Sternenhimmel im März 2013


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist aufgrund der nun wieder spürbar späteren Sonnenuntergänge in rascher Bewegung. Direkt nach Sonnenuntergang ist er hochwinterlich; all' die prachtvollen Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen stehen hoch am Himmel und der auffällige Orion mit seinen beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel kann im Süden einfach gefunden werden. Den Oriongürtel nach links unten folgend gelangt man zum hellsten Fixstern Sirius und hoch über uns steht im Zenit die helle Capella. Procyon bildet mit dem Orionschulterstern Beteigeuze und dem hellen Sirius ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Aldebaran findet man inmitten der Hyaden, indem man dem Oriongürtel nach rechts oben folgt. Von den Herbststernbildern kann man nach Sonnenuntergang noch die nördlichen Teile der Andromeda und den Perseus erkennen, während im Osten bereits mit dem Löwen und Arktur im Bärenhüter, dem hellsten Stern der Nordhemisphäre, die ersten Frühlingssterne sichtbar sind.

Der Große Wagen steht rechts und die W-förmige Cassiopeia links neben dem Polarstern.

Hoch im Südwesten kann man den Riesenplaneten Jupiter rechts über Aldebaran im Stier erkennen.

Beobachtung des Kometen Panstarrs

Die Sichtbarkeit des angekündigten Kometen Panstarrs hat sich außerordentlich erfreulich entwickelt; zwar ist er schwierig "einfach so" im Westen zu erkennen, jedoch liegen seine Aufhilf-Sterne sehr günstig, so dass der Komet ab 21. März ab 19:30 Uhr wie folgt gefunden werden kann:

Hoch über uns etwas südwestlich ist der Jupiter auffallend hell zu erkennen, er ist der hellste Stern am Abendhimmel. Etwas rechts oberhalb von ihm, nicht mehr ganz senkrecht über uns, sieht man einen hellen Stern, das ist die Capella im Fuhrmann. Und zwei Handbreit rechts unter ihr sieht man Mirfak, den Hauptstern des Perseus. Von Mirfak aus geht man einfach senkrecht nach unten entlang der Andromedakette zum Horizont.

Zunächst folgt der Andromedastern Alamak, dann in gleichem Abstand weiter unten der mittlere Andromedastern Mirach und schließlich erneut in gleichem Abstand weiter unten, geringfügig rechts, der Andromedastern Sirrah. Man kann diese Sterne, die fast senkrecht am Himmel stehen, in der späten Dämmerung problemlos im Feldstecher erkennen.

Nun geht man von der Sirrah parallel zum Horizont nach links, dort sieht man erneut einen Stern, das ist der Stern zeta Andromedae. Der Komet stand am Abend des 21. März unterhalb von zeta Andromedae.

Zwischen der Mirach und der Sirrah sieht man im Feldstecher einen weiteren Stern, das ist der vierthellste Andromedastern delta Andromedae, der etwas nach links ausgerückt ist. Der Komet wird sich bis Ende des Monats unterhalb der Linie zeta Andromedae zu delta Andromedae weiterbewegen; zu Monatsende steht er dann rechts neben delta Andromedae.

Planetenendeckung

Im vergangenen Monat gelang es erstmals, um einen fremden Stern einen Planeten zu entdecken, der nur etwas größer als der Mond ist. Dieser Planet heißt Kepler-37b und ist vom Typ her eine Art kleiner heißer Merkur und umkreist seine Sonne in nur 13 Tagen, so dass auf seiner Oberfläche Temperaturen von 400°C zu erwarten sind. Seine Sonne ist etwas kleiner als unsere Sonne und ist gut 200 Lichtjahre entfernt. Sein Nachbarplanet, Kepler-37c, ist etwas kleiner als die Venus und umkreist diesen Stern in 21 Tagen. In diesem Planetensystem wurde auch ein dritter Planet entdeckt, der doppelt so schwer wie die Erde ist und seine Sonne in 40 Tagen umkreist. Alle drei Planeten konnten auch in dieser Entfernung entdeckt werden, weil sie regelmäßig vor ihrer Sonne vorüberziehen und ihre Helligkeit dabei jedesmal geringfügig schwächer wird. Alle diese Planetenbahnen liegen deutlich innerhalb der Merkurbahn unseres Sonnensystems; der Merkur benötigt fast 90 Tage für einen Sonnenumlauf.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Orion, der Sirius und die helle Capella sowie die übrigen hellen Wintersterne

Der Orion steht im März hoch im Süden und kann sehr einfach gesehen werden. Er besteht aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen. Der ^linke und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, das bedeutet "Schulter des Riesen", der rechte Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin") und der rechte Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Die Beteigeuze und Rigel erreichen beide die 0. Größe, die Bellatrix beinahe die 1. Größe.

Der Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, der etwas hellere rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren.

Das Winterdreieck (grün) und Wintersechseck (gelb)
Wenn man den Oriongürtel nach links unten verlängert, so gelangt man zum hellsten Fixstern überhaupt, das ist der helle Sirius im Sternbild Großer Hund, ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Sein arabischer Name Alhabor bedeutet "heller Stern, der (die Michstraße) überquert hat". Wegen seines Sternbildes wird der Sirius oft auch "Hundsstern" genannt.

Die Beteigeuze und der helle Sirius bilden mit Procyon im Osten ein beinahe gleichseitiges Dreieck; Procyon ist ein weißgelblicher Stern 0. Größe im Abstand von 11 Lichtjahren und bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)".

Die helle Capella im Fuhrmann, die die 0. Größe erreicht und derzeit der zweithellste Fixstern am Abendhimmel ist, steht nach Sonnenuntergang hoch über uns im Zenit. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein".

Wenn man den Oriongürtel nach rechts oben verlängert, so gelangt man zu einem Stern beinahe 0. Größe, das ist Aldebaran im Sternbild Stier. Sein Name kommt von "Ad-Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren. Derzeit steht der Riesenplanet Jupiter rechts über Aldebaran. - Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht ein Stern beinahe erster Größe. Das ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Unterhalb der hellen Capella sieht man zwei weitere Sterne 1. Größe schräg übereinander, das sind die Zwillinge: der linke untere etwas hellere Stern heißt Pollux und der rechte obere Stern heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren. Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer heller Zwillingsstern beinahe 1. Größe, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Alhena ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren und bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)".

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1.Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; da auch die Beteigeuze in diesem Bereich steht, ist hier die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe versammelt.

2.2 Der Große und der Kleine Wagen

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen, seht aber momentan teilweise im Horizontdunst.
Der bekannte Große Wagen besteht aus 7 Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. Nach Sonnenuntergang sind die vorderen Teile der Deichsel in den Horizontdunst eingetaucht, so dass man die Sterne des Großen und des Kleinen Wagen bei schlechter Sicht nicht erkennen kann. Oftmals sieht man nur "die hellen Vier" im Norden, die vereinzelt dastehen und deswegen keinem Sternbild zugeordnet werden können. Sie sind überraschend hell. Der hellste von ihnen steht im Norden auf halber Höhe, etwas weniger hell sieht man links von ihm auf gleicher Höhe einen weiteren Stern. Schräg über diesem kann man auch einen gleich hellen Stern erkennen und wenn die Horizontsicht genügend gut ist, kann man unterhalb des rechten Sternes ebenfalls einen gleich hellen Stern erkennen. Bei diesen vier Sternen handelt es sich rechts um die beiden hellsten Sterne des Großen Wagen, oben Dubhe und unten Alioth, die beide beinahe die 1. Größe erreichen, und links um die beiden hellsten Sterne des Kleinen Wagen, oben den Polarstern und unten den Stern Kochab, die beide die 2. Größe erreichen.

Wenn es die Sichtbedingungen zulassen, so kann man rechts von Dubhe einen weiteren, etwas schwächeren Stern sehen, der ebenfalls die 2. Größe erreicht. Das ist der hintere untere Kastenstern Merak und geht man von hier über Dubhe hinaus etwa fünfmal nach links, so gelangt man zum Polarstern.

Dubhe ist der hintere obere Kastenstern und Alioth der kastenseitige Deichselstern des Großen Wagen. Kochab ist der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen und der Polarstern dessen äußerer Deichselstern. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren; Kochab ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren und der Polarstern ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Merak rechts unterhalb von Dubhe schließlich ist der hintere untere Kastenstern, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi". Der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär", Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Merak bedeutet "Lende".

Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Die beiden vorderen Deichselsterne des Großen Wagen kann man nach Sonnenuntergang nur bei ausgezeichneter Horizontsicht im Norden erkennen, das sind der mittlere Deichselstern Mizar und der äußere Deichselstern Benetnash. Mizar erreicht die 2. Größe und Benetnash erreicht sogar beinahe die erste Größe. Der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und der mittlere Deichselstern Mizar bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren.

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne, das sind die beiden vorderen Kastensterne. Der vordere untere Kastenstern heißt Phekda und erreicht 2. Größe; Phekda bedeutet "Schenkel". Der vordere obere Kastenstern heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und Mizar weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Der Polarstern steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad ist eta Draconis, der zweihellste Stern des Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab zu Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

2.3 Der Fuhrmann und der Stier

Das nördlichste Sternbild der bekannten Wintersternbilder ist der Fuhrmann, das Sternbild des hellen Sternes Capella, die 0. Größe hell ist und die nach Sonnenuntergang im Zenit steht. Aufgrund seiner nördlichen Lage kann dieses Sternbild bereits im Herbst bewundert werden. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen trägt der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein. Der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet ebenfalls "Zicklein".

Das Sternbild des Fuhrmannes bildet ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, dem das Auge unwillkürlich noch den Stern El Nath, einen Stern beinahe 1. Größe, der schon zum Sternbild des Stieres gehört, hinzufügt, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen; auch in alten Sternbild-Darstellungen wird El Nath oft dem Fuhrmann zugerechnet. Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmannes. El Nath ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)".

