Sternenhimmel im Mai 2016


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Am Sternenhimmel wird im Mai der Wechsel der Jahreszeiten eingeläutet; die meisten der prominenten Wintersterne haben die Himmelsbühne verlassen, dafür sind die Frühlings- und fast alle Sommersterne nachgerückt. Die helle Capella, die Zwillingssterne Castor und Pollux sowie Procyon sind noch auffällig im Westen zu sehen und im Süden kann man das schöne Sternbild des Löwen mit dem Riesenplaneten
Jupiter bewundern. Hoch im Osten sieht man in Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen den hellen Arktur und im Nordosten die helle Wega, die beide bis in den September den Sternhimmel beherrschen werden.

Der Große Wagen steht auf dem Kopf hoch über dem Polarstern und erscheint uns in dieser Lage ungewohnt; die Cassiopeia nähert sich im Nordwesten dem Horizont.

Im Monatsthema werden die Sterne zwischen dem Großen Wagen und dem Sternbild des Löwen vorgestellt, großenteils handelt es sich dabei um die hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

In der 6. Rubrik und 7. Rubrik wird für die englisch-sprachige Leserschaft in englischer Sprache die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 3. Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6. Rubrik umfasst die Nakshatra der späten Winter- und frühen Frühlingssternbilder und die 7. Rubrik die Nakshatra der übrigen Frühlings- und ersten Sommersternbilder.

Am Abend kann man im Osten den Riesenplaneten
Jupiter oberhalb der Spica in Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen über Arktur hinaus bewundern, und tief im Süden sieht man auch der Ringplaneten Saturn.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Große und der Kleine Wagen sowie einige Drachensterne

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen.
Der bekannte Große Wagen besteht aus sieben Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. In der englischen Sprache wird er "Big Dipper" genannt, das heißt "Großer Schöpflöffel". Drei von ihnen erreichen beinahe die erste Größe, das sind der obere hintere Kastenstern Dubhe, der kastenseitige Deichselstern Alioth sowie der äußere Deichselstern Benetnash. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern urspünglich Alkaid-Benetnash.

Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi". Der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär", Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist, und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber", in der vollen Variante Alkaid-Benetnash "Anführer der Klageweiber".

Der bekannteste Stern des Großen Wagen ist der mittlere Deichselstern Mizar, er erreicht die 2. Größe und bedeutet "Mantel". Er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren. Er ist der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde.

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, das bedeutet "Lende", und der vordere untere Kastenstern heißt Phekda, das bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. Der vordere obere Kastenstern schließlich heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor.- Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und beide Mizar-Sterne weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Ein weiterer äußerst einfach auffindbarer Stern ist bei klaren Sichtbedingungen der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren; auch er gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes.

Ebenfalls sehr einfach zu finden ist der Stern Cor Caroli, der beinahe die 2. Größe erreicht. Man findet ihn, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, und er ist der Hauptstern des ansonsten unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel links über Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4.Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern und dem "Augenprüfstern" von Alioth sowie dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

Zu ihm gelangt man, wenn man die beiden hinteren Kastensterne Merak und Dubhe etwa fünfmal nach unten verlängert. Auch der Polarstern erreicht die 2. Größe und steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen. Auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der hellere der beiden erreicht ebenfalls die 2. Größe und heißt Kochab. Der Polarstern ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und Kochab ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad, dem schwächeren der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - das ist im Mai nach links, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist die Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Verlängert man knapp dreimal von Chara über Cor Caroli, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M3 erkennen; das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 34000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

Die Deichsel des Großen Wagen weist im Osten auf einen hellen Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter, ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 35 Lichtjahren. Arktur wird im englischen Arcturus genannt und heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält". Verlängert man die Wagendeichsel über Arktur hinaus weiter, so gelangt man zu einem weiteren Stern 1. Größe, das ist die Spica, der Hauptstern der Jungfrau. Spica bedeutet "Kornähre" und sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Links über ihr sieht man den hellen Riesenplaneten Jupiter.

2.2 Der Abschied der Wintersternbilder: Capella, Castor und Pollux sowie Procyon

Die Wintersterne sind schon zum großen Teil untergegangen und man sieht nur noch einen Bogen am Westhimmel. Folgt man diesem Bogen von rechts nach links, so sieht man hoch im Nordwesten den Hauptstern des Fuhrmannes, das ist die helle Capella, die 0. Größe hell ist. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen trägt der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Auch der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet "Zicklein". Man findet sie, indem man die beiden oberen Kastensterne des Großen Wagen von Megrez am Anfügepunkt des Schwanzes über den zweithellsten Wagenstern Dubhe rund viermal verlängert. Man kann sie auch finden, indem man vom mittleren Stern der Cassiopeia, die tief im Nordwesten über dem Horizont auf der anderen Seite vom Polarstern steht als der Große Wagen, zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des W hindurch geht. Die helle Capella ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind.

Links oberhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt", er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Jahren. Auch Menkalinan gehört zum Bärenstrom und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Weiter links oberhalb des Fuhrmann kann man die beiden Sterne der Zwillinge nebeneinander sehen, zunächst Castor und links neben ihm dann den etwas helleren Stern Pollux. Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren und Pollux ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Beide erreichen die erste Größe.

Folgt man diesem großen Bogen Capella - Menkalinan - Castor und Pollux weiter nach links unten, so kann man über dem Südwesthorizont einen weiteren Stern 0. Größe sehen, das ist Procyon im Kleinen Hund. Procyon bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Procyon ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11.4 Lichtjahren. Castor befindet sich übrigens auf der Seite der Capella - beide Sternnamen fangen mit einem "C" an, und Pollux auf der Seite von Procyon, beide Sternnamen fangen mit einem "P" an. Sei noch die Gomeisa etwas oberhalb von Procyon erwähnt; sie erreicht beinahe 2. Größe und bedeutet "Sirius mit (vom Weinen) verklebten Augen". Ursprünglich wurde dieser Name für Procyon verwendet, ebenfalls um einen Bezug zum Sirius herzustellen, doch da sich die Namensgebung Procyon durchgesetzt hat wird der frühere arabische Name seitdem für seinen Nachbarstern verwendet. Die Gomeisa ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren.

Geht man in der ersten Monatshälfte nach Sonnenuntergang senkrecht von Castor und Pollux bei Pollux zum Horizont, so steht in gut vierfachem Abstand ein weiterer Zwillingsstern immerhin beinahe erster Größe, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Die beiden Zwillingssterne Alhena und Pollux sowie Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Der Nachbarstern der Alhena erreicht 3. Größe und heißt Alzir, das bedeutet "(Kleider-)Knopf"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren.

Geht man von Pollux über die Alhena fast gleichviel weiter zum Horizont, so kann man zu Monatsbeginn bei guter Horizontsicht auch noch die Beteigeuze im Orion über dem Horizont sehen; sie ist prominenter Roter Riese 0. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren. Beteigeuze heißt "Schulter des Riesen". Bei sehr guten Sichtbedingungen im Südwesten sieht man rechts unterhalb der Beteigeuze auch noch den Orionstern Bellatrix, sie erreicht beinahe die 1. Größe und ist der rechte Orionschulterstern. Bellatrix heißt "Kriegerin" und sie ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Ein weiterer Orionstern gerade noch 3. Größe befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix, das ist die Heka, das bedeutet "der Mähnenzopf"; sie ist ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren. Manchmal wird Heka auch mit "Weißer Fleck" übersetzt.

Zudem kann man von Procyon und der Beteigeuze ein gleichseitiges Dreieck zum Horizont bilden; in der dritten Ecke steht der hellste aller Fixsterne, der helle Sirius. Er ist ein weißlicher Stern, wie Procyon ein sonnennaher Stern im Abstand von nur gut 8.5 Lichtjahren. Da diese drei Sterne 0. Größe oder heller sind kann man sie auch schon vor Ende der Dämmerung problemlos sehen.

Das nördlichste Sternbild der bekannten Wintersternbilder ist der Fuhrmann, das Sternbild des hellen Sternes Capella. Sie steht nach Sonnenuntergang halbhoch im Nordwesten. Der Fuhrmann bildet ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, dem das Auge unwillkürlich noch den Stern El Nath, einen Stern beinahe erster Größe, hinzufügt. El Nath gehört zum Sternbild Stier und steht links unterhalb der Capella auf halbem Wege zum Horizont, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen; auch in alten Sternbild-Darstellungen wird El Nath oft dem Fuhrmann zugerechnet. Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmannes. El Nath ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 130 Lichtjahren und bedeutet "Horn (des Stieres)".

Auch die übrigen Sterne des Fuhrmann sind auffällige Sterne. So erreicht auch der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan beinahe die erste Größe und zwei weitere Fuhrmannsterne erreichen beinahe 2. Größe, so dass der Fuhrmann ebenso wie der Orion, der Skorpion, der Große Wagen, der Große Hund, das Kreuz des Südens und der Löwe zu den figürlichsten Sternbildern überhaupt gehört.

Geht man von der Capella ein bisschen nach unten, so findet man in ihrer Nähe drei weitere Sterne 3. und beinahe 3. Größe, welche auffällig nahe beieinander stehen und die mit der Capella eine ganze Ziegenfamilie bilden. Diese bildet ein flaches gleichschenkliges Dreieck, das mit der Capella einen sehr hellen Stern hat. Geht man von der Capella nach unten, so findet man an dessen unterer Ecke den Ziegenpapa Almaaz, einen Stern dritter Größe. Er ist der fünfthellste Fuhrmannstern. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. - Geht man nun diagonal nach links gleichviel weiter, so sieht man dort an der unteren linken Ecke dieses Dreiecks zwei Sterne schräg übereinander, das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere. - Hoedus II ist der sechsthellste Fuhrmannstern, fast gleichhell wie Almaaz. Er ist ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern, und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese beinahe 3. Größe. Auf den alten Sternbild-Darstellungen sind unter der Ziegenmutter Capella die beiden Ziegenkinder ebenfalls abgebildet.

Zwei weitere Ecken des Fuhrmannes werden somit von den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I, die zusammen die zweite Ecke des Fuhrmannes bilden, sowie vom zweithellsten Fuhrmannstern Menkalinan gebildet. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmannes werden vom dritthellsten Fuhrmannstern Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und vom vierthellsten Fuhrmannstern Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus, der etwas hellere der beiden, ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Der Ziegenpapa Almaaz befindet sich in einer zusätzlichen 7. Ecke zwischen der hellen Capella und den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I. - Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Man kann ihn auch finden, indem man von Hoedus II über die Capella dreimal weitergeht. Man kann auch von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Der hellste Perseusstern Mirfak erreicht beinahe die 1. Größe, ihn findet man in gut doppelter Verlängerung von Menkalinan über die Capella hinaus, etwas rechts. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Rechts und links von Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden mit ihm den Perseusbogen. Gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren. - Der zweithellste Perseusstern Algol steht schräg links unterhalb von Mirfak, er ist ein sehr bekannter veränderlicher Stern. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" und ist ein blauweißlicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 100 Lichtjahren. - Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit. - Geht man von gamma Persei über Mirfak an delta Persei vorbei doppelt soviel weiter, so gelangt man bei guter Nordwestsicht zu epsilon Persei, der gleich hell wie gamma und delta Persei ist. Er bildet mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Epsilon Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Geht man in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man etwas unterhalb zu einem Stern 3. Größe, das ist der Hauptstern des unauffälligen Sternbildes Luchs. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren. Links neben ihm steht 38 Lyncis; er ist der zweithellste Stern des Luchses und erreicht beinahe die 3. Größe; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

2.3 Der Löwe und Alphard in der Wasserschlange, die Gazellensprünge und der Luchs sowie zwei Jungfrausterne und der Rabe

Links der Zwillinge sieht man im Areal unterhalb des Großen Wagen schräg übereinander zwei helle Sterne im Sternbild Löwe; der untere ist Regulus beim Herzen des Löwen, ein blauweißlicher Riesenstern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Sein arabischer Name Kabeleced bedeutet "Herz des Löwen". Der obere Stern heißt Algieba und markiert die Stirn des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind. - Zwischen der Algieba und Regulus steht ein wenig rechts der Verbindungslinie ein weiterer Stern gerade noch 3. Größe, das ist eta Leonis, ein weit entfernter weißlicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren.

Geht man von Regulus zur Algieba und biegt dort rechtwinklig nach links unten ab, so folgt in fast eineinhalbfachem Abstand eine weitere etwas kleinere "Achse" zwischen dem Rücken und der Hüfte des Löwen: der linke obere Stern ist Duhr und der rechte untere die Coxa. Duhr ist ein Stern gerade noch 2. Größe, er ist der vierthellste Löwenstern und bedeutet "Rücken", er ist ein weißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von 60 Lichtjahren. Coxa ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren und bedeutet "Hüfte".

Weiter links unten folgt der dritthellste Löwenstern Denebola, das bedeutet "Schwänzchen (des Löwen)" - im Gegensatz zur Großen Bärin und zum Kleinen Bären, die beide von Zeus am Schwanz gepackt und an den Himmel geschleudert wurden und deswegen überlange Schwänze haben, scheint der Löwe nur ein kurzes Schwänzchen zu haben. Denebola ist ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von gut 35 Lichtjahren.

