Sternenhimmel im Juli 2015


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Neu wird ab Februar 2015 eine 6. Rubrik und ab April 2015 auch eine 7. Rubrik beide in englischer Sprache geführt, in denen die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 3.Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt werden. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6. Rubrik umfasst die Nakshatra der Frühlingssternbilder und die 7. Rubrik die Nakshatra der ersten Sommersternbilder und ab Mitte Juli auch der übrigen Sommersternbilder.

Der Sternenhimmel kommt im Juli zur Ruhe und wird von den östlichen Frühlings- und den Sommersternen gebildet. Zu Monatsbeginn kann man noch tief im Westen das schöne Sternbild des Löwen bewundern. Arktur in der Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen hat die Mittagslinie bereits überschritten und neuer hellster Fixstern am Abendhimmel ist die helle Wega, die zusammen mit Arktur bis in den September den Sternenhimmel beherrschen wird. Im Süden sieht man das sehr schöne Sternbild Skorpion und hoch im Osten steht das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Atair im Adler und Deneb im Schwan besteht.


Ausschnitt aus dem Sternenhimmel im Juli mit Blickrichtung Südosten.

Der Große Wagen steht links neben dem Polarstern und die Cassiopeia im Nordosten über dem Horizont.

Am Abend kann man im Westen die helle
Venus als glänzenden Abendstern bewundern, die zu Monatsbeginn den Riesenplaneten Jupiter ein- und überholt. - Der Ringplanet Saturn steht im Osten oberhalb des Kopfes vom Skorpion.

Aktuelles aus der Wissenschaft: Kontakt zum Kometenlander Philae gelungen

Am 12. November landete das Landemodul Philae der Kometensonde Rosetta auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Leider fielen zwei der drei Landesysteme aus, so dass das Landemodul Philae zwar weich auf dem Kometen landete, sich aber am Kometen nicht "festhalten" konnte und somit wieder ganz sanft abprallte. Aufgrund der geringen Schwerkraft wiegt das Landemodul auf dem Kometen nur 5 Pond, das ist auf der Erde das Gewicht einer Masse von 5 Gramm. Somit schwebte das Landemodul während 2 Stunden rund einen Kilometer über den Kometen, setzte ein zweites Mal weich auf, prallte erneut ab und setzte dann fernab des vorgesehenen Landeplatzes hinter einer Felsklippe etwas schräg auf. Leider ist es dort sehr schattig, so dass die Solarzellen sich nicht aufladen können. Somit standen nur 60 Stunden Strom aus der mitgeführten Batterie zur Verfügung, so dass die Experimente der sogenannten Primärmission durchgeführt wurden. Danach schaltete sich das Landemodul auf Stand-By, wartete den nächsten Überflug des Mutterschiffs ab und übermittelte alle gewonnenen Daten der Experimente. Danach schaltete sich das Landemodul erneut in den Stand-By-Modus. Die Forscher hofften daraufhin, dass beim weiteren Flug des Kometen wieder mehr Sonnenlicht das Landemodul erreicht, so dass sich seine Batterien wieder aufladen können. Das Mutterschiff verbleibt beim Kometen und versucht nun bei jedem Überflug, Kontakt zum Landemodul aufzunehmen. Am 13. Juni ist es gelungen, den Kontakt wieder herzustellen; dabei stellte sich heraus, dass sich das Landemodul in einer guten Verfassung befindet.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Große und der Kleine Wagen sowie einige Drachensterne

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen.
Der bekannte Große Wagen steht nun links neben dem Polarstern auf der Seite. Er besteht aus sieben Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. In der englischen Sprache wird er "Big Dipper" genannt, das heißt "Großer Schöpflöffel". Drei von ihnen erreichen beinahe die erste Größe, das sind der obere hintere Kastenstern Dubhe, der kastenseitige Deichselstern Alioth sowie der äußere Deichselstern Benetnash. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern urspünglich Alkaid-Benetnash.

Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist, der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär", und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber", in der vollen Variante Alkaid-Benetnash "Anführer der Klageweiber".

Der bekannteste Stern des Großen Wagen ist der mittlere Deichselstern Mizar, er erreicht die 2. Größe und bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren. Er ist der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde.

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, das bedeutet "Lende", und der vordere untere Kastenstern heißt Phekda, das bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. - Der vordere obere Kastenstern schließlich heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und beide Mizar-Sterne weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Ebenfalls sehr einfach zu finden ist der Stern Cor Caroli, der beinahe die 2. Größe erreicht. Man findet ihn, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, und er ist der Hauptstern des ansonsten unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel rechts neben Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4. Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern und dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

Den Polarstern findet man, indem man die beiden hinteren Kastensterne Merak und Dubhe etwa fünfmal nach rechts verlängert. Auch er erreicht die 2. Größe und steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Ein weiterer äußerst einfach auffindbarer Stern ist bei klaren Sichtbedingungen der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren; auch er gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes.

Auf dem Weg vom Polarstern in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der hellere der beiden erreicht ebenfalls die 2. Größe und heißt Kochab. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab.

Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad, dem schwächeren der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

Bei guten Sichtbedingungen kann man sehr schön zwei Sterne oberhalb des Wagenkastens erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache".

Verlängert man in den Jagdhunden knapp dreimal von Chara über Cor Caroli, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M3 erkennen; das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 34000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

2.2 Arktur, Spica und ihre Deichseln sowie die ersten Sommersterne

Das Sternbild des Bärenhüters
Die Deichsel des bekannten Großen Wagen weist hoch über uns auf einen Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter. Arktur wird im englischen Arcturus genannt und heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 35 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel.

Verlängert man die Wagendeichsel über Arktur hinaus weiter, so gelangt man zum Hauptstern der Jungfrau. Das ist die Spica. Spica bedeutet "Kornähre", sie ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Der arabische Name der Spica lautet Azimech, das bedeutet "die beiden, die hoch sind" - gemeint sind Arktur und Spica. Hierbei ist Arktur der "lanzenbewaffnete Hochstehende", da er von mehreren helleren Sternen umgeben ist, während die eher alleinstehende Spica der "unbewaffnete Hochstehende" ist, da die sie umgebenden Sterne zur arabischen Mondstation al-auwa gezählt wurden.

Arktur ist Ausgangspunkt einer nach links unten weisenden Deichsel; ihr mittlerer Stern Mirak, der nun links von Arktur steht, ist der zweithellste Bärenhüterstern, und ihr äußerer Stern ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Mirak bedeutet "Umhang" und ist ebenfalls ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist etwas heller als Mirak, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Auch die Gemma gehört zum Bärenstrom; sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so kann man im Osten einen Stern 2. Größe namens Ras Alhague im Schlangenträger sehen. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren.

Die helle Wega findet man, indem man von Arktur direkt zur Gemma und dann weitergeht. Von Arktur über die Gemma fast gleichviel weitergehend gelangt man zunächst zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. - Bei guter Ostsicht kann man im Nordosten links unterhalb der Wega einen weiteren Stern 1. Größe erspähen, das ist Deneb im Schwan. Er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren. Deneb bedeutet "Schwanz (des Schwanes)".

Der dritthellste Stern des Bärenhüters ist Muphrid neben Arktur, und er steht ungefähr senkrecht zur Deichsel Arktur - Mirak - Gemma, das ist derzeit schräg rechts oberhalb von Arktur. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern des Lanzenbewaffneten"; gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält.

Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

Bildet man mit Arktur und der Spica ein gleichseitiges Dreieck in den Westen, so steht in der dritten Seite ein Stern zweiter Größe, das ist die Denebola am Schwänzchen des Löwen. Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren. Die übrigen Sterne des Löwen sind im Juli nur noch in der späten Abenddämmerung zu sehen und werden in der Unterrubrik 2.9 vorgestellt. - Man kann die Denebola auch finden, indem man vom Wagenstern Benetnash am Ende der Wagendeichsel über Cor Caroli, den Hauptstern der Jagdhunde, dreimal verlängert.

Mit Hilfe der Denebola am Schwänzchen des Löwen kann man auch zwei Jungfrausterne beinahe 2. Größe der Mondstation al-auwa im Areal zwischen der Denebola und den "beiden Hochstehenden" Arktur und Spica finden. Diese beiden Sterne heißen Vindemiatrix und Porrima und werden heutzutage der Jungfrau zugerechnet. Vindemiatrix steht in der Mitte zwischen Denebola und Arktur etwas rechts unterhalb und zur Porrima gelangt man, indem man von der Denebola aus zur Spica geht, sie befindet sich etwa nach zwei Dritteln des Weges.

Die Jungfrau kann man sich am einfachsten als eine Deichsel vorstellen, die sich über ihrem Hauptstern Spica befindet. Zudem befindet sich ein weiterer Stern etwas östlich der Spica.

Die drei Sterne dieser Deichsel über der Spica sind von oben gezählt Vindemiatrix, der bereits vorgestellt wurde, die Minelauva und die Porrima, die ebenfalls bereits vorgestellt wurde. Vindemiatrix und Porrima erreichen beinahe die 2. Größe, die Minelauva erreicht die 3. Größe. Vindemiatrix ist die lateinische Übersetzung des arabischen Namens Almuredin, was "der dem Weinleser Vorangehende" bedeutet. Dieser Stern ist ein gelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und wenn dieser Stern im Herbst in der frühen Morgendämmerung wieder sichtbar wurde, fing man mit der Weinernte an. Minelauva heißt "der Anpreiser" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, also doppelt so weit entfernt wie Vindemiatrix, etwas näher als der Hauptstern Spica. Porrima ist der Eigenname einer italienischen Geburtsgöttin; hier umkreisen zwei gelbliche Sterne einander; sie ist 40 Lichtjahre von uns entfernt.

Wenn man von der Spica zu Vindemiatrix hinaufgeht und auf halber Strecke nach rechts abbiegt, so gelangt man zum mittleren Stern der Jungfrau-Deichsel, zur Minelauva; biegt man statt dessen nach links ab, so gelangt man zur Heze. Diese ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 70 Lichtjahren.

Die Mondstation al-auwa hat dem Jungfraustern Minelauva seinen Namen gegeben und umfasst neben der Jungfraudeichsel noch zwei weitere Sterne: wenn man von der Porrima am unteren Ende der Jungfrau-Deichsel rechtwinklig in Richtung Denebola, also in die andere Richtung als die Spica, geht, so gelangt man in gleichem Abstand wie Vindemiatrix zu einem fast gleich hellen Stern wie die Minelauva namens Alaraph. Dieser ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren. Dazwischen etwas nach unten eingerückt steht ein fast gleichheller Stern namens Zaniah. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 250 Lichtjahren. Zaniah bedeutet "Ecke (des bellenden Hundes)", er erreicht beinahe die dritte Größe.

In der indischen Tradition wird Arktur mit dem Namen "Schwert der Unabhängigkeit" bezeichnet. Diese sehr ähnliche Namensgebung "Lanze" und "Schwert" könnte damit zusammenhängen, dass die Sterne in der Nähe vom hellen Stern Arktur, die heutzutage das Sternbild des Bärenhüters bilden, tatsächlich wie ein etwas zu dick geratenes Kurzschwert aussehen.

Dieses Schwert hat einen Griff, eine Parierstange - das ist die Querstange zwischen Schwertgriff und der Klinge, welche die Hand des Schwertträgers schützt, und eine Klinge. Ein Stern steht am Ende des Griffes, zwei Sterne stehen rechts und links am Ende der Parierstange zwischen Griff und Klinge, zwei Sterne stehen rechts und links am unteren Teil der Klinge, zwei Sterne stehen rechts und links am breitesten Teil der Klinge auf etwa zwei Drittel Höhe und ein Stern steht an der Spitze der Klinge.

Arktur ist der Stern am Ende des Griffes, der zweithellste Bärenhüterstern Mirak steht auf der linken Seite am unteren Teil der Klinge und Ceginus, dort wo die Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen den Bärenhüter erreicht, steht auf der rechten Seite am breitesten Teil der Klinge. Muphrid, der einzelnde Stern des Lanzenbewaffneten, steht am rechten Ende der Parierstange.

Bildliche Darstellung des Bärenhüters. Nach Jehoshaphat Aspin, 1850
Die übrigen Bärenhütersterne erreichen gerade noch oder beinahe die 3. Größe und füllen die noch freien Plätze am Schwert aus Nekkar steht an der Spitze des Schwertes und delta Bootis auf der linken Seite des breiten Teiles der Klinge. Delta Bootis erreicht man, wenn man von Arktur über Mirak nicht zur Gemma abbiegt, sondern gleichviel weiter geht; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Nekkar an der Spitze des Bärenhüters, also oberhalb zwischen Ceginus und delta Bootis, ist 220 Lichtjahre entfernt. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern. Nekkar stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber". ". - Rho Bootis schließlich steht auf der rechten Seite am unteren Teil der Klinge, das ist neben Mirak auf der Ceginus-Seite des Bärenhüters; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Diese drei Sterne erreichen gerade noch die 3. Größe.

Beinahe 3. Größe erreicht der Stern zeta Bootis am linken Ende der Parierstange auf der anderen Seite von Muphrid; ihn findet man, wenn man in der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel in Arktur rechtwinklig nach unten abbiegt, etwas näher als Mirak entfernt ist. Zeta Bootis ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 180 Lichtjahren, die beide zum Bärenstrom gehören.