In der Umgebung der Capella befindet sich eine ganze Ziegenfamilie: geht man von der Capella nach unten, so sieht man einen Stern 3. Größe, das ist der Stern Almaaz, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist der Ziegenpapa. Geht man nun diagonal nach links gleichviel weiter, so sieht man dort 2 Sterne übereinander, das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus I und Hoedus II. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere. Hoedus II ist ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Hoedus II erreicht wie Almaaz die 3. Größe, Hoedus I beinahe 3. Größe.

Links der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Stern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichjahren. Menkalinan gehört zum Bärenstrom. und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist er nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Zwei weitere Ecken werden von den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I, die zusammen die zweite Ecke des Fuhrmannes bilden, sowie vom zweithellsten Fuhrmannstern Menkalinan gebildet. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmannes werden von Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und von Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Der Ziegenpapa Almaaz befindet sich in einer zusätzlichen 7. Ecke zwischen der hellen Capella und den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I. - Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen, der zum Sternbild Stier gehört. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht und der dritthellste Stern des Stieres ist. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle hellen Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Sternbild des Stiers
Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes Stier. Sein Name kommt von "Ad-Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgegangen ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am oberen linken Ende eines nach oben geöffneten "V"; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist. Rechts über den Hyaden steht derzeit der helle Riesenplanet Jupiter.

Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht ein Stern beinahe erster Größe. Das ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri links von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Das Dreieck von Aldebaran und der Hyaden zeigt auf den Stern lamda Tauri, einen Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Doppelt so weit entfernt gelangt man an der Sternbildgrenze zum Walfisch zu omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren. Geht man von hier gleichviel weiter, so gelangt man zum Walfischstern Menkar, einem Stern beinahe 2.Größe. Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)" und ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese.

Auch zwei der Hyadensterne erreichen gerade noch die 3. Größe, die übrigen drei hellen Hyadensterne sowie der zweit-, dritt- und vierthellste Plejadenstern erreichen beinahe die 3. Größe.

Bei guter Sicht sieht der Stier wie eine Stimmgabel aus, deren Stiel bei der Sternbildgrenze zum Walfisch beginnt und deren Stimmgabelzinken sich bei den Hyaden aufspalten und in den beiden Stierhörner münden.

2.4 Weitere Orionsterne und Procyon, der helle Sirius und die Zwillinge sowie 2 Sterne vom Südhimmel

Das Sternbild des Orion enthält neben Beteigeuze und Rigel, die beide die 0. Größe erreichen, auch drei Sterne, die beinahe 1. Größe erreichen, nämlich die Bellatrix an der rechten Schulter des Orion sowie Alnilam und Alnitak - der mittlere und der linke untere Stern des Oriongürtels. Alnilam und Alnitak bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Die beiden übrigen Sterne des Orion sind 2. Größe. Der rechte obere Gürtelstern heißt Mintaka und der linke Fußstern heißt Saiph. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert". Das Schwert des Orion reicht also bis zu seinem Fuß.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße.

Orionnebel. Bild: Hubble
Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph blauweißliche Riesensterne; alle vier sind rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt!

Links unterhalb des Orions kann man einen sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Wegen dieses Sternbildes wird der Sirius auch Hundsstern genannt. Früher haben die Menschen geglaubt, dass es auf der Erde ganz besonders heiß sei, wenn die Sonne in der Nähe des hellen Sirius steht; die Tage, in denen das im Sommer der Fall ist, werden auch heutzutage noch als "Hundstage" bezeichnet. Derzeit ist nur der Riesenplanet Jupiter heller als der Sirius.

Der Sirius ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)".

Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches auch Winterdreieck genannt wird. Dieses Winterdreieck ist zur Orientierung sehr nützlich, wenn man je nach Sichtbedingungen nur zwei seiner Sterne sehen kann, weil man dann weiß, wo der dritte steht. Meist wird es Procyon in der linken oberen Ecke sein, den man auf diese Weise einfach mithilfe des Sirius und der Beteigeuze im Orion finden kann.

Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph blauweißliche Riesensterne; alle vier sind rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt!

Im Gegensatz zu den Orionsternen, die allesamt weit entfernt sind, sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren. Beide Hundssterne werden von einem hochkompakten Stern, einem Weißen Zwerg, umkreist. Deswegen war der Sirius vor einigen Millionen Jahren, als der Weiße Zwerg-Partnerstern noch ein normaler Stern war, sogar heller als der Riesenplanet Jupiter. Auch Procyon wäre fast eine Größenklasse heller als heute.

Rechts neben dem Sirius steht ein Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirzam, er ist ein über 500 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Riesenstern und bedeutet "Stern, der (dem Sirius) vorausgeht".

Der achthellste Orionstern erreicht beinahe 2. Größe und steht im Orionnebel; er heißt Nair Al Saif, das bedeutet "der Helle im Schwert", und er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1300 Lichtjahren Entfernung. Der neunthellste Orionstern erreicht 3. Größe und man findet ihn, indem man den Oriongürtel etwas nach oben verlängert. Er heißt pi(3) Orionis und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit. Sei noch Gomeisa etwas oberhalb von Procyon erwähnt; er ist mit beinahe 2. Größe etwas heller und bedeutet "die Kleine mit den trüben Augen". Gomeisa ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren.

Am Südosthimmel steht das Sternbild der Zwillinge
Unterhalb der hellen Capella kann man die beiden Sterne der Zwillinge übereinander sehen, der untere heißt Pollux und der obere heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren. Castor befindet sich auf der Seite der Capella - beide Sternnamen fangen mit einem "C" an, und Pollux auf der Seite von Procyon, beide Sternnamen fangen mit einem "P" an. Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer heller Zwillingsstern beinahe 1. Größe, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Ihr Nachbarstern erreicht 3. Größe und heißt Alzir, das bedeutet "(Kleider-)Knopf"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren.

Auch am Fuß von Castor befindet sich ein Stern, er heißt Tejat und ist ein Stern 3. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Tejat und seine Nachbarsterne werden manchmal als "die Dromedare" übersetzt, was sprachwissenschaftlich aber kaum haltbar ist. Zwischen Tejat und Castor befindet sich ein Drittel von Tejat entfernt der Stern Mebsuta, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Mebsuta ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Mebsuta bedeutet "die ausgestreckte (Vorderpfote des Löwen)", dieser Name wurde ursprünglich für die beiden Hauptsterne Castor und Pollux verwendet.

Bei guter Südsicht kann man auch die unteren Teile des Großen Hundes erkennen, in denen zwei weitere Sterne beinahe 1. Größe oder heller sowie ein Stern 2. Größe stehen: unterhalb von Sirius und Mirzam steht der Stern Wezen; er ist ein sehr weit entfernter weißgelblicher Riesenstern im Abstand von 2000 Lichtjahren und bedeutet "das Gewicht". Rechts unterhalb von Wezen kann man den Stern Adhara erkennen, der sogar gerade noch die erste Größe erreicht, in unseren Breiten jedoch so weit südlich steht, dass er nur sehr selten wirklich auffällig hell zu erkennen ist. Adhara bedeutet "die Jungfrauen" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 500 Lichtjahren. Links unterhalb von Wezen steht die Aludra; sie ist ein Stern 2. Größe und ebenfalls ein sehr weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von 3200 Lichtjahren. Aludra heißt "die Jungfernschaft".

Der sechsthellste Stern im Großen Hund ist Phurud, ein Stern 3. Größe; man findet ihn einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger", womit er und die umliegende Sterngruppe gemeint ist. Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in einem Viertel Abstand von Wezen.

Links des Großen Hundes stehen etwa auf Höhe von Wezen, rund gleichviel nach links versetzt wie der Sirius von Wezen entfernt ist, zwei Sterne. Der linke der beiden heißt Tureis und erreicht beinahe 2. Größe, ist also nur geringfügig weniger hell als die Aludra, und der rechte auf der Seite des Großen Hundes heißt Asmidiske. Er ist ein Stern 3. Größe und man kann ihn auch finden, indem man von Phurud über die Adhara eineinhalb mal weitergeht, etwas nach oben. Tureis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 60 Lichtjahren, Asmidiske wie unsere Sonne ein weit entfernter gelber Stern im Abstand von über 1300 Lichtjahren. Tureis bedeutet "der Besitz" und Asmidiske bedeutet "kleines Schild". Beide Sterne gehören zum Achterdeck des Schiffes, einem Sternbild des Südhimmels.

2.5 Die Cassiopeia, der Kepheus sowie weitere Herbststerne

Die Cassiopeia
Das Sternbild der Andromedamutter Cassiopeia steht auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen. Es steht nach Sonnenuntergang schräg auf der Seite und sieht wie ein großes schiefes M aus. Ihr Hauptstern Schedir, ist der zweite Stern von unten. Der untere Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Diese drei Sterne erreichen die 2. Größe und weisen wie ein Pfeil, der seine Spitze in der Schedir hat, auf den mittleren Andromedastern Mirach. Verlängert man statt dessen vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir, so gelangt man zum Andromedastern Alamak.

Geht man von Caph über Schedir ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe.

Die beiden Andromedasterne Mirach und Alamak sind geringfügig heller, beide sind Rote Riesen. Mirach im Abstand von 200 Lichtjahren bedeutet "Schurz" und Alamak im Abstand von 350 Lichtjahren bedeutet "Wüstenluchs".

Die Schedir an der zweiten Stelle von unten markiert die Brust der Cassiopeia. Sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der untere Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Der mittlere Cassiopeiastern Cih ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Alderamin ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren und bedeutet "rechter Arm".

Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

In Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-M durch den vierten Stern des "M" gelangt man zu einem Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirfak, der Hauptstern des Perseus. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-M zwischen dem vierten und fünften Stern des "M" hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann.