Geht man von der Algieba zum Zwillingsstern Pollux, so folgt nach einem Viertel des Weges etwas links ein Stern 3. Größe, das ist der Löwenstern Ras Elased Australis, das ist der Stern "südlich des Kopfes des Löwen". Er ist wie unsere Sonne gelblich und 250 Lichtjahre von uns entfernt.

In der Nähe von der Algieba und Ras Elased Australis finden wir noch zwei weitere Sterne, welche den Kopf des Löwen markieren: etwas links oberhalb der Algieba die Adhafera, einen Stern 3. Größe an der Haarsträhne des Löwen, und rechts von ihr links über Ras Elased Australis den Stern Ras Elased Borealis, das ist der Stern "nördlich des Kopfes des Löwen", ein Stern beinahe 3. Größe. Adhafera ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren und Ras Elased Borealis ein Roter Riese im Abstand von gut 130 Lichtjahren. Auch die Adhafera gehört zum Bärenstrom und ist dessen absolut hellster Stern. Sie hat sich schon weit vom Zentrum entfernt.

Bei guten Sichtbedingungen ist das Sternbild des Löwen sehr figürlich und gehört zu den schönsten Sternbildern überhaupt. Zwischen dem Löwen und dem Großen Wagen befinden sich auch noch die Gazellensprünge, das sind drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. - Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom mittleren Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten, derzeit dem linken oberen Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez. Ein weiterer gleich heller Stern befindet sich fast in der Mitte zwischen Talitha Borealis und dem Löwenkopfstern Ras Elased Australis, das ist der Hauptstern des Sternbildes Luchs, ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren.

Ein weiterer gleichheller Stern 3. Größe befindet sich zwischen dem mittleren Gazellensprung und der unteren Seite des Wagenkastens, das ist der Stern psi Ursae Maioris; man findet ihn am einfachsten in Verlängerung der beiden kurzen Seiten des Wagenkastens nach unten, das ist, da der Große Wagen im Mai auf dem Kopf steht, nun nach oben. Er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste, Tania Australis vom mittleren Gazellensprung der achthellste und Talitha Borealis vom dritten Gazellensprung der neunthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die drei hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin und zusammen mit dem Hauptstern des Luchses die vier hellsten Sterne in dieser Himmelsregion.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der Stern Al Haud, er befindet sich auf dem Weg von Talitha Borealis zum hinteren unteren Kastenstern Merak nach rund einem Drittel des Weges. Al Haud bedeutet "Becken" und ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren.

Wenn man von der Algieba über Regulus nach rechts unten verlängert, so trifft man im Südosten auf einen Stern 2. Größe, das ist Alphard in der Wasserschlange. Alphard bedeutet treffenderweise "der alleine dastehende Stern", da die übrigen Sterne der Wasserschlange weit verstreut und nicht sehr auffällig sind. Alphard ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Alphard kann man auch in der Verlängerung der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux finden.

Geht man von Alphard wieder zu Pollux und Castor zurück, so sieht man nach etwa einem Drittel des Weges zwei Sterne dritter Größe, die sich im nördlichen Teil der Wasserschlange befinden. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Diese Sterne befinden sich in der Mitte zwischen Regulus und Procyon.

Bekanntlich weist die Deichsel des Großen Wagen auf Arktur im Bärenhüter und weitergehend auf die Spica in der Jungfrau. In der Mitte zwischen Arktur und Denebola am Schwänzchen des Löwen steht etwas rechts unterhalb ein Stern beinahe 2. Größe, das ist der Jungfraustern Vindemiatrix, ein gelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Vindemiatrix ist die lateinische Übersetzung des arabischen Namens Almuredin, was "der dem Weinleser Vorangehende" bedeutet. Und wenn dieser Stern im Herbst in der frühen Morgendämmerung wieder sichtbar wurde, fing man mit der Weinernte an.

Geht man von der Denebola aus zur Spica, so sieht man etwa nach zwei Dritteln des Weges einen weiteren Jungfraustern beinahe 2. Größe, das ist die Porrima, sie ist ein Doppelsternsystem zweier gelblicher Sterne im Abstand von 40 Lichtjahren. Porrima ist der Eigenname einer italienischen Geburtsgöttin.

Und geht man von der Denebola zum Wagenstern Benetnash am Ende der Wagendeichsel, so findet man nach zwei Dritteln des Weges den Stern Cor Caroli in den Jagdhunden, der ebenfalls beinahe die 2. Größe erreicht und der bereits vorgestellt wurde.

Zwischen dem Löwen und der Jungfrau befindet sich etwas unterhalb das hübsche Sternbild des Raben: geht man von Regulus im Löwen zu Alphard in der Wasserschlange und biegt dort rechtwinklig fast doppelt so weit nach Osten ab, so sieht man bei guter Südsicht ein kleines schiefes Viereck, bei dem die rechte obere Kante nach unten eingeknickt ist. Die obere Kante wird links von Algorab ("rechter Flügel des Raben") und rechts von Gienah ("Flügel") gebildet, die untere Kante links von einem Stern namens Kraz und rechts von Minkar ("Schnabel"). Gienah und Kraz sind Sterne beinahe 2. Größe, Algorab und Minkar haben 3. Größe.

Algorab und Gienah sind blauweißliche Sterne im Abstand von 90 und 165 Lichtjahren, Kraz ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und Minkar ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren. - Der Hauptstern des Raben ist ein unauffälliger Stern 4. Größe und steht rechts unterhalb von Minkar, er heißt Alchiba und ist ein 50 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern. Alchiba bedeutet "das Zelt".

Geht man von Alphard, dem Hauptstern der Wasserschlange, zum Rabenstern Minkar an der rechten unteren Ecke des Raben, so findet man auf halbem Wege den gleich hellen Stern nue Hydra in der Wasserschlange. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Einen weiteren gleichhellen Stern der Wasserschlange findet man unterhalb der Spica, indem man die beiden unteren Rabensterne von Minkar über Kraz gut gleichviel nach links unten verlängert und etwas nach rechts geht: das ist gamma Hydrae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Der Löwe hat noch weitere Sterne gerade noch sowie beinahe 3. Größe: der Stern eta Leonis zwischen Algieba und Regulus, ein wenig rechts oberhalb der Verbindungslinie, wurde bereits vorgestellt; er erreicht gerade noch die 3. Größe und wird manchmal fälschlicherweise als Subra bezeichnet. Den richtigen Stern Subra findet man, wenn man von eta Leonis kommend bei Regulus rechtwinklig nach rechts abbiegt und dann etwa doppelt so weit geht; dieser Stern ist gleich hell wie eta Leonis. Subra bedeutet "Mähne" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 120 Lichtjahren. Eta Leonis ist ebenfalls ein weißlicher Stern, er ist aber mit 2000 Lichtjahren viel weiter entfernt.

Geht man von Regulus statt zu Subra in die andere Richtung, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist rho Leonis, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Auch iota Leonis erreicht beinahe die 3. Größe, er ist weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Er bildet mit Duhr und Coxa von der mittleren Löwenachse eine deichselartige Figur, bei der er an der unteren Stelle steht.

Geht man von der Algieba in Richtung des hellsten Nichtwagensternes psi Ursae Maioris, so sieht man kurz nach der Hälfte des Weges etwas westlich einen Stern beinahe 3. Größe, das ist der hellste Stern des Kleinen Löwen; er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Die Große Bärin hört nicht bei den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen auf, sondern hat mit der Muscida noch einen weiteren Stern 3. Größe an ihrem Kopf und zwei Sterne beinahe dritter Größe an ihrem Hals: in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - im Mai ist das nach links, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel. - Auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von der Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas zur Wagendeichsel hin eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

2.4 Arktur, Spica und ihre Deichseln sowie die ersten Sterne des Himmelslineals

Die Deichsel des bekannten Großen Wagen weist hoch im Osten auf einen Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter. Arktur wird im englischen Arcturus genannt und heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 35 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel.

Verlängert man die Wagendeichsel über Arktur hinaus weiter, so gelangt man zum Hauptstern der Jungfrau, das ist die Spica. Spica bedeutet "Kornähre", sie ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Der arabische Name der Spica lautet Azimech, das bedeutet "die beiden, die hoch sind" - gemeint sind Arktur und Spica. Hierbei ist Arktur der "lanzenbewaffnete Hochstehende", da er von mehreren helleren Sternen umgeben ist, während die eher alleinstehende Spica der "unbewaffnete Hochstehende" ist, da die sie umgebenden Sterne zur arabischen Mondstation al-auwa gezählt wurden, zu der die schon vorgestellten Jungfrausterne Vindemiatrix und Porrima gehören. Links über der Spica sieht man den hellen Riesenplaneten Jupiter.

Arktur ist Ausgangspunkt einer nach links unten weisenden Deichsel; ihr mittlerer Stern Mirak, der nun links von Arktur steht, ist der zweithellste Bärenhüterstern, und ihr äußerer Stern ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Mirak bedeutet "Umhang" und ist ebenfalls ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist etwas heller als Mirak, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Wie der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan gehört auch die Gemma zum Bärenstrom; auch sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so kann man tief im Osten einen Stern 2. Größe namens Ras Alhague im Schlangenträger sehen. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren.

Die helle Wega findet man, indem man von Arktur direkt zur Gemma und dann weitergeht. Von Arktur über die Gemma fast gleichviel weitergehend gelangt man zunächst zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. - Bei guter Horizontsicht kann man tief im Norden links unterhalb der Wega einen weiteren Stern 1. Größe erspähen, das ist Deneb im Schwan. Er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren. Deneb bedeutet "Schwanz (des Schwanes)".

Spiegelt man bei guter Horizontsicht den mittleren Stern der großen Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel, also Mirak, an der Linie Arktur - Gemma, so gelangt man zu Unuk, einem Stern beinahe 2. Größe, dem Hauptstern der Schlange. Diese Spiegelung ist allerdings etwas länglich und diese Deichsel und Unuk bilden eine geometrische Figur, die wie ein Drachen aussieht, der aber nichts mit dem gleichnamigen Sternbild zu tun hat. Unuk ist ein Roter Riese im Abstand von fast 75 Lichtjahren und bedeutet "Hals der Schlange". Von Mirak über Unuk die Hälfte weitergehend findet man den Stern Yed Prior im Schlangenträger, einen Roten Riesen im Abstand von 170 Lichtjahren. Yed Prior ist genauso hell wie Unuk und bedeutet "erstere Hand". Noch etwas weitergehend sieht man unter Yed Prior einen Stern 3. Größe, das ist sein Nachbarstern Yed Posterior; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren und bedeutet "nachfolgende Hand".

Der dritthellste Stern des Bärenhüters ist Muphrid neben Arktur, er steht ungefähr senkrecht zur Deichsel Arktur - Mirak - Gemma, das ist derzeit schräg rechts oberhalb von Arktur. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern des Lanzenbewaffneten" Gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält.

Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

An der Spitze des Bärenhüters kann man weitere Sterne gerade noch 3. Größe erkennen: biegt man von der Deichsel des Großen Wagens kommend bei Ceginus senkrecht nach links oben ab, so gelangt man zu Nekkar; das stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber". Er ist 220 Lichtjahre entfernt und wie unsere Sonne ein gelber Stern. Auf der anderen Seite der Achse Arktur-Nekkar als Ceginus steht der Stern delta Bootis, zu dem man auch gelangt, indem man von Arktur über den zweithellsten Bärenhüterstern Mirak nicht zur Gemma in der Nördlichen Krone abbiegt, sondern gleichviel weiter geht; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Und oberhalb von Mirak, etwas schräg an der Achse Arktur-Nekkar gespiegelt, sieht man den Stern rho Bootis; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren.

Jungfrau und Bärenhüter
Die Jungfrau kann man sich am einfachsten als eine Deichsel vorstellen, die sich über ihrem Hauptstern Spica befindet. Zudem befindet sich ein weiterer Stern etwas östlich der Spica. Die drei Sterne dieser Deichsel über der Spica sind von oben gezählt Vindemiatrix, der schon vorgestellt wurde, sowie die Minelauva und die Porrima, die ebenfalls bereits vorgestellt wurde. Vindemiatrix und Porrima erreichen beinahe die 2. Größe, Minelauva die 3. Größe. Minelauva heißt "der Anpreiser" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, also doppelt so weit entfernt wie Vindemiatrix, etwas näher als der Hauptstern Spica. Porrima ist der Eigenname einer italienischen Geburtsgöttin; hier umkreisen zwei gelbliche Sterne einander; Porrima ist 40 Lichtjahre von uns entfernt. - Vindemiatrix kann man auch in der Mitte zwischen Arktur und Denebola am Schwänzchen des Löwen etwas rechts unterhalb finden und zur Porrima kann man auch gelangen, indem man von der Denebola aus zur Spica geht, sie befindet sich etwa nach zwei Dritteln des Weges.

Wenn man von der Spica zu Vindemiatrix hinaufgeht und auf halber Strecke nach rechts abbiegt, so gelangt man zum mittleren Stern der Jungfrau-Deichsel, zur Minelauva; biegt man statt dessen nach links ab, so gelangt man zur Heze. Diese ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 70 Lichtjahren.

