Sternenhimmel im März 2017


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist aufgrund der immer späteren Sonnenuntergänge in rascher Bewegung und nach Sonnenuntergang hochwinterlich; all' die prachtvollen Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen stehen hoch am Himmel und der auffällige Orion mit seinen beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel kann im Süden einfach gefunden werden. Den Oriongürtel nach links unten folgend gelangt man zum hellsten Fixstern Sirius und hoch über uns steht im Zenit die helle Capella. Procyon bildet mit dem Orionschulterstern Beteigeuze und dem hellen Sirius ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Aldebaran findet man inmitten der Hyaden, indem man dem Oriongürtel nach rechts oben folgt. Unterhalb des hellen Sirius kann man auch die südlichen Teile des Großen Hundes sowie einige Sterne vom Südhimmel erkennen. Von den Herbststernbildern kann man nach Sonnenuntergang noch die nördlichen Teile der Andromeda und den Perseus erkennen, während im Osten bereits mit dem Löwen und Arktur im Bärenhüter, dem hellsten Stern der Nordhemisphäre, die ersten Frühlingssterne sichtbar sind.

Der Große Wagen steht rechts und die W-förmige Cassiopeia links neben dem Polarstern.

In der ersten Monatshälfte kann man noch die helle
Venus als auffälligen Abendstern sehen und bei guter Westsicht auch den roten Planeten Mars, der sich nun wieder von der hellen Venus entfernt und deswegen den gesamten Monat über sichtbar ist. - Tief im Osten kann man den Riesenplaneten Jupiter links über der Spica in der Jungfrau erkennen.

In der 6. Rubrik und 7. Rubrik wird für die englisch-sprachige Leserschaft in englischer Sprache die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 3.Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6. Rubrik umfasst die Nakshatra der prominenten Wintersternbilder und die 7.Rubrik die Nakshatra der ersten Frühlingssternbilder und des Löwen, der Jungfrau und des Bärenhüters.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Orion, der Sirius und die helle Capella sowie die übrigen hellen Wintersterne

Das sehr bekannte Sternbild des Orions steht im März hoch im Süden und kann sehr einfach gesehen werden. Dieser besteht aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen. Der ^linke und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, das kommt von Betelgeuse und bedeutet "Schulter des Riesen", der rechte Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin") und der rechte Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Die Beteigeuze und Rigel erreichen beide die 0. Größe, die Bellatrix beinahe die 1. Größe.

Der Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, der etwas hellere rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren.

Wenn man den Oriongürtel nach links unten verlängert, so gelangt man zum hellsten Fixstern überhaupt, das ist der helle Sirius im Sternbild Großer Hund, ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Sein arabischer Name Alhabor bedeutet "heller Stern, der (die Milchstraße) überquert hat". - Der andere helle Stern, der die Milchstraße nicht durchquert hat, ist übrigens der zweithellste Fixstern Canopus vom Südhimmel, den man von unseren Breiten aus nicht sehen kann. Dieser erreicht die -1. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren; man würde ihn ungefähr in doppelter Verlängerung der linken Orionseite von der Beteigeuze über den linken Orionfußstern finden.

Wegen seines Sternbildes wird der Sirius oft auch "Hundsstern" genannt. Derzeit ist nur der Riesenplanet Jupiter heller als der Sirius. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Procyon ist ein weißgelblicher Stern 0. Größe im Abstand von 11.4 Lichtjahren.

Die Beteigeuze und der helle Sirius bilden mit Procyon im Osten ein beinahe gleichseitiges Dreieck, das auch "Winterdreieck" genannt wird und eine äußerst nützliche Orientierungshilfe ist, wenn man nur zwei dieser drei hellen Sterne sehen kann.

Die helle Capella im Fuhrmann, die die 0. Größe erreicht und derzeit der zweithellste Fixstern am Abendhimmel ist, steht nach Sonnenuntergang hoch über uns im Zenit. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein".

Wenn man den Oriongürtel nach rechts oben verlängert, so gelangt man zu einem Stern beinahe 0. Größe, das ist Aldebaran im Sternbild Stier. Sein Name kommt von "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren. - Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht ein Stern beinahe erster Größe. Das ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Das Winterdreieck (grün) und Wintersechseck (gelb)
Unterhalb der hellen Capella sieht man zwei weitere Sterne 1. Größe schräg übereinander, das sind die Zwillinge: der linke untere etwas hellere Stern heißt Pollux und der rechte obere Stern heißt Castor. Castor befindet sich auf der Seite der Capella - beide Sternnamen fangen mit einem "C" an, und Pollux auf der Seite von Procyon, beide Sternnamen fangen mit einem "P" an. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren. Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer heller Zwillingsstern beinahe 1. Größe, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1, Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; da auch die Beteigeuze in diesem Bereich steht, ist hier die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne 1. Größe oder heller versammelt.

Drei weitere Sterne aus dem Areal des Wintersechsecks erreichen ebenfalls beinahe die 1. Größe, das sind der mittlere und der linke Stern des Oriongürtels, Alnilam und Alnitak, sowie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, den man nach rund einem Viertel des Weges von der Capella zum Zwillingsstern Castor sieht, ein bisschen oberhalb.

Alnilam und Alnitak bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel", sie sind beide blauweißliche Riesensterne im Abstand von rund 1000 Lichtjahren. Menkalinan bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt", sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Zudem erreicht ein weiterer Stern des Großen Hundes gerade noch die 1. Größe, und zwei weitere Sterne dieses Sternbildes beinahe die 1. Größe. Bei guter Südsicht kann man diese Sterne im März sehen.

Auch der hellste Perseusstern Mirfak erreicht beinahe die 1. Größe, ihn findet man in gut doppelter Verlängerung von Menkalinan über die Capella hinaus, etwas rechts. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Im Übrigen erreichen auch die drei hellsten Sterne des Großen Wagen beinahe die erste Größe, das sind der hintere obere Kastenstern sowie der innere und der äußere Deichselstern.

2.2 Der Große und Kleine Wagen sowie einige Drachensterne

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen, seht aber momentan teilweise im Horizontdunst.
Der bekannte Große Wagen besteht aus 7 Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. In der englischen Sprache wird er "Big Dipper" genannt, das heißt "Große Schöpfkelle". Nach Sonnenuntergang jedoch befinden sich die vorderen Teile der Deichsel im Horizontdunst , so dass man die Sterne des Großen und des Kleinen Wagen bei schlechter Sicht nicht erkennen kann. Oftmals sieht man nur "die hellen Vier" im Norden, die vereinzelt dastehen und deswegen keinem Sternbild zugeordnet werden können. Sie sind überraschend hell. Der hellste von ihnen steht im Norden auf halber Höhe, etwas weniger hell sieht man links von ihm auf gleicher Höhe einen weiteren Stern. Schräg über diesem kann man auch einen gleich hellen Stern erkennen und wenn die Horizontsicht genügend gut ist, kann man unterhalb des rechten Sternes ebenfalls einen gleich hellen Stern erkennen. Bei diesen vier Sternen handelt es sich rechts um die beiden hellsten Sterne des Großen Wagen, oben Dubhe und unten Alioth, die beide beinahe die 1. Größe erreichen, und links um die beiden hellsten Sterne des Kleinen Wagen, oben den Polarstern und unten den Stern Kochab, die beide die 2. Größe erreichen.

Wenn es die Sichtbedingungen zulassen, so kann man rechts etwas unterhalb von Dubhe einen weiteren, etwas schwächeren Stern sehen, der ebenfalls die 2. Größe erreicht. Das ist der hintere untere Kastenstern Merak und geht man hier über Dubhe hinaus etwa fünfmal nach links oben, so gelangt man zum Polarstern.

Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Dubhe ist der hintere obere Kastenstern des Großen Wagen und Alioth der kastenseitige Deichselstern des Großen Wagen. Kochab ist der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen und der Polarstern der äußere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren; Kochab ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren und der Polarstern ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Merak rechts unterhalb von Dubhe schließlich ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi". Der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär", Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Merak bedeutet "Lende".

Neben Kochab steht ein weiterer Stern 3. Größe, das ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber". Diese beiden Sterne stehen zwischen dem Polarstern und der Deichsel des Großen Wagen.

Die beiden vorderen Deichselsterne des Großen Wagen kann man nur bei guter Horizontsicht im Norden erkennen, das sind der mittlere Deichselstern Mizar und der äußere Deichselstern Benetnash. Mizar erreicht die 2. Größe und Benetnash erreicht sogar beinahe die erste Größe, so dass der Große Wagen insgesamt drei Sterne hat, die beinahe die 1. Größe erreichen. Der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern urspünglich Alkaid-Benetnash, das heißt "Anführer der Klageweiber". Der mittlere Deichselstern Mizar bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren und war der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde. Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne, das sind die beiden vorderen Kastensterne. Der vordere untere Kastenstern heißt Phekda und erreicht 2. Größe; Phekda bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. Der vordere obere Kastenstern heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. . Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und beide Mizarsterne weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Im Großen Wagen gibt es bei guter Nordsicht einen weiteren äußerst einfach auffindbaren Stern, das ist der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4.Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Einer von ihnen ist der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, sie ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Der Polarstern steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3.Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad, dem schwächeren der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach links, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann. Auf der anderen Seite des zweithellsten Drachensternes eta Draconis als Aldhibah steht ebenfalls ein Stern 3. Größe, das ist Edasich, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren. Edasich bedeutet "Hyäne".

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei Sternen schräg nebeneinander, die die zweite und beinahe zweite Größe erreichen, das sind Ettanin, der rechte der beiden und Alwaid.

Ettanin ist der hellste Stern des Sternbildes Drachen, ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ettanin bedeutet "Seeungeheuer" und man kann ihn daran erkennen, dass links von ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört. - Hyänen, durch den Drachenstern Edasich dargestellt, gehören ja ebenso wie die Wölfe, durch die beiden Drachensterne eta Draconis als Aldhibah dargestellt, zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sternen erahnen konnte. Sie bilden die Drachenkopf-Raute, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, die oben vom Drachenstern Grumium und unten vom Herkulesstern iota Herculi ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3.Größe. - Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Bei sehr guter Nordsicht sieht man fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen den Hauptstern des Drachen, einen Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - das ist im März nach oben, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3.Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

2.3 Der Fuhrmann, der Stier und die Zwillinge sowie die nördlichen Teile des Perseus

Das nördlichste Sternbild der bekannten Wintersternbilder ist schon im Herbst zu sehen, das ist der Fuhrmann, das Sternbild der hellen Capella, die 0. Größe hell ist. Sie steht nach Sonnenuntergang im Zenit, das ist senkrecht über uns. Die Capella ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet ebenfalls "Zicklein".

Geht man von der Capella nach unten, so sieht man einen Stern dritter Größe, das ist der Stern Almaaz, er ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist der Ziegenpapa. Man kann diese beiden Sterne auch finden, wenn man die beiden oberen Kastensterne des Großen Wagen rund viermal nach oben verlängert.

In alten Sternbild-Darstellungen wird der zweithellste Stierstern El Nath, der die erste Größe nur ganz knapp verfehlt, oft dem Fuhrmann zugerechnet. Auch die übrigen Sterne des Fuhrmann sind auffällige Sterne. So erreicht auch der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan beinahe die erste Größe und zwei weitere Fuhrmannsterne erreichen beinahe 2. Größe, so dass der Fuhrmann ebenso wie der Orion, der Skorpion, der Große Wagen, der Große Hund, das Kreuz des Südens und der Löwe zu den figürlichsten Sternbildern überhaupt gehört.

Zudem findet man in der Nähe von der Capella und Almaaz zwei weitere Sterne 3. und beinahe 3. Größe, welche auffällig nahe beieinander stehen und die mit der Capella eine ganze Ziegenfamilie bilden.

Zwar bildet das Sternbild des Fuhrmann ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, das Auge fügt aber unwillkürlich noch den Stern El Nath hinzu, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen. Die Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmann-Sechseckes. El Nath markiert das obere Horn des Stiers, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)".

Links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt". Menkalinan ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren; auch sie gehört zum Bärenstrom und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Im Sternbild des Fuhrmannes befindet sich in der Umgebung von der Capella eine ganze Ziegenfamilie. Diese bildet ein Dreieck, das mit der Capella einen sehr hellen Stern hat und an dessen unterer Ecke der Ziegenpapa Almaaz steht, ein Stern dritter Größe. Er ist der fünfthellste Fuhrmannstern. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. - . Die linke untere Ecke dieses Dreiecks besteht aus zwei Sternen übereinander: das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere- Hoedus II ist der sechsthellste Fuhrmannstern, ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern, und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Hoedus II ist fast gleichhell wie Almaaz, Hoedus I mit beinahe 3. Größe etwas weniger hell. - Auf den alten Sternbild-Darstellungen sind unter der Ziegenmutter Capella die beiden Ziegenkinder ebenfalls abgebildet.

Zwei weitere Ecken des Fuhrmannes werden somit von den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I, die zusammen die zweite Ecke des Fuhrmannes bilden, sowie vom zweithellsten Fuhrmannstern Menkalinan gebildet. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmannes werden vom dritthellsten Fuhrmannstern Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und vom vierthellsten Fuhrmannstern Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus, der etwas hellere der beiden, ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Der Ziegenpapa Almaaz befindet sich in einer zusätzlichen 7. Ecke zwischen der hellen Capella und den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I. - Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Man kann ihn auch finden, indem man von Hoedus II über die Capella dreimal weitergeht. Man kann auch von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen, die zum Sternbild Stier gehören. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht und der dritthellste Stern des Stieres ist. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Sternbild des Stiers
Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes Stier. Sein Name kommt von "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgegangen ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken oberen Ende eines auf der Seite liegenden nach links oben geöffneten "V", bei dem beide Seiten noch einen oder zwei Sterne in der Mitte haben; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

El Nath in der rechten unteren Ecke des erweiterten Fuhrmann-Sechseckes steht etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt und markiert das obere Horn des Stieres. Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri unterhalb von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist nach dem hellsten Plejadenstern Alcyone der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Das Dreieck von Aldebaran und der Hyaden zeigt auf den Stern lamda Tauri, einen Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Doppelt so weit entfernt gelangt man zu omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren. - Zwei der Hyadensterne erreichen ebenfalls gerade noch die 3. Größe, die übrigen drei hellen Hyadensterne - in der Mitte unten steht ja über dem helleren noch ein zweiter Stern - sowie der zweit-, dritt- und vierthellste Plejadenstern erreichen beinahe die 3. Größe.

Bei guter Sicht sieht der Stier wie eine Stimmgabel aus, deren Stiel bei omicron Tauri beginnt und deren Stimmgabelzinken sich bei den Hyaden aufspalten und in den beiden Stierhörner münden. Unterhalb von diesem Stiel der Stimmgabel kann man bei guter Westsicht den roten Planeten Mars erkennen.

Der hellste Perseusstern Mirfak erreicht beinahe die 1. Größe, ihn findet man in gut doppelter Verlängerung von Menkalinan über die Capella hinaus, etwas rechts. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Rechts und links von Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden mit ihm den Perseusbogen. Gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren. - Der zweithellste Perseusstern Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak, er ist ein sehr bekannter veränderlicher Stern. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" und ist ein blauweißlicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von gamma Persei über Mirfak an delta Persei vorbei doppelt soviel weiter, so gelangt man zu epsilon Persei, der gleich hell wie gamma und delta Persei ist. Er bildet mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Epsilon Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Die drei hellsten Zwillingssterne Pollux, Castor und Alhena wurden bereits vorgestellt; Castor und Pollux befinden sich unter der hellen Capella in der nächsten Ecke des Wintersechsecks und die Alhena steht fast in der Mitte zwischen Pollux und dem Orionschulterstern Beteigeuze.

Der Nachbarstern der Alhena am Fuße des Zwillings Pollux erreicht die 3. Größe und heißt Alzir, das bedeutet "(Kleider-)Knopf"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren.

Auch am Fuß von Castor befindet sich ein Stern, er heißt Tejat und ist ein Stern 3. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Tejat und seine Nachbarsterne werden manchmal als "die Dromedare" übersetzt, was sprachwissenschaftlich aber kaum haltbar ist. Zwischen Tejat und Castor befindet sich ein Drittel von Tejat entfernt der Stern Mebsuta, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Mebsuta ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Mebsuta bedeutet "die ausgestreckte (Vorderpfote des Löwen)", dieser Name wurde ursprünglich für die beiden Hauptsterne Castor und Pollux verwendet.

Geht man in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man etwas unterhalb zu einem Stern 3. Größe, das ist der Hauptstern des unauffälligen Sternbildes Luchs. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren. Über ihm steht 38 Lyncis; er ist der zweithellste Stern des Luchses und erreicht beinahe die 3.Größe; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

2.4 Weitere Orionsterne und der südliche Teil des Großen Hundes sowie weitere Sterne vom Südhimmel


Der Orion steht am Abend am Südhimmel
Das Sternbild des Orion enthält neben der Beteigeuze und Rigel, die beide die 0. Größe erreichen, auch drei Sterne, die beinahe 1. Größe erreichen, nämlich die Bellatrix an der rechten Schulter des Orion sowie Alnilam und Alnitak - der mittlere und der linke Stern des Oriongürtels. Alnilam und Alnitak bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Die beiden übrigen Sterne des Orion sind 2. Größe. Der rechte Gürtelstern heißt Mintaka und der linke Fußstern heißt Saiph. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert". Das Schwert des Orion reicht also bis zu seinem Fuß.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße.

