Sternenhimmel im Januar 2017


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist nach Sonnenuntergang, der schon vor 18 Uhr erfolgt, noch spätherbstlich, doch bis 20 Uhr werden all' die prachtvollen Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen die Himmelsbühne betreten. Das Sommerdreieck mit der hellen Wega, Atair und Deneb ist schon weit nach Westen weitergezogen, hoch über uns kann man das Herbstviereck, die Andromeda und den Widder, den Perseus und die helle Capella sehen. Mit Aldebaran im Stier hat ein weiterer Stern den bevorstehenden Winter bereits angekündigt, und im Osten sieht man den Orion mit den beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel und ab 20 Uhr zuerst Procyon, den Boten des Sirius, und kurze Zeit später den hellen Sirius selber.

Der Große Wagen ist unter dem Polarstern hindurch gezogen und kann bei schlechter Nordsicht nicht erkannt werden, während die W-förmige Cassiopeia fast im Zenit hoch über uns auf dem Kopf steht und als einfacher Wegweiser in die Herbststernbilder und zur hellen Capella verwendet werden kann.

Die helle
Venus ist auffälliger Abendstern und wird im Januar den roten Planeten Mars überholen.

Da es nun morgens noch lange dunkel ist, wird in der 4. Rubrik der Morgenhimmel vor Sonnenaufgang beschrieben.

In der 6. Rubrik und 7. Rubrik wird für die englisch-sprachige Leserschaft in englischer Sprache die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 3.Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6.Rubrik umfasst die Nakshatra der prominenten Wintersternbilder und die 7. Rubrik die Nakshatra der verbliebenen Herbststernbilder im Westen.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Die hellsten Sterne der Cassiopeia und des Kepheus sowie die Capella und der Orion

Die Cassiopeia
Da der bekannte Große Wagen im Januar sehr ungünstig steht, ist es einfacher, den Sternenhimmel mithilfe der Cassiopeia und des Orion zu erläutern. Das Sternbild der Cassiopeia steht nach Sonnenuntergang fast im Zenit, das ist senkrecht über uns. Sie sieht nun wie ein großes M aus und ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von links. Der linke Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Diese drei Sterne weisen wie ein Pfeil, der seine Spitze in der Schedir hat, auf den mittleren Andromedastern Mirach.

Die drei hellsten Sterne der Cassiopeia erreichen die 2. Größe: Ihr Hauptstern Schedir steht an der zweiten Stelle von links und markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der linke Cassiopeiastern heißt Caph, das bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar links neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Der mittlere Andromedastern Mirach ist geringfügig heller, sie ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Schurz". - Fast gleich hell ist der Andromedastern Alamak, den man in der Verlängerung vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir findet; Alamak heißt "Wüstenluchs" und ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren.

Der vierte Cassiopeiastern verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren.

In Verlängerung vom mittleren Stern Cih des auf dem Kopf stehenden Cassiopeia-W durch den vierten Stern des "M" gelangt man zu einem Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirfak, der Hauptstern des Perseus. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Rechts über und links unter ihm stehen je ein Stern dritter Größe und bilden mit Mirfak den Perseusbogen. Gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren. - Der zweithellste Perseusstern Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak, er ist ein sehr bekannter veränderlicher Stern. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von gamma Persei über Mirfak an delta Persei vorbei doppelt soviel weiter, so gelangt man zu epsilon Persei, der gleich hell wie gamma und delta Persei ist. Er bildet mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Epsilon Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Auch die ersten Wintersterne kann man nun sehr einfach finden: die Verlängerung vom mittleren Stern Cih des auf dem Kopf stehenden Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "M" hindurch führt zur hellen Capella im Fuhrmann, die die 0. Größe erreicht und bis zum Aufgang des hellen Sirius der hellste Fixstern am Abendhimmel ist. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein".

Rechts neben der Capella befinden sich zwei weitere Sterne dritter und ein Stern beinahe dritter Größe, die mit der Capella eine ganze Ziegenfamilie bilden. Der hellste von ihnen ist der Ziegenpapa Almaaz neben der Capella. Die beiden Ziegenkinder Hoedus II innen und Hoedus I außen sieht man nebeneinander diagonal gleichweit nach rechts unten abgewinkelt. Almaaz ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren, Hoedus II ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern, und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Hoedus II ist fast gleichhell wie Almaaz, Hoedus I mit beinahe 3. Größe etwas weniger hell.

Geht man von der Capella nach Südosten, so kann man über dem Horizont das sehr bekannte Sternbild des Orions erkennen. Der Orion besteht aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen. Der untere und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, das bedeutet "Schulter des Riesen", der obere Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin") und der obere Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Die Beteigeuze und Rigel erreichen beide die 0. Größe, die Bellatrix beinahe die 1. Größe. Nach seinem Aufgang scheint der Orion am Himmel zu liegen und so schräg auf der Seite liegend kann man gut verstehen, dass manche Kulturen in ihm einen großen Schmetterling sehen.

Der Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, der etwas hellere rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren.

Nun kann man auch den Stern Heka erkennen, der sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix befindet. Heka bedeutet "der Mähnenzopf" und ist ein Stern gerade noch 3. Größe. In Wirklichkeit ist sie ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Manchmal wird Heka auch mit "Weißer Fleck" übersetzt.

Wenn man den Oriongürtel nach oben verlängert, so gelangt man zu einem Stern beinahe 0. Größe, das ist Aldebaran im Sternbild Stier. Sein Name kommt von "Ad-Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren.

Etwa in der Mitte zwischen dem Oriongürtel und Aldebaran sieht man den Stern pi(3) Orionis, ein Stern 3. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit.

Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht ein Stern beinahe erster Größe. Das ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Wenn man den Oriongürtel ab 20 Uhr nach links unten verlängert, so gelangt man zum hellsten Fixstern überhaupt, das ist der helle Sirius im Sternbild Großer Hund, ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Sein arabischer Name Alhabor bedeutet "heller Stern, der (die Milchstraße) überquert hat". - Der andere helle Stern, der die Milchstraße nicht durchquert hat, ist übrigens der zweithellste Fixstern Canopus vom Südhimmel, den man von unseren Breiten aus nicht sehen kann. Dieser erreicht die -1. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren; man würde ihn ungefähr in doppelter Verlängerung der linken Orionseite von der Beteigeuze über den linken Orionfußstern finden.

Wegen seines Sternbildes wird der Sirius oft auch "Hundsstern" genannt. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Procyon ist ein weißgelblicher Stern 0. Größe im Abstand von 11.4 Lichtjahren.

Die Beteigeuze und der helle Sirius bilden mit Procyon im Osten ein beinahe gleichseitiges Dreieck.

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen, seht aber momentan teilweise im Horizontdunst.
Der bekannte Große Wagen besteht aus 7 Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. In der englischen Sprache wird der Große Wagen "Big Dipper" genannt, das heißt "Großer Schöpflöffel". Nach Sonnenuntergang jedoch tauchen die vorderen Teile der Deichsel in den Horizontdunst ein, so dass man die Sterne des Großen und des Kleinen Wagen bei schlechter Sicht nicht erkennen kann. Oftmals sieht man nur "die hellen Vier" im Norden, die vereinzelt dastehen und deswegen keinem Sternbild zugeordnet werden können. Sie sind überraschend hell und auch heller als die Sterne der Cassiopeia. Der hellste von ihnen steht im Norden auf halber Höhe, etwas weniger hell sieht man links von ihm auf gleicher Höhe einen weiteren Stern. Schräg über diesem kann man auch einen gleich hellen Stern erkennen und wenn die Horizontsicht genügend gut ist, kann man unterhalb des rechten Sternes ebenfalls einen gleich hellen Stern erkennen. Bei diesen vier Sternen handelt es sich rechts um die beiden hellsten Sterne des Großen Wagen, oben Dubhe und unten Alioth, die beide beinahe die 1. Größe erreichen, und links um die beiden hellsten Sterne des Kleinen Wagen, oben den Polarstern und unten den Stern Kochab, die beide die 2. Größe erreichen.

Wenn es die Sichtbedingungen zulassen, so kann man rechts etwas unterhalb von Dubhe einen weiteren, etwas schwächeren Stern sehen, der ebenfalls die 2. Größe erreicht. Das ist der hintere untere Kastenstern Merak und geht man hier über Dubhe hinaus etwa fünfmal nach links oben, so gelangt man zum Polarstern.

Der Große Wagen steht auf der anderen Seite vom Polarstern als die Cassiopeia. Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Dubhe ist der hintere obere Kastenstern des Großen Wagen und Alioth der kastenseitige Deichselstern des Großen Wagen. Kochab ist der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen und der Polarstern der äußere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren; Kochab ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren und der Polarstern ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Merak rechts unterhalb von Dubhe schließlich ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi". Der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär", Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Merak bedeutet "Lende".

Neben Kochab steht ein weiterer Stern 3. Größe, das ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

2.2 Das Sommerdreieck, das Herbstviereck sowie die nördlichen Teile des Wassermann

In der ersten Monatshälfte sieht man nach Sonnenuntergang tief im Westen das Sommerdreieck, das aus drei Sternen erster Größe oder heller besteht. An der Spitze des Sommerdreiecks steht Deneb im Schwan, ihn kann man auch mit Hilfe der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern Cih des auf dem Kopf stehenden Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern des "M" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch Caph, den linken Stern der Cassiopeia an der ausgestreckten Hand der Plejadenbüste. Die Grundlinie des Sommerdreiecks wird rechts von der hellen Wega in der Leier, die sogar 0. Größe erreicht und links von Atair im Adler, der beinahe 0. Größe erreicht, und kurz nach Sonnenuntergang in den Horizontdunst eintaucht, gebildet. Die helle Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler". Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Die Wega heißt im englischen Vega und Atair heißt im englischen Altair.

Am einfachsten gelangt man zur hellen Wega, indem man von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen ausgeht und mithilfe der kleinen Polarsternregel durch das Sternbild Drache hindurch zur hellen Wega gelangt: in nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, also von Kochab zu Pherkad, gelangt man zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach links oben, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei Sternen schräg übereinander, die die zweite und beinahe zweite Größe erreichen, das sind Ettanin, der untere der beiden und Alwaid. Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleichviel weiter gehend zur hellen Wega in der Leier.

Ettanin ist der hellste Stern des Sternbildes Drachen, ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ettanin bedeutet "Seeungeheuer" und man kann ihn daran erkennen, dass rechts von ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Sie bilden die Drachenkopf-Raute, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, die oben vom Drachenstern Grumium und unten vom Herkulesstern iota Herculi ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. Ganz in der Nähe der Drachenkopf-Raute steht ein weiterer Herkulesstern 3. Größe, das ist pi Herculi; man findet ihn in eineinhalbfacher Verlängerung von Ettanin über iota Herculi. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sterne erahnen konnte. Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren und pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.

Der Stern Edasich erreicht 3. Größe und steht auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese, der 100 Lichtjahre entfernt ist. Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Auch in der Leier gibt es zwei weitere Sterne 3. Größe: geht man von Ettanin im Drachenkopf zur hellen Wega und dann die Hälfte weiter, so gelangt man zu zwei nebeneinander stehenden Sternen, die zum Sternbild der Leier gehören; der Stern auf der Linie ist Sheliak und der Stern links von ihm ist Sulaphat. Sheliak ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, und Sulaphat ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern, so dass Sulaphat meistens der hellere der beiden Sterne ist; im Maximum ist Sheliak gleichhell wie Sulaphat. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte".

Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb nach unten bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega, findet und der nach Sonnenuntergang rasch in den Horizontdunst eintaucht.Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, sehen wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Geht man von Deneb nach unten in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Links und rechts von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern um etwa 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist der vierthellste Schwanenstern delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren. . - Etwas nach oben abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Auch er taucht nach Sonnenuntergang rasch in den Horizontdunst ein. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Der Adler
Der "fliegende Adler" Atair wird von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten neben Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Der rechte obere und hellere heißt Tarazed, er ist ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke"; der linke untere auf der anderen Seite von Atair heißt Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist. Alshain erreicht beinahe 3. Größe und bedeutet "Falke". Diese drei Sterne bilden die Schulter des Adlers. Kurz nach Sonnenuntergang taucht der fliegende Adler zusammen mit seinen beiden Falken in den Horizontdunst ein.

Die Übersetzung "Falke" ist sprachwissenschaftlich ein Übersetzungsfehler aus dem Persischen und heißt korrekt "Wagbalken der Waage".

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Links über ihm sieht man den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Beide Sterne tauchen kurz nach Ende der Dämmerung in den Horizontdunst ein.

Hoch über uns kann man im Süden das beinahe quadratische Herbstviereck sehen. Sein oberer rechter Stern ist der zweithellste Pegasusstern Scheat, das bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Man findet ihn auch, indem man die helle Wega senkrecht an der Achse Deneb - Atair spiegelt, das ist knapp neben Deneb.

Im Herbstviereck links oben steht die Sirrah, der Hauptstern der Andromeda, den man ungefähr auch in der Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern Cih zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, finden kann. Die Sirrah ist ein Stern 2. Größe und bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)", sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und der hellste Stern in dieser Himmelsregion. Man kann sie auch finden, indem man von der hellen Wega etwa gleichweit über Deneb im Schwan verlängert und dann etwas nach rechts geht. Rechts unten im Herbstviereck steht der Hauptstern des Pegasus, das ist Markab. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Links unten steht der Stern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite"und erreicht beinahe die 2. Größe.

Rechts oben an das Herbstviereck angepfropft sieht man ein fast gleichseitiges Dreieck, dessen untere Ecke aus zwei Sternen übereinander besteht, die gerade noch 3. sowie 4. Größe erreichen. Scheat steht an der oberen Ecke dieses kleinen Dreiecks. Der Stern rechts an der Spitze dieses Dreiecks heißt Sadmatar, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens". Auch der obere Stern an der unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Verlängert man die untere Dreieckslinie von Scheat über die Ecke, in der Sadalbari und lamda Pegasi stehen, hinaus viermal, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif., der die 2. Größe erreicht und der von bloßem Auge gleichhell wie Scheat ist. Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pferdes Pegasus)". Ihn kann man zu Monatsbeginn auch finden, indem man die helle Wega etwas schräg in der Mitte an der Achse Deneb - Atair spiegelt. Das Sommerdreieck und Enif bilden ein Parallelogramm.

Der Hauptstern Markab ist der dritthellste Pegasusstern, Algenib am unteren Ende des Herbstvierecks der vierthellste und Sadmatar an der Spitze des kleinen Dreiecks der fünfthellste Pegasusstern.