In der ersten Monatshälfte sieht man nach Sonnenuntergang tief im Nordwesten den Stern Deneb im Schwan; ihn kann man aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-M nicht zwischen dem vierten und fünften Stern des "M" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch Caph, den unteren Stern der Cassiopeia an der ausgestreckten Hand der Plejadenbüste. Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Geht man von Deneb zum Horizont, so folgt bei ausgezeichneter Horizontsicht bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Das Wort Sadir hat denselben Ursprung wie der Cassiopeiastern Schedir; er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern.

Der vierte Cassiopeiastern heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren, und der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von über 400 Lichtjahren; auch die Bedeutung seines Namens ist nicht überliefert. Segin erreicht 3. Größe.

Rechts neben der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit schräg auf der Seite liegt. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden Cassiopeiasterne Caph über die Schedir hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-"Hauses" befindet sich neben Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit deren Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Sei auch der bekannte "Granatstern" genannt: etwas unterhalb der Mitte des Bodens dieses Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais ein rechtwinkliges Dreieck. Al Tais ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren und bedeutet "Ziegenbock".

Die Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia an ihrer Brust, führt ungefähr zum Andromedastern Sirrah, einem Stern 2. Größe. Sie ist schon tief in den Westen weitergezogen. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

In der ersten Monatshälfte kann man nach Sonnenuntergang auch noch das kleine Tierkreiszeichen des Widders sehen: von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man links neben der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen, diese bilden den Widder. Der obere Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der untere Stern erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man nach unten links abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3.Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes.

2.6 Der Perseus, der Kopf des Walfisches und das Dreieck

Der Perseus ist ein prominentes Herbststernbild und enthält mit Mirfak sogar einen Stern beinahe 1. Größe. Am einfachsten kann man sich den Perseus als einen Bogen von drei Sternen im oberen Teil vorstellen, von dem beim Hauptstern Mirfak in der Mitte des Bogens schräg nach unten eine Linie zum sehr prominenten Stern Algol und einem weiteren Stern abzweigt.

Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und kann bekanntlich in der Verlängerung vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W durch Ruchbah, den vierten Stern des "W" gefunden werden, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und so hell wie die hellsten Sterne des Großen Wagen. Mirfak kann man auch bequem in der Fortsetzung der Andromedakette nach oben links finden.

Rechts und links von Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen: gamma Persei in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

Beim Hauptstern Mirfak in der Mitte des Bogens zweigt schräg nach unten eine Linie zum sehr prominenten Stern Algol und einem weiteren Stern ab.

Algol ist der zweithellste Perseusstern und bereits im Altertum wusste man, dass er seine Helligkeit verändert. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte - und steht schräg unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Der dritt- und vierthellste Perseusstern, die von bloßem Auge gleichhell wie die beiden Bogensterne gamma und delta Persei sind, befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum linken Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort schräg nach unten in Richtung der Plejaden abbiegt. Der erste Stern dieser Linie ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei. Beide Sterne sind wie die Nachbarsterne von Mirfak Sterne 3. Größe. Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Allerdings hat Menkib diesen Namen irrtümlich erhalten, denn aus der Tradition der Plejadenbüste wurde der Stern xi Persei, ein Stern 4.Größe, der zwischen epsilon Persei und dem Stern Menkib, etwas außerhalb steht, mit dem Namen Menkib bezeichnet und bedeutet entsprechend "Schulter (der Plejadenbüste)". Xi Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 1800 Lichtjahren.

Rechtwinklig neben Menkib am unteren Ende der zweiten Perseuskette befindet sich noch der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand 1500 Lichtjahre. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)".

Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Andere Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um den Hauptstern des Walfisches, die den Kopf des Tieres bilden. Sein heutiger Name Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)". Geht man von ihm noch ein Stück weiter und dann etwas nach rechts, so sieht man einen Stern gerade noch 3. Größe, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Diesen Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden, als Orientierung kann helfen, dass sie in die Plejaden mündet.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Im Perseus befindet sich auch das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem rechten Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bilde ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist, und gehe entlang des freien Astes zum dritten Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda kann man auch noch das kleine Sternbild des Dreiecks sehen, dessen hellster Stern beta Trianguli immerhin dritte Größe erreicht. Man findet ihn auf halben Wege zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und Algol und er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3.Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Elmuthalleth bedeutet "Dreieck". Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter dem hellsten Dreieckstern beta Trianguli, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Zwischen dem hellsten Dreieckstern beta Trianguli und den Plejaden findet man den Stern Bharani im Widder, einen blauweißlichen Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 160 Lichtjahren.

2.7 Der Hase und die nördlichen Teile des Eridanus

Unterhalb des Orion finden wir zwei eher unauffällige Sternbilder, obgleich sie auch einige Sterne zweiter und beinahe zweiter Größe enthalten. Es sind dies das Sternbild des Hasen und das Sternbild des Eridanus.

Das Sternbild des Hasen sieht wie ein Viereck aus, dessen rechte Seite des Vierecks rund doppelt so hoch ist wie die linke. Der Hauptstern des Hasen heißt Arneb und befindet sich in dem Viereck an der linken oberen Ecke, also unterhalb des linken Orionfußsternes Saiph. Arneb bedeutet "Hase" und ist ein Stern gerade noch 2. Größe, ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Unter ihm steht der Stern Nihal, der beinahe 2. Größe erreicht. Nihal bedeutet "Kamele, die ihren Durst löschen" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Die beiden Sterne auf der rechten Seite des Vierecks erreichen beide die 3. Größe, der obere heißt mue Leporis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren, der untere heißt epsilon Leporis und ist ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.


Vom Orion zum Eridanus
Neben dem hellen Orionstern Rigel entspringt der Fluss Eridanus und sein zweithellster Stern ist Cursa, ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Cursa bedeutet "Fußbank" und bezieht sich auf den Orion. Geht man vom Orionnebel über Rigel rund dreimal weiter und dann etwas nach oben, so gelangt man zu Zaurak, dem dritthellsten Stern des Eridanus. Zaurak hat 3. Größe und bedeutet "Boot"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren.

Das Sternbild des Eridanus ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er nimmt seinen Ausgang bei Cursa neben dem hellen Stern Rigel am Fuße des Orion und fließt wie die Donau zunächst nach Norden und Osten, ehe er sich nach Süden windet und in unseren Breiten unter dem Horizont verschwindet. Der hellste Stern des Eridanus, Achernar, steht am unteren Ende des Eridanus; das ist aber so weit südlich, dass er von unseren Breiten niemals gesehen werden kann. Er ist so hell wie die Beteigeuze und Procyon, also ein Stern gerade noch 0. Größe, und bedeutet "Ende des Flusses"; er ist der zehnthellste Fixstern am Sternhimmel überhaupt, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren.

Zaurak ist Ausgangspunkt einer Deichsel, die parallel zum Oriongürtel verläuft. Der zweite Deichselstern ist Rana, ein Stern gerade noch 3. Größe. Rana bedeutet "Frosch" und ist ein Roter Unterriese im Abstand von nur 30 Lichtjahren. Der dritte Deichselstern ist epsilon Eridani, ein sonnennaher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von nur 10.5 Lichtjahren, er ist etwas kleiner als unsere Sonne und ein gelboranger Hauptreihenstern. Dieser Stern beherbergt den zweitnächsten bekannten Exoplaneten. Der nächste bekannte Exoplanet umkreist den Partnerstern vom sonnennächsten Sternsystem alpha Centauri. Alpha Centauri ist ein Stern des Südhimmels und kann von Europa aus nicht gesehen werden, er ist der dritthellste Fixstern überhaupt und erreicht die 0. Größe. Der Hauptstern ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, sein Partnerstern mit dem heißen erdgroßen Planeten ein gelboranger Hauptreihenstern und Proxima Centauri eine rote Zwergsonne.

Geht man nun von Zaurak und Rana rechtwinklig in Richtung Oriongürtel, so sieht man in doppeltem Abstand Zaurak - Rana zwei Sterne 4. Größe nebeneinander stehen. Der hellere der beiden heißt omicron(1) Eridani; sein arabischer Name Reid bedeutet "Ei des Straußes". Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Der andere, untere Stern, heißt omicron(2) Eridani; sein arabischer Name Keid bedeutet "Ei". Keid ist prominenter bekannt unter dem wissenschaftlichen Namen 40 Eridani, denn sein Begleitstern 40 Eridani B ist der zuerst entdeckte Weiße Zwerg überhaupt. 40 Eridani ist ein nahe gelegenes Dreifach-Sternsystem im Abstand von 16.5 Lichtjahren, der Hauptstern ist ein gelboranger Hauptreihenstern. Würde man anstelle des Weißen Zwerges seinen Vorläuferstern sehen, so könnte man schräg neben dem Orion einen weiteren Stern bewundern, der so hell ist wie der obere Zwillingsstern Castor. Damals hätte nach Sonnenuntergang tief im Westen noch ein weiterer sehr heller Stern am Abendhimmel gestanden, nämlich der Vorläuferstern vom Van Maanen's Stern, dem drittnächsten Weißen Zwerg, gut 14 Lichtjahre entfernt. Dieser war damals deutlich heller als die Wega oder Capella und stand nach Sonnenuntergang tief im Westen, wenn man von der Andromedakette unten bei der Sirrah rechtwinklig abbiegt und fast gleichviel zum Horizont weitergeht.

Sei noch der Stern tau(4) Eridani genannt, den man in Verlängerung von Cursa über Zaurak findet; dieser Stern erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren.

2.8 Erste Frühlingssterne: der Löwe und Alphard in der Wasserschlange

Östlich des Wintersechseckes sieht man zwei helle Sterne im Areal des Sternbildes Löwe; der rechte ist Regulus beim Herz des Löwen, ein blauweißlicher Stern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Sein arabischer Name Kabeleced bedeutet "Herz des Löwen". Der linke Stern heißt Algieba und markiert die Stirn des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind.

Geht man von der Algieba zum Zwillingsstern Pollux, so folgt nach einem Viertel des Weges etwas links ein Stern 3. Größe, das ist der Löwenstern Ras Elased Australis, das ist der Stern "südlich des Kopfes des Löwen". Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern und 250 Lichtjahre von uns entfernt.