Der achthellste Orionstern erreicht beinahe 2. Größe und steht im Orionnebel; er heißt Nair Al Saif, das bedeutet "der Helle im Schwert", und er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1300 Lichtjahren Entfernung. Der neunthellste Orionstern ist pi(3) Orionis, ein Stern 3. Größe. Man findet ihn, indem man den Oriongürtel etwas nach oben verlängert. Er steht unter den Hyaden und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit. - Der Stern Heka befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Heka bedeutet "der Mähnenzopf" und ist ein Stern gerade noch 3. Größe. In Wirklichkeit ist sie ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Manchmal wird Heka auch mit "Weißer Fleck" übersetzt. - Sei noch die Gomeisa etwas oberhalb von Procyon erwähnt; sie ist mit beinahe 2. Größe etwas heller und bedeutet Sirius mit (vom Weinen) verklebten Augen". Ursprünglich wurde dieser Name für Procyon verwendet, ebenfalls um einen Bezug zum Sirius herzustellen, doch da sich die Namensgebung Procyon durchgesetzt hat wird der frühere arabische Name seitdem für seinen Nachbarstern verwendet. Die Gomeisa ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren.

Links unterhalb des Orions kann man einen weiteren sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Wegen dieses Sternbildes wird der Sirius auch als Hundsstern bezeichnet. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches auch Winterdreieck genannt wird.

Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph blauweißliche Riesensterne; alle vier sind rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt!

Im Gegensatz zu den Orionsternen, die allesamt weit entfernt sind, sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11.4 Lichtjahren. Beide Hundssterne werden von einem hochkompakten Stern, einem Weißen Zwerg, umkreist. Deswegen war der Sirius vor einigen Millionen Jahren, als der Weiße Zwerg-Partnerstern noch ein normaler Stern war, heller als der Riesenplanet
Jupiter. Auch Procyon wäre fast eine Größenklasse heller als heute.

Rechts neben dem Sirius steht ein Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirzam, er ist ein über 500 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Riesenstern und bedeutet "Stern, der (dem Sirius) vorausgeht".

Bei guter Südsicht kann man auch die unteren Teile des Großen Hundes, der mit einer Ausnahme aus lauter Sternen beinahe 1. Größe oder heller besteht, erkennen und die ein Dreieck links unter dem Sirius bilden: unterhalb von Sirius und Mirzam steht an der Spitze dieses Dreiecks der Stern Wezen; er ist ein sehr weit entfernter weißgelblicher Riesenstern im Abstand von 2000 Lichtjahren und bedeutet "das Gewicht". Rechts unterhalb von Wezen kann man den Stern Adhara erkennen, der sogar gerade noch die erste Größe erreicht, in unseren Breiten jedoch so weit südlich steht, dass er nur sehr selten wirklich auffällig hell zu erkennen ist. Adhara bedeutet "die Jungfrauen" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 500 Lichtjahren. Links unterhalb von Wezen steht die Aludra; sie ist ein Stern 2. Größe und ebenfalls ein sehr weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von 3200 Lichtjahren. Aludra heißt "die Jungfernschaft".

Im südlichen Teil des Großen Hundes befinden sich noch weitere Sterne 3. Größe: Phurud findet man einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist der sechsthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger", womit er und die umliegende Sterngruppe gemeint ist. Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in ein Viertel Abstand von Wezen.

Wenn der Große Hund am höchsten steht, kommt man in die ganz ungewöhnliche Situation, auch einmal zwei Sterne zu sehen, deren Sternbild eigentlich am Südhimmel steht und von dem nur ein kleiner Teil so weit nach Norden reicht, dass man ihn bei uns sehen kann. Diese Sterne sind nicht schwer zu finden, sie stehen links des Großen Hundes, etwa auf Höhe von Wezen, rund gleichviel nach links versetzt wie der Sirius von Wezen entfernt ist. Der linke der beiden Sterne, die den nördlichen Ausläufer des Hinterdecks des Schiffes bilden, heißt Tureis und erreicht beinahe 2. Größe, ist also nur geringfügig weniger hell als die Aludra, und der rechte auf der Seite des Großen Hundes heißt Asmidiske. Sie ist ein Stern 3. Größe und man kann sie auch finden, indem man von Phurud über die Adhara eineinhalb mal weitergeht, etwas nach oben. Tureis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 60 Lichtjahren, Asmidiske wie unsere Sonne ein weit entfernter gelber Stern im Abstand von über 1300 Lichtjahren. Tureis bedeutet "der Besitz" und Asmidiske bedeutet "kleines Schild".

Zwei weitere Sterne beinahe 3, Größe befinden sich zwischen der Aludra und der Asmidiske; der obere in der Mitte der beiden heißt k(1) Puppis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 450 Lichtjahren, der untere etwas linke heißt l Puppis und ist ein weit entfernter weißlicher Stern im Abstand von über 2200 Lichtjahren.

Dieses Sternbild war ursprünglich viel größer und bildete das Schiff, dessen hellster Stern der bekannte zweithellste Fixstern Canopus ist. Canopus erreicht die -1. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Canopus steht so weit südlich, dass er von Europa aus nicht gesehen werden kann, man würde ihn ungefähr in doppelter Verlängerung der linken Orionseite von der Beteigeuze über den linken Orionfußstern Saiph finden.

Verlängert man die Linie vom Sirius über Wezen und Aludra etwa gleich viel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe; das ist der Hauptstern des Schiffskompasses, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 850 Lichtjahren. Aufgrund seiner Helligkeit empfiehlt sich bei ihm ein kleiner Feldstecher.

2.5 Der Hase und die nördlichen Teile des Eridanus

Unterhalb des Orion finden wir zwei eher unauffällige Sternbilder, obgleich sie auch einige Sterne zweiter und beinahe zweiter Größe enthalten. Es sind dies die Sternbilder des Hasen und des Eridanus.

Unterhalb der Füße des Orion finden wir das Sternbild des Hasen, welches wie ein Viereck aussieht, dessen rechte Seite rund doppelt so hoch ist wie die linke. Der Hauptstern des Hasen heißt Arneb und befindet sich in dem Viereck an der linken oberen Ecke, also unterhalb des linken Orionfußsternes Saiph. Arneb bedeutet "Hase" und ist ein Stern gerade noch 2. Größe, ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Unter ihm steht der Stern Nihal, der beinahe 2. Größe erreicht. Nihal bedeutet "Kamele, die ihren Durst löschen" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Die beiden Sterne auf der rechten Seite des Vierecks erreichen beide die 3. Größe, der obere heißt mue Leporis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 180 Lichtjahren, der untere heißt epsilon Leporis und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 230 Lichtjahren.

Neben dem hellen Orionstern Rigel entspringt der Fluss Eridanus und sein zweithellster Stern ist Cursa, ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Cursa bedeutet "Fußbank" und bezieht sich auf den Orion. Geht man vom Orionnebel über Rigel rund dreimal weiter und dann etwas nach oben, so gelangt man zu Zaurak, dem dritthellsten Stern des Eridanus. Zaurak hat 3. Größe und bedeutet "Boot"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren.


Vom Orion zum Eridanus
Das Sternbild des Eridanus ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er nimmt seinen Ausgang bei Cursa neben dem hellen Stern Rigel am Fuße des Orion und fließt wie die Donau zunächst nach Norden und Osten, ehe er sich nach Süden windet und in unseren Breiten unter dem Horizont verschwindet. Der hellste Stern des Eridanus, Achernar, steht am unteren Ende des Eridanus; das ist aber so weit südlich, dass er von unseren Breiten niemals gesehen werden kann. Er ist so hell wie die Beteigeuze und Procyon, also ein Stern gerade noch 0. Größe, und bedeutet "Ende des Flusses"; er ist der zehnthellste Fixstern am Sternhimmel überhaupt, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren. Achernar würde man finden, indem man diagonal durch den Orion von der Beteigeuze zu Rigel geht und dann rund viermal verlängert.

Zaurak ist Ausgangspunkt einer Deichsel, die parallel zum Oriongürtel verläuft. Der zweite Deichselstern ist Rana, ein Stern gerade noch 3. Größe. Rana bedeutet "Frosch" und ist ein Roter Unterriese im Abstand von nur 30 Lichtjahren. Der dritte Deichselstern ist epsilon Eridani, ein sonnennaher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von nur 10.5 Lichtjahren, er ist etwas kleiner als unsere Sonne und ein gelboranger Hauptreihenstern. Dieser Stern beherbergt den zweitnächsten bekannten Exoplaneten; der nächste bekannte Exoplanet umkreist den Partnerstern vom sonnennächsten Sternsystem alpha Centauri.

Geht man nun von Zaurak und Rana rechtwinklig in Richtung Oriongürtel, so sieht man in doppeltem Abstand Zaurak - Rana zwei Sterne 4. Größe schräg nebeneinander stehen. Der hellere der beiden heißt omicron(1) Eridani; sein arabischer Name Reid bedeutet "Ei des Straußes". Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Der andere, untere Stern, heißt omicron(2) Eridani; sein arabischer Name Keid bedeutet "Ei". Keid ist prominenter bekannt unter dem wissenschaftlichen Namen 40 Eridani, denn sein Begleitstern 40 Eridani B ist der zuerst entdeckte Weiße Zwerg überhaupt. 40 Eridani ist ein nahe gelegenes Dreifach-Sternsystem im Abstand von gut 16 Lichtjahren, der Hauptstern ist ein gelboranger Hauptreihenstern. Würde man anstelle des Weißen Zwerges seinen Vorläuferstern sehen, so könnte man schräg neben dem Orion einen weiteren Stern bewundern, der so hell ist wie der obere Zwillingsstern Castor.

Sei noch der Stern tau(4) Eridani genannt, den man in Verlängerung von Cursa über Zaurak findet; dieser Stern erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren.

Bei ausgezeichneter Südsicht kann man von Süddeutschland aus auch den dritthellsten Eridanusstern Acamar erkennen, der die 3.Größe erreicht. Diesen Namen hat er vom Hauptstern des Eridanus, der in unseren Breiten nicht sichtbar ist. Acamar findet man, indem man von Rana über tau(4) Eridani knapp doppelt soviel weiter und dann etwas nach links geht; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Tau(4) Eridani und Acamar bilden mit upsilon(4) Eridani, einem Stern gerade noch dritter Größe, ein gleichseitiges Dreieck in Richtung Hase. Upsilon(4) Eridani ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 180 Lichtjahren. Aufgrund der geringen Höhe über dem Horizont nimmt man für diese beiden Sterne mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe.

Den Hauptstern des Eridanus Achernar würde man finden, indem man von tau(4) Eridani über Acamar ungefähr gleichviel weitergeht.

2.6 Die Cassiopeia und der Kepheus sowie die Andromeda


Die Cassiopeia, das Himmels-W
Das Sternbild der Cassiopeia hat nach Sonnenuntergang den Zenit, das ist senkrecht über uns, bereits überschritten. Sie steht auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen und sieht nun wie ein großes auf der Seite liegendes W aus; ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von unten. Der untere Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Somit steht die Cassipeia im März links vom Polarstern.

Die drei hellsten Sterne der Cassiopeia erreichen die 2. Größe. Ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von unten markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der untere Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren.

Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar rechts neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von rechts unten nach rechts oben durchzählt, so steht ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts unten und Caph an der ersten Stelle von rechts unten.

Der vierte Cassiopeiastern verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad.

Bei guten Sichtbedingungen kann man bei Caph, Schedir und Cih auch noch den Stern kappa Cassiopeiae erkennen, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet, bei dem er in der gegenüberliegenden Ecke der Schedir steht. Kappa Cassiopeiae ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 4000 Lichtjahren. Wenn man das Cassiopeia-Viereck der drei hellsten Cassiopeiae-Sterne mit kappa Cassiopeiae betrachtet, so bildet Ruchbar einen Stiel dazu.

In Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", gelangt man zu Mirfak im Perseus und schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann.

Die drei unteren Cassiopeiasterne Caph, Schedir und Cih weisen wie ein Pfeil, der seine Spitze in der Schedir hat, auf den mittleren Andromedastern Mirach. Senkrecht über ihr sieht man einen weiteren fast gleich hellen Stern, das ist der dritte Andromedastern Alamak.

Der mittlere und der dritte Andromedastern, Mirach und Alamak, sind geringfügig heller als die hellsten Cassiopeiasterne, beide sind Rote Riesen, Mirach im Abstand von 200 Lichtjahren und Alamak senkrecht über ihr im Abstand von 350 Lichtjahren. Mirach bedeutet "Schurz" und Alamak bedeutet "Wüstenluchs".

Den Stern Deneb im Schwan kann man ebenfalls aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern Cih des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch Caph, den unteren Stern der Cassiopeia an der ausgestreckten Hand der Plejadenbüste. Er steht nach Sonnenuntergang tief im Nordwesten und ist ein Stern 1. Größe. Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Geht man von Deneb schräg rechts zum Horizont, so folgt bei ausgezeichneter Horizontsicht bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Das Wort Sadir hat denselben Ursprung wie der Cassiopeiastern Schedir; er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Schräg rechts über ihm sieht man einen weiteren Stern des Schwanes, das ist der Stern delta Cygni, ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren.

Verlängert man von Caph, dem ersten Stern der Cassiopeia von unten, der ja die ausgestreckte Hand der Plejadenbüste darstellt, über die Schedir, so gelangt man ebenfalls zum Andromedastern Alamak. Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

Bei sehr guter Westsicht kann man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zum zweithellsten Perseusstern Algol gehen, dabei gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3.Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von links, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3.Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4.Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Der Kepheus
Rechts unter der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus, das in diesem Monat schräg auf der Seite liegt. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden linken Cassiopeiasterne Schedir nach links unten über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke neben Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde". Im März stehen beide Sterne an der unteren Hauskante des Kepheus.

Schräg rechts oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit deren Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar rechts unter Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also links unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Beide Drachensterne wurden bereits vorgestellt. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3.Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim neben Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten etwas schmaler ist.

2.7 Der Löwe und Alphard in der Wasserschlange, die Gazellensprünge und der Luchs

Östlich des Wintersechseckes sieht man zwei helle Sterne nebeneinander im Areal des Sternbildes Löwe; der rechte ist Regulus beim Herz des Löwen, ein blauweißlicher Stern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Sein arabischer Name Kabeleced bedeutet "Herz des Löwen". Der linke Stern heißt Algieba und markiert die Stirn des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind. - Zwischen der Algieba und Regulus steht ein wenig rechts oberhalb der Verbindungslinie ein weiterer Stern gerade noch 3. Größe, das ist eta Leonis, ein weit entfernter weißlicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Über ihnen sieht man den hellen Riesenplaneten Jupiter.

Geht man von der Algieba zum Zwillingsstern Pollux, so folgt nach einem Viertel des Weges etwas links ein Stern 3. Größe, das ist der Löwenstern Ras Elased Australis, das ist der Stern "südlich des Kopfes des Löwen". Er ist wie unsere Sonne gelblich und 250 Lichtjahre von uns entfernt.

Bei schlechter Sicht ist es einfacher, von Procyon ausgehend beim Zwillingsstern Pollux rechtwinklig schräg nach unten abzubiegen; zunächst gelangt man in gut gleichem Abstand zum Löwenstern Ras Eleased Australis und noch ein Drittel der Strecke weitergehend zur Algieba.

In der Nähe der Algieba finden sich noch zwei weitere Sterne, welche den Kopf des Löwen markieren: etwas links oberhalb die Adhafera, ein Stern 3. Größe an der Haarsträhne des Löwen, und rechts von ihr über Ras Elased Australis der Stern Ras Elased Borealis, das ist der Stern "nördlich des Kopfes des Löwen", ein Stern beinahe 3. Größe. Adhafera ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren und Ras Elased Borealis ein Roter Riese im Abstand von gut 130 Lichtjahren. Auch die Adhafera gehört zum Bärenstrom und ist dessen absolut hellster Stern. Sie hat sich schon weit vom Zentrum entfernt.

Geht man von Regulus zur Algieba und biegt dort rechtwinklig nach unten ab, so folgt in fast eineinhalbfachem Abstand etwas links oberhalb ein Stern gerade noch 2. Größe, das ist der vierthellste Löwenstern Duhr. Das bedeutet "Rücken" und er ist ein weißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von 60 Lichtjahren.

Wenn man von der Algieba über Regulus nach rechts unten verlängert, so trifft man tief im Südosten auf einen Stern 2. Größe, das ist Alphard in der Wasserschlange. Alphard bedeutet treffenderweise "der alleine dastehende Stern", da die übrigen Sterne der Wasserschlange weit verstreut und nicht sehr auffällig sind. Alphard ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Alphard kann man ab 21 Uhr auch in der Verlängerung der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux finden.

Geht man von Alphard wieder zu Pollux und Castor zurück, so sieht man nach etwa einem Drittel des Weges zwei Sterne dritter Größe, die sich im nördlichen Teil der Wasserschlange befinden. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren.

Unter der Algieba sieht man etwa doppelt so weit entfernt wie Regulus einen weiteren Stern 2. Größe, das ist die Denebola, das bedeutet "Schwänzchen (des Löwen)" - im Gegensatz zur Großen Bärin und zum Kleinen Bären, die beide von Zeus am Schwanz gepackt und an den Himmel geschleudert wurden und deswegen überlange Schwänze haben, scheint der Löwe nur ein kurzes Schwänzchen zu haben. Denebola ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren.

Zwischen der "Achse" Algieba-Regulus zwischen der Stirn und dem Herzen des Löwen sowie Denebola am Schwänzchen des Löwen gibt es noch eine weitere etwas kleinere "Achse" zwischen dem Rücken und der Hüfte des Löwen: der linke obere Stern wird von Duhr gebildet und der rechte untere von Coxa. Coxa ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren und bedeutet "Hüfte".