Die Pegasuskette erstreckt sich von Markab zu Enif und die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unten den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet "Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Geht man in der Pegasuskette vom Markab zum ersten Kettenglied Sadalhomam, so trifft man nach drei Vierteln des Weges etwas oberhalb auf den Stern xi Pegasi; dieser ist ein weißgelblicher Stern gerade noch 4. Größe im Abstand von gut 50 Lichtjahren. Er ist der Sadal-Partnerstern von Sadalhomam.

Bei guten Sichtbedingungen oder im Feldstecher kann man weitere Sadal-Partnersterne ebenfalls sehr einfach finden, weil sie so nahe beim hellsten Stern ihrer Sadalgruppe stehen; es sind dies die Nachbarsterne von Sadmatar und Sadalbaham. Beide erreichen beinahe die 4. Größe.

Nue Pegasi neben Sadalbaham findet man, wenn man die Pegasuskette von Markab über beide Sadalhomam-Sterne und Sadalbaham noch ein bisschen geradeaus weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 260 Lichtjahren. Parallel zur Linie Scheat, Sadalbari und lamda Pegasi findet man neben Sadmatar etwas unterhalb den Stern omicron Pegasi, einen weißlichen Stern, der gut 300 Lichtjahre von uns entfernt ist.

Wenn man die Pegasuskette von Markab über die Sterne Sadalhomam und Sadalbaham über Enif hinaus in derselben Krümmung weiter geht, so gelangt man zu einem Stern 4. Größe, das ist der Stern 1 Pegasi. Er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Iota Pegasi steht zwischen Scheat und 1 Pegasi.

In der ersten Monatshälfte kann man nach Sonnenuntergang auch noch die nördlichen Teile des Wassermannes erkennen. Einen sehr einfachen Weg in dieses Sternbild findet man, indem man in der kleinen Pegasus-Sternenkette von Markab über die Sterne Sadalhomam und Sadalbaham zum hellsten Pegasusstern Enif im vorletzten Kettenglied, dem Stern Sadalbaham, statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt. So gelangt man zum zweithellsten Wassermannstern, einem Stern 3. Größe namens Sadalmelik. Das heißt "Glücksstern des Königs" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren. Geht man von Sadalmelik nach rechts unten, so gelangt man zum hellsten Stern des Sternbildes, das ist Sadalsuud, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Sadalsuud heißt "Glücksstern des Glückes" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sadalsuud und Sadalmelik stehen südlich der Pegasuskette und bilden mit deren beiden östlichen Sternen Sadalbaham und Enif das Glücksstern-Trapez.

Geht man im Wassermann von Sadalmelik über Sadalsuud etwa gleichviel weiter, so gelangt man geringfügig rechts zum Stern Sadalbali, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Dieser Name kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln. Geht man von Sadalbali wieder ein bisschen zurück in Richtung Sadalsuud, so gelangt man bei guten Sichtbedingungen ganz einfach zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist der Stern mue Aquarii, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Auch er ist ein einfach auffindbarer Sadal-Partenerstern, weil er so nah beim hellsten Stern seiner Sadalgruppe steht. Sadalbali und mue Aquarii tauchen wie Atair im Adler kurz nach dem Sonnenuntergang in den Horizontdunst ein.

Geht man vom zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik statt dessen ein bisschen nach links oben, so gelangt man zum Stern Sadalachbia, das heißt "Glücksstern der Zelte"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Oftmals wird dieser Name zu "Sadachbia" verkürzt. Gleich über ihm steht etwas links ein gleichheller Stern, das ist zeta Aquarii; er ist ein Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von 250 Lichtjahren. Diese beiden Sterne stehen in einer Sterngruppe, die wie ein etwas schiefer Mercedes-Stern aussieht.

Diese Sterngruppe wird von einem Stern 4. Größe und einem weiteren Stern beinahe 4. Größe vervollständigt, eta Aquarii, der hellere der beiden, steht auf der anderen Seite als Sadalachbia, und pi Aquarii befindet sich etwas oberhalb in Richtung Pegasus. Beide sind blauweißliche Sterne, eta Aquarii im Abstand von gut 180 Lichtjahren und pi Aquarii im Abstand von 1100 Lichtjahren.

2.3 Der Fuhrmann, der Stier und die Zwillinge

Das nördlichste Sternbild der nun unmittelbar vor ihrem Aufgang stehenden bekannten Wintersternbilder ist schon im Herbst zu sehen, das ist der Fuhrmann, das Sternbild der hellen Capella, die 0. Größe hell ist und zur Zeit der hellste Fixstern am Abendhimmel ist.

Zunächst gelangt man in Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", zu einem Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirfak, der Hauptstern des Perseus, und die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch führt zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet ebenfalls "Zicklein". Geht man von der Capella nach rechts, so sieht man einen Stern dritter Größe, das ist der Stern Almaaz, er ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist der Ziegenpapa. Man kann diese beiden Sterne auch finden, wenn man die beiden oberen Kastensterne des Großen Wagen rund viermal nach oben verlängert.

Im Sternbild des Fuhrmannes befindet sich in der Umgebung von der Capella eine ganze Ziegenfamilie. Diese bildet ein Dreieck, das bei der Capella einen sehr hellen Stern hat und an dessen rechter oberer Ecke der Ziegenpapa Almaaz steht. Er ist der fünfthellste Fuhrmannstern. - . Die rechte untere Ecke dieses Dreiecks besteht aus zwei Sternen nebeneinander: das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere- Hoedus II ist der sechsthellste Fuhrmannstern, ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern, und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Hoedus II ist fast gleichhell wie Almaaz, Hoedus I mit beinahe 3. Größe etwas weniger hell. - Auf den alten Sternbild-Darstellungen sind unter der Ziegenmutter Capella die beiden Ziegenkinder ebenfalls abgebildet.

Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Rechts über und links unter ihm stehen je ein Stern dritter Größe und bilden mit Mirfak den Perseusbogen. Gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren. - Der zweithellste Perseusstern Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak, er ist ein sehr bekannter veränderlicher Stern. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt"; sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Auch sie gehört zum Bärenstrom und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

In alten Sternbild-Darstellungen wird der zweithellste Stierstern El Nath, der die erste Größe nur ganz knapp verfehlt, oft dem Fuhrmann zugerechnet. Auch die übrigen Sterne des Fuhrmann sind auffällige Sterne. So erreicht auch der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan beinahe die erste Größe und zwei weitere Fuhrmannsterne erreichen beinahe 2. Größe, so dass der Fuhrmann ebenso wie der Orion, der Skorpion, der Große Wagen, der Große Hund, das Kreuz des Südens und der Löwe zu den figürlichsten Sternbildern überhaupt gehört.

Die Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmann-Sechseckes. El Nath markiert das obere Horn des Stiers, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)".

Zwei weitere Ecken des Fuhrmannes werden somit von den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I, die zusammen die zweite Ecke des Fuhrmannes bilden, sowie vom zweithellsten Fuhrmannstern Menkalinan gebildet. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmannes werden vom dritthellsten Fuhrmannstern Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und vom vierthellsten Fuhrmannstern Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus, der etwas hellere der beiden, ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Der Ziegenpapa Almaaz befindet sich in einer zusätzlichen 7. Ecke zwischen der hellen Capella und den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I. - Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Man kann ihn auch finden, indem man von Hoedus II über die Capella dreimal weitergeht. Man kann auch von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen, die zum Sternbild Stier gehören. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht und der dritthellste Stern des Stieres ist. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Sternbild des Stiers
Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes Stier. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V", das wie ein Größer-Zeichen aussieht ; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

El Nath in der rechten unteren Ecke des erweiterten Fuhrmann-Sechseckes steht etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, er ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier und erreicht beinahe die 1. Größe. El Nath markiert das obere Horn des Stieres; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)". Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri unterhalb von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Das Dreieck von Aldebaran und der Hyaden zeigt auf den Stern lamda Tauri, einen Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Doppelt so weit entfernt gelangt man zu omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren. - Zwei der Hyadensterne erreichen ebenfalls gerade noch die 3. Größe, die übrigen drei hellen Hyadensterne - in der Mitte unten steht ja über dem helleren noch ein zweiter Stern - sowie der zweit-, dritt- und vierthellste Plejadenstern erreichen beinahe die 3. Größe.

Bei guter Sicht sieht der Stier wie eine Stimmgabel aus, deren Stiel bei omicron Tauri beginnt und deren Stimmgabelzinken sich bei den Hyaden aufspalten und in den beiden Stierhörner münden.

Unterhalb der hellen Capella kann man ab 20 Uhr die beiden Sterne der Zwillinge übereinander sehen, die beide ebenfalls die 1. Größe erreichen. Der untere heißt Pollux und der obere heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren. Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer heller Zwillingsstern beinahe 1. Größe, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Ihr Nachbarstern erreicht 3. Größe und heißt Alzir, das bedeutet "(Kleider-)Knopf"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren.

Wie der Orion liegen auch die Zwillinge beim ihrem Aufgang auf der Seite. Auch am Fuß von Castor befindet sich ein Stern, er heißt Tejat und ist ein Stern 3. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Tejat und seine Nachbarsterne werden manchmal als "die Dromedare" übersetzt, was sprachwissenschaftlich aber kaum haltbar ist. Zwischen Tejat und Castor befindet sich ein Drittel von Tejat entfernt der Stern Mebsuta, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Mebsuta ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Mebsuta bedeutet "die ausgestreckte (Vorderpfote des Löwen)", dieser Name wurde ursprünglich für die beiden Hauptsterne Castor und Pollux verwendet.

2.4 Die Cassiopeia und der Kepheus sowie die Andromeda und der Widder


Die Cassiopeia, das Himmels-W
Die hellsten Cassiopeiasterne wurden ebenso wie die Andromedasterne Sirrah und Mirach und der Hauptstern Alderamin des Kepheus mit dem Kepheusstern Al Agemim bereits vorgestellt. Die Andromedamutter Cassiopeia steht auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen, das ist nun . rechts oberhalb vom Polarstern hoch im Nordosten. Sie sieht wie ein großes auf der Seite liegendes beinahe auf dem Kopf stehendes etwas schiefes W aus.
Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von links nach rechts durchzählt, so steht ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von links. Sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der linke Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Diese drei Sterne erreichen die 2. Größe.

Die Schedir markiert die Brust der Cassiopeia. Das Wort Schedir hat denselben Ursprung wie der Schwanenstern Sadir. - Geht man von Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus und unmittelbar unter ihm zu Al Agemim. Alderamin ist ebenfalls ein Stern 2. Größe und bedeutet "rechter Arm"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und Al Agemim ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Der vierte Cassiopeiastern verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen kann man bei Caph, Schedir und Cih auch noch den Stern kappa Cassiopeiae erkennen, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet, bei dem er in der gegenüberliegenden Ecke der Schedir steht. Kappa Cassiopeiae ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 4000 Lichtjahren. Wenn man das Cassiopeia-Viereck der drei hellsten Cassiopeiae-Sterne mit kappa Cassiopeiae betrachtet, so bildet Ruchbar einen Stiel dazu.

Den Stern Deneb im Schwan kann man aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W ungefähr durch Caph, den linken Stern der Cassiopeia, geht.

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von links, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Die Cassiopeia eignet sich ausgezeichnet als Wegweiser in die Herbststernbilder und zur hellen Capella. So kann man von der Cassipeia ausgehend die Sterne der Andromedakette, Mirfak im Perseus, die helle Capella und auch Hamal im Widder sehr einfach finden.

Die Sirrah, den Hauptstern der Andromeda links oben im Herbstviereck, also links vom kleinen Pegasusdreieck, kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern Cih zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, finden. - Deutet man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze, so weist diese auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. - Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren. Senkrecht zur Andromedakette oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe, das ist mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

So findet man den Andromedanebel
Der berühmte Andromedanebel ist sehr einfach zu finden: senkrecht zur Andromedakette bei Mirach befindet sich mue Andromedae und noch etwas weiter gehend kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man noch etwas weitergehend ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern gerade noch 4. Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5. Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

Verlängert man die Andromedakette nach links unten, so gelangt man zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch den vierten Stern Ruchbah des "W" finden, und schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann.

Stellt man sich das Herbstviereck mit den Andromedasternen Mirach und Alamak als beide erste Deichselsterne als einen übergroßen Himmelswagen vor, so befindet sich der prominente zweithellste Perseusstern Algol am äußeren Ende der Deichsel.

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders kann man mit Hilfe der Cassiopeia und der Andromeda ebenfalls sehr einfach finden: von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man rechts unterhalb der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese stehen im Widder. Der linke Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der Stern rechts über ihm erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man nach unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes.

Stellt man sich das Herbstviereck als Haus vor, bei dem der Boden durch die Sterne Scheat und Markab gebildet wird und die obere Hauskante durch die Sirrah und Algenib, so befinden sich Hamal und Sheratan an der Dachspitze, die etwa eineinhalb mal höher ist als die Haushöhe, die Länge einer Kante des Herbstvierecks.

Verlängert man Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links oben, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet.

Rechts neben dem Widder findet man den östlichen Teil der Fische: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Alpherg bedeutet möglicherweise "Pferd" was sich auf den in der Nähe stehenden Pegasus beziehen könnte. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren.

Der Kepheus
Rechts über der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus, das in diesem Monat auf der Seite liegt. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden linken Cassiopeiasterne Schedir nach links unten über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke neben Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit deren Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar links unter Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim, ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also links unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Beide Drachensterne wurden bereits vorgestellt. Al Tais ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim über Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten dann etwas schmaler ist.

Die Sterne 51 Andromedae und mue Andromedae wurden bereits vorgestellt. Somit haben wir auch schon fast alle Zutaten der weniger bekannten zweiten Andromedakette beisammen: diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern oberhalb vom vierhellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren.

Seien nun noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Andromeda und des Pegasus vorgestellt: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. - Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

2.5 Der Perseus, der Walfisch sowie weitere Herbststerne

Sowohl der Perseus als auch der Walfisch nehmen im Andromeda-Mythos eine bedeutende Rolle ein, war es doch der Perseus, der die schöne Andromeda, die dem durch den Walfisch verkörperten Untier zum Fraße vorgeworfen worden war, gerettet und geheiratet hat.

Verlängert man die Andromedakette nach links unten, so gelangt man zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W durch den vierten Stern des "W" finden; er ist ein Stern beinahe 1. Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Manchmal wird der Stern Mirfak mit dem Namen Algenib, des unteren Sternes im Herbstviereck bezeichnet.