Wenn man nun von Porrima am unteren Ende der Jungfrau-Deichsel rechtwinklig in Richtung Regulus im Löwen geht, so gelangt man in gleichem Abstand wie Vindemiatrix zu einem fast gleichhellen Stern wie die Minelauva namens Alaraph. Dieser ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren. Dazwischen etwas nach unten eingerückt steht ein fast gleichheller Stern namens Zaniah. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 250 Lichtjahren. Zaniah bedeutet "Ecke (des bellenden Hundes)", er erreicht beinahe die dritte Größe. Diese beiden Sterne bilden zusammen mit der Jungfrau-Deichsel die arabische Mondstation al-auwa, von der der Jungfraustern Minelauva ihren Namen erhalten hat.

2.5 Das Himmelslineal und weitere Sterne des Schlangenträgers und des Herkules

Östlich des Bärenhüters und der Jungfrau kann man die Sterne der Schlange und des Schlangenträgers sehen. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so sieht man tief im Osten den Hauptstern des Schlangenträger, das ist Ras Alhague, der schon vorgestellt wurde. Verlängert man über ihn hinaus, so gelangt man ab der zweiten Monatshälfte zu einem weiteren Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Celbalrai, das bedeutet "Schäferhund". Celbalrai ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Im Areal der Schlange und des Schlangenträgers wurden bereits die beiden Sterne Unuk und Yed Prior, die beide beinahe die 2. Größe, sowie der Stern Yed Posterior vorgestellt. Unuk ist der Hauptstern der Schlange und man findet ihn, indem man den mittleren Stern der großen Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel, also Mirak, an der Linie Arktur - Gemma spiegelt. Diese Spiegelung allerdings ist etwas länglich. Durch Unuk zieht sich eine Sternenkette fast senkrecht nach unten zum Horizont, die wie auf einem Lineal angeordnet am Himmel steht; diese Sterne gehören zu den Sternbildern der Schlange und des Schlangenträgers. Der vierte Stern von oben ist Yed Prior an der Grenze dieser beiden Sternbilder und der 5. Stern ist Yed Posterior.

Verlängert man von Unuk über Yed Prior gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren helleren Stern, der beinahe die 2. Größe erreicht, das ist zeta Ophiuchi, der unterste und hellste Stern im geraden Teil dieser Sternenkette; er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und wird manchmal Han genannt.

Die drei ersten Sterne dieses "Himmelslineals" gehören zum Sternbild der Schlange, die nächsten drei zum Sternbild des Schlangenträgers, ehe das Himmelslineal ein wenig nach links abknickt zum Stern Sabik, der ebenfalls zum Schlangenträger gehört; er ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Sabik bedeutet "der Vorangehende". Mit diesem Namen wurden ursprünglich dieser Stern und der unterste Stern des geraden Teiles des Himmelslineals bezeichnet. Dabei wurde Han mit dem Namen as-sabiq al-awwal bezeichnet, das bedeutet "der erste Vorangehende", und der Stern Sabik mit dem Namen as-sabiq at-tani, das bedeutet "der zweite Vorangehende". - Sabik ist übrigens der Polarstern auf dem Planeten Uranus.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe befinden sich am Anfang des Himmelslineals: als erstes sieht man oberhalb von Unuk den Stern delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals; er ist ein echter Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von gut 200 Lichtjahren, die vierte Größe erreichen und unterhalb von Unuk sieht man in Richtung von Yed Prior und Yed Posterior den Stern epsilon Serpenti; er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 70 Lichtjahren. Delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals ist rund doppelt so weit entfernt von Unuk wie epsilon Serpentis.

Bei guter Südsicht kann man rechts unterhalb vom Ende dieses "Himmelslineals" einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe heißt er Antares, das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion".

Verlängert man die beiden Sabiksterne gleichviel weiter nach Südosten, so kann man dort links von Antares den Ringplaneten Saturn erkennen.

In der Mitte zwischen der Gemma und Ras Alhague kommt man am hellsten Herkulesstern Rutikulus vorbei, einem Stern beinahe zweiter Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt, wie unsere Sonne ein gelber Stern und heißt "Achselhöhle", sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger". Biegt man auf der Linie Gemma zu Ras Alhague bei Rutikulus senkrecht nach links ab, so kann man dort zwei weitere Sterne sehen, die mit Rutikulus ein beinahe gleichseitiges Dreieck bilden, dessen Kantenlänge etwa gleichgroß wie der Abstand Arktur - Mirak ist. Der rechte obere der beiden wurde schon vorgestellt, das ist zeta Herculi und ist gleich hell wie Rutikulus und ebenso wie dieser und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren, der linke untere heißt Sarin und ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Dieses fast gleichseitige Dreieck ist zur Orientierung in dieser Himmelsregion sehr nützlich. - Spiegelt man Rutikulus an der Achse zeta Herculi - Sarin, so gelangt man zu pi Herculi, der gleich hell ist wie Sarin; er ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren und wurde auch schon vorgestellt.

Rechts oberhalb von Ras Alhague sieht man einen Stern . Größe, das ist Ras Algethi, der Hauptstern des Herkules. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Verlängert man die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel über Ras Alhague und Celbalrai hinaus weiter, so gelangt man doppelt so weit entfernt zu einem Stern 3. Größe, das ist nue Ophiuchi. Sei noch der gleich helle Stern kappa Ophiuchi genannt, der mit Ras Alhague und Cebalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet und der westlich von Cebalrai steht. Nue und kappa Ophiuchi sind beide Rote Riesen, ersterer im Abstand von 150 Lichtjahren und zweiterer im Abstand von 90 Lichtjahren.

Geht man am Anfang des Himmelslineals von delta Serpentis zu Unuk und dann rechtwinklig nach rechts unten ein bisschen weiter, so gelangt man zu einem der schönsten Kugelsternhaufen des Nordhimmels, den man außerhalb der Stadt im Feldstecher bewundern kann; das ist der Kugelsternhaufen M5, eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 24'500 Lichtjahre von uns entfernt und enthält über 100'000 Sterne. Am einfachsten findet man ihn mit Hilfe eines Feldstechers, wenn man von Unuk noch zu epsilon Serpentis weitergeht und dort rechtwinklig nach unten abbiegt; in rund doppeltem Abstand als Unuk - epsilon Serpentis sieht man einen Stern 5. Größe, das ist der Stern 10 Serpentis. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 120 Lichtjahren. Die Hälfte des Weges weitergehend sieht man einen weiteren Stern 5. Größe, das ist 6 Serpentis und senkrecht rechts von ihm geringfügig heller den Stern 5 Serpenti. Von 6 Serpentis zu 5 Serpentis geringfügig nach rechts weitergehend kann man dann ganz einfach im Feldstecher den Kugelsternhaufen M5 erkennen. Nochmals weitergehend gelangt man zu einem weiteren gleichhellen Stern, das ist 3 Serpentis.

Man sucht sich also die Sterne 6 Serpentis und 5 Serpentis, die man auch ganz einfach durch etwas herumgehen mit dem Feldstecher unterhalb von Unuk und epsilon Serpentis finden kann, und dann sieht man problemlos auch den Kugelsternhaufen M5.

Der Stern 6 Serpentis am Abbiegepunkt von epsilon Serpentis und 10 Serpentis herkommend zum Kugelsternhaufen M5 ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren und der Stern 5 Serpentis über ihm, der nahe unter dem Kugelsternhaufen steht, ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Stern 3 Serpentis über dem Kugelsternhaufen ist ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren.

Auf dem Weg von epsilon Serpentis im Himmelslineal unter Unuk zu 10 Serpentis geht man rechts von omega Serpentis vorbei, auch dieser ist ein Stern 5.Größe, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 260 Lichtjahren.

2.6 Die ersten Sommersterne: Wega, die nördlichen Teile des Schwanes und der Drache

Im Nordosten ist auch schon die helle Wega in der Leier aufgegangen, sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren. Wega bedeutet "herabstoßender Adler" und heißt im englischen Vega. Noch tief am Horizont stehend wird sie manchmal mit dem hellsten Stern des Sternbildes Drache, mit Ettanin, verwechselt, doch recht schnell steigt die Wega höher und entfaltet dann bald wie Arktur ihre volle Pracht. Ettanin ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet "Seeungeheuer"; Ettanin kann man daran erkennen, dass über ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, ein wie unsere Sonne und die Capella gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Am einfachsten gelangt man zu diesen beiden Botensternen der Wega, indem man mit der "kleinen Polarsternregel" von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen ausgeht. In nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, von Kochab über Pherkad, gelangt man zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach links unten, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren.Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden. Gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann.

Ettanin und Alwaid erreichen zweite und beinahe zweite Größe; man findet sie, indem man von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter geht. Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleichviel weiter zur hellen Wega in der Leier.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei Sternen schräg nebeneinander, die die zweite und beinahe zweite Größe erreichen, das sind die beiden Botensterne der hellen Wega, Ettanin, der untere rechte der beiden, und Alwaid. - Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleichviel weiter zur hellen Wega in der Leier.

Man kann die helle Wega auch finden, indem man direkt von Arktur zur Gemma und dann fast gleichviel weitergeht. Zunächst gelangt man zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, der schon vorgestellt wurde und der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren ist. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, der auch schon vorgestellt wurde; das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.
Der Schwan scheint über den Himmel nach rechts zu fliegen
Bei guter Horizontsicht kann man im Norden links unterhalb der Wega einen weiteren Stern 1. Größe erspähen, das ist Deneb im Schwan. Er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; er ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Deneb bedeutet "Schwanz (des Schwanes)".

Geht man von Deneb nach rechts unten, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Sadir ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Rechts über ihm sieht man einen weiteren Stern des Schwanes, das ist der Stern delta Cygni, ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren. - Den Stern Deneb im Schwan kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch den unteren rechten Stern der Cassiopeia.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sternen erahnen konnte. Sie stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck und bilden die Drachenkopf-Raute, die oben rechts vom Drachenstern Grumium und unten links vom Herkulesstern iota Herculi ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. - . Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Ganz in der Nähe steht ein weiterer Herkulesstern 3. Größe, das ist pi Herculi, der auch schon vorgestellt wurde; man findet ihn in eineinhalbfacher Verlängerung von Ettanin über iota Herculi. Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck.

Der Drache hat noch zwei weitere Sterne 3. Größe: den vierthellsten Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Geht man diese Verlängerung gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin, dem Hauptstern des Kepheus. Dieser ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". Unmittelbar rechts neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Auch in der Leier gibt es zwei weitere Sterne 3. Größe, die man ab der Monatsmitte sehen kann: geht man von Ettanin im Drachenkopf zur hellen Wega und dann die Hälfte weiter, so gelangt man zu zwei nebeneinander stehenden Sternen, die zum Sternbild der Leier gehören; der Stern auf der Linie ist Sheliak und der Stern links von ihm ist Sulaphat. Sheliak ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren und Sulaphat ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte".

Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, kann ab der Monatsmitte vollständig bewundert werden. Es erstreckt sich von Deneb über Sadir zweimal weitergehend bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, haben wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Rechts oberhalb und links unterhalb von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern knapp 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels wurde bereits vorgestellt, das ist delta Cygni. - Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

2.7 Ab 22 Uhr: der Skorpion und die Waage

Bei guter Südsicht kann man rechts unterhalb vom Ende des "Himmelslineals", der Sternenkette, die durch Unuk, Yed Prior und Yed Posterior sowie die beiden Sabik-Sterne führt, einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe heißt er Antares, das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion".

Der Skorpion ist eines der schönsten und figürlichsten Sternbilder am Sternhimmel und steht in unseren Breiten so weit südlich, dass man nur seine nördlichen Teile gut sehen kann. Man kann sich vorstellen, dass sich der Skorpion mit seinen Scheren gerade aus dem Sand ausbuddelt. Die Mythologie weiß zu berichten, dass der Skorpion den berühmten Himmelsjäger Orion, der sich für unbesiegbar hielt, gestochen hat, so dass dieser starb; die beiden mögen sich bis heute nicht, so dass der Orion untergeht, wenn der Skorpion aufgeht, und der Skorpion untergeht, wenn der Orion aufgeht.

Rechts oberhalb von Antares kann man die vordere Dreiergruppe des Skorpions sehen, deren beiden oberen Sterne, Akrab und Dschubba, zweite und sogar beinahe erste Größe erreichen. Akrab bedeutet "Skorpion" und wird im englischen Acrab geschrieben, Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt. Aufgrund eines Helligkeitsausbruches ist seit einigen Jahren die Dschubba heller als Akrab. - Der untere Stern der vorderen Dreiergruppe, pi Scorpii, ist ein blauweißlicher Riesenstern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Antares steht in der Mitte der unteren Dreiergruppe des Skorpions und seine beiden Nachbarsterne haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Sterne beinahe 2. Größe; der linke tau Scorpii im Abstand von 430 Lichtjahren und der rechte sigma Scorpii fast doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren.

Die beiden Skorpionsterne Antares und Dschubba bilden mit den beiden unteren linken Sternen des Himmelslineals, mit Sabik und zeta Ophiuchi, beinahe ein Rechteck, das rund doppelt so hoch wie breit ist. Es eignet sich sehr gut als Orientierungshilfe. Zudem kann man zeta Ophiuchi auch in Verlängerung der vorderen Dreiergruppe des Skorpions über die Dschubba und Akrab hinaus nach links oben weitergehend finden.