Das komplette Sternbild der Großen Bärin. Alle im Text erwähnten Sterne sind auf der vergrösserten Darstellung bezeichnet.
Unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne stehen zwischen dem Großen Wagen und dem Löwen und werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom zweiten Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Zwischen dem Löwenkopfstern Ras Elased Australis und dem dritten Gazellensprung befindet sich ein weiteres Sternpaar, das wie ein etwas breitbeiniger quergestellter "vierter Gazellensprung" aussieht; das sind die beiden hellsten Sterne des ansonsten unauffälligen Sternbildes Luchs. Der Hauptstern erreicht die 3. Größe und ist gleichhell wie die beiden hellsten Gazellensprungsterne Tania Australis und Talitha Borealis. Alpha Lyncis ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren. Neben ihm steht 38 Lyncis, der zweithellste Stern des Luchses, der beinahe die 3. Größe erreicht; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Man kann diese Sterne auch finden, wenn man in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weiter geht.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens, das ist zur Zeit rechts, sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird von psi Ursae Maioris gebildet; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Wagensicht nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens nach unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein, hier wird der Fersenstern von Al Haud gebildet und diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - das ist im März nach oben, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, sowie Alula Borealis vom ersten Gazellensprung und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Seien noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Großen Bärin genannt: auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Auch der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas nach unten eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Geht man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges, so trifft man auf den hellsten Stern des Kleinen Löwen, der beinahe die 3.Größe erreicht; er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

2.8 Arktur im Bärenhüter und Cor Caroli und ab 22 Uhr die ersten Jungfrausterne und der Rabe

Das Sternbild des Bärenhüters
Der bekannte Große Wagen zieht nach Sonnenuntergang im Nordosten rasch wieder höher und steht dann auf seiner Deichsel. Diese weist tief im Osten über dem Horizont auf einen Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter. Arktur heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel. - Wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, so gelangt man zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der Hauptstern Cor Caroli des unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Aufgrund seiner Helligkeit und seiner Nähe zum Großen Wagen ist Cor Caroli ein sehr einfach auffindbarer Stern.

Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel links oberhalb von Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4. Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern sowie dem "Augenprüfstern" von Alioth und dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

In der Mitte zwischen Arktur und Denebola am Schwänzchen des Löwen steht etwas rechts unterhalb ein weiterer Stern beinahe 2. Größe, das ist der Jungfraustern Vindemiatrix, ein gelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Vindemiatrix ist die lateinische Übersetzung des arabischen Namens Almuredin, was "der dem Weinleser Vorangehende" bedeutet, und wenn dieser Stern im Herbst in der frühen Morgendämmerung wieder sichtbar wurde, fing man mit der Weinernte an.

Arktur ist Ausgangspunkt einer nach links unten weisenden Deichsel; ihr mittlerer Stern Mirak, der nun links von Arktur steht, ist der zweithellste Bärenhüterstern, und ihr äußerer Stern ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Mirak bedeutet "Umhang" und ist ebenfalls ein Roter Riese, im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Wie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan gehört auch die Gemma zum Bärenstrom; auch sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt.

Der dritthellste Stern des Bärenhüters ist Muphrid neben Arktur und steht ungefähr senkrecht zur Deichsel Arktur - Mirak - Gemma, das ist derzeit schräg rechts oberhalb von Arktur. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern des Lanzenbewaffneten", gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält.

Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

Verlängert man die Wagendeichsel über Arktur hinaus weiter, so gelangt man ab 22 Uhr zum Hauptstern der Jungfrau, das ist die Spica. Links über ihr sieht man den hellen Riesenplaneten Jupiter. Spica bedeutet "Kornähre", sie ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Der arabische Name der Spica lautet Azimech, das bedeutet "die beiden, die hoch sind" - gemeint sind Arktur und Spica. Hierbei ist Arktur der "lanzenbewaffnete Hochstehende", da er von mehreren helleren Sternen umgeben ist, während die eher alleinstehende Spica der "unbewaffnete Hochstehende" ist.

Am einfachsten kann man sich die Jungfrau als eine Deichsel vorstellen, die sich über ihrem Hauptstern Spica befindet. Zudem befindet sich ein weiterer Stern etwas östlich der Spica. Die drei Sterne dieser Deichsel über der Spica sind von oben gezählt Vindemiatrix, der schon vorgestellt wurde, sowie die Minelauva und die Porrima. Vindemiatrix und Porrima erreichen beinahe die 2, Größe, Minelauva die 3, Größe. Minelauva heißt "der Anpreiser" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, also doppelt so weit entfernt wie Vindemiatrix, etwas näher als der Hauptstern Spica. Porrima ist der Eigenname einer italienischen Geburtsgöttin; hier umkreisen zwei gelbliche Sterne einander; Porrima ist 40 Lichtjahre von uns entfernt. Zur Porrima kann man auch gelangen, indem man von der Denebola aus zur Spica geht, sie befindet sich etwa nach zwei Dritteln des Weges. - Wenn man von der Spica zu Vindemiatrix hinaufgeht und auf halber Strecke nach rechts abbiegt, so gelangt man zum mittleren Stern der Jungfrau-Deichsel, zur Minelauva; biegt man statt dessen nach links ab, so gelangt man zur Heze. Diese ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 70 Lichtjahren.

In der zweiten Monatshälfte kann man ab 22 Uhr tief im Südosten rechts unterhalb der Jungfrau auch das hübsche Sternbild des Raben erkennen: geht man von Regulus im Löwen zu Alphard in der Wasserschlange und biegt dort rechtwinklig fast doppelt so weit nach Osten ab, so kann man bei guter Südostsicht das Sternbild des Raben schön erkennen. Es sieht aus wie ein kleines schiefes Viereck, bei dem die rechte obere Kante nach unten eingeknickt ist. Die obere Kante wird links von Algorab ("rechter Flügel des Raben") und rechts von Gienah ("Flügel") gebildet, die untere Kante links von einem Stern namens Kraz und rechts von Minkar ("Schnabel"). Gienah und Kraz sind Sterne beinahe 2, Größe, Algorab und Minkar haben 3, Größe.

Algorab und Gienah sind blauweißliche Sterne im Abstand von 90 und 165 Lichtjahren, Kraz ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und Minkar ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren. - Der Hauptstern des Raben ist ein unauffälliger Stern 4, Größe und steht rechts unterhalb von Minkar, er heißt Alchiba und ist ein 50 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern. Alchiba bedeutet "das Zelt".

2.9 Die letzten Herbststerne

Im Areal zwischen dem Fuhrmann, den Plejaden und der Cassiopeia befindet sich auch das Sternbild des Perseus. Der Hauptstern Mirfak, der immerhin beinahe die 1. Größe erreicht, der zweithellste Perseusstern Algol sowie die beiden Perseusbogensterne gamma und delta Persei rechts und links von Mirfak wurden bereits vorgestellt.

Links unterhalb von Mirfak befindet sich der prominente zweithellste Perseusstern Algol, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Bereits im Altertum wusste man, dass er seine Helligkeit verändert. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3.Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Der dritt- und vierthellste Perseusstern, die von bloßem Auge gleichhell wie die beiden Bogensterne gamma und delta Persei sind, befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum linken unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach links unten abbiegt. Der erste Stern dieser Linie ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei. Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Allerdings hat Menkib diesen Namen erst im Laufe der Zeit erhalten, denn aus der Tradition der Plejadenbüste wurde der Stern xi Persei, ein Stern 4. Größe, der zwischen epsilon Persei und dem Stern Menkib, etwas außerhalb steht, mit dem Namen Menkib bezeichnet und bedeutet entsprechend "Schulter (der Plejadenbüste)". Xi Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 1800 Lichtjahren.

Rechtwinklig neben Menkib am linken unteren Ende der zweiten Perseuskette befindet sich der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand von 1500 Lichtjahren. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)".

Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man bei guter Südwestsicht zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches, der in der Plejadenbüste verstümmelten Hand. Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)" und erreicht gerade noch die 2. Größe, er ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Der Walfisch ist ja gemäß der Mythologie das Untier, welches die Andromeda hatte fressen sollen. Sein ursprünglicher Name lautet Kaffaljidhm, das bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Geht man von ihm noch ein Stück weiter und dann etwas nach rechts, so sieht man einen Stern gerade noch 3. Größe, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Den Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden, als Orientierung kann helfen, dass sie in die Plejaden mündet und dann zu Menkar und Kaffaljidhm weiterführt.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem rechten oberen Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem oberen Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Bei ausgezeichneter Horizontsicht im Nordwesten kann man auch noch den hellsten Andromedastern Sirrah erkennen, sie ist gleichhell wie die Mirach und steht noch einmal gleichviel weiter nach unten verlängert, etwas rechts. Vorsicht, dass man sie nicht mit dem vierthellsten Andromedastern delta Andromedae verwechselt, der eine Größenklasse schwächer ist und nur einen halben Abstand Alamak - Mirach unterhalb steht. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und delta Andromedae ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren. Die Sirrah kann man auch finden, indem man vom mittleren Cassiopeiastern Cih zur Schedir, dem zweiten Cassiopeiastern von unten, verlängert.

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders kann man auf diese Weise ebenfalls finden: von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man links der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese bilden den Widder. Der obere Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Der untere Stern erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man nach links unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes. - Im dreifachem Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Alpherg bedeutet "Pferd" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren.

Biegt man von hier senkrecht nach links ab, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", sie ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 140 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und der Alresha auch omicron Piscium, einen Roten Riesen 4. Größe im Abstand von 260 Lichtjahren, erkennen.

Zu Monatsbeginn kann man nach Sonnenuntergang tief im Westen bei guter Horizontsicht noch einige Pegasussterne erkennen. Verlängert man die Andromedakette nach rechts unterhalb, so kann man einen weiteren Stern 2. Größe sehen, das ist der Pegasusstern Scheat. Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren.

Biegt man bei der Sirrah nicht nach rechts ab zu Scheat, sondern rechtwinklig dazu nach links unten, so gelangt man zum Pegasusstern Algenib, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite" und erreicht beinahe die 2. Größe. Biegt man erst bei Scheat senkrecht nach links unten ab, so gelangt man in der Abenddämmerung zu einem Stern gerade noch 2. Größe, das ist Markab, der Hauptstern des Pegasus. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)" und er geht wenige Minuten nach Ende der Dämmerung unter.

Bei ausgezeichneter Westsicht kann man rechts von Scheat auch den Stern Sadmatar sehen, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren und bedeutet "Glücksgestirn des Regens". Links unter ihnen sieht man zwei weitere Sterne gerade noch dritter sowie vierter Größe übereinander; der obere Stern heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen", er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren, und sein Nachbarstern ist lamda Pegasi, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Mit Vorteil nimmt man wegen des tiefen Standes über dem Horizont einen kleinen Feldstecher zuhilfe. Scheat und Sadmatar bilden mit Sadalbari und lamda Pegasi in der dritten Ecke ein beinahe gleichseitiges Dreieck.

Stellt man sich das Herbstviereck als Haus vor, bei dem der Boden durch die Sterne Scheat und Markab gebildet wird und die obere Hauskante durch die Sirrah und Algenib, so befinden sich Hamal und Sheratan an der Dachspitze, die etwa eineinhalb mal höher ist als die Haushöhe, die Länge einer Kante des Herbstvierecks.

Vor vielen Millionen Jahren hätte noch ein weiterer sehr heller Stern am Abendhimmel gestanden, nämlich der Vorläuferstern vom Van Maanen's Stern, dem drittnächsten Weißen Zwerg, gut 14 Lichtjahre entfernt. Dieser war damals deutlich heller als die Capella oder Rigel im Orion und stand in den Fischen, wenn man von Scheat über Algenib nochmals halb soviel weiter geht.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Da die Erde um die Sonne läuft, hat man von der Erde aus gesehen den Eindruck, dass die Sonne vor dem Sternenhimmel herzieht. Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne dabei im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die meisten Mondstationen basieren auf der indischen Tradition, der Nakshatra, die ebenfalls kurz vorgestellt wird. In der 6.Rubrik werden sie in englischer Sprache vorgestellt; dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben.

3.2 Nach Sonnenuntergang: die Mondstationen des Widders

Die erste Mondstation des Widders wird von den beiden Widdersternen Sheratan und Mesarthim am Horn des Widders gebildet und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

Die zweite Mondstation "al-butayn" besteht aus unauffälligen Sternen 4. Größe, die sich zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und den Plejaden befinden. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "Wegtragende" bezeichnet.

3.3 Die Mondstation der Plejaden und die Plejadenbüste

Die nächste Mondstation heißt "at-turayya" und wird von den sehr prominenten Plejaden gebildet. Hier befinden sich auf engem Raum 6 hellere Sterne, nämlich ein Stern beinahe 2. Größe, drei Sterne beinahe 3. Größe und zwei Sterne 4. Größe. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck mit einem Stiel. Der hellste Plejadenstern ist die Alcyone - immerhin dritthellster Stern im Stier, sie befindet sich dort, wo der Stiel am Viereck befestigt ist. Der Plejadenvater Atlas befindet sich am Stielende, Elektra diagonal gegenüber und die Maja von Atlas herkommend oberhalb ihrer Schwester Alcyone.

Einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Sie beschreibt einen großen Bogen von der Cassiopeia über Mirfak und die zweite Perseuslinie zu den Plejaden und weiter zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Ihre linke Hand wird vom ersten Cassiopeiastern Caph dargestellt, ihre Handwurzel Misam vom Schatzkästlein der Milchstraße, das sind die beiden Nebelchen h und chi Persei, ihr linker Ellbogen vom hellen Perseusstern Mirfak, ihre Schulter von xi Persei, dem ursprünglichen Perseusstern Menkib und ihr Schulterblatt vom Perseusstern Atik. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt und am Ende des großen Bogens ihre rechte Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig vom Sternbild, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten.

Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist an-nagm, was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

3.4 Die Mondstation ad-dabaran (Aldebaran) im Stier

Die zweite Mondstation des Stieres heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Das kommt daher, dass Aldebaran kurz nach den Plejaden aufgeht. Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

3.5 Die Mondstation des Orion

Auch im Sternbild des Orion gibt es eine Mondstation, die al-haqa heißt. Sie besteht aus den Orionsternen Heka, Khad Posterior und Khad Prior und befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Al-haqa bedeutet "der Mähnenzopf" und in der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Hirschkopf" bezeichnet. Diese Sterne bilden ein Dreieck am Kopf des Orion: an der Spitze dieses Dreiecks steht Heka, ein Stern gerade noch 3. Größe, unterhalb befinden sich die beiden Sterne Khad Posterior auf Seite der Beteigeuze und Khad Prior auf Seite der Bellatrix, beide haben 4. Größe. Heka ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren; auch Khad Prior ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Khad Posterior ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 115 Lichtjahren. Heka bedeutet "Weißer Fleck" übersetzt und Khad bedeutet "Wange des Zentralen".

3.6 Die beiden Mondstationen der Zwillinge

Das Sternbild der Zwillinge hat zwei Mondstationen: die erste heißt al-hana und umfasst den Zwillingsstern Alhena, der seinen Namen aus dieser Mondstation bekommen hat, sowie seinen Nachbarstern Alzir. Alzir bedeutet "(Kleider-)Knopf" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren. Die indische Tradition verwendet anstelle der Alhena - immerhin einem Stern beinahe 1. Größe - und Alzir den prominenten Orionstern Beteigeuze, der mit "die Feuchte" übersetzt wird.

Die zweite Mondstation der Zwillinge heißt ad-dira und besteht aus den beiden hellen Zwillingssternen Castor und Pollux. Obgleich diese Mondstation aus zwei sehr prominenten Sternen 1. Größe besteht, wird ihr Name nicht mehr verwendet. Ad-dira heißt "der Vorderarm" und in der indischen Tradition werden die beiden Zwillingssterne mit "Schätzebringende" übersetzt.

3.7 Die Mondstationen im Sternbild des Krebses und an der Grenze der Sternbilder Krebs, Löwe und Wasserschlange

Die Mondstation an-natra befindet sich zwischen den Zwillingen und dem Löwen und besteht aus einem Sternhaufen und zwei Sternen im Sternbild Krebs. An-natra bedeutet "Nasenhauch" und kann nur bei guter Sicht gefunden werden. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, wenn man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: Pollux von der vorherigen Mondstation, der Zwillingsstern Alhena von der vorletzten Mondstation, der auf knapp halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht, sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri sind Vordergrundsterne und stehen am linken Rand der Krippe; sie sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördlicher und südlicher Esel. Beide sind von bloßem Auge unauffällige Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, Asellus Australis, der hellere der beiden, ein Roter Riese im Abstand von 135 Lichtjahren. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht. In der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Blume" übersetzt.

Die Mondstation at-tarf besteht nur aus schwachen Sternen; at-tarf bedeutet "der Blick (des Löwen)", ist also dort, wohin der Löwe schaut. Aufgrund eines Übertragungsfehlers hat der hellste Stern des Sternbildes Krebs irrtümlich diesen Namen erhalten und heißt heute Altarf. Diesen Stern findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern beinahe 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Umarmer" und wird von einer Sterngruppe gebildet, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen.

Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Bei guter Sicht sieht man hier noch zwei weitere Sterne vierter Größe, das sind rho Hydrae unterhalb von epsilon Hydrae und etwas heller delta Hydrae auf der anderen Seite von epsilon und rho Hydrae als zeta Hydrae; beide Sterne sind weißliche Sterne, delta Hydrae im Abstand von 180 Lichtjahren und rho Hydrae im Abstand von fast 340 Lichtjahren. Diese Mondstation wird von zwei Sternen 4. Größe vervollständigt: stellt man sich zeta, epsilon und delta Hydrae als waagerechte Linie vor, so befindet sich der Stern eta Hydrae rechts unterhalb von epsilon und rho Hydrae, und der Stern sigma Hydrae rechts unterhalb von delta Hydrae. Epsilon, delta, eta und rho Hydrae bilden also ein etwas schiefes Viereck, bei dem in der linken oberen Ecke von epsilon Hydrae auch noch der Stern rho Hydrae knapp unterhalb steht. Eta Hydrae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 470 Lichtjahren und sigma Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt. Streng genommen wird zeta Hydrae trotz seiner unmittelbaren Nähe zu dieser Sterngruppe nicht zur Mondstation dazugezählt.

3.8 Die drei hellen Mondstationen im Sternbild Löwe

Die drei nächsten Mondstationen bestehen aus den Löwensternen und sind einfach zu finden:

Al-gabba hat der Algieba ihren Namen verliehen und besteht aus der Linie Adhafera - Algieba - eta Leonis und Regulus; in der indischen Tradition wird nur Regulus verwendet und heißt dort "der Große".

Az-zubra besteht aus den beiden Sternen Duhr und Zosma der mittleren Löwenachse; der Name dieser Mondstation ist dann auf den Löwenstern Subra übergegangen, der in der 5. Rubrik vorgestellt wird. In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der frühere Rötliche" übersetzt.

Die Mondstation As-sarfa schließlich besteht aus der Denebola beim Schwänzchen des Löwen, dies bedeutet der "Wechsel (des Wetters)". In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der spätere Rötliche" übersetzt.

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Einführung in die Mondstationen

4. Monatsthema: ausgewählte Kapitel über Weiße Zwerge und Neutronensterne

4.1 Einleitung

Die Sterne am Himmel leuchten aufgrund der Energie, die bei Kernreaktionen freigesetzt wird, dabei werden in der Energiebilanz zwei Wasserstoffatome zu einem Heliumatom fusioniert und nach der berühmten Formel Albert Einsteins E = mc^2 wird dabei Energie frei. In einem späteren Stadium werden auch höhere chemische Elemente bis hin zum Eisen erzeugt. Solange Atomkerne mit einer Ordnungszahl kleiner als derjenigen des Eisen fusionieren, wird bei diesem Prozess Energie frei. Um noch höhere Atome erzeugen zu können, müsste Energie von außen in das System gelangen, was beispielsweise bei einer Supernova-Explosion der Fall ist.

Irgendwann ist dieser Energievorrat aufgrund der Kernreaktionen aufgebraucht. Je nach Masse des Sternes bläst er nun einen großen Teil seiner Masse ab und kollabiert zu einem Weißen Zwerg oder es kommt bei größerer Masse des ursprünglichen Sternes zu einer Supernova-Explosion, bei der am Ende ein Pulsar, das ist ein Neutronenstern, und bei noch höherer Ursprungsmasse ein stellares Schwarzes Loch verbleibt.

Der Durchmesser von normalen Sternen ist dort, wo sich Strahlungsdruck des Sternes, der den Stern nach außen drückt, und seine Gravitationskraft, die den Stern zusammenzieht, gerade ausgleichen. Der Strahlungsdruck eines Sternes erfolgt aufgrund der Kernreaktionen im Sterninneren, bei denen Atome zu größeren Kernen fusioniert werden. Während der meisten Zeit wird Wasserstoff in Helium umgewandelt (Stufe 1), so dass Sterne in Wirklichkeit riesige Wasserstoffbomben sind. Irgendwann aber einmal ist der Wasserstoff aufgebraucht. Wenn der Stern genügend Masse hat, und zwar mehr als 0.4 Sonnenmassen, so kann der nächste Fusionierungsschritt stattfinden (Stufe 2), bei dem das Helium zu Kohlenstoff und Sauerstoff verschmolzen wird. Hat der Stern mehr als 2.3 Sonnenmassen, so kann nächste Fusionierungsschritt stattfinden (Stufe 3), bei dem der Kohlenstoff und Sauerstoff im Kern des Sternes zu Sauerstoff und Neon verschmolzen werden. Bei mehr als 10.5 Sonnenmassen ist genügend Energie vorhanden, um auch das Verschmelzen zu höheren chemischen Elementen zu ermöglichen (Stufen größer als 3).

Spätestens wenn der Stern nur noch aus Eisen besteht, kann auf diese Weise jedoch keine Energie mehr erzeugt werden. Der Stern hat also keinen innere Energiequelle mehr, die einen Strahlungsdruck erzeugen könnte, so dass sich der Stern unter seiner eigenen Schwerkraft sehr rasch zusammenzieht und kollabiert. Das hat zur Folge, dass diese Art Sterne kleiner sind, wenn sie mehr Masse haben, weil nur noch die Schwerkraft wirksam ist und diese die Sterne immer mehr zusammenpresst.

Bereits 1926 konnte man mithilfe der neuen Quantentheorie die Theorie der Weißen Zwerge herleiten und erkannte, dass der Gravitationskollaps eines hochkompakten Sternes mit weniger als ungefähr 1.45 Sonnenmassen vom Pauli'schen Ausschließungsprinzip für Elektronen gestoppt wird. Und das geht folgendermaßen: nach dem Wegfall des Strahlungsdrucks eines Sternes kann seine Schwerkraft nicht mehr kompensiert werden, so dass der Stern kollabiert. Das passiert dann, wenn der Stern so klein ist, dass bei weiterer Komprimierung die Elektronen in tiefere Orbitale "gedrückt" würden, was aufgrund des Pauli'schen Ausschließungsprinzips jedoch nicht möglich ist. Wenn nun der übrig bleibende Stern nicht schwerer als 1.45 Sonnenmassen ist, verbleibt der Stern in diesem Zustand stabil und das ist dann ein Weißer Zwerg. Diese Sterne haben eine absurd erscheinende Dichte, die über 3000mal dichter ist als das dichteste Material, das man kennt. Aufgrund dieser sehr hohen Dichte sollte das entweichende Licht etwas rotverschoben sein und 1925 gelang der entsprechende Nachweis bei Sirius B. Dies war gleichzeitig ein weiterer Nachweis zugunsten der damals noch neu formulierten Relativitätstheorie.

Weiße Zwerge können sich aus Sternen, die weniger als 10.5 Sonnenmassen haben, bilden. Bei Sternen mit größerer Masse steht genügend Energie zur Verfügung, um die Protonen und die Elektronen des Sternes in Neutronen umwandeln zu können, das ist der so genannte "inverse Beta-Zerfall". Auch für Neutronen besteht ein solches Pauli'sches Ausschließungsprinzip, so dass ein Neutronenstern entstehen kann. Diese weisen nochmals eine weit höhere Dichte auf und sind nur etwa 10 bis 20 Kilometer groß. Bei noch größerer Ausgangsmasse kollabiert der Stern zu einem Schwarzen Loch.

Die beiden Pauli'schen Ausschließungsprinzipien für Elektronen und für Neutronen können somit den Gravitationskollaps stoppen: bei den ersten drei Stufen stoppt das Pauli'sche Ausschließungsprinzip für Elektronen den Gravitationskollaps und der Stern kollabiert zu einem Weißen Zwerg. Wenn mehr als 10.5 Sonnenmassen vorhanden sind, so gerät er so sehr aus dem Gleichgewicht, dass er eine gewaltige Supernova auslöst, die vorübergehend heller als die gesamte Galaxie, in der er sich befindet, leuchtet, und somit sehr weit über die Grenzen der Galaxie hinaus sichtbar ist. Wenn das Pauli'sche Ausschließungsprinzip für Neutronen den Gravitationskollaps stoppen kann, so entsteht ein Neutronenstern, kann der Gravitationskollaps aufgrund der hohen Anfangsmasse nicht gestoppt werden, so kollabiert der Stern zu einer Singularität, das heißt, zu einem Schwarzen Loch.

Weiße Zwerge haben einen Durchmesser vergleichbar mit dem Durchmesser der Erde, so dass ihre Oberfläche viel kleiner als die eines Sterns ist. Deswegen sind sie auch nicht besonders hell und obgleich es auch in Sonnennähe Weiße Zwerge gibt, kann man sie nur in einem Fernrohr sehen.

Bei Weißen Zwergen bleibt die atomare Struktur erhalten. Sobald ein Weißer Zwerg jedoch mehr als 1.45 Sonnenmassen aufweisen würde, kann das Pauli'sche Ausschließungsprinzip für Elektronen den Gravitationskollaps nicht mehr aufhalten, so dass die atomare Struktur zusammenbricht. Dann entsteht ein Neutronenstern. Somit gibt es aufgrund dieser drei Stufen drei Typen Weißer Zwerge, nämlich leichte, mittelschwere und schwere Weiße Zwerge. Leichte Weiße Zwerge haben weniger als 0.4 Sonnenmassen, mittelschwere zwischen 0.4 und 1.05 Sonnenmassen und schwere mehr als 1.05 und weniger als 1.45 Sonnenmassen, der maximal möglichen Masse für Weiße Zwerge. Die meisten Weißen Zwerge gehören zu den mittelschweren. Bis heute kennt man über 10 000 Weiße Zwerge.

Bei den Neutronensternen gibt es nur einen Typ: hatte der Vorläuferstern über 10.5 Sonnenmassen, so finden nacheinander alle weiteren Fusionierungsstufen bis zum stabilen Eisen statt. Das Element Eisen ist deswegen stabil, weil eine weitere Fusionierung keine Energie mehr freisetzen würde.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, warum es bei Planeten und leichten Braunen Zwergen zu keinem Gravitationskollaps kommt. Planeten und leichte Braune Zwerge sind Gebilde, die viel weniger Masse als Sterne haben. Da bei solchen kleinen Massen der atomare Aufbau von elektromagnetischen Kräften bestimmt wird, die viel stärker als die Schwerkraft sind, erfahren solche Himmelskörper auch ohne Strahlungsdruck keinen Gravitationskollaps. Ab einer genügend großen Masse jedoch dominiert die Schwerkraft, so dass die uns vertraute atomare Struktur zusammenbricht und der Himmelskörper einen Gravitationskollaps erfährt, der erst vom Pauli'schen Ausschließungsprinzip für Elektronen gestoppt werden kann. Somit sind aus physikalischer Sicht auch stellare Superplaneten mit der uns vertrauten atomaren Struktur sowie ultraleichte Weiße Zwerge, die aus Wasserstoff bestehen und sich stets in einem Gravitationskollaps befinden, weil sie nie einen Strahlungsdruck hatten, denkbar. Erstere sind die leichten Braunen Zwerge und zweitere sind die schweren Braunen Zwerge.

Auch andere Kernreaktionen können Sterne vorübergehend zum Leuchten bringen. So können während eines kurzen Zeitraumes auch schwerer Wasserstoff fusionieren oder Lithium sich spalten; das sind die beiden Energiequellen, aus denen die Braunen Zwerge in ihrer Frühphase vorübergehend Strahlung erzeugen können.

Neutronensterne sind noch viel kleiner und haben einen Durchmesser von nur 10 - 30 Kilometern. Aufgrund des Pirouetteneffekts, den man von Schlittschuhläuferinnen kennt, die sich mit ausgestreckten Armen drehen und sobald sie die Arme anziehen viel schneller drehen - das ist wegen der Drehimpulserhaltung so - drehen sich auch Neutronensterne viel schneller als normale Sterne, und zwar im Sekundenbereich, einige von ihnen sogar noch schneller im Millisekundenbereich. Dadurch senden sie nur kurze Pulse von Radiowellen aus, die man beobachten kann, und deswegen heißen diese Himmelskörper "pulsierende Radioquellen" oder abgekürzt "Pulsare".

Zahlreiche Pulsare strahlen ihre Pulse auch als Röntgenstrahlen entlang der Achse ihres Magnetfeldes ab. Von der Erde aus kann man sie ganz ähnlich wie bei einem Leuchtturm dann sehen, wenn ihr Strahlenkegel auf die Erde gerichtet ist.

4.2 Die sonnennahen Weißen Zwerge

Bis Mitte der 1990er Jahre konnte man nur den Abstand sonnennaher Sterne näher als rund 16 Lichtjahre, das sind 5 Parsec, genau vermessen. Dies geschah mithilfe von hochpräzisen Winkelmessungen, bei denen man dasselbe Phänomen nutzte, welches man bemerkt, wenn man wenige hundert Meter vor einem Baum steht und hin- und hergeht: dann sieht man, dass sich der Baum vor dem Landschaftshintergrund ebenso her- und hin zu bewegen scheint. Indem man nun die Länge der Basislinie, auf der man hin- und hergeht, kennt und an den beiden Endpunkten die Winkel zum Baum misst, kann man den Abstand des Baumes berechnen. Natürlich sind die Sterne viel zu weit entfernt, als dass man eine Bewegung vor dem Sternenhintergrund durch einfaches Hin- und Hergehen einiger Meter auf der Erde messen könnte; doch da sich die Erde um die Sonne bewegt, kann man den Abstand Erde - Sonne - Erde ein halbes Jahr später als Basislinie verwenden. Sonnennahe Sterne bewegen sich dann wenige Zehntel Winkelsekunden und das kann man messen. Somit konnte man bis vor 20 Jahren nur den Abstand weniger Sterne direkt nachmessen und erst seit der Mission des Hochpräzisionssatelliten HIPPARCOS kennt man die Sternabstände bis zu einigen hundert Lichtjahren ebenfalls präzise.

Sirius und Sirius B (in 7 Uhr-Position), Aufnahme des Hubble Space Telescope. NASA, H.E. Bond, E. Nelan, M. Barstow, M. Burleigh und J.B. Holberg.
Von den sonnennahen Sternen sind nur elf von bloßem Auge sichtbar, zudem gibt es in diesem Bereich auch fünf Weiße Zwerge: der Sirius B, Procyon B, van Maanen's Stern sowie Gliese 440 und der zuerst entdeckte Weiße Zwerg 40 Eridani B.

Der massereichste sonnennahe Weiße Zwerg ist der Sirius B, er hat eine Masse von knapp einer Sonnenmasse. Sein Vorläuferstern war ein blauweißlicher Stern mit rund 5 Sonnenmassen, er hatte also mehr Masse als die heutige Hauptkomponente Sirius A.

Der zweit- und drittschwerste sonnennahe Weiße Zwerg sind Gliese 440 mit 0.75 Sonnenmassen und van Maanen's Stern mit 0.7 Sonnenmassen; ihre Vorgängersterne waren blauweißliche bis weißliche Sterne mit rund 4 Sonnenmassen. Procyon B hat 0.6 Sonnenmassen und sein Vorläuferstern war mit rund 1.7 Sonnenmassen etwas schwerer als der heutige Hauptstern Procyon A; 40 Eridani B schließlich hat eine halbe Sonnenmasse und sein Vorläuferstern war ein weißgelblicher Stern mit 1.5 Sonnenmassen.

Die Vorgängersterne dieser 5 Weißen Zwerge waren somit allesamt heller als unsere Sonne und wären die Vorläufersterne vom Sirius B, von Gliese 440 und vom Van Maanen's Stern damals, als sie noch normale Sterne waren, auch schon in Sonnennähe gestanden, so wären sie die drei massenreichsten Sterne der Region gewesen und alle drei deutlich heller als 0. Größe gewesen.

4.3 Entdeckung von Pulsaren, erstgeborene und wiedergeborene Pulsare sowie begleitende Weiße Zwerge

1967 entdeckten Astronomen einen Himmelskörper, der sehr regelmäßig alle paar Sekunden seine Strahlung variierte. Glaubte man zunächst an künstliche Signale einer außerirdischen Zivilisation, so waren die Signale so regelmäßig, dass ein technologischer Ursprung sehr unwahrscheinlich war und ein astronomisch-physikalischer Ursprung vermutet wurde. Die Theorie hatte Himmelskörper vorausgesagt, deren Gravitationskollaps nach dem Zusammenbruch des Strahlungsdruckes erst vom Pauli'schen Ausschließungsprinzip von Neutronen gestoppt werden. Heutzutage sind ungefähr 2000 solche Pulsare bekannt und 1974 wurde das erste Sternpaar aus zwei Neutronensternen entdeckt.

Da diese hochkomprimierten Sterne sehr viel kleiner als die ursprünglichen Sterne sind, drehen sie sich aufgrund der Drehimpulserhaltung - ganz ähnlich einer Schlittschuhläuferin, die auf dem Eis Pirouetten dreht und die sich mit angezogenen Armen schneller dreht - sehr schnell um ihre eigene Achse, und ein "erstgeborener" Pulsar kann sich in nur 25 Millisekunden einmal um seine eigene Achse drehen.

Da Pulsare Energie abgeben, verlangsamt sich im Laufe der Zeit ihre Drehgeschwindigkeit.

Mehr als die Hälfte der Sterne sind Doppelsterne, und wenn beide Partner genügend massereich sind und nahe beieinander stehen, passiert folgendes: man kann nachrechnen, dass massereichere Sterne ihren Energievorrat schneller aufbrauchen, so dass sich also der massereichere Partner nach Aufbrauchen seiner Energiereserven zuerst in einen Pulsar umgewandelt hat. Nun "saugt" er von seinem Partnerstern Materie und dabei physikalisch gesehen auch Drehimpuls ab. Dadurch wird seine Drehung sehr stark beschleunigt und er dreht sich viel schneller als ursprünglich bei seiner "Erstgeburt". Man nennt solche Pulsare auch "wiedergeborene" Pulsare oder vom englischen her rezyklierte Pulsare. Da der Begleitstern dabei seine Hülle verliert, verbleibt nur sein Kern, und er wandelt sich in einen Weißen Zwerg, der nun langsam auskühlt. - Wiedergeborene Pulsare kann man als Millisekundenpulsare einfach beobachten.

