Sternenhimmel im Dezember 2017


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik. Da es nun morgens noch lange dunkel ist, wird in der Unterrubrik 2.9 der Morgenhimmel vor Sonnenaufgang beschrieben.

Der Sternenhimmel ist nach Sonnenuntergang, der schon vor 17 Uhr erfolgt, noch herbstlich , doch bis 22 Uhr werden rechtzeitig zu Weihnachten all' die prachtvollen Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen die Himmelesbühne betreten. Das Sommerdreieck mit der hellen Wega, Atair und Deneb ist schon weit nach Westen weitergezogen, hoch über uns kann man das Herbstviereck, die Andromeda und den Widder,den Perseus und die helle Capella sehen. Mit Aldebaran im Stier hat ein weiterer Stern den bevorstehenden Winter ,bereits angekündigt und im Osten sieht man ab 21 Uhr den Orion mit den beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel und ab 22 Uhr zuerst Procyon, den Boten des Sirius, und kurze Zeit später den hellen Sirius selber.



Sternenhimmel um ca. 20 Uhr im Dezember. Hier ist der südliche Ausschnitt
des Himmels dargestellt der sich über den Zenit hinaus (grünes Kreuz) erstreckt



Der Große Wagen ist unter dem Polarstern hindurch gezogen, während die W-förmige Cassiopeia fast im Zenit hoch über uns beinahe auf dem Kopf steht und als einfacher Wegweiser in die Herbststernbilder und zur Capella verwendet werden kann.

In der 6. Rubrik und 7. Rubrik wird für die englisch-sprachige Leserschaft in englischer Sprache die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 4. Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6. Rubrik umfasst die Nakshatra der späten Sommer- und ersten Herbststernbilder und die 7. Rubrik die Nakshatra der späten Herbst- und ersten Wintersternbilder.

Am Morgenhimmel kann man hoch im Süden den
Mars bewundern, der den Jupiter im Osten verfolgt, aber erst im neuen Jahr einholen wird.

Neues aus der Wissenschaft

Entdeckung des ersten interstellaren Planetoiden

Mitte Oktober wurde ein Planetoid entdeckt, dessen Bahn fast senkrecht zur Planetenebene unseres Sonnensystems verläuft und der deswegen zunächst für einen Kometen gehalten wurde. Da der Planetoid keinerlei kometare Aktivitäten zeigte wurde rasch klar, dass es sich um einen kleinen Planetoiden mit weniger als einem halben Kilometer Durchmesser handelt. Seine Umlaufbahn zeigt, dass er nicht aus unserem Sonnensystem kommen kann und dass er nach seiner Sonnenpassage das Sonnensystem wieder verlassen wird. Der neue Planetoid heißt 'Oumuamua, das bedeutet "derjenige, der uns zuerst erreicht hat". Für solche Himmelskörper wurde von der Internationalen Astronomischen Union eine neue Kategorie Himmelskörper für interstellare Planetoiden eingeführt.

Aufgrund der Bahndaten kann mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass 'Oumuamua aus einer möglichen "Oort'schen-Wolke" des unserer Sonne benachbarten Alpha-Centauri-Systems kommt, welche sich, falls es eine solche gibt, mit derjenigen des Sonnensystems überlappen würde. Ebenso konnte ausgeschlossen werden, dass 'Oumuamua von einem der Sternsysteme oder Braunen Zwerg-Systeme näher als 11 Lichtjahre kommt. Betrachtet man indes die Verteilung der Geschwindigkeiten der sonnennahen Sterne bis etwa 80 Lichtjahre, so fügt sich sein Geschwindigkeitsprofil gut in die durchschnittlichen Geschwindigkeitsprofile dieser Sterne ein.

Man kennt auch einige Kometen, die unser Sonnensystem verlassen werden, wie beispielsweise den Kometen C/1980 E1 (Bowell). Er gelangte aus der Oort'schen Wolke unseres Sonnensystems in das Innere unseres Sonnensystems und dabei wurde seine Bahn während seiner nahen Jupiter-Passage so stark abgelenkt und beschleunigt, dass er das Sonnensystem verlassen wird.

Man kann sich fragen, warum nicht öfter solche interstellaren Planetoiden entdeckt werden. Das Problem ist, dass sie nicht besonders groß sind und somit nur dann entdeckt werden können, wenn sie nahe an der Erde und nahe an der Sonne vorbeiziehen. Weitere solche Planetoiden wird es sicherlich auch geben, jedoch kann man sie mit den heutigen Beobachtungsmöglichkeiten noch nicht entdecken.

Entdeckung eines möglicherweise lebensfreundlichen Planeten im sonnennahen Bereich

Vergangenes Jahr wurde um den sonnennächsten Stern Proxima Centauri ein Gesteinsplaneten entdeckt. Mitte November wurde die Entdeckung eines Planeten um die Rote Zwergsonne Ross 128 bekannt gegeben. Sie ist wie Proxima Centauri eine lichtschwache Rote Zwergsonne, mit 11 Lichtjahren fast dreimal weiter entfernt.

Der neu entdeckte Exoplanet umrundet seinen Mutterstern in fast 10 Tagen und dürfte ungefähr so groß wie unsere Erde sein. Da Ross 128 viel leuchtschwächer als unsere Sonne ist, besteht deswegen die Möglichkeit, dass bei diesem geringen Abstand auf der Oberfläche des neu entdeckten Exoplaneten angenehme Temperaturen herrschen. Im Gegensatz zu Proxima Centauri ist Ross 128 eine Rote Zwergsonne, die weitgehend inaktiv ist, so dass kaum heftige Strahlungsausbrüche zu erwarten sind, die die Oberfläche des Planeten unbewohnbar machen würden.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Große und der Kleine Wagen, die helle Capella sowie die Cassiopeia und zwei Andromedasterne

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen.
Der bekannte Große Wagen besteht aus 7 Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. Er steht am Abend tief im Norden unterhalb des Polarsterns. Diesen findet man, indem man die beiden hinteren Kastensterne des Großen Wagen etwa fünfmal nach rechts oben verlängert. Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden. In der englischen Sprache wird der Große Wagen "Big Dipper" genannt, das heißt "Großer Schöpflöffel".

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zur Cassiopeia, die nun hoch über uns fast im Zenit steht und wie ein großes, beinahe auf dem Kopf stehendes W aussieht; ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von links. Der linke Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Diese drei Sterne weisen wie ein Pfeil, der seine Spitze in der Schedir hat, auf den mittleren Andromedastern Mirach.

Einen weiteren Andromedastern findet man, indem man vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir verlängert; das ist Alamak.



Schräg rechts unter der Capella steht ein rötlicher Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern Aldebaran des Sternbildes Stier. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt", er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren.

Im Dezember kann man die Sterne des Großen und des Kleinen Wagen bei schlechter Sicht indes nicht erkennen. Oftmals sieht man nur einige vereinzelt dastehende Sterne im Norden, die überraschend hell sind und die man nicht zuordnen kann und die heller als die Sterne der Cassiopeia sind. Der hellste von ihnen steht im Norden auf halber Höhe, etwas weniger hell sieht man links von ihm auf gleicher Höhe einen weiteren Stern. Über diesem kann man auch einen gleich hellen Stern erkennen und wenn die Horizontsicht genügend gut ist, kann man unterhalb des rechten Sterns ebenfalls einen gleich hellen Stern erkennen. Bei diesen vier Sternen handelt es sich rechts um die beiden hellsten Sterne des Großen Wagen, oben Dubhe und unten Alioth, die beide beinahe die 1. Größe erreichen, und links um die beiden hellsten Sterne des Kleinen Wagen, oben den Polarstern und unten den Stern Kochab, die beide die 2. Größe erreichen.

Der Große Wagen enthält zwar keinen Stern 1. Größe, dafür aber immerhin drei, die beinahe 1. Größe erreichen. Es sind dies der hintere obere Kastenstern Dubhe und der kastenseitige Deichselstern Alioth sowie der äußere Deichselstern Benetnash, der im Dezember bei schlechter Nordsicht in den Horizontdunst eingetaucht ist. - Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi". Der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär". Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist; und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber". Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern ursprünglich Alkaid-Benetnash, das heißt "Anführer der Klageweiber".

Dubhe ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

Der bekannteste Stern des Großen Wagen ist sein vierthellster Stern, das ist der mittlere Deichselstern
Mizar, der bei schlechter Nordsicht ebenfalls in den Horizontdunst eingetaucht ist. Er erreicht die 2. Größe und bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren. Er ist der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde.

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, das bedeutet "Lende", und der vordere untere Kastenstern heißt Phekda, das bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. Da die Phekda geringfügig weiter entfernt ist als Merak ist sie absolut etwas heller. - Der vordere obere Kastenstern schließlich heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)". Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Ein weiterer äußerst einfach auffindbarer Stern ist bei klaren Sichtbedingungen der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren; auch er gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes. Im Dezember wird man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe nehmen.

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor.. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und die beiden Mizar-Sterne weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Verlängert man die beiden hinteren Kastensterne Merak und Dubhe etwa fünfmal nach rechts oben, so gelangt man zum Polarstern. Auch er erreicht die 2. Größe und steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen. Auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der hellere der beiden erreicht ebenfalls die 2. Größe und heißt Kochab. Der Polarstern ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und Kochab ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren.

Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden. Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab.

Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad, dem schwächeren der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist eta Draconis, der zweihellste Stern des Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Ebenfalls die 2. Größe erreichen die drei hellsten Sterne der Cassiopeia: Ihr Hauptstern Schedir steht an der zweiten Stelle von oben und markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der obere Cassiopeiastern heißt Caph, das bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren.

Der mittlere Andromedastern Mirach ist geringfügig heller, sie ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Schurz". Fast gleich hell ist Alamak, das heißt "Wüstenluchs"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren.

Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Der vierte Cassiopeiastern verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. . - Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad.

Ebenfalls sehr einfach zu finden ist der Stern Cor Caroli, der beinahe die 2. Größe erreicht. Man findet ihn in der zweiten Nachthälfte, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, und er ist der Hauptstern des ansonsten unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel über Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4. Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern und dem "Augenprüfstern" von Alioth sowie dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

2.2 Das Sommerdreieck und das Herbstviereck

Sommerdreieck (orange) mit Achsen-Spiegelung (hellblau) zu Ras Alhague im Schlangenträger

Im Westen sieht man nach Ende der Abenddämmerung das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan , der den Zenit gerade durchschritten hat, und Atair im Adler besteht. Atair ist nach Sonnenuntergang der zweithellste Stern, solange die helle Capella noch in den Horizontdunst eingetaucht ist. Die Wega heißt im englischen Vega und Atair heißt im englischen Altair. Die helle Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Deneb kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch Caph, den rechten oberen Stern der Cassiopeia, ungefähr fünfmal weitergeht und dann etwas nach links abbiegt. - Atair schließlich erreicht beinahe die 0. Größe und ist der zweithellste Stern im Sommerdreieck. Er ist ein naher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist, und bedeutet "fliegender Adler"; er ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen.

Vom Kleinen Wagen kann man mithilfe der kleinen Polarsternregel durch das Sternbild Drache hindurch einfach zur hellen Wega gelangen: in nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, von Kochab über Pherkad, gelangt man bekanntlich zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach rechts, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden, gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann.

Geht man von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu den beiden Botensternen der hellen Wega, Ettanin, den unteren rechten der beiden, und Alwaid. Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleich viel weitergehend zur hellen Wega in der Leier.

Ettanin ist der hellste Stern des Sternbildes Drachen. Er ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese 2. Größe und bedeutet "Seeungeheuer". Man kann ihn daran erkennen, dass rechts unter ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sterne erahnen konnte. Sie stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, und bilden die Drachenkopf-Raute, die rechts oben vom Drachenstern Grumium und links unten vom Herkulesstern iota Herculi ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Ganz in der Nähe steht ein weiterer Herkulesstern 3. Größe, das ist pi Herculi; man findet ihn in eineinhalbfacher Verlängerung von Ettanin über iota Herculi hinaus. Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck.

Das Sternbild des Schwanes manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb nach unten bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega, findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, sehen wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt.)

Geht man von Deneb nach unten in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Der Name Sadir hat denselben Ursprung wie der Cassiopeiastern Schedir. Links und rechts von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern gerade noch sowie beinahe 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist der vierthellste Schwanenstern delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren. - Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Der Adler
Tief im Südwesten kann man Atair im Adler sehen, einen Stern beinahe 0. Größe, der mit der hellen Wega in der Leier und Deneb im Schwan das markante Sommerdreieck bildet. Rechts von Atair steht ein Stern beinahe 2. Größe, das ist Tarazed, ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke". Bei guter Sicht kann man unter Atair auf der anderen Seite wie Tarazed einen Stern beinahe 3. Größe erkennen, das ist Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist. Alshain bedeutet "Falke". Manchmal werden diese drei Sterne mit dem Oriongürtel verwechselt.

Die Übersetzung "Falke" ist sprachwissenschaftlich ein Übersetzungsfehler aus dem Persischen; dort ist die Rede davon, dass der fliegende Adler "an-nasr attair", der durch die drei sehr auffällig in einer Linie stehenden Sterne Alshain, Atair und Tarazed dargestellt wird und aus dessen zweiten Wort sich ja der Sternname Atair gebildet hat, vom Volk "shahin tarazed" genannt werden, und das bedeutet "Wagbalken der Waage". Das zweite Wort tarazed ist dann auf den Sternnamen Tarazed und das erste Wort shahin ist auf den Sternnamen Alshain übergegangen.

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Rechts neben ihm sieht man den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern dritter Größe im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß".

Hoch über uns kann man das Herbstviereck sehen, von dem nach links die Andromedakette und nach rechts die Pegasuskette abzweigt. An seiner Spitze befindet sich ein kleines beinahe gleichseitiges Dreieck, dessen rechte Ecke aus zwei Sternen nebeneinander besteht. Mit Ausnahme des linken Sternes im Herbstviereck gehören alle diese Sterne zum Sternbild des Pegasus.

Der hellste Pegasusstern Enif steht am Ende der Pegasuskette, man findet ihn, indem man die helle Wega etwas schräg in der Mitte an der Achse Deneb - Atair spiegelt. Enif bildet mit dem Sommerdreieck ein Parallelogramm. Von bloßem Auge gleichhell ist Scheat, ihn findet man, wenn man diese Spiegelung senkrecht durchführt, das ist knapp neben Deneb.

Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pegasus)", Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren.

Scheat im kleinen Pegasusdreieck ist der rechte obere Stern des beinahe quadratischen markanten Herbstvierecks. In seiner oberen linken Ecke steht der Hauptstern der Andromeda, das ist die Sirrah, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)", sie ist der hellste Stern in dieser Himmelsregion. Man kann sie auch finden, indem man von der hellen Wega etwa gleichweit über Deneb im Schwan verlängert und dann etwas nach rechts geht. In der rechten unteren Ecke des Herbstvierecks steht der Hauptstern des Pegasus, das ist Markab. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". An der linken unteren Ecke des Herbstvierecks schließlich steht ein Stern beinahe 2. Größe, das ist der Pegasusstern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Manchmal wird auch der Perseusstern Mirfak mit dem Namen Algenib bezeichnet.

Scheat befindet sich in einem fast gleichseitigen Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Er steht an der linken Ecke dieses kleinen Dreiecks und Sadmatar, ein wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren, steht an seiner Spitze. Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens". Auch der linke obere Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Diese Sterne bilden das Pegasusdreieck.

Verlängert man die untere Dreieckslinie von Scheat über die Ecke, in der Sadalbari und lamda Pegasi stehen, hinaus viermal, so gelangt man ebenfalls zum hellsten Pegasusstern Enif.

Der Hauptstern Markab ist der dritthellste Pegasusstern, Algenib am unteren Ende des Herbstvierecks der vierthellste und Sadmatar an der Spitze des kleinen Dreiecks der fünfthellste Pegasusstern.

Die Pegasuskette erstreckt sich von Markab zu Enif und die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet "Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Geht man in der Pegasuskette vom Markab zum ersten Kettenglied Sadalhomam, so trifft man nach drei Vierteln des Weges etwas oberhalb auf den Stern xi Pegasi; dieser ist ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von gut 50 Lichtjahren. Er ist der Sadal-Partnerstern von Sadalhomam.

Bei guten Sichtbedingungen oder im Feldstecher kann man weitere Sadal-Partnersterne ebenfalls sehr einfach finden, weil sie so nahe beim hellsten Stern ihrer Sadalgruppe stehen; es sind dies die Nachbarsterne von Sadmatar und Sadalbaham. Beide erreichen beinahe die 4. Größe.

Nue Pegasi neben Sadalbaham findet man, wenn man die Pegasuskette von Markab über beide Sadalhomam-Sterne und Sadalbaham noch ein bisschen geradeaus weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 260 Lichtjahren. Parallel zur Linie Scheat, Sadalbari und lamda Pegasi findet man neben Sadmatar etwas unterhalb den Stern omicron Pegasi, einen weißlichen Stern, der gut 300 Lichtjahre von uns entfernt ist.

Verlängert man im Herbstviereck die Kante von Scheat über Markab rund dreimal nach Süden, so kann man dort bei guter Sicht den in unseren Breiten südlichsten Stern 1. Größe bewundern, das ist die Fomalhaut im Sternbild des Südlichen Fisches. Fomalhaut heißt "Mund des (Wal-)Fisches" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 25 Lichtjahren, das ist etwas näher als die Wega.

Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf einen Stern beinahe 3. Größe, das ist der Wassermannstern Hydor, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat an der Spitze vom Herbstviereck. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Verlängert man den linken Schenkel des Herbstviereckes von der Sirrah über Algenib zwei mal nach unten, so gelangt man zu einem hellen Stern 2. Größe, das ist Deneb Kaitos, der hellste Stern im Sternbild des Walfisches, welcher ja nach der Mythologie die Andromeda hatte fressen sollen. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

2.3 Der Fuhrmann, der Stier und die ersten Orionsterne

Das nördlichste Sternbild der nun unmittelbar vor ihrem Aufgang stehenden bekannten Wintersternbilder ist schon im Herbst zu sehen, das ist der Fuhrmann, das Sternbild der hellen Capella, die 0. Größe hell ist und zur Zeit der hellste Fixstern am Abendhimmel ist.

Zunächst gelangt man in Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", zu einem Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirfak, der Hauptstern des Perseus, und die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch führt zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet ebenfalls "Zicklein". Man kann die Capella auch finden, wenn man die beiden oberen Kastensterne des Großen Wagen rund viermal nach rechts oben verlängert.

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht und der dritthellste Stern des Stieres ist. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes Stier. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V", das wie ein Größer-Zeichen aussieht; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

Im Sternbild des Fuhrmannes befindet sich in der Umgebung von der Capella eine ganze Ziegenfamilie. Diese bildet ein Dreieck, das bei der Capella einen sehr hellen Stern hat und an dessen rechter oberer Ecke der Ziegenpapa Almaaz steht, ein Stern dritter Größe. Er ist der fünfthellste Fuhrmannstern. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. - Die rechte untere Ecke dieses Dreiecks besteht aus zwei Sternen nebeneinander: das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere- Hoedus II ist der sechsthellste Fuhrmannstern, ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern, und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Hoedus II ist fast gleichhell wie Almaaz, Hoedus I mit beinahe 3. Größe etwas weniger hell. - Auf den alten Sternbild-Darstellungen sind unter der Ziegenmutter Capella die beiden Ziegenkinder ebenfalls abgebildet.

Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Rechts über und links unter ihm stehen je ein Stern dritter Größe und bilden mit Mirfak den Perseusbogen. Gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren. - Der zweithellste Perseusstern Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak, er ist ein sehr bekannter veränderlicher Stern. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Geht man von gamma Persei über Mirfak an delta Persei vorbei doppelt soviel weiter, so gelangt man zu epsilon Persei, der gleich hell wie gamma und delta Persei ist. Er bildet mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Epsilon Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt"; sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Auch Menkalinan gehört zum Bärenstrom und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Geht man von der hellen Capella schräg nach rechts, so kann man dort einen Stern erkennen, der die erste Größe nur ganz knapp verfehlt. Das ist zweithellste Stierstern El Nath, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. El Nath bedeutet "Horn (des Stieres)".

In alten Sternbild-Darstellungen wird El Nath oft dem Fuhrmann zugerechnet. Auch die übrigen Sterne des Fuhrmann sind auffällige Sterne. So erreicht auch der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan beinahe die erste Größe und zwei weitere Fuhrmannsterne erreichen beinahe 2. Größe, so dass der Fuhrmann ebenso wie der Orion, der Skorpion, der Große Wagen, der Große Hund, das Kreuz des Südens und der Löwe zu den figürlichsten Sternbildern überhaupt gehört.

Zwar bildet das Sternbild des Fuhrmann ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, das Auge fügt aber unwillkürlich noch den Stern El Nath hinzu, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen. Die Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmann-Sechseckes.

Zwei weitere Ecken des Fuhrmannes werden somit von den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I, die zusammen die zweite Ecke des Fuhrmannes bilden, sowie vom zweithellsten Fuhrmannstern Menkalinan gebildet. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmannes werden vom dritthellsten Fuhrmannstern Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und vom vierthellsten Fuhrmannstern Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus, der etwas hellere der beiden, ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Der Ziegenpapa Almaaz befindet sich in einer zusätzlichen 7. Ecke zwischen der hellen Capella und den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I. - Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Man kann ihn auch finden, indem man von Hoedus II über die Capella dreimal weitergeht. Man kann auch von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Sternbild des Stiers
El Nath wurde bereits vorgestellt, er steht etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt und ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, ein Stern beinahe die 1. Größe. El Nath markiert das obere Horn des Stieres, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)". Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri unterhalb von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Das Dreieck von Aldebaran und der Hyaden zeigt auf den Stern lamda Tauri, einen Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Doppelt so weit entfernt gelangt man an der Sternbildgrenze zum Walfisch zu omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren. - Zwei der Hyadensterne erreichen ebenfalls gerade noch die 3. Größe, die übrigen drei hellen Hyadensterne sowie der zweit-, dritt- und vierthellste Plejadenstern erreichen beinahe die 3. Größe.

Bei guter Sicht sieht der Stier wie eine Stimmgabel aus, deren Stiel bei omicron Tauri beginnt und deren Stimmgabelzinken sich bei den Hyaden aufspalten und in den beiden Stierhörner münden.

Auch die ersten Sterne des Orion sind schon aufgegangen: tief im Südosten stehen zwei Sterne nebeneinander, das sind die Bellatrix, ein Stern beinahe 1. Größe auf der linken Seite, und pi(3) Orionis, ein Stern 3. Größe auf der rechten Seite unter den Hyaden.

Die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren und bedeutet "Kriegerin", pi(3) Orionis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit.

Ab 19 Uhr kann man bei guter Horizontsicht links unterhalb der beiden auch einen rötlichen Stern erkennen, das ist der sehr bekannte Stern Beteigeuze, ein Roter Riese 0. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren. Beteigeuze bedeutet "Schulter des Riesen". Nun kann man auch den Stern Heka erkennen, der sich in der Mitte rechts oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix befindet. Heka bedeutet "der Mähnenzopf" und ist ein Stern gerade noch 3. Größe. In Wirklichkeit ist sie ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Manchmal wird Heka auch mit "Weißer Fleck" übersetzt.

Geht man ab 21 Uhr von der Capella nach Südosten, so kann man über dem Horizont den vollständig aufgegangenen sehr bekannten Orion bewundern. Der Orion besteht aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen. Die Beteigeuze ist der untere und hellere Schulterstern, die Bellatrix ist der obere Schulterstern. Der obere Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Nach seinem Aufgang scheint der Orion am Himmel zu liegen und so schräg auf der Seite liegend kann man gut verstehen, dass manche Kulturen in ihm einen großen Schmetterling sehen. - Rigel ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren.

2.4 Die Andromeda,der Kepheus und der Widder

Das schöne Sternbild der Andromedamutter Cassiopeia eignet sich sehr schön als Wegweiser in die Andromeda, den Perseus und den Fuhrmann. Die Sirrah, den Hauptstern der Andromeda in der oberen linken Ecke des Herbstvierecks, kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, finden. Mit Hilfe der Cassiopeia kann man auch die übrigen Andromedasterne erkennen: deutet man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze, so weist diese auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3.Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. - Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Verlängert man die Andromedakette nach links, so gelangt man bei guter Nordostsicht zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", finden; er ein Stern beinahe 1. Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. - Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann.

Den Stern Deneb im Schwan kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch den rechten oberen Stern Caph der Cassiopeia.

Schließlich findet man den Hauptstern Alderamin des Kepheus, indem man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weitergeht. Er ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren und bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

So findet man den Andromedanebel
Der berühmte Andromedanebel ist sehr einfach zu finden: etwas oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern gerade noch 4. Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5. Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zum zweithellsten Perseusstern Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders kann man mit Hilfe der Cassiopeia und der Andromeda ebenfalls sehr einfach finden: von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man rechts unterhalb der Andromedakette zwei Sterne sehen; diese stehen im Widder. Der linke Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der Stern rechts neben ihm erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan geringfügig weitergehend sieht man nach unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes.

Stellt man sich das Herbstviereck als Haus vor, bei dem der Boden durch die Sterne Scheat und Markab gebildet wird und die obere Hauskante durch die Sirrah und Algenib, so befinden sich Hamal und Sheratan an der Dachspitze, die etwa eineinhalb mal höher ist als die Haushöhe, die Länge einer Kante des Herbstvierecks.

Der Kepheus
Über der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit fast auf dem Kopf steht. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden rechten Cassiopeiasterne Schedir nach rechts über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke über Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg links oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit derer Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar links neben Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim, ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also links oberhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim neben Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten dann etwas schmaler ist.

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen kann man bei Caph, Schedir und Cih auch noch den Stern kappa Cassiopeiae erkennen, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet, bei dem er in der gegenüberliegenden Ecke der Schedir steht. Kappa Cassiopeiae ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 4000 Lichtjahren. Wenn man das Cassiopeia-Viereck der drei hellsten Cassiopeiae-Sterne mit kappa Cassiopeiae betrachtet, so bildet Ruchbar einen Stiel dazu.

Seien nun noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Andromeda und des Pegasus vorgestellt: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. - Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Die Sterne 51 Andromedae und mue Andromedae wurden bereits vorgestellt. Somit haben wir auch schon fast alle Zutaten der weniger bekannten zweiten Andromedakette beisammen: diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern oberhalb vom vierhellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

2.5 Die zweite Perseuslinie und weitere Herbststerne

Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak und ist der zweithellste Stern des Perseus. Bereits im Altertum wusste man, dass er seine Helligkeit verändert. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit. Der dritt- und vierthellste Perseusstern, die von bloßem Auge gleichhell wie die beiden Bogensterne gamma und delta Persei sind, befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach unten abbiegt. Der erste Stern dieser Linie wurde schon vorgestellt, das ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei.

Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Allerdings hat Menkib diesen Namen irrtümlich erhalten, denn aus der Tradition der Plejadenbüste wurde der Stern xi Persei, ein Stern 4. Größe, der zwischen epsilon Persei und dem Stern Menkib, etwas außerhalb steht, mit dem Namen Menkib bezeichnet und bedeutet entsprechend "Schulter (der Plejadenbüste)". Xi Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 1800 Lichtjahren.

Rechtwinklig neben Menkib befindet sich am unteren Ende der zweiten Perseuskette der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand 1500 Lichtjahre. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)". Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches, der in der Plejadenbüste verstümmelten Hand. Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)" und erreicht gerade noch die 2. Größe, er ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese.

Den Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem rechten Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem rechten Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda kann man auch noch das kleine Sternbild des Dreiecks sehen, dessen hellster Stern immerhin dritte Größe erreicht. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3. Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter ihm, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Rechts neben dem Widder findet man den östlichen Teil der Fische: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Biegt man von hier senkrecht nach unten ab, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", sie ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren, und Alpherg bedeutet "Pferd", was sich auf den in der Nähe stehenden Pegasus bezieht. Alpherg ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Alpherg findet man auch, indem man im Herbstviereck die rechte untere Kante von Markab über Algenib gleichviel weitergeht.

Verlängert man von den beiden beieinander stehenden Sternen im kleinen Pegasusdreieck, von Sadalbari und lamda Pegasi, über Markab hinaus rund gleichviel, so gelangt man zum zweithellsten Fischestern gamma Piscium, einem wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 130 Lichtjahren.

Verlängert man Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links, also in die andere Richtung als zum hellsten Fischestern Alpherg, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet. Nochmals gleichviel weitergehend gelangt man etwas südlich zu den Plejaden.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bilde ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist, und gehe entlang des freien Astes zum dritten Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Der hellste Walfischstern Deneb Kaitos ist Ausgangspunkt einer nach Osten weisenden länglichen Deichsel, deren weitere Sterne Deneb Algenubi und theta Ceti sind und die auf den Walfischstern Baten Kaitos weist. Theta Ceti ist von bloßem Auge gleichhell wie der hellste Fischestern Alpherg und Baten Kaitos ist gleichhell wie der hellste Stern gamma Piscium vom westlichen Fisch.

Biegt man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten ab, so gelangt man in gut doppeltem Abstand zum sonnennahen Stern tau Ceti. - Der Stern Shemali, den man auf dem dem Weg von der Sirrah und Algenib kommend rund ein Drittel zuvor, etwas nach Westen ausgerückt, sieht, bildet mit Deneb Kaitos und Deneb Algenubi ein beinahe gleichseitiges Dreieck.

Der Stern Kaffaljidhm befindet sich im Menkar-Parallelogramm. Manche Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um Menkar. Kaffaljidhm steht etwas östlich von Menkar und erreicht gerade noch 3. Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Deneb Algenubi heißt "südliche Schwanz(flosse)", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Auch die Sterne Shemali, theta Ceti und Baten Kaitos sind Rote Riesen, Shemali im Abstand von knapp 300 Lichtjahren, theta Ceti im Abstand von knapp 120 Lichtjahren und Baten Kaitos rund doppelt so weit entfernt. Baten Kaitos heißt "Bauch des Meerungeheuers".

Tau Ceti ist ein sonnennaher gelber Stern im Abstand von knapp 12 Lichtjahren.

Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternhimmel hat, kann einmal versuchen, Aldebaran vom östlichen und helleren Fisch und vom Walfisch ausgehend zu finden: wenn man in der Andromeda von der Sirrah zur Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt, so gelangt man zunächst zu Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha, dem Hauptstern des Sternbildes der Fische. Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und der Alresha auch omicron Piscium, einen Stern 4. Größe, erkennen. Geht man die Linie Alpherg, omicron Piscium und Alresha gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu einem Stern, der derzeit nur die 8. Größe erreicht und nicht gesehen werden kann; das ist der bekannte veränderliche Stern Mira im Walfisch.

Omicron Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von 260 Lichtjahren.

Biegt man bei guter Horizontsicht im Südosten von der Linie Alpherg, omicron Piscium, Alresha herkommend bei der Mira rechtwinklig nach links ab, so sieht man in eineinhalbfacher Entfernung Alresha - Mira den Hauptstern Menkar des Walfisches. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Geht man von ihm wieder in Richtung Alresha, so folgt nach einem Viertel Abstand, etwas unterhalb, der Stern, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird.

Geht man auf der Linie von Baten Kaitos, auf den die Deneb Kaitos-Deichsel weist, über die Mira und Menkar gleichviel weiter, so gelangt man von rechts unten in das Sternbild des Stieres: zunächst erreicht man an der Sternbildgrenze omicron Tauri, dann folgt gleichviel weiter der Stern lamda Tauri, ein Stern gerade noch 3. Größe, auf den die Hyaden wie ein Pfeil weisen. Nochmals gleichviel weiter gelangt man dann zu Aldebaran, dem Hauptstern des Stieres.

2.6 Der Steinbock und der Wassermann sowie die Glückssterne der fruchtbaren Jahreszeit

Geht man von Atair und seinen beiden Falken Tarazed und Alshain über theta Aquilae weiter, so folgen nach Ende der Abenddämmerung etwa in doppeltem Abstand etwas nach rechts versetzt zwei Sterne 3. Größe nebeneinander, die zum Sternbild des Steinbockes gehören und die die Mondstation Sadaldabih bilden. Der rechte ist Algiedi und der linke heißt Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren.

Rechtwinklig von der Algiedi und Sadaldabih gelangt man von der Algiedi nach links oben gehend zu einem weiterem Stern, das ist der Stern Sadalbali im Wassermann, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Der Name Sadalbali kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln. Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man bei guten Sichtbedingungen ganz einfach zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist der Stern mue Aquarii, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Auch er ist ein einfach auffindbarer Sadal-Partenerstern, weil er so nah beim hellsten Stern seiner Sadalgruppe steht.

Geht man von der Algiedi über Sadalbali und mue Aquarii gut gleichviel weiter, so gelangt man zum hellsten Wassermannstern Sadalsuud, das bedeutet "Glück des Glückes"; er ist etwas heller als die 3. Größe und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren.

Wer gute Augen hat kann westlich von Algiedi einen weiteren Stern 4. Größe sehen; diese beiden sehen zwar wie ein Doppelstern aus, doch ist der Partnerstern, ebenfalls ein gelber Stern wie unsere Sonne, über zehnmal weiter entfernt. Vorsicht, dass man ihn von bloßem Auge nicht mit dem Stern nue Capricorni verwechselt, der auf der anderen Seite der Algiedi etwas weiter entfernt steht und deswegen bei genügend guter Sehkraft viel einfacher erkennbar ist. Nue Capricorni ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 270 Lichtjahren. Er wurde früher Alshat genannt, das kommt von as-sat und ist das Schaf, das der Schlachter der Glückssterngruppe Sadaldabih bei sich hat.

Zu den südlichen Teilen des Steinbockes gelangt man am einfachsten, indem man die Linie von Atair und seinen beiden Falken ausgehend über theta Aquilae, Algiedi und Sadaldabih nochmals gleichviel weiter nach links unten verlängert, so kann man bei guter Südwestsicht nochmals zwei Sterne 4. Größe in diesem Abstand voneinander sehen; der obere rechte ist psi Capricorni und der untere linke omega Capricorni. Psi Capricorni ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren und omega Capricorni ein Roter Riese im Abstand von knapp 250 Lichtjahren. Die ersten 4 Sterne dieser Linie gehören zum Sternbild des Adlers, die nächsten vier Sterne gehören zum Sternbild des Steinbockes. Am linken unteren Ende des Steinbockes kann man wieder rechtwinklig nach links oben abknicken und gelangt nach derselben Distanz zu zwei benachbarten Sternen 3. und beinahe 3. Größe; der linke und hellere heißt Deneb Algedi, das bedeutet "Schwanz des Geißbocks"; er ist der hellste Stern des Sternbildes, ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren. 1846 wurde in seiner Nähe der Planet Neptun entdeckt. Der rechte Stern heißt Sadnashira und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Sadnashira ist der vierthellste Steinbockstern und bedeutet "die, welche gute Nachricht bringt"; sie ist von bloßem Auge gleich hell wie der oberste Steinbockstern Algiedi.

Oberhalb von Deneb Algedi und Sadnarisha befindet sich der hellste Wassermannstern Sadalsuud, der bereits vorgestellt wurde. Spiegelt man ihn an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira, so gelangt man zu zeta Capricorni. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

Das Sternbild des Steinbockes hat übrigens auch einen vermutlich aber moderneren volkstümlichen Namen, aufgrund seiner Form wird es als "das Lächeln des Himmels" bezeichnet.

Vor dem Ende der Abenddämmerung kann man zu Monatsbeginn auch noch den zweithellsten Schützenstern Nunki erkennen, der 2. Größe erreicht und der der hellste Stern in diesem Himmelsareal ist, indem man den Weg vom Adler in den Steinbock beschreitet und bei den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih senkrecht nach rechts unten etwa gleichweit abbiegt, und etwas oberhalb von Nunki, in Richtung des Adlersternes Atair, steht der Stern Albalda, der die zweite Größe nur knapp verfehlt.

Nunki bedeutet "göttlicher Ort der Erde" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 220 Lichtjahren und die Albalda links oberhalb in Richtung Atair bedeutet "der Platz, die Gegend"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren.

Der Wassermann folgt im Jahreskreis nach dem Steinbock und seine beiden hellsten Sterne Sadalsuud und Sadalmelik erreichen knapp noch beinahe die 2. Größe. Sie stehen südöstlich der Pegasuskette und bilden mit deren beiden östlichen Sternen Sadalbaham und Enif das Glücksstern-Trapez.

Trotz zweier sehr einfacher Einstiege in dieses Sternbild erschwert seine südliche Lage die Auffindbarkeit seiner Sterne. Bei guter Südsicht indes bietet der Wassermann eine sehr schöne Möglichkeit, um ausgehend vom zweithellsten Schützenstern Nunki und die nördlichen Steinbocksterne vom Süden in den Pegasus zu gelangen.

Beobachtungsmäßig indes ist der Wassermann, der im Wesentlichen aus zwei zueinander senkrecht stehenden Sternenketten besteht, wenig figürlich und enthält auch keine sonderlich hellen Sterne. Zusätzlich zu den beiden Sternenketten befinden sich einige schwächere Sterngruppen um die zweite Sternenkette gewunden und markieren den Wasserstrom, den der Wassermann ausgießt.

Um den Wassermann beobachten zu können, benötigt man sehr gute atmosphärische Sichtbedingungen, keinerlei Lichtverschmutzung einer Stadt sowie freie Horizontsicht im Süden.

Einstieg in den Wassermann vom Adler
Zwei einfache Einstiege in den Wassermann erfolgen über die Adler-Steinbock-Linie und die Pegasuskette: verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken über den vierthellsten Adlerstern theta Aquilae nach links unten, so gelangt man zu den beiden Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih. Rechtwinklig von der Algiedi nach links oben gehend gelangt man bei Sadalbali und mue Aquarii in den Wassermann. Sie stehen am Anfang der oberen Wassermannlinie.

Ein weiterer einfacher Einstieg in den Wassermann erfolgt über die Pegasuskette, die sich von Markab zu Enif erstreckt. Ihre beiden mittleren Sterne sind unterhalb von Markab der Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts, der Stern Sadalbaham. Von hier, also dem Stern Sadalbaham gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren.

Nun sind wir mitten in der oberen Wassermannlinie: geht man von Sadalmelik nach rechts in Richtung Sadalbali, so gelangt man auf halbem Wege zum hellsten Stern des Sternbildes, das ist Sadalsuud, der ebenfalls 3. Größe erreicht und gleichhell wie Sadalmelik ist. Sadalsuud heißt "Glücksstern des Glückes" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren.