Das Sternbild der Waage und ihr weiteres Umfeld zur Orientierung, In der vergrößerten Darstellung sind alle beschriebenen Sterne bezeichnet.
Östlich der Jungfrau kann man die hellsten Sterne der Waage erkennen. - Obgleich das Sternbild der Waage eher unauffällig ist, so gehören ihre beiden hellsten Sterne zusammen mit Akrab und der Dschubba, den beiden oberen Sternen der vorderen Dreiergruppe des Skorpions, zu den vier hellsten Sternen der Region zwischen der Spica und Antares.

Der obere und der mittlere Waagestern erreichen beide beinahe die 2. Größe: der obere Stern ist der hellste Waagestern Zuben-el-schemali, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 120 Lichtjahren, und der mittlere Stern ist Zuben-el-genubi, ein weißlicher Stern im Abstand von 77 Lichtjahren. Zuben-el-schemali bedeutet "die nördliche Klaue (des Skorpions)", Zuben-el-genubi bedeutet "die südliche Klaue (des Skorpions)". Er steht ungefähr in der Mitte zwischen der Spica und Antares.

Der untere Waagestern ist Brachium, er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Brachium bedeutet "Arm". Dieser Stern gehörte bis zur endgültigen Festlegung der Sternbildgrenzen im Jahre 1930 durch die Internationale Astronomische Union zum Sternbild des Skorpion und hatte die Bezeichnung gamma Scorpii.

2.8 Ab der Monatsmitte: der Adler und der Herkules

Ab Monatsmitte kann man Atair im Adler sehen, einen Stern beinahe 0. Größe, der mit der hellen Wega und mit Deneb im Schwan das markante Sommerdreieck bildet. Atair heißt im englischen Altair und ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Über Atair kann man einen weiteren Stern beinahe 2. Größe sehen, das ist Tarazed, ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke".

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Rechts neben ihm sieht man den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Bei guter Horizontsicht kann man unter Atair auf der anderen Seite wie Tarazed einen Stern beinahe 3. Größe erkennen, das ist Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke".

Der "fliegende Adler" Atair wird also von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten neben Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Diese drei Sterne bilden die Schulter des fliegenden Adlers. Die Übersetzung "Falke" ist sprachwissenschaftlich indes ein Übersetzungsfehler aus dem Persischen; dort ist die Rede davon, dass der fliegende Adler "an-nasr attair", der durch die drei sehr auffällig in einer Linie stehenden Sterne Alshain, Atair und Tarazed dargestellt wird und aus dessen zweiten Wort sich ja der Sternname Atair gebildet hat, vom Volk "shahin tarazed" genannt werden, und das bedeutet "Wagbalken der Waage". Das zweite Wort tarazed ist dann auf den Sternnamen Tarazed und das erste Wort shahin ist auf den Sternnamen Alshain übergegangen.

Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man zu Ras Alhague im Schlangenträger, den Stern, auf den die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist.

Das Sternbild des Herkules
Der Herkules ist ein weiträumiges Sternbild oberhalb der nördlichen Teile des Adlers, das sich zwischen der Wega, der Nördlichen Krone und Ras Alhague erstreckt. Es weist nur zwei Sterne beinahe 2. Größe auf und ist somit insgesamt eher unscheinbar. Die beiden Herkulesssterne Rutikulus und Ras Algethi wurden ebenso wie iota Herculi in der Drachenkopf-Raute und pi Herculi bereits vorgestellt. Dieses Sternbild beherbergt einen der bekanntesten, bei nicht lichtverschmutzten Bedingungen sogar von bloßem Auge sichtbaren und einfach auffindbaren Kugelsternhaufen namens M13.

Die meisten seiner Sterne wurden bereits vorgestellt. Der hellste Herkulesstern Rutikulus steht in der Mitte zwischen der Gemma und Ras Alhague. Biegt man bei ihm senkrecht nach links ab, so kann man dort zwei weitere Sterne sehen, die mit Rutikulus ein beinahe gleichseitiges Dreieck bilden, dessen Kantenlänge etwa gleichgroß wie der Abstand Arktur - Mirak ist. Der rechte obere der beiden heißt zeta Herculi und ist gleich hell wie Rutikulus und ebenso wie dieser und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren, der linke untere heißt Sarin und ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Spiegelt man Rutikulus an der Achse zeta Herculi - Sarin, so gelangt man ebenfalls zu pi Herculi, der gleich hell ist wie Sarin; er ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.

Rechts oberhalb von Ras Alhague sieht man Ras Algethi, den Hauptstern des Herkules. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi steht am unteren Ende eines trapezartigen Vierecks, das auch Herkulestrapez heißt. Diagonal gegenüber steht der Stern pi Herculi, der gleichhell wie Sarin im gleichseitigen Dreieck mit Rutikulus und zeta Herculi ist. Sei noch der Stern eta Herculi genannt; zu ihm gelangt man, indem man von Rutikulus ausgehend an zeta Herculi vorbeigeht. Eta Herculi steht also in dem Trapez "neben" pi Herculi und erreicht gerade noch 3. Größe. In der vierten Ecke dieses Trapezes befindet sich ein unauffälligerer Stern gerade noch 4. Größe, das ist epsilon Herculi. - Eta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und epsilon Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Im Herkules-Trapez kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden: geht man von Rutikulus am zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi vorbei zu eta Herculi, so sieht man in einem Feldstecher oder bei licht-unverschmutzter Sicht sogar von bloßem Auge zwischen zeta und eta Herculi, ein Drittel von eta und zwei Drittel von zeta entfernt, ein verwaschenes Fleckchen; das ist der bekannte Kugelsternhaufen M13. Er ist ein Kugelsternhaufen, das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Dieser Kugelsternhaufen ist 25'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält etwa 300'000 Sterne.

Geht man schließlich vom hellsten Herkulesstern Rutikulus an Sarin vorbei ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren Herkulesstern 3. Größe namens mue Herculi. Dieser ist wie unsere Sonne und die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi ein gelber Stern, wie zeta Herculi im Abstand von rund 30 Lichtjahren. Von hier gelangt man auch sehr einfach zur hellen Wega: betrachtet man die vier Sterne zeta und pi Herculi sowie Sarin und mue Herculi und verlängert man diese beiden Linien etwa zweimal nach oben, so findet man dort ungefähr in der Mitte die helle Wega. Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern steht im Norden des Sternbildes in der Drachenkopf-Raute auf der Wega-zugewandten Seite, das ist iota Herculi. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Man kann auch über die helle Wega und den Drachenkopf in die nördlichen Teile des Sternbildes Herkules gelangen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der hellen Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke rechts oben findet man dann den Stern pi Herculi; man kann ihn auch finden, indem man vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite.

Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern beinahe 3. Größe steht rechts unterhalb von Rutikulus, das ist der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist.

2.9 Die Cassiopeia und der Kepheus

Das Sternbild der Cassiopeia steht nach Sonnenuntergang links unterhalb des Polarsterns. Sie steht also auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen und sieht nun wie ein großes etwas auf der Seite liegendes W aus; ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von rechts. Der rechte Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Das Wort Schedir hat denselben Ursprung wie der Schwanenstern Sadir.

Die drei hellsten Sterne der Cassiopeia erreichen die 2. Größe. Ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der rechte Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar rechts neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von rechts unten nach rechts oben durchzählt, so steht ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts und Caph an der ersten Stelle von rechts.

Der vierte Cassiopeiastern verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad.

Bei guten Sichtbedingungen kann man bei Caph, Schedir und Cih auch noch den Stern kappa Cassiopeiae erkennen, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet, bei dem er in der gegenüberliegenden Ecke der Schedir steht. Kappa Cassiopeiae ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern 4. Größe im Abstand von über 4000 Lichtjahren. Wenn man das Cassiopeia-Viereck der drei hellsten Cassiopeiae-Sterne mit kappa Cassiopeiae betrachtet, so bildet Ruchbar einen Stiel dazu.

Perseus und die angrenzenden Sternbilder
In Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", gelangt man zu Mirfak dem Hauptstern des Perseus und schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann.

Verlängert man von Caph, dem ersten Stern der Cassiopeia, von rechts unten, der ja die ausgestreckte Hand der Plejadenbüste darstellt, über die Schedir, so gelangt man zu Monatsbeginn tief am Westhorizont zum Andromedastern Alamak, einem Roten Riesen 2. Größe im Abstand von 350 Lichtjahren. Alamak bedeutet "Wüstenluchs". Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

Der Kepheus
Rechts unter der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden rechten Cassiopeiasterne Schedir nach rechts über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke über Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg links oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses. Gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit deren Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar rechts neben Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim, ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren. Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim neben Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten dann etwas schmaler ist.

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von links, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Da die Erde um die Sonne läuft, hat man von der Erde aus gesehen den Eindruck, dass die Sonne vor dem Sternenhimmel herzieht.Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne dabei im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die meisten Mondstationen basieren auf der indischen Tradition, der Nakshatra, die ebenfalls kurz vorgestellt wird. In der 6.Rubrik und der 7.Rubrik werden sie in englischer Sprache vorgestellt; dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben.

3.2 Die Mondstation des Orion

Zu Monatsbeginn kann man im Norden des Sternbildes Orion die Mondstation al-haqa sehen. Sie besteht aus den Orionsternen Heka, Khad Posterior und Khad Prior und befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Al-haqa bedeutet "der Mähnenzopf" und in der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Hirschkopf" bezeichnet. Diese Sterne bilden ein Dreieck am Kopf des Orion: an der Spitze dieses Dreiecks steht die Heka, ein Stern gerade noch 3. Größe, unterhalb befinden sich die beiden Sterne Khad Posterior auf Seite der Beteigeuze und Khad Prior auf Seite der Bellatrix, beide haben 4. Größe. Heka ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren; auch Khad Prior ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Khad Posterior ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 115 Lichtjahren. Heka bedeutet "Weißer Fleck" und Khad bedeutet "Wange des Zentralen".

3.3 Die beiden Mondstationen der Zwillinge

Das Sternbild der Zwillinge hat zwei Mondstationen: die erste heißt al-hana und umfasst den Zwillingsstern Alhena, der seinen Namen aus dieser Mondstation bekommen hat, sowie seinen Nachbarstern Alzir. Alzir bedeutet "(Kleider-)Knopf" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren. Die indische Tradition verwendet anstelle der Alhena - immerhin einem Stern beinahe 1. Größe - und Alzir den prominenten Orionstern Beteigeuze, der mit "die Feuchte" übersetzt wird.

Die zweite Mondstation der Zwillinge heißt ad-dira und besteht aus den beiden hellen Zwillingssternen Castor und Pollux. Obgleich diese Mondstation aus zwei sehr prominenten Sternen 1. Größe besteht, wird ihr Name nicht mehr verwendet. Ad-dira heißt "der Vorderarm" und in der indischen Tradition werden die beiden Zwillingssterne mit "Schätzebringende" übersetzt.

3.4 Die Mondstationen im Sternbild des Krebses und an der Grenze der Sternbilder Krebs, Löwe und Wasserschlange

Die Mondstation an-natra befindet sich zwischen den Zwillingen und dem Löwen und besteht aus einem Sternhaufen und zwei Sternen im Sternbild Krebs. An-natra bedeutet "Nasenhauch" und kann nur bei guter Sicht gefunden werden. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, wenn man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: Pollux von der vorherigen Mondstation, der Zwillingsstern Alhena von der vorletzten Mondstation, der auf gut halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht, sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri sind Vordergrundsterne und stehen am linken Rand der Krippe; sie sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördliches und südliches Eselfüllen. Beide sind von bloßem Auge unauffällige Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, Asellus Australis, der hellere der beiden, ein Roter Riese im Abstand von 135 Lichtjahren. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht. In der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Blume" übersetzt.

Die Mondstation at-tarf besteht nur aus schwachen Sternen; at-tarf bedeutet "der Blick (des Löwen)", ist also dort, wohin der Löwe schaut. Aufgrund eines Übertragungsfehlers hat der hellste Stern des Sternbildes Krebs irrtümlich diesen Namen erhalten und heißt heute Altarf. Diesen Stern findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern gerade noch 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Umarmer" und wird von einer Sterngruppe gebildet, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen.

Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Bei guter Sicht sieht man hier noch zwei weitere Sterne vierter Größe, das sind rho Hydrae unterhalb von epsilon Hydrae und etwas heller delta Hydrae auf der anderen Seite von epsilon und rho Hydrae als zeta Hydrae; beide Sterne sind weißliche Sterne, delta Hydrae im Abstand von 180 Lichtjahren und rho Hydrae im Abstand von fast 340 Lichtjahren. Diese Mondstation wird von zwei Sternen 4. Größe vervollständigt: stellt man sich zeta, epsilon und delta Hydrae als waagerechte Linie vor, so befindet sich der Stern eta Hydrae rechts unterhalb von epsilon und rho Hydrae, und der Stern sigma Hydrae rechts unterhalb von delta Hydrae. Epsilon, delta, eta und rho Hydrae bilden also ein etwas schiefes Viereck, bei dem in der linken oberen Ecke von epsilon Hydrae auch noch der Stern rho Hydrae knapp unterhalb steht. Eta Hydrae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 470 Lichtjahren und sigma Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt. Streng genommen wird zeta Hydrae trotz seiner unmittelbaren Nähe zu dieser Sterngruppe nicht zur Mondstation dazugezählt.

