii genannt wird, steht in einer kleinen Sterngruppe. Der dritthellste Wassermannstern Skat, 88 Aquarii am unteren Ende der zweiten Wassermannlinie und 98 Aquarii bilden beinahe ein rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in 88 Aquarii. 88 Aquarii und 98 Aquarii sind ungefähr halb so weit voneinander entfernt wie 88 Aquarii von Skat.

Etwas nordwestlich vom dritthellsten Wassermannstern Skat sieht man den Stern tau Aquarii, einen Roten Riesen im Abstand von 380 Lichtjahren. Dieser Stern ist gleichhell wie eta Aquarii, der dritthellste Stern der Sadalgruppe Sadalachbia im Mercedesstern, das ist die Helligkeit des Augenprüfsterns Alkor beim mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Tau Aquarii kann man auch finden, indem man vom unteren Ende der zweiten Wassermannlinie von 88 Aquarii über den dritthellsten Wassermannstern Skat rund die Hälfte weitergeht.

Zwischen Sadalmelik und Sadalbali steht recht genau in der Mitte der hellste Wassermannstern Sadalsuud. Biegt man bei ihm senkrecht nach unten ab, so gelangt man nach gleichem Abstand zum hellsten Steinbockstern Deneb Algedi und rechts neben ihm zur Sadnashira. Beide erreichen die 3. Größe. Deneb Algedi bedeutet "Schwanz des Geißbocks", er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren, und Sadnashira bedeutet "Glücksstern derer, welche gute Nachricht bringt", sie ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Gerade bei schlechten Sichtbedingungen wundert man sich oft, was das für Sterne sind, die man unterhalb vom Glücksstern-Trapez sehen kann, das sind der hellste Steinbockstern Deneb Algedi und bei genügend guten Sichtbedingungen Sadnashira neben ihm. - Zeta Capricorni schließlich findet man, indem man Sadalsuud an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira spiegelt. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Er erreicht beinahe die 3. Größe.

In den Sternbildern Pegasus, Steinbock und Wassermann findet man insgesamt 10 Sterne, deren Namen eine Bedeutung im Zusammenhang mit Glück haben. Das kommt daher, dass in dieser Jahreszeit, in der diese Sterne am Himmel aufgehen, die fruchtbare Regenzeit einsetzte. Es sind dies die Pegasussterne (Sad-)Matar, Sadalbari, (Sadal-)Homam, (Sadal-)Baham, die Steinbocksterne (Sadal-)Dabih und (Sad-)Nashira sowie die Wassermannsterne Sadalmelik, Sadalachbia, Sadalsuud und (Sad-)Albali.

Meistens handelt es sich hierbei jeweils um den hellsten Stern der ursprünglichen arabischen Sterngruppen, lediglich die Sterne Deneb Algedi in der Sterngruppe Sadnashira, er ist immerhin der hellste aller Sadalsterne, sowie zeta Aquarii in der Sterngruppe Sadalachbia sind heller als der Stern, auf den der Name der Sterngruppe übergegangen ist. Zudem wird heutzutage für den zweithellsten Stern der Sterngruppe Sadaldabih der Name Algiedi verwendet. Die Algiedi erreicht immerhin gerade noch die 3. Größe. Es gibt noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe, die in einer Sadal-Gruppe stehen und keinen Namen haben, das sind zeta Aquarii, der hellste Stern der Sterngruppe Sadalachbia links oberhalb von Sadalachbia und lamda Pegasi neben Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck.

Es überrascht nicht, dass manchmal auch sie mit solchen Glücksstern-Namen bezeichnet werden, und zwar zeta Aquarii als Sadaltager, das bedeutet "Glücksstern der Händler", und lamda Pegasi als Sadalpheretz, das bedeutet "Glücksstern des Pferdes", was sich auf die Nähe zum Pferd Pegasus beziehen soll. Diese beiden Namensgebungen sind aber historisch falsch, da diese Sadalsterne Sterngruppen und nicht Einzelsterne bezeichnen. Somit gehört zeta Aquarii zur Gruppe Sadalachbia und lamda Pegasi zur Gruppe Sadalbari, ebenso wie der Stern Deneb Algedi zur Gruppe Sadnashira gehört und der Stern Algiedi zur Gruppe Sadaldabih.

Zwei weitere Sterne dieser Sadal-Sterngruppen erreichen beinahe die Helligkeit des Augenprüfsterns Alkor beim mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen; das sind eta Aquarii in der Sterngruppe Sadalachbia, das ist der etwas schiefe "Mercedesstern" im Sternbild Wassermann, sowie und xi Pegasi in der Sterngruppe Sadalhomam. Beide sind nicht schwer zu finden: geht man von Sadalmelik direkt zu zeta Aquarii, der ja manchmal als Sadaltager bezeichnet wird, so gelangt man zum Stern Sadalachbia, indem man wieder schräg nach unten zurückgeht. Geht man statt dessen geradeaus weiter, so gelangt man zu eta Aquarii. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Und geht man in der Pegasuskette vom Markab zum ersten Kettenglied Sadalhomam, so trifft man nach drei Vierteln des Weges etwas oberhalb auf den Stern xi Pegasi; dieser ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 50 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen oder im Feldstecher kann man vier weitere Sadal-Partnersterne ebenfalls sehr einfach finden. Es sind dies die Nachbarsterne der beiden Pegasussterne Sadmatar und Sadalbaham sowie im Wassermann der vierte Stern im "Mercedesstern" der Sterngruppe Sadalachbia und der Nachbarstern von Sadalbali. Sie sind nicht schwer zu finden, da sie in der Nähe des hellsten Sternes ihrer Sadalgruppe stehen, so dass man sie bei schlechten Sichtbedingungen auch problemlos im Feldstecher sehen kann.

Die beiden Pegasussterne omicron Pegasi neben Sadmatar und nue Pegasi neben Sadalbaham wurden ebenso wie der Stern mue Aquarii neben Sadalbali geringfügig in Richtung Sadalsuud weitergehend bereits vorgestellt. - Der Stern xi Pegasi ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 50 Lichtjahren, omicron Pegasi ein weißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren und nue Pegasi ein Roter Riese im Abstand von gut 260 Lichtjahren.

Auch pi Aquarii, der vierte Stern in der Sterngruppe Sadalachbia wurde bereits bei der ersten Wassermannlinie vorgestellt.

2.9 Im Westen: der Schlangenträger und weitere Frühlingssterne

Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man im Westen zu einem Stern 2.Größe, das ist Ras Alhague im Schlangenträger. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren. Unterhalb von Ras Alhague gelangt man etwas rechts zu einem Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Celbalrai, das bedeutet "Schäferhund"; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Der Stern kappa Ophiuchi erreicht 3. Größe und bildet mit Ras Alhague und Celbalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck; er steht westlich von Celbalrai. Kappa Ophiuchi ist ein Roter Riese im Abstand von 90 Lichtjahren.

Geht man von Ras Alhague zu Celbalrai und noch ein kleines bisschen weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3.Größe, das ist gamma Ophiuchi, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Verlängert man von Ras Alhague über Celbalrai hinaus doppelt so viel weiter, so gelangt man zu einem Stern 3.Größe, das ist nue Ophiuchi. Nue Ophiuchi ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von Atair im Adler über Ras Alhague wieder etwas hinauf gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 2. Größe, das ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Wie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan gehört auch die Gemma zum Bärenstrom; auch sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Geht man von der Gemma zum Horizont, so kann man auf halbem Wege bei guter Horizontsicht einen weiteren Stern 2.Größe erkennen, das ist der zweithellste Bärenhüterstern Mirak, das bedeutet "Umhang"; er ist ein Doppelstern eines Roten Riesen und eines weißlichen Sternes im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3.Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. Man findet ihn auch in der Mitte zwischen Benetnash am Deichselende des Großen Wagen und der Gemma, etwas unterhalb.

Das Sternbild des Herkules
Der Herkules ist ein weiträumiges Sternbild unterhalb des Drachenkopfes, das sich zwischen der Wega, der Nördlichen Krone und Ras Alhague und den nördlichen Teilen des Adlers erstreckt und welches in der ersten Monatshälfte nach Sonnenuntergang halbhoch im Westen steht. Es weist nur zwei Sterne beinahe 2. Größe auf und ist somit insgesamt eher unscheinbar. Dieses Sternbild beherbergt einen der bekanntesten, bei nicht lichtverschmutzten Bedingungen sogar von bloßem Auge sichtbaren und einfach auffindbaren Kugelsternhaufen namens M13, der in der 5.Rubrik beschrieben wird.

Der hellste Herkulesstern Rutikulus steht in der Mitte zwischen der Gemma und Ras Alhague. Rutikulus ist ein Stern beinahe zweiter Größe.

Biegt man auf der Linie Gemma zu Ras Alhague bei Rutikulus senkrecht nach oben in Richtung Wega ab, so kann man dort zwei weitere Sterne sehen, die mit Rutikulus ein markantes beinahe gleichseitiges Dreieck bilden. Rutikulus steht in diesem Dreieck unten an der Spitze. Der Stern oben rechts ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, der gleichhell wie Rutikulus ist, der linke obere Stern erreicht die 3.Größe und heißt Sarin. Dieses fast gleichseitige Dreieck ist zur Orientierung in dieser Himmelsregion sehr nützlich.

Wer dieses fast gleichseitige Dreieck mit Rutikulus, zeta Herculi und Sarin nicht auf Anhieb sieht, kann den Hauptstern des Herkules zu Hilfe nehmen. Dieser heißt Ras Algethi und ist ein Stern 3.Größe rechts oberhalb neben Ras Alhague. Ras Algethi bildet mit Rutikulus und Sarin an der Spitze ein etwas schiefes Dreieck, das wie ein Pfeil auf die Wega weist. Nun findet man auch ganz einfach den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi, indem man Ras Algethi an der Achse Rutikulus - Sarin spiegelt.

Spiegelt man Rutikulus an der Achse zeta Herculi - Sarin, so gelangt man zu pi Herculi, der gleich hell ist wie Sarin; er steht etwas oberhalb zwischen dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und der hellen Wega. Bei schlechten Sichtbedingungen ist es sehr hilfreich, dass sich pi Herculi in einer kleinen Sternen-Dreiergruppe befindet, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4.Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi. - Rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren. Diese Sterne kann man auch bei schlechten Sichtbedingungen einfach im Feldstecher erkennen.

Die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi sind wie unsere Sonne gelbe Sterne. Beide Sterne erreichen beinahe zweite Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt und heißt "Achselhöhle", sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger", und zeta Herculi ist gut 30 Lichtjahre entfernt. Sarin ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren, die Bedeutung dieses Namens ist nicht mehr bekannt, und pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern steht im Norden des Sternbildes: bildet man mit pi Herculi und der hellen Wega ein fast gleichseitiges Dreieck nach Norden, so findet man einen Stern 2.Größe, das ist Ettanin, der Hauptstern des Sternbildes Drache. Ettanin ist der hellste Stern der Drachenkopf-Raute. Geht man nun von pi Herculi zu Ettanin, so sieht man nach zwei Dritteln des Weges einen Stern beinahe 3.Größe, das ist iota Herculi, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Iota Herculi in der Drachenkopf-Raute auf der Wega-zugewandten Seite ist ein blauweißlicher Stern beinahe 3.Größe im Abstand von 500 Lichtjahren.

Man kann auch über die helle Wega und den Drachenkopf in die nördlichen Teile des Sternbildes Herkules gelangen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke rechts findet man dann den Stern pi Herculi; man kann ihn auch finden, indem man wie oben gesehen vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi steht am unteren Ende eines trapezartigen Vierecks, das auch Herkulestrapez heißt. Diagonal gegenüber steht der Stern pi Herculi, der gleichhell wie Sarin im gleichseitigen Dreieck mit Rutikulus und zeta Herculi ist. Sei noch der Stern eta Herculi genannt; zu ihm gelangt man, indem man von Rutikulus ausgehend an zeta Herculi vorbeigeht. Eta Herculi steht also in dem Trapez "neben" pi Herculi und erreicht gerade noch 3.Größe. In der vierten Ecke dieses Trapezes befindet sich ein unauffälligerer Stern gerade noch 4. Größe, das ist epsilon Herculi. - Eta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und epsilon Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin zusammensetzt. Der Hauptstern Ras Algethi und iota Herculi stehen etwas abseits von diesem auf dem Kopf stehenden "K".

Geht man schließlich vom hellsten Herkulesstern Rutikulus an Sarin vorbei ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren Herkulesstern 3. Größe namens mue Herculi. Dieser ist wie unsere Sonne und die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi ein gelber Stern, wie zeta Herculi im Abstand von rund 30 Lichtjahren. Von hier gelangt man auch sehr einfach zur hellen Wega: betrachtet man die vier Sterne zeta und pi Herculi sowie Sarin und mue Herculi und verlängert man diese beiden Linien etwa zweimal nach oben, so findet man dort ungefähr in der Mitte die helle Wega.

