Sternenhimmel im Juni 2015


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Neu wird ab Februar 2015 eine 6. Rubrik und ab April 2015 auch eine 7. Rubrik beide in englischer Sprache geführt, in denen die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 3.Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt werden. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6. Rubrik umfasst die Nakshatra der späten Winter- und frühen Frühlingssternbilder und die 7. Rubrik die Nakshatra der übrigen Frühlings- und der ersten Sommersternbilder.

Der Sternenhimmel kommt im Juni langsam wieder zur Ruhe und wird von den Frühlings- und Sommersternen gebildet. Im Südwesten kann man das schöne Sternbild des Löwen bewundern. Hoch im Süden sieht man in Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen den hellen Arktur und halbhoch im Osten die helle Wega, die beide bis in den September den Sternenhimmel beherrschen werden. Im Südosten sieht man die nördlichen Teile des sehr schönen Sternbildes Skorpion und im Osten ist mit Atair im Adler auch das Sommerdreieck vollständig aufgegangen



Sternenhimmel im Juni. Dies ist der südliche Ausschnitt des Himmels, der noch etwas über den
Zenit (grünes Kreuz) hinaus reicht. Aufgrund des großen Ausschnitts erscheint der Horizont nach oben gebogen.



Der Große Wagen steht links über dem Polarstern und die Cassiopeia im Norden über dem Horizont.

Am Abend kann man im Westen die helle
Venus als glänzenden Abendstern und im Südwesten den Riesenplaneten Jupiter im Löwen bewundern. Dabei setzt die Venus zur spannenden Verfolgung des Riesenplaneten an, den sie bis Ende Juni beinahe einzuholen vermag. - Der Ringplanet Saturn steht tief in Osten oberhalb des Kopfes vom Skorpion.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Große und der Kleine Wagen sowie einige Drachensterne

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen.
Der bekannte Große Wagen steht nun hoch über uns auf dem Kopf und sieht so ganz ungewohnt aus. Er besteht aus sieben Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. In der englischen Sprache wird er "Big Dipper" genannt, das heißt "Großer Schöpflöffel". Drei von ihnen erreichen beinahe die erste Größe, das sind der obere hintere Kastenstern Dubhe, der kastenseitige Deichselstern Alioth sowie der äußere Deichselstern Benetnash. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern urspünglich Alkaid-Benetnash.

Der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär", Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist, und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber", in der vollen Variante Alkaid-Benetnash "Anführer der Klageweiber".

Der bekannteste Stern des Großen Wagen ist der mittlere Deichselstern Mizar, er erreicht die 2. Größe und bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren. Er ist der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde.

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, das bedeutet "Lende", und der vordere untere Kastenstern heißt Phekda, das bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. - Der vordere obere Kastenstern schließlich heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und beide Mizar-Sterne weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Ebenfalls sehr einfach zu finden ist der Stern Cor Caroli, der beinahe die 2. Größe erreicht. Man findet ihn, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, und er ist der Hauptstern des ansonsten unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel rechts neben Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4. Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern und dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

Den Polarstern findet man, indem man die beiden hinteren Kastensterne Merak und Dubhe etwa fünfmal nach unten verlängert. Auch er erreicht die 2. Größe und steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Ein weiterer äußerst einfach auffindbarer Stern ist bei klaren Sichtbedingungen der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren; auch er gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes.

Auf dem Weg vom Polarstern in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der hellere der beiden erreicht ebenfalls die 2. Größe und heißt Kochab. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab.

Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad, dem schwächeren der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

Bei guten Sichtbedingungen kann man sehr schön zwei Sterne oberhalb des Wagenkastens erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache".

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - das ist im Juni nach links, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist die Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Verlängert man in den Jagdhunden knapp dreimal von Chara über Cor Caroli, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M3 erkennen; das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 34000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

2.2 Arktur, Spica und ihre Deichseln sowie die ersten Sommersterne

Das Sternbild des Bärenhüters
Die Deichsel des bekannten Großen Wagen weist hoch im Osten auf einen Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter. Arktur wird im englischen Arcturus genannt und heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 35 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel.

Verlängert man die Wagendeichsel über Arktur hinaus weiter, so gelangt man zum Hauptstern der Jungfrau. Das ist die Spica. Spica bedeutet "Kornähre", sie ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Der arabische Name der Spica lautet Azimech, das bedeutet "die beiden, die hoch sind" - gemeint sind Arktur und Spica. Hierbei ist Arktur der "lanzenbewaffnete Hochstehende", da er von mehreren helleren Sternen umgeben ist, während die eher alleinstehende Spica der "unbewaffnete Hochstehende" ist, da die sie umgebenden Sterne zur arabischen Mondstation al-auwa gezählt wurden.

Arktur ist Ausgangspunkt einer nach links unten weisenden Deichsel; ihr mittlerer Stern Mirak, der nun links von Arktur steht, ist der zweithellste Bärenhüterstern, und ihr äußerer Stern ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Mirak bedeutet "Umhang" und ist ebenfalls ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist etwas heller als Mirak, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Auch die Gemma gehört zum Bärenstrom; sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so kann man im Osten einen Stern 2. Größe namens Ras Alhague im Schlangenträger sehen. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren.

Die helle Wega findet man, indem man von Arktur direkt zur Gemma und dann weitergeht. Von Arktur über die Gemma fast gleichviel weitergehend gelangt man zunächst zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. - Bei guter Horizontsicht kann man im Nordosten links unterhalb der Wega einen weiteren Stern 1. Größe erspähen, das ist Deneb im Schwan. Er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren. Deneb bedeutet "Schwanz (des Schwanes)".

Der dritthellste Stern des Bärenhüters ist Muphrid neben Arktur, und er steht ungefähr senkrecht zur Deichsel Arktur - Mirak - Gemma, das ist derzeit schräg rechts oberhalb von Arktur. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern des Lanzenbewaffneten"; gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält.

Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

An der Spitze des Bärenhüters kann man weitere Sterne gerade noch 3. Größe erkennen: biegt man von der Deichsel des Großen Wagens kommend bei Ceginus senkrecht nach links oben ab, so gelangt man zu Nekkar; das stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber". Er ist 220 Lichtjahre entfernt und wie unsere Sonne ein gelber Stern. Auf der anderen Seite der Achse Arktur-Nekkar als Ceginus steht der Stern delta Bootis, zu dem man auch gelangt, indem man von Arktur über den zweithellsten Bärenhüterstern Mirak nicht zur Gemma in der Nördlichen Krone abbiegt, sondern gleichviel weiter geht; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Und oberhalb von Mirak, etwas schräg an der Achse Arktur-Nekkar gespiegelt, sieht man den Stern rho Bootis; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. - Das Sternbild des Bärenhüters wird im Monatsthema näher vorgestellt.

Die Jungfrau kann man sich am einfachsten als eine Deichsel vorstellen, die sich über ihrem Hauptstern Spica befindet. Zudem befindet sich ein weiterer Stern etwas östlich der Spica. Die drei Sterne dieser Deichsel über der Spica sind von oben gezählt Vindemiatrix die Minelauva und die Porrima. Vindemiatrix und Porrima erreichen beinahe die 2. Größe, Minelauva die 3. Größe. Vindemiatrix ist die lateinische Übersetzung des arabischen Namens Almuredin, was "der dem Weinleser Vorangehende" bedeutet. Dieser Stern ist ein gelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und wenn dieser Stern im Herbst in der frühen Morgendämmerung wieder sichtbar wurde, fing man mit der Weinernte an. Minelauva heißt "der Anpreiser" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, also doppelt so weit entfernt wie Vindemiatrix, etwas näher als der Hauptstern Spica. Porrima ist der Eigenname einer italienischen Geburtsgöttin; hier umkreisen zwei gelbliche Sterne einander; sie ist 40 Lichtjahre von uns entfernt.

Wenn man von der Spica zu Vindemiatrix hinaufgeht und auf halber Strecke nach rechts abbiegt, so gelangt man zum mittleren Stern der Jungfrau-Deichsel, zur Minelauva; biegt man statt dessen nach links ab, so gelangt man zur Heze. Diese ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 70 Lichtjahren.

Wenn man nun von Porrima am unteren Ende der Jungfrau-Deichsel rechtwinklig nach Westen geht, so gelangt man in gleichem Abstand wie Vindemiatrix zu einem fast gleich hellen Stern wie die Minelauva namens Alaraph. Dieser ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren. Dazwischen etwas nach unten eingerückt steht ein fast gleichheller Stern namens Zaniah. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 250 Lichtjahren. Zaniah bedeutet "Ecke (des bellenden Hundes)", er erreicht beinahe die dritte Größe. Diese beiden Sterne bilden zusammen mit der Jungfrau-Deichsel die arabische Mondstation al-auwa, von der der Jungfraustern Minelauva ihren Namen erhalten hat.

2.3 Der Löwe und Alphard in der Wasserschlange sowie der Rabe

Halbhoch im Westen sieht man im Areal unterhalb des Großen Wagen schräg übereinander zwei helle Sterne im Sternbild Löwe; der untere ist Regulus beim Herzen des Löwen, ein blauweißlicher Riesenstern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Sein arabischer Name Kabeleced bedeutet "Herz des Löwen". Der obere Stern heißt Algieba und markiert die Stirn des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind. - Zwischen der Algieba und Regulus steht ein wenig rechts der Verbindungslinie ein weiterer Stern gerade noch 3. Größe, das ist eta Leonis, ein weit entfernter weißlicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. - Rechts von ihnen sieht man tief im Westen den hellen Riesenplaneten Jupiter.

Geht man von Regulus zur Algieba und biegt dort rechtwinklig nach links unten ab, so folgt in fast eineinhalbfachem Abstand eine weitere etwas kleinere "Achse" zwischen dem Rücken und der Hüfte des Löwen: der linke obere Stern ist Duhr und der rechte untere die Coxa. Duhr ist ein Stern gerade noch 2. Größe, er ist der vierthellste Löwenstern und bedeutet "Rücken", er ist ein weißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von 60 Lichtjahren. Coxa ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren und bedeutet "Hüfte".

Weiter links unten folgt der dritthellste Löwenstern Denebola, das bedeutet "Schwänzchen (des Löwen)" - im Gegensatz zur Großen Bärin und zum Kleinen Bären, die beide von Zeus am Schwanz gepackt und an den Himmel geschleudert wurden und deswegen überlange Schwänze haben, scheint der Löwe nur ein kurzes Schwänzchen zu haben. Denebola ist ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von gut 35 Lichtjahren. - Man kann die Denebola auch finden, indem man vom Wagenstern Benetnash am Ende der Wagendeichsel über Cor Caroli, den Hauptstern der Jagdhunde, dreimal verlängert.

Geht man von der Denebola herkommend bei der Algieba etwas nach rechts abbiegend die Hälfte weiter, so gelangt man zu Ras Elased Australis, der die 3. Größe erreicht, das ist der Stern "südlich des Kopfes des Löwen". Er ist wie unsere Sonne gelblich und 250 Lichtjahre von uns entfernt.

In der Nähe von der Algieba und Ras Elased Australis finden wir noch zwei weitere Sterne, welche den Kopf des Löwen markieren: etwas links oberhalb der Algieba die Adhafera, einen Stern 3. Größe an der Haarsträhne des Löwen, und rechts von ihr links über Ras Elased Australis den Stern Ras Elased Borealis, das ist der Stern "nördlich des Kopfes des Löwen", ein Stern beinahe 3. Größe. Adhafera ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren und Ras Elased Borealis ein Roter Riese im Abstand von gut 130 Lichtjahren. Auch die Adhafera gehört zum Bärenstrom und ist dessen absolut hellster Stern. Sie hat sich schon weit vom Zentrum entfernt.