Rechts oberhalb und links unterhalb von Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen; gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

Algol steht schräg rechts unterhalb vom Hauptstern des Perseus Mirfak und ist der zweithellste Stern des Sternbildes. Alle diese Sterne wurden bereits vorgestellt. Bereits im Altertum wusste man, dass Algol seine Helligkeit verändert. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zum zweithellsten Perseusstern Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

Der offene Kugelsternhaufen M 34. Bild: Bob Franke
Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bilde ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist, und gehe entlang des freien Astes zum dritten Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Der dritt- und vierthellste Perseusstern, die von bloßem Auge gleichhell wie die beiden Bogensterne gamma und delta Persei sind, befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach unten abbiegt. Der erste Stern dieser Linie ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei. Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Allerdings hat Menkib diesen Namen erst im Laufe der Zeit erhalten, denn aus der Tradition der Plejadenbüste wurde der Stern xi Persei, ein Stern 4. Größe, der zwischen epsilon Persei und dem Stern Menkib, etwas außerhalb steht, mit dem Namen Menkib bezeichnet und bedeutet entsprechend "Schulter (der Plejadenbüste)". Xi Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 1800 Lichtjahren.

Rechtwinklig neben Menkib am unteren Ende der zweiten Perseuskette befindet sich der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand von 1500 Lichtjahren. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)". Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches, der in der Plejadenbüste verstümmelten Hand. - Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)" und erreicht gerade noch die 2. Größe, er ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Der Walfisch ist ja gemäß der Mythologie das Untier, welches die Andromeda hatte fressen sollen. Sein ursprünglicher Name lautet Kaffaljidhm, das bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)".

Den Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden, als Orientierung kann helfen, dass sie in die Plejaden mündet und dann zu Menkar weiterführt.

Verlängert man zu Monatsbeginn nach Sonnenuntergang im Herbstviereck die Kante von Scheat über Markab rund dreimal nach Südwesten, so kann man dort bei guter Sicht den in unseren Breiten südlichsten Stern 1. Größe bewundern, das ist die Fomalhaut im Sternbild des Südlichen Fisches. Fomalhaut heißt "Mund des (Wal-)Fisches" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 25 Lichtjahren, das ist etwas näher als die Wega.

Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf einen Stern beinahe 3. Größe, das ist der Wassermannstern Hydor, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat an der Spitze vom Herbstviereck. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Verlängert man im Herbstviereck die linke Seite von der Sirrah über Algenib nach unten, so gelangt man nach zweimaliger Verlängerung zum hellsten Stern des Walfisch, das ist Deneb Kaitos, ein heller Stern 2. Größe. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Deneb Kaitos ist Ausgangspunkt einer nach Osten weisenden länglichen Deichsel, deren weitere Sterne Deneb Algenubi und theta Ceti sind und die auf den Walfischstern Baten Kaitos weist. Biegt man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten ab, so gelangt man in gut doppeltem Abstand zu tau Ceti, einem sonnennahen, ebenfalls gelben Stern im Abstand von knapp 12 Lichtjahren. Deneb Algenubi heißt "südliche Schwanz(flosse)", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Theta Ceti und Baten Kaitos sind ebenfalls Rote Riesen, theta Ceti ebenfalls im Abstand von knapp 120 Lichtjahren und Baten Kaitos rund doppelt so weit entfernt. Baten Kaitos heißt "Bauch des Meerungeheuers". - Auf dem Weg von Sirrah und Algenib kommend sieht man rund ein Drittel zuvor, etwas nach Westen ausgerückt, den Stern Shemali; auch dieser ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 300 Lichtjahren. Alle genannten Walfischsterne außer Deneb Kaitos sind gerade noch 3. Größe oder verfehlen diese knapp.

Gleich hell sind auch die beiden hellsten Sterne des Sternbildes Fische, die sich mit Hilfe des Herbstvierecks einfach finden lassen: verlängert man die Seite von Markab über Algenib gut gleichviel weiter, so gelangt man zum hellsten Fischestern Alpherg, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Alpherg bedeutet "Pferd" und man kann diesen Stern auch in dreifacher Verlängerung der beiden Widdersterne von Hamal über Sheratan finden. Der hellste Stern des westlichen Fisches ist gamma Piscium, der von bloßem Auge gleich hell wie Alpherg ist; ihn findet man rechts unter dem Herbstviereck, indem man von Sadalbari und lamda Pegasi in der unteren linken Ecke des kleinen Pegasusdreiecks über Markab hinaus rund gleichviel verlängert. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Im Januar zieht der rote Planet Mars, der nun immerhin noch die 1. Größe erreicht, unter dem Herbstviereck an ihm vorbei.

Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem oberen Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem oberen Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda kann man auch noch das kleine Sternbild des Dreiecks sehen, dessen hellster Stern immerhin dritte Größe erreicht. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3. Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter ihm, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Biegt man von der Linie Widder zum hellsten Fischestern Alpherg senkrecht nach links unten ab, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", sie ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

Man kann diese Sterne auch finden, indem man in der Andromeda von der Sirrah zur Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt, zunächst gelangt man zu Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha, dem Hauptstern des Sternbildes der Fische. Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und Alresha auch omicron Piscium, einen Stern 4. Größe erkennen. Geht man die Linie Alpherg, omicron Piscium und Alresha gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu einem Stern, der derzeit nur die 6. Größe erreicht und somit nur mit einem Feldstecher gesehen werden kann; das ist der bekannte veränderliche Stern Mira im Walfisch. Sie ist ein über 400 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet wegen der Helligkeitsänderung "die Wundersame".

Biegt man bei guter Horizontsicht im Südosten von der Linie Alpherg, omicron Piscium, Alresha herkommend bei der Mira rechtwinklig nach links ab, so gelangt man in eineinhalbfacher Entfernung Alresha - Mira zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Andere Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um den Hauptstern des Walfisches. Sein heutiger Name Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)". Geht man von ihm wieder in Richtung Alresha, so folgt nach einem Viertel Abstand, etwas unterhalb, ein Stern gerade noch 3. Größe, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Das Parallelogramm mit Menkar und Kaffaljidhm wird von zwei Sternen vierter Größe ergänzt, die man in Richtung Andromeda sieht und die etwa doppelt so weit entfernt sind wie der Abstand von Menkar zu Kaffaljidhm. Mue Ceti steht auf der Seite von Menkar und xi2 Ceti auf der Seite von Kaffaljidhm; mue Ceti ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 85 Lichtjahren und xi2 Ceti ein blauweißlicher rund doppelt so weit entfernter Riesenstern.

Geht man auf der Linie von Baten Kaitos, auf den die Deneb Kaitos-Deichsel weist, über die Mira und Menkar gleichviel weiter, so gelangt man von rechts unten in das Sternbild des Stieres: zunächst erreicht man an der Sternbildgrenze omicron Tauri, dann folgt gleichviel weiter der Stern lamda Tauri, ein Stern gerade noch 3. Größe, auf den die Hyaden wie ein Pfeil weisen. Nochmals gleichviel weiter gelangt man dann zu Aldebaran, dem Hauptstern des Stieres.

2.6 Die hellen Wintersterne: weitere Orionsterne und ab 20 Uhr die Procyon und der helle Sirius

Das Sternbild des Orion enthält neben Beteigeuze und Rigel, die beide die 0. Größe erreichen, auch drei Sterne, die beinahe 1. Größe erreichen, nämlich die Bellatrix an der rechten Schulter des Orion sowie Alnilam und Alnitak - der mittlere und der untere Stern des Oriongürtels. Alnilam und Alnitak bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Die beiden übrigen Sterne des Orion sind 2. Größe. Der obere Gürtelstern heißt Mintaka und der untere Fußstern heißt Saiph. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert". Das Schwert des Orion reicht also bis zu seinem Fuß.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße.

Das Winterdreieck (grün) und Wintersechseck (gelb)
Der achthellste Orionstern erreicht beinahe 2. Größe und steht im Orionnebel; er heißt Nair Al Saif, das bedeutet "der Helle im Schwert", und er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1300 Lichtjahren Entfernung. Der neunthellste Orionstern ist pi(3) Orionis, ein Stern 3. Größe. Man findet ihn, indem man den Oriongürtel etwas nach oben verlängert. Er steht unter den Hyaden und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit. Sei noch die Gomeisa etwas oberhalb von Procyon erwähnt; sie ist mit beinahe 2. Größe etwas heller und bedeutet "Sirius mit (vom Weinen) verklebten Augen". Ursprünglich wurde dieser Name für Procyon verwendet, ebenfalls um einen Bezug zum Sirius herzustellen, doch da sich die Namensgebung Procyon durchgesetzt hat wird der frühere arabische Name seitdem für seinen Nachbarstern verwendet. Die Gomeisa ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren.

Links unterhalb des Orions kann man ab 20 Uhr einen weiteren sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Wegen dieses Sternbildes wird der Sirius auch als Hundsstern bezeichnet. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches auch Winterdreieck genannt wird.

Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph blauweißliche Riesensterne; alle vier sind rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt!

Im Gegensatz zu den Orionsternen, die allesamt weit entfernt sind, sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11.4 Lichtjahren. Beide Hundssterne werden von einem hochkompakten Stern, einem Weißen Zwerg, umkreist. Deswegen war der Sirius vor einigen Millionen Jahren, als der Weiße Zwerg-Partnerstern noch ein normaler Stern war, heller als der Riesenplanet Jupiter. Auch Procyon wäre fast eine Größenklasse heller als heute.

Rechts neben dem Sirius steht ein Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirzam, er ist ein über 500 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Riesenstern und bedeutet "Stern, der (dem Sirius) vorausgeht".

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1. Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; da auch die Beteigeuze in diesem Bereich steht, ist hier die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe versammelt.

Castor befindet sich auf der Seite der Capella - beide Sternnamen fangen mit einem "C" an, und Pollux auf der Seite von Procyon, beide Sternnamen fangen mit einem "P" an.

Bei guter Südsicht kann man ab 22 Uhr auch die unteren Teile des Großen Hundes, der mit einer Ausnahme aus lauter Sternen beinahe 1. Größe oder heller besteht, erkennen: unterhalb von Sirius und Mirzam steht der Stern Wezen; er ist ein sehr weit entfernter weißgelblicher Riesenstern im Abstand von 2000 Lichtjahren und bedeutet "das Gewicht". Rechts unterhalb von Wezen kann man den Stern Adhara erkennen, der sogar gerade noch die erste Größe erreicht, in unseren Breiten jedoch so weit südlich steht, dass er nur sehr selten wirklich auffällig hell zu erkennen ist. Adhara bedeutet "die Jungfrauen" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 500 Lichtjahren. Links unterhalb von Wezen steht die Aludra; sie ist ein Stern 2. Größe und ebenfalls ein sehr weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von 3200 Lichtjahren. Aludra heißt "die Jungfernschaft".

Im südlichen Teil des Großen Hundes befinden sich noch weitere Sterne 3. Größe: Phurud findet man einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger". Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in ein Viertel Abstand von Wezen.

2.7 Der Hase und die nördlichen Teile des Eridanus

Unterhalb des Orion finden wir zwei eher unauffällige Sternbilder, obgleich sie auch einige Sterne zweiter und beinahe zweiter Größe enthalten. Es sind dies die Sternbilder des Hasen und des Eridanus.

Unterhalb der Füße des Orion finden wir das Sternbild des Hasen, welches wie ein Viereck aussieht, dessen rechte Seite rund doppelt so hoch ist wie die linke. Der Hauptstern des Hasen heißt Arneb und befindet sich in dem Viereck an der linken oberen Ecke, also unterhalb des linken Orionfußsternes Saiph. Arneb bedeutet "Hase" und ist ein Stern gerade noch 2. Größe, ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Unter ihm steht der Stern Nihal, der beinahe 2. Größe erreicht. Nihal bedeutet "Kamele, die ihren Durst löschen" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Die beiden Sterne auf der rechten Seite des Vierecks erreichen beide die 3. Größe, der obere heißt mue Leporis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 180 Lichtjahren, der untere heißt epsilon Leporis und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 230 Lichtjahren.

Neben dem hellen Orionstern Rigel entspringt der Fluss Eridanus und sein zweithellster Stern ist Cursa, ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Cursa bedeutet "Fußbank" und bezieht sich auf den Orion. Geht man vom Orionnebel über Rigel rund dreimal weiter und dann etwas nach oben, so gelangt man zu Zaurak, dem dritthellsten Stern des Eridanus. Zaurak hat 3. Größe und bedeutet "Boot"; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 220 Lichtjahren.


Vom Orion zum Eridanus
Das Sternbild des Eridanus ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er nimmt seinen Ausgang bei Cursa neben dem hellen Stern Rigel am Fuße des Orion und fließt wie die Donau zunächst nach Norden und Osten, ehe er sich nach Süden windet und in unseren Breiten unter dem Horizont verschwindet. Der hellste Stern des Eridanus, Achernar, steht am unteren Ende des Eridanus; das ist aber so weit südlich, dass er von unseren Breiten niemals gesehen werden kann. Er ist so hell wie die Beteigeuze und Procyon, also ein Stern gerade noch 0. Größe, und bedeutet "Ende des Flusses"; er ist der zehnthellste Fixstern am Sternhimmel überhaupt, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren.

Zaurak ist Ausgangspunkt einer Deichsel, die parallel zum Oriongürtel verläuft. Der zweite Deichselstern ist Rana, ein Stern gerade noch 3. Größe. Rana bedeutet "Frosch" und ist ein Roter Unterriese im Abstand von nur 30 Lichtjahren. Der dritte Deichselstern ist epsilon Eridani, ein sonnennaher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von nur 10.5 Lichtjahren, er ist etwas kleiner als unsere Sonne und ein gelboranger Hauptreihenstern. Dieser Stern beherbergt den zweitnächsten bekannten Exoplaneten; der nächste bekannte Exoplanet umkreist den Partnerstern vom sonnennächsten Sternsystem alpha Centauri.

Geht man nun von Zaurak und Rana rechtwinklig in Richtung Oriongürtel, so sieht man in doppeltem Abstand Zaurak - Rana zwei Sterne 4. Größe schräg nebeneinander stehen. Der hellere der beiden heißt omicron(1) Eridani; sein arabischer Name Reid bedeutet "Ei des Straußes". Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Der andere, untere Stern, heißt omicron(2) Eridani; sein arabischer Name Keid bedeutet "Ei". Keid ist prominenter bekannt unter dem wissenschaftlichen Namen 40 Eridani, denn sein Begleitstern 40 Eridani B ist der zuerst entdeckte Weiße Zwerg überhaupt. 40 Eridani ist ein nahe gelegenes Dreifach-Sternsystem im Abstand von 16.5 Lichtjahren, der Hauptstern ist ein gelboranger Hauptreihenstern. Würde man anstelle des Weißen Zwerges seinen Vorläuferstern sehen, so könnte man schräg neben dem Orion einen weiteren Stern bewundern, der so hell ist wie der obere Zwillingsstern Castor. Damals hätte noch ein weiterer sehr heller Stern am Abendhimmel gestanden, nämlich der Vorläuferstern vom Van Maanen's Stern, dem drittnächsten Weißen Zwerg, gut 14 Lichtjahre entfernt. Dieser war damals deutlich heller als die Wega oder Capella und stand in den Fischen schräg unterhalb des Herbstviereckes, wenn man von Scheat über Algenib nochmals halb so viel weiter geht.

