Sternenhimmel im September 2019


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist spätsommerlich und bleibt weitgehend in Ruhe, da sich die Sonnenuntergänge weiter verfrühen. Hoch über uns steht das Sommerdreieck mit der hellen Wega, Atair und Deneb; der helle Arktur in Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen ist bereits weit in den Westen weitergezogen und im Osten kann man nach den ersten Herbststernen des Pegasus, der Andromeda und des Perseus tief im Nordosten die helle Capella sehen.


Ausschnitt des Sternenhimmels im September nach Eindunklen gegen Süden. Der Ausschnitt geht über den Zenit (oranges Kreuz)
hinaus und umfasst über die Hälfte des an diesem Zeitpunkt sichtbaren Sternenhimmels.


Der Große Wagen steht links unterhalb des Polarsterns und sieht nun aus wie ein Wagen, der nach links einen Berg hinaufgezogen wird, und die Cassiopeia kann halbhoch im Nordosten gesehen werden.

In der 6. Rubrik und 7. Rubrik wird für die englisch-sprachige Leserschaft in englischer Sprache die Tradition der Sterne der Nakshatra, das sind die indischen Mondstationen, die auch in der 4. Rubrik beschrieben werden und die unsere Sternbilder wesentlich beeinflusst haben, vorgestellt. Dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben. Die 6. Rubrik umfasst die Nakshatra der letzten Frühlings- und ersten Sommersternbilder und die 7. Rubrik die Nakshatra der übrigen Sommer- und Herbststernbilder.

Am Abendhimmel kann man im Südwesten den Riesenplaneten
Jupiter - und im Süden den Ringplaneten Saturn bewundern. - Bereits im Feldstecher kann man die prominenten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sehen, die im Jahre 1610 von Galileo Galilei entdeckt wurden und die jeden Tag einen anderen Anblick bieten. Würde der helle Jupiter sie nicht überstrahlen, wären sie sogar von bloßem Auge sichtbar. Von der Erde aus befinden sie sich immer fast auf einer Linie, so dass man sie sehr einfach erkennen kann. Im Juli-Beitrag dieses Jahres wurden die Jupitermonde, ihre Entstehungsgeschichte und ihre Beobachtungsmöglichkeiten vorgestellt. In diesem Monat wird diese Thematik auf alle Monde von Planeten unseres Sonnensystems sowie die größten Monde von Zwergplaneten unseres Sonnensystems fortgeführt.

-> Einführung in die Sterngrösse = Sternhelligkeit
-> Einführung in die Sternfarben und Sterntypen
-> erste Einführung in die Sternbeobachtung

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Der Große und der Kleine Wagen sowie die Cassiopeia

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen.
Der bekannte Große Wagen steht links unterhalb des Polarsterns halbhoch im Nordwesten und sieht nun aus wie ein Wagen, der einen Berg links hinaufgezogen wird. Er besteht aus 7 Sternen, von denen vier Sterne den Wagenkasten und drei Sterne die Wagendeichsel bilden. In der englischen Sprache wird er "Big Dipper" genannt, das heißt "Großer Schöpflöffel". Drei von ihnen erreichen beinahe die erste Größe, das sind der obere hintere Kastenstern Dubhe, der kastenseitige Deichselstern Alioth und der äußere Deichselstern Benetnash. Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren, Alioth ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Benetnash wird in der englischen Sprache meist Alkaid genannt. Im arabischen heißt dieser Stern urspünglich Alkaid-Benetnash.

Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist, der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär" und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber", in der vollen Variante Alkaid-Benetnash "Anführer der Klageweiber".

Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi".

Der bekannteste Stern des Großen Wagen ist der mittlere Deichselstern Mizar, er erreicht die 2. Größe und bedeutet "Mantel", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 80 Lichtjahren. Er ist der erste Doppelstern, der mit einem Fernrohr entdeckt wurde.

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, das bedeutet "Lende", und der vordere untere Kastenstern heißt Phekda, das bedeutet "Schenkel". Im englischen schreibt sich dieser Stern Phecda. Der vordere obere Kastenstern schließlich heißt Megrez und erreicht 3. Größe. Obgleich er der schwächste der Wagensterne ist, ist er in Wirklichkeit sogar etwas heller als der helle Sirius. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)".

Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar. Alkor stammt von Aliore, einer Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade. Er erreicht die 4. Größe. Im englischen schreibt sich dieser Stern Alcor. - Die Wagensterne Merak, Phekda, Megrez und der Augenprüfstern Alkor sind ebenso wie Alioth und die beiden Mizar-Sterne weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Dass diese Sterne allesamt weißliche Sterne im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren sind ist kein Zufall, denn sie bilden einen Sternhaufen und sind die hellsten Zentrumsterne des Bärenstromes. Dieser Sternhaufen ist ein Bewegungssternhaufen, das ist eine lockere Gruppe von Sternen, die nicht primär durch eine räumliche Konzentration um ein Zentrum charakterisiert ist, sondern durch eine gemeinsame Bewegungsrichtung. Solche Sternhaufen haben eine gemeinsame Herkunft in einem offenen Sternhaufen, ihre Anziehungskraft untereinander ist aber nicht sehr stark, so dass sie sich nach einigen Umrundungen um das Zentrum unserer Milchstraße auflösen. Somit gibt es einige Zentralsterne sowie zahlreiche Sterne, die sich mittlerweile weit vom Zentrum entfernt haben.

Ein weiterer äußerst einfach auffindbarer Stern ist bei klaren Sichtbedingungen der Stern 78 Ursae Maioris, der beinahe die 4. Größe erreicht. Er ist gewissermaßen der "Augenprüfstern" von Alioth, dem kastenseitigen Deichselstern, und er weist von Alioth fast in dieselbe Richtung wie Alkor bei Mizar, ist aber etwas weiter von Alioth entfernt als Alkor von Mizar. Der "Augenprüfstern" von Alioth ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren; auch er gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes.

Ebenfalls sehr einfach zu finden ist der Stern Cor Caroli, der beinahe die 2. Größe erreicht. Man findet ihn, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, und er ist der Hauptstern des ansonsten unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen außerhalb der Stadt kann man parallel zur Wagendeichsel rechts neben Cor Caroli schräg in Richtung des Wagenkastens einen Stern 4. Größe sehen, das ist der zweithellste Jagdhundestern Chara, der fast so hell wie der Augenprüfstern Alkor ist. Chara ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 27 Lichtjahren und bedeutet "Freude". Nach den Wagensternen, dem Augenprüfstern und dem "Augenprüfstern" von Alioth sowie dem Polarstern sind Cor Caroli und Chara aufgrund ihrer Nähe zum Großen Wagen die nächst einfachsten auffindbaren Sterne, ebenso einfach wie der Polarstern.

Den Polarstern findet man, indem man die beiden hinteren Kastensterne Merak und Dubhe etwa fünfmal nach rechts oben verlängert. Auch er erreicht die 2. Größe und steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen.

Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "der Reiter". Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Auf dem Weg vom Polarstern in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der hellere der beiden erreicht ebenfalls die 2. Größe und heißt Kochab. Der Polarstern ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren.

Kochab bedeutet "der Stern (des Nordens)"; aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelsnordpol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab.

Geringfügig heller als der schwächste Wagenstern Megrez ist Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen; er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Etwas heller als Pherkad, dem schwächeren der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist eta Draconis, der zweithellste Stern im Sternbild Drache. Ihn findet man einfach in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. Eta Draconis erreicht beinahe die 2. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen steht der Hauptstern des Drachen, ein Stern beinahe 3. Größe namens Thuban; das heißt "Schlange" und er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Vor 5000 Jahren stand der Himmelsnordpol in seiner Nähe.

In knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist die Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel.

Bei guten Sichtbedingungen kann man sehr schön 2 Sterne oberhalb des Wagenkastens vom Großen Wagen erkennen, die beinahe die 3. Größe erreichen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Dubhe über Merak, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links ebenfalls einen Stern 3. Größe, das ist Giauzar im Drachen. Kappa Draconis ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und Giauzar ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Giauzar bedeutet "Drache".