In der anderen Richtung steht schräg links unterhalb von Sadalmelik der Stern Sadalachbia am Ende der oberen Wassermannlinie, das heißt "Glücksstern der Zelte"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Oftmals wird dieser Name zu "Sadachbia" verkürzt. Gleich links steht etwas oberhalb der Stern zeta Aquarii, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht, er ist ein Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von 250 Lichtjahren.

Diese Sterngruppe wird von einem Stern 4. Größe und einem weiteren Stern beinahe 4. Größe vervollständigt, so dass die Sterngruppe Sadalachbia wie ein etwas schiefer Mercedesstern angeordnet ist. Eta Aquarii, der hellere der beiden, steht auf der anderen Seite als Sadalachbia, und pi Aquarii befindet sich etwas oberhalb in Richtung Pegasus. Beide sind blauweißliche Sterne, eta Aquarii im Abstand von gut 180 Lichtjahren und pi Aquarii im Abstand von 1100 Lichtjahren.

Eine Möglichkeit, von Süden herkommend in die Herbststernbilder zu gelangen, ergibt sich aus der "Glückssternlinie", die beim zweithellsten Schützenstern Nunki beginnt und über die Steinbocksterne Algiedi und Sadaldabih, die man einfach über die Adler-Steinbock-Linie finden kann, zu den Wassermannsternen Sadalbali, Sadalsuud, Sadalmelik und Sadalachbia führt. Nun kann man mithilfe der beiden hellsten Wassermannsterne Sadalsuud und Sadalmelik das "Glückstern-Trapez" bilden, welches im Norden aus den beiden Pegasussternen Sadalbaham und Enif besteht, und gelangt so in den Pegasus. Entlang der Pegasuskette gelangt man nun nach links weitergehend zu Sadalhomam und zu Markab, und von hier nach Norden zum zweithellsten Pegasusstern Scheat im kleinen Pegasusdreieck.

Die zweite Sternenkette des Wassermannes ist weniger auffällig und besteht aus einem Stern 3. Größe und zwei Sternen beinahe 3. Größe. Am einfachsten findet man sie, indem man im Herbstviereck von Scheat und Markab herkommend nach unten zur hellen Fomalhaut geht. Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf Hydor, einen Roten Riesen im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Beide Sterne wurden bereits vorgestellt. Zuunterst in dieser unteren Wassermann-Sternenkette findet man nur bei ausgezeichneten Sichtbedingungen etwas links dieser Verbindungslinie den Stern 88 Aquarii, einen weißgelblichen Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Dieser Stern wird manchmal auch c(2) Aquarii genannt. Er steht inmitten einer kleinen Sterngruppe, welche den Fuß des Wassermannes markiert. Links neben ihm findet man von bloßem Auge gleichhell einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern 98 Aquarii, ein Roter Riese im Abstand von gut 160 Lichtjahren. Auch dieser Stern, der manchmal b(1) Aquarii genannt wird, steht in einer kleinen Sterngruppe. Der dritthellste Wassermannstern Skat, 88 Aquarii am unteren Ende der zweiten Wassermannlinie und 98 Aquarii bilden beinahe ein rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in 88 Aquarii. 88 Aquarii und 98 Aquarii sind ungefähr halb so weit voneinander entfernt wie 88 Aquarii von Skat.

Etwas nordwestlich vom dritthellsten Wassermannstern Skat sieht man den Stern tau Aquarii, einen Roten Riesen im Abstand von 380 Lichtjahren. Dieser Stern ist gleichhell wie eta Aquarii, der dritthellste Stern der Sadalgruppe Sadalachbia im Mercedesstern, das ist die Helligkeit des Augenprüfsterns Alkor beim mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Tau Aquarii kann man auch finden, indem man vom unteren Ende der zweiten Wassermannlinie von 88 Aquarii über den dritthellsten Wassermannstern Skat rund die Hälfte weitergeht.

Zwischen Sadalmelik und Sadalbali steht recht genau in der Mitte der hellste Wassermannstern Sadalsuud. Biegt man bei ihm senkrecht nach unten ab, so gelangt man nach gleichem Abstand zum hellsten Steinbockstern Deneb Algedi und rechts neben ihm zur Sadnashira. Gerade bei schlechten Sichtbedingungen wundert man sich oft, was das für Sterne sind, die man unterhalb vom Glücksstern-Trapez sehen kann, das sind der hellste Steinbockstern Deneb Algedi und bei genügend guten Sichtbedingungen Sadnashira neben ihm. - Zeta Capricorni schließlich findet man, indem man Sadalsuud an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira spiegelt. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Er erreicht beinahe die 3. Größe.

Zwischen Markab und Hydor findet man auf halbem Wege etwas östlich auch noch den hellsten Stern des westlichen Fisches, das ist gamma Piscium. Er erreicht beinahe 3. Größe und ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Diesen Stern kann man auch finden, indem man von den beiden beieinander stehenden Sternen Sadalbari und lamda Pegasi im kleinen Pegasusdreieck über Markab hinaus rund gleichviel verlängert.

In den Sternbildern Pegasus, Steinbock und Wassermann findet man insgesamt 10 Sterne, deren Namen eine Bedeutung im Zusammenhang mit Glück haben. Das kommt daher, dass in dieser Jahreszeit, in der diese Sterne am Himmel aufgehen, die fruchtbare Regenzeit einsetzte. Es sind dies die Pegasussterne (Sad-)Matar, Sadalbari, (Sadal-)Homam, (Sadal-)Baham, die Steinbocksterne (Sadal-)Dabih und (Sad-)Nashira sowie die Wassermannsterne Sadalmelik, Sadalachbia, Sadalsuud und (Sad-)Albali.

Meistens handelt es sich hierbei jeweils um den hellsten Stern der ursprünglichen arabischen Sterngruppen, lediglich die Sterne Deneb Algedi in der Sterngruppe Sadnashira, er ist immerhin der hellste aller Sadalsterne, sowie zeta Aquarii in der Sterngruppe Sadalachbia sind heller als der Stern, auf den der Name der Sterngruppe übergegangen ist. Zudem wird heutzutage für den zweithellsten Stern der Sterngruppe Sadaldabih der Name Algiedi verwendet. Die Algiedi erreicht immerhin gerade noch die 3. Größe. Es gibt noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe, die in einer Sadal-Gruppe stehen und keinen Namen haben, das sind zeta Aquarii, der hellste Stern der Sadalgruppe, Sadalachbia links oberhalb von Sadalachbia und lamda Pegasi neben Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck.

Es überrascht nicht, dass manchmal auch sie mit solchen Glücksstern-Namen bezeichnet werden, und zwar zeta Aquarii als Sadaltager, das bedeutet "Glücksstern der Händler", und lamda Pegasi als Sadalpheretz, das bedeutet "Glücksstern des Pferdes", was sich auf die Nähe zum Pferd Pegasus beziehen soll. Diese beiden Namensgebungen sind aber historisch falsch, da diese Sadalsterne Sterngruppen und nicht Einzelsterne bezeichnen. Somit gehört zeta Aquarii zur Gruppe Sadalachbia und lamda Pegasi zur Gruppe Sadalbari, ebenso wie der Stern Deneb Algedi zur Gruppe Sadnashira gehört und der Stern Algiedi zur Gruppe Sadaldabih.

Zwei weitere Sterne dieser Sadal-Sterngruppen erreichen beinahe die Helligkeit des Augenprüfsterns Alkor beim mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen; das sind eta Aquarii in der Sterngruppe Sadalachbia das ist der etwas schiefe "Mercedesstern" im Sternbild Wassermann, sowie xi Pegasi in der Sterngruppe Sadalhomam. Beide sind nicht schwer zu finden: geht man von Sadalmelik direkt zu zeta Aquarii, der ja manchmal als Sadaltager bezeichnet wird, so gelangt man zum Stern Sadalachbia, indem man wieder schräg nach unten zurückgeht. Geht man statt dessen geradeaus weiter, so gelangt man zu eta Aquarii. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Und geht man in der Pegasuskette vom Markab zum ersten Kettenglied Sadalhomam, so trifft man nach drei Vierteln des Weges etwas oberhalb den Stern xi Pegasi; dieser ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 50 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen oder im Feldstecher kann man vier weitere Sadalsterne ebenfalls sehr einfach finden;. Es sind dies die Nachbarsterne der beiden Pegasussterne Sadmatar und Sadalbaham sowie im Wassermann der vierte Stern im "Mercedesstern" der Sterngruppe Sadalachbia und der Nachbarstern von Sadalbali. Sie sind nicht schwer zu finden, da sie in der Nähe des hellsten Sternes ihrer Sadalgruppe stehen, so dass man sie bei schlechten Sichtbedingungen auch problemlos im Feldstecher sehen kann.

Die beiden Pegasussterne omicron Pegasi neben Sadmatar und nue Pegasi neben Sadalbaham wurden ebenso wie der Stern mue Aquarii neben Sadalbali geringfügig in Richtung Sadalsuud weitergehend bereits vorgestellt. - Der Stern xi Pegasi ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 50 Lichtjahren, omicron Pegasi ein weißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren und nue Pegasi ein Roter Riese im Abstand von gut 260 Lichtjahren.

Auch pi Aquarii,der vierte Stern in der Sterngruppe Sadalachbia wurde bereits bei der ersten Wassermannlinie vorgestellt.

2.7 Die hellen Wintersterne: weitere Orionsterne und ab 22 Uhr die Procyon, der helle Sirius und die Zwillinge

Das Sternbild des Orion enthält neben Beteigeuze und Rigel, die beide die 0. Größe erreichen, auch drei Sterne, die beinahe 1. Größe erreichen, nämlich die Bellatrix an der rechten Schulter des Orion sowie Alnilam und Alnitak - der mittlere und der untere Stern des Oriongürtels. Alnilam und Alnitak bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Die beiden übrigen Sterne des Orion sind 2. Größe. Der obere Gürtelstern heißt Mintaka und der untere Fußstern heißt Saiph. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert". Das Schwert des Orion reicht also bis zu seinem Fuß.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße. Das Schwert des Orions wird in der Unterrubrik 2.9 näher vorgestellt.

Links unterhalb des Orions kann man ab 22 Uhr einen weiteren sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Wegen dieses Sternbildes wird der Sirius auch als Hundsstern bezeichnet. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches auch Winterdreieck genannt wird.

Der arabische Name des Sirius lautet Alhabor, das bedeutet "heller Stern, der (die Milchstraße) überquert hat". - Der andere helle Stern, der die Milchstraße nicht durchquert hat, ist übrigens der zweithellste Fixstern Canopus vom Südhimmel, den man von unseren Breiten aus nicht sehen kann. Dieser erreicht die -1. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren; man würde ihn ungefähr in doppelter Verlängerung der linken Orionseite von der Beteigeuze über den linken Orionfußstern finden.

Der arabische Name des Sirius lautet Alhabor, das bedeutet "heller Stern, der (die Milchstraße) überquert hat". - Der andere helle Stern, der die Milchstraße nicht durchquert hat, ist übrigens der zweithellste Fixstern Canopus vom Südhimmel, den man von unseren Breiten aus nicht sehen kann. Dieser erreicht die -1. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren; man würde ihn ungefähr in doppelter Verlängerung der linken Orionseite von der Beteigeuze über den linken Orionfußstern finden.

Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph blauweißliche Riesensterne; alle vier sind rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt!

Im Gegensatz zu den Orionsternen, die allesamt weit entfernt sind, sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren. Beide Hundssterne werden von einem hochkompakten Stern, einem Weißen Zwerg, umkreist. Deswegen war der Sirius vor einigen Millionen Jahren, als der Weiße Zwerg-Partnerstern noch ein normaler Stern war, heller als der Riesenplanet
Jupiter. Auch Procyon wäre fast eine Größenklasse heller als heute.

Rechts neben dem Sirius steht ein Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirzam, er ist ein über 500 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Riesenstern und bedeutet "Stern, der (dem Sirius) vorausgeht".

Das Winterdreieck (grün) und Wintersechseck (gelb)
Unterhalb der hellen Capella kann man ab 20 Uhr die beiden Sterne der Zwillinge übereinander sehen, die beide ebenfalls die 1. Größe erreichen. Der untere heißt Pollux und der obere heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren. Castor befindet sich auf der Seite der Capella - beide Sternnamen fangen mit einem "C" an, und Pollux auf der Seite von Procyon, beide Sternnamen fangen mit einem "P" an. Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer heller Zwillingsstern beinahe 1. Größe, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Ihr Nachbarstern erreicht 3. Größe und heißt Alzir, das bedeutet "(Kleider-)Knopf"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren.

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1. Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; da auch die Beteigeuze in diesem Bereich steht, ist hier die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe versammelt.

Der achthellste Orionstern erreicht beinahe 2. Größe und steht im Orionnebel; er heißt Nair Al Saif, das bedeutet "der Helle im Schwert", und er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1300 Lichtjahren Entfernung. Der neunthellste Orionstern wurde bereits vorgestellt, er erreicht 3. Größe und man findet ihn, indem man den Oriongürtel nach oben verlängert. Er heißt pi(3) Orionis und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit. Sei noch die Gomeisa etwas oberhalb von Procyon erwähnt; sie ist mit beinahe 2. Größe etwas heller und bedeutet "Sirius mit (vom Weinen) verklebten Augen". Ursprünglich wurde dieser Name für Procyon verwendet, ebenfalls um einen Bezug zum Sirius herzustellen, doch da sich die Namensgebung Procyon durchgesetzt hat wird der frühere arabische Name seitdem für seinen Nachbarstern verwendet. Die Gomeisa ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren.

Wie der Orion liegen also auch die Zwillinge beim ihrem Aufgang auf der Seite.

Auch am Fuß von Castor befindet sich ein Stern, er heißt Tejat und ist ein Stern 3. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Tejat und seine Nachbarsterne werden manchmal als "die Dromedare" übersetzt, was sprachwissenschaftlich aber kaum haltbar ist. Zwischen Tejat und Castor befindet sich ein Drittel von Tejat entfernt der Stern Mebsuta, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Mebsuta ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Mebsuta bedeutet "die ausgestreckte (Vorderpfote des Löwen)", dieser Name wurde ursprünglich für die beiden Hauptsterne Castor und Pollux verwendet.

Unterhalb der Füße des Orion finden wir das Sternbild des Hasen, welches wie ein Viereck aussieht, dessen rechte Seite rund doppelt so hoch ist wie die linke. Der Hauptstern des Hasen heißt Arneb und befindet sich in dem Viereck an der linken oberen Ecke, also unterhalb des linken Orionfußsternes Saiph. Arneb bedeutet "Hase" und ist ein Stern gerade noch 2. Größe, ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Unter ihm steht der Stern Nihal, der beinahe 2. Größe erreicht. Nihal bedeutet "Kamele, die ihren Durst löschen" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Die beiden Sterne auf der rechten Seite des Vierecks erreichen beide die 3. Größe, der obere heißt mue Leporis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 180 Lichtjahren, der untere heißt epsilon Leporis und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 230 Lichtjahren.

Neben dem hellen Orionstern Rigel entspringt der Fluss Eridanus und sein zweithellster Stern ist Cursa, ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Cursa bedeutet "Fußbank" und bezieht sich auf den Orion. Geht man vom Orionnebel über Rigel rund dreimal weiter und dann etwas nach oben, so gelangt man zu Zaurak, dem dritthellsten Stern des Eridanus. Zaurak hat 3. Größe und bedeutet "Boot"; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 220 Lichtjahren.

Das Sternbild des Eridanus ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er nimmt seinen Ausgang bei Cursa neben dem hellen Stern Rigel am Fuße des Orion und fließt wie die Donau zunächst nach Norden und Osten, ehe er sich nach Süden windet und in unseren Breiten unter dem Horizont verschwindet. Der hellste Stern des Eridanus, Achernar, steht am unteren Ende des Eridanus; das ist aber so weit südlich, dass er von unseren Breiten niemals gesehen werden kann. Er ist so hell wie die Beteigeuze und Procyon, also ein Stern gerade noch 0. Größe, und bedeutet "Ende des Flusses"; er ist der zehnthellste Fixstern am Sternhimmel überhaupt, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren.

Zaurak ist Ausgangspunkt einer Deichsel, die parallel zum Oriongürtel verläuft. Der zweite Deichselstern ist Rana, ein Stern gerade noch 3. Größe. Rana bedeutet "Frosch" und ist ein Roter Unterriese im Abstand von nur 30 Lichtjahren. Der dritte Deichselstern ist epsilon Eridani, ein sonnennaher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von nur 10.5 Lichtjahren, er ist etwas kleiner als unsere Sonne und ein gelboranger Hauptreihenstern. Dieser Stern beherbergt den zweitnächsten bekannten Exoplaneten; der nächste bekannte Exoplanet umkreist den Partnerstern vom sonnennächsten Sternsystem alpha Centauri.

Geht man nun von Zaurak und Rana rechtwinklig in Richtung Oriongürtel, so sieht man in doppeltem Abstand Zaurak - Rana zwei Sterne 4. Größe schräg nebeneinander stehen. Der hellere der beiden heißt omicron(1) Eridani; sein arabischer Name Reid bedeutet "Ei des Straußes". Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Der andere, untere Stern, heißt omicron(2) Eridani; sein arabischer Name Keid bedeutet "Ei". Keid ist prominenter bekannt unter dem wissenschaftlichen Namen 40 Eridani, denn sein Begleitstern 40 Eridani B ist der zuerst entdeckte Weiße Zwerg überhaupt. 40 Eridani ist ein nahe gelegenes Dreifach-Sternsystem im Abstand von 16.5 Lichtjahren, der Hauptstern ist ein gelboranger Hauptreihenstern. Würde man anstelle des Weißen Zwerges seinen Vorläuferstern sehen, so könnte man schräg neben dem Orion einen weiteren Stern bewundern, der so hell ist wie der obere Zwillingsstern Castor. Damals hätte noch ein weiterer sehr heller Stern am Abendhimmel gestanden, nämlich der Vorläuferstern vom Van Maanen's Stern, dem drittnächsten Weißen Zwerg, gut 14 Lichtjahre entfernt. Dieser war damals deutlich heller als die Wega oder Capella und stand in den Fischen schräg unterhalb des Herbstviereckes, wenn man von Scheat über Algenib nochmals halb so viel weiter geht.

Sei noch der Stern tau(4) Eridani genannt, den man in Verlängerung von Cursa über Zaurak findet; dieser Stern erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren.

2.8 Ras Alhague mit Celbalrai, die Gemma und die nördlichen Teile des Herkules

Zu Monatsbeginn kann man nach Sonnenuntergang bei sehr guter Westsicht noch einige Sterne des Schlangenträgers, die Nördliche Krone und den Herkules sehen. Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man tief im Westen zu einem Stern 2. Größe, das ist Ras Alhague im Schlangenträger. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren. Unterhalb von Ras Alhague gelangt man etwas rechts zu einem Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Cebalrai, das bedeutet "Schäferhund"; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Der Stern kappa Ophiuchi erreicht 3. Größe und bildet mit Ras Alhague und Cebalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck; er steht westlich von Cebalrai. Kappa Ophiuchi ist ein Roter Riese im Abstand von 90 Lichtjahren.