Sei noch der Stern tau(4) Eridani genannt, den man in Verlängerung von Cursa über Zaurak findet; dieser Stern erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren.

2.8 Ab 22 Uhr: die ersten Frühlingssterne: der Löwe und Alphard in der Wasserschlange

Östlich des Wintersechseckes sieht man ab 22 Uhr zwei helle Sterne im Areal des Sternbildes Löwe; der rechte ist Regulus beim Herz des Löwen, ein blauweißlicher Stern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Sein arabischer Name Kabeleced bedeutet "Herz des Löwen". Der linke Stern heißt Algieba und markiert die Stirn des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind. Über ihnen sieht man den hellen Riesenplaneten Jupiter.

Geht man von der Algieba zum Zwillingsstern Pollux, so folgt nach einem Viertel des Weges etwas links ein Stern 3. Größe, das ist der Löwenstern Ras Elased Australis, das ist der Stern "südlich des Kopfes des Löwen". Er ist wie unsere Sonne gelblich und 250 Lichtjahre von uns entfernt.

Bei schlechter Sicht ist es einfacher, von Procyon ausgehend beim Zwillingsstern Pollux rechtwinklig schräg nach unten abzubiegen; zunächst gelangt man in gut gleichem Abstand zum Löwenstern Ras Eleased Australis und noch ein Drittel der Strecke weitergehend zur Algieba.

In der Nähe der Algieba finden wir noch zwei weitere Sterne, welche den Kopf des Löwen markieren: etwas links oberhalb die Adhafera, ein Stern 3. Größe an der Haarsträhne des Löwen, und rechts von ihr über Ras Elased Australis den Stern Ras Elased Borealis, das ist der Stern "nördlich des Kopfes des Löwen", ein Stern beinahe 3. Größe. Adhafera ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren und Ras Elased Borealis ist ein Roter Riese im Abstand von gut 130 Lichtjahren. Auch die Adhafera gehört zum Bärenstrom und ist dessen absolut hellster Stern. Sie hat sich schon weit vom Zentrum entfernt.

Geht man von Regulus zur Algieba und biegt dort rechtwinklig nach unten ab, so folgt in fast eineinhalbfachem Abstand etwas links oberhalb ein Stern gerade noch 2. Größe, das ist der vierthellste Löwenstern Duhr. Das bedeutet "Rücken" und er ist ein weißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von 60 Lichtjahren.

Wenn man von der Algieba über Regulus nach rechts unten verlängert, so trifft man tief im Südosten auf einen Stern 2. Größe, das ist Alphard in der Wasserschlange. Alphard bedeutet treffenderweise "der alleine dastehende Stern", da die übrigen Sterne der Wasserschlange weit verstreut und nicht sehr auffällig sind. Alphard ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Alphard kann man ab 21 Uhr auch in der Verlängerung der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux finden.

Unter der Algieba sieht man etwa doppelt so weit entfernt wie Regulus einen weiteren Stern 2. Größe, das ist die Denebola, das bedeutet "Schwänzchen (des Löwen)" - im Gegensatz zur Großen Bärin und zum Kleinen Bären, die beide von Zeus am Schwanz gepackt und an den Himmel geschleudert wurden und deswegen überlange Schwänze haben, scheint der Löwe nur ein kurzes Schwänzchen zu haben. Denebola ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren.

Zwischen der "Achse" Algieba-Regulus zwischen der Stirn und dem Herzen des Löwen sowie Denebola am Schwänzchen des Löwen gibt es noch eine weitere etwas kleinere "Achse" zwischen dem Rücken und der Hüfte des Löwen: der linke obere Stern wird von Duhr gebildet und der rechte untere von Coxa. Coxa ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren und bedeutet "Hüfte".

2.9 Weitere Sterne des Großen Wagen sowie der Drachen und die nördlichen Teile des Herkules

In der ersten Unterrubrik wurden "die hellen Vier" vorgestellt, das sind je die beiden hellsten Sterne des Großen Wagen - Dubhe und Alioth - und des Kleinen Wagen, der Polarstern und Kochab. Man kann diese Sterne im Winter nur bei guter Nordsicht erkennen. Mit Merak und Pherkad wurden noch je ein weiterer Stern der beiden Himmelswagen vorgestellt.

Die beiden vorderen Deichselsterne des Großen Wagen kann man nur bei ausgezeichneter Horizontsicht im Norden erkennen, das sind der mittlere Deichselstern Mizar und der äußere Deichselstern Benetnash. Mizar erreicht die 2. Größe und Benetnash erreicht sogar beinahe die 1. Größe, so dass der Große Wagen insgesamt drei Sterne hat, die beinahe die 1. Größe erreichen. Der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern urspünglich Alkaid-Benetnash, das heißt "Anführer der Klageweiber". Der mittlere Deichselstern Mizar bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren und war der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde. Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne, das sind die beiden vorderen Kastensterne. Der vordere untere Kastenstern heißt Phekda und erreicht 2. Größe; Phekda bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. Der vordere obere Kastenstern heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und Mizar weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Im Großen Wagen gibt es bei guter Nordsicht einen weiteren äußerst einfach auffindbaren Stern, das ist der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Ebenfalls sehr einfach zu finden ist der Stern Cor Caroli, der beinahe die 2. Größe erreicht. Man findet ihn ab Mitternacht, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, und er ist der Hauptstern des ansonsten unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel über Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4. Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern und dem "Augenprüfstern" von Alioth sowie dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

Der Polarstern steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Eta Draconis ist gleichhell wie der vierthellste Cassiopeiastern Ruchbah. - Bei sehr guter Nordsicht sieht man fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen den Hauptstern des Drachen, einen Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, im Januar ist das nach oben, also weg von der Deichsel, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Im Januar kann man bei sehr guter Horizontsicht im Nordwesten in den beiden Stunden nach Sonnenuntergang nur noch die nördlichen Teile des Sternbildes des Herkules erkennen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der hellen Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke in Richtung Horizont findet man dann zwei Sterne dritter Größe, das sind die Sterne pi Herculi und eta Herculi. Pi Herculi kann man auch finden, indem man vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Je nach Sichtbedingungen wird man hierfür einen Feldstecher zu Hilfe nehmen wollen und dann ist es sehr hilfreich, noch weitere Sterne in der Nähe zur sicheren Identifizierung des Sternes zu nehmen. Geht man also vom Drachenkopf zum Horizont, so trifft man ungefähr im Abstand Wega - Ettanin auf eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi.

Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren. Eta Herculi schließlich ist ebenfalls wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Zu Monatsbginn kann man nach Sonnenuntergang bei sehr guter Nordwestsicht weitere Herkulessterne erkennen: geht man von der Wega über pi Herculi rund die Hälfte weiter und biegt nicht zu eta Herculi ab, sondern in die andere Richtung, so gelangt man zum zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Er steht ebenso wie pi Herculi und eta Herculi in einer trapezförmigen Figur, die von epsilon Herculi, einem unauffälligeren Stern gerade noch 4. Größe, vervollständigt wird; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Im Herkules-Trapez kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden: zwischen dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und eta Herculi sieht man in einem Feldstecher oder bei licht-unverschmutzter Sicht sogar von bloßem Auge, ein Drittel von eta und zwei Drittel von zeta entfernt, ein verwaschenes Fleckchen; das ist der bekannte Kugelsternhaufen M13. Er ist ein Kugelsternhaufen, das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Dieser Kugelsternhaufen ist 250'00 Lichtjahre von uns entfernt und enthält etwa 300'000 Sterne.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

3.2 Die Mondstationen des Wassermannes

Die erste Mondstation des Wassermannes heißt sad-bula und hat dem Stern Sadalbali seinen Namen gegeben. Die zweite Mondstation des Wassermannes heißt Sadalsuud.

Die dritte Mondstation des Wassermannes heißt Sadalachbia. Diese Mondstation besteht aus 4 Sternen, die wie ein etwas schiefer Mercedes-Stern angeordnet sind; in ihrer Mitte steht der Stern zeta Aquarii und Sadalachbia steht in Richtung der beiden Wassermannsterne Sadalsuud und Sadalmelik. Die beiden übrigen Sterne dieser Mondstation erreichen die vierte und beinahe die vierte Größe, das sind eta Aquarii, der hellere der beiden auf der anderen Seite als Sadalachbia sowie nach oben in Richtung Pegasus der Stern pi Aquarii. Beide sind blauweißliche Sterne, eta Aquarii im Abstand von gut 180 Lichtjahren und pi Aquarii im Abstand von 1100 Lichtjahren.

Die indische Tradition überliefert hier nur 1 Mondstation, diese besteht aus den Rautensternen des Sternbildes des Delphins und heißt "der Reichste". Der Delfin wird in der 5. Rubrik bei den Sommersternen genauer beschrieben.

3.3 Die Mondstationen des Pegasus und der Andromeda

Die erste Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt alfarg al-muqaddam und bedeutet "der vordere Ausguss". Sie besteht aus dem rechten Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Markab und Scheat. Auch die indische Tradition kennt diese Mondstation, hier sah man in diesen beiden Sternen die "vorderen Stuhlfüße".

Die zweite Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt alfarg al-muachar und bedeutet "der hintere Ausguss". Sie besteht aus dem linken Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Algenib und Sirrah. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "hintere Stuhlfüße" bezeichnet.

Die dritte Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt batn al-hut und bedeutet "Bauch des Fisches". Sie besteht aus dem mittleren Andromedastern Mirach. Eine Variante des Namens ist ar-risa; daraus wurde die Bezeichnung Alresha, die heutzutage auf den Hauptstern des Sternbildes der Fische übergegangen ist. Es mag ein Zufall sein, dass die indische Tradition für diese Mondstation einen allerdings nur unauffälligen Stern des Sternbildes der Fische verwendet ", und nicht den Andromedastern Mirach. Seine Bedeutung ist "Reichtum". Zu diesem Stern gelang man folgendermaßen: den Stern epsilon Piscium findet man am einfachsten, wenn man von den Widdersternen Hamal und Sheratan über den hellsten Fischestern Alpherg gleichviel weitergeht, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Geht man nun vom zweithellsten Fischestern gamma Piscium in Richtung Alpherg, so findet man in der Mitte unter dem unteren Schenkel des Herbstvierecks den Stern iota Piscium und fast gleichviel weitergehend den Stern omega Piscium. Beide sind weißgelbliche Sterne, iota Piscium im Abstand von 45 Lichtjahren und omega Piscium gut doppelt so weit im Abstand von 105 Lichtjahren. Den Stern zeta Piscium der indischen Mondstation findet man am einfachsten, wenn man vom Fischestern epsilon Piscium ausgeht: in Richtung omega Piscium im westlichen Fisch findet man nach einem Viertel der Strecke den Stern delta Piscium, der gerade noch die 4. Größe erreicht. Geht man nun von delta Piscium zu epsilon Piscium und dann gleichviel weiter, so sieht man etwas unterhalb einen Stern 5. Größe, das ist zeta Piscium. - Delta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren und zeta Piscium ein weißlicher Stern im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

3.4 Die Mondstationen des Widders

Die erste Mondstation des Widders wird von den beiden Widdersternen Sheratan und Mesarthim am Horn des Widders gebildet und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

Die zweite Mondstation "al-butayn" besteht aus unauffälligen Sternen 4. Größe, die sich zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und den Plejaden befinden. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "Wegtragende" bezeichnet.

3.5 Die Mondstation der Plejaden

Die nächste Mondstation heißt "at-turayya" und wird von den sehr prominenten Plejaden gebildet. Hier befinden sich auf engem Raum 6 hellere Sterne, nämlich ein Stern beinahe 2. Größe, drei Sterne beinahe 3. Größe und zwei Sterne 4. Größe. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck mit einem Stiel. Der hellste Plejadenstern ist die Alcyone - immerhin dritthellster Stern im Stier, sie befindet sich dort, wo der Stiel am Viereck befestigt ist. Der Plejadenvater Atlas befindet sich am Stielende, Elektra diagonal gegenüber und die Maja von Atlas herkommend oberhalb ihrer Schwester Alcyone.

Einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Sie beschreibt einen großen Bogen von der Cassiopeia über Mirfak und die zweite Perseuslinie zu den Plejaden und weiter zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Ihre linke Hand wird vom ersten Cassiopeiastern Caph dargestellt, ihre Handwurzel Misam vom Schatzkästlein der Milchstraße, das sind die beiden Nebelchen h und chi Persei, ihr linker Ellbogen vom hellen Perseusstern Mirfak, ihre Schulter von xi Persei, dem ursprünglichen Perseusstern Menkib und ihr Schulterblatt vom Perseusstern Atik. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt und am Ende des großen Bogens ihre rechte Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig vom Sternbild, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten.

Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist an-nagm, was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

3.6 Die Mondstation ad-dabaran (Aldebaran) im Stier

Die zweite Mondstation des Stieres heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Das kommt daher, dass Aldebaran kurz nach den Plejaden aufgeht. Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

3.7 Die Mondstation des Orion

Auch im Sternbild des Orion gibt es eine Mondstation, die al-haqa heißt. Sie besteht aus den Orionsternen Heka, Khad Posterior und Khad Prior und befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Al-haqa bedeutet "der Mähnenzopf" und in der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Hirschkopf" bezeichnet. Diese Sterne bilden ein Dreieck am Kopf des Orion: an der Spitze dieses Dreiecks steht Heka, ein Stern gerade noch 3. Größe, unterhalb befinden sich die beiden Sterne Khad Posterior auf Seite der Beteigeuze und Khad Prior auf Seite der Bellatrix, beide haben 4. Größe. Heka ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren; auch Khad Prior ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Khad Posterior ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 115 Lichtjahren. Heka bedeutet "Weißer Fleck" und Khad bedeutet "Wange des Zentralen".

3.8 Die beiden Mondstationen der Zwillinge

Das Sternbild der Zwillinge hat zwei Mondstationen: die erste heißt al-hana und umfasst den Zwillingsstern Alhena, der seinen Namen aus dieser Mondstation bekommen hat, sowie seinen Nachbarstern Alzir. Alzir bedeutet "(Kleider-)Knopf" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren. Die indische Tradition verwendet anstelle der Alhena - immerhin einem Stern beinahe 1. Größe - und Alzir den prominenten Orionstern Beteigeuze, der mit "die Feuchte" übersetzt wird.

Die zweite Mondstation der Zwillinge heißt ad-dira und besteht aus den beiden hellen Zwillingssternen Castor und Pollux. Obgleich diese Mondstation aus zwei sehr prominenten Sternen 1. Größe besteht, wird ihr Name nicht mehr verwendet. Ad-dira heißt "der Vorderarm" und in der indischen Tradition werden die beiden Zwillingssterne mit "Schätzebringende" übersetzt.