Zur Orientierung kann auch Regulus, der Hauptstern des Löwen, helfen; diese Sterne im Kopf der Wasserschlange befinden sich in der Mitte zwischen Regulus und dem oberen Hundsstern Procyon.

3.5 Die drei hellen Mondstationen im Sternbild Löwe

Die drei nächsten Mondstationen bestehen aus den Löwensternen und sind einfach zu finden:

Al-gabba hat der Algieba ihren Namen verliehen und besteht aus der Linie Adhafera - Algieba - eta Leonis und Regulus; in der indischen Tradition wird nur Regulus verwendet und heißt dort "der Große".

Az-zubra besteht aus den beiden Sternen Duhr und Zosma der mittleren Löwenachse; der Name dieser Mondstation ist dann auf den Löwenstern Subra übergegangen. In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der frühere Rötliche" übersetzt.

Die Mondstation As-sarfa schließlich besteht aus der Denebola beim Schwänzchen des Löwen, dies bedeutet der "Wechsel (des Wetters)". In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der spätere Rötliche" übersetzt.

3.6 Die Mondstationen im Sternbild Jungfrau

Die erste Mondstation der Jungfrau heißt al-auwa und hat dem Stern Minelauva seinen Namen gegeben. Al-auwa besteht aus dem Jungfraubogen, der von Vindemiatrix, Minelauva und Porrima gebildet wird, und geht dann rechtwinklig weiter in Richtung Regulus im Löwen zu den beiden Sternen Zaniah und Alaraph. In der indischen Tradition wurden anstelle des Jungfraubogens die fünf Sterne des Raben als Mondstation verwendet.

Al-auwa bedeutet "in dem Winkel des Käf"; Käf ist ein arabischer Buchstabe, dem die Sterne dieser Mondstation ähneln. Eine andere Lesart übersetzt diesen Namen "mit bellenden Hunden", so dass diese 5 Sterne fünf Hunde darstellen, die dem Löwen hinterher bellen.

Die zweite Mondstation der Jungfrau heißt as-simak und wird von der hellen Spica gebildet. As-simak bedeutet bedeutet "die beiden, die hoch sind"; gemeint sind damit Arktur und Spica in der Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen; diese Bezeichnung ist später auf Azimech, den arabischen Namen der Spica, übergegangen. In der indischen Tradition heißt sie "die Helle".

Die dritte Mondstation der Jungfrau heißt al-gafr und wird von den drei unauffälligen Sternen Syrma, kappa Virginis und Khambalia gebildet, die 4. Größe erreichen und nur bei sehr guter Südostsicht gesehen werden können. Al-gafr heißt "die Bedeckung". Sie befindet sich zwischen der Spica und den drei hellsten Waagesternen und ist wie eine Deichsel geformt. Der oberste Stern dieser Mondstation heißt Syrma und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Syrma bedeutet "Kleiderschleppe". Zur Syrma gelangt man auch, wenn man vom mittleren Stern Minelauva der Jungfrau-Deichsel ausgehend über die Heze gleichviel weitergeht. Schräg unter der Syrma steht kappa Virginis, ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren, und der unterste Stern dieser Mondstation ist Khambalia, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Khambalia bedeutet "Hakenklaue". - In der indischen Tradition wird hier der helle Stern Arktur als Mondstation verwendet und heißt "Schwert der Unabhängigkeit".

3.7 Die Mondstation der Waage

Die Mondstation in der Waage heißt az-zubana; aus diesem Namen ist der Sternname Acubens entstanden. Acubens bedeutet "Schere / Zange des Skorpions". Diese Mondstation besteht aus den beiden hellsten Waagesternen Zuben-el-schemali und Zuben-el-genubi, der nördlichen und der südlichen Klaue des Skorpions. Wenngleich das Sternbild der Waage eher unauffällig ist, so gehören diese beiden Sterne zusammen mit Akrab und der Dschubba, den beiden oberen Sternen der vorderen Dreiergruppe des Skorpions, welche die nächste Mondstation bildet, zu den vier hellsten Sternen der Region zwischen der Spica und Antares.

In der indischen Tradition wurden noch zwei weitere unauffällige Waagesterne 4. und gerade noch 4. Größe zu dieser Mondstation gezählt: der Stern Zuben-el-Akrab steht knapp in der Mitte zwischen dem hellsten Waagestern Zuben-el-schemali an der nördlichen Skorpionklaue und dem Skorpionstern Akrab am oberen Ende der vorderen Skorpion-Dreiergruppe, und der Stern iota Libri bildet mit den drei anderen Sternen dieser Mondstation beinahe ein Rechteck. - Sei auch noch theta Libri, ein Stern beinahe 3. Größe, genannt, der nicht zur Mondstation dazugezählt wird; zu ihm gelangt man von Zuben-el-schemali zu Akrab gehend kurz nachdem man Zuben-el-Akrab erreicht hat.

Zuben-el-Akrab ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren, iota Libri ein weißlicher Stern im Abstand von fast 380 Lichtjahren und der hellste dieser drei Sterne, theta Libri, ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Der Name dieser indischen Mondstation lautet "wie eine Gabel geformt".

3.8 Ab 22 Uhr: die beiden ersten Mondstationen des Skorpions

Die erste Mondstation des Skorpions heißt al-iklil und wird durch die vordere Dreiergruppe des Skorpion, die aus Akrab, Dschubba und pi Scorpii besteht, gebildet. Al-iklil bedeutet "die Krone auf der Stirn des Skorpion". In der indischen Tradition heißen diese Sterne "Apostel des göttlichen Funkens". Derzeit befindet sich der Ringplanet Saturn etwas westlich dieser vorderen Dreiergruppe oberhalb von ihrem oberen Stern Akrab.

Die zweite Mondstation des Skorpions heißt al-qalb, das bedeutet "Herz des Skorpions". Sie wird vom Hauptstern des Skorpion, von Antares gebildet. In der indischen Tradition werden neben Antares auch seine beiden Nachbarsterne sigma und tau Scorpii verwendet, sie haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Riesensterne; der linke im Abstand von 430 Lichtjahren, der rechte knapp doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Älteste".

3.9 Die noch von Indien aus sichtbaren Wintersterne

In der 6. Rubrik werden neben der Sterne der indischen Tradition auch hellere Sterne in ihrer Umgebung beschrieben. Einige von ihnen sind von Mitteleuropa aus im Mai nicht mehr sichtbar; diese werden nun hier in deutscher Sprache vorgestellt. Es handelt sich um die südlichen Sterne des Orion und des Großen Hundes sowie den Stern Tureis vom Achterdeck des Schiffes.

Der Orions besteht aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen. Der rechte Fußstern Rigel erreicht die 0. Größe und ist fast eine halbe Größenklasse heller als der linke Schulterstern Beteigeuze, er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Der mittlere und der linke Stern des Oriongürtels, Alnilam und Alnitak, erreichen beinahe die 1. Größe; sie bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Die beiden übrigen Orionsterne sind 2. Größe: der rechte Gürtelstern heißt Mintaka und der linke Fußstern heißt Saiph. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert". Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph blauweißliche Riesensterne; alle vier sind rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt!

Rechts neben dem Sirius steht ein Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirzam, er ist ein über 500 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Riesenstern und bedeutet "Stern, der (dem Sirius) vorausgeht". Die unteren Teile des Großen Hundes bilden ein Dreieck links unterhalb des Sirius: an der Spitze dieses Dreiecks steht der Stern Wezen, er ist ein sehr weit entfernter weißgelblicher Riesenstern im Abstand von 2000 Lichtjahren und bedeutet "das Gewicht". Rechts unterhalb von Wezen kann man den Stern Adhara erkennen, der sogar gerade noch die erste Größe erreicht, in unseren Breiten jedoch so weit südlich steht, dass er auch im Winter nur sehr selten wirklich auffällig hell zu erkennen ist. Adhara bedeutet "die Jungfrauen" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 500 Lichtjahren. Links unterhalb von Wezen steht die Aludra; sie ist ein Stern 2. Größe und ebenfalls ein sehr weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von 3200 Lichtjahren. Aludra heißt "die Jungfernschaft".

Links des Großen Hundes stehen etwa auf Höhe von Wezen, rund gleichviel nach links versetzt wie der Sirius von Wezen entfernt ist, zwei Sterne. Der linke der beiden Sterne, die den nördlichen Ausläufer des Hinterdecks des Schiffes bilden, heißt Tureis und erreicht beinahe 2. Größe, ist also nur geringfügig weniger hell als die Aludra, und der rechte auf der Seite des Großen Hundes heißt Asmidiske. Sie ist ein Stern 3. Größe. Tureis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 60 Lichtjahren und Asmidiske wie unsere Sonne ein weit entfernter gelber Stern im Abstand von über 1300 Lichtjahren. Tureis bedeutet "der Besitz" und Asmidiske bedeutet "kleines Schild". - Dieses Sternbild war ursprünglich viel größer und bildete das Schiff, dessen hellster Stern der bekannte zweithellste Fixstern Canopus ist. Canopus erreicht die -1. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Canopus steht so weit südlich, dass er von Europa aus nicht gesehen werden kann, man würde ihn ungefähr in doppelter Verlängerung der linken Orionseite von der Beteigeuze über den linken Orionfußstern Saiph finden.

Der arabische Name des Sirius lautet Alhabor, das bedeutet "heller Stern, der (die Milchstraße) überquert hat". - Der andere helle Stern, der die Milchstraße nicht durchquert hat, ist Canopus.

Einen weiteren Stern gerade noch 0. Größe findet man in rund vierfacher Verlängerung quer durch den Orion von der Beteigeuze über Rigel, das ist Achernar, der Hauptstern des Sternbildes Eridanus an seinem unteren Ende; das ist so weit südlich, dass auch er von unseren Breiten aus niemals gesehen werden kann. Er ist so hell wie die Beteigeuze und Procyon und bedeutet "Ende des Flusses"; er ist der zehnthellste Fixstern am Sternhimmel überhaupt, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren.

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Einführung in die Mondstationen

4. Monatsthema: Die Sterne im Areal zwischen dem Großen Wagen und dem Löwen

Das Areal zwischen dem Großen Wagen und dem Löwen enthält keine Sterne 2. Größe und wird meistens auch nicht weiter beachtet. Das ist schade, denn im späten Frühling stehen diese Sterne hoch am Himmel und man kann immerhin 4 Sterne sehen, die helle Sterne dritter Größe sind - wären sie nur eine Zehntel Größenklasse heller, so würden zwei von ihnen sogar beinahe die 2. Größe erreichen. Sie sind also durchaus auffällige Sterne und wurden auch schon vorgestellt, es handelt sich ihrer Helligkeit nach geordnet um die drei hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin, um psi Ursae Maioris unterhalb des Wagenkastens, das ist im Mai oberhalb, da der Große Wagen nun auf dem Kopf steht, um Tania Australis vom mittleren Gazellensprung, um Talitha Borealis vom dritten Gazellensprung sowie um alpha Lyncis, den Hauptstern des Luchses, der mit seinem Nachbarstern wie ein vierter, etwas breitbeiniger Gazellensprung zwischen dem 3. Gazellensprung und dem Kopf des Löwen, aussieht. Alle diese Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez, und bei schönen Sichtbedingungen kann man am Himmel sehr schöne Pfade von der Großen Bärin zum Löwen beschreiten.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der Stern Al Haud, er befindet sich auf dem Weg von Talitha Borealis zum hinteren unteren Kastenstern Merak nach rund einem Drittel des Weges.

Im Westen wird dieses Areal von Cor Caroli, der immerhin beinahe die 2. Größe erreicht, abgeschlossen: geht man vom Wagenstern Benetnash am Ende der Wagendeichsel zur Denebola im Löwen an seinem Schwänzchen, so findet man nach einem Drittel des Weges den Stern Cor Caroli in den Jagdhunden. Da Cor Caroli in der Krümmung der Deichsel des Großen Wagen ein sehr einfach auffindbarer Stern ist - vermutlich ist er nach den Wagensternen mit dem Augenprüfstern und dem Polarstern der nächst-einfachste auffindbare Stern überhaupt, wird man in der Praxis Benetnash und Cor Caroli nutzen, um bei schlechten Sichtbedingungen die Denebola zu finden.