Die Cassiopeia steht auf der anderen Seite des Polarsterns als der Große Wagen. Sie sieht wie ein großes, etwas auf der Seite liegendes W aus und ihre drei hellsten Sterne erreichen ebenfalls die 2. Größe. Ihr Hauptstern Schedir steht an der zweiten Stelle von rechts oben und markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der rechte obere Cassiopeiastern heißt Caph, das bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Geht man von Caph über Schedir ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar schräg rechts über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

2.2 Arktur im Bärenhüter und der Herkules

Die Deichsel des bekannten Großen Wagen weist halbhoch im Westen auf einen Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter. Arktur wird im englischen Arcturus genannt und heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist ein nahe gelegener Roter Riese im Abstand von gut 35 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel.

Arktur ist Ausgangspunkt einer nach links weisenden Deichsel; ihr mittlerer Stern Mirak, der nun über Arktur steht, ist der zweithellste Bärenhüterstern, und ihr äußerer Stern ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Mirak bedeutet "Umhang" und ist ebenfalls ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist etwas heller als Mirak, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Auch die Gemma gehört zum Bärenstrom; sie steht im gleichen Abstand und ist nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so kann man im Südwesten einen Stern 2. Größe namens Ras Alhague im Schlangenträger sehen. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren.

Die helle Wega findet man, indem man von Arktur direkt zur Gemma und dann weitergeht. Von Arktur über die Gemma fast gleichviel weitergehend gelangt man zunächst zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.

Der dritthellste Stern des Bärenhüters ist Muphrid neben Arktur, er steht ungefähr senkrecht zur Deichsel Arktur - Mirak - Gemma, das ist derzeit rechts von Arktur. Muphrid bedeutet "der einzelne Stern des Lanzenbewaffneten"; gemeint ist also der einzelne Stern von Arktur. Er ist wie unsere Sonne ein gelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren. In mittelalterlichen Darstellungen des Bärenhüters sieht man deswegen oft, dass dieser eine Lanze in der Hand hält.

Zum vierthellsten Bärenhüterstern Ceginus gelangt man, wenn man von der Deichsel des Großen Wagen ausgehend den Bärenhüter erreicht. Ceginus ist ein Stern 3. Größe, sein Name ist die lateinisierte Form des Sternbildnamens Bärenhüter, der im griechischen Theguius heißt. Ceginus ist ein weißlicher Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

Das Sternbild des Herkules
Der Herkules ist ein weiträumiges Sternbild, das sich zwischen der Wega, der Nördlichen Krone und Ras Alhague erstreckt. Es weist nur zwei Sterne beinahe 2. Größe auf und ist somit insgesamt eher unscheinbar. Die beiden Herkulesssterne zeta Herculi und pi Herculi wurden bereits vorgestellt. Dieses Sternbild beherbergt einen der bekanntesten, bei nicht lichtverschmutzten Bedingungen sogar von bloßem Auge sichtbaren und einfach auffindbaren Kugelsternhaufen namens M13.

In der Mitte zwischen der Gemma am Ende der großen Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel und Ras Alhague kommt man am hellsten Herkulesstern Rutikulus vorbei, einem Stern beinahe zweiter Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt, wie unsere Sonne ein gelber Stern und heißt "Achselhöhle", sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger". Biegt man auf der Linie Gemma zu Ras Alhague bei Rutikulus senkrecht nach oben ab, so kann man dort zwei weitere Sterne sehen, die mit Rutikulus ein beinahe gleichseitiges Dreieck bilden, dessen Kantenlänge etwa gleichgroß wie der Abstand Arktur - Mirak ist. Der rechte obere der beiden wurde schon vorgestellt, das ist zeta Herculi,der und gleich hell wie Rutikulus ist und ebenso wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren. Der linke obere heißt Sarin und ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Dieses fast gleichseitige Dreieck ist zur Orientierung in dieser Himmelsregion sehr nützlich. Spiegelt man Rutikulus an der Achse zeta Herculi - Sarin, so gelangt man zu pi Herculi, der gleich hell ist wie Sarin; er ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren und wurde auch schon auf dem direkten Weg von der Gemma zur hellen Wega über zeta Herculi vorgestellt.