3.9 Die große Südroute vom Orion zum Wassermann

In Indien steht das Sommerdreieck so weit nördlich, dass man auch vom Orion ausgehend über die große Südroute zu den Herbststernbildern gelangen kann. Ausgangspunkt ist der Oriongürtel, von dem man nach Norden gehend zu Aldebaran gelangt. Geht man nun von der Beteigeuze zu Aldebaran, so zeigen die beiden Seiten der Hyaden wie ein Pfeil in Richtung Deneb Kaitos, dem hellsten Walfischstern, den man nach dreifacher Länge Beteigeuze zu Aldebaran erreicht, und nochmals eineinhalb mal weitergehed zur Fomalhaut im Südlichen Fisch. Dabei kommt man an den Sternen vom Weg des Walfisch in den Stier vorbei: an lamda Tauri, auf den die Hyaden wie ein Pfeil weisen, dann an omicron Tauri an der Sternbildgrenze vom Stier in den Walfisch, an Menkar und wenn sichtbar an der Mira und an Baten Kaitos.

Geht man nun von Deneb Kaitos rechtwinklig nach oben, etwa doppelt so weit wie die Beteigeuze von Aldebaran entfernt ist, so kann man dort das Herbstviereck sehen. Die beiden unteren Sterne sind Algenib links und Markab rechts.

Geht man statt dessen weiter und biegt erst bei der Fomalhaut senkrecht nach oben ab, ebenfalls etwa doppelt so weit wie die Beteigeuze von Aldebaran entfernt ist, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif. Auf dem Weg von der Fomalhaut zu Enif sieht man nach drei Vierteln des Weges den Hauptstern des Wassermannes, das ist Sadalmelik.

Nun gehen wir von Algenib in der unteren linken Ecke des Herbstvierecks über Sadalmelik noch gut ein Viertel weiter, so gelangen wir zum hellsten Wassermannstern Sadalsuud.

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Einführung in die Mondstationen

4. Der Morgenhimmel im Januar


Der Morgenhimmel im Januar

Im Winter wird es ja erst so spät hell, dass viele Menschen morgens noch im Dunkeln das Haus verlassen und zur Schule oder zur Arbeit gehen; deswegen wird auch der Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang vorgestellt.

Das Wintersechseck, das ja abends aufgeht, zieht die gesamte Nacht am Himmel weiter und ist am Morgen bereits zur Hälfte untergegangen; man sieht noch hoch am Westhimmel die Capella und Menkalinan im Fuhrmann, links von den beiden Castor und Pollux in den Zwillingen und schon tief im Südwesten Procyon im Kleinen Hund. Die Kette der Andromeda befindet sich bereits tief oberhalb des Westhorizontes, wo einzig noch der dritte Andromedastern Alamak gut zu erkennen ist, auch der Perseus mit Mirfak und Algol auf halbem Wege Richtung Capella sind ebenso wie die Plejaden bereits tief in den Westen abgesunken.

Der Große Wagen ist "rückwärts" wieder hinaufgewandert und steht nun auf dem Kopf; seine Deichsel weist zu einem hellen Stern: das ist Arktur im Bärenhüter, der hellste Stern der Nordhemisphäre. Wenn man diese Linie von der Deichsel des Großen Wagens über Arktur hinaus verlängert, gelangt man zur Spica, dem Hauptstern der Jungfrau. Über ihr sieht man den hellen Riesenplaneten Jupiter. - Senkrecht zur Krümmung der Deichsel des Großen Wagen sieht man den Hauptstern Cor Caroli des unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde.

Arktur ist ebenfalls Ausgangspunkt einer großen, nach Osten weisenden Deichsel; der Stern Mirak steht in ihrer Mitte und der vordere Deichselstern ist die Gemma in der Nördlichen Krone, die ebenfalls zum Bärenstrom gehört. Sie steht ebenso wie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan im gleichen Abstand und ist ebenfalls nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Verlängert man diese größere Deichsel, kann man über dem Osthorizont bereits Ras Alhague im Schlangenträger funkeln sehen.

Wenn wir von Arktur in Richtung der Zwillinge gehen, sehen wir im Sternbild des Löwen zwei helle Sterne übereinander: das sind unten Regulus beim Herzen des Löwen und über ihm die Algieba bei der Stirn des Löwen. Links der beiden kann man zunächst Duhr und Coxa am Rücken und an der Hüfte des Löwen und gleichviel weiter die Denebola am Schwänzchen des Löwen erkennen.

Geht man von der Algieba zum Zwillingsstern Pollux, so folgt nach einem Viertel des Weges etwas links ein Stern 3. Größe, das ist der Löwenstern Ras Elased Australis, der Stern "südlich des Kopfes des Löwen".

Im Nordosten sehen wir die helle Wega; links unter ihr kann man bei guter Horizontsicht auch den Stern Deneb im Schwan erkennen. Oberhalb der Wega sieht man zwei Sterne des Sternbild des Drachen; der hellere der beiden heißt Ettanin, eine Handbreit über ihm steht ein weiterer Stern des Drachen, das ist Alwaid. Beide Sterne stehen in der Drachenkopf-Raute.

Rechts des Großen Wagen kann man unterhalb der Wagensterne ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen, das sind die Gazellensprünge, die heute der Großen Bärin zugeordnet sind. Der dritte Gazellensprung steht beinahe im Zenit.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist in diesem Monat so gestaltet, dass in ihren ersten beiden Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können.

5.1 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher sieht man zahlreiche weitere Sterne, so dass dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung kommt. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind erst 125 Millionen Jahre alt und ein sehr junger Sternhaufen; die Plejadensterne sind deswegen alle blauweißlich. Sie befinden sich im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Das sind aber nur 6 Sterne des Siebengestirns und schon zu Zeiten der alten Griechen wurde die Frage aufgeworfen, wo denn die siebte Plejade sei. Zur Zeit der alten Griechen gab es die Legende, dass die 7. Plejade die Elektra sei, die aus lauter Trauer und Verzweiflung über den Heldentod ihres geliebten Sohnes ihre Schwestern verlassen habe. Ja, man wusste sogar, wohin sie gegangen ist: tatsächlich gibt es einen weiteren sehr bekannten Stern 4. Größe, also in der Helligkeit eines typischen helleren Plejadensternes, und das ist der Augenprüfstern Alkor über dem mittleren Deichselstern des Großen Wagen. Jene Legende besagt nun also, dass die Elektra aus lauter Trauer ihre Schwestern verlassen habe, zum Großen Wagen gewandert sei und sich dort neben den mittleren Deichselstern Mizar gesellt hat.

Im Sternbild gibt es einen zweiten sehr bekannten Sternhaufen, das sind die Hyaden. Beide Sternhaufen werden auch als das goldene Tor der Ekliptik bezeichnet, weil hier regelmäßig der Mond sowie Planeten zwischen den beiden Sternhaufen hindurchziehen.

Das Sternbild des Stiers bestehend aus Plejaden und Hyaden
Die Hyaden heißen auf deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck, bei dem jede Seite aus 3 Sternen besteht; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast.

Links oben steht über Aldebaran der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Somit sind vom Stier beide rot unterlaufenen Augen dargestellt, nämlich das nördliche vom Hyadenstern Ain und das südliche in Richtung Orion von dem den Plejaden nachfolgenden Stern Aldebaran. Unten in der Mitte stehen zwei Sterne übereinander, der obere heißt theta(1) Tauri und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, der untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. An der Spitze dieses Dreiecks, das ist derzeit rechts, steht der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri und in der Mitte oben steht der vierthellste Hyadenstern delta Tauri; beide sind ebenfalls wie unsere Sonne gelbe Sterne. Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe. Der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri ist der fünfthellste und Ain der siebthellste Stierstern. - Der sechsthellste Stierstern wurde ebenfalls schon vorgestellt, das ist der Stern lamda Tauri, auf den das Hyadendreieck mit Aldebaran weist; er ist ein blauweißlicher Stern, der über zweieinhalb Mal weiter als die Hyaden entfernt ist.

Zwei weitere Hyadensterne erreichen die Helligkeit der Plejadensterne: geht man von delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes nach oben zum zweithellsten Hyadenstern Ain, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern delta(3) Tauri, er ist gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. - Geht man vom hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des unteren Hyadenastes in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man nach rund einem Viertel des Weges zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden, etwas links unterhalb, zu 71 Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern gerade noch 4. Größe.

Würde man die Plejadensterne und die Hyadensterne in gleichem Abstand nebeneinander stellen und die zehn hellsten von ihnen betrachten, so wären die ersten sieben allesamt Plejadensterne und die nächsten drei die drei hellsten Hyadensterne. Die siebthellste Plejade ist die Plejadenmutter Pleione, sie steht unmittelbar neben dem Plejadenvater Atlas senkrecht zur Linie Alcyone - Atlas auf der plejadenabgewandten Seite und erreicht die 5. Größe. Daraus abzuleiten, dass der Name "Siebengestirn" daher kommt, dass die sieben hellsten Plejadensterne in Wirklichkeit auch die sieben hellsten Sterne dieser beiden Sternhaufen bilden, ist wenig plausibel, da man in der Antike die Entfernungen zu diesen beiden Sternhaufen und zu Aldebaran nicht kannte. Zwar kann man unter der Annahme, dass beide Sternhaufen in Wirklichkeit ungefähr gleich groß sind, tatsächlich darauf schließen, dass die Plejaden rund dreimal weiter entfernt sind als die Hyaden, aber um Aldebaran als einen Vordergrundstern zu identifizieren, muss man die zusätzliche Annahme tätigen, dass die hellsten Sterne eines Sternhaufens wenigstens ungefähr gleich hell sind, so dass zwischen dem hellsten und dem zweithellsten Stern eines Sternhaufens nicht beinahe 3 Größenklassen liegen können; tatsächlich liegt zwischen der Alcyone und Atlas, den beiden hellsten Plejadensternen, nur eine dreiviertel Größenklasse.

Die nächsten vier Plätze in dieser Auflistung sind allesamt bis auf eine hundertstel Größenklasse gleich hell; das sind die beiden noch fehlenden scheuen Plejaden Celaeno und Asterope, die gerade noch und beinahe die 5. Größe erreichen, sowie die beiden noch ausstehenden Hyadensterne des "V", delta und theta(1) Tauri. Celaeno befindet sich zwischen Elektra und Taygeta und die Asterope bildet mit den Plejadensternen Maia und Taygeta ein gleichseitiges Dreieck nach außen. Im Feldstecher kann man unter der Asterope einen weiteren Plejadenstern gerade noch 6. Größe erkennen, der manchmal Sterope genannt wird. Auch neben der hellsten Plejade Alcyone steht ein Stern, der zwei Zehntel Größenklassen heller als die Sterope ist; das ist der Plejadenstern 24 Tauri.

5.2 Weitere Zentralsterne der Hyaden im Feldstecher

Der offene Sternhaufen der Hyaden enthält 41 Sterne, die man theoretisch gerade noch von bloßem Auge erkennen kann. Bisher wurden 5 von ihnen vorgestellt; im Feldstecher kann man im Zentrum der Hyaden noch zahlreiche weitere von ihnen sowie einige Vordergrundsterne wie Aldebaran und einige Hintergrundsterne erkennen.

Besonders um die beiden mittleren Hyadensterne des Hyadendreiecks, also delta Tauri auf dem oberen Hyadenast und theta(2) und theta(1) Tauri auf dem unteren Hyadenast, sieht man mehrere Hyadensterne; die Gruppe bei delta Tauri enthält vier auffälligere Sterne und die Gruppe um theta(2) und theta(1) Tauri sogar derer fünf.

Fangen wir bei delta Tauri an: auf dem Weg zum zweithellsten Hyadenstern Ain sieht man den Stern delta(3) Tauri nach einem Drittel des Weges, er ist immerhin der siebthellste Hyadenstern und gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. Geht man in die andere Richtung, so sieht man ebenfalls nach einem Drittel des Weges zum an der Spitze des Hyadendreiecks stehenden dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri den Stern 63 Tauri, einen weißlichen Stern beinahe 5. Größe. Etwas heller ist der Stern delta(2) Tauri auf der Innenseite neben delta Tauri; er bildet mit ihm und delta(3) Tauri ein rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel in delta(2) Tauri und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ebenfalls ein weißlicher Stern.

Die Sternengruppe um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und theta(1) Tauri enthält 5 Sterne: theta(2) und theta(1) Tauri stehen in einem beinahe gleichseitigen Dreieck, bei dem die rechte Ecke mit ihnen als den beiden hellsten Sternen aus zwei übereinander stehenden Sternen besteht. Der Stern an der oberen Spitze dieses Dreiecks gehört ebenso wie Aldebaran nicht zu den Hyaden, sondern ist ein Hintergrundstern, der rund 30 Lichtjahre weiter entfernt ist. Er heißt 75 Tauri und ist ein Roter Riese 5. Größe. Etwas heller ist der Stern HD28527, der an der linken Ecke dieses Dreiecks steht; er erreicht beinahe die 4. Größe und ist ein Drittel in Richtung Aldebaran zu sehen; er gehört zu den Hyaden und ist gleichhell wie delta(2) Tauri vor delta Tauri am oberen Hyadenast. Auch er ist ein weißlicher Stern. Geht man von theta(2) Tauri in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man zu 71 Tauri; dieser ist der zehnthellste Hyadenstern und erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern. 71 Tauri steht nach rund einem Viertel zwischen dem hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und dem dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri etwas links.

Seien noch zwei weitere Sterne im Zentrum der Hyaden genannt: schräg links unterhalb vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze steht der Stern 58 Tauri; er ist ein weißgelblicher Stern 5. Größe. Geht man von der Sternengruppe um theta(2) und theta(1) Tauri zu 71 Tauri in Verlängerung des Hyadendreiecks nach unten und von dort eineinhalb mal weiter nach rechts, so gelangt man zu pi Tauri; dieser ist ein Hintergrundstern in fast dreifachem Abstand, ein wie unsere Sonne gelber Stern beinahe vierter Größe.

Im Übrigen haben alle Hyadensterne im Zentrum, die die vierte Größe erreichen, auch Eigennamen: der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri heißt Phaesyla und sein Nachbarstern theta(1) Tauri heißt Phaeo. Die beiden stehen ja in der Mitte des unteren Hyadenastes. - Der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri gegenüber Aldebaran heißt Ain und markiert bekanntlich das blutunterlaufene Auge des Stieres; dieser Name entstammt nicht der Tradition der Hyaden, sondern der Tradition des Stieres. Der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze heißt Ambrosia und der vierthellste Hyadenstern delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes heißt Eudora.