Bei sehr guter Westsicht kann man in der ersten Monatshälfte nach Sonnenuntergang am Horizont eine Sternenkette sehen, die wie auf einem Lineal angeordnet am Himmel steht; diese Sterne gehören zu den Sternbildern der Schlange und des Schlangenträgers. Die drei ersten Sterne dieses "Himmelslineals" gehören zum Sternbild der Schlange, die nächsten drei zum Sternbild des Schlangenträgers, ehe das Himmelslineal ein wenig nach links oben abknickt zum Stern Sabik, der ebenfalls zum Schlangenträger gehört.

Geht man vom zweithellsten Bärenhüterstern Mirak zur Gemma und biegt dann senkrecht nach links ab, so folgt nach rund eineinhalbfacher Entfernung ein Stern beinahe 2.Größe, das ist Unuk, der Hauptstern der Schlange. Unuk ist ein Roter Riese im Abstand von fast 75 Lichtjahren und bedeutet "Hals der Schlange". Rechts und links von ihm stehen je ein Stern beinahe 3.Größe, das sind rechts von Unuk der Stern delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals und links von Unuk der Stern epsilon Serpentis. Delta Serpentis ist ein echter Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von gut 200 Lichtjahren und epsilon Serpentis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren.

Diese Linie nach links weitergehend findet man den Stern Yed Prior im Schlangenträger, einen Roten Riesen im Abstand von 170 Lichtjahren. Yed Prior ist genauso hell wie Unuk und bedeutet "erstere Hand". Noch etwas nach links weitergehend sieht man einen Stern 3. Größe, das ist sein Nachbarstern Yed Posterior, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Yed Posterior bedeutet "nachfolgende Hand".

Verlängert man von Unuk über Yed Prior gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren Stern beinahe 2.Größe, das ist zeta Ophiuchi, der linkeste und hellste Stern im geraden Teil dieser Sternenkette; er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und wird manchmal Han genannt. Nun biegt das Himmelslineal ein wenig nach links oben ab zum Stern Sabik, der ebenfalls zum Schlangenträger gehört; er ist ein Stern 2.Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Sabik bedeutet "der Vorangehende". Mit diesem Namen wurden ursprünglich dieser Stern und der unterste Stern des geraden Teiles des Himmelslineals, zeta Ophiuchi, bezeichnet. Dabei wurde zeta Ophiuchi mit dem Namen as-sabiq al-awwal bezeichnet, das bedeutet "der erste Vorangehende", und der Stern Sabik mit dem Namen as-sabiq at-tani, das bedeutet "der zweite Vorangehende". - Sabik ist übrigens der Polarstern auf dem Planeten Uranus.

Links der beiden Sabiksterne kann man etwas unterhalb den Ringplaneten Saturn, der die 0.Größe erreicht, erkennen. Er steht links von Antares.

Verlängert man das Himmelslineal über Sabik hinaus, so gelangt man zu den nördlichen Teilen des Sternbildes Schütze: zunächst erreicht man in doppelter Verlängerung des Himmelslineals von zeta Ophiuchi am unteren Ende des geraden Teiles des Himmelslineals über Sabik hinaus einen Stern beinahe 2.Größe namens Kaus Borealis und dann in dreifacher Verlängerung der beiden Sabiksterne zeta Ophiuchi über Sabik hinaus den Stern Nunki, der 2.Größe erreicht und der der hellste Stern in diesem Himmelsareal ist. Er ist so hell wie der Polarstern. Etwas links oberhalb von Nunki, in Richtung des Adlersternes Atair, steht der Stern Albalda, der wie Kaus Borealis die zweite Größe nur knapp verfehlt.

Verlängert man vom Himmelslineal herkommend über die beiden Sabiksterne am Ende des Himmelslineals über Kaus Borealis und Nunki weiter, so gelangt man zu den beiden Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih, die man auch in Verlängerung der Adler-Steinbock-Linie findet, und zu Sadalbali und mue Aquarii im Wassermann.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Da die Erde um die Sonne läuft, hat man von der Erde aus gesehen den Eindruck, dass die Sonne vor dem Sternenhimmel herzieht. Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne dabei im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die meisten Mondstationen basieren auf der indischen Tradition, der Nakshatra, die ebenfalls kurz vorgestellt wird. In der 6.Rubrik und der 7.Rubrik werden sie in englischer Sprache vorgestellt; dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben.

3.2 Die Mondstationen des Schützen

Das Sternbild des Schützen beherbergt zwei Mondstationen, die man zu Monatsbeginn bei ausgezeichneter Südwestsicht auch noch von Europa aus sehen kann.

Die erste heißt an-nahim und besteht aus allen helleren Schützensternen mit Ausnahme der drei nördlichsten, das sind Albalda am oberen Ende des oberen Bogens und xi(2) Sagittarii rechts neben ihm sowie Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens. Somit wird diese Mondstationen von zweimal vier Sternen gebildet, nämlich von Nunki und Askella sowie den beiden Sternen tau und phi Sagittarii auf beiden Seiten von Nunki sowie von Kaus Meridionalis mit An-Nasl und Kaus Australis mit eta Sagittarii. Die Mythologie hat in diesen Sternen zwei Straußen gesehen, von denen einer, nämlich derjenige mit Nunki und Askella, von der Tränke am Fluss (der Milchstraße) kommt. An-nahim bedeutet also "die Strauße" und man beachte, dass die beiden Adlersterne Al Thalimain Prior und Al Thalimain Posterior, die nur wenig nördlich stehen und die in der 5. Rubrik vorgestellt werden, ebenfalls "Strauße" bedeuten. In der indischen Tradition werden nur der mittlere und der untere Bogenstern des unteren Bogens, Kaus Meridionalis und Kaus Australis, verwendet, und die Mondstation heißt "früher Sieg" oder "der Unbesiegte".

Die zweite Mondstation des Schützen heißt al-balda und bezeichnet die sternleere Gegend unterhalb von Albalda am oberen Ende des oberen Bogens. Al-balda bedeutet "der Platz, die Gegend". In der indischen Tradition werden der mittlere und der untere Bogenstern des oberen Bogens, Nunki und Askella, verwendet; die Mondstation heißt "später Sieg" oder "der spätere Unbesiegte".

3.3 Die Mondstationen des Steinbocks und des Wassermannes

Die Mondstation des Steinbocks wird von den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih in der Verlängerung der Adler-Steinbock-Linie gebildet und heißt nach dem helleren der beiden Sterne Sadaldabih.

In der indischen Tradition werden die Adlersterne Atair und seine beiden Falken Tarazed und Alshain verwendet, dort heißt die Mondstation "die Anhörung".

Die erste Mondstation des Wassermannes heißt sad-bula und hat dem Stern Sadalbali seinen Namen gegeben. Die zweite Mondstation des Wassermannes heißt Sadalsuud. Die indische Tradition überliefert hier nur 1 Mondstation, diese besteht aus den Rautensternen des Sternbildes des Delfins und heißt "der Reichste". Der Delfin befindet sich östlich der drei Adlersterne Atair, Tarazed und Alshain und sieht wie eine Raute mit Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist, aus. Seine beiden hellsten Sterne erreichen beinahe die 3. Größe, das sind beta Delphini und von bloßem Auge gleichhell der Hauptstern des Delfins. Beta Delphini steht in der Raute auf der Seite vom Stiel, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren, und alpha Delphini steht in der Mitte der Raute in Richtung Schwan, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Der Delfin wird in der 5.Rubrik näher vorgestellt.

Die dritte Mondstation des Wassermannes heißt Sadalachbia. Diese Mondstation besteht aus 4 Sternen, die wie ein etwas schiefer Mercedes-Stern angeordnet sind; in ihrer Mitte steht der Stern zeta Aquarii und Sadalachbia steht in Richtung der beiden Wassermannsterne Sadalmelik und Sadalsuud etwas südlich. Die beiden übrigen Sterne dieser Mondstation erreichen die vierte und beinahe die vierte Größe, das sind eta Aquarii, der hellere der beiden auf der anderen Seite als Sadalachbia sowie nach oben in Richtung Pegasus der Stern pi Aquarii.

In der indischen Tradition wird nur der Stern Sadalachbia verwendet und die Mondstation heißt "Hundert Heilende".

3.4 Die Mondstationen des Pegasus und der Andromeda

Die erste Mondstation des Pegasus heißt alfarg al-muqaddam und bedeutet "der vordere Ausguss". Sie besteht aus dem rechten Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Markab und Scheat. Auch die indische Tradition kennt diese Mondstation, hier sah man in diesen beiden Sternen die "vorderen Stuhlfüße".

Von Süden herkommend gelangt man zu dieser Mondstation, indem man vom zweithellsten Schützenstern Nunki über die Glückssternlinie und das Glücksstern-Trapez via Sadalmelik und Sadalbaham in die Pegasuskette zu Markab gelangt.

Die zweite Mondstation des Pegasus heißt alfarg al-muachar und bedeutet "der hintere Ausguss". Sie besteht aus dem linken Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Algenib und Sirrah. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "hintere Stuhlfüße" bezeichnet.

Die Mondstation der Andromeda heißt batn al-hut und bedeutet "Bauch des Fisches". Sie besteht aus dem zweiten Andromedastern Mirach. Eine Variante des Namens ist ar-risa; daraus wurde die Bezeichnung Alresha, die heutzutage auf für den Hauptstern des Sternbildes der Fische übergegangen ist. Es mag ein Zufall sein, dass die indische Tradition für diese Mondstation einen allerdings nur unauffälligen Stern des Sternbildes der Fische verwendet und nicht den Andromedastern Mirach. Seine Bedeutung ist "Reichtum".

Zu diesem Stern gelang man folgendermaßen: den Stern epsilon Piscium findet man am einfachsten, wenn man von den Widdersternen Hamal und Sheratan über den hellsten Fischestern Alpherg gleichviel weitergeht, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Geht man nun vom zweithellsten Fischestern gamma Piscium in Richtung Alpherg, so findet man in der Mitte unter dem unteren Schenkel des Herbstvierecks den Stern iota Piscium und fast gleichviel weitergehend den Stern omega Piscium. Beide sind weißgelbliche Sterne, iota Piscium im Abstand von 45 Lichtjahren und omega Piscium gut doppelt so weit im Abstand von 105 Lichtjahren.

Den Stern zeta Piscium der indischen Mondstation findet man am einfachsten, wenn man vom Fischestern epsilon Piscium ausgeht: in Richtung omega Piscium im westlichen Fisch findet man nach einem Viertel der Strecke den Stern delta Piscium, der gerade noch die 4. Größe erreicht. Geht man nun von delta Piscium zu epsilon Piscium und dann gleichviel weiter, so sieht man etwas unterhalb einen Stern 5. Größe, das ist zeta Piscium. - Delta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren und zeta Piscium ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

3.5 Die Mondstationen des Widders

Die erste Mondstation des Widders wird von den beiden Widdersternen Sheratan und Mesarthim am Horn des Widders gebildet und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

Die zweite Mondstation "al-butayn" besteht aus unauffälligen Sternen 4. Größe, die sich zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und den Plejaden befinden. In der indischen Tradition wurde die Sterngruppe um den Widderstern Bharani, der früher zur Nördlichen Fliege gehört hat, verwendet; diese Sterne wurden als "Wegtragende" bezeichnet.

3.6 Die Mondstation der Plejaden

Die nächste Mondstation heißt "at-turayya" und wird von den sehr prominenten Plejaden gebildet. Hier befinden sich auf engem Raum 6 hellere Sterne, nämlich ein Stern beinahe 2. Größe, drei Sterne beinahe 3. Größe und zwei Sterne 4. Größe. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck mit einem Stiel. Der hellste Plejadenstern ist die Alcyone - immerhin dritthellster Stern im Stier, sie befindet sich dort, wo der Stiel am Viereck befestigt ist. Der Plejadenvater Atlas befindet sich am Stielende, Elektra diagonal gegenüber und die Maja von Atlas herkommend oberhalb ihrer Schwester Alcyone.

Einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Sie beschreibt einen großen Bogen von der Cassiopeia über Mirfak und die zweite Perseuslinie zu den Plejaden und weiter zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Ihre linke Hand wird vom ersten Cassiopeiastern Caph dargestellt, ihre Handwurzel Misam vom Schatzkästlein der Milchstraße, das sind die beiden Nebelchen h und chi Persei, ihr linker Ellbogen vom hellen Perseusstern Mirfak, ihre Schulter vom xi Persei, dem ursprünglichen Perseusstern Menkib und ihr Schulterblatt vom Perseusstern Atik. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt und am Ende des großen Bogens ihre rechte Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig vom Sternbild, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten.

Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist an-nagm, was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

3.7 Die Mondstation ad-dabaran (Aldebaran) im Stier

Die zweite Mondstation des Stieres heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Das kommt daher, dass Aldebaran kurz nach den Plejaden aufgeht. Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

3.8 Ab Monatsmitte: die Mondstation des Orion

Auch im Sternbild des Orion gibt es eine Mondstation, die al-haqa heißt. Sie besteht aus den Orionsternen Heka, Khad Posterior und Khad Prior und befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Al-haqa bedeutet "der Mähnenzopf" und in der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Hirschkopf" bezeichnet. Diese Sterne bilden ein Dreieck am Kopf des Orion: an der Spitze dieses Dreiecks steht Heka, ein Stern gerade noch 3. Größe, unterhalb befinden sich die beiden Sterne Khad Posterior auf Seite der Beteigeuze und Khad Prior auf Seite der Bellatrix, beide haben 4. Größe. Heka ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren; auch Khad Prior ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Khad Posterior ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 115 Lichtjahren. Heka bedeutet "Weißer Fleck" und Khad bedeutet "Wange des Zentralen".