Es gibt noch einen weiteren Bärenhüterstern, der einen Namen hat, das ist Alkalurops, ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von 120 Lichtjahren. Er steht zwischen delta Bootis in der direkten Verlängerung von Arktur über Mirak und Nekkar an der Spitze des Bärenhüters, etwas nach außen versetzt und näher an delta Bootis. Alkarulops bedeutet "Hirtenstab".

2.3 Das Himmelslineal und weitere Sterne des Schlangenträgers und des Herkules

Östlich des Bärenhüters und der Jungfrau kann man die Sterne der Schlange und des Schlangenträgers sehen. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so sieht man im Osten den Hauptstern des Schlangenträgers, das ist Ras Alhague, der schon vorgestellt wurde. Verlängert man über ihn hinaus, so gelangt man zu einem weiteren Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Celbalrai, das bedeutet "Schäferhund". Celbalrai ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Spiegelt man den mittleren Stern der großen Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel, also Mirak, an der Linie Arktur - Gemma, so gelangt man zu Unuk, einem Stern beinahe 2. Größe, dem Hauptstern der Schlange. Diese Spiegelung ist allerdings etwas länglich und diese Deichsel und Unuk bilden eine geometrische Figur, die wie ein Drachen aussieht, der aber nichts mit dem gleichnamigen Sternbild zu tun hat. Unuk ist ein Roter Riese im Abstand von fast 75 Lichtjahren und bedeutet "Hals der Schlange". Von Mirak über Unuk die Hälfte weitergehend findet man den Stern Yed Prior im Schlangenträger, einen Roten Riesen im Abstand von 170 Lichtjahren. Yed Prior ist genauso hell wie Unuk und bedeutet "erstere Hand". Noch etwas weitergehend sieht man unter Yed Prior einen Stern 3. Größe, das ist sein Nachbarstern Yed Posterior; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren und bedeutet "nachfolgende Hand".

Durch die Sterne Unuk, Yed Prior und Yed Posterior zieht sich eine Sternenkette fast senkrecht nach unten zum Horizont, die wie auf einem Lineal angeordnet am Himmel steht; diese Sterne gehören zu den Sternbildern der Schlange und des Schlangenträgers. Der vierte Stern von oben ist Yed Prior an der Grenze dieser beiden Sternbilder und der 5.Stern ist Yed Posterior.

Verlängert man von Unuk über Yed Prior gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren helleren Stern, der beinahe die 2. Größe erreicht, das ist zeta Ophiuchi, der unterste und hellste Stern im geraden Teil dieser Sternenkette; er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und wird manchmal Han genannt.

Die drei ersten Sterne dieses "Himmelslineals" gehören zum Sternbild der Schlange, die nächsten drei zum Sternbild des Schlangenträgers, ehe das Himmelslineal ein wenig nach links abknickt zum Stern Sabik, der ebenfalls zum Schlangenträger gehört; er ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Sabik bedeutet "der Vorangehende". Mit diesem Namen wurden ursprünglich dieser Stern und der unterste Stern des geraden Teiles des Himmelslineals, zeta Ophiuchi, bezeichnet. Dabei wurde zeta Ophiuchi mit dem Namen as-sabiq al-awwal bezeichnet, das bedeutet "der erste Vorangehende", und der Stern Sabik mit dem Namen as-sabiq at-tani, das bedeutet "der zweite Vorangehende". - Sabik ist übrigens der Polarstern auf dem Planeten Uranus.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe befinden sich am Anfang und an der dritten Position des Himmelslineals: als erstes sieht man oberhalb von Unuk den Stern delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals; er ist ein echter Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von gut 200 Lichtjahren und unterhalb von Unuk sieht man in Richtung von Yed Prior und Yed Posterior den Stern epsilon Serpenti; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals ist rund doppelt so weit entfernt von Unuk wie epsilon Serpentis. - . Geht man von delta Serpentis zu Unuk und geht dann rechtwinklig nach rechts ein bisschen weiter, so gelangt man zu einem der schönsten Kugelsternhaufen des Nordhimmels, den man außerhalb der Stadt im Feldstecher bewundern kann; das ist der Kugelsternhaufen M5, eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 24'500 Lichtjahre von uns entfernt und enthält über 100'000 Sterne.

Bei guter Südsicht kann man rechts unterhalb vom Ende dieses "Himmelslineals" einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe heißt er Antares, das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion". Über ihm sieht man 2 Sterne zweiter und beinahe erster Größe, das sind die beiden oberen Sterne der Mondstation al-iklil, Akrab und unter ihm die Dschubba. - Akrab bedeutet "Skorpion" und Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt. Derzeit steht der helle Ringplanet Saturn über ihnen.

Der Herkules ist ein weiträumiges Sternbild, das sich zwischen der Wega, der Nördlichen Krone und Ras Alhague erstreckt. Es weist nur zwei Sterne beinahe 2. Größe auf und ist somit insgesamt eher unscheinbar. Die beiden Herkulesssterne zeta Herculi und pi Herculi wurden bereits vorgestellt. Dieses Sternbild beherbergt einen der bekanntesten, bei nicht lichtverschmutzten Bedingungen sogar von bloßem Auge sichtbaren und einfach auffindbaren Kugelsternhaufen namens M13.

In der Mitte zwischen der Gemma am Ende der großen Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel und Ras Alhague kommt man am hellsten Herkulesstern Rutikulus vorbei, einem Stern beinahe zweiter Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt, wie unsere Sonne ein gelber Stern und heißt "Achselhöhle", sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger". Biegt man auf der Linie Gemma zu Ras Alhague bei Rutikulus senkrecht nach links ab, so kann man dort zwei weitere Sterne sehen, die mit Rutikulus ein beinahe gleichseitiges Dreieck bilden, dessen Kantenlänge etwa gleichgroß wie der Abstand Arktur - Mirak ist. Der rechte obere der beiden wurde schon vorgestellt, das ist zeta Herculi und ist gleich hell wie Rutikulus und ebenso wie dieser und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren, der linke untere heißt Sarin und ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Dieses fast gleichseitige Dreieck ist zur Orientierung in dieser Himmelsregion sehr nützlich. - Spiegelt man Rutikulus an der Achse zeta Herculi - Sarin, so gelangt man zu pi Herculi, der gleich hell ist wie Sarin; er ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren und wurde auch schon auf dem direkten Weg von der Gemma zur hellen Wega über zeta Herculi vorgestellt.

Rechts oberhalb von Ras Alhague sieht man einen Stern . Größe, das ist Ras Algethi, der Hauptstern des Herkules. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi steht am unteren Ende eines trapezartigen Vierecks, das auch Herkulestrapez heißt. Diagonal gegenüber steht der Stern pi Herculi, der gleichhell wie Sarin im gleichseitigen Dreieck mit Rutikulus und zeta Herculi ist. Sei noch der Stern eta Herculi genannt; zu ihm gelangt man, indem man von Rutikulus ausgehend an zeta Herculi vorbeigeht. Eta Herculi steht also in dem Trapez "neben" pi Herculi und erreicht gerade noch 3. Größe. In der vierten Ecke dieses Trapezes befindet sich ein unauffälligerer Stern gerade noch 4. Größe, das ist epsilon Herculi. - Eta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und epsilon Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Im Herkules-Trapez kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden: geht man von Rutikulus am zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi vorbei zu eta Herculi, so sieht man in einem Feldstecher oder bei licht-unverschmutzter Sicht sogar von bloßem Auge zwischen zeta und eta Herculi, ein Drittel von eta und zwei Drittel von zeta entfernt, ein verwaschenes Fleckchen; das ist der bekannte Kugelsternhaufen M13. Er ist ein Kugelsternhaufen, das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Dieser Kugelsternhaufen ist 25'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält etwa 300'000 Sterne.

Geht man schließlich vom hellsten Herkulesstern Rutikulus an Sarin vorbei ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren Herkulesstern 3. Größe namens mue Herculi. Dieser ist wie unsere Sonne und die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi ein gelber Stern, wie zeta Herculi im Abstand von rund 30 Lichtjahren. Von hier gelangt man auch sehr einfach zur hellen Wega: betrachtet man die vier Sterne zeta und pi Herculi sowie Sarin und mue Herculi und verlängert man diese beiden Linien etwa zweimal nach oben, so findet man dort ungefähr in der Mitte die helle Wega. Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern steht im Norden des Sternbildes: bildet man mit pi Herculi und der hellen Wega ein fast gleichseitiges Dreieck nach Norden, so findet man einen Stern 2. Größe, das ist Ettanin, der Hauptstern des Sternbildes Drache. Ettanin befindet sich im Kopf des Drachen und bedeutet "Seeungeheuer"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Geht man nun von pi Herculi zu Ettanin, so sieht man nach zwei Dritteln des Weges einen Stern beinahe 3. Größe, das ist iota Herculi, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht südlich von Ettanin in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite.

Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern beinahe 3. Größe steht rechts unterhalb von Rutikulus, das ist der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist.

Verlängert man die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel über Ras Alhague und Celbalrai hinaus weiter, so gelangt man doppelt so weit entfernt zu einem Stern 3. Größe, das ist nue Ophiuchi. Sei noch der gleich helle Stern kappa Ophiuchi genannt, der mit Ras Alhague und Cebalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet und der westlich von Cebalrai steht. Nue und kappa Ophiuchi sind beide Rote Riesen, ersterer im Abstand von 150 Lichtjahren und zweiterer im Abstand von 90 Lichtjahren.

2.4 Die Sommersterne: Wega, der Schwan und der Adler sowie der Drache

Sommerdreieck (orange) mit Achsen-Spiegelung (hellblau) zu Ras Alhague im Schlangenträger

Im Osten ist inzwischen das Sommerdreieck vollständig aufgegangen, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan links unter ihr und noch tief am Horizont stehend aus Atair im Adler besteht. Atair heißt im englischen Altair. Die helle Wega wurde schon vorgestellt, sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair erreicht beinahe die 0. Größe und ist der zweithellste Stern im Sommerdreieck. Er ist ein naher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist, und bedeutet "fliegender Adler"; er ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man zu Ras Alhague im Schlangenträger, den Stern, auf den die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist.

Über der Wega sieht man Ettanin, den hellsten Stern des Sternbildes Drachen, der bereits vorgestellt wurde. Er ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese 2. Größe und bedeutet "Seeungeheuer"; Ettanin kann man daran erkennen, dass über ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht: das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Am einfachsten gelangt man mit der "kleinen Polarsternregel" zu diesen beiden Botensternen der Wega, indem man von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen ausgeht. In nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, von Kochab über Pherkad, gelangt man zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach rechts unten, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann und dessen nördliche Teile im Monatsthema vorgestellt werden.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei Sternen schräg nebeneinander, die die zweite und beinahe zweite Größe erreichen, das sind die beiden Botensterne der hellen Wega, Ettanin, der untere rechte der beiden, und Alwaid. - . Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleichviel weiter zur hellen Wega in der Leier.

Man kann die helle Wega auch finden, indem man direkt von Arktur zur Gemma und dann fast gleichviel weitergeht. Zunächst gelangt man zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, der schon vorgestellt wurde und der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren ist. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, der auch schon vorgestellt wurde; das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.

Der Schwan scheint über den Himmel nach rechts zu fliegen
Das Sternbild des Schwanes manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb nach rechts bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega, findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, haben wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt.)

Geht man von Deneb nach links in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Unter und über Sadir findet man ebenfalls je einen Stern gerade noch sowie beinahe 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan, das ist derzeit der untere Stern, heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist der vierthellste Schwanenstern delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren. - Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sternen erahnen konnte. Sie stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, und bilden die Drachenkopf-Raute, die links vom Drachenstern Grumium und rechts vom Herkulesstern iota Herculi, der bereits vorgestellt wurde, ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. - Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Ganz in der Nähe steht ein weiterer Herkulesstern 3. Größe, das ist pi Herculi, der auch schon vorgestellt wurde; man findet ihn in eineinhalbfacher Verlängerung von Ettanin über iota Herculi. Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck.

Man kann somit auch über die helle Wega und den Drachenkopf in die nördlichen Teile des Sternbildes Herkules gelangen. Am einfachsten bildet man ein fast gleichseitiges Dreieck aus der hellen Wega in einer Ecke und den beiden hellsten Sternen Ettanin und Alwaid im Drachenkopf in der zweiten Ecke. In der dritten Ecke rechts oben findet man dann den Stern pi Herculi; man kann ihn auch finden, indem man vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Der Drache hat noch zwei weitere Sterne 3. Größe: den vierthellsten Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Geht man diese Verlängerung gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin, dem Hauptstern des Kepheus. Dieser ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". Unmittelbar rechts neben Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Auch in der Leier gibt es zwei weitere Sterne 3. Größe: geht man von Ettanin im Drachenkopf zur hellen Wega und dann die Hälfte weiter, so gelangt man zu zwei nebeneinander stehenden Sternen, die zum Sternbild der Leier gehören; der Stern auf der Linie ist Sheliak und der Stern links von ihm ist Sulaphat. Sheliak ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren und Sulaphat ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte".

Im Osten kann man Atair im Adler sehen, einen Stern beinahe 0. Größe, der mit der hellen Wega und mit Deneb im Schwan das markante Sommerdreieck bildet. Über Atair kann man einen weiteren Stern beinahe 2. Größe sehen, das ist Tarazed, ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke". Bei guter Ostsicht kann man unter Atair auf der anderen Seite wie Tarazed einen Stern beinahe 3. Größe erkennen, das ist Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke".