Geht man von Ras Alhague zu Celbalrai und noch ein kleines bisschen weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist gamma Ophiuchi, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Gleichhell ist auch der Stern 72 Ophiuchi. Er bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Verlängert man von Ras Alhague über Celbalrai hinaus doppelt so viel weiter, so gelangt man zu einem Stern 3.Größe, das ist nue Ophiuchi. Nue Ophiuchi ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von Atair im Adler über Ras Alhague wieder etwas hinauf gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 2. Größe, das ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Wie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan gehört auch die Gemma zum Bärenstrom; auch sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt.

Zum Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. Man findet ihn auch in der Mitte zwischen Benetnash am Deichselende des Großen Wagen und der Gemma, etwas unterhalb.

Das Sternbild des Herkules
Zwischen Ras Alhague und der Gemma steht in der Mitte der hellste Herkulesstern Rutikulus, wie unsere Sonne ein gelber Stern beinahe zweiter Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt und heißt "Achselhöhle", sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger".

Der Hauptstern des Herkules heißt Ras Algethi und ist ein Stern 3. Größe rechts oberhalb neben Ras Alhague. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Im Dezember kann man bei sehr guter Horizontsicht im Nordwesten in den beiden Stunden nach Sonnenuntergang nur noch die nördlichen Teile des Sternbildes des Herkules erkennen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der hellen Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke in Richtung Horizont findet man dann zwei Sterne dritter Größe, das sind die Sterne pi Herculi und eta Herculi. Pi Herculi kann man auch finden, indem man vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Je nach Sichtbedingungen wird man hierfür einen Feldstecher zu Hilfe nehmen wollen und dann ist es sehr hilfreich, noch weitere Sterne in der Nähe zur sicheren Identifizierung des Sternes zu nehmen. Geht man also vom Drachenkopf zum Horizont, so trifft man ungefähr im Abstand Wega - Ettanin auf eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi.

Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren. Eta Herculi schließlich ist ebenfalls wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Zu Monatsbginn kann man nach Sonnenuntergang bei sehr guter Nordwestsicht weitere Herkulessterne erkennen: geht man von der Wega über pi Herculi rund die Hälfte weiter und biegt nicht zu eta Herculi ab, sondern in die andere Richtung, so gelangt man zum zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Er steht ebenso wie pi Herculi und eta Herculi in einer trapezförmigen Figur, die von epsilon Herculi, einem unauffälligeren Stern gerade noch 4. Größe, vervollständigt wird; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

2.9 Das Schwert des Orion

Unterhalb des Oriongürtels kann man bei guten Sichtbedingungen den bekannten Orionnebel erkennen, der im vom Oriongürtel herabhängenden Schwert des Himmelsjägers steht. Der achthellste Orionstern Nair Al Saif steht am unteren Teil des Schwertes und ist, wie sein Name "der Helle im Schwert" bereits andeutet, mit beinahe 2. Größe der hellste Stern im Schwert des Orions. Er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1300 Lichtjahren Entfernung. Geringfügig rechts unter Nair Al Saif sieht man den Stern HD36960, der beinahe die 4. Größe erreicht, er ist ebenfalls ein blauweißlicher Riesenstern, weit entfernt im Abstand von gut 1850 Lichtjahren. Er ist der dritthellste Stern im Schwert des Orions.

Betrachtet man das Schwert des Orions im Feldstecher, so erkennt man entlang der Körperrichtung des Himmelsjägers Orion ein von oben nach unten länglich verlaufendes nebliges Gebiet. Man kann es in drei Teilgruppen von nahe beieinander stehenden Sternen unterteilen, die nach oben zum Oriongürtel hin von einer vierten Gruppe Sterne sechster und siebter Größe vervollständigt werden.

Schwert des Orions
In der Mitte des Schwertes befindet sich der Orionnebel, in dem man zwei Sterne 5. Größe erkennen kann. Der rechte heißt theta(1) Orionis, ein Vierfachsternsystem blauweißlicher Riesensterne, die 1600 Lichtjahre von uns entfernt sind. Im Fernrohr bilden sie das "Trapez des Orionnebels", weil diese Sterne trapezförmig angeordnet sind, das bedeutet, dass sie ein Viereck bilden, das zwei unterschiedlich lange parallele Seiten hat. Der linke Stern heißt theta(2) Orionis, er bildet ein Dreifachsternsystem blauweißlicher Riesensterne, die fast 1900 Lichtjahre von uns entfernt sind. Von bloßem Auge sind sie gleichhell und der viert- und fünfthellste Stern im Schwert des Orions.

Am oberen Ende des nebligen Gebietes kann man den Stern 42 Orionis erkennen, der gerade noch die 4. Größe erreicht. Er ist der zweithellste Stern im Schwert des Orions, ebenfalls ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 800 Lichtjahren. Links unter ihm steht der Stern 45 Orionis, er ist ein weißgelblicher Vordergrundstern im Abstand von 370 Lichtjahren. Er erreicht die 5. Größe und ist unter guten Sichtbedingungen ebenfalls noch von bloßem Auge erkennbar, er ist der sechsthellste Stern im Schwert des Orions.

Noch weiter oberhalb, etwa gleichweit entfernt wie der obere Schwertteil vom mittleren Schwertteil entfernt ist, sieht man im Feldstecher eine Gruppe mehrerer Sterne 6. und 7. Größe. Ihre beiden hellsten Sterne erreichen die 6. Größe und bilden zusammen mit einem Stern gerade noch 6. Größe eine deichselförmige Figur. Nach links sieht man einen weiteren Stern 7. Größe, der mit den Sternen der deichselförmigen Figur eine schiefe drachenartige Figur bildet. Die beiden hellsten Sterne dieser Gruppe stehen in dieser kleinen Deichsel oben und in der Mitte; der mittlere heißt HD37016.Er ist der hellste Stern im Schwert des Orion, den man nicht mehr von bloßem Auge erkennen kann, und der obere heißt HD37040 und ist fast gleichhell der zweithellste Stern im Schwert des Orion, den man nicht mehr von bloßem Auge erkennen kann. Beide können auch bei mäßigen Sichtbedingungen im Feldstecher einfach gefunden werden. Der untere Stern erreicht gerade noch die 6. Größe und heißt HD37017. Auch sie sind weit entfernte blauweißliche Riesensterne, die sich im Abstand von 1100 bis 1300 Lichtjahren befinden. Der vierte Stern links von ihnen heißt HD37129, er ist ein sehr weit entfernter ebenfalls blauweißlicher Riesenstern im Abstand von vielleicht 3000 Lichtjahren.

Sei noch ein weiterer Stern 7. Größe im Schwert des Orions genannt; dieser befindet sich links oberhalb von 42 Orionis und 45 Orionis und heißt HD36958. Er ist ein sehr weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von ungefähr 2600 Lichtjahren.

Etwas heller ist der Stern HD37061, der links oberhalb der beiden Sterne theta(1) Orionis und theta(2) Orionis im Orionnebel steht; auch er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 1400 Lichtjahren und erreicht beinahe die 6. Größe.

Links der beiden unteren Gruppen findet man zwei weitere Sterne gerade noch 6. sowie 7. Größe, die ebenfalls weit entfernte blauweißliche Riesensterne sind; der untere linke ist der hellere und heißt HD37150, er ist 1230 Lichtjahre entfernt; der obere rechte heißt HD37115 und ist vielleicht 3000 Lichtjahre entfernt. Sie bilden mit der unteren und der mittleren Sterngruppe im Schwert des Orions ein langgezogenes fast gleichschenkliges Dreieck, bei dem sie in der linken Ecke dieses Dreiecks stehen.

Der Orionnebel ist ein bekanntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße, so dass hier zahlreiche junge Sterne zu sehen sind. Tatsächlich sind die hellsten Sterne, die man hier sehen kann, allesamt blauweißliche Riesensterne, die sich im Abstand zwischen 1000 und über 2000 Lichtjahren von uns befinden.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Da die Erde um die Sonne läuft, hat man von der Erde aus gesehen den Eindruck, dass die Sonne vor dem Sternenhimmel herzieht. Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne dabei im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die meisten Mondstationen basieren auf der indischen Tradition, der Nakshatra, die ebenfalls kurz vorgestellt wird. In der 6.Rubrik und der 7.Rubrik werden sie in englischer Sprache vorgestellt; dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben.

3.2 Die Mondstationen des Steinbocks und des Wassermannes

Die Mondstation des Steinbocks wird von den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih in der Verlängerung der Adler-Steinbock-Linie gebildet und heißt nach dem helleren der beiden Sterne Sadaldabih.

In der indischen Tradition werden die Adlersterne Atair und seine beiden Falken Tarazed und Alshain verwendet, dort heißt die Mondstation "die Anhörung".

Die erste Mondstation des Wassermannes heißt sad-bula und hat dem Stern Sadalbali seinen Namen gegeben. Die zweite Mondstation des Wassermannes heißt Sadalsuud. Die indische Tradition überliefert hier nur 1 Mondstation, diese besteht aus den Rautensternen des Sternbildes des Delfins und heißt "der Reichste". Der Delfin befindet sich östlich der drei Adlersterne Atair, Tarazed und Alshain und sieht wie eine Raute mit Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist, aus. Seine beiden hellsten Sterne erreichen beinahe die 3. Größe, das sind beta Delphini und von bloßem Auge gleichhell der Hauptstern des Delfins. Beta Delphini steht in der Raute auf der Seite vom Stiel, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren, und alpha Delphini steht in der Mitte der Raute in Richtung Schwan, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Der Delfin wird in der 5.Rubrik näher vorgestellt.

Die dritte Mondstation des Wassermannes heißt Sadalachbia. Diese Mondstation besteht aus 4 Sternen, die wie ein etwas schiefer Mercedes-Stern angeordnet sind; in ihrer Mitte steht der Stern zeta Aquarii und Sadalachbia steht in Richtung der beiden Wassermannsterne Sadalmelik und Sadalsuud etwas südlich. Die beiden übrigen Sterne dieser Mondstation erreichen die vierte und beinahe die vierte Größe, das sind eta Aquarii, der hellere der beiden auf der anderen Seite als Sadalachbia sowie nach oben in Richtung Pegasus der Stern pi Aquarii.

In der indischen Tradition wird nur der Stern Sadalachbia verwendet und die Mondstation heißt "Hundert Heilende".

3.3 Die Mondstationen des Pegasus und der Andromeda

Die erste Mondstation des Pegasus heißt alfarg al-muqaddam und bedeutet "der vordere Ausguss". Sie besteht aus dem rechten Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Markab und Scheat. Auch die indische Tradition kennt diese Mondstation, hier sah man in diesen beiden Sternen die "vorderen Stuhlfüße".

Von Süden herkommend gelangt man zu dieser Mondstation, indem man vom zweithellsten Schützenstern Nunki über die Glückssternlinie und das Glücksstern-Trapez via Sadalmelik und Sadalbaham in die Pegasuskette zu Markab gelangt.

Die zweite Mondstation des Pegasus heißt alfarg al-muachar und bedeutet "der hintere Ausguss". Sie besteht aus dem linken Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Algenib und Sirrah. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "hintere Stuhlfüße" bezeichnet.

Die Mondstation der Andromeda heißt batn al-hut und bedeutet "Bauch des Fisches". Sie besteht aus dem zweiten Andromedastern Mirach. Eine Variante des Namens ist ar-risa; daraus wurde die Bezeichnung Alresha, die heutzutage auf für den Hauptstern des Sternbildes der Fische übergegangen ist. Es mag ein Zufall sein, dass die indische Tradition für diese Mondstation einen allerdings nur unauffälligen Stern des Sternbildes der Fische verwendet und nicht den Andromedastern Mirach. Seine Bedeutung ist "Reichtum".

Zu diesem Stern gelang man folgendermaßen: den Stern epsilon Piscium findet man am einfachsten, wenn man von den Widdersternen Hamal und Sheratan über den hellsten Fischestern Alpherg gleichviel weitergeht, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Geht man nun vom zweithellsten Fischestern gamma Piscium in Richtung Alpherg, so findet man in der Mitte unter dem unteren Schenkel des Herbstvierecks den Stern iota Piscium und fast gleichviel weitergehend den Stern omega Piscium. Beide sind weißgelbliche Sterne, iota Piscium im Abstand von 45 Lichtjahren und omega Piscium gut doppelt so weit im Abstand von 105 Lichtjahren.

Den Stern zeta Piscium der indischen Mondstation findet man am einfachsten, wenn man vom Fischestern epsilon Piscium ausgeht: in Richtung omega Piscium im westlichen Fisch findet man nach einem Viertel der Strecke den Stern delta Piscium, der gerade noch die 4. Größe erreicht. Geht man nun von delta Piscium zu epsilon Piscium und dann gleichviel weiter, so sieht man etwas unterhalb einen Stern 5. Größe, das ist zeta Piscium. - Delta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren und zeta Piscium ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

3.4 Die Mondstationen des Widders

Die erste Mondstation des Widders wird von den beiden Widdersternen Sheratan und Mesarthim am Horn des Widders gebildet und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

Die zweite Mondstation "al-butayn" besteht aus unauffälligen Sternen 4. Größe, die sich zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und den Plejaden befinden. In der indischen Tradition wurde die Sterngruppe um den Widderstern Bharani, der früher zur Nördlichen Fliege gehört hat, verwendet; diese Sterne wurden als "Wegtragende" bezeichnet.

3.5 Die Mondstation der Plejaden

Die nächste Mondstation heißt "at-turayya" und wird von den sehr prominenten Plejaden gebildet. Hier befinden sich auf engem Raum 6 hellere Sterne, nämlich ein Stern beinahe 2. Größe, drei Sterne beinahe 3. Größe und zwei Sterne 4. Größe. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck mit einem Stiel. Der hellste Plejadenstern ist die Alcyone - immerhin dritthellster Stern im Stier, sie befindet sich dort, wo der Stiel am Viereck befestigt ist. Der Plejadenvater Atlas befindet sich am Stielende, Elektra diagonal gegenüber und die Maja von Atlas herkommend oberhalb ihrer Schwester Alcyone.

Einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Sie beschreibt einen großen Bogen von der Cassiopeia über Mirfak und die zweite Perseuslinie zu den Plejaden und weiter zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Ihre linke Hand wird vom ersten Cassiopeiastern Caph dargestellt, ihre Handwurzel Misam vom Schatzkästlein der Milchstraße, das sind die beiden Nebelchen h und chi Persei, ihr linker Ellbogen vom hellen Perseusstern Mirfak, ihre Schulter vom xi Persei, dem ursprünglichen Perseusstern Menkib und ihr Schulterblatt vom Perseusstern Atik. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt und am Ende des großen Bogens ihre rechte Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig vom Sternbild, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten.

Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist an-nagm, was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

3.6 Die Mondstation ad-dabaran (Aldebaran) im Stier

Die zweite Mondstation des Stieres heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Das kommt daher, dass Aldebaran kurz nach den Plejaden aufgeht. Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

3.7 Die Mondstation des Orion

Auch im Sternbild des Orion gibt es eine Mondstation, die al-haqa heißt. Sie besteht aus den Orionsternen Heka, Khad Posterior und Khad Prior und befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Al-haqa bedeutet "der Mähnenzopf" und in der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Hirschkopf" bezeichnet. Diese Sterne bilden ein Dreieck am Kopf des Orion: an der Spitze dieses Dreiecks steht Heka, ein Stern gerade noch 3. Größe, unterhalb befinden sich die beiden Sterne Khad Posterior auf Seite der Beteigeuze und Khad Prior auf Seite der Bellatrix, beide haben 4. Größe. Heka ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren; auch Khad Prior ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Khad Posterior ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 115 Lichtjahren. Heka bedeutet "Weißer Fleck" und Khad bedeutet "Wange des Zentralen".

3.8 Die beiden Mondstationen der Zwillinge

Das Sternbild der Zwillinge hat zwei Mondstationen: die erste heißt al-hana und umfasst den Zwillingsstern Alhena, der seinen Namen aus dieser Mondstation bekommen hat, sowie seinen Nachbarstern Alzir. Alzir bedeutet "(Kleider-)Knopf" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren. Die indische Tradition verwendet anstelle der Alhena - immerhin einem Stern beinahe 1. Größe - und Alzir den prominenten Orionstern Beteigeuze, der mit "die Feuchte" übersetzt wird.

Die zweite Mondstation der Zwillinge heißt ad-dira und besteht aus den beiden hellen Zwillingssternen Castor und Pollux. Obgleich diese Mondstation aus zwei sehr prominenten Sternen 1. Größe besteht, wird ihr Name nicht mehr verwendet. Ad-dira heißt "der Vorderarm" und in der indischen Tradition werden die beiden Zwillingssterne mit "Schätzebringende" übersetzt.

3.9 Die große Südroute vom Orion zum zweithellsten Schützenstern Nunki

In Indien steht das Sommerdreieck so weit nördlich, dass man auch vom Orion ausgehend über die große Südroute zu den Herbststernbildern gelangen kann. Ausgangspunkt ist der Oriongürtel, von dem man nach Norden gehend zu Aldebaran gelangt. Geht man nun von der Beteigeuze zu Aldebaran, so zeigen die beiden Seiten der Hyaden wie ein Pfeil in Richtung Deneb Kaitos, dem hellsten Walfischstern, den man nach dreifacher Länge Beteigeuze zu Aldebaran erreicht, und nochmals eineinhalb mal weitergehed zur Fomalhaut im Südlichen Fisch. Dabei kommt man an den Sternen vom Weg des Walfisch in den Stier vorbei: an lamda Tauri, auf den die Hyaden wie ein Pfeil weisen, dann an omicron Tauri an der Sternbildgrenze vom Stier in den Walfisch, an Menkar und wenn sichtbar an der Mira und an Baten Kaitos.

Geht man nun von Deneb Kaitos rechtwinklig nach oben, etwa doppelt so weit wie die Beteigeuze von Aldebaran entfernt ist, so kann man dort das Herbstviereck sehen. Die beiden unteren Sterne sind Algenib links und Markab rechts.

Geht man statt dessen weiter und biegt erst bei der Fomalhaut senkrecht nach oben ab, ebenfalls etwa doppelt so weit wie die Beteigeuze von Aldebaran entfernt ist, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif. Auf dem Weg von der Fomalhaut zu Enif sieht man nach drei Vierteln des Weges den Hauptstern des Wassermannes, das ist Sadalmelik.

Nun gehen wir von Algenib in der unteren linken Ecke des Herbstvierecks über Sadalmelik gleichviel weiter, so gelangen wir zu den beiden Steinbocksternen Sadaldabih und Algiedi, die man in Indien noch hoch am Himmel sehen kann. Nach einem Drittel des Weges kommt man am hellsten Wassermannstern Sadalsuud vorbei. - Geht man nun von Sadaldabih gleichviel weiter wie Sadalmelik von Sadaldabih entfernt ist, so gelangt man zum zweithellsten Schützenstern Nunki und nochmals denselben Abstand weitergehend wie die Strecke zwischen den beiden Wassermannsterne Sadalmelik und Sadalsuud gelangt man zum Schützenstern Kaus Meridionalis, den man in unseren Breiten im Dezember nicht mehr sehen kann. Er ist der mittlere Bogenstern des Schützen und erreicht beinahe die 2. Größe, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren.