3.9 In Indien: das Sternbild des Skorpions

In Indien ist im November der Große Wagen nicht mehr zu sehen und der Orion noch nicht aufgegangen. Man kann sich dort nun vom sehr figürlichen Sternbild des Skorpion ausgehend orientieren, dessen hellste nördlichen Sterne in Europa im November in der frühen Abenddämmerung bei klaren Sichtbedingungen am Horizont ebenfalls noch mit Hilfe eines Feldstechers sichtbar sind.

Die beiden Skorpionsterne Antares und Dschubba bilden mit den beiden linken Sternen des Himmelslineals, mit Sabik und zeta Ophiuchi, beinahe ein Rechteck in den Süden, das rund doppelt so hoch wie breit ist. Es eignet sich sehr gut als Orientierungshilfe. Zudem kann man zeta Ophiuchi auch in Verlängerung der vorderen Dreiergruppe des Skorpions über die Dschubba und Akrab hinaus nach links oben weitergehend finden.

Antares ist ein rötlicher Stern erster Größe, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion". Über ihm stehen 2 Sterne zweiter und beinahe erster Größe, das sind die beiden Sterne Akrab und die Dschubba. Akrab wird im englischen Acrab geschrieben und bedeutet "Skorpion" und Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt.

Der nördliche Teil des Skorpions besteht aus zwei senkrecht zueinander stehenden engeren deichselförmigen Dreiergruppen, bei denen Akrab und die Dschubba die beiden oberen Sterne der vorderen Dreiergruppe bilden. Der untere Stern der vorderen Dreiergruppe ist pi Scorpii, ein blauweißlicher Riesenstern beinahe 2.Größe im Abstand von gut 450 Lichtjahren; er kann bei uns im November nicht mehr gesehen werden. Gleiches gilt für die beiden Nachbarsterne von Antares, der in der Mitte der unteren Dreiergruppe des Skorpions steht; auch sie können im November nicht mehr gesehen werden. Sie haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Sterne beinahe 2.Größe; der linke tau Scorpii im Abstand von 430 Lichtjahren und der rechte sigma Scorpii fast doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren.

Der gewaltige Schwanz des Skorpion enthält zwei Sterne beinahe erster Größe sowie zwei Sterne zweiter und einen Stern beinahe 2.Größe. In Fortsetzung der unteren Dreiergruppe des Skorpion kann man in Indien den körpernächsten Schwanzstern epsilon Scorpii sowie nochmals ungefähr so weit entfernt etwas oberhalb der Verbindungslinie den hintersten Schwanzstern Shaula, der beinahe erste Größe erreicht, erkennen. Unterhalb dieser beiden Sterne windet sich der mächtige gebogene Schwanz des Skorpion um den Stern Sargas, der ebenfalls beinahe erste Größe erreicht. Sargas steht am unteren Ende der Schwanzkrümmung und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

Epsilon Scorpii ist ein Roter Riese 2.Größe im Abstand von 70 Lichtjahren und die Shaula ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Shaula bedeutet "erhobener Schwanz (des Skorpion)". Unmittelbar rechts neben der Shaula steht ein Stern beinahe 2.Größe, das ist der Stern Lesath, ein blauweißlicher Stern im Abstand von über 500 Lichtjahren. Lesath bedeutet "Stich eines giftigen Tieres". Unter der Shaula und Lesath kann man in Indien noch einen weiteren Stern 2.Größe erkennen, er heißt Girtab und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Girtab ist die sumerische Bezeichnung für Skorpion.

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Einführung in die Mondstationen

4. Sternbilder des Monats: die Fische und der Walfisch

4.1 Einleitung:

Das Sternbild der Fische ist das einzige Tierkreiszeichen, das keinen Stern dritter Größe enthält, allerdings verfehlen die beiden hellsten Fischesterne Alpherg und gamma Piscium die 3. Größe mit einer Hundertstel sowie 9 Hundertstel Größenklassen nur denkbar knapp, zudem erreicht auch der Hauptstern der Fische, die Alresha, beinahe die 3. Größe.

Auch ein sonnennaher Weißer Zwerg, der Van Maanens Stern, der vor vielen Millionen Jahren heller als der Sirius war, befindet sich in diesem Sternbild, er kann heutzutage allerdings nur in einem Fernrohr gesehen werden.

Betrachtet man die 10 hellsten Sterne der beiden Sternbilder Walfische und Fische und berücksichtigt dabei nicht den veränderlichen Stern Mira, der derzeit ohnehin nur die 8. Größe erreicht, so belegt der hellste Fischestern Alpherg den achten und der hellste Stern des westlichen Fisches gamma Piscium den neunten Platz. Von bloßem Auge sind nur die beiden hellsten Walfischsterne Deneb Kaitos und Menkar, die die 2. und gerade noch 2. Größe erreichen, heller als die übrigen Sterne dieser Liste der zehn hellsten Sterne beider Sternbilder, von denen fünf gerade noch die 3. Größe erreichen und drei diese knapp verfehlen.

Beide Sternbilder haben einen westlichen und einen östlichen Sternbildteil und eher unauffällige Sterne dazwischen. Das Sternbild der Fische grenzt nördlich an das Sternbild des Walfisches an.

4.2 Einfache Einstiege in die Sternbilder des Walfisches und der Fische


Hervorhebung des Sternbildes des Walfischs
Zum hellsten Stern dieser beiden Sternbilder, zu Deneb Kaitos, gelangt man einfach in rund doppelter Verlängerung der linken unteren Seite des Herbstvierecks von der Sirrah über Algenib. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Zum zweithellsten Walfischstern, seinem Hauptstern Menkar, gelangt man, indem man die zweite Perseuslinie über die Plejaden rund dreimal weiterverlängert. Auch die Verlängerung der Hyaden im Stier in Richtung lamda Tauri und omicron Tauri führt zu Menkar. Er ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet "Nase (des Ungeheuers)".

Zum hellsten Fischestern Alpherg gelangt man in dreifacher Verlängerung der beiden hellsten Widdersterne Hamal über Sheratan, und den zweithellsten Fischestern gamma Piscium im westlichen Fisch findet man etwas östlich von Markab und Hydor, dem ersten Stern auf dem Weg von Markab zur hellen Fomalhaut. Man kann Alpherg auch in gut gleichweiter Verlängerung der rechten unteren Seite des Herbstvierecks von Markab über Algenib finden, und gamma Piscium kann man auch finden, indem man von den beiden beieinander stehenden Sternen in der unteren rechten Ecke im kleinen Pegasusdreieck, von Sadalbari und lamda Pegasi, über Markab hinaus rund gleichviel verlängert. Alpherg bedeutet möglicherweise "Pferd" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Auch gamma Piscium ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

4.3 Die zehn hellsten Sterne der Sternbilder des Walfisches und der Fische

Der hellste Walfischstern Deneb Kaitos ist Ausgangspunkt einer nach Osten weisenden länglichen Deichsel, deren weitere Sterne Deneb Algenubi und theta Ceti sind und die auf den Walfischstern Baten Kaitos weist. Deneb Algenubi ist der dritthellste und theta Ceti der siebthellste Stern dieser beiden Sternbilder, Baten Kaitos ihr zehnthellster Stern. Theta Ceti ist von bloßem Auge gleichhell wie der hellste Fischestern Alpherg auf Platz 8 dieser Liste, und Baten Kaitos ist gleichhell wie der hellste Stern gamma Piscium vom westlichen Fisch, dem neunthellsten Stern dieser Liste.

Biegt man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten ab, so gelangt man in gut doppeltem Abstand zum sonnennahen Stern tau Ceti, er ist der fünfthellste Stern dieser Liste.

Der sechsthellste Stern dieser Liste ist der Stern Shemali, den man auf dem dem Weg von der Sirrah und Algenib kommend rund ein Drittel zuvor, etwas nach Westen ausgerückt, sieht; er bildet mit Deneb Kaitos und Deneb Algenubi ein beinahe gleichseitiges Dreieck.

Verbleibt noch der vierthellste Stern dieser Liste, das ist der Stern Kaffaljidhm im Menkar-Parallelogramm. Manche Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um Menkar. Kaffaljidhm steht etwas östlich von Menkar und erreicht gerade noch 3. Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Deneb Algenubi heißt "südliche Schwanz(flosse)", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Auch die Sterne Shemali, theta Ceti und Baten Kaitos sind Rote Riesen, Shemali im Abstand von knapp 300 Lichtjahren, theta Ceti im Abstand von knapp 120 Lichtjahren und Baten Kaitos rund doppelt so weit entfernt. Baten Kaitos heißt "Bauch des Meerungeheuers".

Tau Ceti ist ein sonnennaher gelber Stern im Abstand von knapp 12 Lichtjahren.

Sechs dieser Sterne befinden sich im westlichen Bereich des Walfisches in der Nähe vom hellsten Walfischstern Deneb Kaitos, zwei dieser Sterne im östlichen Bereich des Walfisches in der Nähe vom zweithellsten Walfischstern Menkar. Je ein Stern befindet sich im westlichen und im östlichen Fisch.

4.4 Der Hauptstern der Fische Alresha und die Mira

Sei noch der elfthellste Stern dieser beiden Sternbilder genannt, er erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe , das ist der Hauptstern Alresha der Fische. Ihn findet man, indem man in der Andromeda von der Sirrah zur Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt; zuerst gelangt man zum hellsten Fischestern Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", sie ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

Der veränderliche Stern Mira befindet sich zwischen den beiden Walfischbereichen, man kann ihn wenn er hell genug ist einfach in der Verlängerung der beiden Fischesterne Alpherg über die Alresha finden, dort, wo diese auf die Linie Baten Kaitos zu Menkar stößt. Mira ist ein über 400 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet wegen der Helligkeitsänderung "die Wundersame". Im Maximum erreicht die Mira die 3.Größe und ist der dritthellste Stern dieser beiden Sternbilder.

4.5 Die figürliche Anordnung der Sternbilder des Walfisches und der Fische

Schon anhand der Namensgebung kann man sehr gut die Form des Walfisches und der Angelrute der Fische erahnen: sein hellster Stern Deneb Kaitos steht am Schwanz des Walfisches, ebenso auch sein Nachbarstern Deneb Algenubi an der südlichen Schwanzflosse und Baten Kaitos am oberen Ende der Walfisch-Deichsel am Bauch des Walfisches. - Menkar steht im Kopf des Walfisches an seiner Nase.

Die beiden Fische stehen am Himmel kopfüber; in der Alresha befindet sich der Angelstrick, an dem die beiden Fische aufgehängt sind. - Der hellste Fischestern Alpherg steht in der Mitte der Angelschnur in der Nähe vom Schwanz des östlichen Fisches und der hellste Stern des westlichen Fisches, gamma Piscium befindet sich in der Nähe vom Maul des westlichen Fisches.

4.6 Der Weg vom Walfisch in den Stier

Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternenhimmel hat, kann einmal versuchen, Aldebaran vom östlichen und helleren Fisch und vom Walfisch ausgehend zu finden: wenn man in der Andromeda von der Sirrah zur Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt, so gelangt man zunächst zu Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha, dem Hauptstern des Sternbildes der Fische. Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und der Alresha auch omicron Piscium, einen Stern 4. Größe, erkennen. Geht man die Linie Alpherg, omicron Piscium und Alresha gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu einem Stern, der derzeit nur die 8. Größe erreicht und nicht gesehen werden kann; das ist der bekannte veränderliche Stern Mira im Walfisch.

Omicron Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von 260 Lichtjahren.

Biegt man bei guter Horizontsicht im Südosten von der Linie Alpherg, omicron Piscium, Alresha herkommend bei der Mira rechtwinklig nach links ab, so sieht man in eineinhalbfacher Entfernung Alresha - Mira den Hauptstern Menkar des Walfisches. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Geht man von ihm wieder in Richtung Alresha, so folgt nach einem Viertel Abstand, etwas unterhalb, der Stern, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird.

Geht man auf der Linie von Baten Kaitos, auf den die Deneb Kaitos-Deichsel weist, über die Mira und Menkar gleichviel weiter, so gelangt man von rechts unten in das Sternbild des Stieres: zunächst erreicht man an der Sternbildgrenze omicron Tauri, dann folgt gleichviel weiter der Stern lamda Tauri, ein Stern gerade noch 3.Größe, auf den die Hyaden wie ein Pfeil weisen. Nochmals gleichviel weiter gelangt man dann zu Aldebaran, dem Hauptstern des Stieres.