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Rechts neben ihm sieht man den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Der "fliegende Adler" Atair wird also von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten von Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Diese drei Sterne bilden die Schulter des fliegenden Adlers. Die Übersetzung "Falke" ist sprachwissenschaftlich indes ein Übersetzungsfehler aus dem Persischen; dort ist die Rede davon, dass der fliegende Adler "an-nasr attair", der durch die drei sehr auffällig in einer Linie stehenden Sterne Alshain, Atair und Tarazed dargestellt wird und aus dessen zweiten Wort sich ja der Sternname Atair gebildet hat, vom Volk "shahin tarazed" genannt werden, und das bedeutet "Wagbalken der Waage". Das zweite Wort tarazed ist dann auf den Sternnamen Tarazed und das erste Wort shahin ist auf den Sternnamen Alshain übergegangen.

2.5 Der Skorpion und die Waage

Bei guter Südsicht kann man rechts unterhalb vom Ende des "Himmelslineals", der Sternenkette, die durch Unuk, Yed Prior und Yed Posterior sowie die beiden Sabik-Sterne führt, einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe heißt er Antares, das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion".

Der Skorpion ist eines der schönsten und figürlichsten Sternbilder am Sternhimmel und steht in unseren Breiten so weit südlich, dass man nur seine nördlichen Teile gut sehen kann. Man kann sich vorstellen, dass sich der Skorpion mit seinen Scheren gerade aus dem Sand ausbuddelt. Die Mythologie weiß zu berichten, dass der Skorpion den berühmten Himmelsjäger Orion, der sich für unbesiegbar hielt, gestochen hat, so dass dieser starb; die beiden mögen sich bis heute nicht, so dass der Orion untergeht, wenn der Skorpion aufgeht, und der Skorpion untergeht, wenn der Orion aufgeht.

Rechts oberhalb von Antares kann man die vordere Dreiergruppe des Skorpions sehen, deren beiden oberen Sterne, Akrab und Dschubba, zweite und sogar beinahe erste Größe erreichen und schon vorgestellt wurden. Akrab bedeutet "Skorpion" und wird im englischen Acrab geschrieben, Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt. Aufgrund eines Helligkeitsausbruches ist derzeit die Dschubba heller als Akrab. - Der untere Stern der vorderen Dreiergruppe, pi Scorpii, ist ein blauweißlicher Riesenstern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 450 Lichtjahren. Oberhalb von Akrab befindet sich derzeit der Ringplanet Saturn.

Antares steht in der Mitte der unteren Dreiergruppe des Skorpions und seine beiden Nachbarsterne haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Sterne beinahe 2. Größe; der linke tau Scorpii im Abstand von 430 Lichtjahren und der rechte sigma Scorpii fast doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren.

In Fortsetzung dieser unteren Dreiergruppe kann man den körpernächsten Schwanzstern epsilon Scorpii, der manchmal Wei genannt wird, sowie nochmals ungefähr so weit entfernt etwas oberhalb der Verbindungslinie den hintersten Schwanzstern Shaula, der beinahe erste Größe erreicht, tief am Horizont erkennen. Unterhalb dieser beiden Sternen windet sich der mächtige Schwanz des Skorpion. Seine Sterne werden im Monatsthema näher vorgestellt.

Epsilon Scorpii ist ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von 70 Lichtjahren und die Shaula ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Shaula bedeutet "erhobener Schwanz (des Skorpion)". Unmittelbar rechts neben der Shaula kann man bei ausgezeichneten Sichtbedingungen auch einen Stern beinahe 2. Größe erkennen, das ist der Stern Lesath, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 520 Lichtjahren. Lesath bedeutet "Stich eines giftigen Tieres". - Bei sehr guter Südsicht kann man unter der Shaula und Lesath einen weiteren Stern 2. Größe erkennen, er heißt Girtab und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Girtab ist die sumerische Bezeichnung für Skorpion.

Das Sternbild der Waage und ihr weiteres Umfeld zur Orientierung, In der vergrößerten Darstellung sind alle beschriebenen Sterne bezeichnet.
Östlich der Jungfrau kann man die hellsten Sterne der Waage erkennen. - Obgleich das Sternbild der Waage eher unauffällig ist, so gehören ihre beiden hellsten Sterne zusammen mit Akrab und der Dschubba, den beiden oberen Sternen der vorderen Dreiergruppe des Skorpions, zu den vier hellsten Sternen der Region zwischen der Spica und Antares.

Der obere und der mittlere Waagestern erreichen beide beinahe die 2. Größe: der obere Stern ist der hellste Waagestern Zuben-el-schemali, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 120 Lichtjahren, und der mittlere Stern ist Zuben-el-genubi, ein weißlicher Stern im Abstand von 77 Lichtjahren. Zuben-el-schemali bedeutet "die nördliche Klaue (des Skorpions)", Zuben-el-genubi bedeutet "die südliche Klaue (des Skorpions)". Er steht ungefähr in der Mitte zwischen der Spica und Antares.

Der untere Waagestern ist Brachium, er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Brachium bedeutet "Arm". Dieser Stern gehörte bis zur endgültigen Festlegung der Sternbildgrenzen im Jahre 1930 durch die Internationale Astronomische Union zum Sternbild des Skorpion und hatte die Bezeichnung gamma Scorpii.

2.6 Die Sprünge der Gazelle sowie weitere Körpersterne der Großen Bärin

Das Areal unterhalb des Großen Wagen enthält keine Sterne 2. Größe und wird meistens auch nicht weiter beachtet. Das ist schade, denn im frühen Sommer stehen diese Sterne halbhoch am Himmel und man kann mehrere Sterne sehen, die helle Sterne dritter Größe sind - wären sie nur eine Zehntel Größenklasse heller, so würden zwei von ihnen sogar beinahe die 2. Größe erreichen. Sie sind also durchaus auffällige Sterne. Am einfachsten findet man sie mit Hilfe der Gazellensprünge, das sind drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe, und die Mythologie weiß zu berichten, dass es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle handelt. - Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom mittleren Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der hellste Nichtwagensterne der Großen Bärin, das ist psi Ursae Maioris unterhalb des Wagenkastens. Im Juli ist das links und man findet ihn am einfachsten in Verlängerung der beiden kurzen Seiten des Wagenkastens nach Westen. Er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebsthellste Stern der Großen Bärin.

Von bloßem Auge gleichhell wie Talitha Borealis vom dritten Gazellensprung ist auch der Stern Al Haud, er befindet sich auf dem Weg von Talitha Borealis zum hinteren unteren Kastenstern Merak nach rund einem Drittel des Weges. Al Haud bedeutet "Becken" und ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren.

Im Westen wird dieses Areal von Cor Caroli, der immerhin beinahe die 2. Größe erreicht, abgeschlossen: geht man vom Wagenstern Benetnash am Ende der Wagendeichsel zur Denebola im Löwen an seinem Schwänzchen, so findet man nach einem Drittel des Weges den Stern Cor Caroli in den Jagdhunden. Da Cor Caroli in der Krümmung der Deichsel des Großen Wagen ein sehr einfach auffindbarer Stern ist - vermutlich ist er nach den Wagensternen mit dem Augenprüfstern und dem Polarstern zusammen mit dem "Augenprüfstern" von Alioth der nächst-einfachste auffindbare Stern überhaupt, wird man in der Praxis Benetnash und Cor Caroli nutzen, um bei schlechten Sichtbedingungen die Denebola zu finden. Neben Cor Caroli steht schräg in Richtung des Wagenkastens der zweithellste Jagdhundestern Chara, der bei guten Sichtbedingungen ebenfalls sehr einfach zu finden ist.

Am einfachsten fängt man mit den Gazellensprüngen an: unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt, wie der Große Wagen hoch ist, drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne stehen zwischen dem Großen Wagen und dem Löwen, der zu Monatsbeginn nach Ende der Dämmerung tief im Westen steht und in der Unterrubrik 2.9 beschrieben wird, und werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird vom hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris gebildet, der bereits vorgestellt wurde; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Wagensicht nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens schief nach innen nach unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin. Sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein: hier wird der Fersenstern von Al Haud, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, gebildet. Diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Die Große Bärin hört nicht bei den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen auf, sondern hat mit der Muscida noch einen weiteren Stern 3. Größe an ihrem Kopf und zwei Sterne beinahe dritter Größe an ihrem Hals: in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - im Juli ist das nach links unten - findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel. - Auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von der Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, sowie Alula Borealis vom ersten Gazellensprung und Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen wie beim Jungfraustern Porrima zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe. Auch der zweite Stern des "quergestellten vierten Gazellensprunges" erreicht beinahe die 3. Größe.

Der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas zur Wagendeichsel hin eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

2.7 Die ersten Pegasussterne, die die Cassiopeia, der Kepheus und die letzten Wintersterne

Im Osten kann man die ersten Sterne des Pegasus und ab der 2. Monatshälfte die Andromeda erkennen. Spiegelt man die helle Wega in der Mitte an der Achse Deneb - Atair, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif, der die 2. Größe erreicht. Das Sommerdreieck und Enif bilden ein Parallelogramm. Spiegelt man die helle Wega senkrecht an der Achse Deneb - Atair, das ist knapp neben Deneb, so gelangt man zum zweithellsten Pegasusstern Scheat, der gleich hell ist wie Enif, und rechts über ihm zum Stern Sadmatar, einem Stern 3. Größe.

Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pegasus)", Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadmatar ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens".

Scheat und Sadmatar befinden sich in einem fast gleichseitigen Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Scheat steht an der linken Ecke dieses kleinen Dreiecks und Sadmatar an seiner oberen Ecke. Auch der linke Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Diese Sterne bilden das Pegasusdreieck.

Verlängert man die untere Dreieckslinie von Scheat über die Ecke, in der Sadalbari und lamda Pegasi stehen, hinaus viermal, so gelangt man ebenfalls zum hellsten Pegasusstern Enif.

Sehr einfach zu finden ist auch das schöne Sternbild der Andromedamutter Cassiopeia. Sie steht auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen, das ist im Juli rechts unter dem Polarstern über dem Nordosthorizont. Sie sieht wie ein großes W aus. Ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von rechts. Der rechte Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. - Das Wort Schedir hat denselben Ursprung wie der Schwanenstern Sadir.

Die drei hellsten Sterne der Cassiopeia erreichen die 2. Größe.

Ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der rechte obere Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar rechts über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von rechts oben nach links oben durchzählt, so steht ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben und Caph an der ersten Stelle von rechts oben.

Der vierte Cassiopeiastern von rechts verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. . Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. - Die Bedeutung von Segin ist nicht überliefert.

Perseus und die angrenzenden Sternbilder
In Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", gelangt man tief am Nordhorizont zu Mirfak, dem Hauptstern des Perseus, einem weißgelblichen Stern beinahe die 1. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren, und schließlich führt in der zweiten Nachthälfte die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch tief am Nordhorizont zur hellen Capella im Fuhrmann. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)". Capella heißt "Zicklein", sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind.

Den Stern Deneb im Schwan kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch den rechten oberen Stern Caph der Cassiopeia.

Rechts über der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit auf seiner Seite liegt. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden rechten Cassiopeiasterne Schedir nach rechts über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke über Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg links oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses. Gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit deren Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar rechts über Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim, ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren. Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also rechts unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim neben Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten dann etwas schmaler ist.

Schräg links unter dem kleinen Pegasusdreieck steht der Hauptstern der Andromeda, das ist die Sirrah, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)", sie ist der hellste Stern in dieser Himmelsregion. Man kann sie auch finden, indem man von der hellen Wega etwa gleichweit über Deneb im Schwan verlängert und dann etwas nach rechts geht. Schräg rechts unter dem Dreieck kann man den Hauptstern des Pegasus erkennen, das ist Markab. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)".

Die Sirrah, den Hauptstern der Andromeda schräg links unter dem kleinen Pegasusdreieck, kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, finden. Ab der zweiten Monatshälfte kann man auch die übrigen Andromedasterne erkennen: deutet man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze, so weist diese auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3.Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. - Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren. Etwas oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe, das ist mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

Verlängert man die Andromedakette nach links, so gelangt man ab der zweiten Monatshälfte zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W durch den vierten Stern des "W" finden; er ein Stern beinahe 1. Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Über ihm steht in Richtung Cassiopeia ein Stern 3. Größe, das ist gamma Persei, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Die Pegasuskette erstreckt sich von Markab zu Enif und die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet "Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. - Geht man von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 50'000 Sterne.

Im Feldstecher kann man auf dem Weg von Sadalbaham zu Enif und darüber hinaus zwei Sterne sehen; geht man durch das Tor, das von diesen beiden Sternen aufgespannt wird, hindurch, so befindet sich der Kugelsternhaufen M15 unmittelbar neben dem oberen Stern des Tores. Dieser heißt HD204862 und erreicht die 6. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Tores steht bereits im Sternbild des Füllen und heißt HD203345; er erreicht beinahe die 6. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Ab der späten zweiten Monatshälfte kann man rechts unterhalb der Sirrah und links unterhalb von Markab einen weiteren Stern beinahe 2. Größe sehen, das ist der Pegasusstern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Manchmal wird auch der Stern Mirfak mit diesem Namen bezeichnet.