Bei guten Sichtbedingungen ist das Sternbild des Löwen sehr figürlich und gehört zu den schönsten Sternbildern überhaupt. Zwischen dem Löwen und dem Großen Wagen befinden sich auch noch die Gazellensprünge, das sind drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. - Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom mittleren Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten, derzeit dem linken oberen Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez. Ein weiterer gleich heller Stern befindet sich fast in der Mitte zwischen Talitha Borealis und dem Löwenkopfstern Ras Elased Australis, das ist der Hauptstern des Sternbildes Luchs, ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren.

Wenn man von der Algieba über Regulus nach rechts unten verlängert, so trifft man im Südwesten auf einen Stern 2. Größe, das ist Alphard in der Wasserschlange. Alphard bedeutet treffenderweise "der alleine dastehende Stern", da die übrigen Sterne der Wasserschlange weit verstreut und nicht sehr auffällig sind. Alphard ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 200 Lichtjahren.

Mit Hilfe der Denebola am Schwänzchen des Löwen kann man auch zwei Jungfrausterne der Mondstation al-auwa finden: Vindemiatrix steht in der Mitte zwischen Denebola und Arktur etwas rechts unterhalb und zur Porrima gelangt man, indem man von der Denebola aus zur Spica geht, sie befindet sich etwa nach zwei Dritteln des Weges.

Zwischen dem Löwen und der Jungfrau befindet sich etwas unterhalb das hübsche Sternbild des Raben: geht man von Regulus im Löwen zu Alphard in der Wasserschlange und biegt dort rechtwinklig fast doppelt so weit nach Osten ab, so sieht man bei guter Südsicht ein kleines schiefes Viereck, bei dem die rechte obere Kante nach unten eingeknickt ist. Die obere Kante wird links von Algorab ("rechter Flügel des Raben") und rechts von Gienah ("Flügel") gebildet, die untere Kante links von einem Stern namens Kraz und rechts von Minkar ("Schnabel"). Gienah und Kraz sind Sterne beinahe 2. Größe, Algorab und Minkar haben 3. Größe.

Algorab und Gienah sind blauweißliche Sterne im Abstand von 90 und 165 Lichtjahren, Kraz ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und Minkar ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren. - Der Hauptstern des Raben ist ein unauffälliger Stern 4. Größe und steht rechts unterhalb von Minkar, er heißt Alchiba und ist ein 50 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern. Alchiba bedeutet "das Zelt".

Geht man von Alphard, dem Hauptstern der Wasserschlange, zum Rabenstern Minkar an der rechten unteren Ecke des Raben, so findet man auf halbem Wege den gleich hellen Stern nue Hydra in der Wasserschlange. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Einen weiteren gleichhellen Stern der Wasserschlange findet man unterhalb der Spica, indem man die beiden unteren Rabensterne von Minkar über Kraz gut gleichviel nach links unten verlängert und etwas nach rechts geht: das ist gamma Hydrae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Der Löwe hat noch weitere Sterne gerade noch sowie beinahe 3. Größe: der Stern eta Leonis zwischen Algieba und Regulus, ein wenig rechts oberhalb der Verbindungslinie, wurde bereits vorgestellt; er erreicht gerade noch die 3. Größe und wird manchmal fälschlicherweise als Subra bezeichnet. Den richtigen Stern Subra findet man, wenn man von eta Leonis kommend bei Regulus rechtwinklig nach rechts abbiegt und dann etwa doppelt so weit geht; dieser Stern ist gleich hell wie eta Leonis. Subra bedeutet "Mähne" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 120 Lichtjahren. Eta Leonis ist ebenfalls ein weißlicher Stern, er ist aber mit 2000 Lichtjahren viel weiter entfernt.

Geht man von Regulus statt zu Subra in die andere Richtung, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist rho Leonis, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Auch iota Leonis erreicht beinahe die 3. Größe, er ist weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Er bildet mit Duhr und Coxa von der mittleren Löwenachse eine deichselartige Figur, bei der er an der unteren Stelle steht.

2.4 Das Himmelslineal und weitere Sterne des Schlangenträgers und des Herkules

Östlich des Bärenhüters und der Jungfrau kann man die Sterne der Schlange und des Schlangenträgers sehen. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so sieht man im Osten den Hauptstern des Schlangenträgers, das ist Ras Alhague, der schon vorgestellt wurde. Verlängert man über ihn hinaus, so gelangt man zu einem weiteren Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Celbalrai, das bedeutet "Schäferhund". Celbalrai ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Spiegelt man den mittleren Stern der großen Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel, also Mirak, an der Linie Arktur - Gemma, so gelangt man zu Unuk, einem Stern beinahe 2. Größe, dem Hauptstern der Schlange. Diese Spiegelung ist allerdings etwas länglich und diese Deichsel und Unuk bilden eine geometrische Figur, die wie ein Drachen aussieht, der aber nichts mit dem gleichnamigen Sternbild zu tun hat. Unuk ist ein Roter Riese im Abstand von fast 75 Lichtjahren und bedeutet "Hals der Schlange". Von Mirak über Unuk die Hälfte weitergehend findet man den Stern Yed Prior im Schlangenträger, einen Roten Riesen im Abstand von 170 Lichtjahren. Yed Prior ist genauso hell wie Unuk und bedeutet "erstere Hand". Noch etwas weitergehend sieht man unter Yed Prior einen Stern 3. Größe, das ist sein Nachbarstern Yed Posterior; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren und bedeutet "nachfolgende Hand".

Durch die Sterne Unuk, Yed Prior und Yed Posterior zieht sich eine Sternenkette fast senkrecht nach unten zum Horizont, die wie auf einem Lineal angeordnet am Himmel steht; diese Sterne gehören zu den Sternbildern der Schlange und des Schlangenträgers. Der vierte Stern von oben ist Yed Prior an der Grenze dieser beiden Sternbilder und der 5.Stern ist Yed Posterior.

Verlängert man von Unuk über Yed Prior gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren helleren Stern, der beinahe die 2. Größe erreicht, das ist zeta Ophiuchi, der unterste und hellste Stern im geraden Teil dieser Sternenkette; er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und wird manchmal Han genannt.

Die drei ersten Sterne dieses "Himmelslineals" gehören zum Sternbild der Schlange, die nächsten drei zum Sternbild des Schlangenträgers, ehe das Himmelslineal ein wenig nach links abknickt zum Stern Sabik, der ebenfalls zum Schlangenträger gehört; er ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Sabik bedeutet "der Vorangehende". Mit diesem Namen wurden ursprünglich dieser Stern und der unterste Stern des geraden Teiles des Himmelslineals, zeta Ophiuchi, bezeichnet. Dabei wurde zeta Ophiuchi mit dem Namen as-sabiq al-awwal bezeichnet, das bedeutet "der erste Vorangehende", und der Stern Sabik mit dem Namen as-sabiq at-tani, das bedeutet "der zweite Vorangehende". - Sabik ist übrigens der Polarstern auf dem Planeten Uranus.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe befinden sich am Anfang des Himmelslineals: als erstes sieht man oberhalb von Unuk den Stern delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals; er ist ein echter Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von gut 200 Lichtjahren und unterhalb von Unuk sieht man in Richtung von Yed Prior und Yed Posterior den Stern epsilon Serpenti; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals ist rund doppelt so weit entfernt von Unuk wie epsilon Serpentis. - . Geht man von delta Serpentis zu Unuk und geht dann rechtwinklig nach rechts ein bisschen weiter, so gelangt man zu einem der schönsten Kugelsternhaufen des Nordhimmels, den man im Feldstecher bewundern kann; das ist der Kugelsternhaufen M5, eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 24'500 Lichtjahre von uns entfernt und enthält über 100'000 Sterne.

Bei guter Südsicht kann man rechts unterhalb vom Ende dieses "Himmelslineals" einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe heißt er Antares, das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion". Über ihm sieht man 2 Sterne zweiter und beinahe erster Größe, das sind die beiden oberen Sterne der Mondstation al-iklil, Akrab und unter ihm die Dschubba. - Akrab bedeutet "Skorpion" und Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt. Derzeit steht der helle Ringplanet Saturn über ihnen.

Der Herkules ist ein weiträumiges Sternbild, das sich zwischen der Wega, der Nördlichen Krone und Ras Alhague erstreckt. Es weist nur zwei Sterne beinahe 2. Größe auf und ist somit insgesamt eher unscheinbar. Die beiden Herkulesssterne zeta Herculi und pi Herculi wurden bereits vorgestellt. Dieses Sternbild beherbergt einen der bekanntesten, bei nicht lichtverschmutzten Bedingungen sogar von bloßem Auge sichtbaren und einfach auffindbaren Kugelsternhaufen namens M13.

In der Mitte zwischen der Gemma und Ras Alhague kommt man am hellsten Herkulesstern Rutikulus vorbei, einem Stern beinahe zweiter Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt, wie unsere Sonne ein gelber Stern und heißt "Achselhöhle", sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger". Biegt man auf der Linie Gemma zu Ras Alhague bei Rutikulus senkrecht nach links ab, so kann man dort zwei weitere Sterne sehen, die mit Rutikulus ein beinahe gleichseitiges Dreieck bilden, dessen Kantenlänge etwa gleichgroß wie der Abstand Arktur - Mirak ist. Der rechte obere der beiden wurde schon vorgestellt, das ist zeta Herculi und ist gleich hell wie Rutikulus und ebenso wie dieser und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren, der linke untere heißt Sarin und ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Dieses fast gleichseitige Dreieck ist zur Orientierung in dieser Himmelsregion sehr nützlich. - Spiegelt man Rutikulus an der Achse zeta Herculi - Sarin, so gelangt man zu pi Herculi, der gleich hell ist wie Sarin; er ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren und wurde auch schon vorgestellt.

Rechts oberhalb von Ras Alhague sieht man einen Stern . Größe, das ist Ras Algethi, der Hauptstern des Herkules. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi steht am unteren Ende eines trapezartigen Vierecks, das auch Herkulestrapez heißt. Diagonal gegenüber steht der Stern pi Herculi, der gleichhell wie Sarin im gleichseitigen Dreieck mit Rutikulus und zeta Herculi ist. Sei noch der Stern eta Herculi genannt; zu ihm gelangt man, indem man von Rutikulus ausgehend an zeta Herculi vorbeigeht. Eta Herculi steht also in dem Trapez "neben" pi Herculi und erreicht gerade noch 3. Größe. In der vierten Ecke dieses Trapezes befindet sich ein unauffälligerer Stern gerade noch 4. Größe, das ist epsilon Herculi. - Eta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und epsilon Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Im Herkules-Trapez kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden: geht man von Rutikulus am zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi vorbei zu eta Herculi, so sieht man in einem Feldstecher oder bei licht-unverschmutzter Sicht sogar von bloßem Auge zwischen zeta und eta Herculi, ein Drittel von eta und zwei Drittel von zeta entfernt, ein verwaschenes Fleckchen; das ist der bekannte Kugelsternhaufen M13. Er ist ein Kugelsternhaufen, das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Dieser Kugelsternhaufen ist 25'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält etwa 300'000 Sterne.