Dadurch löst sich auch das Problem der leichten Weißen Zwerge aus Helium, denn das Alter des Universums reicht nicht aus, dass sich ihre Vorläufersterne bereits in Weiße Zwerge umgewandelt haben. Es kann aber sein, dass sich ein Roter Riese nahe um einen schweren Partnerstern, beispielsweise einen Neutronenstern oder einen mindestens mittelschweren Weißen Zwerg, bewegt. Dann können auch schon vor dem Helium-Kernbrennen die äußeren Atmosphärenschichten vom Partnerstern abgesaugt werden, bis nur noch der nackte Heliumkern des Roten Riesen übrigbleibt, so dass dann ein Weißer Zwerg aus Helium ohne Hülle übrigbleibt, der so viel Masse an den Partnerstern verloren hat, dass er selber nicht mehr genügend Masse hat, um ein Helium-Kernbrennen zu entfachen und aufgrund seiner eigenen Schwerkraft zu einem Weißen Zwerg kollabiert.

Weiße Zwerge, denen ein Neutronenstern die Atmosphäre abgesaugt hat, kann man recht einfach finden, denn beim Absaugen der Atmosphäre gehen Masse und Drehimpuls auf den Neutronenstern über, so dass sich dieser sehr viel schneller um seine eigene Achse dreht als zuvor. Solche "rezyklierten" Pulsare haben typischerweise Frequenzen im Millisekundenbereich und können daran erkannt werden; mit dem Hubble Space Teleskop kann man dann in ihrer Nähe nach einem Weißen Zwerg Ausschau halten. Außer leichten hat man auch mittelschwere Weiße Zwerge um Millisekunden-Pulsare entdeckt, bei denen also das Helium-Kernbrennen bereits in Gang war.

4.4 Entstehung von Weißen Zwergen: Planetarische Nebel

Wenn die Wasserstoffvorräte eines Sternes mit weniger als doppelter Sonnenmasse aufgebraucht sind und höhere Elemente verschmolzen werden, wird der Stern oftmals instabil und es kommt zu Pulsationen, bei denen die äußeren Schichten der Atmosphäre abgestoßen werden. Dadurch werden immer heißere Teile der Sternoberfläche freigelegt und sobald diese genügend heiß ist, kann sie die abgestoßenen Atmosphärenschichten ionisieren, so dass diese beobachtbar werden. Da die ersten Fernrohrbenutzer hier runde planetenähnliche Gebilde zu sehen glaubten, erhielten diese Gebilde den Namen Planetarische Nebel, obgleich sie nichts mit Planeten zu tun haben. In ihrem Inneren kann man oftmals den Zentralstern sehen, welcher alle Übergangsformen von einem späten Roten Riesen bis hin zu einem jungen Weißen Zwerg annehmen kann. Nach rund 10'000 Jahren rekombinieren sich die Atome des Planetarischen Nebel, so dass sie nicht mehr ionisiert sind und nicht mehr länger gesehen werden können. Der Weiße Zwerg wird dann im Folgenden langsam auskühlen. Planetarische Nebel sind also Indikatoren für ganz junge und sehr heiße Weiße Zwerge. Man hat auch mittelschwere Weiße Zwerge um Millisekunden-Pulsare entdeckt; bei ihnen war das Helium-Kernbrennen bereits im Gange.

Eine andere Möglichkeit, wie Weiße Zwerge entstehen können, sind wie oben beschrieben nahestehende hochkompakte Partnersterne, beispielsweise Millisekunden-Pulsare, die einem nahestehenden Doppelsternpartner im Roten Riesen-Stadium die Atmosphäre abgesogen haben. Wenn dieser Prozess vor dem Helium-Kernbrennen des Roten Riesen erfolgt, kann sogar ein leichter Weißer Zwerg mit einem Heliumkern entstehen.

Ringnebel M57, Bild NASA/ESA
Nach diesen Kandidaten für Weiße Zwerge kann man dank der Indikation eines Planetarischen Nebels oder eines Millisekunden-Pulsars mit Hilfe sehr starker Fernrohre, beispielsweise des Hubble Space Teleskops, suchen.

Sehr bekannte Planetarische Nebel sind der zuerst entdeckte Hantelnebel (M27) im Abstand von 1360 Lichtjahren: sein Weißer Zwerg hat eine Temperatur von 85'000 Kelvin, sowie der Ringnebel M57 in der Leier im Abstand von 2'300 Lichtjahre: sein Weißer Zwerg hat eine Temperatur von 70'000 Kelvin. - Auch die Zentralsterne der beiden Planetarischen Nebel NGC 6826 und NGC 40 im Abstand von 2'200 und 3'500 Lichtjahren kann man mit einem Amateurfernrohr beobachten; während sich ersterer noch zu einem Weißen Zwerg entwickelt, ist letzterer bereits ein Weißer Zwerg, der 50'000 K heiß ist und 0.7 Sonnenmassen hat.

4.5 Supernova Typ Ia

Eine ganz besondere Konstellation tritt auf, wenn ein Stern von einem Weißen Zwerg umkreist wird und die beiden Sterne nahe zusammenstehen. Das ist in der Regel dann der Fall, wenn sich der Hauptstern zu einem Roten Riesen aufbläht. Dann fällt Masse auf den Weißen Zwerg. Da das Gleichgewicht eines Weißen Zwerges von der Gravitation und vom Pauli'schen Ausschließungsprinzip für Elektronen bestimmt wird, können Weiße Zwerge nur eine maximale Masse haben: würde ein Weißer Zwerg mehr Masse als diese Maximalmasse haben, so gäbe es wegen des Pauli'schen Ausschließungsprinzips für Elektronen keinen "Platz" mehr für die zusätzlichen Elektronen; diese müssen aber irgendwo hin und der gesamte Weiße Zwerg gerät aus dem Gleichgewicht und explodiert in einer gewaltigen Supernova-Explosion. Weil diese Supernova immer bei der gleichen Masse geschieht, ist sie immer gleich hell, das heißt man kann mit Hilfe solcher Supernova Ia deren Abstand messen, und aufgrund ihrer enormen Helligkeit kann man damit Abstände bis zu 2 Milliarden Lichtjahre messen, das ist immerhin ein Siebtel der Größe unseres Universums!

Aktuelle Forschungsbefunde legen nahe, dass die Mehrzahl der Supernovae Ia keineswegs wie erwartet von solchen Weißen Zwergen gebildet wird, die einem normalen Partnerstern wie einem Roten Riesen Masse absaugen, sondern von eng zusammenstehenden Sternpaaren zweier genügend massereicher Weißer Zwerge, die zusammen mehr Masse als die maximal mögliche Masse für Weiße Zwerge haben. Hier wird ganz aktuell Forschung betrieben und es ist noch zu früh, um ein definitives Ergebnis zu dieser Fragestellung liefern zu können.

Das in der Unterrubrik 4.7 näher vorgestellte Doppelsternpaar NLTT 11748 eines leichten und eines mittelschweren Weißen Zwerges hat zusammen nicht genügend Masse, um eine solche Supernova vom Typ Ia auslösen zu können. Überdies wird vermutet, dass bei einem solchen Massenverhältnis der beiden Weißen Zwerge ihre Abstände langfristig wieder größer werden und ein stabiles Sternpaar entsteht.

4.6 Auskühlalter von Weißen Zwergen und Rotationsalter von Pulsaren

Wie vorher gesehen entstehen Weiße Zwerge, nachdem die innere Energiequelle, die den Strahlungsdruck erzeugt hat, aufgebraucht ist. Somit haben Weiße Zwerge keine innere Energiequelle. Sie sind aber sehr stabil, da der Druck der Elektronen einen weiteren Gravitationskollaps verhindert. Nun wird der Weiße Zwerg langsam aber sicher auskühlen und anhand seines Spektrums und seiner derzeitigen Temperatur kann man bestimmen, wie alt der Weiße Zwerg ist. Dieses sogenannte Auskühlalter ist eine sehr nützliche Altersbestimmung, mit der man das Alter von Kugelsternhaufen, von Doppelsternsystemen und insbesondere auch von Neutronensternen, die von einem Weißen Zwerg umlaufen werden, mit einer zusätzlichen und unabhängigen Methode abschätzen kann.

Das Auskühlalter von Weißen Zwergen hängt im Wesentlichen von ihrer Masse und der Dicke ihrer Hülle ab: wenn ein Weißer Zwerg noch eine dicke Hülle besitzt, welche übrigens aus Wasserstoff besteht, so kann es in ihr erneut zu einem Wasserstoff-Kernbrennen kommen, so dass eine Erhitzung und keine Auskühlung stattfindet. Erst wenn die den Weißen Zwerg umgebende Wasserstoffhülle so dünn wird, dass kein erneutes Wasserstoff-Kernbrennen stattfinden kann, kühlt der Weiße Zwerg nach und nach aus.

Auch bei Neutronensternen kann man eine Altersbestimmung vornehmen, indem man zusätzlich zur aktuellen Rotationszeit des Pulsars auch misst, wie stark sich diese verlangsamt. Falls ein Millisekunden-Pulsar vorliegt, klappt das natürlich nicht, weil dieser Pulsar ja wieder hochbeschleunigt wurde. Allerdings dauert dieser Prozess der Masseakkretion von einem nahestehenden Begleitstern sehr lange und liegt im Zeitraum von ungefähr einer Milliarde Jahre, so dass Millisekunden-Pulsare stets sehr alte Neutronensterne sind.

Liegt zusätzlich noch ein Weißer Zwerg vor, der den Millisekunden-Pulsar umkreist, so kann man das Alter des Systems mit seinem Auskühlalter abschätzen: dadurch, dass der Vorläuferstern des Millisekunden-Pulsar als Neutronenstern mehr Masse hatte als der Vorläuferstern des Weißen Zwerges, muss er sich zuvor in einen Neutronenstern umgewandelt haben, da massereichere Sterne ihre Brennstoffvorräte schneller aufbrauchen als weniger massereiche Sterne.

4.7 Mehrfachsternsysteme zweier Weißer Zwerge sowie aus Weißen Zwergen und Neutronensternen

Künstlerische Darstellung des Doppelsternsystemes NLTT, welches aus einem leichten und einem mittelschweren Weissen Zwerg besteht. Steve Howell/Pete Marenfeld/NOAO
Weiße Zwerge werden bei höherer Masse kleiner: dieses zunächst unerwartete Ergebnis kommt daher, dass die Schwerkraft den Stern weiter zusammendrückt und im Gegensatz zu den normalen Sternen kein Strahlungsdruck vorhanden ist, der dem entgegenwirken könnte. Im Jahre 2010 wurde ein Doppelstern entdeckt, der aus einem leichten und einem mittelschweren Weißen Zwerg besteht. Das Sternsystem heißt NLTT 11748 und von der Erde aus gesehen können sich beide Komponenten gegenseitig bedecken, so dass man ihre Durchmesser bestimmen konnte: der leichte Weiße Zwerg ist knapp fünfmal so groß wie die Erde, während der mittelschwere Weiße Zwerg, obgleich massereicher, nur geringfügig größer als die Erde ist.

Das hat übrigens zur Folge, dass man den leichten Weißen Zwerg deutlich besser beobachten kann als den mittelschweren, aber eben viel kleineren Weißen Zwerg, obgleich dieser rund 0.74 Sonnenmassen hat, während der leichte nur ungefähr 0.16 Sonnenmassen hat.

Beispiele für Weiße Zwerge als Partnersterne von Millisekunden-Pulsaren sind B1855+09 mit einem Auskühlalter von 10 Milliarden Jahren, J2145-0750 mit einem Auskühlalter von 3.6 Milliarden Jahren, J0751+1807 mit einem Auskühlalter von knapp 0.8 Milliarden Jahren sowie J1012+5307 mit einem Auskühlalter von 0.3 Milliarden Jahren. Zwar dauert der Absaugprozess über 1 Milliarde Jahre, aber da der Weiße Zwerg erst am Ende dieser Absaugphase fertig gebildet ist, kann sein Auskühlalter auch kleiner sein. Der Weiße Zwerg von J2145-0750 ist ein mittelschwerer Weißer Zwerg, die drei anderen sind leichte Weiße Zwerge.

Künstlerische Darstellung Dreiersystem. Illustration von Bill Saxton / NRAO / AUI / NSF
Ende 2014 wurde erstmals ein Sternsystem entdeckt, welches aus drei hochkompakten Sternen besteht, und zwar einem Neutronenstern und zwei Weißen Zwergen. Dieses Sternsystem heißt J0337+1715 und solche Sternsysteme sind aus verschiedenen Gründen hochinteressant; zum einen eignen sie sich aufgrund der hochkompakten Materie und der daraus resultierenden Raumkrümmung zur noch genaueren Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie und zum anderen ist die Untersuchung solcher hochkompakter Sterne ein aktuelles Forschungsthema.

Bei diesem Sternsystem J0337+1715 dürfte es sich um ein ganz typisches Sternsystem seiner Art handeln, besteht es doch aus einem Millisekunden-Pulsar und seinem sehr nahe begleitenden leichten Weißen Zwerg, der den Millisekunden-Pulsar in nur 1.6 Tagen umkreist, sowie einem mittelschweren Weißen Zwerg am unteren Ende der Masseskala, der den Millisekunden-Pulsar in 327 Tagen, also fast einem Jahr, umkreist. Der Millisekunden-Pulsar hat gut 1.4 Sonnenmassen, der leichte Weiße Zwerg 0.20 Sonnenmassen und der mittelschwere Weiße Zwerg 0.41 Sonnenmassen. Dieses Dreifachsystem befindet sich im Abstand von über 4000 Lichtjahren.

Dieses Dreifachsystem hat sich nun folgendermaßen entwickelt: als die drei Sterne noch "normale" Sterne waren, das heißt, als sie sich noch im ersten Fusionierungsschritt (Stufe 1) befanden und Wasserstoff zu Helium fusioniert haben, war der massereichste von ihnen ein blauweißlicher Stern von gut 10 Sonnenmassen, der äußere Partnerstern ein weißgelblicher Stern mit rund 1.3 Sonnenmassen und der innere Partnerstern ein gelblicher Stern mit rund 1.1 Sonnenmassen. Dieses Sternsystem war ein sehr enges Dreifachsystem und auch der äußere Stern hatte eine Umlaufzeit von nur knapp 20 Tagen. Zuerst ist der massereichste Stern in einen Neutronenstern kollabiert, danach hat sich der zweitschwerste Stern, das ist der äußere Partnerstern, zu einem Roten Riesen aufgebläht, so dass nun während rund 20 Millionen Jahren seine Masse vom Neutronenstern aufgesaugt wurde, ehe der äußere Partnerstern zu einem mittelschweren Weißen Zwerg kollabiert ist. Schließlich fand während eines sehr langen Zeitraumes von 2 Milliarden Jahren ein Massentransfer vom inneren Partnerstern zum Neutronenstern statt, der dadurch zu einem Millisekundenpulsar hochbeschleunigt wurde. Danach blieb vom inneren Partnerstern nur noch der nackte Heliumkern übrig, so dass er zu einem leichten Weißen Zwerg kollabiert ist, der heute fast 16'000 Kelvin heiß ist. Der äußere Weiße Zwerg ist während dieses sehr langen Zeitraumes bereits stark ausgekühlt und hat nur noch eine Temperatur von rund 4300 Kelvin.

4.8 Die drei hellsten Neutronensterne

Krabbennebel
Nun stellt sich die Frage, ob man solche Pulsare nicht nur als Radiowellen oder als Röntgenquellen, sondern auch im sichtbaren Licht beobachten kann. Die besten Kandidaten sind junge, noch sehr heiße Neutronensterne und tatsächlich ist es bislang gelungen, vierzehn solcher Pulsare im sichtbaren Licht nachzuweisen, wobei die meisten von ihnen weniger hell als die Zwergplaneten im äußeren Planetoidengürtel unseres Sonnensystems jenseits der Neptunbahn sind, die ungefähr die 20. Größe erreichen.

Der hellste Pulsar ist auch der bekannteste, das ist der Krabbennebel-Pulsar PSR B0531+21, der aus der Supernova im Jahre 1054 hervorgegangen ist. Er ist also ein sehr junger, erst rund 1000 Jahre alter Neutronenstern im Abstand von gut 6000 Lichtjahren und erreicht eine Helligkeit von 16.6. Der Krabbennebel-Pulsar wird in der deutschsprachigen Literatur meist Krebsnebel-Pulsar genannt.

Aus theoretischen Modellen schließt man, dass der ursprüngliche Stern des Krabbennebel-Pulsars eine Masse von etwas über 10.5 Sonnenmassen gehabt haben muss und der heutige Neutronenstern eine Masse von rund 1.4 bis 2 Sonnenmassen. Er hat einen Durchmesser von fast 30 km und sendet alle 33 Millisekunden Strahlungsimpulse aus.