2.8 Der Schütze sowie die nördlichen Teile des Steinbocks und des Wassermannes

Verlängert man ab der zweiten Monatshälfte das Himmelslineal über Sabik hinaus, so gelangt man zu den nördlichen Teilen des Sternbildes Schütze. Zunächst erreicht man in doppelter Verlängerung von zeta Ophiuchi am unteren Ende des geraden Teiles des Himmelslineals über Sabik hinaus einen Stern beinahe 2. Größe namens Kaus Borealis und dann in dreifacher Verlängerung von zeta Ophiuchi über Sabik hinaus den Stern Nunki, der 2. Größe erreicht und der der hellste Stern in diesem Himmelsareal ist. Etwas links oberhalb von Nunki, in Richtung des Adlersternes Atair, steht der Stern Albalda, der wie Kaus Borealis die zweite Größe nur knapp verfehlt.

Kaus Borealis heißt "nördlicher Stern des Bogens" und ist ein Roter Riese im Abstand von 80 Lichtjahren, Nunki bedeutet "göttlicher Ort der Erde" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 220 Lichtjahren und Albalda links oberhalb in Richtung Atair bedeutet "der Platz, die Gegend"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren. Gegen Monatsende kann man rechts unterhalb von Nunki einen weiteren Schützenstern sehen, das ist die Askella und bedeutet "Achsel". Sie ist ein weißlicher Stern knapp 2. Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Der Schütze ist ein unübersichtliches Sternbild, welches man sich am einfachsten als zwei Bögen vorstellen kann, die schräg übereinander stehen. Beide Bögen haben in dieser Vorstellung einen Pfeil. Dieser hat nichts mit dem gleichnamigen Sternbild zu tun. Der zweithellste Schützenstern Nunki befindet sich in dieser Vorstellung in der Mitte des oberen Bogens, Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens und Albalda in Richtung Atair am oberen Ende des oberen Bogens. Der obere Bogen wird unterhalb von Nunki am unteren Ende vom dritthellsten Schützenstern Askella vervollständigt.

Ab der Monatsmitte kann man weitere Schützensterne erkennen: Kaus Meridionalis steht unterhalb von Kaus Borealis und bedeutet "mittlerer Stern des Bogens", er ist ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Rechts neben ihm steht der Stern An-Nasl, das heißt "Pfeilspitze"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Bei sehr guter Südostsicht kann man auf beiden Seiten von Nunki außerdem je einen Stern gerade noch dritter Größe erkennen, das sind tau und phi Sagittarii oberhalb von der Askella. Phi Sagittarii ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 230 Lichtjahren und tau Sagittarii ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Beide sind Sterne 3. Größe. Fast gleichhell ist auch der Stern xi2 Sagittarii rechts neben Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Der hellste Stern des Sternbildes ist Kaus Australis am unteren Ende des unteren Bogens. Kaus Australis erreicht beinahe 1. Größe, ist aber aufgrund seiner südlichen Lage nur bei klarer Südsicht gut erkennbar. Kaus Australis bedeutet "südlicher Stern des Bogens" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Schräg rechts unterhalb des hellsten Schützensternes Kaus Australis steht eta Sagittarii, ein Stern 3. Größe. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren und ist nur bei sehr guter Südsicht oder von Südeuropa aus sichtbar.

Kaus Meridionalis ist der vierthellste Schützenstern, Kaus Borealis dessen fünfthellster und Albalda dessen sechsthellster Stern. Sie erreichen alle beinahe die 2. Größe. Geringfügig schwächer ist der siebthellste Schützenstern An-Nasl.

Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zunächst zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern dritter Größe im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß". Etwa in doppeltem Abstand folgen etwas nach rechts unten versetzt zwei Sterne 3. Größe schräg nebeneinander, die schon zum Sternbild des Steinbockes gehören: der rechte obere heißt Algiedi und der linke untere Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren und ist etwas heller als Algiedi. Wer gute Augen hat, kann westlich von Algiedi einen weiteren Stern gerade noch 4. Größe sehen; diese beiden sehen zwar wie ein Doppelstern aus, doch ist der Partnerstern, ebenfalls ein gelber Stern wie unsere Sonne, über zehnmal weiter entfernt. Vorsicht, dass man ihn von bloßem Auge nicht mit dem Stern nue Capricorni verwechselt, der auf der anderen Seite der Algiedi etwas weiter entfernt steht und deswegen bei genügend guter Sehkraft viel einfacher erkennbar ist. Nue Capricorni ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 270 Lichtjahren.

Rechtwinklig von Algiedi und Sadaldabih gelangt man von Algiedi nach links gehend zu einem weiterem Stern, das ist der Stern Sadalbali im Wassermann, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Dieser Name kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln.

Zu Nunki kann man auch gelangen, indem man den oben beschriebenen Weg vom Adler in den Steinbock beschreitet und bei den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih senkrecht nach rechts etwa gleichweit abbiegt.

Die Pegasuskette erstreckt sich von Markab zu Enif und die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts den Stern Sadalbaham. Von hier gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren. Geht man von Sadalmelik nach rechts, so gelangt man zum hellsten Stern des Sternbildes, das ist Sadalsuud, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Sadalsuud heißt "Glücksstern des Glückes" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren.

2.9 Zu Monatsbeginn: der Löwe und der Kleine Löwe

Zu Monatsbeginn kann man tief im Westen das Sternbild des Löwen erkennen. Dieses befindet sich zwischen der Denebola und dem Horizont. Die Denebola bildet mit Arktur und der Spica ein gleichseitiges Dreieck in den Westen. Sie ist ein Stern zweiter Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren. Denebola bedeutet "Schwänzchen (des Löwen)" - im Gegensatz zur Großen Bärin und zum Kleinen Bären, die beide von Zeus am Schwanz gepackt und an den Himmel geschleudert wurden und deswegen überlange Schwänze haben, scheint der Löwe nur ein kurzes Schwänzchen zu haben. - Man kann die Denebola auch finden, indem man vom Wagenstern Benetnash am Ende der Wagendeichsel über Cor Caroli, den Hauptstern der Jagdhunde, dreimal verlängert.

Geht man von der Denebola zum Horizont, so folgen zwei Sterne schräg nebeneinander, der rechte obere Stern erreicht gerade noch 2. Größe, das ist der vierthellste Löwenstern Duhr, ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren, und der linke untere Stern ist die Coxa, ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren. Duhr bedeutet "Rücken", Coxa bedeutet "Hüfte".

Noch weiter zum Horizont gehend kann man zu Monatsbeginn zwei weitere Sterne schräg übereinander sehen, der obere Stern erreicht die 2. Größe, er heißt Algieba und markiert die Stirn des Löwen; sie besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind. Der untere geht schon vor Ende der Dämmerung unter, das ist Regulus beim Herzen des Löwen, ein blauweißlicher Riesenstern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Sein arabischer Name Kabeleced bedeutet "Herz des Löwen". Von Südeuropa aus kann man in der ersten Monatshälfte bei guter Westsicht den Löwen vollständig auch nach dem Ende der Dämmerung bewundern.

Geht man von der Denebola herkommend bei der Algieba etwas nach oben abbiegend die Hälfte weiter, so gelangt man zu Ras Elased Australis, der die 3. Größe erreicht, das ist der Stern "südlich des Kopfes des Löwen". Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern und 250 Lichtjahre von uns entfernt. Bei sehr guten Sichtbedingungen finden wir in der Nähe der Algieba und von Ras Elased Australis noch 2 weitere Sterne, welche den Kopf des Löwen markieren: etwas rechts die Adhafera, einen Stern 3. Größe an der Haarsträhne des Löwen, und rechts unter ihr neben Ras Elased Australis den Stern Ras Elased Borealis, das ist der Stern "nördlich des Kopfes des Löwen", ein Stern beinahe 3. Größe. Adhafera ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren und Ras Elased Borealis ein Roter Riese im Abstand von gut 130 Lichtjahren. Auch die Adhafera gehört zum Bärenstrom und ist dessen absolut hellster Stern. Sie hat sich schon weit vom Zentrum entfernt.

Sei noch der Stern eta Leonis zwischen Algieba und Regulus, ein wenig rechts unterhalb der Verbindungslinie, erwähnt; er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weit entfernter weißlicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Iota Leonis erreicht beinahe die 3. Größe, er ist weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Er bildet mit Duhr und Coxa von der mittleren Löwenachse eine deichselartige Figur, bei der er an der unteren Stelle steht.

Ein weiterer Stern 3. Größe befindet sich fast in der Mitte zwischen Talitha Borealis und dem Löwenkopfstern Ras Elased Australis, das ist der Hauptstern des Sternbildes Luchs, ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren. Auch der zweite Stern dieses "quergestellten vierten Gazellensprunges" erreicht beinahe die 3. Größe, er steht über alpha Lyncis und heißt 38 Lyncis, er ist der zweithellste Stern des Sternbildes Luchs, ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Man kann auch sehr schöne Routen vom Großen Wagen zum Löwen vornehmen: wie schon gesehen gelangt man im Westen von Benetnash über Cor Caroli zur Denebola, indem man dreimal verlängert. - Gehen wir von den beiden vorderen Kastensternen von Megrez über die Phekda, so folgt nach rund dreimaliger Verlängerung etwas abseits der hellste Nichtwagenstern psi Ursae Maioris. Diesen Weg weitergehend gelangt man dann erst zum zweithellsten Löwenstern Algieba und dann zu Regulus, dem Hauptstern des Löwen. Dabei kommt man nach einem Drittel des Weges von psi Ursae Maioris zur Algieba noch am hellsten Stern des Kleinen Löwen vorbei, der zwischen den beiden ersten Gazellensprüngen, etwas näher am ersten Gazellensprung, steht. Er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese beinahe 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren. Man kann ihn auch finden, indem man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges geht oder indem man von der Algieba in Richtung des hellsten Nichtwagensternes psi Ursae Maioris geht, dann steht 46 Leonis Minoris kurz nach der Hälfte des Weges etwas westlich. - Geht man im Löwen von der Denebola über Duhr rund gleichviel weiter und dann senkrecht nach rechts etwas weniger weit, so gelangt man ebenfalls zu 46 Leonis Minoris.

Die dritte Route vom Großen Wagen in den Löwen verläuft fast parallel dazu: ausgehend vom hinteren unteren Kastenstern Merak gelangt man über den mittleren Gazellensprung mit Tania Australis in den Löwenkopf zu Ras Elased Borealis und kurz darauf Ras Elased Australis, und die vierte Route schließt dieses Areal im Osten ab: geht man von der Muscida am Kopf der Großen Bärin zum dritten Gazellensprung mit Talitha Borealis und dann gleich viel weiter, so gelangt man zum etwas quergestellten vierten Gazellensprung mit alpha Lyncis und 38 Lyncis und nochmals gleichviel etwas nach Osten weitergehend erneut in den Löwenkopf zu Ras Elased Borealis und Ras Elased Australis.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Da die Erde um die Sonne läuft, hat man von der Erde aus gesehen den Eindruck, dass die Sonne vor dem Sternenhimmel herzieht. Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne dabei im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die meisten Mondstationen basieren auf der indischen Tradition, der Nakshatra, die ebenfalls kurz vorgestellt wird. In der 6. Rubrik und der 7.Rubrik werden sie in englischer Sprache vorgestellt; dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben.

3.2 Die drei hellen Mondstationen im Sternbild Löwe

Das Sternbild des Löwen umfasst drei Mondstationen,die einfach zu finden sind:

Al-gabba hat der Algieba ihren Namen verliehen und besteht aus der Linie Adhafera - Algieba - eta Leonis und Regulus; in der indischen Tradition wird nur Regulus verwendet und heißt dort "der Große".

Az-zubra besteht aus den beiden Sternen Duhr und Zosma der mittleren Löwenachse; der Name dieser Mondstation ist dann auf den Löwenstern Subra übergegangen. In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der frühere Rötliche" übersetzt.

Die Mondstation As-sarfa schließlich besteht aus der Denebola beim Schwänzchen des Löwen, dies bedeutet der "Wechsel (des Wetters)". In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der spätere Rötliche" übersetzt.

3.3 Die Mondstationen im Sternbild Jungfrau und das Sternbild Rabe der indischen Nakshatra

Die erste Mondstation der Jungfrau heißt al-auwa und hat dem Stern Minelauva seinen Namen gegeben. Al-auwa besteht aus dem Jungfraubogen, der von Vindemiatrix, Minelauva und Porrima gebildet wird, und geht dann rechtwinklig weiter in Richtung Regulus im Löwen zu den beiden Sternen Zaniah und Alaraph.

Al-auwa bedeutet "in dem Winkel des Käf"; Käf ist ein arabischer Buchstabe, dem die Sterne dieser Mondstation ähneln. Eine andere Lesart übersetzt diesen Namen "mit bellenden Hunden", so dass diese 5 Sterne fünf Hunde darstellen, die dem Löwen hinterher bellen. In der indischen Tradition wurden anstelle des Jungfraubogens die fünf Sterne des Raben als Mondstation verwendet.