Schräg über ihr in Richtung Ain steht der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri, sie heißt Cleeia, und der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri, der auf der Aldebaran-abgewandten Seite schräg rechts unterhalb von theta(2) Tauri, dem hellsten Hyadenstern Phaesyla, und theta(1) Tauri, dem fünfthellsten Hyadenstern Phaeo, steht, heißt Polyxo; sie ist zwei Zehntel Größenklassen schwächer als ihre Schwester Cleeia.

5.3 Weitere Herbststerne

Im Perseus gibt es noch weitere Sterne beinahe 3. Größe. Am einfachsten kann man kappa Persei finden, der in doppeltem Abstand auf der anderen Seite von Algol als ihre Gorgonenschwester steht. Kappa Persei ist ein über 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ebenfalls einfach auffindbar ist der Stern nue Persei, der sich zwischen dem unteren Bogenstern delta Persei und epsilon Persei befindet, etwas in Richtung Algol eingerückt. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 550 Lichtjahren.

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse, der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Der Kugelsternhaufen M15
Geht man im Pegasus von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

Im Feldstecher kann man auf dem Weg von Sadalbaham zu Enif und darüber hinaus zwei Sterne sehen; geht man durch das Tor, das von diesen beiden Sternen aufgespannt wird, hindurch, so befindet sich der Kugelsternhaufen M15 unmittelbar neben dem oberen Stern des Tores. Dieser heißt HD204862 und erreicht die 6. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Tores steht bereits im Sternbild des Füllen und heißt HD203345; er erreicht beinahe die 6. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Zu Monatsbeginn kann man nach Sonnenuntergang noch die beiden oberen Sterne der zweiten Sternenkette des Wassermannes sehen. Am einfachsten findet man sie, indem man im Herbstviereck von Scheat über Markab nach unten geht. Zunächst trifft man auf Hydor, einen Roten Riesen beinahe 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Zuunterst in dieser unteren Wassermann-Sternenkette findet man nur bei ausgezeichneten Sichtbedingungen etwas links dieser Verbindungslinie den Stern 88 Aquarii, einen weißgelblichen Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Dieser Stern wird manchmal auch c(2) Aquarii genannt. Etwas nordwestlich vom dritthellsten Wassermannstern Skat sieht man den Stern tau Aquarii, einen Roten Riesen im Abstand von 380 Lichtjahren. Dieser Stern ist gleich hell wie eta Aquarii, der dritthellste Stern der Sadalgruppe Sadalachbia im Mercedesstern, das ist die Helligkeit des Augenprüfsterns Alkor beim mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Tau Aquarii kann man auch finden, indem man vom unteren Ende der zweiten Wassermannlinie von 88 Aquarii über den dritthellsten Wassermannstern Skat rund die Hälfte weitergeht. Mit Vorteil nimmt man für diese beiden Sterne einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Geht man die untere Wassermann-Sternenkette weiter, so gelangt man zur Fomalhaut im Südlichen Fisch.

Zwischen Markab und Hydor findet man auf halbem Wege etwas östlich auch noch den hellsten Stern des westlichen Fisches, das ist gamma Piscium. Er erreicht beinahe 3. Größe und ist ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Man findet diesen Stern auch, indem man von den beiden beieinander stehenden Sternen im kleinen Pegasusdreieck, von Sadalbari und lamda Pegasi, über Markab hinaus rund gleichviel verlängert.

Geht man von Borgadus zur Capella, so erreicht man nach einem Viertel des Weges einen Stern 4. Größe, das ist nue Aurigae, ein Roter Riese im Abstand von gut 210 Lichtjahren. Unmittelbar neben ihm steht ein Stern gerade noch 4. Größe, das ist der Stern tau Aurigae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im gleichen Abstand.

Im Fuhrmann kann man zwischen den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I sowie Hassaleh drei weitere Sterne beinahe 4. Größe erkennen, die ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Das sind die Sterne 4 Aurigae, 2 Aurigae und 1 Aurigae. 4 Aurigae steht auf der Seite der beiden Ziegenkinder und 2 Aurigae auf der Seite von Hassaleh; geht man von hier rechtwinklig ein bisschen in Richtung Mirfak, so gelangt man zu 1 Aurigae.

2 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von 560 Lichtjahren, er ist ebenso wie der zweithellste Bärenhüterstern Mirak einer der hellsten Sterne des umstrittenen erweiterten Bärenstromes. 4 Aurigae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren und 1 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 530 Lichtjahren. Aufgrund der neuen Sternbildgrenzen gehört dieser Stern nun zum Perseus, hat aber seinen Namen behalten.

Zahlreiche Sterne, die in der Figürlichkeit des Walfisch und der Fische eine Rolle spielen, erreichen ebenfalls nur die vierte Größe; so dass eine Auswahl dieser Sterne ebenfalls vorgestellt wird. Diese Darstellung ist bis und mit der 4.3-ten Größe vollständig, insbesondere sind somit alle Sterne dieser beiden Sternbilder vorgestellt, die mindestens die Helligkeit eines der 6 hellen Plejadensterne erreichen.

Das Parallelogramm mit Menkar und Kaffaljidhm wird von zwei Sternen vierter Größe ergänzt, die man in Richtung Andromeda sieht und die etwa doppelt so weit entfernt sind wie der Abstand von Menkar zu Kaffaljidhm. Mue Ceti steht auf der Seite von Menkar und xi2 Ceti auf der Seite von Kaffaljidhm; mue Ceti ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 85 Lichtjahren und xi2 Ceti ein blauweißlicher rund doppelt so weit entfernter Riesenstern.

Auf dem Weg von Baten Kaitos am oberen Ende der Deneb Kaitos-Deichsel zum Hauptstern des Walfisches Menkar findet man nach drei Vierteln des Weges, wenn die Mira heller ist, auch in der Mitte zwischen Mira und Menkar einen Stern 4. Größe, das ist der Walfischstern delta Ceti. Dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 650 Lichtjahren.

Geht man von xi2 Ceti, dem fischeseitigen Stern des Menkar-Parallelogramms, zu omicron Piscium zwischen den beiden Fischesternen Alpherg und Alresha, so gelangt man nach einem Drittel des Weges zu einem gleichhellen Stern, das ist xi1 Ceti, ein gelber Stern im Abstand von gut 360 Lichtjahren. Die beiden Parallelogrammsterne Kaffaljidhm und xi2 Ceti bilden zusammen mit delta Ceti und xi1 Ceti eine trapezförmige Figur.

Geht man von Menkar über Kaffaljidhm gut die Hälfte weiter, so gelangt man zum Stern HD015694, einem Roten Riesen 5. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Dieser Stern war auch auf dem Bild des Kometen Siding-Spring, der bei seiner nahen Mars-Passage vom Mars-Rovers Opportunity fotographiert wurde, zu sehen.

Einen weiteren Walfischstern 4. Größe findet man, wenn man von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten zum sonnennahen Stern tau Ceti abbiegt und fast gleichviel weitergeht. Das ist upsilon Ceti, ein Roter Riese im Abstand von 300 Lichtjahren. Geht man statt dessen von theta Ceti über Baten Kaitos gleichviel weiter, so gelangt man zu pi Ceti, einem blauweißlichen Stern im Abstand von gut 440 Lichtjahren.

Auch in den Fischen finden wir weitere Sterne vierter Größe. Den Stern epsilon Piscium findet man am einfachsten, wenn man von den Widdersternen Hamal und Sheratan über den hellsten Fischestern Alpherg gleichviel weitergeht, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

Weitere Fischesterne des schwächeren westlichen Fisches findet man in der Nähe von gamma Piscium geht man von gamma Piscium in Richtung Alpherg, so findet man in der Mitte unter dem unteren Schenkel des Herbstvierecks den Stern iota Piscium und fast gleichviel weitergehend den Stern omega Piscium. Beide sind weißgelbliche Sterne, iota Piscium im Abstand von 45 Lichtjahren und omega Piscium gut doppelt so weit im Abstand von 105 Lichtjahren.

Sei noch der Stern theta Piscium erwähnt, auch er steht wie gamma Piscium und iota Piscium im Kopf des westlichen Fisches, in der Mitte der beiden etwas oberhalb. Theta Piscium ist ein Roter Riese im Abstand von 160 Lichtjahren.

Der Kopf des westlichen Fisches wird von zwei weiteren Sternen vervollständigt: lamda Piscium erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, und kappa Piscium ist ebenfalls ein weißlicher Stern 5. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Die Sterne gamma, theta, iota, lamda und kappa Piscium sind ringförmig angeordnet und bilden den Kopf des westlichen Fisches.

Gleichhell wie lamda Piscium ist auch der Stern beta Piscium, der etwas westlich vom hellsten Stern des westlichen Fisches gamma Piscium steht; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren.

5.4 Weitere Sterne im Orion, in den Zwillingen und im Hasen

Verlängert man den Oriongürtel nach oben, so folgen drei Sterne übereinander; der obere erreicht immerhin die 3. Größe und heißt pi(3) Orionis; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Die Bellatrix und pi(3) Orionis, für den manchmal der Name Tabit verwendet wird, sind die ersten Orionsterne, die man im späten Herbst wieder aufgehen sehen kann. Unter pi(3) Orionis stehen zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe: zunächst pi(4) Orionis und unter ihm dann pi(5) Orionis. Beide sind wie die meisten übrigen Orionsterne weit entfernte blauweißliche Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren.

Einen weiteren Stern dritter Größe findet man, wenn man vom Oriongürtel oben bei der Mintaka rechtwinklig im Uhrzeigersinn, das ist derzeit nach rechts, abbiegt und eine Gürtellänge weitergeht; das ist eta Orionis. Auch er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren.

Im Orion befinden sich noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe, das sind tau Orionis, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren, sowie sigma Orionis, der ebenfalls ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1000 Lichtjahren ist. Tau Orionis steht oberhalb von Rigel; sie bilden mit Cursa im Eridanus ein rechtwinkliges Dreieck, und sigma Orionis steht gleich neben dem unteren Oriongürtelstern Alnitak in Richtung Rigel.

In den Zwillingen steht der Stern eta Gemini neben dem Stern Tejat am Fuße von Castor, er ist ein veränderlicher Stern zwischen 3. und 4. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Der Stern Wasat steht zwischen Pollux und der Alhena, etwas näher an Pollux. Er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Wasat bedeutet "ein Stern, der sich zeigt in der Luft des Himmels". Diesen Namen erhielt er rein willkürlich, er ist aber bis heute in Gebrauch. Auch kappa und lamda Gemini erreichen gerade noch die dritte Größe, zu kappa Gemini gelangt man, indem man von Castor zu Pollux geht und dann fast dieselbe Strecke in Richtung Procyon weitergeht, und lamda Gemini findet man auf dem Weg von Procyon zu Wasat, kurz bevor man Wasat erreicht, etwas zum Orion eingerückt. Kappa Gemini ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren und lamda Gemini ein weißlicher Stern im Abstand fast 95 Lichtjahren.

Die nächsten Sterne erreichen allesamt beinahe die 3. Größe: theta Gemini findet man in Verlängerung der Alhena über Mebsuta, die zwischen Castor und Tejat steht, hinaus, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren. - Zeta Gemini ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von über 1000 Lichtjahren und iota Gemini ein Roter Riese im Abstand von gut 125 Lichtjahren; zeta Gemini steht zwischen der Alhena und Wasat, näher an Wasat, und iota Gemini bildet ein beinahe gleichseitiges Dreieck mit Castor und Pollux in Richtung der Füße der Zwillinge.

Geht man von in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man etwas unterhalb zu einem Stern 3. Größe, das ist der Hauptstern des unauffälligen Sternbildes Luchs. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren. Über ihm steht 38 Lyncis; er ist der zweithellste Stern des Luchses und erreicht beinahe die 3. Größe; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Im südlichen Teil des Großen Hundes befinden sich noch weitere Sterne 3. Größe: Phurud findet man einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger". Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in ein Viertel Abstand von Wezen.

Gerade noch 3. Größe erreicht der Stern sigma Canis Maioris, der zwischen Wezen und Adhara steht, etwas näher an der Adhara. Er ist ebenfalls ein weit entfernter Stern, ein Roter Riese im Abstand von 1500 Lichtjahren. Auch omicron(1) Canis Maioris, der beinahe die 3. Größe erreicht, ist ein weit entfernter Roter Riese, mit 2000 Lichtjahren noch etwas weiter entfernt. Dieser Stern steht etwas rechts von omicron(2) Canis Maioris.

Omega Canis Maioris erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Er steht neben Wezen in Richtung der Aludra, ein bisschen hundsabgewandt.

Geht man von Wezen zur Adhara und dann gleichviel weiter etwas nach Süden, so gelangt man zu einem Stern gerade noch 3. Größe, das ist kappa Canis Maioris, ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 800 Lichtjahren.

Das Sternbild des Hasen hat noch zwei weitere Sterne gerade noch 3. Größe, das sind zeta Leporis auf halbem Wege etwas östlich zwischen seinem Hauptstern Arneb an der linken oberen Ecke des Hasenvierecks und dem linken Orionfußstern Saiph, sowie gamma Leporis, der mit Arneb und Nihal an der linken unteren Ecke des Hasenvierecks ein nach Osten weisendes rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in Nihal bildet. Zeta Leporis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und gamma Leporis ein weißgelblicher Stern im Abstand von 26 Lichtjahren.

Verfolgt man von Nihal ausgehend einen Bogen über Arneb und zeta Leporis, so erreicht man kurz danach einen Stern beinahe 3. Größe namens eta Leporis; auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Der linke Orionfußstern Saiph, zeta und eta Leporis bilden einen rechtwinkliges Dreieck. Auch delta Leporis erreicht beinahe die 3. Größe und bildet mit den beiden Hauptsternen Arneb und Nihal sowie gamma Leporis ungefähr ein Rechteck; delta Leporis ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 110 Lichtjahren.

Der Stern beta Monoceri im Sternbild des Einhorns erreicht auch beinahe 3. Größe; verlängert man den Oriongürtel rund dreimal nach unten, so gelangt man etwas unterhalb der Verlängerung zum Sirius, und etwas oberhalb der Verlängerung zu beta Monoceri; er, der Sirius und der linke Orionfußstern Saiph bilden ein rechtwinkliges, fast gleichschenkliges Dreieck mit rechtem Winkel in beta Monoceri.

Kurz ehe man vom Oriongürtel kommend beta Monoceri erreicht sieht man einen fast gleich hellen Stern, das ist gamma Monoceri; die beiden sind eine knappe Gürtellänge voneinander entfernt. Beta Monoceri ist ein fast 700 Lichtjahre entferntes Sternsystem dreier blauweißlicher Sterne und gamma Monoceri ein fast gleichweit entfernter Roter Riese im Abstand von 650 Lichtjahren. Geht man den Bogen vom Oriongürtel über die beiden genannten Einhornsterne gleichviel weiter, so gelangt man zum Hauptstern des Einhorns, der gleichhell wie gamma Monoceri ist. Er ist ebenfalls ein Roter Riese, im Abstand von fast 145 Lichtjahren. Diesen Stern kann man auch finden, indem man in der Mitte der beiden Hundssterne Sirius und Procyon senkrecht nach Osten geht.