Geht man schließlich vom hellsten Herkulesstern Rutikulus an Sarin vorbei ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren Herkulesstern 3. Größe namens mue Herculi. Dieser ist wie unsere Sonne und die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi ein gelber Stern, wie zeta Herculi im Abstand von rund 30 Lichtjahren. Von hier gelangt man auch sehr einfach zur hellen Wega: betrachtet man die vier Sterne zeta und pi Herculi sowie Sarin und mue Herculi und verlängert man diese beiden Linien etwa zweimal nach oben, so findet man dort ungefähr in der Mitte die helle Wega. Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern steht im Norden des Sternbildes in der Drachenkopf-Raute auf der Wega-zugewandten Seite, das ist iota Herculi. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite.

Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern beinahe 3.Größe steht rechts unterhalb von Rutikulus, das ist der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist.

Verlängert man die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel über Ras Alhague und Celbalrai hinaus weiter, so gelangt man doppelt so weit entfernt zu einem Stern 3. Größe, das ist nue Ophiuchi. Sei noch der gleich helle Stern kappa Ophiuchi genannt, der mit Ras Alhague und Cebalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet und der westlich von Cebalrai steht. Nue und kappa Ophiuchi sind beide Rote Riesen, ersterer im Abstand von 150 Lichtjahren und zweiterer im Abstand von 90 Lichtjahren.

2.5 Die ersten Sommersterne: Wega, der Schwan und der Drache

Sommerdreieck (orange) mit Achsen-Spiegelung (hellblau) zu Ras Alhague im Schlangenträger

Im Osten ist inzwischen das Sommerdreieck vollständig aufgegangen, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan links unter ihr und noch tief am Horizont stehend aus Atair im Adler besteht. Die helle Wega wurde schon vorgestellt, sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair erreicht beinahe die 0. Größe und ist der zweithellste Stern im Sommerdreieck. Er ist ein naher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist, und bedeutet "fliegender Adler"; er ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man zu Ras Alhague im Schlangenträger, den Stern, auf den die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist. Über der Wega sieht man Ettanin, den hellsten Stern des Sternbildes Drachen. Er ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese 2. Größe und bedeutet "Seeungeheuer"; Ettanin kann man daran erkennen, dass über ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Am einfachsten gelangt man mit der "kleinen Polarsternregel" zu diesen beiden Botensternen der Wega, indem man von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen ausgeht. In nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, von Kochab über Pherkad, gelangt man zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach links unten, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei Sternen schräg nebeneinander, die die zweite und beinahe zweite Größe erreichen, das sind die beiden Botensterne der hellen Wega, Ettanin, der untere rechte der beiden, und Alwaid. - . Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleichviel weiter zur hellen Wega in der Leier.

Man kann die helle Wega auch finden, indem man direkt von Arktur zur Gemma und dann fast gleichviel weitergeht. Zunächst gelangt man zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, der schon vorgestellt wurde und der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren ist. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, der auch schon vorgestellt wurde; das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.

Der Schwan scheint über den Himmel nach rechts zu fliegen
Das Sternbild des Schwanes manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb nach links bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega, findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, haben wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt.)

Geht man von Deneb nach links in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Unter und über Sadir findet man ebenfalls je einen Stern gerade noch sowie beinahe 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan, das ist derzeit der untere Stern, heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist der vierthellste Schwanenstern delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren. - Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sternen erahnen konnte. Sie stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, und bilden die Drachenkopf-Raute, die links vom Drachenstern Grumium und rechts vom Herkulesstern iota Herculi ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. - Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Ganz in der Nähe steht ein weiterer Herkulesstern 3. Größe, das ist pi Herculi, der auch schon vorgestellt wurde; man findet ihn in eineinhalbfacher Verlängerung von Ettanin über iota Herculi. Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck.

Man kann somit auch über die helle Wega und den Drachenkopf in die nördlichen Teile des Sternbildes Herkules gelangen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der hellen Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke rechts oben findet man dann den Stern pi Herculi; man kann ihn auch finden, indem man vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Der Drache hat noch zwei weitere Sterne 3. Größe: den vierthellsten Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Geht man diese Verlängerung gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin, dem Hauptstern des Kepheus. Dieser ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". Unmittelbar rechts neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Auch in der Leier gibt es zwei weitere Sterne 3. Größe: geht man von Ettanin im Drachenkopf zur hellen Wega und dann die Hälfte weiter, so gelangt man zu zwei nebeneinander stehenden Sternen, die zum Sternbild der Leier gehören; der Stern auf der Linie ist Sheliak und der Stern links von ihm ist Sulaphat. Sheliak ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren und Sulaphat ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte".

Im Osten kann man Atair im Adler sehen, einen Stern beinahe 0. Größe, der mit der hellen Wega und mit Deneb im Schwan das markante Sommerdreieck bildet. Über Atair kann man einen weiteren Stern beinahe 2. Größe sehen, das ist Tarazed, ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke". Bei guter Horizontsicht kann man unter Atair auf der anderen Seite wie Tarazed einen Stern beinahe 3. Größe erkennen, das ist Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke".

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Rechts neben ihm sieht man den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Der "fliegende Adler" Atair wird also von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten neben Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Diese drei Sterne bilden die Schulter des fliegenden Adlers. Die Übersetzung "Falke" ist sprachwissenschaftlich indes ein Übersetzungsfehler aus dem Persischen; dort ist die Rede davon, dass der fliegende Adler "an-nasr attair", der durch die drei sehr auffällig in einer Linie stehenden Sterne Alshain, Atair und Tarazed dargestellt wird und aus dessen zweiten Wort sich ja der Sternname Atair gebildet hat, vom Volk "shahin tarazed" genannt werden, und das bedeutet "Wagbalken der Waage". Das zweite Wort tarazed ist dann auf den Sternnamen Tarazed und das erste Wort shahin ist auf den Sternnamen Alshain übergegangen.

2.6 Die Sprünge der Gazelle und der Luchs, weitere Körpersterne der Großen Bärin sowie der Kleine Löwe

Das Areal zwischen dem Großen Wagen und dem Löwen enthält keine Sterne 2. Größe und wird meistens auch nicht weiter beachtet. Das ist schade, denn im späten Frühling stehen diese Sterne hoch am Himmel und man kann immerhin 4 Sterne sehen, die helle Sterne dritter Größe sind - wären sie nur eine Zehntel Größenklasse heller, so würden zwei von ihnen sogar beinahe die 2. Größe erreichen. Sie sind also durchaus auffällige Sterne und drei von Ihnen wurden schon vorgestellt, nämlich Tania Australis vom mittleren Gazellensprung, Talitha Borealis vom dritten Gazellensprung sowie alpha Lyncis, der Hauptstern des Luchses, der mit seinem Nachbarstern wie ein vierter, etwas breitbeiniger Gazellensprung zwischen dem 3. Gazellensprung und dem Kopf des Löwen, aussieht.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der hellste Nichtwagensterne der Großen Bärin, das ist psi Ursae Maioris unterhalb des Wagenkastens. Im Juni ist das oberhalb, da der Große Wagen nun auf dem Kopf steht, und man findet ihn am einfachsten in Verlängerung der beiden kurzen Seiten des Wagenkastens in Richtung Löwe. Er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebsthellste Stern der Großen Bärin.

Tania Australis vom mittleren Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren, Talitha Borealis vom dritten, derzeit dem linken oberen Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren und alpha Lyncis ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren.

Alle diese Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez und bei guten Sichtbedingungen kann man am Himmel sehr schöne Pfade von der Großen Bärin zum Löwen beschreiten.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der Stern Al Haud, er befindet sich auf dem Weg von Talitha Borealis zum hinteren unteren Kastenstern Merak nach rund einem Drittel des Weges. Al Haud bedeutet "Becken" und ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren.

Im Westen wird dieses Areal von Cor Caroli, der immerhin beinahe die 2. Größe erreicht, abgeschlossen: geht man vom Wagenstern Benetnash am Ende der Wagendeichsel zur Denebola im Löwen an seinem Schwänzchen, so findet man nach einem Drittel des Weges den Stern Cor Caroli in den Jagdhunden. Da Cor Caroli in der Krümmung der Deichsel des Großen Wagen ein sehr einfach auffindbarer Stern ist - vermutlich ist er nach den Wagensternen mit dem Augenprüfstern und dem Polarstern zusammen mit dem "Augenprüfstern" von Alioth der nächst-einfachste auffindbare Stern überhaupt, wird man in der Praxis Benetnash und Cor Caroli nutzen, um bei schlechten Sichtbedingungen die Denebola zu finden. Neben Cor Caroli steht schräg in Richtung des Wagenkastens der zweithellste Jagdhundestern Chara, der bei guten Sichtbedingungen ebenfalls sehr einfach zu finden ist.

Am einfachsten fängt man mit den Gazellensprüngen an: unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt, wie der Große Wagen hoch ist, drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne stehen zwischen dem Großen Wagen und dem Löwen und werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens - da der Große Wagen im Juni auf dem Kopf steht ist das nun oberhalb - sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird vom hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris gebildet, der bereits vorgestellt wurde; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Wagensicht nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens schief nach innen nach unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin. Sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein: hier wird der Fersenstern von Al Haud, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, gebildet. Diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Die Große Bärin hört nicht bei den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen auf, sondern hat mit der Muscida noch einen weiteren Stern 3. Größe an ihrem Kopf und zwei Sterne beinahe dritter Größe an ihrem Hals: in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - im Juni ist das nach links - findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel. - Auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von der Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Wie schon gesehen gelangt man im Westen von Benetnash über Cor Caroli zur Denebola, indem man dreimal verlängert. - Gehen wir von den beiden vorderen Kastensternen von Megrez über die Phekda, so folgt nach rund dreimaliger Verlängerung der hellste Nichtwagenstern psi Ursae Maioris. Diesen Weg weitergehend gelangt man dann erst zum zweithellsten Löwenstern Algieba und dann zu Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Dabei kommt man nach einem Drittel des Weges von psi Ursae Maioris zur Algieba noch am hellsten Stern des Kleinen Löwen vorbei, der zwischen den beiden ersten Gazellensprüngen, etwas näher am ersten Gazellensprung steht. 46 Leonis Minoris ist ein Roter Riese beinahe 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren. Man kann ihn auch finden, indem man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges geht oder indem man von der Algieba in Richtung des hellsten Nichtwagensternes psi Ursae Maioris geht, dann steht 46 Leonis Minoris kurz nach der Hälfte des Weges etwas westlich.

Die dritte Route vom Großen Wagen in den Löwen verläuft fast parallel dazu: ausgehend vom hinteren unteren Kastenstern Merak gelangt man über den mittleren Gazellensprung mit Tania Australis in den Löwenkopf zu Ras Elased Borealis und kurz darauf Ras Elased Australis, und die vierte Route schließt dieses Areal im Osten ab: geht man von der Muscida am Kopf der Großen Bärin zum dritten Gazellensprung mit Talitha Borealis und dann gleich viel weiter, so gelangt man zum etwas "quergestellten vierten Gazellensprung" mit alpha Lyncis und nochmals gleichviel etwas nach Osten weitergehend erneut in den Löwenkopf zu Ras Elased Borealis und Ras Elased Australis.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen die 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, sowie Alula Borealis vom ersten Gazellensprung und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen wie beim Jungfraustern Porrima zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe. Auch der zweite Stern des "quergestellten vierten Gazellensprunges" erreicht beinahe die 3. Größe, er steht links neben alpha Lyncis und heißt 38 Lyncis und ist der zweithellste Stern des Sternbildes Luchs, ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas zur Wagendeichsel hin eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

2.7 Der Skorpion und die Waage

Bei guter Südsicht kann man rechts unterhalb vom Ende des "Himmelslineals", der Sternenkette, die durch Unuk, Yed Prior und Yed Posterior sowie die beiden Sabik-Sterne führt, einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe heißt er Antares, das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion".