Bei schlechter Sicht ist es einfacher, von Procyon ausgehend beim Zwillingsstern Pollux rechtwinklig schräg nach unten abzubiegen; zunächst gelangt man in gut gleichem Abstand zum Löwenstern Ras Eleased Australis und noch ein Viertel der Strecke weitergehend zur Algieba.

In der Nähe der Algieba finden wir noch zwei weitere Sterne, welche den Kopf des Löwen markieren: etwas links oberhalb die Adhafera, ein Stern 3. Größe an der Haarsträhne des Löwen, und rechts von ihr ras Elased Australis den Stern Ras Elased Borealis, das ist der Sterne "nördlich des Kopfes des Löwen", ein Stern beinahe 3. Größe. Adhafera ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren und Ras Elased Borealis ein Roter Riese im Abstand von gut 130 Lichtjahren. Auch die Adhafera gehört zum Bärenstrom und ist dessen absolut hellster Stern. Sie hat sich schon weit vom Zentrum entfernt.

Geht man von Regulus zur Algieba und biegt dort rechtwinklig nach unten ab, so folgt in fast eineinhalbfachem Abstand etwas links oberhalb ein Stern gerade noch 2. Größe, das ist der vierthellste Löwenstern Duhr. Das bedeutet "Rücken" und er ist ein weißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von 60 Lichtjahren.

Wenn man von der Algieba über Regulus nach rechts unten verlängert, so trifft man tief im Südosten auf einen Stern 2. Größe, das ist Alphard in der Wasserschlange. Alphard bedeutet treffenderweise "der alleine dastehende Stern", da die übrigen Sterne der Wasserschlange weit verstreut und nicht sehr auffällig sind. Alphard ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Alphard kann man auch in der Verlängerung der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux finden. Der Name des hellsten Fischsternes Alpherg hat ebenfalls diesen Ursprung.

Unter der Algieba sieht man etwa doppelt so weit entfernt wie Regulus einen weiteren Stern 2. Größe, das ist die Denebola, das bedeutet "Schwänzchen (des Löwen)" - im Gegensatz zur Großen Bärin und zum Kleinen Bären, die beide von Zeus am Schwanz gepackt und an den Himmel geschleudert wurden und deswegen überlange Schwänze haben, scheint der Löwe nur ein kurzes Schwänzchen zu haben. Denebola ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren.

Zwischen der "Achse" Algieba-Regulus zwischen der Stirn und dem Herzen des Löwen sowie Denebola am Schwänzchen des Löwen gibt es noch eine weitere etwas kleinere "Achse" zwischen dem Rücken und der Hüfte des Löwen: der linke obere Stern wird von Duhr gebildet und der rechte untere von Coxa Coxa ist ein weißlicher Stern 3.Größe im Abstand von 170 Lichtjahren und bedeutet "Hüfte".

Sei noch der Stern eta Leonis zwischen Algieba und Regulus, ein wenig oberhalb der Verbindungslinie, erwähnt; er erreicht gerade noch die 3.Größe und wird manchmal fälschlicherweise als Subra bezeichnet. Den richtigen Stern Subra findet man, wenn man von eta Leonis kommend bei Regulus rechtwinklig nach rechts oben abbiegt und dann etwa doppelt so weit geht; dieser Stern ist gleich hell wie eta Leonis. Subra bedeutet "Mähne" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 120 Lichtjahren. Eta Leonis ist ebenfalls ein weißlicher Stern, er ist aber mit 2000 Lichtjahren viel weiter entfernt.

Geht man von Regulus statt zu Subra in die andere Richtung, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist rho Leonis, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Auch iota Leonis erreicht beinahe die 3. Größe, er ist weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Er bildet mit Duhr und Coxa von der mittleren Löwenachse eine deichselartige Figur, bei der er an der unteren Stelle steht.

2.9 weitere Frühlingssterne: Arktur und seine Deichsel sowie die Spica, die Gazellensprünge und der kleine Löwe

Das Sternbild des Bärenhüters
Der bekannte Große Wagen zieht nach Sonnenuntergang im Nordosten rasch wieder höher und steht dann schräg auf dem Kopf. Seine Deichsel weist tief im Osten über dem Horizont auf einen Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter. Arktur heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel. - Wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, so gelangt man zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der Hauptstern Cor Caroli des unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Verlängert man die Wagendeichsel über Arktur hinaus weiter, so gelangt man ab 22 Uhr zum Hauptstern der Jungfrau, das ist die Spica. Spica bedeutet "Kornähre", sie ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Der arabische Name der Spica lautet Azimech, das bedeutet "die beiden, die hoch sind" - gemeint sind Arktur und Spica. Hierbei ist Arktur der "lanzenbewaffnete Hochstehende", da er von mehreren helleren Sternen umgeben ist, während die eher alleinstehende Spica der "unbewaffnete Hochstehende" ist. Arktur ist Ausgangspunkt einer nach links unten weisenden Deichsel; ihr mittlerer Stern Mirak, der nun links von Arktur steht, ist der zweithellste Bärenhüterstern, und ihr äußerer Stern ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Mirak bedeutet "Umhang" und ist ebenfalls ein Roter Riese, im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Wie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan gehört auch die Gemma zum Bärenstrom; auch sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Der dritthellste Stern des Bärenhüters ist Muphrid neben Arktur und steht ungefähr senkrecht zur Deichsel Arktur - Mirak - Gemma, das ist derzeit schräg rechts oberhalb von Arktur. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern des Lanzenbewaffneten", gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält. Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.



Unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt, wie der Große Wagen hoch ist, drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe erkennen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird.

Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom zweiten Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren.

Figürlich kann man nun unterhalb des Wagens sehr schön die Hinter- und die Vordertatze der Großen Bärin sehen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern der Hintertatze wird von psi Ursae Maioris gebildet; man findet ihn in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Sicht des Wagenkastens nach unten. Psi Ursae Maioris erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation an der Vordertatze: hier wird der Fersenstern von Al Haud gebildet. Diesen Stern findet man, indem man von der Deichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von 44 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron".

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach oben, also weg von der Deichsel, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen ebenfalls gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, Alula Borealis vom ersten Gazellensprung sowie Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe und befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und psi Ursae Maioris, dem Fersenstern der Hintertatze der Großen Bärin, etwas in Richtung Arktur eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Geht man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges, so trifft man auf den hellsten Stern des Kleinen Löwen, der beinahe die 3. Größe erreicht; er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

3.2 Die Mondstation der Plejaden und die Plejadenbüste

Die Mondstation "at-turayya" wird von den sehr prominenten Plejade gebildet. Hier befinden sich auf engem Raum 6 hellere Sterne, nämlich ein Stern beinahe 2. Größe, drei Sterne beinahe 3. Größe und zwei Sterne 4. Größe. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck mit einem Stiel. Der hellste Plejadenstern ist die Alcyone - immerhin dritthellster Stern im Stier, sie befindet sich dort, wo der Stiel am Viereck befestigt ist. Der Plejadenvater Atlas befindet sich am Stielende, Elektra diagonal gegenüber der Alcyone und die Maja von Atlas herkommend oberhalb ihrer Schwester Alcyone.

Einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Sie beschreibt einen großen Bogen von der Cassiopeia über Mirfak und die zweite Perseuslinie zu den Plejaden und weiter zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Ihre linke Hand wird vom ersten Cassiopeiastern Caph dargestellt, ihre Handwurzel Misam vom Schatzkästlein der Milchstraße, das sind die beiden Nebelchen h und chi Persei, ihr linker Ellbogen vom hellen Perseusstern Mirfak, ihre Schulter vom xi Persei, dem ursprünglichen Perseusstern Menkib, und ihr Schulterblatt vom Perseusstern Atik. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt und am Ende des großen Bogens ihre rechte Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig der jeweiligen Sternbilder, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten.

Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist an-nagm, was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

3.3 Die Mondstation ad-dabaran (Aldebaran) im Stier

Die zweite Mondstation des Stieres heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Das kommt daher, dass Aldebaran kurz nach den Plejaden aufgeht. Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

3.4 Die Mondstation des Orion

Auch im Sternbild des Orion gibt es eine Mondstation, die al-haqa heißt. Sie besteht aus den Orionsternen Heka, Khad Posterior und Khad Prior und befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Al-haqa bedeutet "der Mähnenzopf" und in der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Hirschkopf" bezeichnet. Diese Sterne bilden ein Dreieck am Kopf des Orion: an der Spitze dieses Dreiecks steht Heka, ein Stern gerade noch 3. Größe, unterhalb befinden sich die beiden Sterne Khad Posterior auf Seite der Beteigeuze und Khad Prior auf Seite der Bellatrix, beide haben 4. Größe. Heka ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren; auch Khad Prior ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Khad Posterior ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 115 Lichtjahren. Heka bedeutet "Weißer Fleck" und Khad bedeutet "Wange des Zentralen".

3.5 Die beiden Mondstationen der Zwillinge

Das Sternbild der Zwillinge hat zwei Mondstationen: die erste heißt al-hana und umfasst den Zwillingsstern Alhena, der seinen Namen aus dieser Mondstation bekommen hat, sowie seinen Nachbarstern Alzir. Alzir bedeutet "(Kleider-)Knopf" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren. Die indische Tradition verwendet anstelle der Alhena - immerhin einem Stern beinahe 1. Größe - und Alzir den prominenten Orionstern Beteigeuze, der mit "die Feuchte" übersetzt wird.

Die zweite Mondstation der Zwillinge heißt ad-dira und besteht aus den beiden hellen Zwillingssternen Castor und Pollux. Obgleich diese Mondstation aus zwei sehr prominenten Sterne 1. Größe besteht, wird ihr Name nicht mehr verwendet. Ad-dira heißt "der Vorderarm" und in der indischen Tradition werden die beiden Zwillingssterne mit "Schätzebringende" übersetzt.