Dieses hübsche Sternbild etwas unterhalb zwischen dem Löwen und der Jungfrau, das in Europa bereits untergegangen ist, kann man in Indien auch noch im Juli sehen, da es dort schon früher dunkel wird. Verlängert man die Jungfraudeichsel nach unten und geht etwas in Richtung der Spica, so sieht man ein kleines schiefes Viereck, bei dem die rechte obere Kante nach unten eingeknickt ist. Die obere Kante wird links von Algorab ("rechter Flügel des Raben") und rechts von Gienah ("Flügel") gebildet, die untere Kante links von einem Stern namens Kraz und rechts von Minkar ("Schnabel"). Gienah und Kraz sind Sterne beinahe 2. Größe, Algorab und Minkar haben 3. Größe. Algorab bildet mit der Spica und der Prrima am unteren Ende der Jungfraudeichsel ein fast gleichseitiges Dreieck. - Algorab und Gienah sind blauweißliche Sterne im Abstand von 90 und 165 Lichtjahren, Kraz ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und Minkar ein Roter Riese im Abstand von gut 300 Lichtjahren. - Der Hauptstern des Raben ist ein unauffälliger Stern 4. Größe und steht rechts unterhalb von Minkar, er heißt Alchiba und ist ein 50 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern. Alchiba bedeutet "das Zelt".

Die zweite Mondstation der Jungfrau heißt as-simak und wird von der hellen Spica gebildet. As-simak bedeutet "die beiden, die hoch sind"; gemeint sind damit Arktur und Spica in der Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen; diese Bezeichnung ist später auf Azimech, den arabischen Namen der Spica, übergegangen. In der indischen Tradition heißt sie "die Helle".

Die dritte Mondstation der Jungfrau heißt al-gafr und wird von den drei unauffälligen Sternen Syrma, kappa Virginis und Khambalia gebildet, die 4. Größe erreichen und nur bei sehr guter Südsicht gesehen werden können. Al-gafr heißt "die Bedeckung". Sie befindet sich zwischen der Spica und den drei hellsten Waagesternen und ist wie eine Deichsel geformt. Der oberste Stern dieser Mondstation heißt Syrma und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Syrma bedeutet "Kleiderschleppe". Zur Syrma gelangt man auch, wenn man vom mittleren Stern Minelauva der Jungfrau-Deichsel ausgehend über die Heze gleichviel weitergeht. Schräg unter der Syrma steht kappa Virginis, ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren, und der unterste Stern dieser Mondstation ist Khambalia, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Khambalia bedeutet "Hakenklaue". - In der indischen Tradition wird hier der helle Stern Arktur als Mondstation verwendet und heißt "Schwert der Unabhängigkeit".

3.4 Die Mondstation der Waage

Die Mondstation in der Waage heißt az-zubana; aus diesem Namen ist der Sternname Acubens entstanden. Acubens bedeutet "Schere / Zange des Skorpions". Diese Mondstation besteht aus den beiden hellsten Waagesternen Zuben-el-schemali und Zuben-el-genubi, der nördlichen und der südlichen Klaue des Skorpions. Wenngleich das Sternbild der Waage eher unauffällig ist, so gehören diese beiden Sterne zusammen mit Akrab und der Dschubba, den beiden oberen Sternen der vorderen Dreiergruppe des Skorpions, welche die nächste Mondstation bildet, zu den vier hellsten Sternen der Region zwischen der Spica und Antares.

In der indischen Tradition wurden noch zwei weitere unauffällige Waagesterne 4. und gerade noch 4. Größe zu dieser Mondstation gezählt: der Stern Zuben-el-Akrab steht knapp in der Mitte zwischen dem hellsten Waagestern Zuben-el-schemali an der nördlichen Skorpionklaue und dem Skorpionstern Akrab am oberen Ende der vorderen Skorpion-Dreiergruppe, und der Stern iota Libri bildet mit den drei anderen Sternen dieser Mondstation beinahe ein Rechteck. - Sei auch noch theta Libri, ein Stern beinahe 3. Größe, genannt, der nicht zur Mondstation dazugezählt wird; zu ihm gelangt man von Zuben-el-schemali zu Akrab gehend kurz nachdem man Zuben-el-Akrab erreicht hat.

Zuben-el-Akrab ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren, iota Libri ein weißlicher Stern im Abstand von fast 380 Lichtjahren und der hellste dieser drei Sterne, theta Libri, ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Der Name dieser indischen Mondstation lautet "wie eine Gabel geformt".

3.5 Die Mondstationen des Skorpions

Die erste Mondstation des Skorpions heißt al-iklil und wird durch die vordere Dreiergruppe des Skorpion, die aus Akrab, Dschubba und pi Scorpii besteht, gebildet. Al-iklil bedeutet "die Krone auf der Stirn des Skorpion". In der indischen Tradition heißen diese Sterne "Apostel des göttlichen Funkens". Derzeit befindet sich der Ringplanet Saturn etwas westlich dieser vorderen Dreiergruppe oberhalb von ihrem oberen Stern Akrab.

Die zweite Mondstation des Skorpions heißt al-qalb, das bedeutet "Herz des Skorpions". Sie wird vom Hauptstern des Skorpion, von Antares gebildet. In der indischen Tradition werden neben Antares auch seine beiden Nachbarsterne sigma und tau Scorpii verwendet, sie haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Riesensterne; der linke im Abstand von 430 Lichtjahren, der rechte knapp doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Älteste".

Die dritte Mondstation des Skorpions heißt as-sawla und hat dem Stern Shaula seinen Namen gegeben. As-sawla bedeutet "der Stachel am Schwanzende des Skorpion". Sie wird von den beiden Stachelsternen Shaula und Lesath gebildet. In der indischen Tradition wird der gesamte hintere Teil des Skorpion als Mondstation verwendet und heißt "Wurzel". Diese Sterne kann man nur von Südeuropa aus erkennen.

Unterhalb vom körpernächsten Schwanzstern epsilon Scorpii, der manchmal auch Wei genannt wird, folgen zunächst die Sterne mue und zeta Scorpii, wo der Schwanz des Skorpion zu eta Scorpii nach Osten abbiegt. Dann folgt der Sargas, ehe sich der Schwanz wieder nach oben zu iota Scorpii und Girtab hinaufwindet. Nun zweigt sich der Schwanz auf - nach rechts gelangt man zu Shaula und Lesath, nach links zu G Scorpii; letzterer wurde aber nicht mehr zur Mondstation hinzugezählt. Diese Sterne werden im Monatsthema näher vorgestellt.

Der Stern Sargas, der ebenfalls beinahe erste Größe erreicht, steht am unteren Ende der Schwanzkrümmung und ist auch von Südeuropa nur bei sehr guter Südsicht tief am Horizont zu erkennen; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren.

3.6 Der Schlangenträger und der Tierkreis

Wie oben gesehen geht der Tierkreis auch durch das Sternbild des Schlangenträgers, jedoch ist dieses Sternbild weder im Horoskop verwendet noch sind Sterne von ihm als Mondstation überliefert. Das verwundert nicht weiter, da sich der sehr eindrucksvolle Schwanz des Skorpion nur wenig südlich befindet.

Das Himmelslineal eignet sich ausgezeichnet als Wegweiser in die südlichen Tierkreiszeichen: biegt man in der Mitte des Himmelslineals nach Westen ab, so gelangt man zum Sternbild der Waage; biegt man am unteren Ende zwischen zeta Ophiuchi, der manchmal auch Han genannt wird, und Sabik nach Westen ab, so gelangt man zu Antares, und verlängert man das Himmelslineal über die beiden Sabiksterne zeta Ophiuchi und Sabik hinaus, so gelangt man zu den beiden Schützensternen Kaus Borealis und Nunki.

Geht man nun vom Ende des Himmelslineals bei zeta Ophiuchi geradeaus weiter, also am oberhalb gelegenen Stern Sabik vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 3. Größe, das ist theta Ophiuchi. Theta Ophiuchi ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 600 Lichtjahren; er befindet sich ziemlich genau in der Mitte zwischen Antares und dem Schützenstern Kaus Borealis. Der Tierkreis verläuft zwischen Sabik und theta Ophiuchi.

3.7 Die Mondstationen des Schützen

Das Sternbild des Schützen beherbergt zwei Mondstationen.

Die erste heißt an-nahim und besteht aus allen helleren Schützensternen mit Ausnahme der drei nördlichsten, das sind Albalda am oberen Ende des oberen Bogens und xi2 Sagittarii rechts neben ihm sowie Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens. Somit wird diese Mondstationen von zweimal vier Sternen gebildet, nämlich von Nunki und Askella sowie den beiden Sternen tau und phi Sagittarii auf beiden Seiten von Nunki sowie von Kaus Meridionalis mit An-Nasl und Kaus Australis mit eta Sagittarii. Die Mythologie hat in diesen Sternen zwei Straußen gesehen, von denen einer, nämlich derjenige mit Nunki und Askella, von der Tränke am Fluss (der Milchstraße) kommt. An-nahim bedeutet also "die Strauße" und man beachte, dass die beiden Adlersterne Al Thalimain Prior und Al Thalimain Posterior, die nur wenig nördlich stehen und die in der 5.Rubrik vorgestellt werden, ebenfalls "Strauße" bedeuten. In der indischen Tradition werden nur der mittlere und der unteren Bogenstern des unteren Bogens, Kaus Meridionalis und Kaus Australis, verwendet, und die Mondstation heißt "früher Sieg" oder "der Unbesiegte".

Die zweite Mondstation des Schützen heißt al-balda und bezeichnet die sternleere Gegend unterhalb von Albalda am oberen Ende des oberen Bogens. Al-balda bedeutet "der Platz, die Gegend". In der indischen Tradition werden der mittlere und der untere Bogenstern des oberen Bogens, Nunki und Askella, verwendet; die Mondstation heißt "später Sieg" oder "der spätere Unbesiegte".

3.8 Die Mondstation des Steinbocks und die beiden ersten Mondstationen des Wassermannes

Die Mondstation des Steinbocks wird von den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih in der Verlängerung der Adler-Steinbock-Linie gebildet und heißt nach dem helleren der beiden Sterne Sadaldabih. In der indischen Tradition werden die Adlersterne Atair und seine beiden Falken Tarazed und Alshain verwendet, dort heißt die Mondstation "die Anhörung".

Die erste Mondstation des Wassermannes heißt sad-bula und hat dem Stern Sadalbali seinen Namen gegeben. Die zweite Mondstation des Wassermannes heißt Sadalsuud. - Die indische Tradition überliefert hier nur 1 Mondstation, diese besteht aus den Rautensternen des Sternbildes des Delphins und heißt "der Reichste". Der Delfin befindet sich östlich der drei Adlersterne Atair, Tarazed und Alshain und sieht wie eine Raute mit Stiel aus. Seine beiden hellsten Sterne erreichen beinahe die 3. Größe, das sind beta Delphini und von bloßem Auge gleichhell der Hauptstern des Delfins. Beta Delphini steht in der Raute auf der Seite vom Stiel, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren, und alpha Delphini steht in der Mitte der Raute in Richtung Schwan, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Der Delfin wird in der 5. Rubrik näher vorgestellt.

->
Einführung in die Mondstationen

4. Monatsthema: der Skorpion und die nördlichen Teile des Wolf von Südeuropa

Rechts unterhalb vom Ende des "Himmelslineals" kann man einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Diesen Namen hat er wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe, das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Antares markiert die Stelle des Herzens des Skorpions und steht an der mittleren Stelle der unteren Dreiergruppe,sein ursprünglicher arabischer Name ist Calb-al-akrab, das bedeutet "Herz des Skorpion".

Leider steht der Skorpion in unseren Breiten sehr südlich und meist kann man nur den vorderen Teil des Skorpions mit seinem tiefroten Hauptstern Antares sehen. Dieser vordere Teil des Skorpion besteht aus zwei senkrecht zueinander stehenden engeren deichselförmigen Dreiergruppen. Man kann sich also vorstellen, dass sich der Skorpion gerade aus dem Sand ausgräbt und erst die Scheren - das sind die vorderen drei Sterne - und der vordere Teil seines Körpers - das sind die unteren drei Sterne - zum Vorschein gekommen sind. Diese beiden Dreiergruppen sind leicht gebogen und stehen senkrecht zueinander.

Die beiden oberen Sterne der vorderen Dreiergruppe, Akrab oben links und Dschubba in der Mitte, erreichen zweite Größe. Akrab bedeutet "Skorpion", Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt. Aufgrund eines Helligkeitsausbruches ist seit einigen Jahren die Dschubba heller als Akrab und erreicht beinahe die erste Größe. - Der untere Stern der vorderen Dreiergruppe, pi Scorpii, ist ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

In der unteren Dreiergruppe haben beide Nachbarsterne von Antares den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Sterne; der linke tau Scorpii im Abstand von 430 Lichtjahren und der rechte sigma Scorpii fast doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren.

Zwischen Antares und dem vorderen, also oberen "Schutzstern" kann man geringfügig unter diesen beiden Sternen den Kugelsternhaufen M4 sehen. Dieser ist nur 7500 Lichtjahre entfernt und somit einer der nächstgelegenen Kugelsternhaufen. Leider ist er für Beobachter in Mitteleuropa wegen seiner südlichen Lage eher unattraktiv, kann aber mit einem starken Feldstecher bei guter Südsicht oder bei Ferien in Südeuropa einfach aufgefunden werden.

Zahlreiche Menschen gehen im Sommer nach Südeuropa in die Ferien und da bietet sich schon ein viel prächtigerer Anblick dieses schönen Sternbildes: dort genügt es, nach Süden zu schauen, da kann man den Skorpion problemlos am Himmel erkennen. Die beiden zuvor beschriebenen senkrecht zueinander stehenden engeren Dreiergruppen bilden die vorderen Scheren mit Akrab und Dschubba sowie den Leib des Skorpion mit Antares beim Herz des Skorpion.