Der Skorpion ist eines der schönsten und figürlichsten Sternbilder am Sternhimmel und steht in unseren Breiten so weit südlich, dass man nur seine nördlichen Teile gut sehen kann. Man kann sich vorstellen, dass sich der Skorpion mit seinen Scheren gerade aus dem Sand ausbuddelt. Die Mythologie weiß zu berichten, dass der Skorpion den berühmten Himmelsjäger Orion, der sich für unbesiegbar hielt, gestochen hat, so dass dieser starb; die beiden mögen sich bis heute nicht, so dass der Orion untergeht, wenn der Skorpion aufgeht, und der Skorpion untergeht, wenn der Orion aufgeht.

Rechts oberhalb von Antares kann man die vordere Dreiergruppe des Skorpions sehen, deren beiden oberen Sterne, Akrab und Dschubba, zweite und sogar beinahe erste Größe erreichen. Akrab bedeutet "Skorpion" und wird im englischen Acrab geschrieben, Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt. Aufgrund eines Helligkeitsausbruches ist derzeit die Dschubba heller als Akrab. - Der untere Stern der vorderen Dreiergruppe, pi Scorpii, ist ein blauweißlicher Riesenstern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 450 Lichtjahren. Oberhalb von Akrab befindet sich derzeitig der Ringplanet Saturn.

Antares steht in der Mitte der unteren Dreiergruppe des Skorpions und seine beiden Nachbarsterne haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Sterne beinahe 2. Größe; der linke tau Scorpii im Abstand von 430 Lichtjahren und der rechte sigma Scorpii fast doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren.

Das Sternbild der Waage und ihr weiteres Umfeld zur Orientierung, In der vergrößerten Darstellung sind alle beschriebenen Sterne bezeichnet.
Östlich der Jungfrau kann man die hellsten Sterne der Waage erkennen. - Obgleich das Sternbild der Waage eher unauffällig ist, so gehören ihre beiden hellsten Sterne zusammen mit Akrab und der Dschubba, den beiden oberen Sternen der vorderen Dreiergruppe des Skorpions, zu den vier hellsten Sternen der Region zwischen der Spica und Antares.

Der obere und der mittlere Waagestern erreichen beide beinahe die 2. Größe: der obere Stern ist der hellste Waagestern Zuben-el-schemali, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 120 Lichtjahren, und der mittlere Stern ist Zuben-el-genubi, ein weißlicher Stern im Abstand von 77 Lichtjahren. Zuben-el-schemali bedeutet "die nördliche Klaue (des Skorpions)", Zuben-el-genubi bedeutet "die südliche Klaue (des Skorpions)". Er steht ungefähr in der Mitte zwischen der Spica und Antares.

Der untere Waagestern ist Brachium, er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Brachium bedeutet "Arm". Dieser Stern gehörte bis zur endgültigen Festlegung der Sternbildgrenzen im Jahre 1930 durch die Internationale Astronomische Union zum Sternbild des Skorpion und hatte die Bezeichnung gamma Scorpii.

2.8 Die Cassiopeia, der Kepheus und die letzten Wintersterne

Das Sternbild der Cassiopeia steht nach Sonnenuntergang unterhalb des Polarsterns. Sie steht also auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen und sieht wie ein großes W aus; ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von rechts . Der rechte Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. Das Wort Schedir hat denselben Ursprung wie der Schwanenstern Sadir.

Die drei hellsten Sterne der Cassiopeia erreichen die 2. Größe. Ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der rechte Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar rechts neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von rechts unten nach rechts oben durchzählt, so steht ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts und Caph an der ersten Stelle von rechts.

Der vierte Cassiopeiastern verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. . Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad.

Perseus und die angrenzenden Sternbilder
In Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", gelangt man zu tief am Nordhorizont zu Mirfak, dem Hauptstern des Perseus, einem weißgelblichen Stern beinahe die 1. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren, und schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)".

Rechts unter der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden rechten Cassiopeiasterne Schedir nach rechts über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke über Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg links oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses. Gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit deren Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar rechts neben Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim, ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren. Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim neben Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten dann etwas schmaler ist.

Die Wintersterne sind mit Ausnahme der nördlichen Teile des Fuhrmann und der Zwillinge schon untergegangen und man sieht zu Monatsbeginn nur noch einen Teilbogen tief am Westhimmel. Folgt man diesem Bogen von rechts nach links, so sieht man im Nordwesten den Hauptstern des Fuhrmannes, das ist die helle Capella, die 0. Größe hell ist. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen trägt der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein, das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Auch der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet "Zicklein". Man findet sie, indem man die beiden oberen Kastensterne des Großen Wagen von Megrez am Anfügepunkt des Schwanzes über den zweithellsten Wagenstern Dubhe rund viermal verlängert. Man kann sie auch finden, indem man vom mittleren Stern der Cassiopeia zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des W hindurch geht. Die helle Capella ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Links der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt", er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Jahren. Auch Menkalinan gehört wie die Gemma zum Bärenstrom; sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Links des Fuhrmann kann man die beiden Sterne der Zwillinge nebeneinander sehen, zunächst Castor und links neben ihm dann den etwas helleren Stern Pollux. Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren und Pollux ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Beide erreichen die erste Größe. Den Hauptstern Alphard der Wasserschlange kann man auch in der Verlängerung der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux finden.

Geht man von Alphard wieder zu Pollux und Castor zurück, so sieht man nach etwa einem Drittel des Weges zwei Sterne dritter Größe, die sich im nördlichen Teil der Wasserschlange befinden. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren.

In der Nähe der Capella findet man drei Sterne 3. und beinahe 3. Größe, welche auffällig nahe beieinander stehen und die mit der Capella eine ganze Ziegenfamilie bilden. Diese bildet ein flaches gleichschenkliges Dreieck, das mit der Capella einen sehr hellen Stern hat. Geht man von der Capella nach unten, so findet man an dessen unterer Ecke den Ziegenpapa Almaaz, einen Stern dritter Größe. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. - Geht man nun diagonal nach links gleichviel weiter, so sieht man dort an der unteren linken Ecke dieses Dreiecks zwei Sterne schräg übereinander, das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere. - Hoedus II ist ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern, und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Hoedus II ist fast gleichhell wie Almaaz, Hoedus I mit beinahe 3. Größe etwas weniger hell. Auf den alten Sternbild-Darstellungen sind unter der Ziegenmutter Capella die beiden Ziegenkinder ebenfalls abgebildet.

Bei guter Nordwestsicht kann man unter Menkalinan auf halbem Wege zum Horizont den Fuhrmannstern Borgadus sehen, der beinahe 2. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmannes)". Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Den Stern Deneb im Schwan kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch den unteren rechten Stern der Cassiopeia.

2.9 Ab der Monatsmitte: die nördlichen Sterne des Schützen, des Pegasus und des Steinbockes

Verlängert man ab der zweiten Monatshälfte das Himmelslineal über Sabik hinaus, so gelangt man zu den nördlichen Teilen des Sternbildes des Schützen. Zunächst erreicht man in doppelter Verlängerung von Han am unteren Ende des geraden Teiles des Himmelslineals über Sabik hinaus einen Stern beinahe 2. Größe namens Kaus Borealis und dann in dreifacher Verlängerung von Han über Sabik hinaus den Stern Nunki, der 2. Größe erreicht und der der hellste Stern in diesem Himmelsareal ist. Etwas links oberhalb von Nunki, in Richtung des Adlersternes Atair, steht der Stern Albalda, der wie Kaus Borealis die zweite Größe nur knapp verfehlt.

Kaus Borealis heißt "nördlicher Stern des Bogens" und ist ein Roter Riese im Abstand von 80 Lichtjahren, Nunki bedeutet "göttlicher Ort der Erde" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 220 Lichtjahren und Albalda links oberhalb in Richtung Atair bedeutet "der Platz, die Gegend"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren. Gegen Monatsende kann man rechts unterhalb von Nunki einen weiteren Schützenstern sehen, das ist die Askella und bedeutet "Achsel". Sie ist ein weißlicher Stern knapp 2. Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Spiegelt man die helle Wega in der Mitte an der Achse Deneb - Atair, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif, der die 2. Größe erreicht. Das Sommerdreieck und Enif bilden ein Parallelogramm. Spiegelt man die helle Wega senkrecht an der Achse Deneb - Atair, das ist knapp neben Deneb, so gelangt man zum zweithellsten Pegasusstern Scheat, der gleich hell ist wie Enif, und rechts über ihm zum Stern Sadmatar, einem Stern 3. Größe.

Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pegasus)", Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadmatar ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens".

Scheat befindet sich in einem fast gleichseitigen Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Scheat steht an der linken Ecke dieses kleinen Dreiecks. Der Stern an der oberen Ecke dieses Dreiecks ist Sadmatar. Auch der linke Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Verlängert man die untere Dreieckslinie von Scheat über die Ecke, in der Sadalbari und lamda Pegasi stehen, hinaus viermal, so gelangt man ebenfalls zum hellsten Pegasusstern Enif.

Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zunächst zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern dritter Größe im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß". Etwa in doppeltem Abstand folgen etwas nach rechts unten versetzt zwei Sterne 3. Größe schräg nebeneinander, die schon zum Sternbild des Steinbockes gehören: der rechte obere heißt Algiedi und der linke untere Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren und ist etwas heller als Algiedi. Wer gute Augen hat, kann westlich von Algiedi einen weiteren Stern gerade noch 4. Größe sehen; diese beiden sehen zwar wie ein Doppelstern aus, doch ist der Partnerstern, ebenfalls ein gelber Stern wie unsere Sonne, über zehnmal weiter entfernt. Vorsicht, dass man ihn von bloßem Auge nicht mit dem Stern nue Capricorni verwechselt, der auf der anderen Seite der Algiedi etwas weiter entfernt steht und deswegen bei genügend guter Sehkraft viel einfacher erkennbar ist. Nue Capricorni ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 270 Lichtjahren.

Rechtwinklig von Algiedi und Sadaldabih gelangt man eine Stunde nach Sonnenuntergang von Algiedi nach links gehend zu einem weiterem Stern, das ist der Stern Sadalbali im Wassermann, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Dieser Name kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln.

Zu Nunki kann man auch gelangen, indem man den oben beschriebenen Weg vom Adler in den Steinbock beschreitet und bei den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih senkrecht nach rechts etwa gleichweit abbiegt.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Da die Erde um die Sonne läuft, hat man von der Erde aus gesehen den Eindruck, dass die Sonne vor dem Sternenhimmel herzieht. Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne dabei im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die meisten Mondstationen basieren auf der indischen Tradition, der Nakshatra, die ebenfalls kurz vorgestellt wird. In der 6. Rubrik und der 7.Rubrik werden sie in englischer Sprache vorgestellt; dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben.

3.2 Die drei hellen Mondstationen im Sternbild Löwe

Das Sternbild des Löwen umfasst drei Mondstationen,die einfach zu finden sind:

Al-gabba hat der Algieba ihren Namen verliehen und besteht aus der Linie Adhafera - Algieba - eta Leonis und Regulus; in der indischen Tradition wird nur Regulus verwendet und heißt dort "der Große".

Az-zubra besteht aus den beiden Sternen Duhr und Zosma der mittleren Löwenachse; der Name dieser Mondstation ist dann auf den Löwenstern Subra übergegangen. In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der frühere Rötliche" übersetzt.

Die Mondstation As-sarfa schließlich besteht aus der Denebola beim Schwänzchen des Löwen, dies bedeutet der "Wechsel (des Wetters)". In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der spätere Rötliche" übersetzt.