Etwas nördlich von ihm sieht man in Indien auch noch den gleichhellen Stern Kaus Borealis am nördlichen Ende des Schützenbogens, er ist ebenfalls ein Roter Riese im Abstand von fast 80 Lichtjahren.

In Indien kann man im Dezember auch noch die übrigen helleren Schützensterne erkennen: rechts unterhalb von Nunki steht der dritthellste Schützenstern Askella, das bedeutet "Achsel". Sie ist ein weißlicher Stern knapp 2. Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Man kann sich den Schützen am einfachsten als zwei Bögen vorstellen, die schräg nebeneinander stehen. Beide Bögen haben in dieser Vorstellung einen Pfeil. Der zweithellste Schützenstern Nunki befindet sich in dieser Vorstellung in der Mitte des oberen Bogens, Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens und Albalda in Richtung Atair am oberen Ende des oberen Bogens. Der obere Bogen wird unterhalb von Nunki am unteren Ende vom dritthellsten Schützenstern Askella vervollständigt.

Rechts und links neben Nunki, dem mittleren Bogenstern des oberen Bogens, sieht man etwas unterhalb zwei Sterne 3. Größe, das sind phi Sagittarii an der Pfeilspitze des oberen Bogens und tau Sagittarii am nach hinten gespannten Pfeilende oberhalb von Askella, die ja am unteren Ende des oberen Bogens steht. Phi Sagittarii ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 230 Lichtjahren und tau Sagittarii ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Fast gleichhell ist auch der Stern xi(2) Sagittarii rechts neben Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Zwei der Schützensterne des unteren Bogens wurden bereits vorgestellt: Kaus Meridionalis steht unterhalb von Kaus Borealis in der Mitte des unteren Bogens und der hellste Stern des Sternbildes ist Kaus Australis am unteren Ende des unteren Bogens. Kaus Australis erreicht beinahe 1. Größe und bedeutet "südlicher Stern des Bogens"; er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Rechts neben Kaus Meridionalis in der Mitte des unteren Bogens steht der Stern An-Nasl an der Pfeilspitze des unteren Bogens und An-Nasl heißt auch passenderweise "Pfeilspitze"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Schräg rechts unterhalb des hellsten Schützensternes Kaus Australis steht eta Sagittarii, ein Stern 3. Größe. Er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

Sehr bekannt ist die englische Darstellung des Sternbild Schützen als "teapot", das heißt Teekanne. Die Sterne dieser Teekanne sind am Henkel unten tau Sagittarii am Pfeilende des oberen Bogens sowie oben der zweithellste Schützenstern Nunki in der Mitte des oberen Bogens. Die Kanne selber wird von den vier Sternen Askella, dem dritthellsten Schützenstern am unteren Ende des oberen Bogens, von phi Sagittarii, der Pfeilspitze des oberen Bogens sowie Kaus Meridionalis und dem hellsten Schützenstern Kaus Australis in der Mitte und am unteren Ende des unteren Bogens gebildet. Der Deckel wird von Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens und die Ausguss-Schneppe schließlich von An-Nasl, der Pfeilspitze des unteren Bogens, gebildet. Der Schützenstern Albalda steht allerdings nördlich dieser Teekanne.

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Einführung in die Mondstationen

4. Monatsthema: Der Morgenhimmel im Dezember


Der Morgenhimmel im Dezember

Im Winter wird es ja erst so spät hell, dass viele Menschen morgens noch im Dunkeln das Haus verlassen und zur Schule oder zur Arbeit gehen; deswegen wird auch der Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang vorgestellt.

Das Wintersechseck, das ja abends aufgeht, zieht die gesamte Nacht am Himmel weiter und steht am Morgen hoch im Westen; besonders schön kann man im Westen den Orion bewundern, der nun nicht mehr liegt, sondern wie wir aufgestanden ist. Schön der rötliche Schulterstern Beteigeuze und rechts von ihr die Bellatrix; unter ihnen bilden drei helle Sterne 2. Größe und heller den Oriongürtel, an dessen linkem Teil der Orionnebel quasi "herunterhängend" das Schwert des Orion markiert, und unter ihnen sehen wir bis etwa 6 Uhr morgens die beiden Fußsterne des Orion; der rechte der beiden ist viel heller und steht in einer Ecke des Wintersechsecks, das ist Rigel. Links vom Orion kann man den sehr hellen Sirius über dem Horizont funkeln sehen; fast senkrecht hinauf sieht man Procyon im Kleinen Hund. Falls der Sirius schon tief am Horizont steht, kann man ihn mit Hilfe der Beteigeuze und von Procyon finden, die mit ihm ein großes gleichseitiges Dreieck bilden. Die Zwillinge haben den Zenit gerade erst durchquert und auch die Capella steht noch hoch am Westhimmel, während sich der Stier mit Aldebaran und den Plejaden nun rasch nach Westen absenkt. El Nath steht zwischen der Capella und Aldebaran, etwas in das Wintersechseck eingerückt, und die Kette der Andromeda befindet sich bereits tief oberhalb des Westhorizontes, wo noch einzig der dritte Andromedastern Alamak gut zu erkennen ist. Auch der Perseus mit Mirfak und Algol ist auf halbem Wege in Richtung Capella gut zu sehen.

Der Große Wagen ist "rückwärts" wieder hinaufgewandert und steht nun auf dem Kopf; seine Deichsel weist zu einem hellen Stern: das ist Arktur, der hellste Stern der Nordhemisphäre und ein nahe gelegener Roter Riese. Wenn man diese Linie von der Deichsel des Großen Wagens über Arktur hinaus verlängert, gelangt man zur Spica, dem Hauptstern der Jungfrau. Im Dezember steht der Mars in ihrer Nähe, und weiter östlich sieht man den hellen Riesenplaneten Jupiter. Obgleich der Mars im Dezember in großen Schritten den Jupiter verfolgt, so holt er ihn im alten Jahr nicht mehr ein. - Senkrecht zur Krümmung der Deichsel des Großen Wagen sieht man den Hauptstern Cor Caroli des unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Tief im Nordosten sehen wir die gerade wieder aufgegangene Wega über dem Horizont funkeln. - Noch im Horizontdunst wird sie manchmal mit Ettanin, dem hellsten Stern des Sternbild Drachen, verwechselt. Diese Verwechslung kann man leicht ausschließen, denn eine Handbreit über Ettanin, einem Stern zweiter Größe, kann man einen weiteren Stern des Drachen sehen, das ist Alwaid.

Rechts des Großen Wagen kann man unterhalb der Wagensterne ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen, das sind die Gazellensprünge, die heute der Großen Bärin zugeordnet sind. Der dritte Gazellensprung steht beinahe im Zenit.

Wenn wir von Arktur in Richtung der Zwillinge gehen, sehen wir im Sternbild des Löwen zwei helle Sterne übereinander: das sind unten Regulus beim Herz des Löwen und über ihm die Algieba bei der Stirn des Löwen..

Links von der Algieba und von Regulus kann man zunächst Duhr und Coxa am Rücken und an der Hüfte des Löwen und gleichviel weiter die Denebola am Schwänzchen des Löwen erkennen. Geht man von der Algieba zum Zwillingsstern Pollux, so folgt nach einem Viertel des Weges etwas links ein Stern 3. Größe, das ist der Löwenstern Ras Elased Australis, der Stern "südlich des Kopfes des Löwen".

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist so gestaltet, dass in ihren beiden ersten Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können. In der 3. Unterrubrik werden weitere einfach auffindbare Sterne im Zentrum der Hyaden vorgestellt.

5.1 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher sieht man zahlreiche weitere Sterne, so dass dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung kommt. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind erst 125 Millionen Jahre alt und ein sehr junger Sternhaufen; die Plejadensterne sind deswegen alle blauweißlich. Sie befinden sich im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Das sind aber nur 6 Sterne des Siebengestirns und schon zu Zeiten der alten Griechen wurde die Frage aufgeworfen, wo denn die siebte Plejade sei. Zur Zeit der alten Griechen gab es die Legende, dass die 7. Plejade die Elektra sei, die aus lauter Trauer und Verzweiflung über den Heldentod ihres geliebten Sohnes ihre Schwestern verlassen habe. Ja, man wusste sogar, wohin sie gegangen ist: tatsächlich gibt es einen weiteren sehr bekannten Stern 4. Größe, also in der Helligkeit eines typischen helleren Plejadensternes, und das ist der Augenprüfstern Alkor über dem mittleren Deichselstern des Großen Wagen. Jene Legende besagt nun also, dass die Elektra aus lauter Trauer ihre Schwestern verlassen habe, zum Großen Wagen gewandert sei und sich dort neben den mittleren Deichselstern Mizar gesellt hat.

Im Sternbild Stier gibt es noch einen weiteren sehr bekannten Sternhaufen, das sind die Hyaden. Weil öfters der Mond und die Planeten zwischen diesen beiden Sternhaufen hindurchziehen werden sie auch als das "Goldene Tor der Ekliptik" bezeichnet.

Das Sternbild des Stiers bestehend aus Plejaden und Hyaden
Die Hyaden heißen auf deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck, bei dem jede Seite aus 3 Sternen besteht; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast.

Links oben steht über Aldebaran der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Somit sind vom Stier beide rot unterlaufenen Augen dargestellt, nämlich das nördliche vom Hyadenstern Ain und das südliche in Richtung Orion, dessen Hauptstern Beteigeuze ab 19 Uhr zu sehen ist, von dem den Plejaden nachfolgenden Stern Aldebaran. Unten in der Mitte stehen zwei Sterne übereinander, der obere heißt theta(1) Tauri und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, der untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. An der Spitze dieses Dreiecks, das ist derzeit rechts, steht der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri und in der Mitte oben steht der vierthellste Hyadenstern delta Tauri; beide sind ebenfalls wie unsere Sonne gelbe Sterne. Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe. Der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri ist der fünfthellste und Ain der siebthellste Stierstern. - Der sechsthellste Stierstern wurde ebenfalls schon vorgestellt, das ist der Stern lamda Tauri, auf den das Hyadendreieck mit Aldebaran weist; er ist ein blauweißlicher Stern, der über zweieinhalb Mal weiter als die Hyaden entfernt ist.

Zwei weitere Hyadensterne erreichen die Helligkeit der Plejadensterne: geht man von delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes nach oben zum zweithellsten Hyadenstern Ain, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern delta(3) Tauri, er ist gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. - Geht man vom hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des unteren Hyadenastes in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man nach rund einem Viertel des Weges zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden, etwas links unterhalb, zu 71 Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern gerade noch 4. Größe.

Würde man die Plejadensterne und die Hyadensterne in gleichem Abstand nebeneinander stellen und die zehn hellsten von ihnen betrachten, so wären die ersten sieben allesamt Plejadensterne und die nächsten drei die drei hellsten Hyadensterne. Die siebthellste Plejade ist die Plejadenmutter Pleione, sie steht unmittelbar neben dem Plejadenvater Atlas senkrecht zur Linie Alcyone - Atlas auf der plejadenabgewandten Seite und erreicht die 5. Größe. Daraus abzuleiten, dass der Name "Siebengestirn" daher kommt, dass die sieben hellsten Plejadensterne in Wirklichkeit auch die sieben hellsten Sterne dieser beiden Sternhaufen bilden, ist wenig plausibel, da man in der Antike die Entfernungen zu diesen beiden Sternhaufen und zu Aldebaran nicht kannte. Zwar kann man unter der Annahme, dass beide Sternhaufen in Wirklichkeit ungefähr gleich groß sind, tatsächlich darauf schließen, dass die Plejaden rund dreimal weiter entfernt sind als die Hyaden, aber um Aldebaran als einen Vordergrundstern zu identifizieren, muss man die zusätzliche Annahme tätigen, dass die hellsten Sterne eines Sternhaufens wenigstens ungefähr gleich hell sind, so dass zwischen dem hellsten und dem zweithellsten Stern eines Sternhaufens nicht beinahe 3 Größenklassen liegen können; tatsächlich liegt zwischen der Alcyone und Atlas, den beiden hellsten Plejadensternen, nur eine dreiviertel Größenklasse.

Die nächsten vier Plätze in dieser Auflistung sind allesamt bis auf eine hundertstel Größenklasse gleich hell; das sind die beiden noch fehlenden scheuen Plejaden Celaeno und Asterope, die gerade noch und beinahe die 5. Größe erreichen, sowie die beiden noch ausstehenden Hyadensterne des "V", delta und theta(1) Tauri. Celaeno befindet sich zwischen Elektra und Taygeta und die Asterope bildet mit den Plejadensternen Maia und Taygeta ein gleichseitiges Dreieck nach außen. Im Feldstecher kann man unter der Asterope einen weiteren Plejadenstern gerade noch 6. Größe erkennen, der manchmal Sterope genannt wird. Auch neben der hellsten Plejade Alcyone steht ein Stern, der zwei Zehntel Größenklassen heller als die Sterope ist; das ist der Plejadenstern 24 Tauri.

5.2 Die Sterne der Leier und des Pfeiles sowie weitere Sterne der Nördlichen Krone und des Kleinen Wagen

Das Sternbild der Leier
Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind und im Wesentlichen den Leierkasten bilden und wie ein Parallelogramm neben der Wega aussehen. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe. Das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Ebenso wie Atair, der fliegende Adler an-nasr attair, aus drei Sternen gebildet wird, wird auch der fallende Adler an-nasr al-wagi, aus dessen zweitem Wort sich ja der Sternname Wega gebildet hat, von drei Sternen gebildet, die aber in Winkelform zueinander stehen, das sind epsilon Lyrae, die Wega sowie zeta Lyrae.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sheliak am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in die Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere obere Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte untere Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die quer dazu nebeneinander stehen und das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der rechte in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der linke ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4 . Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

Im Großen Wagen gibt es bei guter Nordsicht einen weiteren äußerst einfach auffindbaren Stern, das ist der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen im Norden kann man sehr schön 2 Sterne oberhalb des Wagenkastens vom Großen Wagen erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache".

Bei klarer Sicht kann man ganz in der Nähe des vordersten Sternes Benetnash vom Großen Wagen zwei weitere Sterne 4. Größe sehen, die mit Benetnash ein Dreieck in den Bärenhüter hinein bilden. Die Kantenlänge dieses Dreiecks ist etwas kleiner als der Abstand vom mittleren Deichselstern Mizar zur Benetnash. Der nördlichere Dreieckstern heißt theta Bootis, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 50 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Dreiecks, der in Richtung Ceginus weist, heißt lamda Bootis und ist ein weißlicher Stern im doppelten Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Mit Vorteil wird man einen kleinen Feldstecher zu Hilfe nehmen.

5.3 Weitere Zentralsterne der Hyaden im Feldstecher

Der offene Sternhaufen der Hyaden enthält 41 Sterne, die man theoretisch gerade noch von bloßem Auge erkennen kann. Bisher wurden 7 von ihnen vorgestellt; im Feldstecher kann man im Zentrum der Hyaden noch zahlreiche weitere von ihnen sowie einige Vordergrundsterne wie Aldebaran und einige Hintergrundsterne erkennen.

Besonders um die beiden mittleren Hyadensterne des Hyadendreiecks, also delta Tauri auf dem oberen Hyadenast und theta(2) und theta(1) Tauri auf dem unteren Hyadenast, sieht man mehrere Hyadensterne; die Gruppe bei delta Tauri enthält vier auffälligere Sterne und die Gruppe um theta(2) und theta(1) Tauri sogar derer fünf.

Fangen wir bei delta Tauri an: auf dem Weg zum zweithellsten Hyadenstern Ain sieht man den Stern delta(3) Tauri nach einem Drittel des Weges, er ist immerhin der siebthellste Hyadenstern und gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. Geht man in die andere Richtung, so sieht man ebenfalls nach einem Drittel des Weges zum an der Spitze des Hyadendreiecks stehenden dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri den Stern 63 Tauri, einen weißlichen Stern beinahe 5. Größe. Etwas heller ist der Stern delta(2) Tauri auf der Innenseite neben delta Tauri; er bildet mit ihm und delta(3) Tauri ein rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel in delta(2) Tauri und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ebenfalls ein weißlicher Stern.

Die Sternengruppe um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und theta(1) Tauri enthält 5 Sterne: theta(2) und theta(1) Tauri stehen in einem beinahe gleichseitigen Dreieck, bei dem die rechte Ecke mit den beiden hellsten Sternen aus zwei übereinander stehenden Sternen besteht. Der Stern an der oberen Spitze dieses Dreiecks gehört ebenso wie Aldebaran nicht zu den Hyaden, sondern ist ein Hintergrundstern, der rund 30 Lichtjahre weiter entfernt ist. Er heißt 75 Tauri und ist ein Roter Riese 5. Größe. Etwas heller ist der Stern HD28527, der an der linken Ecke dieses Dreiecks steht; er erreicht beinahe die 4. Größe und ist ein Drittel in Richtung Aldebaran zu sehen; er gehört zu den Hyaden und ist gleichhell wie delta(2) Tauri vor delta Tauri am oberen Hyadenast. Auch er ist ein weißlicher Stern. Geht man von theta(2) Tauri in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man zu 71 Tauri; dieser ist der zehnthellste Hyadenstern und erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern. 71 Tauri steht nach rund einem Viertel zwischen dem hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und dem dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri etwas links.

Seien noch zwei weitere Sterne im Zentrum der Hyaden genannt: schräg links unterhalb vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze steht der Stern 58 Tauri; er ist ein weißgelblicher Stern 5. Größe. Geht man von der Sternengruppe um theta(2) und theta(1) Tauri zu 71 Tauri in Verlängerung des Hyadendreiecks nach unten und von dort eineinhalb mal weiter nach rechts, so gelangt man zu pi Tauri; dieser ist ein Hintergrundstern in fast dreifachem Abstand, ein wie unsere Sonne gelber Stern beinahe vierter Größe.

Im Übrigen haben alle Hyadensterne im Zentrum, die die vierte Größe erreichen, auch Eigennamen: der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri heißt Phaesyla und sein Nachbarstern theta(1) Tauri heißt Phaeo. Die beiden stehen ja in der Mitte des unteren Hyadenastes. - Der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri gegenüber Aldebaran heißt Ain und markiert bekanntlich das blutunterlaufene Auge des Stieres; dieser Name entstammt nicht der Tradition der Hyaden, sondern der Tradition des Stieres. Der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze heißt Ambrosia und der vierthellste Hyadenstern delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes heißt Eudora.

Schräg über ihr in Richtung Ain steht der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri, sie heißt Cleeia, und der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri, der auf der Aldebaran-abgewandten Seite schräg rechts unterhalb von theta(2) Tauri, dem hellsten Hyadenstern Phaesyla, und theta(1) Tauri, dem fünfthellsten Hyadenstern Phaeo, steht, heißt Polyxo; sie ist zwei Zehntel Größenklassen schwächer als ihre Schwester Cleeia.

5.4 Weitere Herbststerne und die Figürlichkeit des Wassermanns

Geht man die Nordseite des Glücksstern-Trapezes von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

Im Feldstecher kann man auf dem Weg von Sadalbaham zu Enif und darüber hinaus zwei Sterne sehen; geht man durch das Tor, das von diesen beiden Sternen aufgespannt wird, hindurch, so befindet sich der Kugelsternhaufen M15 unmittelbar neben dem oberen Stern des Tores. Dieser heißt HD204862 und erreicht die 6. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Tores steht bereits im Sternbild des Füllen und heißt HD203345; er erreicht beinahe die 6. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse, der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Wenn man die Pegasuskette von Markab über die Sterne Sadalhomam und Sadalbaham über Enif hinaus in derselben Krümmung weiter geht, so gelangt man zu einem Stern 4. Größe, das ist der Stern 1 Pegasi. Er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Iota Pegasi steht zwischen Scheat und 1 Pegasi.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren.