Das komplette Sternbild der Großen Bärin.
Am einfachsten fängt man mit den Gazellensprüngen an: unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne stehen zwischen dem Großen Wagen und dem Löwen und werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom zweiten Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Zwischen dem Löwenkopfstern Ras Elased Australis und dem dritten Gazellensprung befindet sich ein weiteres Sternpaar, das wie ein etwas breitbeiniger quergestellter "vierter Gazellensprung" aussieht; das sind die beiden hellsten Sterne des ansonsten unauffälligen Sternbildes Luchs. Der Hauptstern erreicht die 3. Größe und ist gleichhell wie der hellste Nichtwagenstern psi Ursae Maioris sowie die beiden hellsten Gazellensprungsterne Tania Australis und Talitha Borealis. Alpha Lyncis ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens - da der Große Wagen im Mai auf dem Kopf steht ist das nun oberhalb - sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird von psi Ursae Maioris gebildet, der bereits vorgestellt wurde; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Wagensicht nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens schief nach innen nach unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein: hier wird der Fersenstern von Al Haud, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, gebildet und diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Die Große Bärin hört nicht bei den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen auf, sondern hat mit der Muscida noch einen weiteren Stern 3. Größe an ihrem Kopf und zwei Sterne beinahe dritter Größe an ihrem Hals: in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - im Mai ist das nach links - findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel. - Auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von der Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Wie schon gesehen gelangt man im Westen von Benetnash über Cor Caroli zur Denebola, indem man dreimal verlängert. - Gehen wir von den beiden vorderen Kastensternen von Megrez über die Phekda, so folgt nach rund dreimaliger Verlängerung der hellste Nichtwagenstern psi Ursae Maioris. Diesen Weg weitergehend gelangt man dann erst zum zweithellsten Löwenstern Algieba und dann zu Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Dabei kommt man nach einem Drittel des Weges von psi Ursae Maioris zur Algieba noch am hellsten Stern des Kleinen Löwen vorbei, der zwischen den beiden ersten Gazellensprüngen, etwas näher am ersten Gazellensprung steht.

Die dritte Route vom Großen Wagen in den Löwen verläuft fast parallel dazu: ausgehend vom hinteren unteren Kastenstern Merak gelangt man über den mittleren Gazellensprung mit Tania Australis in den Löwenkopf zu Ras Elased Borealis und kurz darauf Ras Elased Australis, und die vierte Route schließt dieses Areal im Osten ab: geht man von der Muscida am Kopf der Großen Bärin zum dritten Gazellensprung mit Talitha Borealis und dann gleich viel weiter, so gelangt man zum etwas "quergestellten vierten Gazellensprung" mit alpha Lyncis und nochmals gleichviel etwas nach Osten weitergehend erneut in den Löwenkopf zu Ras Elased Australis und Ras Elased Borealis.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, sowie Alula Borealis vom ersten Gazellensprung und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe. Auch der zweite Stern des "quergestellten vierten Gazellensprunges" erreicht beinahe die 3. Größe, er steht links neben alpha Lyncis und heißt 38 Lyncis und ist der zweithellste Stern des Sternbildes Luchs, ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Man kann diese Sterne auch finden, wenn man in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weiter geht.

Auch der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas zur Wagendeichsel hin eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Geht man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges, so trifft man auf den hellsten Stern des Kleinen Löwen, auch er erreicht beinahe die 3. Größe; er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist in diesem Monat so gestaltet, dass in ihren ersten beiden Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können.

5.1 Ab Monatsmitte: die Sterne der Leier und des Pfeiles

Das Sternbild der Leier
Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind und im Wesentlichen den Leierkasten bilden und wie ein Parallelogramm neben der Wega aussehen. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe: das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Ebenso wie Atair, der fliegende Adler an-nasr attair, aus drei Sternen gebildet wird, wird auch der fallende Adler an-nasr al-wagi, aus dessen zweitem Wort sich ja der Sternname Wega gebildet hat, von drei Sternen gebildet, die aber in Winkelform zueinander stehen, das sind epsilon Lyrae, die Wega sowie zeta Lyrae.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sheliak am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in den Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere linke Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte rechte Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der obere in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der untere ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.

5.2 Der Kleine Wagen und die Nördliche Krone


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4. Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen im Norden kann man sehr schön zwei Sterne oberhalb des Wagenkastens vom Großen Wagen erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache". Beide stehen derzeit links unterhalb des Wagenkastens, da der Große Wagen nun fast auf dem Kopf steht.

Bei klarer Sicht kann man ganz in der Nähe des vordersten Deichselsternes Benetnash vom Großen Wagen zwei weitere Sterne 4. Größe sehen, die mit Benetnash ein Dreieck bilden. Die Kantenlänge dieses Dreiecks ist etwas kleiner als der Abstand vom mittleren Deichselstern Mizar zur Benetnash. Der nördlichere Dreieckstern heißt theta Bootis, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 50 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Dreiecks, der in Richtung Ceginus weist, heißt lamda Bootis und ist ein weißlicher Stern im doppelten Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

5.3 Weitere Herbststerne

Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem rechten oberen Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem rechten Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4.Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Kappa Persei steht in doppeltem Abstand auf der anderen Seite von Algol als ihre Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, er ist ein über 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese und erreicht beinahe die 3. Größe.

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse, der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Man kann ihn auch in der Verlängerung von Hoedus II über die Capella dreimal weitergehend finden oder von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Geht man von Borgadus zur Capella, so erreicht man nach einem Viertel des Weges einen Stern 4. Größe, das ist nue Aurigae, ein Roter Riese im Abstand von gut 210 Lichtjahren. Unmittelbar neben ihm steht ein Stern gerade noch 4. Größe, das ist der Stern tau Aurigae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im gleichen Abstand.

Im Fuhrmann kann man zwischen den beiden Ziegenkindern Hoedus II und Hoedus I sowie Hassaleh drei weitere Sterne beinahe 4. Größe erkennen, die ein rechtwinkliges Dreieck bilden. Das sind die Sterne 4 Aurigae, 2 Aurigae und 1 Aurigae. 4 Aurigae steht auf der Seite der beiden Ziegenkinder und 2 Aurigae auf der Seite von Hassaleh; geht man von hier rechtwinklig ein bisschen in Richtung Mirfak, so gelangt man zu 1 Aurigae.

2 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von 560 Lichtjahren, er ist ebenso wie der zweithellste Bärenhüterstern Mirak einer der hellsten Sterne des umstrittenen erweiterten Bärenstromes. 4 Aurigae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren und 1 Aurigae ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 530 Lichtjahren. Aufgrund der neuen Sternbildgrenzen gehört dieser Stern nun zum Perseus, hat aber seinen Namen behalten.

5.4 Frühlingssterne sowie weitere Sterne vom Bärenstrom der Großen Bärin

Geht man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges, so trifft man auf den hellsten Stern des Kleinen Löwen, der beinahe die 3. Größe erreicht; er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Der Bärenhüter hat noch einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern zeta Bootis; ihn findet man, wenn man in der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel in Arktur rechtwinklig nach unten abbiegt, etwas näher als Mirak entfernt ist. Zeta Bootis ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 180 Lichtjahren, die beide zum Bärenstrom gehören.

Zwischen delta Bootis in der direkten Verlängerung von Arktur über Mirak und Nekkar an der Spitze des Bärenhüters steht, etwas nach außen versetzt und näher an delta Bootis, der Stern Alkalurops, ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von 120 Lichtjahren; Alkarulops bedeutet "Hirtenstab".

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen und dem Augenprüfstern Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18.Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.5 Weitere Wintersterne

In der ersten Monatshälfte kann man weitere Zwillingssterne sehen: der Nachbarstern des dritthellsten Zwillingssternes Alhena, die am Fuße des Zwillings Pollux zwischen Pollux und der Beteigeuze steht, erreicht die 3. Größe und heißt Alzir, das bedeutet "(Kleider-)Knopf"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren. - Auch am Fuß von Castor befindet sich ein Stern, er heißt Tejat und ist ein Stern 3. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Tejat und seine Nachbarsterne werden manchmal als "die Dromedare" übersetzt, was sprachwissenschaftlich aber kaum haltbar ist. Zwischen Tejat und Castor befindet sich ein Drittel von Tejat entfernt der Stern Mebsuta, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Mebsuta ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Mebsuta bedeutet "die ausgestreckte (Vorderpfote des Löwen)", dieser Name wurde ursprünglich für die beiden Hauptsterne Castor und Pollux verwendet.

Der Stern eta Gemini steht neben dem Stern Tejat am Fuße von Castor, er ist ein veränderlicher Stern zwischen 3. und 4. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Der Stern Wasat steht zwischen Pollux und der Alhena, etwas näher an Pollux. Er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Wasat bedeutet "ein Stern, der sich zeigt in der Luft des Himmels". Diesen Namen erhielt er rein willkürlich, er ist aber bis heute in Gebrauch. Auch kappa und lamda Gemini erreichen gerade noch die dritte Größe, zu kappa Gemini gelangt man, indem man von Castor zu Pollux geht und dann fast dieselbe Strecke in Richtung Procyon weitergeht, und lamda Gemini findet man auf dem Weg von Procyon zu Wasat, kurz bevor man Wasat erreicht, etwas zur Beteigeuze eingerückt. Kappa Gemini ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren und lamda Gemini ein weißlicher Stern im Abstand von fast 95 Lichtjahren.

Die nächsten Sterne erreichen allesamt beinahe die 3. Größe: theta Gemini findet man in Verlängerung der Alhena über Mebsuta, der zwischen Castor und Tejat steht, hinaus, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren. - Zeta Gemini ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von über 1000 Lichtjahren und iota Gemini ein Roter Riese im Abstand von gut 125 Lichtjahren; zeta Gemini steht zwischen der Alhena und Wasat, näher an Wasat, und iota Gemini bildet ein beinahe gleichseitiges Dreieck mit Castor und Pollux in Richtung der Füße der Zwillinge.

5.6 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und dem Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der obere rechte ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der untere linke gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi. Er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae, der neben der hellen Wega steht.

Im Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe:

5.7 Weitere Sterne des Krebs und der Wasserschlange

Im Bereich zwischen dem Wintersechseck und dem Löwen finden wir den Krebs und die westlichen Teile der Wasserschlange. Diese Sterne können nur bei guter Sicht gefunden werden. Im Krebs befindet sich ein bekannter Sternhaufen, der von zwei Sternen eingerahmt ist. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, indem man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: der Zwillingsstern Pollux, der Zwillingsstern Alhena auf knapp halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri stehen am linken Rand der Krippe und sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis, der hellere der beiden, links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördliches und südliches Eselfüllen. Beide sind von bloßem Auge unauffällige Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, Asellus Australis, der hellere der beiden, ein Roter Riese im Abstand von 135 Lichtjahren. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht.

Den hellsten Stern des Sternbildes Krebs, Altarf, findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern gerade noch 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In seiner Nähe findet man eine Sterngruppe am westlichen Ende der Wasserschlange, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen. Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Bei guter Sicht sieht man hier noch zwei weitere Sterne vierter Größe, das sind rho Hydrae unterhalb von epsilon Hydrae und etwas heller delta Hydrae auf der anderen Seite von epsilon und rho Hydrae als zeta Hydrae; beide Sterne sind weißliche Sterne, delta Hydrae im Abstand von 180 Lichtjahren und rho Hydrae im Abstand von fast 340 Lichtjahren.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt.

Geht man vom hellsten Krebsstern Altarf über die beiden Wasserschlangensterne epsilon und zeta Hydrae gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern theta Hydrae. Nochmals gleichviel weitergehend folgt der gleichhelle Stern iota Hydrae. Theta Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und iota Hydrae ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Hier biegt die Wasserschlange rechtwinklig ab zu ihrem Hauptstern Alphard.

Sei noch der Stern C Hydrae genannt, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht; ihn findet man etwas unterhalb der Mitte zwischen Procyon und Alphard. C Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

Bei sehr guter Südostsicht kann man auch die Sterne des mittleren Teiles der Wasserschlange sehen: bildet man einen Bogen von zeta und epsilon Hydrae über Alphard, so gelangt man zu nue Hydrae, der gleich hell ist wie zeta Hydrae. Auch nue Hydrae ist ein Roter Riese, geringfügig näher im Abstand von 120 Lichtjahren. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Alphard und nue Hydrae befindet sich der Stern lamda Hydrae, auch er ein Roter Riese im Abstand von 115 Lichtjahren. Lamda Hydrae verfehlt die dritte Größe nur ganz knapp. Und zwischen lamda und nue Hydrae, etwas unterhalb, befindet sich mue Hydrae, der vierte Rote Riese im Bunde, der mit 200 Lichtjahren etwas weiter entfernt ist. Er erreicht beinahe die 3, Größe.

In der Verlängerung der Wasserschlange von Alphard über lamda Hydrae und nue Hydrae nach links gelangt man zum hellsten Stern des Sternbildes Becher, das ist delta Crateris. Er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 90 Lichtjahren. Geht man diagonal durch den Raben von links oben nach rechts unten, also von Algorab nach Minkar, so gelangt man zu einem weiteren Stern der Wasserschlange gerade noch dritter Größe, das ist xi Hydrae. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren und befindet sich am Ende des zweiten Drittels der Wasserschlange.

Im östlichen Teil der Wasserschlange befinden sich zwei weitere Sterne des Sternbildes, die man beide bei guter Südostsicht einfach mit Hilfe der Jungfrau finden kann: gamma Hydrae ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein wie unsere Sonne gelber Stern 3, Größe im Abstand von 130 Lichtjahren, findet man in Verlängerung der beiden Jungfrausterne Heze über die Spica hinaus gleichviel weiter, und pi Hydrae steht am linken Ende der Wasserschlange, er ist ihr fünfthellster Stern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren; man findet ihn in Verlängerung der beiden Jungfrausterne Minelauva über Spica, etwas weiter verlängert.