4.7 Weitere Sterne vierter Größe der Sternbilder des Walfisches und der Fische

Zahlreiche Sterne, die in der Figürlichkeit der beiden Sternbilder eine Rolle spielen, erreichen nur die vierte Größe; so dass eine Auswahl dieser Sterne ebenfalls vorgestellt wird. Diese Darstellung ist bis und mit der 4.3-ten Größe vollständig, insbesondere sind somit alle Sterne dieser beiden Sternbilder vorgestellt, die mindestens die Helligkeit eines der 6 hellen Plejadensterne erreichen.

Das Parallelogramm mit Menkar und Kaffaljidhm wird von zwei Sternen vierter Größe ergänzt, die man in Richtung Andromeda sieht und die etwa doppelt so weit entfernt sind wie der Abstand von Menkar zu Kaffaljidhm. Mue Ceti steht auf der Seite von Menkar und xi(2) Ceti auf der Seite von Kaffaljidhm; mue Ceti ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 85 Lichtjahren und xi(2) Ceti ein blauweißlicher rund doppelt so weit entfernter Riesenstern.

Auf dem Weg von Baten Kaitos am oberen Ende der Deneb Kaitos-Deichsel zum Hauptstern des Walfisches Menkar findet man nach drei Vierteln des Weges, wenn die Mira heller ist, auch in der Mitte zwischen Mira und Menkar einen Stern 4. Größe, das ist der Walfischstern delta Ceti. Dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 650 Lichtjahren.

Geht man von xi(2) Ceti, dem fischeseitigen Stern des Menkar-Parallelogramms, zu omicron Piscium zwischen den beiden Fischesternen Alpherg und Alresha, so gelangt man nach einem Drittel des Weges zu einem gleichhellen Stern, das ist xi(1) Ceti, ein gelber Stern im Abstand von gut 360 Lichtjahren. Die beiden Parallelogrammsterne Kaffaljidhm und xi(2) Ceti bilden zusammen mit delta Ceti und xi(1) Ceti eine trapezförmige Figur.

Einen weiteren Walfischstern 4. Größe findet man, wenn man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten zum sonnennahen Stern tau Ceti abbiegt und fast gleichviel weitergeht. Das ist upsilon Ceti, ein Roter Riese im Abstand von 300 Lichtjahren. Geht man statt dessen von theta Ceti über Baten Kaitos gleichviel weiter, so gelangt man zu pi Ceti, einem blauweißlichen Stern im Abstand von gut 440 Lichtjahren.

Auch in den Fischen finden wir weitere Sterne vierter Größe. Den Stern epsilon Piscium findet man am einfachsten, wenn man von den Widdersternen Hamal und Sheratan über den hellsten Fischestern Alpherg gleichviel weitergeht, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

Weitere Fischesterne des schwächeren westlichen Fisches findet man in der Nähe von gamma Piscium geht man von gamma Piscium in Richtung Alpherg, so findet man in der Mitte unter dem unteren Schenkel des Herbstvierecks den Stern iota Piscium und fast gleichviel weitergehend den Stern omega Piscium. Beide sind weißgelbliche Sterne, iota Piscium im Abstand von 45 Lichtjahren und omega Piscium gut doppelt so weit im Abstand von 105 Lichtjahren.

Sei noch der Stern theta Piscium erwähnt, auch er steht wie gamma Piscium und iota Piscium im Kopf des westlichen Fisches, in der Mitte der beiden etwas oberhalb. Theta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von 160 Lichtjahren.

Der Kopf des westlichen Fisches wird von zwei weiteren Sternen vervollständigt: lamda Piscium erreicht gerade noch die 4.Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, und kappa Piscium ist ebenfalls ein weißlicher Stern 5.Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Die Sterne gamma, theta, iota, lamda und kappa Piscium sind ringförmig angeordnet und bilden den Kopf des westlichen Fisches.

Gleich hell wie lamda Piscium ist auch der Stern beta Piscium, der etwas westlich vom hellsten Stern des westlichen Fisches gamma Piscium steht; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren.

Geht man von Menkar über Kaffaljidhm gut die Hälfte weiter, so gelangt man zum Stern HD015694, einem Roten Riesen 5.Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Dieser Stern war auch auf dem Bild des Kometen Siding-Spring, der bei seiner nahen Mars-Passage vom Mars-Rovers Opportunity fotographiert wurde, zu sehen.

4.8 Mythologie

Die Mythologie des Walfisches ist sehr bekannt, ist er doch das Untier der Andromeda-Sage, welchem die schöne Prinzessin Andromeda zum Fraße vorgeworfen wurde, um den Zorn der Götter zu besänftigen. Rechtzeitig konnte der Held Perseus die Andromeda retten, indem er das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa dem Walfisch zeigte, so dass dieser sich vor lauter Entsetzen darüber, wie hässlich die einst so schöne Göttin aufgrund eines Fluches geworden war, in einen Stein verwandelte.


Mythologische Darstellung der Fische, nach Aspin
Die Fische stellen in der Mythologie die Liebesgöttin Aphrodite und ihren Sohn Eros dar, die sich in Fische verwandelten, um dem Ungeheuer Typhon entkommen zu können. Interessanterweise haben die Römer dieses Sternbild als die regenbringenden Fische bezeichnet, was in Einklang zu den Glücksgestirnen der ganz in der Nähe befindlichen Sternbilder Pegasus, Steinbock und Wassermann steht. Dabei ist zu beachten, dass der Steinbock ursprünglich auch ein Fisch war, und zwar ein Ziegenfisch, der nach den heißen Sommermonaten in der nun einsetzenden fruchtbaren Regenzeit in Schwärmen auftrat und gefangen wurde; aus dieser Tradition wurde dann eine Ziege, was man auch den Sternnamen des Steinbockes entnehmen kann und daraus dann erst später ein Steinbock.

Südlich der Fische sieht man bei guter Südsicht noch einen weiteren Fisch, das ist der Südliche Fisch, das Sternbild der hellen Fomalhaut. Gemäß der Mythologie ist er die Mutter der beiden Fische.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist so gestaltet, dass in ihren beiden ersten Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können. In der 3. Unterrubrik werden weitere einfach auffindbare Sterne im Zentrum der Hyaden vorgestellt.

5.1 Die Sterne der Leier und des Pfeiles sowie weitere Sterne der Nördlichen Krone und des Kleinen Wagen

Das Sternbild der Leier
Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind und im Wesentlichen den Leierkasten bilden und wie ein Parallelogramm neben der Wega aussehen. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe: Das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Ebenso wie Atair, der fliegende Adler an-nasr attair, aus drei Sternen gebildet wird, wird auch der fallende Adler an-nasr al-wagi, aus dessen zweitem Wort sich ja der Sternname Wega gebildet hat, von drei Sternen gebildet, die aber in Winkelform zueinander stehen, das sind epsilon Lyrae die Wega sowie zeta Lyrae.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sheliak am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in die Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere linke Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte rechte Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die quer dazu nebeneinander stehen und das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der obere in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der untere ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.

Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden.


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3.Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4.Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4.Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

Bei klarer Sicht kann man ganz in der Nähe des vordersten Wagensternes Benetnash vom Großen Wagen zwei weitere Sterne 4. Größe sehen, die mit Benetnash ein Dreieck in den Bärenhüter hinein bilden. Die Kantenlänge dieses Dreiecks ist etwas kleiner als der Abstand vom mittleren Deichselstern Mizar zur Benetnash. Der nördlichere Dreieckstern heißt theta Bootis, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 50 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Dreiecks, der in Richtung Ceginus weist, heißt lamda Bootis und ist ein weißlicher Stern im doppelten Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

5.2 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher sieht man zahlreiche weitere Sterne, so dass dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung kommt. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind erst 125 Millionen Jahre alt und ein sehr junger Sternhaufen; die Plejadensterne sind deswegen alle blauweißlich. Sie befinden sich im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Das sind aber nur 6 Sterne des Siebengestirns und schon zu Zeiten der alten Griechen wurde die Frage aufgeworfen, wo denn die siebte Plejade sei. Zur Zeit der alten Griechen gab es die Legende, dass die 7. Plejade die Elektra sei, die aus lauter Trauer und Verzweiflung über den Heldentod ihres geliebten Sohnes ihre Schwestern verlassen habe. Ja, man wusste sogar, wohin sie gegangen ist: tatsächlich gibt es einen weiteren sehr bekannten Stern 4. Größe, also in der Helligkeit eines typischen helleren Plejadensternes, und das ist der Augenprüfstern Alkor über dem mittleren Deichselstern des Großen Wagen. Jene Legende besagt nun also, dass die Elektra aus lauter Trauer ihre Schwestern verlassen habe, zum Großen Wagen gewandert sei und sich dort neben den mittleren Deichselstern Mizar gesellt hat.

Das Sternbild des Stiers bestehend aus Plejaden und Hyaden
Im Sternbild Stier gibt es noch einen weiteren sehr bekannten Sternhaufen, das sind die Hyaden. Weil öfters der Mond und die Planeten zwischen diesen beiden Sternhaufen hindurchziehen werden sie auch als das "Goldene Tor der Ekliptik" bezeichnet.

Die Hyaden heißen auf deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck, bei dem jede Seite aus 3 Sternen besteht; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast.

Links oben steht über Aldebaran der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Somit sind vom Stier beide rot unterlaufenen Augen dargestellt, nämlich das nördliche vom Hyadenstern Ain und das südliche in Richtung Orion, dessen Hauptstern Beteigeuze ab 21 Uhr zu sehen ist, von dem den Plejaden nachfolgenden Stern Aldebaran. Unten in der Mitte stehen zwei Sterne übereinander, der obere heißt theta(1) Tauri und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, der untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. An der Spitze dieses Dreiecks, das ist derzeit rechts, steht der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri und in der Mitte oben steht der vierthellste Hyadenstern delta Tauri; beide sind ebenfalls wie unsere Sonne gelbe Sterne. Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe. Der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri ist der fünfthellste und Ain der siebthellste Stierstern. - Der sechsthellste Stierstern wurde ebenfalls schon vorgestellt, das ist der Stern lamda Tauri, auf den das Hyadendreieck mit Aldebaran weist; er ist ein blauweißlicher Stern, der über zweieinhalb Mal weiter als die Hyaden entfernt ist.

Zwei weitere Hyadensterne erreichen die Helligkeit der Plejadensterne: geht man von delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes nach oben zum zweithellsten Hyadenstern Ain, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern delta(3) Tauri, er ist gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. - Geht man vom hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des unteren Hyadenastes in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man nach rund einem Viertel des Weges zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden, etwas links unterhalb, zu 71 Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern gerade noch 4. Größe.

Würde man die Plejadensterne und die Hyadensterne in gleichem Abstand nebeneinander stellen und die zehn hellsten von ihnen betrachten, so wären die ersten sieben allesamt Plejadensterne und die nächsten drei die drei hellsten Hyadensterne. Die siebthellste Plejade ist die Plejadenmutter Pleione, sie steht unmittelbar neben dem Plejadenvater Atlas senkrecht zur Linie Alcyone - Atlas auf der plejadenabgewandten Seite und erreicht die 5. Größe. Daraus abzuleiten, dass der Name "Siebengestirn" daher kommt, dass die sieben hellsten Plejadensterne in Wirklichkeit auch die sieben hellsten Sterne dieser beiden Sternhaufen bilden, ist wenig plausibel, da man in der Antike die Entfernungen zu diesen beiden Sternhaufen und zu Aldebaran nicht kannte. Zwar kann man unter der Annahme, dass beide Sternhaufen in Wirklichkeit ungefähr gleich groß sind, tatsächlich darauf schließen, dass die Plejaden rund dreimal weiter entfernt sind als die Hyaden, aber um Aldebaran als einen Vordergrundstern zu identifizieren, muss man die zusätzliche Annahme tätigen, dass die hellsten Sterne eines Sternhaufens wenigstens ungefähr gleich hell sind, so dass zwischen dem hellsten und dem zweithellsten Stern eines Sternhaufens nicht beinahe 3 Größenklassen liegen können; tatsächlich liegt zwischen der Alcyone und Atlas, den beiden hellsten Plejadensternen, nur eine dreiviertel Größenklasse.

Die nächsten vier Plätze in dieser Auflistung sind allesamt bis auf eine hundertstel Größenklasse gleich hell; das sind die beiden noch fehlenden scheuen Plejaden Celaeno und Asterope, die gerade noch und beinahe die 5. Größe erreichen, sowie die beiden noch ausstehenden Hyadensterne des "V", delta und theta(1) Tauri. Celaeno befindet sich zwischen Elektra und Taygeta und die Asterope bildet mit den Plejadensternen Maia und Taygeta ein gleichseitiges Dreieck nach außen. Im Feldstecher kann man unter der Asterope einen weiteren Plejadenstern gerade noch 6. Größe erkennen, der manchmal Sterope genannt wird. Auch neben der hellsten Plejade Alcyone steht ein Stern, der zwei Zehntel Größenklassen heller als die Sterope ist; das ist der Plejadenstern 24 Tauri.

5.3 Weitere Zentralsterne der Hyaden im Feldstecher

Der offene Sternhaufen der Hyaden enthält 41 Sterne, die man theoretisch gerade noch von bloßem Auge erkennen kann. Bisher wurden 7 von ihnen vorgestellt; im Feldstecher kann man im Zentrum der Hyaden noch zahlreiche weitere von ihnen sowie einige Vordergrundsterne wie Aldebaran und einige Hintergrundsterne erkennen.