Geht man im Fuhrmann von Borgadus zur Capella, so erreicht man nach einem Viertel des Weges einen Stern 4. Größe, das ist nue Aurigae, ein Roter Riese im Abstand von gut 210 Lichtjahren. Unmittelbar neben ihm steht ein Stern gerade noch 4. Größe, das ist der Stern tau Aurigae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im gleichen Abstand.

Im Fuhrmann kann man zwischen den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I sowie Hassaleh drei weitere Sterne beinahe 4. Größe erkennen, die ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Das sind die Sterne 4 Aurigae, 2 Aurigae und 1 Aurigae. 4 Aurigae steht auf der Seite der beiden Ziegenkinder und 2 Aurigae auf der Seite von Hassaleh; geht man von hier rechtwinklig ein bisschen in Richtung Mirfak, so gelangt man zu 1 Aurigae.

2 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von 560 Lichtjahren, er ist ebenso wie der zweithellste Bärenhüterstern Mirak einer der hellsten Sterne des umstrittenen erweiterten Bärenstromes. 4 Aurigae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren und 1 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 530 Lichtjahren. Aufgrund der neuen Sternbildgrenzen gehört dieser Stern nun zum Perseus, hat aber seinen Namen behalten.

Im Steinbock gibt es zwei weitere Sterne, die die Helligkeit der sechsthellsten Plejade Taygeta erreichen: wenn man das Sternbild als das "Lächeln des Himmels" bezeichnet, so stehen diese beiden Sterne links der Mitte der beim Lächeln nach unten geschwungenen Oberlippe, das ist zwischen Deneb Algedi und der Sadnashira einerseits im von uns aus gesehen linken Mundwinkel des "Steinbock-Lächelns" sowie der Algiedi und Sadaldabih in seinem rechten Mundwinkel. Fast in der Mitte der beiden Sadalgruppen, etwas näher an der Sadnashira, sieht man theta Capricorni, einen weißlichen Stern im Abstand von fast 160 Lichtjahren; er ist sogar etwas heller als die fünfthellste Plejade Merope. Und links von ihm, schon nach einem Viertel des Weges entlang der Oberlippe vom linken Mundwinkel ausgehend, also in der Mitte zwischen der Sadnashira und theta Capricorni, steht der Stern iota Capricorni, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 210 Lichtjahren.

Wir haben bereits einige Wassermannsterne der beiden Sternenketten des Wassermannes kennengelernt und darauf aufbauend wollen wir uns nun diesem Sternbild widmen und alle Sterne bis zur 4.3-ten Größe vorstellen, das ist die Helligkeit der sechsthellsten Plejade Taygeta. Außerdem werden auch alle Sadal-Partnersterne vorgestellt; zwar sind die meisten von ihnen fast eine halbe Größenklasse schwächer, aber aufgrund ihrer Nähe zum hellsten Stern ihrer Sadalgruppe viel einfacher auffindbar.

Fangen wir mit den Sadal-Partnersternen an: unterhalb der ersten Wassermannlinie befinden sich die übrigen noch ausstehenden Sadalsterne. Sie sind im Feldstecher nicht ganz so einfach wie die anderen Sadal-Partnersterne zu finden, weil sie weiter von ihrem Sadalhauptstern entfernt sind und oftmals auch noch weitere nur wenig schwächere Sterne dazwischen stehen.

Der hellste von ihnen befindet sich schräg links unterhalb von Sadalbali, das ist nue Aquarii, der sogar etwas heller als sein viel einfacher auffindbarer Sadal-Partnerstern mue Aquarii ist. Nue Aquarii ist wie unsere Sonne ein gelber Stern gerade noch 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren. Vorsicht, dass man ihn nicht mit dem Stern 7 Aquarii verwechselt, der kein Sadal-Partnerstern ist und nur etwas weiter als mue Aquarii von Sadalbali entfernt ist; er ist ein Roter Riese gerade noch 5. Größe im Abstand von 600 Lichtjahren ist. Nue Aquarii ist rund dreimal weiter entfernt und steht etwas südlich.

Schräg links unter Sadalsuud befindet sich sein Sadal-Partnerstern xi Aquarii, er ist ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren. Fast gleichviel weitergehend befindet sich etwas östlich ein Stern 5. Größe, der bereits zum Steinbock gehört; das ist der Stern 46 Capricorni, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 800 Lichtjahren. Er ist der zweite Sadal-Partnerstern von Sadalsuud.

Und schräg rechts unterhalb von Sadalmelik befindet sich sein Sadal-Partnerstern omicron Aquarii, er ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von 380 Lichtjahren. Zwischen ihm und seinem Hauptstern Sadalmelik befindet sich der Stern 32 Aquarii, der zwar kein Sadalstern ist, aber zum Auffinden von omicron Aquarii sehr hilfreich ist. 32 Aquarii ist ein weißlicher Stern 5. Größe im Abstand von 230 Lichtjahren.

Es ist nicht einfach, in den beiden fast senkrecht zueinander verlaufenden Sternenlinien und links von ihnen bei schlechten Sichtbedingungen ohnehin gar nicht erkennbaren Sterngrüppchen schwächerer Sterne einen Wassermann erkennen zu wollen, zumal aus der arabischen Tradition kein Wassermann, sondern mehrere Glückssterngruppen überliefert sind. Die meisten Darstellungen stellen die Glückssternlinie als linken Arm des Wassermannes bis hin zu seiner rechten Schulter dar. Je nach Darstellung befinden sich die drei Sterne der Sadalgruppe Sadalbali an seiner linken Hand oder einem Tuch, welches der Wassermann an seiner linken Hand trägt. Die beiden hellsten Sterne des Wassermannes, Sadalsuud und Sadalmelik, befinden sich an seinen beiden Schultern, wobei sich beide Sadal-Partnersterne xi Aquarii und omicron Aquarii dann an seinen beiden Achseln unterhalb seiner Schultern stehen.

Der etwas schiefe Mercedesstern der Sadalgruppe Sadalachbia stellt das Wassergefäß dar, aus dem etwas schräg das Wasser zum Wassermannstern Hydor herausströmt. Der dritthellste Wassermannstern Skat bezeichnet dann seinem Namen entsprechend eine Position am Bein des Wassermannes.

Links neben der zweiten Wassermannlinie befinden sich mehrere kleine Sterngruppen mit Sternen 4. und 5. Größe, durch die sich der Wasserfluss des Wassermannes schlängelt. Vermutlich spielten diese kleinen Sterngruppen in der arabischen Tradition eine wichtige Rolle, auch wenn sie keine auffälligen Sterne enthalten, möglicherweise, weil es in diesem Himmelsareal mehrere von ihnen gibt. - Der Stern 88 Aquarii am Ende der zweiten Wassermannlinie steht zwar ebenfalls in einer solchen Sternengruppe, diese markiert aber den Fuß des Wassermannes und nicht eine weitere Windung des Wasserflusses, der sich dann zum Südlichen Fisch hinunterwindet.

Der Stern Ancha erreicht die 4. Größe und bildet mit den beiden hellsten Wassermannsternen Sadalsuud und Sadalmelik an seinen Schultern ein fast gleichseitiges Dreieck in den Körper des Wassermannes und wird meistens oberhalb der Hüfte des Wassermannes dargestellt. Ancha ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und bedeutet "der Hüftknochen (des Wassermannes)".

Der Wasserfluss, den der Wassermann ausgießt, entspringt einem Gefäß, welches durch die Sadalgruppe Sadalachbia, den Mercedesstern, dargestellt wird. Er windet sich dann etwas nach Osten zu Hydor, dem obersten Stern der zweiten Wassermannlinie und weiter nach Osten gehend zu mehreren kleinen Sterngruppen, in denen auch die Sterne phi Aquarii und psi(1) Aquarii stehen.

Hydor, phi Aquarii und psi(1) Aquarii bilden ein längliches gleichschenkliges Dreieck mit Hydor an seiner langen Spitze und phi Aquarii an seiner oberen und psi(1) Aquarii an seiner unteren Ecke. Beide Sterne sind ebenso wie Ancha gleich hell wie die sechsthellste Plejade Taygeta sowie der Sadal-Partnerstern vom Pegasusstern Sadalhomam zwischen Sadalhomam und Markab oder der Casseiopeiastern kappa Cassiopeiae, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet. Auch die meisten inneren Sterne des Kleinen Wagen erreichen diese Helligkeit. Phi Aquarii und psi(1) Aquarii sind beide Rote Riesen, phi Aquarii im Abstand von gut 220 Lichtjahren und psi(1) Aquarii im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Der Wasserfluss windet sich dann weiter um das Bein des Wassermannes mit dem dritthellsten Wassermannstern Skat und seinem Nachbarstern tau Aquarii und fließt schließlich durch die Sterngruppe mit dem Stern 98 Aquarii hindurch, die sich links vom Fuß des Wassermannes befindet, der durch die Sterngruppe von 88 Aquarii dargestellt wird, ehe er sich dann ins Maul des Südlichen Fisches bei der Fomalhaut ergießt.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der Stern iota Aquarii; er befindet sich etwas abseits zwischen Ancha und den beiden Steinbocksternen Deneb Algedi und der Sadnashira, etwas unterhalb und etwas näher an Deneb Algedi. Iota Aquarii ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 170 Lichtjahren.

Zahlreiche Sterne, die in der Figürlichkeit der beiden Sternbilder eine Rolle spielen, erreichen nur die vierte Größe; so dass eine Auswahl dieser Sterne ebenfalls vorgestellt wird. Diese Darstellung ist bis und mit der 4.3-ten Größe vollständig, insbesondere sind somit alle Sterne dieser beiden Sternbilder vorgestellt, die mindestens die Helligkeit eines der 6 hellen Plejadensterne erreichen.

Das Parallelogramm mit Menkar und Kaffaljidhm wird von zwei Sternen vierter Größe ergänzt, die man in Richtung Andromeda sieht und die etwa doppelt so weit entfernt sind wie der Abstand von Menkar zu Kaffaljidhm. Mue Ceti steht auf der Seite von Menkar und xi(2) Ceti auf der Seite von Kaffaljidhm; mue Ceti ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 85 Lichtjahren und xi(2) Ceti ein blauweißlicher rund doppelt so weit entfernter Riesenstern.

Auf dem Weg von Baten Kaitos am oberen Ende der Deneb Kaitos-Deichsel zum Hauptstern des Walfisches Menkar findet man nach drei Vierteln des Weges, wenn die Mira heller ist auch in der Mitte zwischen Mira und Menkar, einen Stern 4. Größe, das ist der Walfischstern delta Ceti. Dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 650 Lichtjahren.

Geht man von xi(2) Ceti, dem fischeseitigen Stern des Menkar-Parallelogramms, zu omicron Piscium zwischen den beiden Fischesternen Alpherg und Alresha, so gelangt man nach einem Drittel des Weges zu einem gleichhellen Stern, das ist xi(1) Ceti, ein gelber Stern im Abstand von gut 360 Lichtjahren. Die beiden Parallelogrammsterne Kaffaljidhm und xi(2) Ceti bilden zusammen mit delta Ceti und xi(1) Ceti eine trapezförmige Figur.

Einen weiteren Walfischstern 4. Größe findet man, wenn man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten zum sonnennahen Stern tau Ceti abbiegt und fast gleichviel weitergeht. Das ist upsilon Ceti, ein Roter Riese im Abstand von 300 Lichtjahren. Geht man statt dessen von theta Ceti über Baten Kaitos gleichviel weiter, so gelangt man zu pi Ceti, einem blauweißlichen Stern im Abstand von gut 440 Lichtjahren.

Auch in den Fischen finden wir weitere Sterne vierter Größe. Den Stern epsilon Piscium findet man am einfachsten, wenn man von den Widdersternen Hamal und Sheratan über den hellsten Fischestern Alpherg gleichviel weitergeht, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

Weitere Fischesterne des schwächeren westlichen Fisches findet man in der Nähe von gamma Piscium geht man von gamma Piscium in Richtung Alpherg, so findet man in der Mitte unter dem unteren Schenkel des Herbstvierecks den Stern iota Piscium und fast gleichviel weitergehend den Stern omega Piscium. Beide sind weißgelbliche Sterne, iota Piscium im Abstand von 45 Lichtjahren und omega Piscium gut doppelt so weit im Abstand von 105 Lichtjahren.

Sei noch der Stern theta Piscium erwähnt, auch er steht wie gamma Piscium und iota Piscium im Kopf des westlichen Fisches, in der Mitte der beiden etwas oberhalb. Theta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von 160 Lichtjahren.

Der Kopf des westlichen Fisches wird von zwei weiteren Sternen vervollständigt: lamda Piscium erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, und kappa Piscium ist ebenfalls ein weißlicher Stern 5. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Die Sterne gamma, theta, iota, lamda und kappa Piscium sind ringförmig angeordnet und bilden den Kopf des westlichen Fisches.

Gleichhell wie lamda Piscium ist auch der Stern beta Piscium, der etwas westlich vom hellsten Stern des westlichen Fisches gamma Piscium steht; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren.

Geht man von Menkar über Kaffaljidhm gut die Hälfte weiter, so gelangt man zum Stern HD015694, einem Roten Riesen 5. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Dieser Stern war auch auf dem Bild des Kometen Siding-Spring, der bei seiner nahen Mars-Passage vom Mars-Rovers Opportunity fotographiert wurde, zu sehen.

5.5 Die Sprünge der Gazelle und weitere Sterne vom Bärenstrom der Großen Bärin

Das komplette Sternbild der Großen Bärin. Noch mehr Sterne sind auf der vergrösserten Darstellung bezeichnet.
Das Areal unterhalb des Großen Wagen enthält keine Sterne 2. Größe und wird meistens auch nicht weiter beachtet. Das ist schade, denn dort befinden sich mehrere Sterne, die helle Sterne dritter Größe sind - wären sie nur eine Zehntel Größenklasse heller, so würden zwei von ihnen sogar beinahe die 2. Größe erreichen. Sie sind also durchaus auffällige Sterne. Am einfachsten findet man sie mit Hilfe der Gazellensprünge, das sind drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe, und die Mythologie weiß zu berichten, dass es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle handelt. - Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom mittleren Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Sie sind der zweit- und dritthellste Nichtwagenstern der Großen Bärin und beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der hellste Nichtwagenstern der Großen Bärin, das ist psi Ursae Maioris unterhalb des Wagenkastens. Man findet ihn am einfachsten in Verlängerung der beiden kurzen Seiten des Wagenkastens nach unten. Er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Der vierthellste Nichtwagenstern ist ebenfalls heller als der Wagenstern Megrez, das ist der Stern Al Haud, der von bloßem Auge gleichhell wie Talitha Borealis vom dritten Gazellensprung ist. Er befindet sich auf dem Weg von Talitha Borealis zum hinteren unteren Kastenstern Merak nach rund einem Drittel des Weges. Al Haud bedeutet "Becken" und ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren.

Am einfachsten fängt man mit den Gazellensprüngen an unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Im November kann man am Abendhimmel nur den zweiten und den dritten Gazellensprung tief am Nordhorizont sehen.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens bei guter Nordsicht sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird vom hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris gebildet, der bereits vorgestellt wurde; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Wagensicht nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens schief nach innen und unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein, hier wird der Fersenstern von Al Haud, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, gebildet und diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern wird manchmal auch als Sarir bezeichnet. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez. Den ersten Gazellensprung findet man, indem man vom dritten Gazellensprung über den zweiten Gazellensprung ungefähr gleichviel weitergeht.

Die Große Bärin hört nicht bei den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen auf, sondern hat mit der Muscida noch einen weiteren Stern 3. Größe an ihrem Kopf und zwei Sterne beinahe dritter Größe an ihrem Hals: in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - im späten Herbst ist das nach rechts, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel. - Auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von der Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, und Alula Borealis vom ersten Gazellensprung in der späten zweiten Nachthälfte und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung, den man in der späten zweiten Nachthälfte sehen kann; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas zur Wagendeichsel hin eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und wurde schon vorgestellt; er erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen und dem Augenprüfstern Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18. Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.6 Der Drache und weitere Herkulessterne

Der Drache ist neben dem Großen und dem Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der rechte obere ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der linke untere gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi. Er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae, der neben der hellen Wega steht.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite. Mue Herculi findet man, indem man vom hellsten Herkulesstern Rutikulus über Sarin ungefähr gleichviel weitergeht.

Im nördlichen Teil des Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe:

Neben Rutikulus steht der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Der Stern tau Herculi bildet mit Alwaid in der Drachenkopf-Raute und pi Herculi ein fast gleichseitiges Dreieck nach oben, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

5.7 Weitere Sommersterne

Wir fangen bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Riesenstern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. - Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zum Stern 12 Aquilae, dieser Stern erreicht 4. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Er ist gleichhell wie Deneb el Okab Borealis, ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von delta Aquilae zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken, so gelangt man nach gut der Hälfte zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist eta Aquilae. Dieser ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von fast 1200 Lichtjahren.

Den Stern Al Thalimain Posterior schließlich findet man, indem man von Al Thalimain Prior zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts geht; nach gut der Hälfte gelangt man etwas nach oben zu delta Aquila eingerückt zu einem Stern 4. Größe, das ist Al Thalimain Posterior, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Man kann diesen Stern, der fast so hell wie 12 Aquilae und Deneb el Okab Borealis ist, auch finden, indem man Deneb el Okab herkommend über delta Aquilae etwas mehr als die Hälfte weitergeht. Al Thalimain bedeutet "die (beiden) Strauße".

Geht man entlang des Bogens Atair über delta Aquilae und Al Thalimain Prior gleichviel weiter, so gelangt man in die nördlichen Teile des Schützen, dessen erste Mondstation ebenfalls zwei Straußen beschreibt. Dabei durchquert man das unauffällige Sternbild des Schildes, dessen Hauptstern beinahe 3. Größe erreicht und den man etwas unterhalb der Mitte der Sterne Al Thalimain Prior und 12 Aquilae einerseits und des zweithellsten Schlangensternes eta Serpentis andererseits findet. Alpha Scuti ist ein Roter Riese im Abstand von rund 175 Lichtjahren.

Das Sternbild des Schützen hat noch drei Sterne beinahe dritter Größe, die nicht schwer zu finden sind. Der Stern omicron Sagittarii befindet sich in der kleinen Sterngruppe um den Schützenstern Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er steht zwischen Albalda und xi(2) Sagittarii, etwas unterhalb. Den Stern mue Sagittarii findet man, wenn man vom Stern Sabik am unteren abgeknickten Ende des Himmelslineals zu Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens geht, etwa ein Viertel ehe man Kaus Borealis erreicht, etwas oberhalb. Und den Stern rho1 Sagittarii findet man, wenn man die beiden Sterne des oberen Bogens, das sind Nunki und Albalda, nach oben gleichviel in Richtung des Adlers verlängert. Omicron Sagittarii ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und wird manchmal auch als Manubrium bezeichnet, das bedeutet "Brustbein (des Schützen)", mue Sagittarii heißt auch Polis und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 3000 Lichtjahren; Polis ist eine koptische Bezeichnung und bedeutet "Fohlen". Rho(1) Sagittarii ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 120 Lichtjahren.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner Falken nach links, also in die andere Richtung als delta Aquilae, so gelangt man zum Sternbild des Delfin. Dieser ist ein kleines Sternbild und sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Man kann auch im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegeln und gelangt zum Delfin, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht.