Im östlichen Teil der Wasserschlange befindet sich noch ein veränderlicher Stern, der im Maximum gerade noch die 3. Größe erreicht; er steht etwas links vom zweithellsten Wasserschlangenstern gamma Hydrae; das ist R Hydrae, ein über 2000 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Im Minimum ist er von bloßem Auge nicht zu sehen.

Unterhalb der beiden östlichen Sterne der Wasserschlange gamma und pi Hydrae, etwa in doppeltem Abstand von der Spica, kann man nun bei sehr guter Horizontsicht auch die beiden nördlichsten Sterne des prominenten Sternbildes des Zentauren sehen, dessen übrige Teile weit in den Südhimmel hineinreichen. Die beiden hellsten Sterne des Zentauren erreichen die 0. und beinahe 0. Größe, das sind der sonnennächste Fixstern alpha Centauri sowie die Agena. Beide sind nur vom Südhimmel aus sichtbar. Der linke der beiden bei uns sichtbaren Zentaurensterne ist ein Roter Riese und heißt theta Centauri; er ist der dritthellste Zentaurenstern und erreicht immerhin die 2. Größe, und der rechte ist iota Centauri, ein weißlicher Stern, der beinahe 2. Größe hell ist. Beide sind rund 50 Lichtjahre von uns entfernt.

5.8 Weitere Frühlingssterne in der Schlange, dem Schlangenträger, der Jungfrau und der Waage

Geht man von der Gemma zu Unuk und dann nochmal die Hälfte weiter, so gelangt man zu einem Stern gerade noch 3. Größe, das ist mue Serpentis. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von rund 155 Lichtjahren. - In der Mitte zwischen Unuk und Gemma findet man zwei weitere Sterne der Schlange, die beinahe die 3. Größe erreichen: der rechte der beiden ist beta Serpentis, ein weißlicher Stern im Abstand von ebenfalls ungefähr 155 Lichtjahren, und der linke ist gamma Serpentis, ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren. In der chinesischen Astronomie trägt der Stern beta Serpentis den Namen Chow, was für die Zhou-Dynastie steht. Auch beta Serpentis gehört zum Bärenstrom.

Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern 72 Ophiuchi; er bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Jungfrau findet man auf dem Weg von Unuk zur Spica kurz vor und kurz nach der Hälfte des Weges: kurz vor der Hälfte des Weges steht etwas oberhalb der Stern 109 Virginis, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, und kurz nach der Hälfte des Weges steht etwas unterhalb der Stern mue Virginis, der auch Rijl al Awwa heißt, das bedeutet "Fuß des bellenden Hundes". Dieser Sternname ist aber irreführend, denn er gehört nicht zu den bellenden Hunden der ersten Mondstation der Jungfrau. Rijl al Awwa ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren.

Die übrigen Sterne des Sternbildes der Waage kann man nur bei sehr guter Südostsicht erkennen. Drei Sterne verfehlen die 3. Größe nur knapp; man findet sie, indem man sich die Waage als Haus vorstellt, bei dem die drei hellsten Waagesterne Zuben-el-schemali, Zuben-el-genubi und Brachium das Hausdach bilden. Dann befinden sich diese drei Sterne am Boden der beiden Hauskanten: upsilon Libri und tau Libri nebeneinander am Boden der rechten Hauskante und theta Libri am Boden der linken Hauskante. Upsilon Libri, der innere der beiden Sterne am Boden der rechten Hauskante, ist ein Roter Riese im Abstand von rund 200 Lichtjahren und tau Libri, der äußere, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren. Theta Libri am Boden der linken Hauskante ist ein Roter Riese im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Upsilon und tau Libri stehen zwischen Brachium und pi Scorpii, dem unteren Stern der vorderen Dreiergruppe des Skorpion, näher an pi Scorpii und etwas nach unten eingerückt. Theta Libri steht zwischen der nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali und Akrab im Skorpion, etwas näher an Akrab.

Sei noch ein Stern 4. Größe zwischen theta Libri und der nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali genannt: er heißt Zuben-el-Akrab und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Zuben-el-Akrab bedeutet "die Klaue des Skorpions". Geht man also von Akrab am oberen Ende der vorderen Skorpion-Dreiergruppe zur nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali, so gelangt man nach rund einem Drittel der Strecke zunächst zu theta Libri und dann zu Zuben-el-Akrab. Historisch bildeten die nördliche Skorpionklaue Zuben-el-schemali und Zuben-el-Akrab, vermutlich auch theta Libri, die nördliche Schere des Skorpions und die südliche Skorpionklaue Zuben-el-genubi, upsilon und tau Libri sowie Brachium die südliche Schere des Skorpions.

5.9 Weitere Sterne des Herkules und ab der zweiten Monatshälfte des Schwanes

Auch im Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe: zu xi Herculi gelangt man, indem man die Linie Rutikulus - Sarin - mue Herculi weitergeht; noch etwas weiter ein wenig nach links abgebogen kann man auch noch omicron Herculi sehen. Xi Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren und omicron Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 350 Lichtjahren.

Neben Rutikulus steht noch der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der ebenfalls 200 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Bei pi Herculi befindet sich eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi. - Rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren.

Die beiden folgenden Sterne kann man erst in der zweiten Monatshälfte erkennen: den Stern tau Herculi findet man am einfachsten, indem man diagonal durch das Herkulestrapez von epsilon über pi Herculi und dann gut gleichviel weiter geht, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

Sei schließlich noch der Stern 109 Herculi erwähnt; ihn findet man, indem man von pi Herculi in der oberen linken Ecke des Herkulestrapezes zwischen mue und xi Herculi hindurch gleichviel weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren.

Im Schwan fangen wir bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Riesenstern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war übrigens der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deities. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

The star Tureis in the Poop Deck has been added this month after the description of the Dog stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

6.1 Mrigashirsha: the stars at the head of Orion

Above the shoulder of the famous constellation of Orion some stars of 3rd magnitude are visible. They build up Mrigashirsha, that means "the deer's head", also known as agrahayani. Their brightest star is called Heka, a bluish star more than 1000 lightyears away. Slightly below, 2 stars can be seen: Khad Posterior, the brighter one to the side of Betelgeuse, the famous shoulder star of Orion, and Khad Prior on the other side. Khad Posterior is like our sun, a yellow star, at a distance of about 120 lightyears, whereas Khad Prior is a very distant bluish star nearly 1000 lightyears away. Heka means "a White Spot", Khad-al-Geuse means "Cheek of the Giant". The Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Giant's Cheek.

Orion is a famous constellation containing 7 stars of second magnitude or brighter. Betelgeuse is a very bright star of 0th magnitude and a little brighter is the right foot star Rigel, a bluish star more than 700 lightyears away. Rigel means "Foot". Likewise Bellatrix, the right shoulder star of Orion, is a bluish star at a distance of nearly 250 lightyears and reaches nearly 1st magnitude. Bellatrix means "female warrior".

The left and the middle belt stars of Orion also nearly achieve first magnitude: Alnilam, the middle belt star, means "string of pearls"; Alnitak, the left one, means "belt".

The remaining Orion stars are Mintaka, the right belt star, and Saiph, the left foot star. All of them are very distant bluish stars more than 1000 lightyears away. Mintaka means "the Giant's Belt" and Saiph means "the Giant's Sword".

Their Lord is Mangala, represented by Mars, their symbol is a deer's head and their Deity is Soma, Chandra, the Moon god.

6.2 Ardra: the Orion shoulder star Betelgeuse

The winter triangle
The left shoulder star of Orion, Betelgeuse, forms the next Nakshatra, called Ardra meaning "the moist one". Betelgeuse is a red giant star 400 lightyears away and translates as the "Giant's Shoulder".

If you follow the belt of Orion to the south you see the brightest star of all, the famous Dogstar Sirius. In the northern hemisphere its ascent is heralded by another bright star of 0th magnitude called Procyon. Betelgeuse, Sirius and Procyon to the east form a regular triangle, the so-called "Winter Triangle" that is very useful for orientation. In contrast to the stars of Orion, both Sirius and Procyon are nearby white stars, Sirius 8 lightyears away and Procyon 11 lightyears away. Both are accompanied by a high density star, each of which is a White Dwarf, that has undergone a gravitational collapse but is stable now due to Pauli's exclusion principle for electrons. Sirius means "the very bright one" and Procyon means "(the star) before the Dog (Star Sirius)" since it rises ahead of Sirius and thus announces Sirius' arrival.

The brightest star Sirius is in the company of several stars that are also very bright: on the right side of Sirius is a star of nearly 1st magnitude, called Mirzam, a bluish star at a distance of more than 500 lightyears. Mirzam means "The Herald (of Sirius)".

Below Sirius and Mirzam, a triangle of three bright stars can be seen: on top of this small triangle is Wezen, a very distant white star slightly brighter than Mirzam, which is more than 2000 lightyears away. Wezen means "weight". Right below Wezen a further 1st magnitude star is seen, which is Adhara. This means "virgins" and is a bluish star 500 lightyears away. On the left side below Wezen the star Aludra can be seen, a 2nd magnitude star also at a large distance of more than 3000 lightyears. Aludra means "the virgins" indicating that both stars have the same underlying tradition.

Coming from Sirius and turning at a rightangle eastward at Aludra leads a little closer than Sirius to a nearly second magnitude star called Tureis in the constellation of Puppis, the Poop Deck. Tureis means "small shield" and is a white star 60 lightyears away.

Going down the left side of Orion twice its height to the south leads to the second brigthest star of the firmament, that is Canopus. Canopus is a white star more than 300 lightyears away. The Arab name for Sirius is Alhabor, which means "bright star, that has passed (the Milky Way)", whereas Canopus in this tradition is the bright star that has not passed the Milky Way.

A further bright star can easily be found with the help of Orion: going from Betelgeuse diagonally through Orion to Rigel and then four times further leads to the brightest star of the river Eridanus, Achernar, a star as bright as Betelgeuse and Procyon. Achernar is a bluish star nearly 150 lightyears away and means "End of the River".

The Lord of Ardra is Rahu, representing the North lunar node, its symbol is a teardrop, a diamond and a human head and its Deity is Rudra, the storm god.

6.3 Punarvasu: the Twin stars Castor and Pollux

East of the constellation of Orion you can see two close stars of first magnitude, that build the next Nakshatra, called Punarvasu. This means "the two restorers of goods", also known as yamakau "the two chariots".

The brighter of them is Pollux, a red giant star about 30 lightyears away. Castor is a famous double star of two white stars at a distance of about 45 lightyears. Between Pollux und Betelgeuse in Orion a further bright Twin Star of nearly 1st magnitude can be seen nearly halfway to Betelgeuse; this is Alhena at the foot of Twin Pollux, a white star over 100 lightyears away. Alhena means "the Brand (on the neck of the camel)" and is the Arab lunar mansion for Betelgeuse.

The Lord of Punarvasu is Guru represented by Jupiter, its symbol is a bow and quiver and its Deity is Aditi, the mother of the gods.

6.4 Pushya: the Beehive Cluster

The first Nakshatra of the spring is Pushya. This means "the nourisher", also known as sidhya or tisya. This Nakshatra consists of two 4th magnitude stars and a famous star cluster, the Beehive Cluster.

It can be found most easily by imagining a triangle of the Twin Star Pollux, the Twin Star Alhena between Pollux and Betelgeuse and the northern Dog Star Procyon. Mirroring Alhena at the axis Pollux - Procyon leads to an area, where with the help of binoculars, a star cluster looking like a small nebula can be seen. This is the Beehive Cluster, which is 600 lightyears away. On the left side there are 2 stars, which are foreground stars, the northern one is Asellus Borealis, meaning "northern donkey colt", which is a white star 160 lightyears away, and the southern star is Asellus australis, meaning "southern donkey colt", which is a red giant star 135 lightyears away.

Going from Procyon to the Twin Star Alhena, a quarter of the way along, a nearly second magnitude star is seen - Gomeisa, a bluish star 170 lightyears away. Gomeisa means "the bleary-eyed (woman)".

The Lord of Pushya is Shani represented by Saturn, its symbol is a cow's udder, a lotus, an arrow and a circle, and its Deity is Brhaspati, a priest of the gods.

6.5 Ashlesha: the head of the Hydra

The next Nakshatra of the spring is Ashlesha. This means "the embrace". This Nakshatra consists of five stars in the head of the constellation Hydra. The brightest one is epsilon Hydrae, a third magnitude star. These stars can be found with the help of the Big Dipper and the Lion.

One of the most famous constellations of all is the Big Dipper. In the English language this constellation originally was called the Plough, but nowadays the name Big Dipper is more familiar. The Big Dipper consists of 7 stars of which 4 stars form the bowl and 3 stars form the handle. Six of them are of second magnitude and the three brightest ones nearly reach first magnitude: Alioth, the first star of the handle closest to the bowl, then Dubhe, the upper star of the bowl away from the handle, and Alkaid, the star at the end of the handle of the Big Dipper.

Alioth is a white star 80 lightyears away and means "fat tail of a sheep", Dubhe is a red giant star 120 lightyears away and means "the Bear" (as in Greek mythology the Big Dipper is representing a Bear) and Alkaid is a bluish star 100 lightyears away. This name originates from Alkaid-Benetnash and means "the leader of the daughters of the bier".