3.6 Die Mondstationen im Sternbild des Krebses und an der Grenze der Sternbilder Krebs, Löwe und Wasserschlange

Die Mondstation an-natra befindet sich zwischen den Zwillingen und dem Löwen und besteht aus einem Sternhaufen und zwei Sternen im Sternbild Krebs. An-natra bedeutet "Nasenhauch" und kann nur bei guter Sicht gefunden werden. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, wenn man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: Pollux von der vorherigen Mondstation, der Zwillingsstern Alhena von der vorletzten Mondstation, der auf gut halbem Wege zwischen Pollux und dem linken Orionschulterstern Beteigeuze steht, sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit einem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri stehen am linken Rand der Krippe und sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördlicher und südlicher Esel. Beide sind unauffällige Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, Asellus Australis, der hellere der beiden, ein Roter Riese im Abstand von 135 Lichtjahren. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht. In der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Blume" übersetzt.

Die Mondstation at-tarf besteht nur aus schwachen Sternen; at-tarf bedeutet "der Blick (des Löwen)", ist also dort, wohin der Löwe schaut. Aufgrund eines Übertragungsfehlers hat der hellste Stern des Sternbildes Krebs irrtümlich diesen Namen erhalten und heißt heute Altarf. Diesen Stern findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern beinahe 3.Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Umarmer" und wird von einer Sterngruppe gebildet, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen.

Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Bei guter Sicht sieht man hier noch zwei weitere Sterne vierter Größe, das sind rho Hydrae unterhalb von epsilon Hydrae und etwas heller delta Hydrae auf der anderen Seite von epsilon und rho Hydrae als zeta Hydrae; beide Sterne sind weißliche Sterne, delta Hydrae im Abstand von 180 Lichtjahren und rho Hydrae im Abstand von fast 340 Lichtjahren.

Diese Mondstation wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe vervollständigt: stellt man sich zeta, epsilon und delta Hydrae als waagerechte Linie vor, so befindet sich der Stern eta Hydrae rechts unterhalb von epsilon und rho Hydrae, und der Stern sigma Hydrae rechts unterhalb von delta Hydrae. Epsilon, delta, eta und rho Hydrae bilden also ein etwas schiefes Viereck, bei dem in der linken oberen Ecke von epsilon Hydrae auch noch der Stern rho Hydrae knapp unterhalb steht. Eta Hydrae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 470 Lichtjahren und sigma Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt. Streng genommen wird zeta Hydrae trotz seiner unmittelbaren Nähe zu dieser Sterngruppe nicht zur Mondstation dazugezählt.

3.7 Die drei hellen Mondstationen im Sternbild Löwe

Die drei nächsten Mondstationen bestehen aus den Löwensternen und sind einfach zu finden:

Al-gabba hat der Algieba ihren Namen verliehen und besteht aus der Linie Adhafera - Algieba - eta Leonis und Regulus; in der indischen Tradition wird nur Regulus verwendet und heißt dort "der Große".

Az-zubra besteht aus den beiden Sternen Duhr und Zosma der mittleren Löwenachse; der Name dieser Mondstation ist dann auf den Löwenstern Subra im rechtwinkligen Dreieck eta Leonis, Regulus und Subra übergegangen. In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der frühere Rötliche" übersetzt.

Die Mondstation As-sarfa schließlich besteht aus der Denebola beim Schwänzchen des Löwen, dies bedeutet der "Wechsel (des Wetters)". In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der spätere Rötliche" übersetzt.

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Einführung in die Mondstationen

4. Thema des Monats: die Sterne südlich vom Orion und vom Großen Hund

Meistens enden die Beschreibungen der Sternbilder unter den beiden südlichsten Sternbildern des Wintersechseckes, obgleich man dort bei guter Horizontsicht noch recht helle Sterne finden kann, die bei uns nur aufgrund ihrer horizontnahen Lage unauffällig sind. Zudem mag man sich verwundern, warum die Sterne der südlichen Teile des Großen Hundes Namen aus einer anderen Mythologie tragen. Das hängt mit diesen Sternbildern zusammen, deren Namen auf hellere und damit auffälligere Sterne übergegangen sind.

Die betroffenen Sternbilder sind unter dem Orion das Sternbild des Hasen und darunter - rechts unterhalb der südlichen Teile des Großen Hundes, das Sternbild der Taube. Die nördlichsten Teile des Schiffes Argo, welches sich über drei Sternbilder erstreckt, kann man links vom Großen Hund zusammen mit einem Stern des Sternbildes Kompass bewundern.

4.1 Die hellen Sterne des südlichen Teiles des Großen Hundes

Das Sternbild des Großen Hundes und seine südlicheren Sterne
Am auffälligsten sind die Sterne des südlichen Teiles des Großen Hundes, weil die Adhara gerade noch die 1. Größe und Wezen beinahe die 1. Größe erreichen, zudem erreicht die Aludra die 2. Größe. Im südlichen Teil des Großen Hundes befinden sich noch weitere Sterne 3. Größe: Phurud findet man einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist der sechsthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger", womit er und die umliegende Sterngruppe gemeint ist. Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in einem Viertel Abstand von Wezen.

Gerade noch 3. Größe erreicht der Stern sigma Canis Maioris, der zwischen Wezen und Adhara steht, etwas näher an der Adhara. Er ist ebenfalls ein weit entfernter Stern, ein Roter Riese im Abstand von 1500 Lichtjahren. Auch omicron(1) Canis Maioris, der beinahe die 3. Größe erreicht, ist ein weit entfernter Roter Riese, mit 2000 Lichtjahren noch einiges weiter entfernt. Dieser Stern steht etwas rechts von omicron(2) Canis Maioris. Omega Canis Maioris erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Er steht neben Wezen in Richtung der Aludra, ein bisschen hundsabgewandt.

4.2 Das Sternbild des Hasen

Unterhalb des Orion sieht man ein schräg abgewinkeltes Viereck, das sind die hellsten Sterne des Sternbild des Hasen, der immerhin zwei Sterne gerade noch oder beinahe zweiter Größe enthält.

Das Sternbild des Hasen sieht wie ein Viereck aus, dessen rechte Seite rund doppelt so hoch ist wie die linke. Der Hauptstern des Hasen heißt Arneb und befindet sich unterhalb des linken Orionfußsternes Saiph. In dem Viereck steht er somit an der linken oberen Ecke. Arneb bedeutet "Hase" und ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Unter ihm steht der zweithellste Stern des Hasen, er heißt Nihal. Nihal bedeutet "Kamele, die ihren Durst löschen" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Die beiden Sterne auf der rechten Seite des Vierecks erreichen beide die 3. Größe, der obere heißt mue Leporis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, der untere heißt epsilon Leporis und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 230 Lichtjahren.

Das Sternbild des Hasen hat noch zwei weitere Sterne gerade noch 3. Größe, das sind zeta Leporis auf halbem Wege etwas östlich zwischen seinem Hauptstern Arneb an der linken oberen Ecke des Hasenvierecks und dem linken Orionfußstern Saiph, sowie gamma Leporis, der mit Arneb und Nihal an der linken unteren Ecke des Hasenvierecks ein nach Osten weisendes rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in Nihal bildet. Zeta Leporis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und gamma Leporis ein weißgelblicher Stern im Abstand von 26 Lichtjahren.

Verfolgt man von Nihal ausgehend einen Bogen über Arneb und zeta Leporis, so erreicht man kurz danach einen Stern beinahe 3. Größe namens eta Leporis; auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Der linke Orionfußstern Saiph, zeta und eta Leporis bilden einen rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in eta Leporis. Auch delta Leporis erreicht beinahe die 3. Größe und bildet mit den beiden Hauptsternen Arneb und Nihal sowie gamma Leporis ungefähr ein Rechteck; delta Leporis ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 110 Lichtjahren.

4.3 Das Sternbild des Hinterdecks vom Schiff Argo und alpha Pyxidis

Wenn der Große Hund am höchsten steht, kommt man in die ganz ungewöhnliche Situation, auch einmal zwei Sterne zu sehen, deren Sternbild eigentlich am Südhimmel steht und von dem nur ein kleiner Teil so weit nach Norden reicht, dass man ihn bei uns sehen kann. Diese Sterne sind nicht schwer zu finden, sie stehen links des Großen Hundes, etwa auf Höhe von Wezen, rund gleichviel nach links versetzt wie der Sirius von Wezen entfernt ist. Der linke der beiden Sterne, die den nördlichen Ausläufer des Hinterdecks des Schiffes bilden, heißt Tureis und erreicht beinahe 2. Größe, ist also nur geringfügig weniger hell als die Aludra, und der rechte auf der Seite des Großen Hundes heißt Asmidiske. Er ist ein Stern 3. Größe und man kann ihn auch finden, indem man von Phurud über die Adhara eineinhalb mal weitergeht, etwas nach oben. Tureis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 60 Lichtjahren, Asmidiske wie unsere Sonne ein weit entfernter gelber Stern im Abstand von über 1300 Lichtjahren. Tureis bedeutet "der Besitz" und Asmidiske bedeutet "kleines Schild".

Dieses Sternbild war ursprünglich viel größer und bildete das Schiff, dessen hellster Stern der bekannte zweithellste Fixstern Canopus ist. Canopus erreicht die -1. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Canopus steht so weit südlich, dass er von Europa aus nicht gesehen werden kann, man würde ihn ungefähr in doppelter Verlängerung der linken Orionseite von der Beteigeuze über den linken Orionfußstern Saiph finden.

Verlängert man die Linie vom Sirius über Wezen und Aludra etwa gleich viel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe; das ist der Hauptstern des Schiffskompasses, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 850 Lichtjahren. Aufgrund seiner Helligkeit empfiehlt sich bei ihm ein kleiner Feldstecher.