Der Delfin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute steht in Richtung Schwan der Hauptstern des Delfins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Beide Sterne wurden bereits vorgestellt. - An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 360 Lichtjahren. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

Der hellste Stern des Füllens erreicht beinahe die 3. Größe, er steht in der Mitte vom hellsten Pegasusstern Enif, vom hellsten Wassermannstern Sadalsuud und vom Delfin; man findet ihn, indem man von Enif in Richtung Delfin geht und nach einem Viertel des Weges senkrecht nach unten in Richtung Wassermann abbiegt. Alpha Equulei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 190 Lichtjahren.

5.8 Der Kleiderbügel

Wer einen lichtstarken Feldstecher hat, kann einmal versuchen, den "Kleiderbügel" zu finden: Dieser befindet sich auf der Verbindungslinie Atair - Wega, etwa ein Drittel von Atair entfernt, d.h. unterhalb von Albireo, ein bisschen ins Sommerdreieck hineingeschoben. Er besteht aus 6 Sternen, die gerade auf einer Linie liegen sowie vier Sternen, die einen Haken nach unten bilden, so dass dieser Kleiderbügel kopfüber am Himmel steht. Die Sterne des Kleiderbügels stehen nur zufällig dort, sie sind aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt und bilden keinen Sternhaufen. Sie befinden sich im unauffälligen Sternbild des Füchschens.

Der hellste Stern des Kleiderbügels heißt 4 Vulpeculae und erreicht 5. Größe und kann bei sehr guten Sichtbedingungen von bloßem Auge gesehen werden, er steht an der Rundung des Hakens, also an der dritten Stelle. Zwei weitere Sterne erreichen beinahe die 5. Größe und können somit theoretisch bei ausgezeichneten Sichtbedingungen ebenfalls von bloßem Auge gesehen werden. Sie stehen an den beiden ersten Stellen des Kleiderbügelhakens; der erste heißt 5 Vulpeculae und der zweite heißt HD182955. Drei weitere Sterne erreichen die 6. Größe und sind sehr einfache Feldstecherobjekte, das sind vom Schwan herkommend der erste, der vierte und der fünfte Stern der Kleiderbügellinie. Sie heißen 7 Vulpeculae, HD182761 und HD182422.

Der hellste Kleiderbügelstern 4 Vulpeculae ist ein Roter Riese im Abstand von fast 240 Lichtjahren. 5 Vulpeculae, der erste Stern des Kleiderbügelhakens, ist ein geringfügig näherer weißlicher Stern im Abstand von 220 Lichtjahren, und der dritthellste Kleiderbügelstern zwischen den beiden ist ein Roter Riese im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Der erste Kleiderbügellinienstern 7 Vulpeculae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 750 Lichtjahren, der vierte Kleiderbügellinienstern ist ein weißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und der vorletzte Kleiderbügellinienstern ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 1100 Lichtjahren.

Die 4 übrigen Sterne kann man bei genügend guten Sichtbedingungen ebenfalls im Feldstecher sehen.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350'000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Der zweite und dritte Stern der Kleiderbügellinie erreichen beide beinahe 6. Größe und heißen HD183261 - er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 900 Lichtjahren, und HD182972 - er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren. Der letzte Stern der Kleiderbügellinie erreicht die 7. Größe, er heißt HD182293 und ist ein Roter Riese im Abstand von 360 Lichtjahren; gleichhell ist der vierte Kleiderbügelhakenstern HD182620, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 550 Lichtjahren.

5.8 Weitere hellere Plejaden- und Hyadensterne abseits ihres Zentrums

Ganz ähnlich wie beim Bärenstrom enthalten auch die Plejaden und die Hyaden Mitglieder, die sich nicht mehr im Zentrum aufhalten, allerdings sind diese Sterne immer noch in der Nähe ihrer Sternhaufen und weniger als zwei Zentrumsdurchmesser entfernt.

Bei den Plejaden handelt es sich um vier Sterne; zwei von ihnen erreichen gerade noch die 5. Größe: der Stern 18 Tauri kann in gleichweiter Verlängerung der Plejade Merope über die Maia gefunden werden und ist absolut gleich hell wie die beiden scheuen Plejadenschwestern Celaeno und Asterope. Geringfügig heller ist der Stern HD23753; er bildet mit Atlas und der Merope ein gleichseitiges Dreieck weg von den Plejaden, also in die andere Richtung als die Alcyone.

Die beiden anderen Plejadensterne abseits vom Zentrum erreichen die 6. Größe, das sind HD23923 und HD23950. HD23923 findet man, indem man von der Maia kommend über die Alcyone gleichviel weiter verlängert, dabei sieht man zwischen Alcyone und HD23923 noch den Vordergrundstern 26 Tauri, der nicht zu den Plejaden gehört; er ist gerade noch 6. Größe hell, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Noch ein bisschen mehr abseits steht der Plejadenstern HD23923; ihn findet man, indem man von der Alcyone aus über den oben genannten Plejadenstern HD23753, der gerade noch die 5. Größe erreicht, zweimal weiter verlängert.

Bei den Hyaden sind es einige mehr: neben den fünf hellsten Hyadensternen, die dieses typische Dreieck mit je einem Stern in der Mitte der beiden Dreieckschenkel bilden, enthalten die Hyaden vier weitere Sterne, die immerhin gleich hell oder heller als der sechsthellste Plejadenstern Taygeta sind. Einer wurde bereits vorgestellt, das ist der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri neben delta Tauri in Richtung Ain im Hyadenzentrum. Die übrigen sind etwas verstreut.

Zwei von ihnen findet man in einer Sternengruppe, die sich oberhalb vom zweithellsten Hyadenstern Ain befindet: der sechsthellste Hyadenstern kappa(1) Tauri und der achthellste Hyadenstern upsilon Tauri stehen nebeneinander oberhalb des oberen Hyadenastes. Man findet sie, indem man von Aldebaran über den zweithellsten Hyadenstern Ain gleichviel verlängert. Der rechte der beiden ist kappa(1) Tauri, er ist der hellste Hyadenstern, der nicht im Zentrum steht, und der linke ist upsilon Tauri. Beide erreichen die vierte Größe und sind weißliche Sterne. Unterhalb von kappa(1) Tauri kann man einen Stern 5. Größe sehen, das ist kappa(2) Tauri, auch er ist ein weißlicher Stern.

Der vierte von ihnen schließlich ist der neunthellste Hyadenstern 90 Tauri; ihn findet man, wenn man vom oberen mittleren Hyadenstern delta Tauri über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des unteren Hyadenastes gut doppelt so viel nach unten weitergeht. Auch 90 Tauri ist ein weißlicher Stern vierter Größe, von bloßem Auge gleichhell wie die Plejade Taygeta. Der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri erreicht gerade noch die 4. Größe und wurde bereits vorgestellt; er steht im Hyadenzentrum und gehört zur Gruppe der mittleren Sterne des unteren Hyadenastes um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und befindet sich auf dem Weg zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden.

Geht man nun von delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri fast gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist rho Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern. Von hier parallel des unteren Hyadenastes nach links gehend gelangt man schräg links unterhalb von Aldebaran zu zwei Sternen; der obere und hellere ist sigma(2) Tauri, auch er ist wie rho Tauri ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe, und der untere ist sigma(1) Tauri, ein weißlicher Stern 5. Größe.

Ein weiterer Hyadenstern, der beinahe die 4. Größe erreicht, ist iota Tauri; er steht etwas abseits und man findet ihn am einfachsten, indem man vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze des Hyadendreiecks durch das Tor, das durch Aldebaran und Ain aufgespannt wird, hindurch doppelt soviel weiter geht; er steht ungefähr in der Mitte zwischen Aldebaran und El Nath. Auch iota Tauri ist ein weißlicher Stern.

Seien noch zwei Hyadensterne 5. Größe genannt: den Stern 79 Tauri findet man, indem man von Ain über theta(2) Tauri und theta(1) Tauri gleichweit verlängert, und den Stern 97 Tauri findet man fast in der Mitte zwischen Aldebaran und iota Tauri. Beide sind ebenfalls weißliche Sterne.

5.9 Ab 21 Uhr: weitere Sterne im Orion, in den Zwillingen und im Hasen

Verlängert man den Oriongürtel nach oben, so folgen drei Sterne übereinander; der obere erreicht immerhin die 3. Größe und heißt pi(3) Orionis; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Die Bellatrix und pi(3) Orionis, für den manchmal der Name Tabit verwendet wird, sind die ersten Orionsterne, die man im späten Herbst wieder aufgehen sehen kann. Unter pi(3) Orionis stehen zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe: zunächst pi(4) Orionis und unter ihm dann pi(5) Orionis. Beide sind wie die meisten übrigen Orionsterne weit entfernte blauweißliche Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren.

Einen weiteren Stern dritter Größe findet man, wenn man vom Oriongürtel oben bei der Mintaka rechtwinklig im Uhrzeigersinn, das ist derzeit nach rechts, abbiegt und eine Gürtellänge weitergeht; das ist eta Orionis. Auch er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren.

Im Orion befinden sich noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe, das sind tau Orionis, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren, sowie sigma Orionis, der ebenfalls ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1000 Lichtjahren ist. Tau Orionis steht oberhalb von Rigel; sie bilden mit Cursa im Eridanus ein rechtwinkliges Dreieck, und sigma Orionis steht gleich neben dem unteren Oriongürtelstern Alnitak in Richtung Rigel.

In den Zwillingen steht der Stern eta Gemini neben dem Stern Tejat am Fuße von Castor, er ist ein veränderlicher Stern zwischen 3. und 4. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Der Stern Wasat steht zwischen Pollux und der Alhena, etwas näher an Pollux. Er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Wasat bedeutet "ein Stern, der sich zeigt in der Luft des Himmels". Diesen Namen erhielt er rein willkürlich, er ist aber bis heute in Gebrauch. Auch kappa und lamda Gemini erreichen gerade noch die dritte Größe, zu kappa Gemini gelangt man, indem man von Castor zu Pollux geht und dann fast dieselbe Strecke in Richtung Procyon weitergeht, und lamda Gemini findet man auf dem Weg von Procyon zu Wasat, kurz bevor man Wasat erreicht, etwas zum Orion eingerückt. Kappa Gemini ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 150 Lichtjahren und lamda Gemini ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Die nächsten Sterne erreichen allesamt beinahe die 3. Größe: theta Gemini findet man in Verlängerung der Alhena über Mebsuta, die zwischen Castor und Tejat steht, hinaus, er ist ein weißlicher Stern im Abstand fast 200 Lichtjahren. - Zeta Gemini ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von über 1000 Lichtjahren und iota Gemini ein Roter Riese im Abstand von gut 125 Lichtjahren; zeta Gemini steht zwischen der Alhena und Wasat, näher an Wasat, und iota Gemini bildet ein beinahe gleichseitiges Dreieck mit Castor und Pollux in Richtung der Füße der Zwillinge.

Das Sternbild des Hasen hat noch zwei weitere Sterne gerade noch 3. Größe, das sind zeta Leporis auf halbem Wege etwas östlich zwischen seinem Hauptstern Arneb an der linken oberen Ecke des Hasenvierecks und dem linken Orionfußstern Saiph, sowie gamma Leporis, der mit Arneb und Nihal an der linken unteren Ecke des Hasenvierecks ein nach Osten weisendes rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in Nihal bildet. Zeta Leporis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und gamma Leporis ein weißgelblicher Stern im Abstand von 26 Lichtjahren.

Verfolgt man von Nihal ausgehend einen Bogen über Arneb und zeta Leporis, so erreicht man kurz danach einen Stern beinahe 3. Größe namens eta Leporis; auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Der linke Orionfußstern Saiph, zeta und eta Leporis bilden einen rechtwinkliges Dreieck. Auch delta Leporis erreicht beinahe die 3. Größe und bildet mit den beiden Hauptsternen Arneb und Nihal sowie gamma Leporis ungefähr ein Rechteck; delta Leporis ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 110 Lichtjahren.

6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deities. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

The Nakshatra of the autumn contain less bright stars than the Nakshatra of the other seasons, but they contain the oldest constellations as their ascendance heralded the fertile season with rain bringing life back again to earth. The main constellations of this period are Capricorn and Aquarius. The Arabian tradition using groups of nearby stars instead of the larger constellations of today called these star groups Sadal-stars, where Sadal means "good fortune)". There are 10 such Sadal-stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

6.1 The big "Southern Route" from Orion to Sagittarius

In the east, the famous constellation Orion is seen. Its left shoulder, Betelgeuse, is a very bright star of 0th magnitude, a red giant star 400 lightyears away and translates as the "Giant's Shoulder". Following the belt of the Orion to the north the main star of Taurus, Aldebaran, can be seen. This is a bright red giant star of nearly 0th magnitude, a distance of 70 lightyears away. Its Arab name means "the follower (of the Pleiades)", since Aldebaran is the next lunar mansion rising after the Pleiades.

Aldebaran seems to be located within a group of a star cluster called the Hyades about 150 lightyears away. Thus Aldebaran is a foreground star not belonging to this star cluster. The main stars of the cluster and Aldebaran look like a "V" with stars at the top, middle and the bottom of the "V", where the middle of the left fork consists of 2 stars. All these main stars of the cluster appear in the 3rd or nearly 3rd magnitude.

Moving from Betelgeuse to Aldebaran and then following both forks like an arrow three times as far again points to Deneb Kaitos, a second magnitude star, and continuing one and a half times further, to Fomalhaut, an even first magnitude star. Fomalhaut is a white star 25 lightyears away and means "Mouth of the (Southern) Fish". Deneb Kaitos is a second magnitude star, a Red Giant star almost 100 lightyears away, and means "Tail of the Beast".

Turning at Deneb Kaitos almost at a right-angle to the northeast and situated twice as far as the distance from Betelgeuse to Aldebaran, a big square-like quadrangle is seen, this is the Autumn Quadrangle. The star at the bottom right is Markab, the principal star of Pegasus, and the star at the bottom left is Algenib. Both stars are bluish stars, Markab being almost 150 lightyears away and Algenib 750 lightyears away. Markab means "Shoulder (of the Horse)" and Algenib means "the Flank (of the Horse)".

Moving to Fomalhaut and then almost at a right-angle to the northeast and situated twice as far as the distance from Betelgeuse to Aldebaran, the star Enif is seen. Enif, meaning "Nose (of the Horse)", is a Red Giant star 700 lightyears away. Both Markab and Enif are second magnitude stars and Algenib is an almost second magnitude star. About three-quarters of the way from Fomalhaut to Enif a third magnitude star is seen: this is Sadalmelik, the principal star of Aquarius. Sadalmelik means "the lucky stars of the king" and is a yellow star like our sun, situated 750 lightyears away.

Continuing the line from Algenib to Sadalmelik as far again leads to 2 stars close together belonging to Capricorn; the upper one Algiedi - which means "goat" - is like our sun, a yellow star, at a distance of 110 lightyears away; and Sadaldabih - which means "the lucky stars of the slaughterer" - is a Red Giant star 350 lightyears away. About one third of the way from Sadalmelik to Sadaldabih, another star of the same brightness, Sadalsuud, which is also in Aquarius, can be observed. Sadalsuud means "luckiest of the lucky stars" and is a yellow star like our sun situated 600 lightyears away. Following this line beyond Sadaldabih for the same distance as that between Sadalmelik and Sadaldabih leads to a second magnitude star, Nunki, which is the brightest star of the northern part of Sagittarius, located within a group of several stars. Nunki is a bluish star 220 lightyears away. The name Nunki is of Sumerian origin and means "divine place on earth".

Continuing further for about the same distance as that between both Aquarius-stars Sadalmelik and Sadalsuud leads to another Sagittarius star: this is Kaus Meridionalis, a Red Giant star of almost second magnitude more than 300 lightyears away. Kaus Meridionalis means "middle star of the arc (of Sagittarius)".

6.2 Purva Ashadha: the Arc of Sagittarius

Purva Ashadha means the "first of the asadha", a constellation whose name translates as "the invincible one".

Imagining a triangle with Nunki and Kaus Meridionalis at its bottom line, the star Kaus Borealis is seen; it is a star of almost second magnitude and its name means "northern star of the arc". - Moving further to the north of Nunki, another nearly second magnitude star can be seen: this is Albalda meaning "the place", which is a white star about 450 lightyears away.

These stars are part of two handle-like groups of stars, where the group with Kaus Meridionalis and Kaus Borealis forms the arc of Sagittarius, and the group with Nunki and Albalda, which also resembles an arc, forms the body of Sagittarius. Both arcs seem to have a short arrow each starting at the middle star and pointing towards the Scorpion.

South of Kaus Meridionalis, the middle star of the real arc of Sagittarius, a further star is seen, forming this Nakshatra together with Kaus Meridionalis, this is Kaus Australis, which is the brightest star of the constellation and almost of first magnitude. Kaus Australis is a bluish star at a distance of 145 lightyears and its name means "southern star of the arc".

South of Nunki the third brightest star of the constellation, Ascella, is seen. This is a white star 90 lightyears away. Ascella is the Latin word for "armpit".

The Lord of Purva Ashadha is Shukra, represented by Venus, its Symbol is an Elephant tusk, a fan and a winnowing basket and its Deity is Apah, the god of Water.

6.3 Uttara Ashadha: the Body of Sagittarius

The two arcs of Sagittarius
The next Nakshatra of the summer is Uttara Ashadha. This means the "second of the asadha".

The arc of the Sagittarius has an arrow with the arrowhead being slightly west of the star Kaus Meridionalis; its name is Alnasl, meaning "arrowhead". Alnasl is a Red Giant star of third magnitude at a distance of nearly 100 lightyears.

This Nakshatra is composed of the stars Nunki and Ascella, the middle and the southernmost star of the "second arc", which forms the body of Sagittarius.

In English literature, the Sagittarius stars form the "Teapot": Kaus Borealis, the northernmost star in the arc of Sagittarius, is the apex of the lid; Nunki in the middle of the "second arc", together with the surrounding stars, and Ascella at the bottom of the second arc, form the handle; and Alnasl forms the tip of the spout. The other stars form the body of the pot; only Albalda, the northernmost star of the second arc, is not part of the teapot.

The Lord of this Nakshatra is Surya, represented by the Sun, its Symbol is an Elephant tusk and a small bed and its Deities are Visvedevas, the universal gods

6.4 Sravana: the Eagle

The next Nakshatra of the summer is Sravana. This means "the hearing".

Continuing the two arcs of Sagittarius to the north leads to an almost 0th magnitude star, which is Altair, the principal star of the Eagle. On either side of Altair is a star: Tarazed to the north and Alshain to the south. Sometimes they are translated as Falcons accompanying the Eagle, which in fact is a mistake: their name originates from "shahin tarazed" which encompassed all three of them, meaning "scale-beam", i.e. the arm of a pair of scales. The first part of the name is nowadays used for Alshain and the second part of the name for Tarazed.