Besonders um die beiden mittleren Hyadensterne des Hyadendreiecks, also delta Tauri auf dem oberen Hyadenast und theta(2) und theta(1) Tauri auf dem unteren Hyadenast, sieht man mehrere Hyadensterne; die Gruppe bei delta Tauri enthält vier auffälligere Sterne und die Gruppe um theta(2) und theta(1) Tauri sogar derer fünf.

Fangen wir bei delta Tauri an: auf dem Weg zum zweithellsten Hyadenstern Ain sieht man den Stern delta(3) Tauri nach einem Drittel des Weges, er ist immerhin der siebthellste Hyadenstern und gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. Geht man in die andere Richtung, so sieht man ebenfalls nach einem Drittel des Weges zum an der Spitze des Hyadendreiecks stehenden dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri den Stern 63 Tauri, einen weißlichen Stern beinahe 5. Größe. Etwas heller ist der Stern delta(2) Tauri auf der Innenseite neben delta Tauri; er bildet mit ihm und delta(3) Tauri ein rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel in delta(2) Tauri und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ebenfalls ein weißlicher Stern.

Die Sternengruppe um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und theta(1) Tauri enthält 5 Sterne: theta(2) und theta(1) Tauri stehen in einem beinahe gleichseitigen Dreieck, bei dem die rechte Ecke mit den beiden hellsten Sternen aus zwei übereinander stehenden Sternen besteht. Der Stern an der oberen Spitze dieses Dreiecks gehört ebenso wie Aldebaran nicht zu den Hyaden, sondern ist ein Hintergrundstern, der rund 30 Lichtjahre weiter entfernt ist. Er heißt 75 Tauri und ist ein Roter Riese 5. Größe. Etwas heller ist der Stern HD28527, der an der linken Ecke dieses Dreiecks steht; er erreicht beinahe die 4. Größe und ist ein Drittel in Richtung Aldebaran zu sehen; er gehört zu den Hyaden und ist gleichhell wie delta(2) Tauri vor delta Tauri am oberen Hyadenast. Auch er ist ein weißlicher Stern. Geht man von theta(2) Tauri in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man zu 71 Tauri; dieser ist der zehnthellste Hyadenstern und erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern. 71 Tauri steht nach rund einem Viertel zwischen dem hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und dem dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri etwas links.

Seien noch zwei weitere Sterne im Zentrum der Hyaden genannt: schräg links unterhalb vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze steht der Stern 58 Tauri; er ist ein weißgelblicher Stern 5. Größe. Geht man von der Sternengruppe um theta(2) und theta(1) Tauri zu 71 Tauri in Verlängerung des Hyadendreiecks nach unten und von dort eineinhalb mal weiter nach rechts, so gelangt man zu pi Tauri; dieser ist ein Hintergrundstern in fast dreifachem Abstand, ein wie unsere Sonne gelber Stern beinahe vierter Größe.

Im Übrigen haben alle Hyadensterne im Zentrum, die die vierte Größe erreichen, auch Eigennamen: der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri heißt Phaesyla und sein Nachbarstern theta(1) Tauri heißt Phaeo. Die beiden stehen ja in der Mitte des unteren Hyadenastes. - Der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri gegenüber Aldebaran heißt Ain und markiert bekanntlich das blutunterlaufene Auge des Stieres; dieser Name entstammt nicht der Tradition der Hyaden, sondern der Tradition des Stieres. Der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze heißt Ambrosia und der vierthellste Hyadenstern delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes heißt Eudora.

Schräg über ihr in Richtung Ain steht der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri, sie heißt Cleeia, und der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri, der auf der Aldebaran-abgewandten Seite schräg rechts unterhalb von theta(2) Tauri, dem hellsten Hyadenstern Phaesyla, und theta(1) Tauri, dem fünfthellsten Hyadenstern Phaeo, steht, heißt Polyxo; sie ist zwei Zehntel Größenklassen schwächer als ihre Schwester Cleeia.

5.4 Weitere Herbststerne und die Figürlichkeit des Wassermanns

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse, der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Wenn man die Pegasuskette von Markab über die Sterne Sadalhomam und Sadalbaham über Enif hinaus in derselben Krümmung weiter geht, so gelangt man zu einem Stern 4. Größe, das ist der Stern 1 Pegasi. Er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Iota Pegasi steht zwischen Scheat und 1 Pegasi.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4.Größe im Abstand von 180 Lichtjahren.

Geht man im Fuhrmann von Borgadus zur Capella, so erreicht man nach einem Viertel des Weges einen Stern 4.Größe, das ist nue Aurigae, ein Roter Riese im Abstand von gut 210 Lichtjahren. Unmittelbar neben ihm steht ein Stern gerade noch 4.Größe, das ist der Stern tau Aurigae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im gleichen Abstand.

Im Fuhrmann kann man zwischen den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I sowie Hassaleh drei weitere Sterne beinahe 4.Größe erkennen, die ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Das sind die Sterne 4 Aurigae, 2 Aurigae und 1 Aurigae. 4 Aurigae steht auf der Seite der beiden Ziegenkinder und 2 Aurigae auf der Seite von Hassaleh; geht man von hier rechtwinklig ein bisschen in Richtung Mirfak, so gelangt man zu 1 Aurigae.

2 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von 560 Lichtjahren, er ist ebenso wie der zweithellste Bärenhüterstern Mirak einer der hellsten Sterne des umstrittenen erweiterten Bärenstromes. 4 Aurigae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren und 1 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 530 Lichtjahren. Aufgrund der neuen Sternbildgrenzen gehört dieser Stern nun zum Perseus, hat aber seinen Namen behalten.

Im Steinbock gibt es zwei weitere Sterne, die die Helligkeit der sechsthellsten Plejade Taygeta erreichen: wenn man das Sternbild als das "Lächeln des Himmels" bezeichnet, so stehen diese beiden Sterne links der Mitte der beim Lächeln nach unten geschwungenen Oberlippe, das ist zwischen Deneb Algedi und der Sadnashira einerseits im von uns aus gesehen linken Mundwinkel des "Steinbock-Lächelns" sowie der Algiedi und Sadaldabih in seinem rechten Mundwinkel. Fast in der Mitte der beiden Sadalgruppen, etwas näher an der Sadnashira, sieht man theta Capricorni, einen weißlichen Stern im Abstand von fast 160 Lichtjahren; er ist sogar etwas heller als die fünfthellste Plejade Merope. Und links von ihm, schon nach einem Viertel des Weges entlang der Oberlippe vom linken Mundwinkel ausgehend, also in der Mitte zwischen der Sadnashira und theta Capricorni, steht der Stern iota Capricorni, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 210 Lichtjahren.

Wir haben bereits einige Wassermannsterne der beiden Sternenketten des Wassermannes kennengelernt und darauf aufbauend wollen wir uns nun diesem Sternbild widmen und alle Sterne bis zur 4.3-ten Größe vorstellen, das ist die Helligkeit der sechsthellsten Plejade Taygeta. Außerdem werden auch alle Sadal-Partnersterne vorgestellt; zwar sind die meisten von ihnen fast eine halbe Größenklasse schwächer, aber aufgrund ihrer Nähe zum hellsten Stern ihrer Sadalgruppe viel einfacher auffindbar.

Fangen wir mit den Sadal-Partnersternen an: unterhalb der ersten Wassermannlinie befinden sich die übrigen noch ausstehenden Sadalsterne. Sie sind im Feldstecher nicht ganz so einfach wie die anderen Sadal-Partnersterne zu finden, weil sie weiter von ihrem Sadalhauptstern entfernt sind und oftmals auch noch weitere nur wenig schwächere Sterne dazwischen stehen.

Der hellste von ihnen befindet sich schräg links unterhalb von Sadalbali, das ist nue Aquarii, der sogar etwas heller als sein viel einfacher auffindbarer Sadal-Partnerstern mue Aquarii ist. Nue Aquarii ist wie unsere Sonne ein gelber Stern gerade noch 4.Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren. Vorsicht, dass man ihn nicht mit dem Stern 7 Aquarii verwechselt, der kein Sadal-Partnerstern ist und nur etwas weiter als mue Aquarii von Sadalbali entfernt ist; er ist ein Roter Riese gerade noch 5.Größe im Abstand von 600 Lichtjahren ist. Nue Aquarii ist rund dreimal weiter entfernt und steht etwas südlich.

Schräg links unter Sadalsuud befindet sich sein Sadal-Partnerstern xi Aquarii, er ist ein weißlicher Stern beinahe 4.Größe im Abstand von 180 Lichtjahren. Fast gleichviel weitergehend befindet sich etwas östlich ein Stern 5.Größe, der bereits zum Steinbock gehört; das ist der Stern 46 Capricorni, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 800 Lichtjahren. Er ist der zweite Sadal-Partnerstern von Sadalsuud.

Und schräg rechts unterhalb von Sadalmelik befindet sich sein Sadal-Partnerstern omicron Aquarii, er ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4.Größe im Abstand von 380 Lichtjahren. Zwischen ihm und seinem Hauptstern Sadalmelik befindet sich der Stern 32 Aquarii, der zwar kein Sadalstern ist, aber zum Auffinden von omicron Aquarii sehr hilfreich ist. 32 Aquarii ist ein weißlicher Stern 5.Größe im Abstand von 230 Lichtjahren.

Es ist nicht einfach, in den beiden fast senkrecht zueinander verlaufenden Sternenlinien und links von ihnen bei schlechten Sichtbedingungen ohnehin gar nicht erkennbaren Sterngrüppchen schwächerer Sterne einen Wassermann erkennen zu wollen, zumal aus der arabischen Tradition kein Wassermann, sondern mehrere Glückssterngruppen überliefert sind. Die meisten Darstellungen stellen die Glückssternlinie als linken Arm des Wassermannes bis hin zu seiner rechten Schulter dar. Je nach Darstellung befinden sich die drei Sterne der Sadalgruppe Sadalbali an seiner linken Hand oder einem Tuch, welches der Wassermann an seiner linken Hand trägt. Die beiden hellsten Sterne des Wassermannes, Sadalsuud und Sadalmelik, befinden sich an seinen beiden Schultern, wobei sich beide Sadal-Partnersterne xi Aquarii und omicron Aquarii dann an seinen beiden Achseln unterhalb seiner Schultern stehen.

Der etwas schiefe Mercedesstern der Sadalgruppe Sadalachbia stellt das Wassergefäß dar, aus dem etwas schräg das Wasser zum Wassermannstern Hydor herausströmt. Der dritthellste Wassermannstern Skat bezeichnet dann seinem Namen entsprechend eine Position am Bein des Wassermannes.

Links neben der zweiten Wassermannlinie befinden sich mehrere kleine Sterngruppen mit Sternen 4. und 5. Größe, durch die sich der Wasserfluss des Wassermannes schlängelt. Vermutlich spielten diese kleinen Sterngruppen in der arabischen Tradition eine wichtige Rolle, auch wenn sie keine auffälligen Sterne enthalten, möglicherweise, weil es in diesem Himmelsareal mehrere von ihnen gibt. - Der Stern 88 Aquarii am Ende der zweiten Wassermannlinie steht zwar ebenfalls in einer solchen Sternengruppe, diese markiert aber den Fuß des Wassermannes und nicht eine weitere Windung des Wasserflusses, der sich dann zum Südlichen Fisch hinunterwindet.

Der Stern Ancha erreicht die 4.Größe und bildet mit den beiden hellsten Wassermannsternen Sadalsuud und Sadalmelik an seinen Schultern ein fast gleichseitiges Dreieck in den Körper des Wassermannes und wird meistens oberhalb der Hüfte des Wassermannes dargestellt. Ancha ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und bedeutet "der Hüftknochen (des Wassermannes)".

Der Wasserfluss, den der Wassermann ausgießt, entspringt einem Gefäß, welches durch die Sadalgruppe Sadalachbia, den Mercedesstern, dargestellt wird. Er windet sich dann etwas nach Osten zu Hydor, dem obersten Stern der zweiten Wassermannlinie und weiter nach Osten gehend zu mehreren kleinen Sterngruppen, in denen auch die Sterne phi Aquarii und psi(1) Aquarii stehen.

Hydor, phi Aquarii und psi(1) Aquarii bilden ein längliches gleichschenkliges Dreieck mit Hydor an seiner langen Spitze und phi Aquarii an seiner oberen und psi(1) Aquarii an seiner unteren Ecke. Beide Sterne sind ebenso wie Ancha gleich hell wie die sechsthellste Plejade Taygeta sowie der Sadal-Partnerstern vom Pegasusstern Sadalhomam zwischen Sadalhomam und Markab oder der Casseiopeiastern kappa Cassiopeiae, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet. Auch die meisten inneren Sterne des Kleinen Wagen erreichen diese Helligkeit. Phi Aquarii und psi(1) Aquarii sind beide Rote Riesen, phi Aquarii im Abstand von gut 220 Lichtjahren und psi(1) Aquarii im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Der Wasserfluss windet sich dann weiter um das Bein des Wassermannes mit dem dritthellsten Wassermannstern Skat und seinem Nachbarstern tau Aquarii und fließt schließlich durch die Sterngruppe mit dem Stern 98 Aquarii hindurch, die sich links vom Fuß des Wassermannes befindet, der durch die Sterngruppe von 88 Aquarii dargestellt wird, ehe er sich dann ins Maul des Südlichen Fisches bei der Fomalhaut ergießt.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der Stern iota Aquarii; er befindet sich etwas abseits zwischen Ancha und den beiden Steinbocksternen Deneb Algedi und der Sadnashira, etwas unterhalb und etwas näher an Deneb Algedi. Iota Aquarii ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 170 Lichtjahren.