Bildliche Darstellung des Skorpions. Nach Jehoshaphat Aspin, 1850
In Fortsetzung der unteren Dreiergruppe kann man den körpernächsten Schwanzstern epsilon Scorpii, der manchmal Wei genannt wird, sowie ungefähr nochmals so weit entfernt etwas oberhalb der Verbindungslinie den hintersten Schwanzstern Shaula, der beinahe erste Größe erreicht, halbhoch am Himmel erkennen. Unterhalb dieser beiden Sterne windet sich der mächtige Schwanz des Skorpion. Epsilon Scorpii ist ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von 70 Lichtjahren und die Shaula ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Shaula bedeutet "erhobener Schwanz (des Skorpion)". Unmittelbar rechts neben der Shaula kann man einen Stern beinahe 2. Größe erkennen, das ist der Stern Lesath, ein blauweißlicher Stern, rund 200 Lichtjahre näher als die Shaula. Lesath bedeutet "Stich eines giftigen Tieres". Bei sehr guter Südsicht kann man unter den beiden und links neben ihnen ebenfalls je einen Stern erkennen. Der Stern unter ihnen heißt Girtab, ein Stern gerade noch 2. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Girtab ist die sumerische Bezeichnung für Skorpion. Der Stern links neben Shaula und Lesath ist der Stern G Scorpii, er erreicht 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren.

Unterhalb von Wei und Shaula befindet sich der gebogene Schwanz um den Stern Sargas, der ebenfalls beinahe erste Größe erreicht. Sargas steht am unteren Ende der Schwanzkrümmung und ist auch von Südeuropa nur bei sehr guter Südsicht tief am Horizont zu erkennen; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Von Sargas aus windet sich der Schwanz des Skorpion wieder hinauf, ehe er Girtab und dann Shaula und Lesath erreicht.

Folgt man der Linie des Skorpion von Antares und seinen beiden Schutzsternen weiter über epsilon Scorpii hinaus, so folgt im Schwanz des Skorpions zunächst der Stern mue Scorpii, der ein optischer Doppelstern eines Sternes 3. und eines Sternes gerade noch 3. Größe ist; beide sind blauweißliche Sterne; der rechte und hellere im Abstand von über 800 Lichtjahren, der linke im Abstand von gut 500 Lichtjahren. Der nächste Stern ist dann zeta Scorpii, ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Er erreicht beinahe 3. Größe. Hier biegt der Schwanz des Skorpion nun nach Osten ab zu eta Scorpii, einem weißgelblichen Stern 3. Größe im Abstand von gut 70 Lichtjahren. Dann folgt Sargas, ehe sich der Schwanz wieder nach oben windet. Zunächst kommt iota Scorpii, ein weit entfernter weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 2000 Lichtjahren, und dann Girtab. Nun zweigt sich der Schwanz auf - nach rechts gelangt man zu Shaula und Lesath, nach links zu G Scorpii.

Das Sternbild des Wolfes befindet sich westlich vom Schwanz des Skorpion. Von Deutschland aus können bei sehr guter Südsicht lediglich zwei Sterne gerade noch 3. Größe gesehen werden. Den Stern eta Lupi findet man, wenn man die vordere Dreiergruppe des Skorpion zweimal nach unten verlängert. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. - Spiegelt man den Stern mue Scorpii, der im Skorpionschwanz unter epsilon Scorpii steht, an eta Lupi, so gelangt man kurz davor zu phi(1) Lupi, einem Roten Riesen im Abstand von 325 Lichtjahren.

Auf dem Weg von der vorderen Dreiergruppe des Skorpion zu eta Lupi sieht man einen Stern vierter Größe, das ist chi Lupi, der zwei Drittel von pi Scorpii, dem unteren Stern der vorderen Dreiergruppe des Skorpion, und ein Drittel von eta Lupi entfernt ist. Chi Lupi ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren.

Von Südeuropa aus kann man tief am Horizont drei weitere Sterne des Wolfes erkennen, die unterhalb von phi(1) Lupi stehen: geht man von epsilon Scorpii im Skorpion über eta Lupi gleichviel weiter, so gelangt man zu beta Lupi, einem Stern beinahe 2. Größe. Er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von gut 520 Lichtjahren. Kurz vor der Mitte des Weges von eta Lupi zu beta Lupi steht etwas unterhalb der Stern gamma Lupi, der ebenfalls ein blauweißlicher Riesenstern beinahe 2. Größe ist, mit fast 570 Lichtjahren etwas weiter entfernt als beta Lupi. Und nach der Mitte des Weges sieht man etwas oberhalb den Stern delta Lupi, ebenfalls ein blauweißlicher Stern 3. Größe, im Abstand von 510 Lichtjahren.

Wenn es die Sichtverhältnisse zulassen, kann man delta Lupi an der Linie gamma Lupi - beta Lupi spiegeln und gelangt in doppelter Entfernung von der Spiegelachse zu einem Stern 3. Größe, das ist epsilon Lupi. Auch er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Gemäß der Mythologie hat Artemis, die Göttin der Jagd, dem Skorpion befohlen, den berühmten Jäger Orion zu töten, weil sich dieser mit seinem Vorsatz, alle wilden Tiere und Ungeheuer zu erlegen, ihren Zorn zugezogen hat. Anderen Quellen zufolge war es Hera, die Ehefrau des Zeus, die Orion durch den Skorpion töten ließ, da er sich mit Merope, einer der Plejaden, eingelassen hatte.

Der Orion und der Skorpion wurden deswegen so weit wie möglich voneinander entfernt an den Himmel gesetzt, um sich dort nie zu begegnen: wenn der Skorpion aufgeht, geht der Orion unter und umgekehrt.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist in diesem Monat so gestaltet, dass in ihren beiden ersten Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können.

5.1 Die Sterne der Leier und des Pfeiles

Das Sternbild der Leier
Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind und im Wesentlichen den Leierkasten bilden und wie ein Parallelogramm neben der Wega aussehen. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe: das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Ebenso wie Atair, der fliegende Adler an-nasr attair, aus drei Sternen gebildet wird, wird auch der fallende Adler an-nasr al-wagi, aus dessen zweitem Wort sich ja der Sternname Wega gebildet hat, von drei Sternen gebildet, die aber in Winkelform zueinander stehen, das sind epsilon Lyrae, die Wega sowie zeta Lyrae.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sheliak am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in den Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere linke Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte rechte Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der obere in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der untere ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.

5.2 Der Kleine Wagen und die Nördliche Krone

Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4 . Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

5.3 Weitere erste Herbststerne

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem rechten Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem rechten Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4.Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse, der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Seien nun noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Andromeda und des Pegasus vorgestellt: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. - Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Der berühmte Andromedanebel ist sehr einfach zu finden: etwas oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern gerade noch 4. Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5. Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

Die Sterne 51 Andromedae und mue Andromedae wurden bereits vorgestellt. Somit haben wir auch schon fast alle Zutaten der weniger bekannten zweiten Andromedakette beisammen: diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern oberhalb vom vierhellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren.

5.4 Weitere Sterne vom Bärenstrom der Großen Bärin

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen und dem Augenprüfstern Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18.Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.5 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und dem Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der linke ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der rechte gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi. Er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae, der neben der hellen Wega steht.

5.6 Weitere Herkulessterne

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite. Mue Herculi findet man, indem man vom hellsten Herkulesstern Rutikulus über Sarin ungefähr gleichviel weitergeht.

Im Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe:

Zu xi Herculi gelangt man, indem man die Linie Rutikulus - Sarin - mue Herculi weitergeht; noch etwas weiter ein wenig nach links abgebogen kann man auch noch omicron Herculi sehen. Xi Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren und omicron Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 350 Lichtjahren.

Neben Rutikulus steht der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi findet man am einfachsten, indem man diagonal durch das Herkulestrapez von epsilon über pi Herculi und dann gut gleichviel weiter geht, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

Sei schließlich noch der Stern 109 Herculi erwähnt; ihn findet man, indem man von pi Herculi in der oberen linken Ecke des Herkulestrapezes zwischen mue und xi Herculi hindurch gleichviel weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren. Geht man gleichviel weiter, so gelangt man in den Adler, zuerst zum Adlerstern Deneb el Okab und danach zu Atair.

Bei pi Herculi befindet sich eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi. - Rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren.

5.7 Weitere Frühlingssterne in der Schlange, dem Schlangenträger, der Jungfrau und der Waage

Geht man vom Ende des geraden Teiles des Himmelslineals bei zeta Ophiuchi, der manchmal auch Han genannt wird, geradeaus weiter, also am abseits gelegenen Stern Sabik vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 3. Größe, das ist theta Ophiuchi. Theta Ophiuchi ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 600 Lichtjahren. Der Tierkreis verläuft zwischen Sabik und theta Ophiuchi.

Das Himmelslineal ist eine sehr eindrückliche und einfach auffindbare Orientierungshilfe, während die andere Linie der Schlange, die sich ja um den Schlangenträger windet und deswegen in zwei nicht zusammenhängende Teile aufgespalten ist, eher unauffällig ist, auch wenn ihre Sterne nicht schwer auffindbar sind. Sie befinden sich im Areal zwischen den beiden hellsten Schlangenträgersternen Ras Alhague und Sabik und bilden den Schwanz der Schlange.

Der unterste Stern der zweiten Linie der Schlange ist xi Serpentis, er erreicht gerade noch die 3. Größe. Man findet ihn, indem man am unteren Ende des Himmelslineals bei Sabik wieder nach oben abknickt; er bildet mit Sabik und theta Ophiuchi im Tierkreis ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Sabik ist. Xi Serpentis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Der oberste Stern der zweiten Linie der Schlange erreicht die 3. Größe, das ist eta Serpentis. Man findet ihn auf dem Weg von Ras Alhague, Celbalrai und gamma Ophiuchi, indem man etwas nach oben abknickt, gleichviel wie der Abstand von Ras Alhague zu Celbalrai. Man kann ihn auch finden, indem man den Stern kappa Ophiuchi an Celbarai spiegelt. Eta Serpentis ist ein Roter Riese im Abstand von gut 60 Lichtjahren.

Nue Ophiuchi schließlich ist der dritte Stern der zweiten Schlangenlinie, er steht in der Mitte der beiden anderen Sterne der zweiten Schlangenlinie, xi und eta Serpentis, gehört aber zum Sternbild des Schlangenträgers. Auch nue Ophiuchi erreicht die 3. Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von der Gemma zu Unuk und dann nochmal die Hälfte weiter, so gelangt man zu einem Stern gerade noch 3. Größe, das ist mue Serpentis. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von rund 155 Lichtjahren. - In der Mitte zwischen Unuk und Gemma findet man zwei weitere Sterne der Schlange, die beinahe die 3. Größe erreichen: der rechte der beiden ist beta Serpentis, ein weißlicher Stern im Abstand von ebenfalls ungefähr 155 Lichtjahren, und der linke ist gamma Serpentis, ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren. In der chinesischen Astronomie trägt der Stern beta Serpentis den Namen Chow, was für die Zhou-Dynastie steht. Auch beta Serpentis gehört zum Bärenstrom.

Beinahe 3. Größe erreichen die Sterne 72 Ophiuchi und lamda Ophiuchi. 72 Ophiuchi bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Lamda Ophiuchi steht zwischen kappa Ophiuchi im Dreieck mit Ras Alhague und Celbarai auf der einen Seite und Yed Prior im Himmelslineal an der Grenze Schlange zum Schlangenträger auf der anderen Seite. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 170 Lichtjahren.

Die beiden Hauptsterne des Schlangenträgers und des Herkules, Ras Alhague und Ras Algethi, bilden mit kappa Ophiuchi in der rechten Ecke ein Dreieck. Kappa Ophiuchi ist ein Roter Riese dritter Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Somit kann man quer zum Himmelslineal vom oberen Waagestern Zuben-el-schemali via Yed Prior bis Ras Alhague gehen: zunächst erreicht man mue Serpentis, dann überquert man das Himmelslineal oberhalb von Yed Prior und gelangt zu lamda Ophiuchi, dann zu kappa Ophiuchi im kleinen Dreieck mit den beiden Hauptsternen des Schlangenträgers und des Herkules, Ras Alhague und Ras Algethi, und schließlich zu Ras Alhague selber.

Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern 72 Ophiuchi; er bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Lamda Ophiuchi steht zwischen kappa Ophiuchi im Dreieck mit Ras Alhague und Celbarai auf der einen Seite und Yed Prior im Himmelslineal an der Grenze der Schlange zum Schlangenträger auf der anderen Seite. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 170 Lichtjahren.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Jungfrau findet man auf dem Weg von Unuk zur Spica kurz vor und kurz nach der Hälfte des Weges: kurz vor der Hälfte des Weges steht etwas oberhalb der Stern 109 Virginis, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, und kurz nach der Hälfte des Weges steht etwas unterhalb der Stern mue Virginis, der auch Rijl al Awwa heißt, das bedeutet "Fuß des bellenden Hundes". Dieser Sternname ist aber irreführend, denn er gehört nicht zu den bellenden Hunden der ersten Mondstation der Jungfrau. Rijl al Awwa ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren.