The most famous star of the Big Dipper is Mizar, the middle star of the handle. Like Alioth, it is a white star 80 lightyears away. Mizar means "girdle". A person with good eyesight can see a further star next to Mizar; this is Alcor, a star as bright as a typical Pleiades star. Indeed, Alcor is a neighbouring star of Mizar. In a telescope it can easily be seen that Mizar is a double star where the companion star is of the same brightness as nearby Alcor.

Going six times as far southwards down the left side of the bowl leads to the second magnitude star Algieba, and one and a half times further to a first magnitude star, which is Regulus, the star at the Lion's heart. Its Arabian name Kabeleced also means "the Lion's heart". It is a bluish star 80 lightyears away. Algieba is a double star consisting of a red giant star and a sunlike yellow star 130 lightyears away. Algieba means "the forehead (of the Lion)".

Now in the middle of Regulus and the northern dog star Procyon a group of two third magnitude stars and several fourth magnitude stars can be seen; they form the head of the Hydra. The brightest star of this group is zeta Hydrae and does not belong to the Nakshatra: it is a red giant star 150 lightyears away. A little east the star epsilon Hydrae of nearly the same brightness is seen. This is the brightest star of the Nakshatra Ashlesha, like our sun a yellow star 135 lightyears away. Epsilon Hydrae and the 4 fourth magnitude stars nearby form this Nakshatra.

The main star of the constellation Hydra is Alphard and can be found easily: following Algieba to Regulus and twice as far again leads to a second magnitude star, this is Alphard. Alphard means "the solitary one" and is a red giant star nearly 200 lightyears away.

The Lord of Ashlesha is Budh represented by Mercury, its symbol is a serpent, and its Deity is Sarpas or Nagas, the deified snakes.

6.6 Magha: Regulus

The next Nakshatra of the spring is Magha. This means "the bountiful" and is built by Regulus, the main star of the Lion.

The handle-side of the bowl of the Big Dipper is composed of two stars: on the northern edge the third magnitude star Megrez, which is physically brighter than the Dog Star Sirius, and on the southern edge the second magnitude star Phecda. Both are white stars at a distance of about 80 lightyears. Phecda means "thigh (of the Bear)" and Megrez means "the base (of the Bear's tail)".

As seen before, going down from Megrez to Phecda and six times further leads to Algieba and beyond on the same path to Regulus. They are the brightest stars of the constellation of the Lion. Above Algieba another 3 stars of about third magnitude are seen building a trapezium with Algieba attached to the line leading to Regulus; these stars form the head of the Lion.

The Lord of Magha is Ketu representing the South lunar node, its symbol is a Royal Throne and its Deity is Pitrs, 'The Fathers', the family ancestors.

6.7 Purva Phalguni: Duhr and Coxa

The next Nakshatra of the spring is Purva Phalguni. This means "first reddish one" and is formed by the Lion's stars Duhr and Coxa.

The Lion is a very beautiful constellation: moving from Regulus to Algieba and then rectangular to the east leads to a further second magnitude star, this is Duhr. South of Duhr the third magnitude star Coxa is seen; these four stars also build a trapezium-like figure. Duhr and Coxa are white stars, Duhr 60 lightyears away and Coxa nearly three times further away. Duhr means "the back (of the Lion)" and Coxa means "the hib (of the Lion)".

The Lion is completed by a further second magnitude star east of the line Duhr - Coxa, which is Denebola, the small tail of the Lion. Denebola is a white star at a distance of 35 lightyears.

The Lord of Purva Phalguni is Shukra represented by Venus, its symbol are the front legs of a bed, a hammock and a fig tree, and its Deity is Bhaga, the god of marital bliss and prosperity.

6.8 Uttara Phalguni: Denebola

From Big Dipper to Arcturus
The next Nakshatra of the spring is Uttara Phalguni. This means "second reddish one" and is formed by the Lion's star Denebola.

Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to a very bright star of 0th magnitude which is the brightest star of the northern hemisphere. Its name is Arcturus, this means "hunter looking at the Bear". Arcturus is a very close red giant star only 37 lightyears away.

In the middle of Denebola at the small tail of the Lion which builds up this Nakshatra, and Arcturus, a nearly second magnitude star can be seen, this is Vindemiatrix, like the sun a yellow star 100 lightyears away. Vindemiatrix means "Grape Gatherer", because when in autumn this star was rising again in the morning, the winegrowers started the grape harvest.

The Lord of Uttara Phalguni is Surya represented by the Sun, its symbol are the four legs of a bed and a hammock, and its Deity is Aryaman, the god of patronage and favours.

7. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition of the Spring and Summer constellations

The Nakshatra of the spring and the summer do not contain stars as bright as the Nakshatra of the winter. However there are still some very famous stars within the Nakshatra or nearby involved. All religious information is taken from the English Wikipedia.

7.1 Hasta: the Raven

The next Nakshatra of the spring is Hasta. This means "the hand" and is based upon by the constellation of the Raven.

This constellation is seen southeast of the Lion and looks like a quadrangle with a shorter side at the west. Its stars are of third magnitude. To the left at the northern edge, the star Algorab is seen, meaning "the crow". Continuing along the line to the west leads to Gienah, the right wing (of the crow). Both are bluish stars 90 and 165 lightyears away respectively. To the left at the southern edge, there is Kraz and to the right side there is Minkar. Kraz is a yellow star 140 lightyears away, the meaning of this name is not known, and Minkar is a red giant star more than 300 lightyears away and means "the nostril (of the crow)". Gienah and Kraz are even of nearly second magnitude.

The main star of the constellation is a fourth magnitude star below Minkar, named Alchiba, possibly meaning "the tent". It is a white star 50 lightyears away.

The Lord of Hasta is Chandra represented by the Moon, its symbol is a hand or a fist, and its Deity is Saviti or Surya, the Sun god.

7.2 Chitra: Spica

The next Nakshatra of the spring is Chitra. This means "the bright one", which is a name of Spica.

Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to Arcturus and by continuing along this path, the star Spica can be found. Spica means "the virgin's ear of (wheat) grain" and is a bluish star more than 250 lightyears away. - Currently the giant planet Jupiter can be seen nearby Spica.

Between Denebola, the small tail of the Lion, and Spica, but closer to Spica, a star of nearly second magnitude is seen. This is Porrima, a double star of 2 yellow stars 40 lightyears away. Porrima is the name of ancient Roman goddesses of prophecy. Between Porrima and Vindemiatrix in the middle of Denebola and Arcturus, a third magnitude star is seen. This is Minelauva, a red giant star at a distance of 200 lightyears. Minelauva means "barking (dog)", as according to Arabian mythology, Vindemiatrix, Minelauva, Porrima and two further stars in the direction of the Lion are five dogs barking at the Lion.

The Lord of Chitra is Mangala represented by Mars, its symbol is a bright jewel or a pearl, and its Deity is Tvastar or Vishvakarman, the celestial architect.

7.3 Svati: Arcturus

From Big Dipper to Northern Star
The next Nakshatra of the spring is Svati. This means "Su-Ati (sanskrit) Very good", which is a name of Arcturus.

Arcturus is the brightest star of the the northern hemisphere and is found following the arc of the handle of the Big Dipper.

The Big Dipper is also a very useful pointer towards the north since the two stars of the bowl away from the handle, Dubhe, the upper one, and Merak below, form a line starting at Merak and continuing about five times further through Dubhe, which points to the Northern Star. The Northern Star is a white star nearly 500 lightyears away and as it is located very close to the northern pole of the hemisphere, it always appears to be at the same place in the sky.

Merak, the southern pointer star of the Big Dipper, is a white second magnitude star 80 lightyears away. Besides Dubhe and Alkaid, all the stars of the Big Dipper including Alcor, the teststar of eyesight, are white stars at a distance of 80 lightyears. They all form a loose star cluster, the Ursa Major moving group; all shared a common birth.

The Lord of Svati is Rahu representing the North lunar node, its symbol is a shoot of a plant and a coral, and its Deity is Vayu, the Wind god.

7.4 Visakha: the constellation Libra

The first Nakshatra of the summer is Visakha. This means "forked, having branches"; it is also known as radha, "the gift".

Arcturus is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Both Mirak and Gemma are of second magnitude. Mirak belongs to the same constellation as Arcturus and means "the loins"; it is a Red Giant star almost 200 lightyears away. Gemma is the main star of Corona Borealis, the Northern Crown, and means "jewel", it is a white star 80 lightyears away.

Mirroring Mirak at the line Arcturus - Gemma but three times further away is a star of nearly second magnitude named Unuk, "the Serpent's Neck". Unuk is a Red Giant star almost 75 lightyears away. Passing from Mirak to Unuk and half as far again, further two stars are visible, the first is another almost second magnitude star and the second just a little beyond it, is a third magnitude star. They are at the border of the constellations Serpent and Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Their names are Yed Prior and Yed Posterior. Yed means "the hand" and the Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Serpent-Bearer's Hand. - Yed Prior is a Red Giant star 170 lightyears away and Yed Posterior a yellow star like the sun over 100 lightyears away.

Following the line from Mirak and Unuk to Yed Prior and Yed Posterior and then going perpendicular to the west, another star of almost second magnitude is seen, called Zuben-el-schemali. Continuing along this line, another almost second magnitude star is seen, called Zuben-el-genubi.

Zuben-el-schemali is a bluish star 120 lightyears away and Zuben-el-genubi is a white star nearly 80 lightyears away. Their meaning is "The Northern Claw" and "The Southern Claw", both referring to the nearby constellation Scorpio.

The star Brachium is of third magnitude and forms a wide triangle with Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi where Brachium is at its southern corner. Brachium means "arm" and is a Red Giant star nearly 300 lightyears away. These are the three brightest stars of the constellation Libra, representing the Weighing Scales.

The Nakshatra Visakha consists of Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi together with two other fourth magnitude stars forming a parallel line halfway south of them, north of Brachium.

Its Lord is Guru, represented by Jupiter, its symbol is a triumphal arch and a potter's wheel, and its Deities are Indra, the chief of the Gods, and Agni, the God of Fire.

7.5 Anuradha: the northern part of the Scorpion

Scorpio and Libra
The next Nakshatra of the summer is Anuradha. This means "following radha", which was the last Nakshatra.

Continuing the line from Mirak through Unuk, Yed Prior and Yed Posterior a further almost second magnitude star can be seen, named zeta Ophiuchi. Continuing on a slight curve leads to Sabik, a second magnitude star. Originally, both stars were called Sabik, with zeta Ophiuchi known as "as-sabiq al-awwal" and Sabik as "as-sabiq at-tani", meaning "the first preceding one" and "the second preceding one". - Zeta Ophiuchi is a bluish star nearly 500 lightyears away and Sabik is a white star about 80 lightyears away.

These stars form a nearly straight line consisting of 7 stars, beginning from three stars with Unuk in their middle, followed by the nearby pair of stars Yed Prior and Yed Posterior, and moving along the same distance arriving at the first Sabik-star, zeta Ophiuchi, and then at the same distance again only a little to the north ending up at Sabik. Sabik is the Northern Star of the planet Uranus.

Carrying on from zeta Ophiuchi and Sabik the same distance again leads to a 0th magnitude star. This is the ring-planet Saturn.

South of the end of the line, the first magnitude star Antares can be seen, which is a Red Giant star representing the heart of the Scorpion. Its Arabian name "Calbalacrab" also means "the Scorpion's heart". Antares means "equal to-Mars", referring to its deep red colour which is easily seen by the naked eye.

Zuben-el-genubi, the middle star of the constellation Libra, is now very easily found in the middle of Spica of the Nakshatra Chitra und Antares.

West of Antares is a handle-like group of three stars which form this Nakshatra; the northern-most star of this group is Acrab, the middle one is Dschubba and the southern-most one is pi Scorpii. Acrab is of second magnitude, Dschubba of nearly first magnitude and pi Scorpii of nearly second magnitude. All of them are bluish stars, Acrab being more than 500 lightyears away and Dschubba 400 lightyears away. Acrab means "the Scorpion" and Dschubba means "the forehead". Pi Scorpii is 450 lightyears away.

The Lord of this Nakshatra is Shani, represented by Saturn, its symbol is a triumphal archway and a lotus and its Deity is Mitra, one of the Adityas of friendship and partnership.

7.6 Jyeshtha: Antares and its neighbor stars

The next Nakshatra of the summer is Jyeshtha. This means "the eldest, most excellent".

The principal star of the Scorpion is Antares. It is in the middle of a handle-like group of three stars with sigma Scorpii on the side of the Nakshatra Anuradha and tau Scorpii on the other side. Both sigma and tau Scorpii have the name Alniyat that means "stars to protect the heart (of the Scorpion)", which is Antares. Like the three stars Acrab, Dschubba and pi Scorpii of the Nakshatra Anuradha, both sigma and tau Scorpii are bluish stars, sigma Scorpii being 700 lightyears away and tau Scorpii 430 lightyears away.

Both Nakshatras form the body and the claw of the Scorpion, which is, according to my mind, the most beautiful constellation of all.

Its Lord is Budh, represented by Mercury, its symbol is a circular amulet, an umbrella and an earring, and its Deity is Indra, the chief of the Gods.

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