5.5 Die Sprünge der Gazelle und weitere Sterne vom Bärenstrom der Großen Bärin

Das komplette Sternbild der Großen Bärin. Noch mehr Sterne sind auf der vergrösserten Darstellung bezeichnet.
Das Areal unterhalb des Großen Wagen enthält keine Sterne 2. Größe und wird meistens auch nicht weiter beachtet. Das ist schade, denn dort befinden sich mehrere Sterne, die helle Sterne dritter Größe sind - wären sie nur eine Zehntel Größenklasse heller, so würden zwei von ihnen sogar beinahe die 2. Größe erreichen. Sie sind also durchaus auffällige Sterne. Am einfachsten findet man sie mit Hilfe der Gazellensprünge, das sind drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe, und die Mythologie weiß zu berichten, dass es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle handelt. - Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom mittleren Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Sie sind der zweit- und dritthellste Nichtwagenstern der Großen Bärin und beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der hellste Nichtwagenstern der Großen Bärin, das ist psi Ursae Maioris unterhalb des Wagenkastens. Man findet ihn am einfachsten in Verlängerung der beiden kurzen Seiten des Wagenkastens nach unten. Er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Der vierthellste Nichtwagenstern ist ebenfalls heller als der Wagenstern Megrez, das ist der Stern Al Haud, der von bloßem Auge gleichhell wie Talitha Borealis vom dritten Gazellensprung ist. Er befindet sich auf dem Weg von Talitha Borealis zum hinteren unteren Kastenstern Merak nach rund einem Drittel des Weges. Al Haud bedeutet "Becken" und ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren.

Am einfachsten fängt man mit den Gazellensprüngen an unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Im November kann man am Abendhimmel nur den zweiten und den dritten Gazellensprung tief am Nordhorizont sehen.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens bei guter Nordsicht sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird vom hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris gebildet, der bereits vorgestellt wurde; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Wagensicht nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens schief nach innen und unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein, hier wird der Fersenstern von Al Haud, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, gebildet und diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern wird manchmal auch als Sarir bezeichnet. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez. Den ersten Gazellensprung findet man, indem man vom dritten Gazellensprung über den zweiten Gazellensprung ungefähr gleichviel weitergeht.

Die Große Bärin hört nicht bei den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen auf, sondern hat mit der Muscida noch einen weiteren Stern 3. Größe an ihrem Kopf und zwei Sterne beinahe dritter Größe an ihrem Hals: in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - im späten Herbst ist das nach rechts, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel. - Auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von der Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleich hell ist wie der Kopfstern Muscida, sowie Alula Borealis vom ersten Gazellensprung in der späten zweiten Nachthälfte und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung, den man in der späten zweiten Nachthälfte sehen kann; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas zur Wagendeichsel hin eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und wurde schon vorgestellt; er erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen und dem Augenprüfstern Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18. Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.6 Der Drache und weitere Herkulessterne

Der Drache ist neben dem Großen und dem Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der rechte obere ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der linke untere gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi. Er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae, der neben der hellen Wega steht.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite. Mue Herculi findet man, indem man vom hellsten Herkulesstern Rutikulus über Sarin ungefähr gleichviel weitergeht.

Im Herkules befinden sich ein sehr bekannter Kugelsternhaufen sowie noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe:

Im Herkulestrapez kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden: geht man von Rutikulus am zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi vorbei zu eta Herculi, so sieht man in einem Feldstecher oder bei licht-unverschmutzter Sicht sogar von bloßem Auge zwischen zeta und eta Herculi, ein Drittel von eta und zwei Drittel von zeta entfernt, ein verwaschenes Fleckchen; das ist der bekannte Kugelsternhaufen M13. Er ist ein Kugelsternhaufen, das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Dieser Kugelsternhaufen ist 25'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält etwa 300'000 Sterne.

Zu xi Herculi gelangt man, indem man die Linie Rutikulus - Sarin - mue Herculi weitergeht; noch etwas weiter ein wenig nach links abgebogen kann man auch noch omicron Herculi sehen. Xi Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren und omicron Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 350 Lichtjahren.

Neben Rutikulus steht der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi findet man am einfachsten, indem man diagonal durch das Herkulestrapez von epsilon über pi Herculi und dann gut gleichviel weiter geht, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

Sei schließlich noch der Stern 109 Herculi erwähnt; ihn findet man, indem man von pi Herculi in der oberen linken Ecke des Herkulestrapezes zwischen mue und xi Herculi hindurch gleichviel weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren. Geht man gleichviel weiter, so gelangt man in den Adler, zuerst zum Adlerstern Deneb el Okab und danach zu Atair.

5.7 Weitere Frühlingssterne in der Schlange und im Schlangenträger

Geht man vom Ende des geraden Teiles des Himmelslineals bei zeta Ophiuchi, der manchmal auch Han genannt wird, geradeaus weiter, also am etwas abseits gelegenen Stern Sabik vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 3. Größe, das ist theta Ophiuchi. Theta Ophiuchi ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 600 Lichtjahren. Der Tierkreis verläuft zwischen Sabik und theta Ophiuchi.

Das Himmelslineal ist eine sehr eindrückliche und einfach auffindbare Orientierungshilfe, während die andere Linie der Schlange, die sich ja um den Schlangenträger windet und deswegen in zwei nicht zusammenhängende Teile aufgespalten ist, eher unauffällig ist, auch wenn ihre Sterne nicht schwer auffindbar sind. Sie befinden sich im Areal zwischen den beiden hellsten Schlangenträgersternen Ras Alhague und Sabik und bilden den Schwanz der Schlange.

Der unterste Stern der zweiten Linie der Schlange ist xi Serpentis, er erreicht gerade noch die 3. Größe. Man findet ihn, indem man am unteren Ende des Himmelslineals bei Sabik wieder nach oben abknickt; er bildet mit Sabik und theta Ophiuchi im Tierkreis ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Sabik ist. Xi Serpentis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Der oberste Stern der zweiten Linie der Schlange erreicht die 3. Größe, das ist der zweithellste Schlangenstern eta Serpentis. Zunächst geht man von Ras Alhague zu Celbalrai, geht man noch ein kleines bisschen weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist gamma Ophiuchi, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Den zweithellsten Schlangenstern eta Serpentis findet man auf dem Weg von Ras Alhague, Celbalrai und gamma Ophiuchi, indem man etwas nach oben abknickt, gleichviel wie der Abstand von Ras Alhague zu Celbalrai. Man kann ihn auch finden, indem man den Stern kappa Ophiuchi an Celbarai spiegelt. Eta Serpentis ist ein Roter Riese im Abstand von gut 60 Lichtjahren.

Nue Ophiuchi schließlich ist der dritte Stern der zweiten Schlangenlinie, er steht in der Mitte der beiden anderen Sterne der zweiten Schlangenlinie, xi und eta Serpentis, gehört aber zum Sternbild des Schlangenträgers. Auch nue Ophiuchi erreicht die 3. Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von der Gemma zu Unuk und dann nochmal die Hälfte weiter, so gelangt man zu einem Stern gerade noch 3. Größe, das ist mue Serpentis. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von rund 155 Lichtjahren. - In der Mitte zwischen Unuk und Gemma findet man zwei weitere Sterne der Schlange, die beinahe die 3. Größe erreichen: der rechte der beiden ist beta Serpentis, ein weißlicher Stern im Abstand von ebenfalls ungefähr 155 Lichtjahren, und der linke ist gamma Serpentis, ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren. In der chinesischen Astronomie trägt der Stern beta Serpentis den Namen Chow, was für die Zhou-Dynastie steht. Auch beta Serpentis gehört zum Bärenstrom.

Beinahe 3. Größe erreichen die Sterne 72 Ophiuchi und lamda Ophiuchi. 72 Ophiuchi bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Lamda Ophiuchi steht zwischen kappa Ophiuchi im Dreieck mit Ras Alhague und Celbarai auf der einen Seite und Yed Prior im Himmelslineal an der Grenze Schlange zum Schlangenträger auf der anderen Seite. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 170 Lichtjahren.

Die beiden Hauptsterne des Schlangenträgers und des Herkules, Ras Alhague und Ras Algethi, bilden mit kappa Ophiuchi in der rechten Ecke ein Dreieck. Kappa Ophiuchi ist ein Roter Riese dritter Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Somit kann man quer zum Himmelslineal von Yed Prior bis Ras Alhague gehen: zunächst gelangt man zu lamda Ophiuchi, dann zu kappa Ophiuchi im kleinen Dreieck mit den beiden Hauptsternen des Schlangenträgers und des Herkules, Ras Alhague und Ras Algethi, und schließlich zu Ras Alhague selber. Etwas unterhalb des Himmelslineals kann man bei Yed Prior den Schlangenstern mue Serpentis erkennen.

5.8 Weitere Sterne des Schwanes, des Adlers und des Schützen sowie das Schild, der Delfin und das Füllen

Wir fangen bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Riesenstern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts unten, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. - Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zum Stern 12 Aquilae, dieser Stern erreicht 4. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Er ist gleichhell wie Deneb el Okab Borealis, ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von delta Aquilae zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken, so gelangt man nach gut der Hälfte zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist eta Aquilae. Dieser ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von fast 1200 Lichtjahren.

Den Stern Al Thalimain Posterior schließlich findet man, indem man von Al Thalimain Prior zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts geht; nach gut der Hälfte gelangt man etwas nach oben zu delta Aquila eingerückt zu einem Stern 4. Größe, das ist Al Thalimain Posterior, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Man kann diesen Stern, der fast so hell wie 12 Aquilae und Deneb el Okab Borealis ist, auch finden, indem man Deneb el Okab herkommend über delta Aquilae etwas mehr als die Hälfte weitergeht. Al Thalimain bedeutet "die (beiden) Strauße".

Geht man entlang des Bogens Atair über delta Aquilae und Al Thalimain Prior gleichviel weiter, so gelangt man in die nördlichen Teile des Schützen, dessen erste Mondstation ebenfalls zwei Straußen beschreibt. Dabei durchquert man das unauffällige Sternbild des Schildes, dessen Hauptstern beinahe 3. Größe erreicht und den man etwas unterhalb der Mitte der Sterne Al Thalimain Prior und 12 Aquilae einerseits und des zweithellsten Schlangensternes eta Serpentis andererseits findet. Alpha Scuti ist ein Roter Riese im Abstand von rund 175 Lichtjahren.

Das Sternbild des Schützen hat noch drei Sterne beinahe dritter Größe, die nicht schwer zu finden sind. Der Stern omicron Sagittarii befindet sich in der kleinen Sterngruppe um den Schützenstern Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er steht zwischen Albalda und xi(2) Sagittarii, etwas unterhalb. Den Stern mue Sagittarii findet man, wenn man vom Stern Sabik am unteren abgeknickten Ende des Himmelslineals zu Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens geht, etwa ein Viertel ehe man Kaus Borealis erreicht, etwas oberhalb. Und den Stern rho(1) Sagittarii findet man, wenn man die beiden Sterne des oberen Bogens, das sind Nunki und Albalda, nach oben gleichviel in Richtung des Adlers verlängert. Omicron Sagittarii ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und wird manchmal auch als Manubrium bezeichnet, das bedeutet "Brustbein (des Schützen)", mue Sagittarii heißt auch Polis und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 3000 Lichtjahren; Polis ist eine koptische Bezeichnung und bedeutet "Fohlen". Rho(1) Sagittarii ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 120 Lichtjahren.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner Falken nach links, also in die andere Richtung als delta Aquilae, so gelangt man zum Sternbild des Delfin. Dieser ist ein kleines Sternbild und sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Man kann auch im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegeln und gelangt zum Delfin, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht.

Der Delfin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute steht in Richtung Schwan der Hauptstern des Delfins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Beide Sterne wurden bereits vorgestellt. - An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 360 Lichtjahren. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

Der hellste Stern des Füllens erreicht beinahe die 3. Größe, er steht in der Mitte vom hellsten Pegasusstern Enif, vom hellsten Wassermannstern Sadalsuud und vom Delfin; man findet ihn, indem man von Enif in Richtung Delfin geht und nach einem Viertel des Weges senkrecht nach unten in Richtung Wassermann abbiegt. Alpha Equulei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 190 Lichtjahren.