4.4 Das Sternbild der Taube

Bei ausgezeichneter Südsicht kann man unterhalb des Hasen rechts der südlichen Teile des Großen Hundes das Sternbild der Taube erkennen: geht man von der Adhara über Phurud gleich viel weiter und dann zum Horizont, so sieht man einen Stern beinahe 2. Größe, der allerdings so horizontnah unauffällig ist. Er ist der Hauptstern des Sternbildes der Taube und heißt Phakt, das heißt "Ringeltaube". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Schräg neben ihm steht der Stern Wezn, ein Roter Riese im Abstand von fast 90 Lichtjahren. Er erreicht die 3. Größe und kann nur bei hervorragenden Sichtbedingungen am Horizont von bloßem Auge gesehen werden. Ursprünglich hießen diese beiden Sterne Alwezn, doch ist dieser Name inzwischen auch auf den viel auffälligeren Stern Wezen im Großen Hund übergegangen.

Unter dem Hundsstern Phurud befindet sich der linke Ausläufer der Taube, das ist delta Columbae, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Dieser Stern erreicht beinahe noch die 3. Größe. Gleich hell ist auch der Stern epsilon Columbae, der etwas rechts der beiden Hauptsterne der Taube steht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 280 Lichtjahren. Für diese beiden Sterne nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist so gestaltet, dass in ihren beiden ersten Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können. In der 3. Unterrubrik werden weitere einfach auffindbare Sterne im Zentrum der Hyaden vorgestellt.

5.1 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher sieht man zahlreiche weitere Sterne, so dass dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung kommt. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind ein sehr junger Sternhaufen im Abstand von knapp 400 Lichtjahren; die Plejadensterne sind somit alle blauweißlich.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Das sind aber nur 6 Sterne des Siebengestirns und schon zu Zeiten der alten Griechen wurde die Frage aufgeworfen, wo denn die siebte Plejade sei. Zur Zeit der alten Griechen gab es die Legende, dass die 7. Plejade die Elektra sei, die aus lauter Trauer und Verzweiflung über den Heldentod ihres geliebten Sohnes ihre Schwestern verlassen habe. Ja, man wusste sogar, wohin sie gegangen ist: tatsächlich gibt es einen weiteren sehr bekannten Stern 4. Größe, also in der Helligkeit eines typischen helleren Plejadensternes, und das ist der Augenprüfstern Alkor über dem mittleren Deichselstern des Großen Wagen. Jene Legende besagt nun also, dass die Elektra aus lauter Trauer ihre Schwestern verlassen habe, zum Großen Wagen gewandert sei und sich dort neben den mittleren Deichselstern Mizar gesellt hat.

Das Sternbild des Stiers bestehend aus Plejaden und Hyaden
Die Hyaden heißen auf deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht derzeit wie ein schiefes V aus, also ein offenes Dreieck, bei dem jede Seite aus 3 Sternen besteht; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei am oberen Ende des linken Astes.

Am rechten oberen Ende steht auf der anderen Seite von Aldebaran der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Streng genommen markiert dieser Stern und nicht der den Plejaden nachfolgende Aldebaran das rot unterlaufene Auge des Stieres. Links in der Mitte stehen zwei Sterne nebeneinander, der rechte heißt theta(1) Tauri und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, der linke etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. An der Spitze dieses Dreiecks, das ist derzeit unten, steht der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri und in der Mitte rechts steht der vierthellste Hyadenstern delta Tauri; beide sind ebenfalls wie unsere Sonne gelbe Sterne. Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe. Je nach Beobachtungsbedingungen erscheint gamma Tauri geringfügig heller als Ain.

Würde man die Plejadensterne und die Hyadensterne in gleichem Abstand nebeneinander stellen und die zehn hellsten von ihnen betrachten, so wären die ersten sieben allesamt Plejadensterne und die nächsten drei die drei hellsten Hyadensterne. Die siebthellste Plejade ist die Plejadenmutter Pleione, sie steht unmittelbar neben dem Plejadenvater Atlas senkrecht zur Linie Alcyone - Atlas auf der plejadenabgewandten Seite und erreicht die 5. Größe. Daraus abzuleiten, dass der Name "Siebengestirn" daher kommt, dass die sieben hellsten Plejadensterne in Wirklichkeit auch die sieben hellsten Sterne dieser beiden Sternhaufen bilden, ist wenig plausibel, da man in der Antike die Entfernungen zu diesen beiden Sternhaufen und zu Aldebaran nicht kannte. Zwar kann man unter der Annahme, dass beide Sternhaufen in Wirklichkeit ungefähr gleich groß sind, tatsächlich darauf schließen, dass die Plejaden rund dreimal weiter entfernt sind als die Hyaden, aber um Aldebaran als einen Vordergrundstern zu identifizieren, muss man die zusätzliche Annahme tätigen, dass die hellsten Sterne eines Sternhaufens wenigstens ungefähr gleich hell sind, so dass zwischen dem hellsten und dem zweithellsten Stern eines Sternhaufens nicht beinahe 3 Größenklassen liegen können; tatsächlich liegt zwischen der Alcyone und Atlas, den beiden hellsten Plejadensternen, nur eine dreiviertel Größenklasse.

Die nächsten vier Plätze in dieser Auflistung sind allesamt bis auf eine hundertstel Größenklasse gleich hell; das sind die beiden noch fehlenden scheuen Plejaden Celaeno und Asterope, die die 5. und beinahe die 5. Größe erreichen, sowie die beiden noch ausstehenden Hyadensterne des "V", delta und theta(1) Tauri. Celaeno befindet sich zwischen Elektra und Taygeta und die Asterope bildet mit den Plejadensternen Maia und Taygeta ein gleichseitiges Dreieck nach außen. Im Feldstecher kann man unter der Asterope einen weiteren Plejadenstern gerade noch 6.Größe erkennen, der manchmal Sterope genannt wird. Auch neben der hellsten Plejade Alcyone steht ein Stern, der zwei Zehntel Größenklassen heller als die Sterope ist; das ist der Plejadenstern 24 Tauri.

5.2 Weitere Sterne der Cassiopeia, des Kepheus und der Eidechse sowie des Kleinen Wagen


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch dritter sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es zwei weitere Sterne dritter Größe: zeta Cephei befindet sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Rechts außerhalb des Kepheus steht neben Alderamin der Stern eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; auch er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Der Hauptstern der Eidechse erreicht gerade noch die 3. Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Kepheus geht.

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4.Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

5.3 Weitere Zentralsterne der Hyaden im Feldstecher

Der offene Sternhaufen der Hyaden enthält 41 Sterne, die man theoretisch gerade noch von bloßem Auge erkennen kann. Bisher wurden 5 von ihnen vorgestellt; im Feldstecher kann man im Zentrum der Hyaden noch zahlreiche weitere von ihnen sowie einige Vordergrundsterne wie Aldebaran und einige Hintergrundsterne erkennen.

Besonders um die beiden mittleren Hyadensterne des Hyadendreiecks, also delta Tauri auf dem rechten Hyadenast und theta(2) und theta(1)Tauri auf dem linken Hyadenast, sieht man mehrere Hyadensterne; die Gruppe bei delta Tauri enthält vier auffälligere Sterne und die Gruppe um theta(2) und theta(1) Tauri sogar derer fünf.

Fangen wir bei delta Tauri an: auf dem Weg zum zweithellsten Hyadenstern Ain sieht man den Stern delta(3) Tauri nach einem Drittel des Weges, er ist immerhin der siebthellste Hyadenstern, und gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. Geht man in die andere Richtung, so sieht man ebenfalls nach einem Drittel des Weges zum an der Spitze des Hyadendreiecks stehenden dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri den Stern 63 Tauri, einen weißlichen Stern beinahe 5. Größe. Etwas heller ist der Stern delta(2) Tauri auf der Innenseite neben delta Tauri; er bildet mit ihm und delta(3) Tauri ein rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel in delta(2) Tauri und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ebenfalls ein weißlicher Stern.

Die Sternengruppe um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und theta(1) Tauri enthält 5 Sterne: theta(2) und theta(1) Tauri stehen in einem beinahe gleichseitigen Dreieck, bei dem die untere Ecke mit den beiden hellsten Sternen aus zwei nebeneinander stehenden Sternen besteht. Der Stern an der rechten Spitze dieses Dreiecks gehört ebenso wie Aldebaran nicht zu den Hyaden, sondern ist ein Hintergrundstern, der rund 30 Lichtjahre weiter entfernt ist. Er heißt 75 Tauri und ist ein Roter Riese 5. Größe. Etwas heller ist der Stern HD28527, der an der linken oberen Ecke dieses Dreiecks steht; er erreicht beinahe die vierte Größe und ist ein Drittel in Richtung Aldebaran zu sehen; er gehört zu den Hyaden und ist gleichhell wie delta(2) Tauri vor delta Tauri am rechten Hyaden-Ast. Auch er ist ein weißlicher Stern. Geht man von theta(2) Tauri in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man zu 71 Tauri; dieser ist der zehnthellste Hyadenstern und erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern. 71 Tauri steht nach rund einem Viertel zwischen dem hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und dem dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri etwas links.

Seien noch zwei weitere Sterne im Zentrum der Hyaden genannt: schräg links vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze steht der Stern 58 Tauri; er ist ein weißgelblicher Stern 5. Größe. Geht man von der Sternengruppe um theta(2) und theta(1) Tauri zu 71 Tauri in Verlängerung des Hyadendreiecks nach unten und von dort eineinhalb mal weiter nach links, so gelangt man zu pi Tauri; dieser ist ein Hintergrundstern in fast dreifachem Abstand, ein wie unsere Sonne gelber Stern beinahe vierter Größe.

Im Übrigen haben alle Hyadensterne im Zentrum, die die vierte Größe erreichen, auch Eigennamen: der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri heißt Phaesyla, und sein Nachbarstern theta(1) Tauri heißt Phaeo. Die beiden stehen ja in der Mitte des linken Hyadenastes. - Der zweihellste Hyadenstern epsilon Tauri gegenüber Aldebaran heißt Ain und markiert bekanntlich das blutunterlaufene Auge des Stieres; dieser Name entstammt nicht der Tradition der Hyaden, sondern der Tradition des Stieres. Der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze heißt Ambrosia und der vierthellste Hyadenstern delta Tauri in der Mitte des rechten Hyadenastes heißt Eudora.