5.5 Der Kleine Wagen und die Sprünge der Gazelle

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

Bei guten Sichtbedingungen im Norden kann man sehr schön 2 Sterne oberhalb des Wagenkastens vom Großen Wagen erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache".

Bei klarer Sicht kann man ganz in der Nähe des vordersten Wagensternes Benetnash zwei weitere Sterne 4. Größe sehen, die mit Benetnash ein Dreieck bilden. Die Kantenlänge dieses Dreiecks ist etwas kleiner als der Abstand vom mittleren Deichselstern Mizar zur Benetnash. Der nördlichere Dreieckstern heißt theta Bootis, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 50 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Dreiecks heißt lamda Bootis und ist ein weißlicher Stern im doppelten Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Mit Vorteil wird man einen kleinen Feldstecher zu Hilfe nehmen.

Das komplette Sternbild der Großen Bärin. Alle im Text erwähnten Sterne sind auf der vergrösserten Darstellung bezeichnet.
Unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares, das man im Januar ab 22 Uhr sehen kann. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom zweiten Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens bei guter Nordsicht sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird von psi Ursae Maioris gebildet; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens nach unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein. Hier wird der Fersenstern von Al Haud gebildet und diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, sowie Alula Borealis vom ersten Gazellensprung und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Seien noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Großen Bärin genannt: auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Auch der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas nach links eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und wurde bereits vorgestellt, er erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen Mizar und Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18.Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.6 Der Drache und der Herkules

Der Drache ist neben dem Großen und Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie noch kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der rechte obere ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der linke untere gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae.

Bei sehr guter Horizontsicht im Norden kann man in der ersten Monatshälfte nach Sonnenuntergang noch die nördlichen Teile des Sternbildes des Herkules erkennen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der hellen Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke in Richtung Horizont findet man dann einen Stern dritter Größe, das ist pi Herculi; man kann ihn auch finden, indem man vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert. Bei sehr guter Sicht kann man rechts neben pi Herculi einen weiteren Stern dritter Größe sehen, das ist eta Herculi.

Je nach Sichtbedingungen wird man hierfür einen Feldstecher zu Hilfe nehmen wollen und dann ist es sehr hilfreich, noch weitere Sterne in der Nähe zur sicheren Identifizierung des Sternes zu nehmen. Geht man also vom Drachenkopf zum Horizont, so trifft man ungefähr im Abstand Wega - Ettanin auf eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi.

Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren.

Eta Herculi ist ebenfalls wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur hellen Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi bildet mit Alwaid in der Drachenkopf-Raute und pi Herculi ein fast gleichseitiges Dreieck nach oben, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur hellen Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi bildet mit Alwaid in der Drachenkopf-Raute und pi Herculi ein fast gleichseitiges Dreieck nach oben, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

5.7 Weitere Sommersterne

Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind. Sie bilden im Wesentlichen den Leierkasten und sehen wie ein Parallelogramm neben der Wega aus. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe und wurden schon vorgestellt: das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern, so dass Sulaphat meistens der hellere der beiden Sterne ist; im Maximum ist Sheliak gleichhell wie Sulaphat. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Ebenso wie Atair, der fliegende Adler an-nasr attair, aus drei Sternen gebildet wird, nämlich Tarazed, Atair und Alshain, wird auch der fallende Adler an-nasr al-wagi, aus dessen zweitem Wort sich ja der Sternname Wega gebildet hat, von drei Sternen gebildet, die aber in Winkelform zueinander stehen, das sind epsilon Lyrae, die Wega sowie zeta Lyrae.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sulaphat am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in die Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere linke obere Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte rechte untere Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man rechts unterhalb von ihnen auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der obere linke in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der untere rechte ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.

Auch der Schwan hat weitere Sterne um die 3. Größe. Wir fangen bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Stern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orangefarbene Hauptreihensterne sind. Er war der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links, so gelangt man zu Monatsbeginn bei guter Südwestsicht gegen Ende der Abenddämmerung zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern dritter Größe im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß". - Geht man von Atair und seinen beiden Falken Tarazed und Alshain über theta Aquilae weiter, so folgen etwa in doppeltem Abstand etwas nach unten versetzt zwei Sterne 3. Größe nebeneinander, die zum Sternbild des Steinbockes gehören; der rechte ist Algiedi und der linke heißt Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. - Rechtwinklig von der Algiedi und Sadaldabih gelangt man von der Algiedi nach links oben gehend zum Wassermannstern Sadalbali mit seinem Sadal-Partnerstern mue Aquarii.

Etwas östlich von Sadaldabih und der Algiedi kann man bei guter Horizontsicht unter dem Wassermannstern Sadalsuud zwei weitere Steinbocksterne 3. und beinahe 3. Größe übereinander erkennen; der obere und hellere heißt Deneb Algedi, das bedeutet "Schwanz des Geißbocks" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren, und der untere Stern heißt Sadnashira und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Sadnashira bedeutet "die, welche gute Nachricht bringt". Gerade bei schlechten Sichtbedingungen wundert man sich oft, was das für Sterne sind, die man unterhalb vom Glücksstern-Trapez sehen kann, das sind der hellste Steinbockstern Deneb Algedi und bei genügend guten Sichtbedingungen Sadnashira neben ihm. - Zeta Capricorni schließlich findet man, indem man Sadalsuud an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira spiegelt. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Er erreicht beinahe die 3. Größe.

Der Pfeil im Sommerdreieck
Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner Falken senkrecht nach oben, so gelangt man zum Sternbild des Delfin. Dieser ist ein kleines Sternbild und sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Man kann auch im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegeln und gelangt zum Delfin, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht.

Der Delfin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute, steht in Richtung Schwan der Hauptstern des Delfins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. - An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 360 Lichtjahren. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

Der hellste Stern des Füllens erreicht beinahe die 3. Größe, er steht in der Mitte vom hellsten Pegasusstern Enif, vom hellsten Wassermannstern Sadalsuud und vom Delfin; man findet ihn, indem man von Enif in Richtung Delfin geht und nach einem Viertel des Weges senkrecht nach unten in Richtung Wassermann abbiegt. Alpha Equulei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 190 Lichtjahren.

5.8 Weitere hellere Plejaden- und Hyadensterne abseits ihres Zentrums

Ganz ähnlich wie beim Bärenstrom enthalten auch die Plejaden und die Hyaden Mitglieder, die sich nicht mehr im Zentrum aufhalten, allerdings sind diese Sterne immer noch in der Nähe ihrer Sternhaufen und weniger als zwei Zentrumsdurchmesser entfernt.

Bei den Plejaden handelt es sich um vier Sterne; zwei von ihnen erreichen gerade noch die 5. Größe: der Stern 18 Tauri kann in gleichweiter Verlängerung der Plejade Merope über die Maia gefunden werden und ist absolut gleich hell wie die beiden scheuen Plejadenschwestern Celaeno und Asterope. Geringfügig heller ist der Stern HD23753; er bildet mit Atlas und der Merope ein gleichseitiges Dreieck weg von den Plejaden, also in die andere Richtung als die Alcyone.

Die beiden anderen Plejadensterne abseits vom Zentrum erreichen die 6. Größe, das sind HD23923 und HD23950. HD23923 findet man, indem man von der Maia kommend über die Alcyone gleichviel weiter verlängert, dabei sieht man zwischen Alcyone und HD23923 noch den Vordergrundstern 26 Tauri, der nicht zu den Plejaden gehört; er ist gerade noch 6. Größe hell, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Noch ein bisschen mehr abseits steht der Plejadenstern HD23923; ihn findet man, indem man von der Alcyone aus über den oben genannten Plejadenstern HD23753, der gerade noch die 5. Größe erreicht, zweimal weiter verlängert.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Bei den Hyaden sind es einige mehr: neben den fünf hellsten Hyadensternen, die dieses typische Dreieck mit je einem Stern in der Mitte der beiden Dreieckschenkel bilden, enthalten die Hyaden vier weitere Sterne, die immerhin gleich hell oder heller als der sechsthellste Plejadenstern Taygeta sind. Einer wurde bereits vorgestellt, das ist der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri neben delta Tauri in Richtung Ain im Hyadenzentrum. Die übrigen sind etwas verstreut.

Zwei von ihnen findet man in einer Sternengruppe, die sich oberhalb vom zweithellsten Hyadenstern Ain befindet: der sechsthellste Hyadenstern kappa(1) Tauri und der achthellste Hyadenstern upsilon Tauri stehen nebeneinander oberhalb des oberen Hyadenastes. Man findet sie, indem man von Aldebaran über den zweithellsten Hyadenstern Ain gleichviel verlängert. Der rechte der beiden ist kappa(1) Tauri, er ist der hellste Hyadenstern, der nicht im Zentrum steht, und der linke ist upsilon Tauri. Beide erreichen die vierte Größe und sind weißliche Sterne. Unterhalb von kappa(1) Tauri kann man einen Stern 5. Größe sehen, das ist kappa(2) Tauri, auch er ist ein weißlicher Stern.

Der vierte von ihnen schließlich ist der neunthellste Hyadenstern 90 Tauri; ihn findet man, wenn man vom oberen mittleren Hyadenstern delta Tauri über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des unteren Hyadenastes gut doppelt so viel nach unten weitergeht. Auch 90 Tauri ist ein weißlicher Stern vierter Größe, von bloßem Auge gleichhell wie die Plejade Taygeta. Der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri erreicht gerade noch die 4. Größe und wurde bereits vorgestellt; er steht im Hyadenzentrum und gehört zur Gruppe der mittleren Sterne des unteren Hyadenastes um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und befindet sich auf dem Weg zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden.

Geht man nun von delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri fast gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist rho Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern. Von hier parallel des unteren Hyadenastes nach links gehend gelangt man schräg links unterhalb von Aldebaran zu zwei Sternen; der obere und hellere ist sigma(2) Tauri, auch er ist wie rho Tauri ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe, und der untere ist sigma(1) Tauri, ein weißlicher Stern 5. Größe.

Ein weiterer Hyadenstern, der beinahe die 4. Größe erreicht, ist iota Tauri; er steht etwas abseits und man findet ihn am einfachsten, indem man vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze des Hyadendreiecks durch das Tor, das durch Aldebaran und Ain aufgespannt wird, hindurch doppelt soviel weiter geht; er steht ungefähr in der Mitte zwischen Aldebaran und El Nath. Auch iota Tauri ist ein weißlicher Stern.

Seien noch zwei Hyadensterne 5. Größe genannt: den Stern 79 Tauri findet man, indem man von Ain über theta(2) Tauri und theta(1) Tauri gleichweit verlängert, und den Stern 97 Tauri findet man fast in der Mitte zwischen Aldebaran und iota Tauri. Beide sind ebenfalls weißliche Sterne.

5.9 Weitere Sterne des Löwen, der Krebs und die westlichen Teile der Wasserschlange

Der Löwe enthält noch weitere Sterne gerade noch sowie beinahe 3. Größe. Der Stern eta Leonis steht zwischen der Algieba und Regulus, ein wenig oberhalb der Verbindungslinie; er erreicht gerade noch die 3. Größe und wird manchmal fälschlicherweise als Subra bezeichnet. Den richtigen Stern Subra findet man, wenn man von eta Leonis herkommend bei Regulus rechtwinklig nach oben abbiegt und dann etwa doppelt so weit geht; dieser Stern ist gleich hell wie eta Leonis. Subra bedeutet "Mähne" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 120 Lichtjahren. Eta Leonis ist ebenfalls ein weißlicher Stern, er ist aber mit 2000 Lichtjahren viel weiter entfernt.

Geht man von Regulus statt zu Subra in die andere Richtung, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist rho Leonis, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Auch iota Leonis erreicht beinahe die 3. Größe, er ist weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Er bildet mit Duhr und Coxa von der mittleren Löwenachse eine deichselartige Figur, bei der er an der rechten unteren Stelle steht.

Im Bereich zwischen dem Wintersechseck und dem Löwen finden wir den Krebs und die westlichen Teile der Wasserschlange. Diese Sterne können nur bei guter Sicht gefunden werden. Im Krebs befindet sich ein bekannter Sternhaufen, der von zwei Sternen eingerahmt ist. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, indem man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: der Zwillingsstern Pollux, der Zwillingsstern Alhena auf knapp halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri stehen am linken Rand der Krippe und sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis, der hellere der beiden, links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördlicher und südlicher Esel. Beide sind Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern, Asellus Australis ein Roter Riese. Beide sind rund 150 Lichtjahre von uns entfernt. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht.

Den hellsten Stern des Sternbildes Krebs, Altarf, findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern gerade noch 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In seiner Nähe findet man eine Sterngruppe am westlichen Ende der Wasserschlange, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen. Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Bei guter Sicht sieht man hier noch zwei weitere Sterne vierter Größe, das sind rho Hydrae unterhalb von epsilon Hydrae und etwas heller delta Hydrae auf der anderen Seite von epsilon und rho Hydrae als zeta Hydrae; beide Sterne sind weißliche Sterne, delta Hydrae im Abstand von 180 Lichtjahren und rho Hydrae im Abstand von fast 340 Lichtjahren.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt.

Geht man vom hellsten Krebsstern über die beiden Wasserschlangensterne epsilon und zeta Hydrae gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern theta Hydrae. Nochmals gleichviel weitergehend folgt der gleichhelle Stern iota Hydrae. Theta Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und iota Hydrae ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Hier biegt die Wasserschlange rechtwinklig ab zu ihrem Hauptstern Alphard.

Sei noch der Stern C Hydrae genannt, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht; ihn findet man etwas unterhalb der Mitte zwischen Procyon und Alphard. C Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deity. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

6.1 Krittika, the famous Pleiades

In Winter the famous Pleiades, a group of 6 stars of 4th magnitude or brighter closely located together, are easily visible. In the Nakshatra they have been called Krittika, which is an old name for the Pleiades; they are personified as the nurses of Karttikeya, the son of Shiva and Parvati.

Their Lord is Surya, representing the Sun, their symbol is a knife or spear and their Deity is Agni, the god of fire.

The Pleiades are a young star cluster of only 125 million years of age at a distance of nearly 400 lightyears. It looks like a sauce pan with a handle where the handle touches the pan at its brightest star. That is Alcyone, a star of nearly 2nd magnitude; it is the third brigtest star in the constellation of Taurus. Alcyone is, like all stars of the Pleiades, a very hot bluish star.