3.3 Die Mondstationen im Sternbild Jungfrau

Die erste Mondstation der Jungfrau heißt al-auwa und hat dem Stern Minelauva seinen Namen gegeben. Al-auwa besteht aus dem Jungfraubogen, der von Vindemiatrix, Minelauva und Porrima gebildet wird, und geht dann rechtwinklig weiter in Richtung Regulus im Löwen zu den beiden Sternen Zaniah und Alaraph. In der indischen Tradition wurden anstelle des Jungfraubogens die fünf Sterne des Raben als Mondstation verwendet.

Al-auwa bedeutet "in dem Winkel des Käf"; Käf ist ein arabischer Buchstabe, dem die Sterne dieser Mondstation ähneln. Eine andere Lesart übersetzt diesen Namen "mit bellenden Hunden", so dass diese 5 Sterne fünf Hunde darstellen, die dem Löwen hinterher bellen.

Die zweite Mondstation der Jungfrau heißt as-simak und wird von der hellen Spica gebildet. As-simak bedeutet "die beiden, die hoch sind"; gemeint sind damit Arktur und Spica in der Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen; diese Bezeichnung ist später auf Azimech, den arabischen Namen der Spica, übergegangen. In der indischen Tradition heißt sie "die Helle".

Die dritte Mondstation der Jungfrau heißt al-gafr und wird von den drei unauffälligen Sternen Syrma, kappa Virginis und Khambalia gebildet, die 4. Größe erreichen und nur bei sehr guter Südostsicht gesehen werden können. Al-gafr heißt "die Bedeckung". Sie befindet sich zwischen der Spica und den drei hellsten Waagesternen und ist wie eine Deichsel geformt. Der oberste Stern dieser Mondstation heißt Syrma und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Syrma bedeutet "Kleiderschleppe". Zur Syrma gelangt man auch, wenn man vom mittleren Stern Minelauva der Jungfrau-Deichsel ausgehend über die Heze gleichviel weitergeht. Schräg unter der Syrma steht kappa Virginis, ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren, und der unterste Stern dieser Mondstation ist Khambalia, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Khambalia bedeutet "Hakenklaue". - In der indischen Tradition wird hier der helle Stern Arktur als Mondstation verwendet und heißt "Schwert der Unabhängigkeit".

3.4 Die Mondstation der Waage

Die Mondstation in der Waage heißt az-zubana; aus diesem Namen ist der Sternname Acubens entstanden. Acubens bedeutet "Schere / Zange des Skorpions". Diese Mondstation besteht aus den beiden hellsten Waagesternen Zuben-el-schemali und Zuben-el-genubi, der nördlichen und der südlichen Klaue des Skorpions. Wenngleich das Sternbild der Waage eher unauffällig ist, so gehören diese beiden Sterne zusammen mit Akrab und der Dschubba, den beiden oberen Sternen der vorderen Dreiergruppe des Skorpions, welche die nächste Mondstation bildet, zu den vier hellsten Sternen der Region zwischen der Spica und Antares.

In der indischen Tradition wurden noch zwei weitere unauffällige Waagesterne 4. und gerade noch 4. Größe zu dieser Mondstation gezählt: der Stern Zuben-el-Akrab steht knapp in der Mitte zwischen dem hellsten Waagestern Zuben-el-schemali an der nördlichen Skorpionklaue und dem Skorpionstern Akrab am oberen Ende der vorderen Skorpion-Dreiergruppe, und der Stern iota Libri bildet mit den drei anderen Sternen dieser Mondstation beinahe ein Rechteck. - Sei auch noch theta Libri, ein Stern beinahe 3. Größe, genannt, der nicht zur Mondstation dazugezählt wird; zu ihm gelangt man von Zuben-el-schemali zu Akrab gehend kurz nachdem man Zuben-el-Akrab erreicht hat.

Zuben-el-Akrab ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren, iota Libri ein weißlicher Stern im Abstand von fast 380 Lichtjahren und der hellste dieser drei Sterne, theta Libri, ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Der Name dieser indischen Mondstation lautet "wie eine Gabel geformt".

3.5 Die beiden ersten Mondstationen des Skorpions

Die erste Mondstation des Skorpions heißt al-iklil und wird durch die vordere Dreiergruppe des Skorpion, die aus Akrab, Dschubba und pi Scorpii besteht, gebildet. Al-iklil bedeutet "die Krone auf der Stirn des Skorpion". In der indischen Tradition heißen diese Sterne "Apostel des göttlichen Funkens". Derzeit befindet sich der Ringplanet Saturn etwas westlich dieser vorderen Dreiergruppe oberhalb von ihrem oberen Stern Akrab.

Die zweite Mondstation des Skorpions heißt al-qalb, das bedeutet "Herz des Skorpions". Sie wird vom Hauptstern des Skorpion, von Antares gebildet. In der indischen Tradition werden neben Antares auch seine beiden Nachbarsterne sigma und tau Scorpii verwendet, sie haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Riesensterne; der linke im Abstand von 430 Lichtjahren, der rechte knapp doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Älteste".

3.6 Ab Mitternacht: die dritte Mondstation des Skorpions

Bei sehr guter Südsicht kann man ab Mitternacht den Skorpion in seiner vollen Pracht bewundern, da nun auch der gewaltige Schwanz des Skorpions sichtbar ist. Er bildet die dritte Mondstation des Skorpions. Sie heißt as-sawla und hat dem Stern Shaula seinen Namen gegeben. As-sawla bedeutet "der Stachel am Schwanzende des Skorpion". Sie wird von den beiden Stachelsternen Shaula und Lesath gebildet. In der indischen Tradition wird der gesamte hintere Teil des Skorpion als Mondstation verwendet und heißt "Wurzel". Diese Sterne kann man nur von Südeuropa aus erkennen. In Fortsetzung der unteren Dreiergruppe des Skorpion kann man den körpernächsten Schwanzstern epsilon Scorpii, der manchmal Wei genannt wird, sowie nochmals ungefähr so weit entfernt etwas oberhalb der Verbindungslinie den hintersten Schwanzstern Shaula, der beinahe erste Größe erreicht, tief am Horizont erkennen. Unterhalb dieser beiden Sterne windet sich der mächtige Schwanz des Skorpion.

Wei ist ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von 70 Lichtjahren und die Shaula ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Shaula bedeutet "erhobener Schwanz (des Skorpion)". Unmittelbar rechts neben der Shaula kann man bei ausgezeichneten Sichtbedingungen auch einen Stern beinahe 2. Größe erkennen, das ist der Stern Lesath, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 520 Lichtjahren. Lesath bedeutet "Stich eines giftigen Tieres".

Bei sehr guter Südsicht kann man unter der Shaula und Lesath sowie links neben ihnen ebenfalls je einen Stern erkennen. Der Stern unter ihnen heißt Girtab, ein Stern gerade noch 2. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Girtab ist die sumerische Bezeichnung für Skorpion. Der Stern links neben Shaula und Lesath ist der Stern G Scorpii, er erreicht 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren.

Unterhalb vom körpernächsten Schwanzstern Wei folgen zunächst die Sterne mue und zeta Scorpii, wo der Schwanz des Skorpion zu eta Scorpii nach Osten abbiegt. Dann folgt der Stern Sargas, der ebenfalls beinahe erste Größe erreicht. Sargas steht am unteren Ende der Schwanzkrümmung und ist auch von Südeuropa nur bei sehr guter Südsicht tief am Horizont zu erkennen; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Von Sargas aus windet sich der Schwanz des Skorpion wieder hinauf zu iota Scorpii und Girtab. Nun zweigt sich der Schwanz auf - nach rechts gelangt man zu Shaula und Lesath, nach links zu G Scorpii; letzterer wurde aber nicht mehr zur Mondstation hinzugezählt.

Folgt man der Linie des Skorpion von Antares und seinen beiden Schutzsternen weiter über Wei hinaus, so folgt im Schwanz des Skorpions zunächst der Stern mue Scorpii, der ein optischer Doppelstern eines Sternes 3. und eines Sternes gerade noch 3. Größe ist; beide sind blauweißliche Sterne; der rechte und hellere im Abstand von über 800 Lichtjahren, der linke im Abstand von gut 500 Lichtjahren. Der nächste Stern ist dann zeta Scorpii, ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Er erreicht beinahe 3. Größe. Hier biegt der Schwanz des Skorpion nun nach Osten ab zu eta Scorpii, einem weißgelblichen Stern 3. Größe im Abstand von gut 70 Lichtjahren. Dann folgt Sargas, ehe sich der Schwanz wieder nach oben windet. Zunächst kommt iota Scorpii, ein weit entfernter weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 2000 Lichtjahren, und dann Girtab. Nun zweigt sich der Schwanz auf - nach rechts gelangt man zu Shaula und Lesath, nach links zu G Scorpii.

3.7 Die noch von Indien aus sichtbaren Frühlingssterne der Wasserschlange

In der 6.Rubrik werden neben der Sterne der indischen Tradition auch hellere Sterne in ihrer Umgebung beschrieben. Einige von ihnen sind von Mitteleuropa aus im Juni nicht mehr sichtbar; diese werden nun hier in deutscher Sprache vorgestellt. Es handelt sich um den Krebs und die nordwestlichen Sterne der Wasserschlange.

Die Mondstation an-natra befindet sich zwischen den Zwillingen und dem Löwen und besteht aus einem Sternhaufen und zwei Sternen im Sternbild Krebs. An-natra bedeutet "Nasenhauch" und kann nur bei guter Sicht gefunden werden. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, indem man von den beiden Löwensternen Duhr über die Algieba rund zweimal weitergeht und nun mit dem Feldstecher ein bisschen herumwandert. Man findet sie auch in dreifacher Verlängerung quer durch den Löwenkopf von der Adhafera oberhalb der Algieba über Ras Elased Australis hinausgehend. - Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri sind Vordergrundsterne und stehen am linken Rand der Krippe; sie sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis links unterhalb der Krippe, das bedeutet im lateinischen nördliches und südliches Eselfüllen. Beide sind von bloßem Auge unauffällige Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, Asellus Australis, der hellere der beiden, ein Roter Riese im Abstand von 135 Lichtjahren. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht. In der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Blume" übersetzt.

In der indischen Tradition folgt dann die Mondstation "der Umarmer" und wird von einer Sterngruppe gebildet, deren beiden hellsten Sterne man am einfachsten finden kann, indem man ein fast gleichseitiges Dreieck bildet, in dessen oberer Ecke der Löwenstern Regulus und in dessen unterer Ecke Alphard, der Hauptstern der Wasserschlange, steht. In der dritten Ecke nach Westen sieht man dann zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren. Allerdings wird zeta Hydrae nicht zur Mondstation dazugezählt.

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Einführung in die Mondstationen

4. Monatsthema: Der Bärenhüter und die beiden "Hochstehenden"

Der Bärenhüter ist trotz seiner prominenten Lage zwischen der Deichsel des Großen Wagen und seinem hellen Hauptstern Arktur eher unscheinbar, obgleich er zwei Sterne gerade noch 2. Größe sowie einen Stern 3. Größe aufweist, der heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist.

Die Deichsel des Großen Wagen weist auf Arktur und dann weitergehend auf die Spica. Arktur wurde zusammen mit der Spica im Altertum als as-simak bezeichnet, das heißt "die beiden Simak", was gelegentlich mit "die beiden Hochstehenden" übersetzt wird. Dabei war Arktur der "as-simak ar-ramih", das bedeutet "der lanzenbewaffnete Hochstehende", während die Spica mit "as-simak al-a'zal" bezeichnet wurde, das bedeutet "der alleinstehende Hochstehende".