Schräg über ihr in Richtung Ain steht der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri, sie heißt Cleeia und der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri, der auf der Aldebaran-abgewandten Seite schräg unterhalb von theta(2) Tauri, dem hellsten Hyadenstern Phaesyla, und theta(1) Tauri, dem fünfthellsten Hyadenstern Phaeo, steht, heißt Polyxo; sie ist zwei Zehntel Größenklassen schwächer als ihre Schwester Cleeia.

5.4 Weitere Frühlingssterne sowie Sterne des Perseus und der Großen Bärin

Im Perseus gibt es noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe. Am einfachsten kann man kappa Persei finden, der in doppeltem Abstand auf der anderen Seite von Algol als ihre Gorgonenschwester steht. Kappa Persei ist ein über 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ebenfalls einfach auffindbar ist der Stern nue Persei, der sich zwischen dem linken Bogenstern delta Persei und dem obersten Stern der zweiten Perseuskette epsilon Persei befindet, etwas in Richtung Algol eingerückt. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 550 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem rechten Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt.

Verlängert man im Widder Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach oben, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet.



Biegt man von Arktur über Mirak nicht zur Gemma ab, sondern geht gleichviel weiter, so gelangt man zu delta Bootis; dieser ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Nekkar, der an der Spitze des Bärenhüters steht, also oberhalb zwischen Ceginus und delta Bootis, ist 220 Lichtjahre entfernt. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern. Nekkar stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber". Rho Bootis schließlich erreicht gerade noch 3. Größe; er steht neben Mirak auf der Ceginus-Seite des Bärenhüters. Rho Bootis ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Beinahe 3. Größe erreicht der Stern zeta Bootis; ihn findet man, wenn man in der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel in Arktur rechtwinklig nach unten abbiegt, etwas näher als Mirak entfernt ist. Zeta Bootis ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 180 Lichtjahren.

Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4. Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

Seien noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Großen Bärin genannt: auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Im übrigen hat auch Alioth einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Im Fuhrmann kann man zwischen den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I sowie Hassaleh drei weitere Sterne beinahe 4.Größe erkennen, die ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Das sind die Sterne 4 Aurigae, 2 Aurigae und 1 Aurigae. 4 Aurigae steht auf der Seite der beiden Ziegenkinder und 2 Aurigae auf der Seite von Hassaleh; geht man von hier rechtwinklig ein bisschen in Richtung Mirfak, so gelangt man zu 1 Aurigae.

2 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von 560 Lichtjahren, er ist einer der hellsten Sterne des umstrittenen erweiterten Bärenstromes. 4 Aurigae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren und 1 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 530 Lichtjahren. Aufgrund der neuen Sternbildgrenzen gehört dieser Stern nun zum Perseus, hat aber seinen Namen behalten.

5.5 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der dem hellsten und dritthellsten Dachenstern Ettanin und Alwaid enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconisführt. Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach links, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 300 Lichtjahren. Aldhibah erreicht 3. Größe und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden, gemeint sind. Auf der anderen Seite des zweithellsten Drachensternes eta Draconis als Aldhibah steht ebenfalls ein Stern 3. Größe, das ist Edasich, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren. Edasich bedeutet "Hyäne"..

Schließlich kann man auch über den Kepheus in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais. Diesen Stern findet man auch sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Geht man diese Verlängerung gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin.

Geht man von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man tief am Nordhorizont zum hellsten Drachenstern Ettanin und zu Alwaid, die zweite und beinahe zweite Größe erreichen. Ettanin ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet "Seeungeheuer", und über ihm Alwaid ist der dritthellste Drachenstern, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe im Drachenkopf, zu der auch Ettanin gehört.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der rechte obere ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der linke untere gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer".

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der mit 25 Lichtjahren gleichweit entfernt ist wie die Wega. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache".

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diesen Stern von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem.

5.6 Weitere hellere Plejaden- und Hyadensterne abseits ihres Zentrums

Ganz ähnlich wie beim Bärenstrom enthalten auch die Plejaden und die Hyaden Mitglieder, die sich nicht mehr im Zentrum aufhalten, allerdings sind diese Sterne immer noch in der Nähe ihrer Sternhaufen und weniger als zwei Zentrumsdurchmesser entfernt.

Bei den Plejaden handelt es sich um vier Sterne; zwei von ihnen erreichen gerade noch die 5. Größe, der Stern 18 Tauri kann in gleichweiter Verlängerung der Plejade Merope über die Maia gefunden werden und ist absolut gleich hell wie die beiden scheuen Plejadenschwestern Celaeno und Asterope. Geringfügig heller ist der Stern HD23753; er bildet mit Atlas und Merope ein gleichseitiges Dreieck weg von den Plejaden, also in die andere Richtung als die Alcyone.

Die beiden anderen Plejadensterne abseits vom Zentrum erreichen die 6. Größe, das sind HD23923 und HD23950. HD23923 findet man, indem man von der Maia kommend über die Alcyone gleichviel weiter verlängert, dabei sieht man zwischen Alcyone und HD23923 noch den Vordergrundstern 26 Tauri, der nicht zu den Plejaden gehört; er ist gerade noch 6. Größe hell, ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren. Noch ein bisschen mehr abseits steht der Plejadenstern HD23923; ihn findet man, indem man von der Alcyone aus über den oben genannten Plejadenstern HD23753, der gerade noch die 5. Größe erreicht, zweimal weiter verlängert.

Bei den Hyaden sind es einige mehr: neben den fünf hellsten Hyaden, die dieses typische Dreieck mit je einem Stern in der Mitte der beiden Dreieckschenkel bilden, enthalten die Hyaden vier weitere Sterne, die immerhin gleich hell oder heller als der sechsthellste Plejadenstern Taygeta sind. Einer wurde bereits vorgestellt, das ist der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri neben delta Tauri in Richtung Ain im Hyadenzentrum. Die übrigen sind etwas verstreut.

Zwei von ihnen findet man in einer Sternengruppe, die sich rechts vom zweithellsten Hyadenstern Ain befindet: der sechsthellste Hyadenstern kappa(1) Tauri und der achthellste Hyadenstern upsilon Tauri stehen übereinander rechts des rechten Hyadenastes. Man findet sie, indem man von Aldebaran über den zweithellsten Hyadenstern Ain gleichviel verlängert. Der untere der beiden ist kappa(1) Tauri - er ist der hellste Hyadenstern, der nicht im Zentrum steht - und der obere ist upsilon Tauri. Beide erreichen die vierte Größe und sind weißliche Sterne. Links von kappa(1) Tauri, kann man einen Stern 5. Größe sehen, das ist kappa(2) Tauri, auch er ist ein weißlicher Stern. Zur Zeit steht der helle Riesenplanet Jupiter oberhalb dieser Sterne.

Der vierte von ihnen schließlich ist der neunthellste Hyadenstern 90 Tauri; ihn findet man, wenn man vom rechten mittleren Hyadenstern delta Tauri über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des linken Hyadenastes gut doppelt so viel nach links weitergeht. Auch 90 Tauri ist ein weißlicher Stern vierter Größe, von bloßem Auge gleichhell wie die Plejade Taygeta. Der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri erreicht gerade noch die 4. Größe und wurde bereits vorgestellt; er steht im Hyadenzentrum und gehört zur Gruppe der mittleren Sterne des linken Hyadenastes um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und befindet sich auf dem Weg zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden.

Geht man nun von delta Tauri in der Mitte des rechten Hyadenastes über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri fast gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist rho Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern. Von hier ungefähr parallel des linken Hyadenastes nach oben gehend, etwas näher zu Aldebaran, gelangt man schräg links von Aldebaran zu zwei Sternen; der rechte und hellere ist sigma(2) Tauri; auch er ist wie rho Tauri ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe und der linke ist sigma(1) Tauri, ein weißlicher Stern 5. Größe.

Ein weiterer Hyadenstern, der beinahe die 4. Größe erreicht, ist iota Tauri; er steht etwas abseits und man findet ihn am einfachsten, indem man vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze des Hyadendreiecks durch das Tor, das durch Aldebaran und Ain aufgespannt wird, hindurch doppelt soviel weiter geht; er steht ungefähr in der Mitte zwischen Aldebaran und El Nath. Auch iota Tauri ist ein weißlicher Stern.

Seien noch zwei Hyadensterne 5. Größe genannt: den Stern 79 Tauri findet man, indem man von Ain über theta(2) Tauri und theta(1) Tauri gleichweit verlängert, und den Stern 97 Tauri findet man fast in der Mitte zwischen Aldebaran und iota Tauri. Beide sind ebenfalls weißliche Sterne.

5.7 Weitere Wintersterne sowie das Einhorn der Luchs

Verlängert man den Oriongürtel nach oben, so folgen drei Sterne übereinander; der obere erreicht immerhin die 3. Größe und heißt pi(3) Orionis; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Manchmal wird für ihn der Name Tabit verwendet. Unter ihm stehen zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe: zunächst pi(4) Orionis und unter ihm dann pi(5) Orionis. Beide sind wie die meisten übrigen Orionsterne weit entfernte blauweißliche Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren.

Einen weiteren Stern dritter Größe findet man, wenn man vom Oriongürtel oben bei der Mintaka rechtwinklig im Uhrzeigersinn, das ist derzeit nach rechts unten abbiegt und eine Gürtellänge weitergeht; das ist eta Orionis. Auch er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren.

Im Orion befinden sich noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe, das sind tau Orionis, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren, sowie sigma Orionis, der ebenfalls ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1000 Lichtjahren ist. Tau Orionis steht oberhalb von Rigel; sie bilden mit Cursa im Eridanus ein rechtwinkliges Dreieck, und sigma Orionis steht gleich neben dem unteren Oriongürtelstern Alnitak in Richtung Rigel.