The second brigtest star of the Pleiades is the star Atlas at the end of the handle. Thus Atlas and Alcyone form the handle of the pan. Continuing along the line is Maia, following the pan around is Elektra and then Merope. Above Maia the star Taygeta can be seen. Besides Merope and Taygeta all of them are nearly of 3rd magnitude.

6.2 Rohini, the main Taurus star Aldebaran

Hyades
Following the belt of the famous Orion to the north the main star of Taurus can be seen. Its Indian name is Rohini which means "the red one", also known as brahmi. Aldebaran is a bright red giant star of nearly 0th magnitude, a distance of 70 lightyears away. Its arab name means "the follower (of the Pleiades)", since Aldebaran is the next lunar mansion rising after the Pleiades.

Its Lord is Chandra, representing the Moon, its symbol is a cart or chariot, a temple and a banyan tree and its Deity is Brahma or Prajapati, the Creator.

Aldebaran seems to be located within a group of a star cluster which is called the Hyades about 150 lightyears away. Thus Aldebaran is a foreground star not belonging to this star cluster. The main stars of the cluster and Aldebaran look like a "V" with stars at the top, middle and the bottom of the "V", where the middle of the left fork consists of 2 stars. All these main stars of the cluster appear in the 3rd or nearly 3rd magnitude. Only the second brightest of them, on the other side of Aldebaran, has a name, "Ain", the eye of the bull. The brightest star of the cluster is the outer star located in the middle of the left fork. When going from the middle right star of the Hyades to Ain, a further star of the Hyades is seen of the same brightness as the Pleiades star Taygeta, and a further star of nearly the same magnitude is seen when going from the brightest cluster star in the middle left to the star at the bottom, at a quarter of the distance, a little outside. All of these stars are yellow stars like our sun.

6.3 Mrigashirsha: the stars at the head of Orion

Above the shoulder of the famous constellation of Orion some stars of 3rd magnitude are visible. They build up Mrigashirsha, that means "the deer's head", also known as agrahayani. Their brightest star is called Heka, a bluish star more than 1000 lightyears away. Slightly below, 2 stars can be seen: Khad Posterior, the brighter one to the side of Betelgeuse, the famous shoulder star of Orion, and Khad Prior on the other side. Khad Posterior is like our sun, a yellow star, at a distance of about 120 lightyears, whereas Khad Prior is a very distant bluish star nearly 1000 lightyears away. Heka means "a White Spot", Khad-al-Geuse means "Cheek of the Giant". The Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Giant's Cheek.

Orion is a famous constellation containing 7 stars of second magnitude or brighter. Betelgeuse is a very bright star of 0th magnitude and a little brighter is the right foot star Rigel, a bluish star more than 700 lightyears away. Rigel means "Foot". Likewise Bellatrix, the right shoulder star of Orion, is a bluish star at a distance of nearly 250 lightyears and reaches nearly 1st magnitude. Bellatrix means "female warrior".

The left and the middle belt stars of Orion also nearly achieve first magnitude: Alnilam, the middle belt star, means "string of pearls"; Alnitak, the left one, means "belt".

The remaining Orion stars are Mintaka, the right belt star, and Saiph, the left foot star. All of them are very distant bluish stars more than 1000 lightyears away. Mintaka means "the Giant's Belt" and Saiph means "the Giant's Sword".

Their Lord is Mangala, represented by Mars, their symbol is a deer's head and their Deity is Soma, Chandra, the Moon god.

6.4 Ardra: the Orion shoulder star Betelgeuse

The winter triangle
The left shoulder star of Orion, Betelgeuse, forms the next Nakshatra, called Ardra meaning "the moist one". Betelgeuse is a red giant star 400 lightyears away and translates as the "Giant's Shoulder".

If you follow the belt of Orion to the south you see the brightest star of all, the famous Dogstar Sirius. In the northern hemisphere its ascent is heralded by another bright star of 0th magnitude called Procyon. Betelgeuse, Sirius and Procyon to the east form a regular triangle, the so-called "Winter Triangle" that is very useful for orientation. In contrast to the stars of Orion, both Sirius and Procyon are nearby white stars, Sirius 8 lightyears away and Procyon 11 lightyears away. Both are accompanied by a high density star, each of which is a White Dwarf, that has undergone a gravitational collapse but is stable now due to Pauli's exclusion principle for electrons. Sirius means "the very bright one" and Procyon means "(the star) before the Dog (Star Sirius)" since it rises ahead of Sirius and thus announces Sirius' arrival.

The brightest star Sirius is in the company of several stars that are also very bright: on the right side of Sirius is a star of nearly 1st magnitude, called Mirzam, a bluish star at a distance of more than 500 lightyears. Mirzam means "The Herald (of Sirius)".

Below Sirius and Mirzam, a triangle of three bright stars can be seen: on top of this small triangle is Wezen, a very distant white star slightly brighter than Mirzam, which is more than 2000 lightyears away. Wezen means "weight". Right below Wezen a further 1st magnitude star is seen, which is Adhara. This means "virgins" and is a bluish star 500 lightyears away. On the left side below Wezen the star Aludra can be seen, a 2nd magnitude star also at a large distance of more than 3000 lightyears. Aludra means "the virgins" indicating that both stars have the same underlying tradition.

Going down the left side of Orion twice its height to the south leads to the second brigthest star of the firmament, that is Canopus. Canopus is a white star more than 300 lightyears away. The Arab name for Sirius is Alhabor, which means "bright star, that has passed (the Milky Way)", whereas Canopus in this tradition is the bright star that has not passed the Milky Way.

A further bright star can easily be found with the help of Orion: going from Betelgeuse diagonally through Orion to Rigel and then four times further leads to the brightest star of the river Eridanus, Achernar, a star as bright as Betelgeuse and Procyon. Achernar is a bluish star nearly 150 lightyears away and means "End of the River".

The Lord of Ardra is Rahu, representing the North lunar node, its symbol is a teardrop, a diamond and a human head and its Deity is Rudra, the storm god.

6.5 Punarvasu: the Twin stars Castor and Pollux

East of the constellation of Orion you can see two close stars of first magnitude, that build the next Nakshatra, called Punarvasu. This means "the two restorers of goods", also known as yamakau "the two chariots".

The brighter of them is Pollux, a red giant star about 30 lightyears away. Castor is a famous double star of two white stars at a distance of about 45 lightyears. Between Pollux und Betelgeuse in Orion a further bright Twin Star of nearly 1st magnitude can be seen nearly halfway to Betelgeuse; this is Alhena at the foot of Twin Pollux, a white star over 100 lightyears away. Alhena means "the Brand (on the neck of the camel)" and is the Arab lunar mansion for Betelgeuse.

Using the line Aldebaran to Castor and Pollux, above the middle you can see a further very bright star of 0th magnitude, which is the goat star Capella in the constellation of Auriga, the charioteer. Capella is a double star of two very close yellow stars over 40 lightyears away and brighter than the Orion stars Betelgeuse and Rigel.

The Lord of Punarvasu is Guru represented by Jupiter, its symbol is a bow and quiver and its Deity is Aditi, the mother of the gods.

7. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition of the last Autumn constellations

In January, also the last Autumn constellations are seen.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

7.1 The eastern part of the big "Southern Route" from Orion to Aquarius

In the east, the famous constellation Orion is seen. Its left shoulder, Betelgeuse, is a very bright star of 0th magnitude, a red giant star 400 lightyears away and translates as the "Giant's Shoulder". Following the belt of the Orion to the north the main star of Taurus, Aldebaran, can be seen. This is a bright red giant star of nearly 0th magnitude, a distance of 70 lightyears away. Its Arab name means "the follower (of the Pleiades)", since Aldebaran is the next lunar mansion rising after the Pleiades.

Aldebaran seems to be located within a group of a star cluster called the Hyades about 150 lightyears away. Thus Aldebaran is a foreground star not belonging to this star cluster. The main stars of the cluster and Aldebaran look like a "V" with stars at the top, middle and the bottom of the "V", where the middle of the left fork consists of 2 stars. All these main stars of the cluster appear in the 3rd or nearly 3rd magnitude.

Moving from Betelgeuse to Aldebaran and then following both forks like an arrow three times as far again points to Deneb Kaitos a second magnitude star, and continuing one and a half times further, to Fomalhaut, an even first magnitude star. Fomalhaut is a white star 25 lightyears away and means "Mouth of the (Southern) Fish". Deneb Kaitos is a second magnitude star, a Red Giant star almost 100 lightyears away, and means "Tail of the Beast".

Turning at Deneb Kaitos almost at a right-angle to the northeast and situated twice as far as the distance from Betelgeuse to Aldebaran, a big square-like quadrangle is seen, this is the Autumn Quadrangle. The star at the bottom right is Markab, the principal star of Pegasus, and the star at the bottom left is Algenib. Both stars are bluish stars, Markab being almost 150 lightyears away and Algenib 750 lightyears away. Markab means "Shoulder (of the Horse)" and Algenib means "the Flank (of the Horse)".

Moving to Fomalhaut and then almost at a right-angle to the northeast and situated twice as far as the distance from Betelgeuse to Aldebaran, the star Enif is seen. Enif, meaning "Nose (of the Horse)", is a Red Giant star 700 lightyears away. Both Markab and Enif are second magnitude stars and Algenib is an almost second magnitude star. About three quarters of the way from Fomalhaut to Enif a third magnitude star is seen, this is Sadalmelik, the principal star of Aquarius. Sadalmelik means "the lucky stars of the king" and is a yellow star like our sun, situated 750 lightyears away.

Continuing the line from Algenib to Sadalmelik as far again, leads to two stars close together belonging to Capricorn; the upper one Algiedi - which means "goat" - is like our sun, a yellow star, at a distance of 110 lightyears away; and Sadaldabih - which means "the lucky stars of the slaughterer" - is a Red Giant star 350 lightyears away. About one third of the way from Sadalmelik to Sadaldabih, another star of the same brightness, Sadalsuud which is also in Aquarius, can be observed. Sadalsuud means "luckiest of the lucky stars" and is a yellow star like our sun situated 600 lightyears away.

Following this line beyond Sadaldabih for the same distance as that between Sadalmelik and Sadaldabih leads to a second magnitude star, Nunki, which is the brightest star of the northern part of Sagittarius, located within a group of several stars. Nunki is a bluish star 220 lightyears away. The name Nunki is of Sumerian origin and means "divine place on earth".

Continuing further for about the same distance as that between both Aquarius-stars Sadalmelik and Sadalsuud leads to another Sagittarius star: this is Kaus Meridionalis, a Red Giant star of almost second magnitude more than 300 lightyears away. Kaus Meridionalis means "middle star of the arc (of Sagittarius)".

7.2 Uttara Bhadrapada: Autumn Quadrangle

The next Nakshatra of the autumn is Bhadrapada. This means "the second of the blessed feet".

This Nakshatra consists of the stars Algenib and Sirrah, which form a quadrangle together with the stars Markab and Scheat of the last Nakshatra Bhadrapada. This quadrangle is called the "Autumn Quadrangle". Sirrah at the northern corner is a second magnitude star: it is a white star 100 lightyears away. Algenib, an almost second magnitude star, is a bluish star at a distance of almost 500 lightyears.

Sirrah is the principal star of the Andromeda and means "Navel (of the Steed)", which refers to the Horse Pegasus. Algenib belongs to Pegasus and means "the Flank (of the Horse)".

Going down the right side of the Autumn Quadrangle three times its height to the south leads to the first magnitude star, Fomalhaut, which is the principal star of the constellation Southern Fish. Going down the left side of the Autumn Quadrangle twice its height to the south leads to the brightest star, Deneb Kaitos, of the constellation Cetus. Cetus is a sea monster in Greek mythology and was supposed to eat Princess Andromeda, who then was saved by the hero Perseus.

Fomalhaut is a white star 25 lightyears away and means "Mouth of the (Southern) Fish". Deneb Kaitos is a second magnitude star, a Red Giant star almost 100 lightyears away, and means "Tail of the Beast".

The planet Mars can be seen passing below at a distance of approximately half the height of the Autumn Quadrangle.

The Lord of Uttara Bhadrapada is Shani represented by Saturn, its Symbols are twins, the back legs of a funeral cot, and a snake in the water; its Deity is Ahir Budhyana, a serpent or dragon of the deep.

7.3 Revati: Pisces

Last autumn Nakshatra: Revathi
The next Nakshatra of the autumn is Revati. This means "prosperous".

The Autumn Quadrangle can be imagined as a house lying on its side with a roof almost double the height of the house itself, i.e. the quadrangle. In this visualization, the bottom of this house is formed by the Nakshatra Purva Bhadrapada, consisting of the stars Markab and Scheat. The upper edge of this house is formed by the Nakshatra Uttara Bhadrapada consisting of the stars Algenib and Sirrah.

The star at the roof of this house is a bright as Sirrah: this is Hamal, the principal star of Aries, the Ram. A little south of it in the direction of Algenib is Sheratan, a star as bright as Algenib. Hamal originates from ras-al-hamal meaning "the Head of the Ram" and Sheratan means "The two Signs (Pisces and Aries)". Hamal is a Red Giant Star 75 lightyears away and Sheratan is a white star at a distance of 60 lightyears.

Going from Hamal to Sheratan and then three times further leads to the almost third magnitude star Alpherg, the brightest star of Pisces. Alpherg means "Horse", a reference to nearby Pegasus, and is a yellow star like our sun at a distance of nearly 300 lightyears. Alpherg also is found by following the line from Markab to Algenib the same distance again.

This Nakshatra consists of a star of only 5th magnitude which is in the area reached by continuing from Hamal and Sheratan to Alpherg and then the same distance beyond and a little to the southeast. Lord of Revati is Budha represented by Mercury, its Symbol is a fish or a pair of fish and a drum and its Deity is Pushan, the nourisher or the protective deity.

7.4 Ashvini: Aries

The next Nakshatra of the autumn is Ashvini. This means "wife of the Ashvins".

This Nakshatra consists of the star Sheratan and its neighbouring star, both in Aries. They are the stars to the right of its principal star Hamal.

The Lord of Ashvini is Ketu, represented by the South lunar node, its Symbol is a horse's head and its Deities are Ashvins, the horse-headed twins who are physicians to the gods.

7.5 Bharani: the Northern Fly

The next Nakshatra of the autumn is Bharani. This means "the bearer".

Moving accorss Aries the other way from Alpherg, i.e. from Sheratan to Hamal and then three times further, leads to the almost third magnitude star Bharani a little to the south. Bharani used to be the principal star of the constellation "Northern Fly" or "Northern Bee", which nowadays belongs to Aries as well. Bharani is a bluish star 160 lightyears away. This Nakshatra is formed by Bharani and its neighbouring stars.

The Lord of Bharani is Shukra, represented by Venus, its Symbol is Yoni, the female organ of reproduction and its Deity is Yama, the god of Death or Dharma.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.


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