Diese beiden Namen wurden abgekürzt verwendet, so dass für den Stern Arktur nur noch "(as-simak) ar-ramih" verwendet wurde, woraus sich sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name Alramech bildete, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält. Für die Spica wurde "as-simak (al-a'zal)" verwendet, woraus ihr arabischer Name Azimech entstand, das bedeutet "die beiden, die hoch sind" - gemeint sind Arktur und Spica. Arktur ist deswegen der "lanzenbewaffnete Hochstehende", da er von mehreren helleren Sternen umgeben ist, während die eher alleinstehende Spica der "(unbewaffnete) Hochstehende" ist.

Zwar enthält auch die Jungfrau mit Vindemiatrix und der Porrima zwei Sterne beinahe 2. Größe, jedoch wurden diese einer anderen Sternengruppe zugerechnet, nämlich der Mondstation al-auwa, die sich auffällig zwischen der Spica und dem Löwen befindet und nicht der Spica zugerechnet wurde.

In der indischen Tradition wird Arktur mit dem Namen "Schwert der Unabhängigkeit" bezeichnet. Diese sehr ähnliche Namensgebung "Lanze" und "Schwert" könnte damit zusammenhängen, dass die Sterne in der Nähe vom hellen Stern Arktur, die heutzutage das Sternbild des Bärenhüters bilden, tatsächlich wie ein etwas zu dick geratenes Kurzschwert aussehen.

Die vier hellsten Sterne des Bärenhüters wurden bereits im Text vorgestellt: Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese 0. Größe im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Er ist Ausgangspunkt einer nach links unten weisenden Deichsel, deren mittlerer Stern der zweithellste Bärenhüterstern Mirak ist, und deren äußerer Stern die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone, ist. Aufgrund der schönen Figürlichkeit dieser Nördliche Krone, die bei guten Sichtbedingungen einen schönen Halbkreis von Sternen um die Gemma bildet, ist wohl anzunehmen, dass die Nördliche Krone auch früher schon ein eigenständiges Sternbild war, welches trotz der Nähe zum Bärenhüter nicht zu diesem dazugerechnet wurde. - Mirak bedeutet "Umhang" und ist ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren und die Gemma, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren, bedeutet "Edelstein"; sie ist etwas heller als Mirak.

Der dritthellste Stern des Bärenhüters ist beinahe 2. Größe hell, das ist Muphrid neben Arktur; er steht ungefähr senkrecht zur Deichsel Arktur - Mirak - Gemma, das ist derzeit schräg rechts oberhalb von Arktur. Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern (des Lanzenbewaffneten)", gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

Somit haben wir nun alle Zutaten für dieses Schwert beisammen: das Schwert hat einen Griff, eine Parierstange - das ist die Querstange zwischen Schwertgriff und der Klinge, welche die Hand des Schwertträgers schützt, und eine Klinge. Ein Stern steht am Ende des Griffes, zwei Sterne stehen rechts und links am Ende der Parierstange zwischen Griff und Klinge, zwei Sterne stehen rechts und links am unteren Teil der Klinge, zwei Sterne stehen rechts und links am breitesten Teil der Klinge auf etwa zwei Drittel Höhe und ein Stern steht an der Spitze der Klinge.

Arktur ist der Stern am Ende des Griffes, der zweithellste Bärenhüterstern Mirak steht auf der linken Seite am unteren Teil der Klinge und Ceginus, dort wo die Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen den Bärenhüter erreicht, steht auf der rechten Seite am breitesten Teil der Klinge. Muphrid, der einzelnde Stern des Lanzenbewaffneten, steht am rechten Ende der Parierstange.

Bildliche Darstellung des Bärenhüters. Nach Jehoshaphat Aspin, 1850
Die übrigen Bärenhütersterne erreichen gerade noch oder beinahe die 3. Größe und füllen die noch freien Plätze am Schwert aus.

Nekkar steht an der Spitze des Schwertes und delta Bootis auf der linken Seite des breiten Teiles der Klinge. Delta Bootis erreicht man, wenn man von Arktur über Mirak nicht zur Gemma abbiegt, sondern gleichviel weiter geht; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Nekkar an der Spitze des Bärenhüters, also oberhalb zwischen Ceginus und delta Bootis, ist 220 Lichtjahre entfernt. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern. Nekkar stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber".

Rho Bootis schließlich steht auf der rechten Seite am unteren Teil der Klinge, das ist neben Mirak auf der Ceginus-Seite des Bärenhüters; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Diese drei Sterne erreichen gerade noch die 3. Größe.

Beinahe 3. Größe erreicht der Stern zeta Bootis am linken Ende der Parierstange auf der anderen Seite von Muphrid; ihn findet man, wenn man in der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel in Arktur rechtwinklig nach unten abbiegt, etwas näher als Mirak entfernt ist. Zeta Bootis ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 180 Lichtjahren, die beide zum Bärenstrom gehören.

Es gibt noch einen weiteren Bärenhüterstern, der einen Namen hat, das ist Alkalurops, ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von 120 Lichtjahren. Er steht zwischen delta Bootis und Nekkar, etwas nach außen versetzt und näher an delta Bootis. Alkarulops bedeutet "Hirtenstab".

Der Mythologie zufolge ist der Bärenhüter der Philomelos, das ist der Sohn des Iasion und der Demeter. Philomelos erfand den Wagen und den von Ochsen gezogenen Pflug und einige Historiker vermuten, dass der Ochsentreiber den Übergang vom Nomadentum zum sesshaften antiken Landbau darstellt. Man sieht also, dass die Mythologie vom Sternbild eine ganz andere ist als die Mythologie der Mondstationen, deren Namen auf die Sternnamen übergegangen ist.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist in diesem Monat so gestaltet, dass in ihren beiden ersten Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können.

5.1 Die Sterne der Leier und des Pfeiles

Das Sternbild der Leier
Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind und im Wesentlichen den Leierkasten bilden und wie ein Parallelogramm neben der Wega aussehen. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe: das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Ebenso wie Atair, der fliegende Adler an-nasr attair, aus drei Sternen gebildet wird, wird auch der fallende Adler an-nasr al-wagi, aus dessen zweitem Wort sich ja der Sternname Wega gebildet hat, von drei Sternen gebildet, die aber in Winkelform zueinander stehen, das sind epsilon Lyrae, die Wega sowie zeta Lyrae.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sheliak am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in den Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere linke Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte rechte Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der obere in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der untere ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.

5.2 Der Kleine Wagen und die Nördliche Krone

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4 . Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

5.3 Weitere Cassiopeia-, Fuhrmann- und Bärenhütersterne

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von links, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse, der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren und man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinan hinaus.

Man kann ihn auch in der Verlängerung von Hoedus II über die Capella dreimal weitergehend finden oder von Almaaz zur Capella gehen; geht man dann nicht zu Menkalinan, sondern biegt in die andere Richtung etwas stärker ab, so gelangt man ebenfalls zu delta Aurigae.

Der Bärenhüter hat noch einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern zeta Bootis; ihn findet man, wenn man in der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel in Arktur rechtwinklig nach unten abbiegt, etwas näher als Mirak entfernt ist. Zeta Bootis ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 180 Lichtjahren, die beide zum Bärenstrom gehören.

Zwischen delta Bootis in der direkten Verlängerung von Arktur über Mirak und Nekkar an der Spitze des Bärenhüters steht, etwas nach außen versetzt und näher an delta Bootis, der Stern Alkalurops, ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von 120 Lichtjahren; Alkarulops bedeutet "Hirtenstab".

5.4 Weitere Sterne vom Bärenstrom der Großen Bärin

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen und dem Augenprüfstern Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18.Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.5 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und dem Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der linke ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der rechte gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi. Er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae, der neben der hellen Wega steht.

5.6 Weitere Herkulessterne

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite. Mue Herculi findet man, indem man vom hellsten Herkulesstern Rutikulus über Sarin ungefähr gleichviel weitergeht.

Im Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe:

Zu xi Herculi gelangt man, indem man die Linie Rutikulus - Sarin - mue Herculi weitergeht; noch etwas weiter ein wenig nach links abgebogen kann man auch noch omicron Herculi sehen. Xi Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren und omicron Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 350 Lichtjahren.

Neben Rutikulus steht der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi findet man am einfachsten, indem man diagonal durch das Herkulestrapez von epsilon über pi Herculi und dann gut gleichviel weiter geht, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

Sei schließlich noch der Stern 109 Herculi erwähnt; ihn findet man, indem man von pi Herculi in der oberen linken Ecke des Herkulestrapezes zwischen mue und xi Herculi hindurch gleichviel weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren. Geht man gleichviel weiter, so gelangt man in den Adler, zuerst zum Adlerstern Deneb el Okab und danach zu Atair.

Bei pi Herculi befindet sich eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi. - Rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren.

5.7 Weitere Frühlingssterne in der Schlange, dem Schlangenträger, der Jungfrau und der Waage

Geht man von der Gemma zu Unuk und dann nochmal die Hälfte weiter, so gelangt man zu einem Stern gerade noch 3. Größe, das ist mue Serpentis. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von rund 155 Lichtjahren. - In der Mitte zwischen Unuk und Gemma findet man zwei weitere Sterne der Schlange, die beinahe die 3. Größe erreichen: der rechte der beiden ist beta Serpentis, ein weißlicher Stern im Abstand von ebenfalls ungefähr 155 Lichtjahren, und der linke ist gamma Serpentis, ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren. In der chinesischen Astronomie trägt der Stern beta Serpentis den Namen Chow, was für die Zhou-Dynastie steht. Auch beta Serpentis gehört zum Bärenstrom.

Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern 72 Ophiuchi; er bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Lamda Ophiuchi steht zwischen kappa Ophiuchi im Dreieck mit Ras Alhague und Celbarai auf der einen Seite und Yed Prior im Himmelslineal an der Grenze der Schlange zum Schlangenträger auf der anderen Seite. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 170 Lichtjahren.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Jungfrau findet man auf dem Weg von Unuk zur Spica kurz vor und kurz nach der Hälfte des Weges: kurz vor der Hälfte des Weges steht etwas oberhalb der Stern 109 Virginis, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, und kurz nach der Hälfte des Weges steht etwas unterhalb der Stern mue Virginis, der auch Rijl al Awwa heißt, das bedeutet "Fuß des bellenden Hundes". Dieser Sternname ist aber irreführend, denn er gehört nicht zu den bellenden Hunden der ersten Mondstation der Jungfrau. Rijl al Awwa ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren.

Der westliche und südlich stehende mittlere Teil der Wasserschlange sind schon untergegangen, doch im östlichen Teil windet sich die Wasserschlange wieder nach Norden, so dass man diese Sterne im Juni bei guter Südsicht unter der Jungfrau erkennen kann. Gamma Hydrae, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, findet man in Verlängerung der beiden Jungfrausterne Heze über die Spica hinaus gleichviel weiter; man kann ihn auch finden, indem man die beiden unteren Rabensterne von Minkar über Kraz gut gleichviel nach links unten verlängert und etwas nach rechts geht. Pi Hydrae steht am linken Ende der Wasserschlange, er ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren und man findet ihn in Verlängerung der beiden Jungfrausterne Minelauva über Spica, etwas weiter verlängert. - Etwas links von gamma Hydrae steht der veränderliche Stern R Hydrae, der im Maximum gerade noch die 3. Größe erreicht. Dieser ist ein über 2000 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Im Minimum ist er von bloßem Auge nicht zu sehen.