Grosse Magellan'sche Wolke-Pulsar, Chandra X-Ray Observatory
Geradezu grotesk erscheint es, dass der zweithellste bekannte Pulsar außerhalb unserer Milchstraße liegt: er heißt PSR B0540-69 und erreicht eine Helligkeit von 22.4. Er befindet sich in der Großen Magellan'schen Wolke und ist knapp 30mal weiter von uns entfernt als der Krabbennebel-Pulsar. Er ist aus einer Supernova vor rund 1700 Jahren hervorgegangen und ebenfalls ein sehr junger Neutronenstern. Er sendet alle 50 Millisekunden Strahlungsimpulse aus.

In der Großen Magellan'schen Wolke befindet sich noch ein zweiter bekannter Pulsar, der auch ähnlich wie der Krabbennebel-Pulsar ist, aber nicht im sichtbaren Licht leuchtet, das ist der Pulsar PSR J0537-69. Er hat eine Periode von 16 Millisekunden und ist aus einer Supernova, die sich vor 4000 Jahren ereignet hat, hervorgegangen. Ebenfalls in der Großen Magellan'schen Wolke ist im Jahre 1987 eine Supernova aufgeleuchtet, die von der Erde aus die 2. Größe erreichte, also so hell war wie ein Stern im Großen Wagen. Sein Vorläuferstern hatte ungefähr 20 Sonnenmassen. Trotz intensiver Suche konnte bislang aber kein Pulsar gefunden werden, weder im Radiowellenbereich noch im Bereich des sichtbaren Lichtes noch im Bereich der Röntgenstrahlung. Das könnte daher kommen, dass noch Staub in den inneren Regionen des Supernova-Überrestes den jungen Neutronenstern verdeckt, oder auch daher, dass dieser Stern zu einem Schwarzen Loch kollabiert ist. Kürzlich konnte nun eine besondere Strahlungskomponente gemessen werden, die möglicherweise vom übriggebliebenen Neutronenstern erzeugt wurde. Hier sind aber noch weitere und genauere Abklärungen erforderlich.

Der dritthellste bekannte Pulsar ist der Vela-Pulsar PSR B0833-45, er erreicht die 23.6-ste Größe. Der Vela-Pulsar hat eine Periode von 89 Millisekunden, er ist weniger als 1000 Lichtjahre entfernt und hat ein Alter von ungefähr 12'000 Jahren; sein Supernova-Ausbruch muss damals eine außerordentlich helle Erscheinung gewesen sein, liegt er doch sechsmal näher als der Krabbennebel-Pulsar. Dieser Pulsar ist somit siebenmal älter als der Pulsar PSR B0540-69 und in dieser Zeit so weit ausgekühlt, dass er weniger hell leuchtet als der 160mal mal weiter entfernte Pulsar PSR B0540-69 in der Großen Magellan'schen Wolke.

Natürlich braucht das Licht auch seine Zeit, bis es die Erde erreicht, so dass der Krabbennebel-Pulsar in Wirklichkeit 7000 Jahre alt ist, der Vela-Pulsar 13'000 Jahre und die beiden Pulsare in der Großen Magellan'schen Wolke über 17'1700 Jahre und 17'4000 Jahre alt sind.

Geminga-Pulsar
Alle drei Pulsare sind starke Röntgenquellen und der Krabbennebel-Pulsar, der Vela-Pulsar sowie der von der Erde aus gesehen nächstgelegene Geminga-Pulsar gehören zusammen mit dem Zentrum der Milchstraße zu den hellsten Röntgenquellen am Himmel.

4.9 Die "3 Musketiere" der mittelalten Pulsare

Der Geminga-Pulsar PSR J0633+1746 ist nur 500 Lichtjahre entfernt ist und somit der nächste bekannte Pulsar von der Erde. Seine Supernova fand vor rund 340'000 Jahren statt. Der Geminga-Pulsar hat eine Periode von 59 Millisekunden und erreicht eine Helligkeit von 25.5-ter Größe.

Auch er ist eine der hellsten Röntgenquellen am Himmel, im Bereich hochenergiereicher Gammastrahlung ist er sogar die zweithellste Quelle am Himmel. Im Gegensatz zu anderen bekannten Pulsaren sendet er keine Strahlung im Radiobereich ab. Zudem ist auch seine Eigenbewegung außerordentlich hoch.

Der Pulsar PSR B0656+14 ist 1000 Lichtjahre entfernt und seine Supernova konnte man vor 110'000 Jahren sehen. Er hat eine Periode von 385 Millisekunden und erreicht eine Helligkeit von 25.2-te Größe. Er ist der hellste bekannte mittelalte Pulsar. Fast gleichhell ist der Neutronenstern PSR B1055-52, der die 25.3.-te Größe erreicht. Er ist gut 2000 Lichtjahre entfernt und 535'000 Jahre alt, seine Rotationsperiode beträgt 197 Millisekunden.

Die 3 Musketiere sind der viert-, fünft- und sechsthellste Pulsar und auch die beiden anderen "Musketiere" sind wie der Geminga-Pulsar starke Röntgenquellen.

Auch die folgenden Pulsare sind Gegenstand aktueller Forschung: der Pulsar PSR B1509-58 ist 17'000 Lichtjahre entfernt und seine Supernova konnte man vor 1700 Jahren sehen; er hat eine Periode von 150 Millisekunden und erreicht eine Helligkeit von 25.7-ter Größe.

Die beiden nächsten Pulsare sind über 1 Million Jahre alt: PSR B1929+10 ist 3 Millionen Jahre alt, er hat eine Periode von 226.5 Millisekunden und leuchtet in einer Helligkeit von 25.6, er ist rund 1000 Lichtjahre entfernt. Er ist der siebthellste Pulsar. - PSR B0950+08 ist 17.5 Millionen Jahre alt und hat eine Periode von 253 Millisekunden, er leuchtet in einer Helligkeit von 27.1 und ist rund 830 Lichtjahre entfernt.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist in diesem Monat so gestaltet, dass in ihren ersten beiden Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können. In der 3.Unterrubrik werden weitere einfach auffindbare Sterne im Zentrum der Hyaden vorgestellt.

5.1 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher sieht man zahlreiche weitere Sterne, so dass dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung kommt. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind erst 125 Millionen Jahre alt und ein sehr junger Sternhaufen; die Plejadensterne sind deswegen alle blauweißlich. Sie befinden sich im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Das sind aber nur 6 Sterne des Siebengestirns und schon zu Zeiten der alten Griechen wurde die Frage aufgeworfen, wo denn die siebte Plejade sei. Zur Zeit der alten Griechen gab es die Legende, dass die 7. Plejade die Elektra sei, die aus lauter Trauer und Verzweiflung über den Heldentod ihres geliebten Sohnes ihre Schwestern verlassen habe. Ja, man wusste sogar, wohin sie gegangen ist: tatsächlich gibt es einen weiteren sehr bekannten Stern 4. Größe, also in der Helligkeit eines typischen helleren Plejadensternes, und das ist der Augenprüfstern Alkor über dem mittleren Deichselstern des Großen Wagen. Jene Legende besagt nun also, dass die Elektra aus lauter Trauer ihre Schwestern verlassen habe, zum Großen Wagen gewandert sei und sich dort neben den mittleren Deichselstern Mizar gesellt hat.

Im Sternbild gibt es einen zweiten sehr bekannten Sternhaufen, das sind die Hyaden. Beide Sternhaufen werden auch als das goldene Tor der Ekliptik bezeichnet, weil hier regelmäßig der Mond sowie Planeten zwischen den beiden Sternhaufen hindurchziehen.

Das Sternbild des Stiers bestehend aus Plejaden und Hyaden
Die Hyaden heißen auf deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein großes "V", also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck, bei dem jede Seite aus 3 Sternen besteht; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links oben auf dem linken unteren Ast.

Am oberen Ende des rechten oberen Hyadenastes steht auf der anderen Seite als Aldebaran der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Somit sind vom Stier beide rot unterlaufenen Augen dargestellt, nämlich das nördliche vom Hyadenstern Ain und das südliche in Richtung Orion von dem den Plejaden nachfolgenden Stern Aldebaran. In der Mitte des unteren linken Astes stehen zwei Sterne schräg übereinander, der rechte obere heißt theta(1) Tauri und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, der linke untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. An der Spitze dieses Dreiecks, das ist derzeit rechts unten, steht der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri und in der Mitte des rechten oberen Astes steht der vierthellste Hyadenstern delta Tauri; beide sind ebenfalls wie unsere Sonne gelbe Sterne. Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe. Der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri ist der fünfthellste und Ain der siebthellste Stierstern. - Der sechsthellste Stierstern wurde ebenfalls schon vorgestellt, das ist der Stern lamda Tauri, auf den das Hyadendreieck mit Aldebaran weist; er ist ein blauweißlicher Stern, der über zweieinhalb Mal weiter als die Hyaden entfernt ist.

Zwei weitere Hyadensterne erreichen die Helligkeit der Plejadensterne: geht man von delta Tauri in der Mitte des oberen Hyadenastes nach oben zum zweithellsten Hyadenstern Ain, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern delta(3) Tauri, er ist gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. - Geht man vom hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des unteren Hyadenastes in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man nach rund einem Viertel des Weges zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden, etwas links unterhalb, zu 71 Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern gerade noch 4. Größe.

Würde man die Plejadensterne und die Hyadensterne in gleichem Abstand nebeneinander stellen und die zehn hellsten von ihnen betrachten, so wären die ersten sieben allesamt Plejadensterne und die nächsten drei die drei hellsten Hyadensterne. Die siebthellste Plejade ist die Plejadenmutter Pleione, sie steht unmittelbar neben dem Plejadenvater Atlas senkrecht zur Linie Alcyone - Atlas auf der plejadenabgewandten Seite und erreicht die 5. Größe. Daraus abzuleiten, dass der Name "Siebengestirn" daher kommt, dass die sieben hellsten Plejadensterne in Wirklichkeit auch die sieben hellsten Sterne dieser beiden Sternhaufen bilden, ist wenig plausibel, da man in der Antike die Entfernungen zu diesen beiden Sternhaufen und zu Aldebaran nicht kannte. Zwar kann man unter der Annahme, dass beide Sternhaufen in Wirklichkeit ungefähr gleich groß sind, tatsächlich darauf schließen, dass die Plejaden rund dreimal weiter entfernt sind als die Hyaden, aber um Aldebaran als einen Vordergrundstern zu identifizieren, muss man die zusätzliche Annahme tätigen, dass die hellsten Sterne eines Sternhaufens wenigstens ungefähr gleich hell sind, so dass zwischen dem hellsten und dem zweithellsten Stern eines Sternhaufens nicht beinahe 3 Größenklassen liegen können; tatsächlich liegt zwischen der Alcyone und Atlas, den beiden hellsten Plejadensternen, nur eine dreiviertel Größenklasse.

Die nächsten vier Plätze in dieser Auflistung sind allesamt bis auf eine hundertstel Größenklasse gleich hell; das sind die beiden noch fehlenden scheuen Plejaden Celaeno und Asterope, die gerade noch und beinahe die 5. Größe erreichen, sowie die beiden noch ausstehenden Hyadensterne des "V", delta und theta(1) Tauri. Celaeno befindet sich zwischen Elektra und Taygeta und die Asterope bildet mit den Plejadensternen Maia und Taygeta ein gleichseitiges Dreieck nach außen. Im Feldstecher kann man unter der Asterope einen weiteren Plejadenstern gerade noch 6. Größe erkennen, der manchmal Sterope genannt wird. Auch neben der hellsten Plejade Alcyone steht ein Stern, der zwei Zehntel Größenklassen heller als die Sterope ist; das ist der Plejadenstern 24 Tauri.

5.2 Der Kleine Wagen und die Nördliche Krone

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

Bei guten Sichtbedingungen im Norden kann man sehr schön 2 Sterne oberhalb des Wagenkastens vom Großen Wagen erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache".

Bei klarer Sicht kann man ganz in der Nähe des vordersten Deichselsternes Benetnash vom Großen Wagen zwei weitere Sterne 4. Größe sehen, die mit Benetnash ein Dreieck bilden. Die Kantenlänge dieses Dreiecks ist etwas kleiner als der Abstand vom mittleren Deichselstern Mizar zur Benetnash. Der nördlichere Dreieckstern heißt theta Bootis, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 50 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Dreiecks, der in Richtung Ceginus weist, heißt lamda Bootis und ist ein weißlicher Stern im doppelten Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Mit Vorteil wird man einen kleinen Feldstecher zu Hilfe nehmen.

Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden und etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang gesehen werden können. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4, Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4. Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

5.3 Weitere Zentralsterne der Hyaden im Feldstecher

Der offene Sternhaufen der Hyaden enthält 41 Sterne, die man theoretisch gerade noch von bloßem Auge erkennen kann. Bisher wurden 5 von ihnen vorgestellt; im Feldstecher kann man im Zentrum der Hyaden noch zahlreiche weitere von ihnen sowie einige Vordergrundsterne wie Aldebaran und einige Hintergrundsterne erkennen.

Besonders um die beiden mittleren Hyadensterne des Hyadendreiecks, also delta Tauri auf dem rechten oberen Hyadenast und theta(2) und theta(1) Tauri auf dem linken unteren Hyadenast, sieht man mehrere Hyadensterne; die Gruppe bei delta Tauri enthält vier auffälligere Sterne und die Gruppe um theta(2) und theta(1) Tauri sogar derer fünf.

Fangen wir bei delta Tauri an: auf dem Weg zum zweithellsten Hyadenstern Ain sieht man den Stern delta(3) Tauri nach einem Drittel des Weges, er ist immerhin der siebthellste Hyadenstern und gleichhell wie die Plejade Taygeta. Delta(3) Tauri ist ein weißlicher Stern. Geht man in die andere Richtung, so sieht man ebenfalls nach einem Drittel des Weges zum an der Spitze des Hyadendreiecks stehenden dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri den Stern 63 Tauri, einen weißlichen Stern beinahe 5. Größe. Etwas heller ist der Stern delta(2) Tauri auf der Innenseite neben delta Tauri; er bildet mit ihm und delta(3) Tauri ein rechtwinkliges Dreieck mit dem rechten Winkel in delta(2) Tauri und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ebenfalls ein weißlicher Stern.

Die Sternengruppe um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und theta(1) Tauri enthält 5 Sterne: theta(2) und theta(1) Tauri stehen in einem beinahe gleichseitigen Dreieck, bei dem die rechte Ecke mit ihnen als den beiden hellsten Sternen aus zwei schräg übereinander stehenden Sternen besteht. Der Stern an der oberen Spitze dieses Dreiecks in das Hyadeninnere gehört ebenso wie Aldebaran nicht zu den Hyaden, sondern ist ein Hintergrundstern, der rund 30 Lichtjahre weiter entfernt ist. Er heißt 75 Tauri und ist ein Roter Riese 5. Größe. Etwas heller ist der Stern HD28527, der an der linken Ecke dieses Dreiecks steht; er erreicht beinahe die 4. Größe und ist ein Drittel in Richtung Aldebaran zu sehen; er gehört zu den Hyaden und ist gleichhell wie delta(2) Tauri vor delta Tauri am rechten oberen Hyadenast. Auch er ist ein weißlicher Stern. Geht man von theta(2) Tauri in die andere Richtung als Aldebaran, so gelangt man zu 71 Tauri; dieser ist der zehnthellste Hyadenstern und erreicht gerade noch die 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern. 71 Tauri steht nach rund einem Viertel zwischen dem hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und dem dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri etwas links unterhalb.

Seien noch zwei weitere Sterne im Zentrum der Hyaden genannt: schräg links unterhalb vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze steht der Stern 58 Tauri; er ist ein weißgelblicher Stern 5. Größe. Geht man von der Sternengruppe um theta(2) und theta(1) Tauri zu 71 Tauri in Verlängerung des Hyadendreiecks nach links unten und von dort eineinhalb mal weiter nach rechts unten, so gelangt man zu pi Tauri; dieser ist ein Hintergrundstern in fast dreifachem Abstand, ein wie unsere Sonne gelber Stern beinahe vierter Größe.

Im Übrigen haben alle Hyadensterne im Zentrum, die die vierte Größe erreichen, auch Eigennamen: der hellste Hyadenstern theta(2) Tauri heißt Phaesyla und sein Nachbarstern theta(1) Tauri heißt Phaeo. Die beiden stehen ja in der Mitte des linken unteren Hyadenastes. - Der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri gegenüber Aldebaran heißt Ain und markiert bekanntlich das blutunterlaufene Auge des Stieres; dieser Name entstammt nicht der Tradition der Hyaden, sondern der Tradition des Stieres. Der dritthellste Hyadenstern gamma Tauri an der Hyadenspitze heißt Ambrosia und der vierthellste Hyadenstern delta Tauri in der Mitte des rechten oberen Hyadenastes heißt Eudora.

Schräg über ihr in Richtung Ain steht der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri, sie heißt Cleeia, und der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri, der auf der Aldebaran-abgewandten Seite schräg rechts unterhalb von theta(2) Tauri, dem hellsten Hyadenstern Phaesyla, und theta(1) Tauri, dem fünfthellsten Hyadenstern Phaeo, steht, heißt Polyxo; sie ist zwei Zehntel Größenklassen schwächer als ihre Schwester Cleeia.

5.4 Weitere Wintersterne, das Einhorn und der Luchs sowie die Sterne der Taube

Verlängert man den Oriongürtel nach oben, so folgen drei Sterne übereinander; der obere erreicht immerhin die 3. Größe und heißt pi(3) Orionis; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Die Bellatrix und pi(3) Orionis, für den manchmal der Name Tabit verwendet wird, sind die ersten Orionsterne, die man im späten Herbst wieder aufgehen sehen kann. Unter pi(3) Orionis stehen zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe: zunächst pi(4) Orionis und unter ihm dann pi(5) Orionis. Beide sind wie die meisten übrigen Orionsterne weit entfernte blauweißliche Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren.