Die übrigen Sterne des Sternbildes der Waage kann man nur bei sehr guter Südostsicht erkennen. Drei Sterne verfehlen die 3. Größe nur knapp; man findet sie, indem man sich die Waage als Haus vorstellt, bei dem die drei hellsten Waagesterne Zuben-el-schemali, Zuben-el-genubi und Brachium das Hausdach bilden. Dann befinden sich diese drei Sterne am Boden der beiden Hauskanten: upsilon Libri und tau Libri nebeneinander am Boden der rechten Hauskante und theta Libri am Boden der linken Hauskante. Upsilon Libri, der innere der beiden Sterne am Boden der rechten Hauskante, ist ein Roter Riese im Abstand von rund 200 Lichtjahren und tau Libri, der äußere, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren. Theta Libri am Boden der linken Hauskante ist ein Roter Riese im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

Upsilon und tau Libri stehen zwischen Brachium und pi Scorpii, dem unteren Stern der vorderen Dreiergruppe des Skorpion, näher an pi Scorpii und etwas nach unten eingerückt. Theta Libri steht zwischen der nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali und Akrab im Skorpion, etwas näher an Akrab.

Sei noch ein Stern 4. Größe zwischen theta Libri und der nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali genannt: er heißt Zuben-el-Akrab und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Zuben-el-Akrab bedeutet "die Klaue des Skorpions". Geht man also von Akrab am oberen Ende der vorderen Skorpion-Dreiergruppe zur nördlichen Skorpionklaue Zuben-el-schemali, so gelangt man nach rund einem Drittel der Strecke zunächst zu theta Libri und dann zu Zuben-el-Akrab. Historisch bildeten die nördliche Skorpionklaue Zuben-el-schemali und Zuben-el-Akrab, vermutlich auch theta Libri, die nördliche Schere des Skorpions und die südliche Skorpionklaue Zuben-el-genubi, upsilon und tau Libri sowie Brachium die südliche Schere des Skorpions.

5.8 Weitere Sterne des Schwanes, des Adlers und des Schützen sowie der Delfin

Wir fangen bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Riesenstern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war übrigens der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. - Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zum Stern 12 Aquilae, dieser Stern erreicht 4. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Geht man von delta Aquilae zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken, so gelangt man nach gut der Hälfte zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist eta Aquilae. Dieser ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von fast 1200 Lichtjahren.

Den Stern Al Thalimain Posterior schließlich findet man, indem man von Al Thalimain Prior zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts geht; nach gut der Hälfte gelangt man etwas nach oben zu delta Aquila eingerückt zu einem Stern 4. Größe, das ist Al Thalimain Posterior, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Man kann diesen Stern, der fast so hell wie 12 Aquilae und Deneb el Okab Borealis ist, auch finden, indem man Deneb el Okab herkommend über delta Aquilae etwas mehr als die Hälfte weitergeht. Al Thalimain bedeutet "die (beiden) Strauße".

Geht man entlang des Bogens Atair über delta Aquilae und Al Thalimain Prior gleichviel weiter, so gelangt man in die nördlichen Teile des Schützen, dessen erste Mondstation ebenfalls zwei Straußen beschreibt. Dabei durchquert man das unauffällige Sternbild des Schildes, dessen Hauptstern beinahe 3. Größe erreicht und den man etwas unterhalb der Mitte der Sterne Al Thalimain Prior und 12 Aquilae einerseits und des zweithellsten Schlangensternes eta Serpentis andererseits findet. Alpha Scuti ist ein Roter Riese im Abstand von rund 175 Lichtjahren.

Das Sternbild des Schützen hat noch drei Sterne beinahe dritter Größe, die nicht schwer zu finden sind. Der Stern omicron Sagittarii befindet sich in der kleinen Sterngruppe um den Schützenstern Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er steht zwischen Albalda und xi2 Sagittarii, etwas unterhalb. Den Stern mue Sagittarii findet man, wenn man vom Stern Sabik am unteren abgeknickten Ende des Himmelslineals zu Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens geht, etwa ein Viertel ehe man Kaus Borealis erreicht, etwas oberhalb. Und den Stern rho1 Sagittarii findet man, wenn man die beiden Sterne des oberen Bogens, das sind Nunki und Albalda, nach oben gleichviel in Richtung des Adlers verlängert. Omicron Sagittarii ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und wird manchmal auch als Manubrium bezeichnet, das bedeutet "Brustbein (des Schützen)", mue Sagittarii heißt auch Polis und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 3000 Lichtjahren; Polis ist eine koptische Bezeichnung und bedeutet "Fohlen". Rho1 Sagittarii ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 120 Lichtjahren.

Der Schütze ist aus astronomischer Sicht sehr bedeutsam, da sich das Zentrum unserer Milchstraße in diesem Sternbild befindet. Dieses ist knapp 30000 Lichtjahre von uns entfernt und gewaltige Staubmassen verdecken die Sicht dorthin mit optischen Mitteln, so dass die von dort kommenden riesigen Energiemengen die Erde in einem Wellenlängenbereich erreichen, in welchem sie uns nicht schaden. Das Zentrum der Milchstraße befindet sich zwischen dem Schützenstern An-Nasl an der Pfeilspitze des unteren Bogens und dem Schlangenträgerstern theta Ophiuchi in der Nähe des Tierkreises, etwas weniger als die Hälfte von An-Nasl entfernt.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner Falken nach links, also in die andere Richtung als delta Aquilae, so gelangt man zum Sternbild des Delfin. Dieser ist ein kleines Sternbild und sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Man kann auch im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegeln und gelangt zum Delfin, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht.

Der Delfin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute steht in Richtung Schwan der Hauptstern des Delfins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. - An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 360 Lichtjahren. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

5.9 Der Kleiderbügel

Wer einen lichtstarken Feldstecher hat, kann einmal versuchen, den "Kleiderbügel" zu finden: Dieser befindet sich auf der Verbindungslinie Atair - Wega, etwa ein Drittel von Atair entfernt, d.h. unterhalb von Albireo, ein bisschen ins Sommerdreieck hineingeschoben. Er besteht aus 6 Sternen, die gerade auf einer Linie liegen sowie vier Sternen, die einen Haken nach unten bilden, so dass dieser Kleiderbügel kopfüber am Himmel steht. Die Sterne des Kleiderbügels stehen nur zufällig dort, sie sind aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt und bilden keinen Sternhaufen. Sie befinden sich im unauffälligen Sternbild des Füchschens.

Der hellste Stern des Kleiderbügels heißt 4 Vulpeculae und erreicht 5. Größe und kann bei sehr guten Sichtbedingungen von bloßem Auge gesehen werden, er steht an der Rundung des Hakens, also an der dritten Stelle. Zwei weitere Sterne erreichen beinahe die 5. Größe und können somit theoretisch bei ausgezeichneten Sichtbedingungen ebenfalls von bloßem Auge gesehen werden. Sie stehen an den beiden ersten Stellen des Kleiderbügelhakens; der erste heißt 5 Vulpeculae und der zweite heißt HD182955. Drei weitere Sterne erreichen die 6. Größe und sind sehr einfache Feldstecherobjekte, das sind vom Schwan herkommend der erste, der vierte und der fünfte Stern der Kleiderbügellinie. Sie heißen 7 Vulpeculae, HD182761 und HD182422.

Der hellste Kleiderbügelstern 4 Vulpeculae ist ein Roter Riese im Abstand von fast 240 Lichtjahren. 5 Vulpeculae, der erste Stern des Kleiderbügelhakens, ist ein geringfügig näherer weißlicher Stern im Abstand von 220 Lichtjahren, und der dritthellste Kleiderbügelstern zwischen den beiden ist ein Roter Riese im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Der erste Kleiderbügellinienstern 7 Vulpeculae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 750 Lichtjahren, der vierte Kleiderbügellinienstern ist ein weißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und der vorletzte Kleiderbügellinienstern ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 1100 Lichtjahren.

Die 4 übrigen Sterne kann man bei genügend guten Sichtbedingungen ebenfalls im Feldstecher sehen.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350'000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Der zweite und dritte Stern der Kleiderbügellinie erreichen beide beinahe 6. Größe und heißen HD183261 - er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 900 Lichtjahren, und HD182972 - er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren. Der letzte Stern der Kleiderbügellinie erreicht die 7. Größe, er heißt HD182293 und ist ein Roter Riese im Abstand von 360 Lichtjahren; gleichhell ist der vierte Kleiderbügelhakenstern HD182620, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 550 Lichtjahren.

6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deities. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

6.1 Magha: Regulus

The next Nakshatra of the spring is Magha. This means "the bountiful" and is built by Regulus, the main star of the Lion. One of the most famous constellations of all is the Big Dipper. In the English language this constellation originally was called the Plough, but nowadays the name Big Dipper is more familiar. The Big Dipper consists of 7 stars of which 4 stars form the bowl and 3 stars form the handle. Six of them are of second magnitude and the three brightest ones nearly reach first magnitude: Alioth, the first star of the handle closest to the bowl, then Dubhe, the upper star of the bowl away from the handle, and Alkaid, the star at the end of the handle of the Big Dipper.

Alioth is a white star 80 lightyears away and means "fat tail of a sheep", Dubhe is a red giant star 120 lightyears away and means "the Bear" (as in Greek mythology the Big Dipper is representing a Bear) and Alkaid is a bluish star 100 lightyears away. This name originates from Alkaid-Benetnash and means "the leader of the daughters of the bier".

The most famous star of the Big Dipper is Mizar, the middle star of the handle. Like Alioth, it is a white star 80 lightyears away. Mizar means "girdle". A person with good eyesight can see a further star next to Mizar; this is Alcor, a star as bright as a typical Pleiades star. Indeed, Alcor is a neighbouring star of Mizar. In a telescope it can easily be seen that Mizar is a double star where the companion star is of the same brightness as nearby Alcor.

Going six times as far southwards down the left side of the bowl leads to the second magnitude star Algieba, and one and a half times further to a first magnitude star, which is Regulus, the star at the Lion's heart. Its Arabian name Kabeleced also means "the Lion's heart". It is a bluish star 80 lightyears away. Algieba is a double star consisting of a red giant star and a sunlike yellow star 130 lightyears away. Algieba means "the forehead (of the Lion)". - Currently the giant planet Jupiter can be seen nearby Regulus and Algieba, with the bright Venus passing them.

The Lord of Magha is Ketu representing the South lunar node, its symbol is a Royal Throne and its Deity is Pitrs, 'The Fathers', the family ancestors.

6.2 Purva Phalguni: Duhr and Coxa

The next Nakshatra of the spring is Purva Phalguni. This means "first reddish one" and is formed by the Lion's stars Duhr and Coxa.

The Lion is a very beautiful constellation: moving from Regulus to Algieba and then rectangular to the east leads to a further second magnitude star, this is Duhr. South of Duhr the third magnitude star Coxa is seen; these four stars also build a trapezium-like figure. Duhr and Coxa are white stars, Duhr 60 lightyears away and Coxa nearly three times further away. Duhr means "the back (of the Lion)" and Coxa means "the hib (of the Lion)".

The Lion is completed by a further second magnitude star east of the line Duhr - Coxa, which is Denebola, the small tail of the Lion. Denebola is a white star at a distance of 35 lightyears.

The handle-side of the bowl of the Big Dipper is composed of two stars: on the northern edge the third magnitude star Megrez, which is physically brighter than the Dog Star Sirius, and on the southern edge the second magnitude star Phecda. Both are white stars at a distance of about 80 lightyears. Phecda means "thigh (of the Bear)" and Megrez means "the base (of the Bear's tail)".

As seen before, going down from Megrez to Phecda and six times further leads to Algieba and beyond on the same path to Regulus. They are the brightest stars of the constellation of the Lion. Above Algieba another 3 stars of about third magnitude are seen building a trapezium with Algieba attached to the line leading to Regulus; these stars form the head of the Lion.

The Lord of Purva Phalguni is Shukra represented by Venus, its symbol are the front legs of a bed, a hammock and a fig tree, and its Deity is Bhaga, the god of marital bliss and prosperity.

6.3 Uttara Phalguni: Denebola

From Big Dipper to Arcturus
The next Nakshatra of the spring is Uttara Phalguni. This means "second reddish one" and is formed by the Lion's star Denebola.

Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to a very bright star of 0th magnitude which is the brightest star of the northern hemisphere. Its name is Arcturus, this means "hunter looking at the Bear". Arcturus is a very close red giant star only 37 lightyears away.

In the middle of Denebola at the small tail of the Lion which builds up this Nakshatra, and Arcturus, a nearly second magnitude star can be seen, this is Vindemiatrix, like the sun a yellow star 100 lightyears away. Vindemiatrix means "Grape Gatherer", because when in autumn this star was rising again in the morning, the winegrowers started the grape harvest.

The Lord of Uttara Phalguni is Surya represented by the Sun, its symbol are the four legs of a bed and a hammock, and its Deity is Aryaman, the god of patronage and favours.

6.4 Hasta: the Raven

The next Nakshatra of the spring is Hasta. This means "the hand" and is based upon by the constellation of the Raven.

This constellation is seen southeast of the Lion and looks like a quadrangle with a shorter side at the west. Its stars are of third magnitude. To the left at the northern edge, the star Algorab is seen, meaning "the crow". Continuing along the line to the west leads to Gienah, the right wing (of the crow). Both are bluish stars 90 and 165 lightyears away respectively. To the left at the southern edge, there is Kraz and to the right side there is Minkar. Kraz is a yellow star 140 lightyears away, the meaning of this name is not known, and Minkar is a red giant star more than 300 lightyears away and means "the nostril (of the crow)". Gienah and Kraz are even of nearly second magnitude.

The main star of the constellation is a fourth magnitude star below Minkar, named Alchiba, possibly meaning "the tent". It is a white star 50 lightyears away.

The Lord of Hasta is Chandra represented by the Moon, its symbol is a hand or a fist, and its Deity is Saviti or Surya, the Sun god.