Die übrigen Sterne des Sternbildes der Waage kann man nur bei sehr guter Südostsicht erkennen. Drei Sterne verfehlen die 3. Größe nur knapp; man findet sie, indem man sich die Waage als Haus vorstellt, bei dem die drei hellsten Waagesterne Zuben-el-schemali, Zuben-el-genubi und Brachium das Hausdach bilden. Dann befinden sich diese drei Sterne am Boden der beiden Hauskanten: upsilon Libri und tau Libri nebeneinander am Boden der rechten Hauskante und theta Libri am Boden der linken Hauskante. Upsilon Libri, der innere der beiden Sterne am Boden der rechten Hauskante, ist ein Roter Riese im Abstand von rund 200 Lichtjahren und tau Libri, der äußere, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren. Theta Libri am Boden der linken Hauskante ist ein Roter Riese im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Upsilon und tau Libri stehen zwischen Brachium und pi Scorpii, dem unteren Stern der vorderen Dreiergruppe des Skorpion, näher an pi Scorpii und etwas nach unten eingerückt. Theta Libri steht zwischen der nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali und Akrab im Skorpion, etwas näher an Akrab.

Sei noch ein Stern 4. Größe zwischen theta Libri und der nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali genannt: er heißt Zuben-el-Akrab und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Zuben-el-Akrab bedeutet "die Klaue des Skorpions". Geht man also von Akrab am oberen Ende der vorderen Skorpion-Dreiergruppe zur nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali, so gelangt man nach rund einem Drittel der Strecke zunächst zu theta Libri und dann zu Zuben-el-Akrab. Historisch bildeten die nördliche Skorpionklaue Zuben-el-schemali und Zuben-el-Akrab, vermutlich auch theta Libri, die nördliche Schere des Skorpions und die südliche Skorpionklaue Zuben-el-genubi, upsilon und tau Libri sowie Brachium die südliche Schere des Skorpions.

5.8 Weitere Sterne des Schwanes, des Adlers und des Delfins

Wir fangen bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Riesenstern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war übrigens der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

Ab der 2.Monatshälfte kann man weitere Sterne im Adler sowie den Delfin sehen:

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. - Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zum Stern 12 Aquilae, dieser Stern erreicht 4. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Geht man von delta Aquilae zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken, so gelangt man nach gut der Hälfte zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist eta Aquilae. Dieser ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von fast 1200 Lichtjahren.

Den Stern Al Thalimain Posterior schließlich findet man, indem man von Al Thalimain Prior zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts geht; nach gut der Hälfte gelangt man etwas nach oben zu delta Aquila eingerückt zu einem Stern 4. Größe, das ist Al Thalimain Posterior, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Man kann diesen Stern, der fast so hell wie 12 Aquilae und Deneb el Okab Borealis ist, auch finden, indem man Deneb el Okab herkommend über delta Aquilae etwas mehr als die Hälfte weitergeht. Al Thalimain bedeutet "die (beiden) Strauße".

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner Falken nach links, also in die andere Richtung als delta Aquilae, so gelangt man zum Sternbild des Delfin. Dieser ist ein kleines Sternbild und sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Man kann auch im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegeln und gelangt zum Delfin, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht.

Der Delfin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute steht in Richtung Schwan der Hauptstern des Delfins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. - An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 360 Lichtjahren. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

5.9 Der Kleiderbügel

Wer einen lichtstarken Feldstecher hat, kann einmal versuchen, den "Kleiderbügel" zu finden: Dieser befindet sich auf der Verbindungslinie Atair - Wega, etwa ein Drittel von Atair entfernt, d.h. unterhalb von Albireo, ein bisschen ins Sommerdreieck hineingeschoben. Er besteht aus 6 Sternen, die gerade auf einer Linie liegen sowie vier Sternen, die einen Haken nach unten bilden, so dass dieser Kleiderbügel kopfüber am Himmel steht. Die Sterne des Kleiderbügels stehen nur zufällig dort, sie sind aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt und bilden keinen Sternhaufen. Sie befinden sich im unauffälligen Sternbild des Füchschens.

Der hellste Stern des Kleiderbügels heißt 4 Vulpeculae und erreicht 5. Größe und kann bei sehr guten Sichtbedingungen von bloßem Auge gesehen werden, er steht an der Rundung des Hakens, also an der dritten Stelle. Zwei weitere Sterne erreichen beinahe die 5. Größe und können somit theoretisch bei ausgezeichneten Sichtbedingungen ebenfalls von bloßem Auge gesehen werden. Sie stehen an den beiden ersten Stellen des Kleiderbügelhakens; der erste heißt 5 Vulpeculae und der zweite heißt HD182955. Drei weitere Sterne erreichen die 6. Größe und sind sehr einfache Feldstecherobjekte, das sind vom Schwan herkommend der erste, der vierte und der fünfte Stern der Kleiderbügellinie. Sie heißen 7 Vulpeculae, HD182761 und HD182422.

Der hellste Kleiderbügelstern 4 Vulpeculae ist ein Roter Riese im Abstand von fast 240 Lichtjahren. 5 Vulpeculae, der erste Stern des Kleiderbügelhakens, ist ein geringfügig näherer weißlicher Stern im Abstand von 220 Lichtjahren, und der dritthellste Kleiderbügelstern zwischen den beiden ist ein Roter Riese im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Der erste Kleiderbügellinienstern 7 Vulpeculae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 750 Lichtjahren, der vierte Kleiderbügellinienstern ist ein weißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und der vorletzte Kleiderbügellinienstern ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 1100 Lichtjahren.

Die 4 übrigen Sterne kann man bei genügend guten Sichtbedingungen ebenfalls im Feldstecher sehen.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350'000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Der zweite und dritte Stern der Kleiderbügellinie erreichen beide beinahe 6. Größe und heißen HD183261 - er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 900 Lichtjahren, und HD182972 - er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren. Der letzte Stern der Kleiderbügellinie erreicht die 7. Größe, er heißt HD182293 und ist ein Roter Riese im Abstand von 360 Lichtjahren; gleichhell ist der vierte Kleiderbügelhakenstern HD182620, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 550 Lichtjahren.

6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deities. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

6.1 Punarvasu: the Twin stars Castor and Pollux

One of the most famous constellations of all is the Big Dipper. In the English language this constellation originally was called the Plough, but nowadays the name Big Dipper is more familiar. The Big Dipper consists of 7 stars of which 4 stars form the bowl and 3 stars form the handle. Six of them are of second magnitude and the three brightest ones nearly reach first magnitude: Alioth, the first star of the handle closest to the bowl, then Dubhe, the upper star of the bowl away from the handle, and Alkaid, the star at the end of the handle of the Big Dipper.

Alioth is a white star 80 lightyears away and means "fat tail of a sheep", Dubhe is a red giant star 120 lightyears away and means "the Bear" (as in Greek mythology the Big Dipper is representing a Bear) and Alkaid is a bluish star 100 lightyears away. This name originates from Alkaid-Benetnash and means "the leader of the daughters of the bier".

The most famous star of the Big Dipper is Mizar, the middle star of the handle. Like Alioth, it is a white star 80 lightyears away. Mizar means "girdle". A person with good eyesight can see a further star next to Mizar; this is Alcor, a star as bright as a typical Pleiades star. Indeed, Alcor is a neighbouring star of Mizar. In a telescope it can easily be seen that Mizar is a double star where the companion star is of the same brightness as nearby Alcor.

Going six times as far southwards down the left side of the bowl leads to the second magnitude star Algieba, and one and a half times further to a first magnitude star, which is Regulus, the star at the Lion's heart. Its Arabian name Kabeleced also means "the Lion's heart". It is a bluish star 80 lightyears away. Algieba is a double star consisting of a red giant star and a sunlike yellow star 130 lightyears away. Algieba means "the forehead (of the Lion)". - Currently the giant planet Jupiter can be seen nearby Regulus and Algieba.

The Lion is a very beautiful constellation: moving from Regulus to Algieba and then rectangular to the east leads to a further second magnitude star, this is Duhr. South of Duhr the third magnitude star Coxa is seen; these four stars also build a trapezium-like figure. Duhr and Coxa are white stars, Duhr 60 lightyears away and Coxa nearly three times further away. Duhr means "the back (of the Lion)" and Coxa means "the hib (of the Lion)".

The Lion is completed by a further second magnitude star east of the line Duhr - Coxa, which is Denebola, the small tail of the Lion. Denebola is a white star at a distance of 35 lightyears.

Going three times as far westwards from Denebola to Algieba leads to two close stars of first magnitude, that build this Nakshatra, called Punarvasu. This means "the two restorers of goods", also known as yamakau "the two chariots".

The brighter of them is Pollux, a red giant star about 30 lightyears away. Castor is a famous double star of two white stars at a distance of about 45 lightyears.

The Lord of Punarvasu is Guru represented by Jupiter, its symbol is a bow and quiver and its Deity is Aditi, the mother of the gods.

6.2 Pushya: the Beehive Cluster

The first Nakshatra of the spring is Pushya. This means "the nourisher", also known as sidhya or tisya. This Nakshatra consists of two 4th magnitude stars and a famous star cluster, the Beehive Cluster.

Going twice as far westwards from the Lion's stars Duhr to Algieba leads to an area, where with the help of binoculars, a star cluster looking like a small nebula can be seen. This is the Beehive Cluster, which is 600 lightyears away. On the left side there are 2 stars, which are foreground stars, the northern one is Asellus Borealis, meaning "northern donkey colt", which is a white star 160 lightyears away, and the southern star is Asellus australis, meaning "southern donkey colt", which is a red giant star 135 lightyears away.

The Lord of Pushya is Shani represented by Saturn, its symbol is a cow's udder, a lotus, an arrow and a circle, and its Deity is B?haspati, a priest of the gods.

6.3 Ashlesha: the head of the Hydra

The next Nakshatra of the spring is Ashlesha. This means "the embrace". This Nakshatra consists of five stars in the head of the constellation Hydra. The brightest one is epsilon Hydrae, a third magnitude star.

The main star of the constellation Hydra is Alphard and can be found easily: following Algieba to Regulus and twice as far again leads to a second magnitude star, this is Alphard. Alphard means "the solitary one" and is a red giant star nearly 200 lightyears away.

The stars of the Nakshatra Ashlesha can be found most easily by imagining a triangle of the Lion Star Regulus and the Hydra Star Alphard. In the third corner of this triangle pointing to the west a group of two third magnitude stars and several fourth magnitude stars can be seen; they form the head of the Hydra. The brightest star of this group is zeta Hydrae and does not belong to the Nakshatra: it is a red giant star 150 lightyears away. A little east the star epsilon Hydrae of nearly the same brightness is seen. This is the brightest star of the Nakshatra Ashlesha, like our sun a yellow star 135 lightyears away. Epsilon Hydrae and the 4 fourth magnitude stars nearby form this Nakshatra.

The Lord of Ashlesha is Budh represented by Mercury, its symbol is a serpent, and its Deity is Sarpas or Nagas, the deified snakes.

6.4 Magha: Regulus

The next Nakshatra of the spring is Magha. This means "the bountiful" and is built by Regulus, the main star of the Lion.

The handle-side of the bowl of the Big Dipper is composed of two stars: on the northern edge the third magnitude star Megrez, which is physically brighter than the Dog Star Sirius, and on the southern edge the second magnitude star Phecda. Both are white stars at a distance of about 80 lightyears. Phecda means "thigh (of the Bear)" and Megrez means "the base (of the Bear's tail)".