Altair means "the flying Eagle" and is a nearby white star only 17 lightyears away. Tarazed is a Red Giant star of almost second magnitude at a distance of nearly 500 lightyears and Alshain is like our Sun, a yellow star nearly 50 lightyears away. These three stars form this Nakshatra.

As seen before, the brightest star of the northern hemisphere, Arcturus, is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east, a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Following the arc of this handle leads to the second magnitude star Ras Alhague, which is the principal star of the constellation Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Ras Alhague is a white star 60 lightyears away. Ras Alhague can also be found in the middle of Gemma and Atair, a little south. Progressing from Ras Alhague to the Scorpion, after two thirds of the way along, both Sabik stars, zeta Ophiuchi and Sabik, are passed by.

The Lord of Sravana is Chandra, represented by the Moon, its Symbol is an Ear or Three Footprints and its Deity is Vishnu, the preserver of the universe.

6.5 Dhanishta: the Dolphin

Eagle and Dolphin
The first Nakshatra of the autumn is Dhanishta. This means the "most famous". This Nakshatra is also called Shravishtha, which means "swiftest".

It consists of the Dolphin which is located east of the line of the last Nakshatra Sravana comprising of the Eagle stars Tarazed, Altair and Alshain.

The Dolphin looks like a rhombus with a handle and contains two stars of nearly third magnitude and three stars of fourth and nearly fourth magnitude. Its brightest star is beta Delphini, the star is on the side of the rhombus with the handle. The principal star of the Dolphin, alpha Delphini, is of the same brightness and is on the northern side of the middle of the rhombus. Beta Delphini is a white star 80 lightyears away and alpha Delphini is a bluish star at a distance of 240 lightyears.

Continuing the line southwards of the last Nakshatra Sravana with the stars Tarazed, Altair and Alshain leads to the star theta Aquilae and then, carrying on as far again a little offset to the right, to the two stars Algiedi and Sadaldabih, both belonging to Capricorn. All three of them are of third magnitude.

Theta Aquilae is a bluish star almost 300 lightyears away, Algiedi - this means "goat" - is like our sun a yellow star at a distance of 110 lightyears and Sadaldabih, this means "the lucky stars of the slaughterer", is a Red Giant star 350 lightyears away. In the Arabian tradition, both Algiedi and Sadaldabih form the group Sadaldabih. - Currently, the bright red planet Mars is very easily seen passing Sadnashira and Deneb Algedi eastwards.

Continuing this line in the other direction leads to the very bright star Vega, which is the second brightest star of the northern hemisphere. Both Vega and Altair symbolise Eagles, with Altair meaning "the flying Eagle" and Vega meaning "the swooping Eagle" as it tries to catch some prey. Vega is the principal star of the constellation Lyra and it is a white star 25 lightyears away.

Going upwards from Sadaldabih to Algiedi and travelling with the eye three times as far and then at a rightangle to the east, brings you to the star Sadalbali, which is almost as bright as Algiedi. It belongs to Aquarius and is a white star more than 200 lightyears away. Sadalbali means "the brightest of fortune of the swallower".

Its Lord is Mangala represented by Mars, its Symbol is a drum and a flute and its Deities are eight vasus, the deities of earthly abundance.

6.6 Shatabhisha: Capricorn and Aquarius

The next Nakshatra of the autumn is Shatabhisha. This means "Comprising a hundred physicians".

Going from Nunki in Sagittarius to Algiedi and Sadaldabih and the same distance again leads to a third magnitude star, Sadalsuud, the brightest star of Aquarius. Sadalsuud means "luckiest of the lucky stars". Carrying on further the same distance, the principal star of Aquarius is seen, Sadalmelik, which means "the lucky stars of the king". Both stars are yellow stars like our sun , Sadalsuud being 600 lightyears away and Sadalmelik 750 lightyears away. Proceeding a little further and then south, the star Sadalachbia is seen, which means "lucky stars of the tents". It is a white star about 150 lightyears away and forms this Nakshatra. It has the same magnitude as the two brightest stars of the Dolphin from the last Nakshatra.

Taking the line Nunki, Algiedi and Sadaldabih further to Sadalsuud and Sadalmelik, two further stars of Capricorn can be observed by turning at a rightangle to the south of Sadalsuud. The left star is the brightest of Capricorn, Deneb Algedi, and the right star is Sadnashira. Deneb Algedi means "Tail of the Goat" and Sadnashira means "the lucky stars bringing good tidings". Both are white stars respectively 40 lightyears and almost 150 lightyears away. In the Arabian tradition, both stars form the group Sadnashira.

The pretty constellation of the Swan is situated between the flying Eagle Altair and the swooping Eagle Vega and can now be seen in the north-east. The Swan looks like a cross with its brightest star Deneb, another first magnitude star, forming an impressive right-angled triangle with Altair and Vega. Often this triangle is called the "Summer Triangle". Deneb is on the other side of the line Altair - Vega than Ras Alhague, the principal star of the Serpent-Bearer Ophiuchus. Deneb is a very distant bluish star over 3000 lightyears away and means "Tail (of the Swan)". In the middle of Altair and Vega, a fraction towards Deneb, the head ot the Swan is seen, this is the third magnitude star Albireo. Albireo means "Bird" and is a very beautiful star for the telescope as it consists of a bluish and an orange star nearly 400 lightyears away.

In the middle of the Swan is its second brightest star Sadir. It is of second magnitude and like our sun, is a yellow star 750 lightyears away. Sadir means "Breast (of the Swan)". Gienah is the star at the right wing and delta Cygni is the star at the left wing. Gienah means "Wing (of the Swan)", it is a Red Giant star more than 70 lightyears away and delta Cygni is a bluish star at a distance of 170 lightyears.

The Lord of Shatabhisha is Rahu, represented by the north lunar node, its Symbol is an empty circle, 1000 flowers and stars and its Deity is Varuna, the god of cosmic waters, sky and earth.

6.7 Purva Bhadrapada: Pegasus

The fertile trepezium between Pegasus and Aquarius
The next Nakshatra of the autumn is Purva Bhadrapada. This means "the first of the blessed feet".

Starting at Nunki in Sagittarius via Algiedi and Sadaldabih in Capricorn and then Sadalbali in Aquarius to Sadalsuud and Sadalmelik brings you to the star Sadalachbia with its neighbouring stars. This is the "Fertile Line". Sadalsuud and Sadalmelik form the bottom of the "Fertile Trapezium". The top consists of two stars of the constellation Pegasus. The star to the right is of second magnitude, this is the brightest Pegasus star Enif. The star to the left is Sadalbaham, a third magnitude star.

Enif, meaning "Nose (of the Horse)", is a Red Giant star 700 lightyears away, and Sadalbaham meaning "lucky stars of the young beasts". It is a white star almost 100 lightyears away. Enif can also be found with the help of the Summer Triangle: mirroring the swooping Eagle Vega at the line Deneb, the principal star of the Swan, and the flying Eagle Altair, leads the gaze to Enif. The Summer Triangle and Enif form a parallelogram.

Using the "Fertile Trapezium" by tracing from Sadalmelik to Sadalbaham and then veering right leads to Enif. When veering left, however, it leads to another third magnitude star called Sadalhomam, which is a bluish star 200 lightyears away. Carrying on as far again leads to the principal star of the Pegasus, Markab, which is as bright as Enif. Markab is a bluish star at a distance of almost 150 lightyears. Sadalhomam means "lucky star of the high minded" and the principal star Markab means "Shoulder (of the Horse)".

With the help of the Summer Triangle a further star of Pegasus can be found: mirroring the swooping Eagle Vega perpendicular at the line Deneb - Altair, (i.e. next to Deneb), the second magnitude star Scheat is seen. Scheat meaning "Leg (of the Horse)" is a Red Giant star 200 lightyears away, and is as bright as Enif and Markab. It is located within a small regular triangle, where the right corner is composed of 2 stars.

The star at the top of this triangle is Sadmatar whilst the inner and brighter star of the right corner is Sadalbari. Both are of third magnitude. Sadmatar means "lucky star of rain" and is a yellow star like our sun at a distance of more than 200 lightyears. Sadalbari means "lucky star of the splendid one" and is a Red Giant star more than 100 lightyears away. In the Arabian tradition, both stars at the right edge form the group Sadalbari.

This Nakshatra is formed by the principal Pegasus star Markab and Scheat.

Following four times further along the line from Scheat to both Sadalbari stars also leads to the brightest Pegasus star Enif.

Its Lord is Guru represented by Jupiter, its symbols are swords, the two front legs of a funeral cot and a man with two faces and its Deity is Ajikapada, an ancient fire dragon.

6.8 Uttara Bhadrapadi: Autumn Quadrangle

The next Nakshatra of the autumn is Uttara Bhadrapada. This means "the second of the blessed feet".

This Nakshatra consists of the stars Algenib and Sirrah, which form a quadrangle together with the stars Markab and Scheat of the last Nakshatra Bhadrapadi. This quadrangle is called the "Autumn Quadrangle". Sirrah at the northern corner is a second magnitude star, it is a white star 100 lightyears away, Algenib an almost second magnitude star is a bluish star at a distance of almost 500 lightyears.

Sirrah is the principal star of the Andromeda and means "Navel (of the Steed)", which refers to the Horse Pegasus, Algenib belongs to Pegasus and means "the Flank (of the Horse)".

Going down the right side of the Autumn Quadrangle three times its height to the south leads to the first magnitude star Fomalhaut, which is the principal star of the constellation Southern Fish. Going down the left side of the Autumn Quadrangle twice its height to the south leads to the brightest star Deneb Kaitos of the constellation Cetus. Cetus is a sea monster in Greek mythology and was supposed to eat Princess Andromeda, who then was saved by the hero Perseus.

Fomalhaut is a white star 25 lightyears away and means "Mouth of the (Southern) Fish". Deneb Kaitos is a second magnitude star, a Red Giant star almost 100 lightyears away and means "Tail of the Beast".

The Lord of Uttara Bhadrapada is Shani represented by Saturn, its symbols are twins, the back legs of a funeral cot and a snake in the water, its Deity is Ahir Budhyana, a serpent or dragon of the deep.

7 Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition of the last Autumn constellations and the first Winter constellations

In December, the first very bright stars of the famaous Winter constellations are seen.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

7.1 Revati: Pisces

Last autumn Nakshatra: Revathi
The next Nakshatra of the autumn is Revati. This means "prosperous".

The Autumn Quadrangle can be imagined as a house lying on its side with a roof almost double the height of the house itself, i.e. the quadrangle. In this visualization, the bottom of this house is formed by the Nakshatra Purva Bhadrapada, consisting of the stars Markab and Scheat. The upper edge of this house is formed by the Nakshatra Uttara Bhadrapada consisting of the stars Algenib and Sirrah.

The star at the roof of this house is a bright as Sirrah: this is Hamal, the principal star of Aries, the Ram. A little south of it in the direction of Algenib is Sheratan, a star as bright as Algenib. Hamal originates from ras-al-hamal meaning "the Head of the Ram" and Sheratan means "The two Signs (Pisces and Aries)". Hamal is a Red Giant Star 75 lightyears away and Sheratan is a white star at a distance of 60 lightyears.

Going from Hamal to Sheratan and then three times further leads to the almost third magnitude star Alpherg, the brightest star of Pisces. Alpherg means "Horse", a reference to nearby Pegasus, and is a yellow star like our sun at a distance of nearly 300 lightyears. Alpherg also is found by following the line from Markab to Algenib the same distance again.

This Nakshatra consists of a star of only 5th magnitude which is in the area reached by continuing from Hamal and Sheratan to Alpherg and then the same distance beyond and a little to the southeast. Lord of Revati is Budha represented by Mercury, its Symbol is a fish or a pair of fish and a drum and its Deity is Pushan, the nourisher or the protective deity.

7.2 Ashvini: Aries

The next Nakshatra of the autumn is Ashvini. This means "wife of the Ashvins".

This Nakshatra consists of the star Sheratan and its neighbouring star, both in Aries. They are the stars right of its principal star Hamal.

The Lord of Ashvini is Ketu, represented by the South lunar node, its Symbol is a Horse's head and its Deity are Ashvins, the horse-headed twins who are physicians to the gods.

7.3 Bharani: the Northern Fly

The next Nakshatra of the autumn is Bharani. This means "the bearer".

Moving across Aries the other way from Alpherg, i.e. from Sheratan to Hamal and then three times further, leads to the almost third magnitude star Bharani, a little to the south. Bharani used to be the principal star of the constellation "Northern Fly" or "Northern Bee", which nowadays belongs to Aries as well. Bharani is a bluish star 160 lightyears away. This Nakshatra is formed by Bharani and its neighbouring stars.

The Lord of Bharani is Shukra, represented by Venus, its Symbol is Yoni, the female organ of reproduction and its Deity is Yama, the god of Death or Dharma.

7.4 Krittika, the famous Pleiades

The famous Pleiades, a group of 6 stars of 4th magnitude or brighter closely located together, are easily visible southeast of the Nakshatra Bharani. In the Nakshatra they have been called Krittika, which is an old name for the Pleiades; they are personified as the nurses of Karttikeya, the son of Shiva and Parvati.

Their Lord is Surya, representing the Sun, their symbol is a knife or spear and their Deity is Agni, the god of fire.

The Pleiades are a young star cluster of only 125 million years of age at a distance of nearly 400 lightyears. It looks like a sauce pan with a handle where the handle touches the pan at its brightest star. That is Alcyone, a star of nearly 2nd magnitude; it is the third brigtest star in the constellation of Taurus. Alcyone is, like all stars of the Pleiades, a very hot bluish star.

The second brigtest star of the Pleiades is the star Atlas at the end of the handle. Thus Atlas and Alcyone form the handle of the pan. Continuing along the line is Maia, following the pan around is Elektra and then Merope. Above Maia the star Taygeta can be seen. Besides Merope and Taygeta all of them are nearly of 3rd magnitude.

7.5 Rohini, the main Taurus star Aldebaran

Hyades
Following the belt of the famous Orion to the north the main star of Taurus can be seen. Its Indian name is Rohini which means "the red one", also known as brahmi. Aldebaran is a bright red giant star of nearly 0th magnitude, a distance of 70 lightyears away. Its arab name means "the follower (of the Pleiades)", since Aldebaran is the next lunar mansion rising after the Pleiades.

Its Lord is Chandra, representing the Moon, its symbol is a cart or chariot, a temple and a banyan tree and its Deity is Brahma or Prajapati, the Creator.

Aldebaran seems to be located within a group of a star cluster which is called the Hyades about 150 lightyears away. Thus Aldebaran is a foreground star not belonging to this star cluster. The main stars of the cluster and Aldebaran look like a "V" with stars at the top, middle and the bottom of the "V", where the middle of the left fork consists of 2 stars. All these main stars of the cluster appear in the 3rd or nearly 3rd magnitude. Only the second brightest of them, on the other side of Aldebaran, has a name, "Ain", the eye of the bull. The brightest star of the cluster is the outer star located in the middle of the left fork. When going from the middle right star of the Hyades to Ain, a further star of the Hyades is seen of the same brightness as the Pleiades star Taygeta, and a further star of nearly the same magnitude is seen when going from the brightest cluster star in the middle left to the star at the bottom, at a quarter of the distance, a little outside. All of these stars are yellow stars like our sun.

7.6 Mrigashirsha: the stars at the head of Orion

Above the shoulder of the famous constellation of Orion some stars of 3rd magnitude are visible. They build up Mrigashirsha, that means "the deer's head", also known as agrahayani. Their brightest star is called Heka, a bluish star more than 1000 lightyears away. Slightly below, 2 stars can be seen: Khad Posterior, the brighter one to the side of Betelgeuse, the famous shoulder star of Orion, and Khad Prior on the other side. Khad Posterior is like our sun, a yellow star, at a distance of about 120 lightyears, whereas Khad Prior is a very distant bluish star nearly 1000 lightyears away. Heka means "a White Spot", Khad-al-Geuse means "Cheek of the Giant". The Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Giant's Cheek.

Orion is a famous constellation containing 7 stars of second magnitude or brighter. Betelgeuse is a very bright star of 0th magnitude and a little brighter is the right foot star Rigel, a bluish star more than 700 lightyears away. Rigel means "Foot". Likewise Bellatrix, the right shoulder star of Orion, is a bluish star at a distance of nearly 250 lightyears and reaches nearly 1st magnitude. Bellatrix means "female warrior".

The left and the middle belt stars of Orion also nearly achieve first magnitude: Alnilam, the middle belt star, means "string of pearls"; Alnitak, the left one, means "belt".

The remaining Orion stars are Mintaka, the right belt star, and Saiph, the left foot star. All of them are very distant bluish stars more than 1000 lightyears away. Mintaka means "the Giant's Belt" and Saiph means "the Giant's Sword".

Their Lord is Mangala, represented by Mars, their symbol is a deer's head and their Deity is Soma, Chandra, the Moon god.

7.7 Ardra: the Orion shoulder star Betelgeuse

The left shoulder star of Orion, Betelgeuse, forms the next Nakshatra, called Ardra meaning "the moist one". Betelgeuse is a red giant star 400 lightyears away and translates as the "Giant's Shoulder".

If you follow the belt of Orion to the south you see the brightest star of all, the famous Dogstar Sirius. In the northern hemisphere its ascent is heralded by another bright star of 0th magnitude called Procyon. Betelgeuse, Sirius and Procyon to the east form a regular triangle, the so-called "Winter Triangle" that is very useful for orientation. In contrast to the stars of Orion, both Sirius and Procyon are nearby white stars, Sirius 8 lightyears away and Procyon 11 lightyears away. Both are accompanied by a high density star, each of which is a White Dwarf, that has undergone a gravitational collapse but is stable now due to Pauli's exclusion principle for electrons. Sirius means "the very bright one" and Procyon means "(the star) before the Dog (Star Sirius)" since it rises ahead of Sirius and thus announces Sirius' arrival.

The brightest star Sirius is in the company of several stars that are also very bright: on the right side of Sirius is a star of nearly 1st magnitude, called Mirzam, a bluish star at a distance of more than 500 lightyears. Mirzam means "The Herald (of Sirius)".

Below Sirius and Mirzam, a triangle of three bright stars can be seen: on top of this small triangle is Wezen, a very distant white star slightly brighter than Mirzam, which is more than 2000 lightyears away. Wezen means "weight". Right below Wezen a further 1st magnitude star is seen, which is Adhara. This means "virgins" and is a bluish star 500 lightyears away. On the left side below Wezen the star Aludra can be seen, a 2nd magnitude star also at a large distance of more than 3000 lightyears. Aludra means "the virgins" indicating that both stars have the same underlying tradition.

Going down the left side of Orion twice its height to the south leads to the second brigthest star of the firmament, that is Canopus. Canopus is a white star more than 300 lightyears away. The Arab name for Sirius is Alhabor, which means "bright star, that has passed (the Milky Way)", whereas Canopus in this tradition is the bright star that has not passed the Milky Way.

A further bright star can easily be found with the help of Orion: going from Betelgeuse diagonally through Orion to Rigel and then four times further leads to the brightest star of the river Eridanus, Achernar, a star as bright as Betelgeuse and Procyon. Achernar is a bluish star nearly 150 lightyears away and means "End of the River".

The Lord of Ardra is Rahu, representing the North lunar node, its symbol is a teardrop, a diamond and a human head and its Deity is Rudra, the storm god.

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