Der Stern beta Monoceri im Sternbild des Einhorns erreicht auch beinahe 3. Größe; verlängert man den Oriongürtel rund dreimal nach links unten, so gelangt man etwas unterhalb dieser Verlängerung zum hellen Sirius, und etwas oberhalb dieser Verlängerung zu beta Monoceri; er, der Sirius und der linke Orionfußstern Saiph bilden ein rechtwinkliges, fast gleichschenkliges Dreieck mit rechtem Winkel in beta Monoceri.

Kurz ehe man vom Oriongürtel kommend beta Monoceri erreicht sieht man einen fast gleich hellen Stern, das ist gamma Monoceri; die beiden sind eine knappe Gürtellänge voneinander entfernt. Beta Monoceri ist ein fast 700 Lichtjahre entferntes Sternsystem dreier blauweißlicher Sterne und gamma Monoceri ein fast gleichweit entfernter Roter Riese im Abstand von 650 Lichtjahren. Geht man den Bogen vom Oriongürtel über die beiden genannten Einhornsterne gleichviel weiter, so gelangt man zum Hauptstern des Einhorns, der gleich hell wie gamma Monoceri ist. Er ist ebenfalls ein Roter Riese, im Abstand von fast 145 Lichtjahren. Diesen Stern kann man auch finden, indem man in der Mitte der beiden Hundssterne Sirius und Procyon senkrecht nach Osten geht.

In den Zwillingen steht der Stern eta Gemini neben dem Stern Tejat am Fuße von Castor, er ist ein veränderlicher Stern zwischen 3. und 4. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Der Stern Wasat steht zwischen Pollux und der Alhena, etwas näher an Pollux. Er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Wasat bedeutet "ein Stern, der sich zeigt in der Luft des Himmels". Diesen Namen erhielt er rein willkürlich, er ist aber bis heute in Gebrauch. Auch kappa und lamda Gemini erreichen gerade noch die dritte Größe, zu kappa Gemini gelangt man, indem man von Castor zu Pollux geht und dann fast dieselbe Strecke in Richtung Procyon weitergeht, und lamda Gemini findet man auf dem Weg von Procyon zu Wasat, kurz bevor man Wasat erreicht, etwas zum Orion eingerückt. Kappa Gemini ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand gut 140 Lichtjahren und lamda Gemini ein weißlicher Stern im Abstand von fast 95 Lichtjahren.

Die nächsten Sterne erreichen allesamt beinahe die 3. Größe: theta Gemini findet man in Verlängerung der Alhena über Mebsuta, der zwischen Castor und Tejat steht, hinaus, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. - Zeta Gemini ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von über 1000 Lichtjahren und iota Gemini ein Roter Riese im Abstand von 125 Lichtjahren; zeta Gemini steht zwischen der Alhena und Wasat, näher an Wasat, und iota Gemini bildet ein beinahe gleichseitiges Dreieck mit Castor und Pollux in Richtung der Füße der Zwillinge.

Geht man von in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man etwas unterhalb zu einem Stern 3.Größe, das ist der Hauptstern des unauffälligen Sternbildes Luchs. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren. Über ihm steht 38 Lyncis; er ist der zweithellste Stern des Luchses und erreicht beinahe die 3.Größe; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

5.8 Der Krebs und die nördlichen Teile der Wasserschlange

Im Bereich zwischen dem Wintersechseck und dem Löwen finden wir den Krebs und die westlichen Teile der Wasserschlange. Diese Sterne können nur bei guter Sicht gefunden werden. Im Krebs befindet sich ein bekannter Sternhaufen, der von zwei Sternen eingerahmt ist. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, indem man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: der Zwillingsstern Pollux, der Zwillingsstern Alhena auf gut halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri stehen am linken Rand der Krippe und sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördlicher und südlicher Esel. Beide sind Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, Asellus Australis, der etwas hellere der beiden, ein Roter Riese im Abstand von 135 Lichtjahren. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht.

Den hellsten Stern des Sternbildes Krebs, Altarf, findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern gerade noch 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In seiner Nähe findet man eine Sterngruppe am westlichen Ende der Wasserschlange, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen. Es sind dies zwei Sterne 3. Größe: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Weitere Sterne 4. Größe, die den Kopf der Wasserschlange vervollständigen, werden bei den Mondstationen vorgestellt.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt.

Geht man vom hellsten Krebsstern über die beiden Wasserschlangensterne epsilon und zeta Hydrae gleichviel weiter, so kommt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern theta Hydrae. Nochmals gleichviel weiter folgt der gleichhelle Stern iota Hydrae. Theta Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und iota Hydrae ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Hier biegt die Wasserschlange rechtwinklig ab zu ihrem Hauptstern Alphard.

Sei noch der Stern C Hydrae genannt, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht; ihn findet man etwas unterhalb der Mitte zwischen Procyon und Alphard. C Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

Bei sehr guter Südostsicht kann man auch schon Sterne des mittleren Teiles der Wasserschlange sehen: bildet man einen Bogen von zeta und epsilon Hydrae über Alphard, so gelangt man zu nue Hydrae, der gleich hell ist wie zeta Hydrae. Auch nue Hydrae ist ein Roter Riese, geringfügig näher im Abstand von 120 Lichtjahren. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Alphard und nue Hydrae befindet sich der Stern lamda Hydrae, auch er ein Roter Riese im Abstand von 115 Lichtjahren. Lamda Hydrae verfehlt die dritte Größe nur ganz knapp. Und zwischen lamda und nue Hydrae, etwas unterhalb, befindet sich mue Hydrae, der vierte Rote Riese im Bunde, der mit 200 Lichtjahren etwas weiter entfernt ist. Er erreicht beinahe die 3. Größe.

In der Verlängerung der Wasserschlange von Alphard über lamda Hydrae und nue Hydrae nach links gelangt man zum hellsten Stern des Sternbildes Becher, das ist delta Crateris. Auch er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 90 Lichtjahren.

5.9 Zu Monatsbeginn: weitere Sterne nach Sonnenuntergang

Verlängert man die Andromedakette in der ersten Monatshälfte nach Sonnenuntergang in die andere Richtung nach unten rechts, so gelangt man bei guter Horizontsicht zu einem Stern ebenfalls 2. Größe, das ist der Pegasusstern Scheat, das heißt "Bein (des Pferdes Pegasus)"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Er steht an der oberen Ecke eines fast gleichseitigen Dreiecks, dessen untere Ecke aus zwei Sternen übereinander besteht, die gerade noch dritte sowie vierte Größe erreichen und für die man so nahe am Horizont mit Vorteil einen Feldstecher zu Hilfe nimmt. Der Stern an der rechten Spitze dieses Dreiecks erreicht die 3. Größe und heißt Sadmatar, das bedeutet "Glücksgestirn des Regens"; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Auch der obere Stern an der unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Bei guter Horizontsicht kann man die Andromedakette in der ersten Monatshälfte in der Sirrah statt zu Scheat rechtwinklig dazu gleichweit nach unten links verlängern, dann gelangt man zu Algenib, einem blauweißlichen Stern beinahe 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Auch der Hauptstern Mirfak des Perseus wird manchmal mit diesem Namen bezeichnet.

Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Den östlichen und helleren Fisch findet man, wenn man in der Andromeda von der Sirrah zur Mirach geht und dann rechtwinklig nach links unten abknickt: zunächst gelangt man zu Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha, dem Hauptstern des Sternbildes der Fische, die beide beinahe die beinahe 3. Größe erreichen.

Diese Sterne kann man auch unterhalb des Widders finden: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht Alpherg, der hellste Stern der Fische. Biegt man von hier senkrecht nach links, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg die Alresha, den Hauptstern der Fische. Alpherg bedeutet "alleine dastehender Stern", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren, und Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und Alresha einen Stern 4. Größe erkennen, das ist omicron Piscium, ein Roter Riese im Abstand von knapp 300 Lichtjahren.

In der ersten Monatshälfte kann man auch den berühmten Andromedanebel sehr einfach finden: etwas rechts vom mittleren Andromedastern Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter rechts kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae oberhalb sowie 32 Andromedae unterhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man noch etwas weiter rechts ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern gerade noch 4.Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5.Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2.5 Millionen Lichtjahren.

Der fünfthellste Andromedastern ist 51 Andromedae; man findet ihn, indem man am Ende der Andromedakette von Mirach herkommend bei Alamak rechtwinklig halb so viel nach rechts geht. Er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren. Fast gleichhell ist omicron Andromedae; ihn findet man in der ersten Monatshälfte, indem man von der Sirrah die Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren.

Die weniger bekannte zweite Andromedakette verläuft von der Sirrah ausgehend rechts der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern rechts vom vierthellsten Andromedastern delta Andromedae, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel in Richtung Fische weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren.

Sei noch der siebthellste Stern der Andromeda vorgestellt, der beinahe die 3. Größe erreicht, das ist lamda Andromedae; man findet ihn, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort rechtwinklig gleich weit nach rechts abknickt. Lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern beinahe 3.Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

In der Nähe der beiden Walfischsterne Menkar und Kaffaljidhm findet man noch weitere Sterne. Kaffaljidhm wird von manchen Autoren als Parallelogramm übersetzt und die beiden anderen Sterne dieses Parallelogrammes sind rund eineinhalb mal den Abstand zwischen Menkar und Kaffaljidhm in Richtung Widder gehend auf der Seite von Menkar der Stern mue Ceti und auf der Seite von Kaffaljidhm der Stern xi2 Ceti. Beide sind Sterne 4. Größe, mue Ceti ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und xi2 Ceti ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Etwas heller ist der Stern delta Ceti: ihn findet man, wenn man diese Linie vom Stier herkommend über Menkar an Kaffaljidhm vorbeigehend gleichviel weitergeht. Delta Ceti ist ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 650 Lichtjahren.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.


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