5.9 Der Kleiderbügel

Wer einen lichtstarken Feldstecher hat, kann einmal versuchen, den "Kleiderbügel" zu finden: Dieser befindet sich auf der Verbindungslinie Atair - Wega, etwa ein Drittel von Atair entfernt, d.h. unterhalb von Albireo, ein bisschen ins Sommerdreieck hineingeschoben. Er besteht aus 6 Sternen, die gerade auf einer Linie liegen sowie vier Sternen, die einen Haken nach unten bilden, so dass dieser Kleiderbügel kopfüber am Himmel steht. Die Sterne des Kleiderbügels stehen nur zufällig dort, sie sind aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt und bilden keinen Sternhaufen. Sie befinden sich im unauffälligen Sternbild des Füchschens.

Der hellste Stern des Kleiderbügels heißt 4 Vulpeculae und erreicht 5. Größe und kann bei sehr guten Sichtbedingungen von bloßem Auge gesehen werden, er steht an der Rundung des Hakens, also an der dritten Stelle. Zwei weitere Sterne erreichen beinahe die 5. Größe und können somit theoretisch bei ausgezeichneten Sichtbedingungen ebenfalls von bloßem Auge gesehen werden. Sie stehen an den beiden ersten Stellen des Kleiderbügelhakens; der erste heißt 5 Vulpeculae und der zweite heißt HD182955. Drei weitere Sterne erreichen die 6. Größe und sind sehr einfache Feldstecherobjekte, das sind vom Schwan herkommend der erste, der vierte und der fünfte Stern der Kleiderbügellinie. Sie heißen 7 Vulpeculae, HD182761 und HD182422.

Der hellste Kleiderbügelstern 4 Vulpeculae ist ein Roter Riese im Abstand von fast 240 Lichtjahren. 5 Vulpeculae, der erste Stern des Kleiderbügelhakens, ist ein geringfügig näherer weißlicher Stern im Abstand von 220 Lichtjahren, und der dritthellste Kleiderbügelstern zwischen den beiden ist ein Roter Riese im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Der erste Kleiderbügellinienstern 7 Vulpeculae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 750 Lichtjahren, der vierte Kleiderbügellinienstern ist ein weißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und der vorletzte Kleiderbügellinienstern ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 1100 Lichtjahren.

Die 4 übrigen Sterne kann man bei genügend guten Sichtbedingungen ebenfalls im Feldstecher sehen.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350'000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Der zweite und dritte Stern der Kleiderbügellinie erreichen beide beinahe 6. Größe und heißen HD183261 - er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 900 Lichtjahren, und HD182972 - er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren. Der letzte Stern der Kleiderbügellinie erreicht die 7. Größe, er heißt HD182293 und ist ein Roter Riese im Abstand von 360 Lichtjahren; gleichhell ist der vierte Kleiderbügelhakenstern HD182620, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 550 Lichtjahren.

6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deities. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

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6.1 Anuradha: the northern part of the Scorpion

Scorpio and Libra
Anuradha means "following radha", which was the last Nakshatra in spring.

In the West the impressive Scorpion can be seen with the first magnitude star Antares, which is a Red Giant star representing the heart of the Scorpion. Its Arabian name "Calbalacrab" also means "the Scorpion's heart". Antares means "equal to-Mars", referring to its deep red colour which is easily seen by the naked eye.

West of Antares is a handle-like group of three stars which form this Nakshatra; the northern-most star of this group is Acrab, the middle one is Dschubba and the southern-most one is pi Scorpii. Acrab is of second magnitude, Dschubba of nearly first magnitude and pi Scorpii of nearly second magnitude. All of them are bluish stars, Acrab being more than 500 lightyears away and Dschubba 400 lightyears away. Acrab means "the Scorpion" and Dschubba means "the forehead". Pi Scorpii is 450 lightyears away.

The Lord of this Nakshatra is Shani, represented by Saturn, its symbol is a triumphal archway and a lotus and its Deity is Mitra, one of the Adityas of friendship and partnership.

6.2 Jyeshtha: Antares and its neighbor stars

The next Nakshatra of the summer is Jyeshtha. This means "the eldest, most excellent".

The principal star of the Scorpion is Antares. It is in the middle of a handle-like group of three stars with sigma Scorpii on the side of the Nakshatra Anuradha and tau Scorpii on the other side. Both sigma and tau Scorpii have the name Alniyat that means "stars to protect the heart (of the Scorpion)", which is Antares. Like the three stars Acrab, Dschubba and pi Scorpii of the Nakshatra Anuradha, both sigma and tau Scorpii are bluish stars, sigma Scorpii being 700 lightyears away and tau Scorpii 430 lightyears away.

Both Nakshatras form the body and the claw of the Scorpion, which is, according to my mind, the most beautiful constellation of all.

Its Lord is Budh, represented by Mercury, its symbol is a circular amulet, an umbrella and an earring, and its Deity is Indra, the chief of the Gods.

6.3 Mula: the impressive tail of the Scorpion

Tail of the Scorpion
The next Nakshatra of the summer is Mula. This means "the root".

Following the arc of the handle of the Scorpion's heart with Antares the impressive tail of the Scorpion can be observed starting with the star epsilon Scorpii. By continuing along this path the star Sargas is seen at the curve of the tail and, by continuing to follow the tail to its end, two nearby stars are seen. The brighter one on the left side is Shaula and is of nearly first magnitude and Lesath, on the right side, is of nearly second magnitude. They are sometimes referred to as the Cat's Eyes.

Epsilon Scorpii between the body and the tail of the Scorpion is a second magnitude star and Sargas is another almost first magnitude star.

Epsilon Scorpii is a red giant star at a distance of about 70 lightyears and Sargas is a white star almost 200 lightyears away. The name Sargas is of unknown Sumerian origin. - Shaula means "the raised (tail of the Scorpion)" and Lesath means "pass (or bite) of a poisonous animal"; both are bluish stars. Shaula is more than 700 lightyears away and Lesath 520 lightyears away.

Below Shaula and Lesath the second magnitude star Girtab is seen, it is also a bluish star almost 500 lightyears away. Girtab is the Sumerian word for "scorpion".

Its Lord is Ketu, represented by the south lunar node, its Symbol is a bunch of roots tied together or an elephant goad, and its Deity is Nirrti, the goddess of dissolution and destruction.

6.4 Purva Ashadha: the Arc of Sagittarius

Finding Sagittarius 2nd possibility
The next Nakshatra of the summer is Purva Ashadha. This means the "first of the asadha", a constellation whose name translates as "the invincible one".

Both Sabik stars (zeta Ophiuchi and Sabik) are easily found with the help of the Scorpion as they nearly form a right-angle with Antares and Dschubba on the southern side and Sabik and zeta Ophiuchi on the northern side. This right-angle is about twice as high as it is wide. Continuing the line of the Nakshatra stars Anuradha (i.e. pi Scorpii, Dschubba and Acrab which form the northern part of the Scorpion) further to the north also leads to zeta Ophiuchi.

Zeta Ophiuchi is an almost second magnitude bluish star nearly 500 lightyears away and Sabik is a second magnitude white star about 80 lightyears away. Originally, both stars were called Sabik, with zeta Ophiuchi known as "as-sabiq al-awwal" and Sabik as "as-sabiq at-tani", meaning "the first preceding one" and "the second preceding one". Sabik is the Northern Star of the planet Uranus.

Below Sabik there is a 0th magnitude star. This is the ring-planet Saturn. Together zeta Ophiuchi, Sabik and Saturn form a handle-like group of stars. Continuing the line from both Sabik stars, zeta Ophiuchi and Sabik, and carrying on twice as far again as the Sabik stars are apart, brings you to two stars, which belong to the constellation Sagittarius. The first one is Kaus Borealis and the second, brighter one, located within a group of several stars, is called Nunki. Kaus Borealis is a star of almost second magnitude and its name means "northern star of the arc". The name Nunki is of Sumerian origin and means "divine place on earth". Nunki is a bluish star of second magnitude 220 lightyears away whilst Kaus Borealis is a Red Giant star nearly 80 lightyears away. - Moving further to the north of Nunki, another nearly second magnitude star can be seen: this is Albalda meaning "the place", which is a white star about 450 lightyears away. These stars are part of two handle-like groups of stars, where the group with Kaus Borealis forms the arc of Sagittarius, and the group with Nunki and Albalda, which also resembles an arc, forms the body of Sagittarius. Both arcs seem to have a short arrow each starting at the middle star and pointing towards the Scorpion.

South of Kaus Borealis, the northernmost star of the real arc of Sagittarius, two further stars are seen, which are the stars forming this Nakshatra: first Kaus Meridionalis, a little brighter than Kaus Borealis, and then Kaus Australis, which is the brightest star of the constellation and almost of first magnitude. Kaus Australis is a bluish star at a distance of 145 lightyears and Kaus Meridionalis is a Red Giant star more than 300 lightyears away. Their names mean "southern star of the arc" and "middle star of the arc".

South of Nunki the third brightest star of the constellation, Ascella, is seen. This is a white star 90 lightyears away. Ascella is the Latin word for "armpit".

The Lord of Purva Ashadha is Shukra, represented by Venus, its Symbol is an Elephant tusk, a fan and a winnowing basket and its Deity is Apah, the god of Water.

6.5 Uttara Ashadha: the Body of Sagittarius

The two arcs of Sagittarius
The next Nakshatra of the summer is Uttara Ashadha. This means the "second of the asadha".

The arc of the Sagittarius has an arrow with the arrowhead being slightly west of the star Kaus Meridionalis; its name is Alnasl, meaning "arrowhead". Alnasl is a Red Giant star of third magnitude at a distance of nearly 100 lightyears.

This Nakshatra is composed of the stars Nunki and Ascella, the middle and the southernmost star of the "second arc", which forms the body of Sagittarius.

In English literature, the Sagittarius stars form the "Teapot": Kaus Borealis, the northernmost star in the arc of Sagittarius, is the apex of the lid; Nunki in the middle of the "second arc", together with the surrounding stars, and Ascella at the bottom of the second arc, form the handle; and Alnasl forms the tip of the spout. The other stars form the body of the pot; only Albalda, the northernmost star of the second arc, is not part of the teapot.

The Lord of this Nakshatra is Surya, represented by the Sun, its Symbol is an Elephant tusk and a small bed and its Deities are Visvedevas, the universal gods.

6.6 Sravana: the Eagle

The next Nakshatra of the summer is Sravana. This means "the hearing".

Continuing the two arcs of Sagittarius to the north leads to an almost 0th magnitude star, which is Altair, the principal star of the Eagle. On either side of Altair is a star: Tarazed to the north and Alshain to the south. Sometimes they are translated as Falcons accompanying the Eagle, which in fact is a mistake: their name originates from "shahin tarazed" which encompassed all three of them, meaning "scale-beam", i.e. the arm of a pair of scales. The first part of the name is nowadays used for Alshain and the second part of the name for Tarazed.

Altair means "the flying Eagle" and is a nearby white star only 17 lightyears away. Tarazed is a Red Giant star of almost second magnitude at a distance of nearly 500 lightyears and Alshain is like our Sun, a yellow star nearly 50 lightyears away. These three stars form this Nakshatra.

As seen before, the brightest star of the northern hemisphere, Arcturus, is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east, a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Following the arc of this handle leads to the second magnitude star Ras Alhague, which is the principal star of the constellation Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Ras Alhague is a white star 60 lightyears away. Ras Alhague can also be found in the middle of Gemma and Atair, a little south. Progressing from Ras Alhague to the Scorpion, after two thirds of the way along, both Sabik stars, zeta Ophiuchi and Sabik, are passed by.

The Lord of Sravana is Chandra, represented by the Moon, its Symbol is an Ear or Three Footprints and its Deity is Vishnu, the preserver of the universe.

7. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition of the first Autumn constellations

The Nakshatra of the autumn contain less bright stars than the Nakshatra of the other seasons, but they contain the oldest constellations as their ascendance heralded the fertile season with rain bringing life back again to earth. The main constellations of this period are Capricorn and Aquarius. The Arabian tradition using groups of nearby stars instead of the larger constellations of today called these star groups Sadal-stars, where Sadal means "good fortune)". There are 10 such groups of Sadal-stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

7.1 Dhanishta: the Dolphin

Eagle and Dolphin
The first Nakshatra of the autumn is Dhanishta. This means the "most famous". This Nakshatra is also called Shravishtha, which means "swiftest".

It consists of the Dolphin which is located east of the line of the last Nakshatra Sravana comprising the Eagle stars Tarazed, Altair and Alshain.

The Dolphin looks like a rhombus with a handle and contains two stars of nearly third magnitude and three stars of fourth and nearly fourth magnitude. Its brightest star is beta Delphini, this star is on the side of the rhombus with the handle. The principal star of the Dolphin, alpha Delphini, is of the same brightness and is on the northern side of the middle of the rhombus. Beta Delphini is a white star 80 lightyears away and alpha Delphini is a bluish star at a distance of 240 lightyears.

Continuing the line southwards of the last Nakshatra Sravana with the stars Tarazed, Altair and Alshain leads to the star theta Aquilae and then, carrying on as far again a little offset to the right, to the two stars Algiedi and Sadaldabih, both belonging to Capricorn. All three of them are of third magnitude.