Einen weiteren Stern dritter Größe findet man, wenn man vom Oriongürtel oben bei der Mintaka rechtwinklig im Uhrzeigersinn, das ist derzeit nach unten, abbiegt und eine Gürtellänge weitergeht; das ist eta Orionis. Auch er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren.

Im Orion befinden sich noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe, das sind tau Orionis, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren, sowie sigma Orionis, der ebenfalls ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1000 Lichtjahren ist. Tau Orionis steht oberhalb von Rigel; sie bilden mit Cursa im Eridanus ein rechtwinkliges Dreieck, und sigma Orionis steht gleich neben dem unteren Oriongürtelstern Alnitak in Richtung Rigel.

In den Zwillingen steht der Stern eta Gemini neben dem Stern Tejat am Fuße von Castor, er ist ein veränderlicher Stern zwischen 3. und 4. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Der Stern Wasat steht zwischen Pollux und der Alhena, etwas näher an Pollux. Er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Wasat bedeutet "ein Stern, der sich zeigt in der Luft des Himmels". Diesen Namen erhielt er rein willkürlich, er ist aber bis heute in Gebrauch. Auch kappa und lamda Gemini erreichen gerade noch die dritte Größe, zu kappa Gemini gelangt man, indem man von Castor zu Pollux geht und dann fast dieselbe Strecke in Richtung Procyon weitergeht, und lamda Gemini findet man auf dem Weg von Procyon zu Wasat, kurz bevor man Wasat erreicht, etwas zum Orion eingerückt. Kappa Gemini ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren und lamda Gemini ein weißlicher Stern im Abstand von fast 95 Lichtjahren.

Die nächsten Sterne erreichen allesamt beinahe die 3. Größe: theta Gemini findet man in Verlängerung der Alhena über Mebsuta, die zwischen Castor und Tejat steht, hinaus, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren. - Zeta Gemini ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von über 1000 Lichtjahren und iota Gemini ein Roter Riese im Abstand von gut 125 Lichtjahren; zeta Gemini steht zwischen der Alhena und Wasat, näher an Wasat, und iota Gemini bildet ein beinahe gleichseitiges Dreieck mit Castor und Pollux in Richtung der Füße der Zwillinge.

Im südlichen Teil des Großen Hundes befinden sich noch weitere Sterne 3. Größe: Phurud findet man einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger". Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in ein Viertel Abstand von Wezen.

Gerade noch 3. Größe erreicht der Stern sigma Canis Maioris, der zwischen Wezen und Adhara steht, etwas näher an der Adhara. Er ist ebenfalls ein weit entfernter Stern, ein Roter Riese im Abstand von 1500 Lichtjahren. Auch omicron(1) Canis Maioris, der beinahe die 3. Größe erreicht, ist ein weit entfernter Roter Riese, mit 2000 Lichtjahren noch einiges weiter entfernt. Dieser Stern steht etwas rechts von omicron(2) Canis Maioris.

Omega Canis Maioris erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Er steht neben Wezen in Richtung der Aludra, ein bisschen hundsabgewandt.

Geht man von Wezen zur Adhara und dann gleichviel weiter etwas nach Süden, so gelangt man zu einem Stern gerade noch 3.Größe, das ist kappa Canis Maioris, ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 800 Lichtjahren.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe befinden sich zwischen der Aludra und der Asmidiske im Hinterdeck des Schiffes; der obere in der Mitte der beiden heißt k(1) Puppis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 450 Lichtjahren, der untere etwas linke heißt l Puppis und ist ein weit entfernter weißlicher Stern im Abstand von über 2200 Lichtjahren.

Verlängert man die Linie vom Sirius über Wezen und Aludra etwa gleich viel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe; das ist der Hauptstern des Schiffskompasses, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 850 Lichtjahren. Aufgrund seiner Helligkeit empfiehlt sich bei ihm ein kleiner Feldstecher.

Das Sternbild des Hasen hat noch zwei weitere Sterne gerade noch 3. Größe, das sind zeta Leporis auf halbem Wege etwas östlich zwischen seinem Hauptstern Arneb an der linken oberen Ecke des Hasenvierecks und dem linken Orionfußstern Saiph, sowie gamma Leporis, der mit Arneb und Nihal an der linken unteren Ecke des Hasenvierecks ein nach Osten weisendes rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in Nihal bildet. Zeta Leporis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und gamma Leporis ein weißgelblicher Stern im Abstand von 26 Lichtjahren.

Verfolgt man von Nihal ausgehend einen Bogen über Arneb und zeta Leporis, so erreicht man kurz danach einen Stern beinahe 3. Größe namens eta Leporis; auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Der linke Orionfußstern Saiph, zeta und eta Leporis bilden ein rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in eta Leporis. Auch delta Leporis erreicht beinahe die 3.Größe und bildet mit den beiden Hauptsternen Arneb und Nihal sowie gamma Leporis ungefähr ein Rechteck; delta Leporis ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 110 Lichtjahren.

Geht man von Borgadus zur Capella, so erreicht man nach einem Viertel des Weges einen Stern 4. Größe, das ist nue Aurigae, ein Roter Riese im Abstand von gut 210 Lichtjahren. Unmittelbar neben ihm steht ein Stern gerade noch 4.Größe, das ist der Stern tau Aurigae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im gleichen Abstand.

Im Fuhrmann kann man zwischen den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I sowie Hassaleh drei weitere Sterne beinahe 4.Größe erkennen, die ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Das sind die Sterne 4 Aurigae, 2 Aurigae und 1 Aurigae. 4 Aurigae steht auf der Seite der beiden Ziegenkinder und 2 Aurigae auf der Seite von Hassaleh; geht man von hier rechtwinklig ein bisschen in Richtung Mirfak, so gelangt man zu 1 Aurigae.

2 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von 560 Lichtjahren, er ist ebenso wie der zweithellste Bärenhüterstern Mirak einer der hellsten Sterne des umstrittenen erweiterten Bärenstromes. 4 Aurigae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren und 1 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 530 Lichtjahren. Aufgrund der neuen Sternbildgrenzen gehört dieser Stern nun zum Perseus, hat aber seinen Namen behalten.

Der Stern beta Monoceri im Sternbild des Einhorns erreicht auch beinahe 3. Größe; verlängert man den Oriongürtel rund dreimal nach unten, so gelangt man etwas unterhalb der Verlängerung zum Sirius. Etwas oberhalb der Verlängerung gelangt man zu beta Monoceri; er, der Sirius und der linke Orionfußstern Saiph bilden ein rechtwinkliges, fast gleichschenkliges Dreieck mit rechtem Winkel in beta Monoceri.

Kurz ehe man vom Oriongürtel kommend beta Monoceri erreicht sieht man einen fast gleich hellen Stern, das ist gamma Monoceri; die beiden sind eine knappe Gürtellänge voneinander entfernt. Beta Monoceri ist ein fast 700 Lichtjahre entferntes Sternsystem dreier blauweißlicher Sterne und gamma Monoceri ein fast gleichweit entfernter Roter Riese im Abstand von 650 Lichtjahren. Geht man den Bogen vom Oriongürtel über die beiden genannten Einhornsterne gleichviel weiter, so gelangt man zum Hauptstern des Einhorns, der gleichhell wie gamma Monoceri ist. Er ist ebenfalls ein Roter Riese, im Abstand von fast 145 Lichtjahren. Diesen Stern kann man auch finden, indem man in der Mitte der beiden Hundssterne Sirius und Procyon senkrecht nach Osten geht.

Bei ausgezeichneter Südsicht kann man unterhalb des Hasen rechts der südlichen Teile des Großen Hundes das Sternbild der Taube erkennen: geht man von der Adhara über Phurud gleich viel weiter und dann zum Horizont, so sieht man einen Stern beinahe 2.Größe, der allerdings so horizontnah unauffällig ist. Er ist der Hauptstern des Sternbildes der Taube und heißt Phakt, das heißt "Ringeltaube". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Links schräg unterhalb steht neben ihm der Stern beta Columbae, der auch Wezn genannt wird, ein Roter Riese im Abstand von fast 90 Lichtjahren. Er erreicht die 3.Größe und kann nur bei hervorragenden Sichtbedingungen am Horizont von bloßem Auge gesehen werden. Ursprünglich hießen diese beiden Sterne Alwezn, doch ist dieser Name inzwischen auf den viel auffälligeren Stern Wezen im Großen Hund übergegangen.

Unter dem Hundsstern Phurud befindet sich der linke Ausläufer der Taube, das ist delta Columbae, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Dieser Stern erreicht beinahe noch die 3.Größe. Gleich hell ist auch der Stern epsilon Columbae, der etwas rechts der beiden Hauptsterne der Taube steht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 280 Lichtjahren. Für diese beiden Sterne nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe.

5.5 Frühlingssterne sowie weitere Sterne vom Bärenstrom der Großen Bärin

Geht man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges, so trifft man auf den hellsten Stern des Kleinen Löwen, der beinahe die 3. Größe erreicht; er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Ab 22 Uhr kann man auch weitere Sterne gerade noch 3.Größe an der Spitze des Bärenhüters erkennen: biegt man von der Deichsel des Großen Wagens kommend bei Ceginus senkrecht nach links oben ab, so gelangt man zu Nekkar; das stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber". Er ist 220 Lichtjahre entfernt und wie unsere Sonne ein gelber Stern. Auf der anderen Seite der Achse Arktur-Nekkar als Ceginus steht der Stern delta Bootis, zu dem man auch gelangt, indem man von Arktur über den zweithellsten Bärenhüterstern Mirak nicht zur Gemma in der Nördlichen Krone abbiegt, sondern gleichviel weiter geht; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Und oberhalb von Mirak, etwas schräg an der Achse Arktur-Nekkar gespiegelt, sieht man den Stern rho Bootis; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren.

Wenn man nun von Porrima am unteren Ende der Jungfrau-Deichsel rechtwinklig in Richtung Regulus im Löwen geht, so gelangt man in gleichem Abstand wie Vindemiatrix zu einem fast gleichhellen Stern wie die Minelauva namens Alaraph. Dieser ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren. Dazwischen etwas nach unten eingerückt steht ein fast gleichheller Stern namens Zaniah. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 250 Lichtjahren. Zaniah bedeutet "Ecke (des bellenden Hundes)", er erreicht beinahe die dritte Größe. Diese beiden Sterne bilden zusammen mit der Jungfrau-Deichsel die arabische Mondstation al-auwa, von der der Jungfraustern Minelauva ihren Namen erhalten hat.

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen und dem Augenprüfstern Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18. Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.6 Weitere Herbststerne

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse , der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

So findet man den Andromedanebel
Der berühmte Andromedanebel ist zu Monatsbeginn nach Ende der Abenddämmerung etwas rechts von Mirach zu finden, zunächst folgt ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter rechts kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae oberhalb sowie 32 Andromedae unterhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man noch etwas weiter rechts der beiden ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 4. Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5. Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2.5 Millionen Lichtjahren.

Die Sterne 51 Andromedae und mue Andromedae wurden bereits vorgestellt. Somit haben wir auch schon fast alle Zutaten der weniger bekannten zweiten Andromedakette beisammen, die man nach Ende der Dämmerung im Westen finden kann. Sie verläuft von der Sirrah ausgehend rechts der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern rechts vom vierthellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae zwischen dem nördlichen Andromedastern Alamak und dem Hauptstern Schedir der Cassiopeia. Pi Andromedae ist ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

Seien nun noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Andromeda und des Pegasus vorgestellt, die man in der ersten Monatshälfte nach Ende der Abenddämmerung im Westen finden kann: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts unten zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach rechts oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach rechts oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. - Iota Pegasi findet man bei sehr guter Nordwestsicht zu Monatsbeginn ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren.

Im Perseus gibt es noch weitere Sterne beinahe 3. Größe. Am einfachsten kann man kappa Persei finden, der in doppeltem Abstand auf der anderen Seite von Algol als ihre Gorgonenschwester steht. Kappa Persei ist ein über 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ebenfalls einfach auffindbar ist der Stern nue Persei, der sich zwischen dem unteren Bogenstern delta Persei und epsilon Persei befindet, etwas in Richtung Algol eingerückt. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 550 Lichtjahren.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bilde ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist, und gehe entlang des freien Astes zum dritten Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Verlängert man Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links oben, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet.

Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Er steht im kleinen Sternbild des Dreiecks, das sich im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda befindet. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3. Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter dem hellsten Dreieckstern beta Trianguli, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man bei guter Südwestsicht zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Andere Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um den Hauptstern des Walfisches, die den Kopf des Tieres bilden. Sein heutiger Name Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)". Geht man von ihm noch ein Stück weiter und dann etwas nach rechts, das ist ungefähr ein Viertel Abstand von Menkar zur Alresha, etwas unterhalb, so sieht man einen Stern gerade noch 3.Größe, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Das Parallelogramm mit Menkar und Kaffaljidhm wird von zwei Sternen vierter Größe ergänzt, die man in Richtung Andromeda sieht und die etwa doppelt so weit entfernt sind wie der Abstand von Menkar zu Kaffaljidhm. Mue Ceti steht auf der Seite von Menkar und xi2 Ceti auf der Seite von Kaffaljidhm; mue Ceti ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 85 Lichtjahren und xi2 Ceti ein blauweißlicher rund doppelt so weit entfernter Riesenstern.

Geht man von xi2 Ceti, dem fischeseitigen Stern des Menkar-Parallelogramms, zu omicron Piscium zwischen den beiden Fischesternen Alpherg und Alresha, so gelangt man nach einem Drittel des Weges zu einem gleichhellen Stern, das ist xi1 Ceti, ein gelber Stern im Abstand von gut 360 Lichtjahren. Die beiden Parallelogrammsterne Kaffaljidhm und xi2 Ceti bilden zusammen mit delta Ceti unter Kaffaljidhm und xi1 Ceti eine trapezförmige Figur. Delta Ceti ist ein blauweißlicher Stern 4.Größe im Abstand von 650 Lichtjahren.

Geht man von Menkar über Kaffaljidhm gut die Hälfte weiter, so gelangt man zum Stern HD015694, einem Roten Riesen 5.Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Dieser Stern war auch auf dem Bild des Kometen Siding-Spring, der bei seiner nahen Mars-Passage vom Mars-Rovers Opportunity fotographiert wurde, zu sehen.

5.7 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der obere ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der untere gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man bei sehr guter Horizontsicht ab der 2.Nachthälfte im Norden des Herkules zu pi Herculi. Er ist ein Roter Riese 3.Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae, der neben der hellen Wega, die man in der 2.Nachthälfte sehen kann, steht.

5.8 Weitere hellere Plejaden- und Hyadensterne abseits ihres Zentrums

Ganz ähnlich wie beim Bärenstrom enthalten auch die Plejaden und die Hyaden Mitglieder, die sich nicht mehr im Zentrum aufhalten, allerdings sind diese Sterne immer noch in der Nähe ihrer Sternhaufen und weniger als zwei Zentrumsdurchmesser entfernt.

Bei den Plejaden handelt es sich um vier Sterne; zwei von ihnen erreichen gerade noch die 5. Größe: der Stern 18 Tauri kann in gleichweiter Verlängerung der Plejade Merope über die Maia gefunden werden und ist absolut gleich hell wie die beiden scheuen Plejadenschwestern Celaeno und Asterope. Geringfügig heller ist der Stern HD23753; er bildet mit Atlas und der Merope ein gleichseitiges Dreieck weg von den Plejaden, also in die andere Richtung als die Alcyone.

Die beiden anderen Plejadensterne abseits vom Zentrum erreichen die 6. Größe, das sind HD23923 und HD23950. HD23923 findet man, indem man von der Maia kommend über die Alcyone gleichviel weiter verlängert, dabei sieht man zwischen Alcyone und HD23923 noch den Vordergrundstern 26 Tauri, der nicht zu den Plejaden gehört; er ist gerade noch 6. Größe hell, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Noch ein bisschen mehr abseits steht der Plejadenstern HD23923; ihn findet man, indem man von der Alcyone aus über den oben genannten Plejadenstern HD23753, der gerade noch die 5. Größe erreicht, zweimal weiter verlängert.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Bei den Hyaden sind es einige mehr: neben den fünf hellsten Hyadensternen, die dieses typische Dreieck mit je einem sowie zwei Sternen in der Mitte der beiden Dreieckschenkel bilden, enthalten die Hyaden vier weitere Sterne, die immerhin gleich hell oder heller als der sechsthellste Plejadenstern Taygeta sind. Einer wurde bereits vorgestellt, das ist der siebthellste Hyadenstern delta(3) Tauri neben delta Tauri in Richtung Ain im Hyadenzentrum. Die übrigen sind etwas verstreut.

Zwei von ihnen findet man in einer Sternengruppe, die sich rechts oberhalb vom zweithellsten Hyadenstern Ain befindet: der sechsthellste Hyadenstern kappa(1) Tauri und der achthellste Hyadenstern upsilon Tauri stehen schräg nebeneinander oberhalb des rechten oberen Hyadenastes. Man findet sie, indem man von Aldebaran über den zweithellsten Hyadenstern Ain gleichviel verlängert. Der rechte untere der beiden ist kappa(1) Tauri, er ist der hellste Hyadenstern, der nicht im Zentrum steht, und der linke obere ist upsilon Tauri. Beide erreichen die vierte Größe und sind weißliche Sterne. Links unterhalb von kappa(1) Tauri kann man einen Stern 5. Größe sehen, das ist kappa(2) Tauri, auch er ist ein weißlicher Stern.