As seen before, going down from Megrez to Phecda and six times further leads to Algieba and beyond on the same path to Regulus. They are the brightest stars of the constellation of the Lion. Above Algieba another 3 stars of about third magnitude are seen building a trapezium with Algieba attached to the line leading to Regulus; these stars form the head of the Lion.

The Lord of Magha is Ketu representing the South lunar node, its symbol is a Royal Throne and its Deity is Pitrs, 'The Fathers', the family ancestors.

6.5 Purva Phalguni: Duhr and Coxa

The next Nakshatra of the spring is Purva Phalguni. This means "first reddish one" and is formed by the Lion's stars Duhr and Coxa.

The Lord of Purva Phalguni is Shukra represented by Venus, its symbol are the front legs of a bed, a hammock and a fig tree, and its Deity is Bhaga, the god of marital bliss and prosperity.

6.6 Uttara Phalguni: Denebola

From Big Dipper to Arcturus
The next Nakshatra of the spring is Uttara Phalguni. This means "second reddish one" and is formed by the Lion's star Denebola.

Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to a very bright star of 0th magnitude which is the brightest star of the northern hemisphere. Its name is Arcturus, this means "hunter looking at the Bear". Arcturus is a very close red giant star only 37 lightyears away.

In the middle of Denebola at the small tail of the Lion which builds up this Nakshatra, and Arcturus, a nearly second magnitude star can be seen, this is Vindemiatrix, like the sun a yellow star 100 lightyears away. Vindemiatrix means "Grape Gatherer", because when in autumn this star was rising again in the morning, the winegrowers started the grape harvest.

The Lord of Uttara Phalguni is Surya represented by the Sun, its symbol are the four legs of a bed and a hammock, and its Deity is Aryaman, the god of patronage and favours.

7. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition of the Spring and Summer constellations

The Nakshatra of the spring and the summer do not contain stars as bright as the Nakshatra of the winter. However there are still some very famous stars within the Nakshatra or nearby. All religious information is taken from the English Wikipedia.

7.1 Hasta: the Raven

The next Nakshatra of the spring is Hasta. This means "the hand" and is based upon by the constellation of the Raven.

This constellation is seen southeast of the Lion and looks like a quadrangle with a shorter side at the west. Its stars are of third magnitude. To the left at the northern edge, the star Algorab is seen, meaning "the crow". Continuing along the line to the west leads to Gienah, the right wing (of the crow). Both are bluish stars 90 and 165 lightyears away respectively. To the left at the southern edge, there is Kraz and to the right side there is Minkar. Kraz is a yellow star 140 lightyears away, the meaning of this name is not known, and Minkar is a red giant star more than 300 lightyears away and means "the nostril (of the crow)". Gienah and Kraz are even of nearly second magnitude.

The main star of the constellation is a fourth magnitude star below Minkar, named Alchiba, possibly meaning "the tent". It is a white star 50 lightyears away.

The Lord of Hasta is Chandra represented by the Moon, its symbol is a hand or a fist, and its Deity is Saviti or Surya, the Sun god.

7.2 Chitra: Spica

The next Nakshatra of the spring is Chitra. This means "the bright one", which is a name of Spica.

Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to Arcturus and by continuing along this path, the star Spica can be found. Spica means "the virgin's ear of (wheat) grain" and is a bluish star more than 250 lightyears away.

Between Denebola, the small tail of the Lion, and Spica, but closer to Spica, a star of nearly second magnitude is seen. This is Porrima, a double star of 2 yellow stars 40 lightyears away. Porrima is the name of ancient Roman goddesses of prophecy. Between Porrima and Vindemiatrix in the middle of Denebola and Arcturus, a third magnitude star is seen. This is Minelauva, a red giant star at a distance of 200 lightyears. Minelauva means "barking (dog)", as according to Arabian mythology, Vindemiatrix, Minelauva, Porrima and two further stars in the direction of the Lion are five dogs barking at the Lion.

The Lord of Chitra is Mangala represented by Mars, its symbol is a bright jewel or a pearl, and its Deity is Tvastar or Vishvakarman, the celestial architect.

7.3 Svati: Arcturus

From Big Dipper to Northern Star
The next Nakshatra of the spring is Svati. This means "Su-Ati (sanskrit) Very good", which is a name of Arcturus.

Arcturus is the brightest star of the the northern hemisphere and is found following the arc of the handle of the Big Dipper.

The Big Dipper is also a very useful pointer towards the north since the two stars of the bowl away from the handle, Dubhe, the upper one, and Merak below, form a line starting at Merak and continuing about five times further through Dubhe, which points to the Northern Star. The Northern Star is a white star nearly 500 lightyears away and as it is located very close to the northern pole of the hemisphere, it always appears to be at the same place in the sky.

Merak, the southern pointer star of the Big Dipper, is a white second magnitude star 80 lightyears away. Besides Dubhe and Alkaid, all the stars of the Big Dipper including Alcor, the teststar of eyesight, are white stars at a distance of 80 lightyears. They all form a loose star cluster, the Ursa Major moving group; all shared a common birth.

The Lord of Svati is Rahu representing the North lunar node, its symbol is a shoot of a plant and a coral, and its Deity is Vayu, the Wind god.

7.4 Visakha: the constellation Libra

The first Nakshatra of the summer is Visakha. This means "forked, having branches"; it is also known as radha, "the gift".

Arcturus is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Both Mirak and Gemma are of second magnitude. Mirak belongs to the same constellation as Arcturus and means "the loins"; it is a Red Giant star almost 200 lightyears away. Gemma is the main star of Corona Borealis, the Northern Crown, and means "jewel", it is a white star 80 lightyears away.

Mirroring Mirak at the line Arcturus - Gemma but three times further away is a star of nearly second magnitude named Unuk, "the Serpent's Neck". Unuk is a Red Giant star almost 75 lightyears away. Passing from Mirak to Unuk and half as far again, further two stars are visible, the first is another almost second magnitude star and the second just a little beyond it, is a third magnitude star. They are at the border of the constellations Serpent and Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Their names are Yed Prior and Yed Posterior. Yed means "the hand" and the Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Serpent-Bearer's Hand. - Yed Prior is a Red Giant star 170 lightyears away and Yed Posterior a yellow star like the sun over 100 lightyears away.

Following the line from Mirak and Unuk to Yed Prior and Yed Posterior and then going perpendicular to the west, another star of almost second magnitude is seen, called Zuben-el-schemali. Continuing along this line, another almost second magnitude star is seen, called Zuben-el-genubi.

Zuben-el-schemali is a bluish star 120 lightyears away and Zuben-el-genubi is a white star nearly 80 lightyears away. Their meaning is "The Northern Claw" and "The Southern Claw", both referring to the nearby constellation Scorpio.

The star Brachium is of third magnitude and forms a wide triangle with Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi where Brachium is at its southern corner. Brachium means "arm" and is a Red Giant star nearly 300 lightyears away. These are the three brightest stars of the constellation Libra, representing the Weighing Scales.

The Nakshatra Visakha consists of Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi together with two other fourth magnitude stars forming a parallel line halfway south of them, north of Brachium.

Its Lord is Guru, represented by Jupiter, its symbol is a triumphal arch and a potter's wheel, and its Deities are Indra, the chief of the Gods, and Agni, the God of Fire.

7.5 Anuradha: the northern part of the Scorpion

Scorpio and Libra
The next Nakshatra of the summer is Anuradha. This means "following radha", which was the last Nakshatra.

Continuing the line from Mirak through Unuk, Yed Prior and Yed Posterior a further almost second magnitude star can be seen, named zeta Ophiuchi. Continuing on a slight curve leads to Sabik, a second magnitude star. Originally, both stars were called Sabik, with zeta Ophiuchi known as "as-sabiq al-awwal" and Sabik as "as-sabiq at-tani", meaning "the first preceding one" and "the second preceding one". - Zeta Ophiuchi is a bluish star nearly 500 lightyears away and Sabik is a white star about 80 lightyears away.

These stars form a nearly straight line consisting of 7 stars, beginning from three stars with Unuk in their middle, followed by the nearby pair of stars Yed Prior and Yed Posterior, and moving along the same distance arriving at the first Sabik-star, zeta Ophiuchi, and then at the same distance again only a little to the north ending up at Sabik. Sabik is the Northern Star of the planet Uranus.

South of the end of the line, the first magnitude star Antares can be seen, which is a Red Giant star representing the heart of the Scorpion. Its Arabian name "Calbalacrab" also means "the Scorpion's heart". Antares means "equal to-Mars", referring to its deep red colour which is easily seen by the naked eye.

Zuben-el-genubi, the middle star of the constellation Libra, is now very easily found in the middle of Spica of the Nakshatra Chitra und Antares.

West of Antares is a handle-like group of three stars which form this Nakshatra; the northern-most star of this group is Acrab, the middle one is Dschubba and the southern-most one is pi Scorpii. Acrab is of second magnitude, Dschubba of nearly first magnitude and pi Scorpii of nearly second magnitude. All of them are bluish stars, Acrab being more than 500 lightyears away and Dschubba 400 lightyears away. Acrab means "the Scorpion" and Dschubba means "the forehead". Pi Scorpii is 450 lightyears away. Currently the 0th magnitude ring-planet Saturn can be seen next to Acrab.

The Lord of this Nakshatra is Shani, represented by Saturn, its symbol is a triumphal archway and a lotus and its Deity is Mitra, one of the Adityas of friendship and partnership.

7.6 Jyeshtha: Antares and its neighbor stars

The next Nakshatra of the summer is Jyeshtha. This means "the eldest, most excellent".

The principal star of the Scorpion is Antares. It is in the middle of a handle-like group of three stars with sigma Scorpii on the side of the Nakshatra Anuradha and tau Scorpii on the other side. Both sigma and tau Scorpii have the name Alniyat that means "stars to protect the heart (of the Scorpion)", which is Antares. Like the three stars Acrab, Dschubba and pi Scorpii of the Nakshatra Anuradha, both sigma and tau Scorpii are bluish stars, sigma Scorpii being 700 lightyears away and tau Scorpii 430 lightyears away.

Both Nakshatras form the body and the claw of the Scorpion, which is, according to my mind, the most beautiful constellation of all.

Its Lord is Budh, represented by Mercury, its symbol is a circular amulet, an umbrella and an earring, and its Deity is Indra, the chief of the Gods.

7.7 Mula: the impressive tail of the Scorpion

Tail of the Scorpion
The next Nakshatra of the summer is Mula. This means "the root".

Following the arc of the handle of the Scorpion's heart with Antares the impressive tail of the Scorpion can be observed starting with the star epsilon Scorpii. By continuing along this path the star Sargas is seen at the curve of the tail and, by continuing to follow the tail to its end, two nearby stars are seen. The brighter one on the left side is Shaula and is of nearly first magnitude and Lesath, on the right side, is of nearly second magnitude. They are sometimes referred to as the Cat's Eyes.

Epsilon Scorpii between the body and the tail of the Scorpion is a second magnitude star and Sargas is another almost first magnitude star.

Epsilon Scorpii is a red giant star at a distance of about 70 lightyears and Sargas is a white star almost 200 lightyears away. The name Sargas is of unknown Sumerian origin. - Shaula means "the raised (tail of the Scorpion)" and Lesath means "pass (or bite) of a poisonous animal"; both are bluish stars. Shaula is more than 700 lightyears away and Lesath 520 lightyears away.

Below Shaula and Lesath the second magnitude star Girtab is seen, it is also a bluish star almost 500 lightyears away. Girtab is the Sumerian word for "scorpion".

Its Lord is Ketu, represented by the south lunar node, its Symbol is a bunch of roots tied together or an elephant goad, and its Deity is Nirrti, the goddess of dissolution and destruction.

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