Theta Aquilae is a bluish star almost 300 lightyears away, Algiedi - this means "goat" - is like our sun a yellow star at a distance of 110 lightyears and Sadaldabih, this means "the lucky stars of the slaughterer", is a Red Giant star 350 lightyears away. In the Arabian tradition, both Algiedi and Sadaldabih form the group Sadaldabih.

Continuing this line in the other direction leads to the very bright star Vega, which is the second brightest star of the northern hemisphere. Both Vega and Altair symbolise Eagles, with Altair meaning "the flying Eagle" and Vega meaning "the swooping Eagle" as it tries to catch some prey. Vega is the principal star of the constellation Lyra and it is a white star 25 lightyears away.

Going upwards from Sadaldabih to Algiedi and travelling with the eye three times as far and then at a rightangle to the east, brings you to the star Sadalbali, which is almost as bright as Algiedi. It belongs to Aquarius and is a white star more than 200 lightyears away. Sadalbali means "the brightest of fortune of the swallower".

Its Lord is Mangala represented by Mars, its Symbol is a drum and a flute and its Deities are eight vasus, the deities of earthly abundance.

7.2 Shatabhisha: Capricorn and Aquarius

The next Nakshatra of the autumn is Shatabhisha. This means "Comprising a hundred physicians".

Going from Nunki in Sagittarius to Algiedi and Sadaldabih and the same distance again leads to a third magnitude star, Sadalsuud, the brightest star of Aquarius. Sadalsuud means "luckiest of the lucky stars". Carrying on further the same distance, the principal star of Aquarius is seen, Sadalmelik, which means "the lucky stars of the king". Both stars are yellow stars like our sun , Sadalsuud being 600 lightyears away and Sadalmelik 750 lightyears away. Proceeding a little further and then south, the star Sadalachbia is seen, which means "lucky stars of the tents". It is a white star about 150 lightyears away and forms this Nakshatra. It has the same magnitude as the two brightest stars of the Dolphin from the last Nakshatra.

Taking the line Nunki, Algiedi and Sadaldabih further to Sadalsuud and Sadalmelik, two further stars of Capricorn can be observed by turning at a rightangle to the south of Sadalsuud. The left star is the brightest of Capricorn, Deneb Algedi, and the right star is Sadnashira. Deneb Algedi means "Tail of the Goat" and Sadnashira means "the lucky stars bringing good tidings". Both are white stars respectively 40 lightyears and almost 150 lightyears away. In the Arabian tradition, both stars form the group Sadnashira.

The pretty constellation of the Swan is situated between the flying Eagle Altair and the swooping Eagle Vega and can now be seen in the north-east. The Swan looks like a cross with its brightest star Deneb, another first magnitude star, forming an impressive right-angled triangle with Altair and Vega. Often this triangle is called the "Summer Triangle". Deneb is on the other side of the line Altair - Vega than Ras Alhague, the principal star of the Serpent-Bearer Ophiuchus. Deneb is a very distant bluish star over 3000 lightyears away and means "Tail (of the Swan)". In the middle of Altair and Vega, a fraction towards Deneb, the head ot the Swan is seen, this is the third magnitude star Albireo. Albireo means "Bird" and is a very beautiful star for the telescope as it consists of a bluish and an orange star nearly 400 lightyears away.

In the middle of the Swan is its second brightest star Sadir. It is of second magnitude and like our sun, is a yellow star 750 lightyears away. Sadir means "Breast (of the Swan)". Gienah is the star at the right wing and delta Cygni is the star at the left wing. Gienah means "Wing (of the Swan)", it is a Red Giant star more than 70 lightyears away and delta Cygni is a bluish star at a distance of 170 lightyears.

The Lord of Shatabhisha is Rahu, represented by the north lunar node, its Symbol is an empty circle, 1000 flowers and stars and its Deity is Varuna, the god of cosmic waters, sky and earth.

7.3 Purva Bhadrapada: Pegasus

The fertile trepezium between Pegasus and Aquarius
The next Nakshatra of the autumn is Purva Bhadrapada. This means "the first of the blessed feet".

Starting at Nunki in Sagittarius via Algiedi and Sadaldabih in Capricorn and then Sadalbali in Aquarius to Sadalsuud and Sadalmelik brings you to the star Sadalachbia with its neighbouring stars. This is the "Fertile Line". Sadalsuud and Sadalmelik form the bottom of the "Fertile Trapezium". The top consists of two stars of the constellation Pegasus. The star to the right is of second magnitude, this is the brightest Pegasus star Enif. The star to the left is Sadalbaham, a third magnitude star.

Enif, meaning "Nose (of the Horse)", is a Red Giant star 700 lightyears away, and Sadalbaham meaning "lucky stars of the young beasts". It is a white star almost 100 lightyears away. Enif can also be found with the help of the Summer Triangle: mirroring the swooping Eagle Vega at the line Deneb (the principal star of the Swan) and the flying Eagle Altair, leads the gaze to Enif. The Summer Triangle and Enif form a parallelogram.

Using the "Fertile Trapezium" by tracing from Sadalmelik to Sadalbaham and then veering right leads to Enif. When veering left, however, it leads to another third magnitude star called Sadalhomam, which is a bluish star 200 lightyears away. Carrying on as far again leads to the principal star of the Pegasus, Markab, which is as bright as Enif. Markab is a bluish star at a distance of almost 150 lightyears. Sadalhomam means "lucky star of the high minded" and the principal star Markab means "Shoulder (of the Horse)".

With the help of the Summer Triangle a further star of Pegasus can be found: mirroring the swooping Eagle Vega perpendicular at the line Deneb - Altair, (i.e. next to Deneb), the second magnitude star Scheat is seen. Scheat meaning "Leg (of the Horse)" is a Red Giant star 200 lightyears away, and is as bright as Enif and Markab. It is located within a small regular triangle, where the right corner is composed of 2 stars.

The star at the top of this triangle is Sadmatar whilst the inner and brighter star of the right corner is Sadalbari. Both are of third magnitude. Sadmatar means "lucky star of rain" and is a yellow star like our sun at a distance of more than 200 lightyears. Sadalbari means "lucky star of the splendid one" and is a Red Giant star more than 100 lightyears away. In the Arabian tradition, both stars at the right edge form the group Sadalbari.

This Nakshatra is formed by the principal Pegasus star Markab and Scheat.

Following four times further along the line from Scheat to both Sadalbari stars also leads to the brightest Pegasus star Enif.

Its Lord is Guru represented by Jupiter, its symbols are swords, two front legs of a funeral cot and a man with two faces and its Deity is Ajikapada, an ancient fire dragon.

7.4 Uttara Bhadrapadi: Autumn Quadrangle

The next Nakshatra of the autumn is Uttara Bhadrapada. This means "the second of the blessed feet".

This Nakshatra consists of the stars Algenib and Sirrah, which form a quadrangle together with the stars Markab and Scheat of the last Nakshatra Bhadrapadi. This quadrangle is called the "Autumn Quadrangle". Sirrah at the northern corner is a second magnitude star, it is a white star 100 lightyears away, Algenib an almost second magnitude star is a bluish star at a distance of almost 500 lightyears.

Sirrah is the principal star of the Andromeda and means "Navel (of the Steed)", which refers to the Horse Pegasus, Algenib belongs to Pegasus and means "the Flank (of the Horse)".

Going down the right side of the Autumn Quadrangle three times its height to the south leads to the first magnitude star Fomalhaut, which is the principal star of the constellation Southern Fish. Going down the left side of the Autumn Quadrangle twice its height to the south leads to the brightest star Deneb Kaitos of the constellation Cetus. Cetus is a sea monster in Greek mythology and was supposed to eat Princess Andromeda, who then was saved by the hero Perseus.

Fomalhaut is a white star 25 lightyears away and means "Mouth of the (Southern) Fish". Deneb Kaitos is a second magnitude star, a Red Giant star almost 100 lightyears away and means "Tail of the Beast".

The Lord of Uttara Bhadrapada is Shani represented by Saturn, its symbols are twins, the back legs of a funeral cot and a snake in the water, its Deity is Ahir Budhyana, a serpent or dragon of the deep.

7.5 Revati: Pisces

Last autumn Nakshatra: Revathi
The next Nakshatra of the autumn is Revati. This means "prosperous".

The Autumn Quadrangle can be imagined as a house lying on its side with a roof almost double the height of the house itself, i.e. the quadrangle. In this visualization, the bottom of this house is formed by the Nakshatra Purva Bhadrapada, consisting of the stars Markab and Scheat. The upper edge of this house is formed by the Nakshatra Uttara Bhadrapada consisting of the stars Algenib and Sirrah.

The star at the roof of this house is a bright as Sirrah: this is Hamal, the principal star of Aries, the Ram. A little south of it in the direction of Algenib is Sheratan, a star as bright as Algenib. Hamal originates from ras-al-hamal meaning "the Head of the Ram" and Sheratan means "The two Signs (Pisces and Aries)". Hamal is a Red Giant Star 75 lightyears away and Sheratan is a white star at a distance of 60 lightyears.

Going from Hamal to Sheratan and then three times further leads to the almost third magnitude star Alpherg, the brightest star of Pisces. Alpherg means "Horse", a reference to nearby Pegasus, and is a yellow star like our sun at a distance of nearly 300 lightyears. Alpherg also is found by following the line from Markab to Algenib the same distance again.

This Nakshatra consists of a star of only 5th magnitude which is in the area reached by continuing from Hamal and Sheratan to Alpherg and then the same distance beyond and a little to the southeast. The Lord of Revati is Budha represented by Mercury, its Symbol is a fish or a pair of fish and a drum and its Deity is Pushan, the nourisher or the protective deity.

7.6 Ashvini: Aries

The next Nakshatra of the autumn is Ashvini. This means "wife of the Ashvins".

This Nakshatra consists of the star Sheratan and its neighbouring star, both in Aries. They are the stars right of its principal star Hamal.

The Lord of Ashvini is Ketu, represented by the South lunar node, its Symbol is a Horse's head and its Deities are Ashvins, the horse-headed twins who are physicians to the gods.

7.7 Bharani: the Northern Fly

The next Nakshatra of the autumn is Bharani. This means "the bearer".

Moving across Aries the other way from Alpherg, i.e. from Sheratan to Hamal and then three times further, leads to the almost third magnitude star Bharani, a little to the south. Bharani used to be the principal star of the constellation "Northern Fly" or "Northern Bee", which nowadays belongs to Aries as well. Bharani is a bluish star 160 lightyears away. This Nakshatra is formed by Bharani and its neighbouring stars.

The Lord of Bharani is Shukra, represented by Venus, its Symbol is Yoni, the female organ of reproduction and its Deity is Yama, the god of Death or Dharma.

7.8 Krittika, the famous Pleiades

The famous Pleiades, a group of 6 stars of 4th magnitude or brighter closely located together, are easily visible southeast of the Nakshatra Bharani. In the Nakshatra they have been called Krittika, which is an old name for the Pleiades; they are personified as the nurses of Karttikeya, the son of Shiva and Parvati.

Their Lord is Surya, representing the Sun, their symbol is a knife or spear and their Deity is Agni, the god of fire.

The Pleiades are a young star cluster of only 125 million years of age at a distance of nearly 400 lightyears. It looks like a sauce pan with a handle where the handle touches the pan at its brightest star. That is Alcyone, a star of nearly 2nd magnitude; it is the third brigtest star in the constellation of Taurus. Alcyone is, like all stars of the Pleiades, a very hot bluish star.

The second brigtest star of the Pleiades is the star Atlas at the end of the handle. Thus Atlas and Alcyone form the handle of the pan. Continuing along the line is Maia, following the pan around is Elektra and then Merope. Above Maia the star Taygeta can be seen. Besides Merope and Taygeta all of them are nearly of 3rd magnitude.

7.9 Rohini, the main Taurus star Aldebaran

Hyades
Following the belt of the famous Orion to the north the main star of Taurus can be seen. Its Indian name is Rohini which means "the red one", also known as brahmi. Aldebaran is a bright red giant star of nearly 0th magnitude, a distance of 70 lightyears away. Its arab name means "the follower (of the Pleiades)", since Aldebaran is the next lunar mansion rising after the Pleiades.

Its Lord is Chandra, representing the Moon, its symbol is a cart or chariot, a temple and a banyan tree and its Deity is Brahma or Prajapati, the Creator.

Aldebaran seems to be located within a group of a star cluster which is called the Hyades about 150 lightyears away. Thus Aldebaran is a foreground star not belonging to this star cluster. The main stars of the cluster and Aldebaran look like a "V" with stars at the top, middle and the bottom of the "V", where the middle of the left fork consists of 2 stars. All these main stars of the cluster appear in the 3rd or nearly 3rd magnitude. Only the second brightest of them, on the other side of Aldebaran, has a name, "Ain", the eye of the bull. The brightest star of the cluster is the outer star located in the middle of the left fork. When going from the middle right star of the Hyades to Ain, a further star of the Hyades is seen of the same brightness as the Pleiades star Taygeta, and a further star of nearly the same magnitude is seen when going from the brightest cluster star in the middle left to the star at the bottom, at a quarter of the distance, a little outside. All of these stars are yellow stars like our sun.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.


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