Der vierte von ihnen schließlich ist der neunthellste Hyadenstern 90 Tauri; ihn findet man, wenn man vom mittleren Hyadenstern des rechten oberen Hyadenastes, von delta Tauri über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri in der Mitte des linken unteren Hyadenastes gut doppelt so viel nach links unten weitergeht. Auch 90 Tauri ist ein weißlicher Stern vierter Größe, von bloßem Auge gleichhell wie die Plejade Taygeta. Der zehnthellste Hyadenstern 71 Tauri erreicht gerade noch die 4. Größe und wurde bereits vorgestellt; er steht im Hyadenzentrum und gehört zur Gruppe der mittleren Sterne des linken unteren Hyadenastes um den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri, zu der auch theta(1) Tauri gehört, und befindet sich auf dem Weg zum dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze der Hyaden.

Geht man nun von delta Tauri in der Mitte des rechten oberen Hyadenastes über den hellsten Hyadenstern theta(2) Tauri und theta(1) Tauri fast gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist rho Tauri; auch er ist ein weißlicher Stern. Von hier parallel des linken unteren Hyadenastes nach links oben gehend, gelangt man schräg links unterhalb von Aldebaran zu zwei Sternen; der obere und hellere ist sigma(2) Tauri, auch er ist wie rho Tauri ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe, und der untere ist sigma(1) Tauri, ein weißlicher Stern 5. Größe.

Ein weiterer Hyadenstern, der beinahe die 4. Größe erreicht, ist iota Tauri; er steht etwas abseits und man findet ihn am einfachsten, indem man vom dritthellsten Hyadenstern gamma Tauri an der Spitze des Hyadendreiecks durch das Tor, das durch Aldebaran und Ain aufgespannt wird, hindurch doppelt soviel weiter geht; er steht ungefähr in der Mitte zwischen Aldebaran und El Nath. Auch iota Tauri ist ein weißlicher Stern.

Seien noch zwei Hyadensterne 5. Größe genannt: den Stern 79 Tauri findet man, indem man von Ain über theta(2) Tauri und theta(1) Tauri gleichweit verlängert, und den Stern 97 Tauri findet man fast in der Mitte zwischen Aldebaran und iota Tauri. Beide sind ebenfalls weißliche Sterne.

5.9 Weitere Sterne des Löwen, der Krebs und die westlichen Teile der Wasserschlange

Der Löwe enthält noch weitere Sterne gerade noch sowie beinahe 3. Größe. Der Stern eta Leonis steht zwischen der Algieba und Regulus, ein wenig oberhalb der Verbindungslinie; er erreicht gerade noch die 3. Größe und wird manchmal fälschlicherweise als Subra bezeichnet. Den richtigen Stern Subra findet man, wenn man von eta Leonis herkommend bei Regulus rechtwinklig nach oben abbiegt und dann etwa doppelt so weit geht; dieser Stern ist gleich hell wie eta Leonis. Subra bedeutet "Mähne" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 120 Lichtjahren. Eta Leonis ist ebenfalls ein weißlicher Stern, er ist aber mit 2000 Lichtjahren viel weiter entfernt.

Geht man von Regulus statt zu Subra in die andere Richtung, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist rho Leonis, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Auch iota Leonis erreicht beinahe die 3. Größe, er ist weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Er bildet mit Duhr und Coxa von der mittleren Löwenachse eine deichselartige Figur, bei der er an der rechten unteren Stelle steht.

Im Bereich zwischen dem Wintersechseck und dem Löwen finden wir den Krebs und die westlichen Teile der Wasserschlange. Diese Sterne können nur bei guter Sicht gefunden werden. Im Krebs befindet sich ein bekannter Sternhaufen, der von zwei Sternen eingerahmt ist. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, indem man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: der Zwillingsstern Pollux, der Zwillingsstern Alhena auf knapp halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri stehen am linken Rand der Krippe; sie sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis, der hellere der beiden, links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördlicher und südlicher Esel. Beide sind von bloßem Auge unauffällige Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, Asellus Australis, der hellere der beiden, ein Roter Riese im Abstand von 135 Lichtjahren. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht.

Den hellsten Stern des Sternbildes Krebs, Altarf, findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern gerade noch 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In seiner Nähe findet man eine Sterngruppe am westlichen Ende der Wasserschlange, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen. Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Bei guter Sicht sieht man hier noch zwei weitere Sterne vierter Größe, das sind rho Hydrae unterhalb von epsilon Hydrae und etwas heller delta Hydrae auf der anderen Seite von epsilon und rho Hydrae als zeta Hydrae; beide Sterne sind weißliche Sterne, delta Hydrae im Abstand von 180 Lichtjahren und rho Hydrae im Abstand von fast 340 Lichtjahren.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt.

Geht man vom hellsten Krebsstern über die beiden Wasserschlangensterne epsilon und zeta Hydrae gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern theta Hydrae. Nochmals gleichviel weitergehend folgt der gleichhelle Stern iota Hydrae. Theta Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und iota Hydrae ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Hier biegt die Wasserschlange rechtwinklig ab zu ihrem Hauptstern Alphard.

Sei noch der Stern C Hydrae genannt, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht; ihn findet man etwas unterhalb der Mitte zwischen Procyon und Alphard. C Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

Bei sehr guter Südostsicht kann man auch die Sterne des mittleren Teiles der Wasserschlange sehen: bildet man einen Bogen von zeta und epsilon Hydrae über Alphard, so gelangt man zu nue Hydrae, der gleich hell ist wie zeta Hydrae. Auch nue Hydrae ist ein Roter Riese, geringfügig näher im Abstand von 120 Lichtjahren. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Alphard und nue Hydrae befindet sich der Stern lamda Hydrae, auch er ein Roter Riese im Abstand von 115 Lichtjahren. Lamda Hydrae verfehlt die dritte Größe nur ganz knapp. Und zwischen lamda und nue Hydrae, etwas unterhalb, befindet sich mue Hydrae, der vierte Rote Riese im Bunde, der mit 200 Lichtjahren etwas weiter entfernt ist. Er erreicht beinahe die 3, Größe.

In der Verlängerung der Wasserschlange von Alphard über lamda Hydrae und nue Hydrae nach links gelangt man zum hellsten Stern des Sternbildes Becher, das ist delta Crateris. Auch er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 90 Lichtjahren. Geht man diagonal durch den Raben von links oben nach rechts unten, also von Algorab nach Minkar, so gelangt man zu einem weiteren Stern der Wasserschlange gerade noch dritter Größe, das ist xi Hydrae. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und befindet sich am Ende des zweiten Drittels der Wasserschlange.

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6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deity. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

6.1 Krittika, the famous Pleiades

In Winter the famous Pleiades, a group of 6 stars of 4th magnitude or brighter closely located together, are easily visible. In the Nakshatra they have been called Krittika, which is an old name for the Pleiades; they are personified as the nurses of Kirttikeya, the son of Shiva and Parvati.

Their Lord is Surya, representing the Sun, their symbol is a knife or spear and their Deity is Agni, the god of fire.

The Pleiades are a young star cluster of only 125 million years of age at a distance of nearly 400 lightyears. It looks like a sauce pan with a handle where the handle touches the pan at its brightest star. That is Alcyone, a star of nearly 2nd magnitude; it is the third brigtest star in the constellation of Taurus. Alcyone is, like all stars of the Pleiades, a very hot bluish star.

The second brigtest star of the Pleiades is the star Atlas at the end of the handle. Thus Atlas and Alcyone form the handle of the pan. Continuing along the line is Maia, following the pan around is Elektra and then Merope. Above Maia the star Taygeta can be seen. Besides Merope and Taygeta all of them are nearly of 3rd magnitude.

6.2 Rohini, the main Taurus star Aldebaran

Hyades
Following the belt of the famous Orion to the north the main star of Taurus can be seen. Its Indian name is Rohini which means "the red one", also known as brahma. Aldebaran is a bright red giant star of nearly 0th magnitude, a distance of 70 lightyears away. Its arab name means "the follower (of the Pleiades)", since Aldebaran is the next lunar mansion rising after the Pleiades.

Its Lord is Chandra, representing the Moon, its symbol is a cart or chariot, a temple and a banyan tree and its Deity is Brahma or Prajapati, the Creator.

Aldebaran seems to be located within a group of a star cluster which is called the Hyades about 150 lightyears away. Thus Aldebaran is a foreground star not belonging to this star cluster. The main stars of the cluster and Aldebaran look like a "V" with stars at the top, middle and the bottom of the "V", where the middle of the left fork consists of 2 stars. All these main stars of the cluster appear in the 3rd or nearly 3rd magnitude. Only the second brightest of them, on the other side of Aldebaran, has a name, "Ain", the eye of the bull. The brightest star of the cluster is the outer star located in the middle of the left fork. When going from the middle right star of the Hyades to Ain, a further star of the Hyades is seen of the same brightness as the Pleiades star Taygeta, and a further star of nearly the same magnitude is seen when going from the brightest cluster star in the middle left to the star at the bottom, at a quarter of the distance, a little outside. All of these stars are yellow stars like our sun.

6.3 Mrigashirsha: the stars at the head of Orion

Above the shoulder of the famous constellation of Orion some stars of 3rd magnitude are visible. They build up Mrigashirsha, that means "the deer's head", also known as agrahayani. Their brightest star is called Heka, a bluish star more than 1000 lightyears away. Slightly below, 2 stars can be seen: Khad Posterior, the brighter one to the side of Betelgeuse, the famous shoulder star of Orion, and Khad Prior on the other side. Khad Posterior is like our sun, a yellow star, at a distance of about 120 lightyears, whereas Khad Prior is a very distant bluish star nearly 1000 lightyears away. Heka means "a White Spot", Khad-al-Geuse means "Cheek of the Giant". The Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Giant's Cheek.

Orion is a famous constellation containing 7 stars of second magnitude or brighter. Betelgeuse is a very bright star of 0th magnitude and a little brighter is the right foot star Rigel, a bluish star more than 700 lightyears away. Rigel means "Foot". Likewise Bellatrix, the right shoulder star of Orion, is a bluish star at a distance of nearly 250 lightyears and reaches nearly 1st magnitude. Bellatrix means "female warrior".

The left and the middle belt stars of Orion also nearly achieve first magnitude: Alnilam, the middle belt star, means "string of pearls"; Alnitak, the left one, means "belt".

The remaining Orion stars are Mintaka, the right belt star, and Saiph, the left foot star. All of them are very distant bluish stars more than 1000 lightyears away. Mintaka means "the Giant's Belt" and Saiph means "the Giant's Sword".

Their Lord is Mangala, represented by Mars, their symbol is a deer's head and their Deity is Soma, Chandra, the Moon god.

6.4 Ardra: the Orion shoulder star Betelgeuse

The winter triangle
The left shoulder star of Orion, Betelgeuse, forms the next Nakshatra, called Ardra meaning "the moist one". Betelgeuse is a red giant star 400 lightyears away and translates as the "Giant's Shoulder".

If you follow the belt of Orion to the south you see the brightest star of all, the famous Dogstar Sirius. In the northern hemisphere its ascent is heralded by another bright star of 0th magnitude called Procyon. Betelgeuse, Sirius and Procyon to the east form a regular triangle, the so-called "Winter Triangle" that is very useful for orientation. In contrast to the stars of Orion, both Sirius and Procyon are nearby white stars, Sirius 8 lightyears away and Procyon 11 lightyears away. Both are accompanied by a high density star, each of which is a White Dwarf, that has undergone a gravitational collapse but is stable now due to Pauli's exclusion principle for electrons. Sirius means "the very bright one" and Procyon means "(the star) before the Dog (Star Sirius)" since it rises ahead of Sirius and thus announces Sirius' arrival.

The brightest star Sirius is in the company of several stars that are also very bright: on the right side of Sirius is a star of nearly 1st magnitude, called Mirzam, a bluish star at a distance of more than 500 lightyears. Mirzam means "The Herald (of Sirius)".

Below Sirius and Mirzam, a triangle of three bright stars can be seen: on top of this small triangle is Wezen, a very distant white star slightly brighter than Mirzam, which is more than 2000 lightyears away. Wezen means "weight". Right below Wezen a further 1st magnitude star is seen, which is Adhara. This means "virgins" and is a bluish star 500 lightyears away. On the left side below Wezen the star Aludra can be seen, a 2nd magnitude star also at a large distance of more than 3000 lightyears. Aludra means "the virgins" indicating that both stars have the same underlying tradition.

Going down the left side of Orion twice its height to the south leads to the second brigthest star of the firmament, that is Canopus. Canopus is a white star more than 300 lightyears away. The Arab name for Sirius is Alhabor, which means "bright star, that has passed (the Milky Way)", whereas Canopus in this tradition is the bright star that has not passed the Milky Way.

A further bright star can easily be found with the help of Orion: going from Betelgeuse diagonally through Orion to Rigel and then four times further leads to the brightest star of the river Eridanus, Achernar, a star as bright as Betelgeuse and Procyon. Achernar is a bluish star nearly 150 lightyears away and means "End of the River".

The Lord of Ardra is Rahu, representing the North lunar node, its symbol is a teardrop, a diamond and a human head and its Deity is Rudra, the storm god.

6.5 Punarvasu: the Twin stars Castor and Pollux

East of the constellation of Orion you can see two close stars of first magnitude, that build the next Nakshatra, called Punarvasu. This means "the two restorers of goods", also known as yamakau "the two chariots".

The brighter of them is Pollux, a red giant star about 30 lightyears away. Castor is a famous double star of two white stars at a distance of about 45 lightyears. Between Pollux und Betelgeuse in Orion a further bright Twin Star of nearly 1st magnitude can be seen nearly halfway to Betelgeuse; this is Alhena at the foot of Twin Pollux, a white star over 100 lightyears away. Alhena means "the Brand (on the neck of the camel)" and is the Arab lunar mansion for Betelgeuse.

Using the line Aldebaran to Castor and Pollux, above the middle you can see a further very bright star of 0th magnitude, which is the goat star Capella in the constellation of Auriga, the charioteer. Capella is a double star of two very close yellow stars over 40 lightyears away and brighter than the Orion stars Betelgeuse and Rigel.

The Lord of Punarvasu is Guru represented by Jupiter, its symbol is a bow and quiver and its Deity is Aditi, the mother of the gods.

6.6 Hasta: the Raven

The next Nakshatra of the spring is Hasta. This means "the hand" and is based upon by the constellation of the Raven.

This constellation is seen southeast of the Lion and looks like a quadrangle with a shorter side at the west. Its stars are of third magnitude. To the left at the northern edge, the star Algorab is seen, meaning "the crow". Continuing along the line to the west leads to Gienah, the right wing (of the crow). Both are bluish stars 90 and 165 lightyears away respectively. To the left at the southern edge, there is Kraz and to the right side there is Minkar. Kraz is a yellow star 140 lightyears away, the meaning of this name is not known, and Minkar is a red giant star more than 300 lightyears away and means "the nostril (of the crow)". Gienah and Kraz are even of nearly second magnitude.

The main star of the constellation is a fourth magnitude star below Minkar, named Alchiba, possibly meaning "the tent". It is a white star 50 lightyears away.

The Lord of Hasta is Chandra represented by the Moon, its symbol is a hand or a fist, and its Deity is Saviti or Surya, the Sun god.

6.7 Chitra: Spica

The next Nakshatra of the spring is Chitra. This means "the bright one", which is a name of Spica.

Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to Arcturus and by continuing along this path, the star Spica can be found. Spica means "the virgin's ear of (wheat) grain" and is a bluish star more than 250 lightyears away. - Currently the giant planet Jupiter can be seen nearby Spica.

Between Denebola, the small tail of the Lion, and Spica, but closer to Spica, a star of nearly second magnitude is seen. This is Porrima, a double star of 2 yellow stars 40 lightyears away. Porrima is the name of ancient Roman goddesses of prophecy. Between Porrima and Vindemiatrix in the middle of Denebola and Arcturus, a third magnitude star is seen. This is Minelauva, a red giant star at a distance of 200 lightyears. Minelauva means "barking (dog)", as according to Arabian mythology, Vindemiatrix, Minelauva, Porrima and two further stars in the direction of the Lion are five dogs barking at the Lion.

The Lord of Chitra is Mangala represented by Mars, its symbol is a bright jewel or a pearl, and its Deity is Tvastar or Vishvakarman, the celestial architect.

6.8 Svati: Arcturus

From Big Dipper to Northern Star
The next Nakshatra of the spring is Svati. This means "Su-Ati (sanskrit) Very good", which is a name of Arcturus.

Arcturus is the brightest star of the the northern hemisphere and is found following the arc of the handle of the Big Dipper.

The Big Dipper is also a very useful pointer towards the north since the two stars of the bowl away from the handle, Dubhe, the upper one, and Merak below, form a line starting at Merak and continuing about five times further through Dubhe, which points to the Northern Star. The Northern Star is a white star nearly 500 lightyears away and as it is located very close to the northern pole of the hemisphere, it always appears to be at the same place in the sky.

Merak, the southern pointer star of the Big Dipper, is a white second magnitude star 80 lightyears away. Besides Dubhe and Alkaid, all the stars of the Big Dipper including Alcor, the teststar of eyesight, are white stars at a distance of 80 lightyears. They all form a loose star cluster, the Ursa Major moving group; all shared a common birth.

The Lord of Svati is Rahu representing the North lunar node, its symbol is a shoot of a plant and a coral, and its Deity is Vayu, the Wind god.

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