6.5 Chitra: Spica

The next Nakshatra of the spring is Chitra. This means "the bright one", which is a name of Spica.

Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to Arcturus and by continuing along this path, the star Spica can be found. Spica means "the virgin's ear of (wheat) grain" and is a bluish star more than 250 lightyears away.

Between Denebola, the small tail of the Lion, and Spica, but closer to Spica, a star of nearly second magnitude is seen. This is Porrima, a double star of 2 yellow stars 40 lightyears away. Porrima is the name of ancient Roman goddesses of prophecy. Between Porrima and Vindemiatrix in the middle of Denebola and Arcturus, a third magnitude star is seen. This is Minelauva, a red giant star at a distance of 200 lightyears. Minelauva means "barking (dog)", as according to Arabian mythology, Vindemiatrix, Minelauva, Porrima and two further stars in the direction of the Lion are five dogs barking at the Lion.

The Lord of Chitra is Mangala represented by Mars, its symbol is a bright jewel or a pearl, and its Deity is Tvastar or Vishvakarman, the celestial architect.

6.6 Svati: Arcturus

The next Nakshatra of the spring is Svati. This means "Su-Ati (sanskrit) Very good", which is a name of Arcturus.

Arcturus is the brightest star of the the northern hemisphere and is found following the arc of the handle of the Big Dipper.

The Big Dipper is also a very useful pointer towards the north since the two stars of the bowl away from the handle, Dubhe, the upper one, and Merak below, form a line starting at Merak and continuing about five times further through Dubhe, which points to the Northern Star. The Northern Star is a white star nearly 500 lightyears away and as it is located very close to the northern pole of the hemisphere, it always appears to be at the same place in the sky.

Merak, the southern pointer star of the Big Dipper, is a white second magnitude star 80 lightyears away. Besides Dubhe and Alkaid, all the stars of the Big Dipper including Alcor, the teststar of eyesight, are white stars at a distance of 80 lightyears. They all form a loose star cluster, the Ursa Major moving group; all shared a common birth.

The Lord of Svati is Rahu representing the North lunar node, its symbol is a shoot of a plant and a coral, and its Deity is Vayu, the Wind god.

7. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition of the Summer constellations

The Nakshatra of the summer contain the very beautiful constellation of the Scorpion. All religious information is taken from the English Wikipedia.

7.1 Visakha: the constellation Libra

The first Nakshatra of the summer is Visakha. This means "forked, having branches"; it is also known as radha, "the gift".

Arcturus is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Both Mirak and Gemma are of second magnitude. Mirak belongs to the same constellation as Arcturus and means "the loins"; it is a Red Giant star almost 200 lightyears away. Gemma is the main star of Corona Borealis, the Northern Crown, and means "jewel", it is a white star 80 lightyears away.

Mirroring Mirak at the line Arcturus - Gemma but three times further away is a star of nearly second magnitude named Unuk, "the Serpent's Neck". Unuk is a Red Giant star almost 75 lightyears away. Passing from Mirak to Unuk and half as far again, further two stars are visible, the first is another almost second magnitude star and the second just a little beyond it, is a third magnitude star. They are at the border of the constellations Serpent and Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Their names are Yed Prior and Yed Posterior. Yed means "the hand" and the Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Serpent-Bearer's Hand. - Yed Prior is a Red Giant star 170 lightyears away and Yed Posterior a yellow star like the sun over 100 lightyears away.

Following the line from Mirak and Unuk to Yed Prior and Yed Posterior and then going perpendicular to the west, another star of almost second magnitude is seen, called Zuben-el-schemali. Continuing along this line, another almost second magnitude star is seen, called Zuben-el-genubi.

Zuben-el-schemali is a bluish star 120 lightyears away and Zuben-el-genubi is a white star nearly 80 lightyears away. Their meaning is "The Northern Claw" and "The Southern Claw", both referring to the nearby constellation Scorpio.

The star Brachium is of third magnitude and forms a wide triangle with Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi where Brachium is at its southern corner. Brachium means "arm" and is a Red Giant star nearly 300 lightyears away. These are the three brightest stars of the constellation Libra, representing the Weighing Scales.

The Nakshatra Visakha consists of Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi together with two other fourth magnitude stars forming a parallel line halfway south of them, north of Brachium.

Its Lord is Guru, represented by Jupiter, its symbol is a triumphal arch and a potter's wheel, and its Deities are Indra, the chief of the Gods, and Agni, the God of Fire.

7.2 Anuradha: the northern part of the Scorpion

Scorpio and Libra
The next Nakshatra of the summer is Anuradha. This means "following radha", which was the last Nakshatra.

Continuing the line from Mirak through Unuk, Yed Prior and Yed Posterior a further almost second magnitude star can be seen, named zeta Ophiuchi. Continuing on a slight curve leads to Sabik, a second magnitude star. Originally, both stars were called Sabik, with zeta Ophiuchi known as "as-sabiq al-awwal" and Sabik as "as-sabiq at-tani", meaning "the first preceding one" and "the second preceding one". - Zeta Ophiuchi is a bluish star nearly 500 lightyears away and Sabik is a white star about 80 lightyears away.

These stars form a nearly straight line consisting of 7 stars, beginning from three stars with Unuk in their middle, followed by the nearby pair of stars Yed Prior and Yed Posterior, and moving along the same distance arriving at the first Sabik-star, zeta Ophiuchi, and then at the same distance again only a little to the north ending up at Sabik. Sabik is the Northern Star of the planet Uranus.

South of the end of the line, the first magnitude star Antares can be seen, which is a Red Giant star representing the heart of the Scorpion. Its Arabian name "Calbalacrab" also means "the Scorpion's heart". Antares means "equal to-Mars", referring to its deep red colour which is easily seen by the naked eye.

Zuben-el-genubi, the middle star of the constellation Libra, is now very easily found in the middle of Spica of the Nakshatra Chitra und Antares.

West of Antares is a handle-like group of three stars which form this Nakshatra; the northern-most star of this group is Acrab, the middle one is Dschubba and the southern-most one is pi Scorpii. Acrab is of second magnitude, Dschubba of nearly first magnitude and pi Scorpii of nearly second magnitude. All of them are bluish stars, Acrab being more than 500 lightyears away and Dschubba 400 lightyears away. Acrab means "the Scorpion" and Dschubba means "the forehead". Pi Scorpii is 450 lightyears away. Currently the 0th magnitude ring-planet Saturn can be seen next to Acrab.

The Lord of this Nakshatra is Shani, represented by Saturn, its symbol is a triumphal archway and a lotus and its Deity is Mitra, one of the Adityas of friendship and partnership.

7.3 Jyeshtha: Antares and its neighbor stars

The next Nakshatra of the summer is Jyeshtha. This means "the eldest, most excellent".

The principal star of the Scorpion is Antares. It is in the middle of a handle-like group of three stars with sigma Scorpii on the side of the Nakshatra Anuradha and tau Scorpii on the other side. Both sigma and tau Scorpii have the name Alniyat that means "stars to protect the heart (of the Scorpion)", which is Antares. Like the three stars Acrab, Dschubba and pi Scorpii of the Nakshatra Anuradha, both sigma and tau Scorpii are bluish stars, sigma Scorpii being 700 lightyears away and tau Scorpii 430 lightyears away.

Both Nakshatras form the body and the claw of the Scorpion, which is, according to my mind, the most beautiful constellation of all.

Its Lord is Budh, represented by Mercury, its symbol is a circular amulet, an umbrella and an earring, and its Deity is Indra, the chief of the Gods.

7.4 Mula: the impressive tail of the Scorpion

Tail of the Scorpion
The next Nakshatra of the summer is Mula. This means "the root".

Following the arc of the handle of the Scorpion's heart with Antares the impressive tail of the Scorpion can be observed starting with the star epsilon Scorpii. By continuing along this path the star Sargas is seen at the curve of the tail and, by continuing to follow the tail to its end, two nearby stars are seen. The brighter one on the left side is Shaula and is of nearly first magnitude and Lesath, on the right side, is of nearly second magnitude. They are sometimes referred to as the Cat's Eyes.

Epsilon Scorpii between the body and the tail of the Scorpion is a second magnitude star and Sargas is another almost first magnitude star.

Epsilon Scorpii is a red giant star at a distance of about 70 lightyears and Sargas is a white star almost 200 lightyears away. The name Sargas is of unknown Sumerian origin. - Shaula means "the raised (tail of the Scorpion)" and Lesath means "pass (or bite) of a poisonous animal"; both are bluish stars. Shaula is more than 700 lightyears away and Lesath 520 lightyears away.

Below Shaula and Lesath the second magnitude star Girtab is seen, it is also a bluish star almost 500 lightyears away. Girtab is the Sumerian word for "scorpion".

Its Lord is Ketu, represented by the south lunar node, its Symbol is a bunch of roots tied together or an elephant goad, and its Deity is Nirrti, the goddess of dissolution and destruction.

7.5 Purva Ashadha: the Arc of Sagittarius

The next Nakshatra of the summer is Purva Ashadha. This means the "first of the asadha", a constellation whose name translates as "the invincible one".

Continuing the line from Unuk through Yed Prior and Yed Posterior, then through both Sabik stars, zeta Ophiuchi and Sabik, and carrying on twice as far again as the Sabik stars are apart, brings you to two stars, which belong to the constellation Sagittarius. The first one is Kaus Borealis and the second, brighter one, located within a group of several stars, is called Nunki. Kaus Borealis is a star of almost second magnitude and its name means "northern star of the arc". The name Nunki is of Sumerian origin and means "divine place on earth". Nunki is a bluish star of second magnitude 220 lightyears away whilst Kaus Borealis is a Red Giant star nearly 80 lightyears away. - Moving further to the north of Nunki, another nearly second magnitude star can be seen: this is Albalda meaning "the place", which is a white star about 450 lightyears away. These stars are part of two handle-like groups of stars, where the group with Kaus Borealis forms the arc of Sagittarius, and the group with Nunki and Albalda, which also resembles an arc, forms the body of Sagittarius. Both arcs seem to have a short arrow starting at the middle star each and pointing towards the Scorpion.

South of Kaus Borealis, the northernmost star of the real arc of Sagittarius, two further stars are seen, which are the stars forming this Nakshatra: first Kaus Meridionalis, a little brighter than Kaus Borealis, and then Kaus Australis, which is the brightest star of the constellation and almost of first magnitude. Kaus Australis is a bluish star at a distance of 145 lightyears and Kaus Meridionalis is a Red Giant star more than 300 lightyears away. Their names mean "southern star of the arc" and "middle star of the arc".

South of Nunki the third brightest star of the constellation, Ascella, is seen. This is a white star 90 lightyears away. Ascella is the Latin word for "armpit".

The Lord of Purva Ashadha is Shukra, represented by Venus, its Symbol is an Elephant tusk, a fan and a winnowing basket and its Deity is Apah, the god of Water.

7.6 Uttara Ashadha: the Body of Sagittarius

The two arcs of Sagittarius
The next Nakshatra of the summer is Uttara Ashadha. This means the "second of the asadha".

The arc of the Sagittarius also has an arrow with the arrowhead being slightly west of the star Kaus Meridionalis; its name is Alnasl, meaning "arrowhead". Alnasl is a Red Giant star of third magnitude at a distance of nearly 100 lightyears.

This Nakshatra is composed of the stars Nunki and Ascella, the middle and the southernmost star of the "second arc", which forms the body of Sagittarius.

In English literature, the Sagittarius stars form the "Teapot": Kaus Borealis, the northernmost star in the arc of Sagittarius, is the apex of the lid; Nunki in the middle of the "second arc", together with the surrounding stars, and Ascella at the bottom of the second arc, form the handle; and Alnasl forms the tip of the spout. The other stars form the body of the pot; only Albalda, the northernmost star of the second arc, is not part of the teapot.

The Lord of this Nakshatra is Surya, represented by the Sun, its Symbol is an Elephant tusk and a small bed and its Deities are Visvedevas, the universal gods

7.7 Sravana: the Eagle

The next Nakshatra of the summer is Sravana. This means "the hearing".

Continuing the two arcs of Sagittarius to the north leads to an almost 0th magnitude star, which is Altair, the principal star of the Eagle. On either side of Altair is a star: Tarazed to the north and Alshain to the south. Sometimes they are translated as Falcons accompanying the Eagle, which in fact is a mistake: their name originates from "shahin tarazed" which encompassed all three of them, meaning "scale-beam", i.e. the arm of a pair of scales. The first part of the name is nowadays used for Alshain and the second part of the name for Tarazed.

Altair means "the flying Eagle" and is a nearby white star only 17 lightyears away. Tarazed is a Red Giant star of almost second magnitude at a distance of nearly 500 lightyears and Alshain is like our Sun, a yellow star nearly 50 lightyears away. These three stars form this Nakshatra.

As seen before, the brightest star of the northern hemisphere, Arcturus, is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east, a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Following the arc of this handle leads to the second magnitude star Ras Alhague, which is the principal star of the constellation Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Ras Alhague is a white star 60 lightyears away. Ras Alhague can also be found in the middle of Gemma and Atair, a little south. Progressing from Ras Alhague to the Scorpion, after two thirds of the way along, both Sabik stars, zeta Ophiuchi and Sabik, are passed by.

The Lord of Sravana is Chandra, represented by the Moon, its Symbol is an Ear or Three Footprints and its Deity is Vishnu, the preserver of the universe.

Startseite