Rechts oberhalb von Ras Alhague sieht man einen Stern 3. Größe, das ist Ras Algethi, der Hauptstern des Herkules. Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi steht am unteren Ende eines trapezartigen Vierecks, das auch Herkulestrapez heißt. Diagonal gegenüber steht der Stern pi Herculi, der gleichhell wie Sarin im gleichseitigen Dreieck mit Rutikulus und zeta Herculi ist. Sei noch der Stern eta Herculi genannt; zu ihm gelangt man, indem man von Rutikulus ausgehend an zeta Herculi vorbeigeht. Eta Herculi steht also in dem Trapez "neben" pi Herculi und erreicht gerade noch 3. Größe. In der vierten Ecke dieses Trapezes befindet sich ein unauffälligerer Stern gerade noch 4. Größe, das ist epsilon Herculi. - Eta Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und epsilon Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Im Herkules-Trapez kann man den bekannten Kugelsternhaufen M13 finden: geht man von Rutikulus am zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi vorbei zu eta Herculi, so sieht man in einem Feldstecher oder bei licht-unverschmutzter Sicht sogar von bloßem Auge zwischen zeta und eta Herculi, ein Drittel von eta und zwei Drittel von zeta entfernt, ein verwaschenes Fleckchen; das ist der bekannte Kugelsternhaufen M13. Er ist ein Kugelsternhaufen, das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Dieser Kugelsternhaufen ist 25'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält etwa 300'000 Sterne.

Geht man schließlich vom hellsten Herkulesstern Rutikulus an Sarin vorbei ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren Herkulesstern 3. Größe namens mue Herculi. Dieser ist wie unsere Sonne und die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi ein gelber Stern, wie zeta Herculi im Abstand von rund 30 Lichtjahren. Von hier gelangt man auch sehr einfach zur hellen Wega. Betrachtet man die vier Sterne zeta und pi Herculi sowie Sarin und mue Herculi und verlängert man diese beiden Linien etwa zweimal nach oben, so findet man dort ungefähr in der Mitte die helle Wega.

Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern steht im Norden des Sternbildes: bildet man mit pi Herculi und der hellen Wega ein fast gleichseitiges Dreieck nach Norden, so findet man einen Stern 2. Größe, das ist Ettanin, der Hauptstern des Sternbildes Drache. Ettanin befindet sich im Kopf des Drachen und bedeutet "Seeungeheuer"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Geht man nun von pi Herculi zu Ettanin, so sieht man nach zwei Dritteln des Weges einen Stern beinahe 3. Größe, das ist iota Herculi, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht südlich von Ettanin auf der Herkules-zugewandten Seite.

Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern beinahe 3. Größe steht rechts unterhalb von Rutikulus, das ist der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist.

In der indischen Tradition wird Arktur mit dem Namen "Schwert der Unabhängigkeit" bezeichnet. Diese sehr ähnliche Namensgebung "Lanze" und "Schwert" könnte damit zusammenhängen, dass die Sterne in der Nähe vom hellen Stern Arktur, die heutzutage das Sternbild des Bärenhüters bilden, tatsächlich wie ein etwas zu dick geratenes Kurzschwert aussehen.

Dieses Schwert hat einen Griff, eine Parierstange - das ist die Querstange zwischen Schwertgriff und der Klinge, welche die Hand des Schwertträgers schützt, und eine Klinge. Ein Stern steht am Ende des Griffes, zwei Sterne stehen rechts und links am Ende der Parierstange zwischen Griff und Klinge, zwei Sterne stehen rechts und links am unteren Teil der Klinge, zwei Sterne stehen rechts und links am breitesten Teil der Klinge auf etwa zwei Drittel Höhe und ein Stern steht an der Spitze der Klinge.

Arktur ist der Stern am Ende des Griffes, der zweithellste Bärenhüterstern Mirak steht auf der linken Seite am unteren Teil der Klinge und Ceginus, dort wo die Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen den Bärenhüter erreicht, steht auf der rechten Seite am breitesten Teil der Klinge. Muphrid, der einzelnde Stern des Lanzenbewaffneten, steht am rechten Ende der Parierstange.

Die übrigen Bärenhütersterne erreichen gerade noch oder beinahe die 3. Größe und füllen die noch freien Plätze am Schwert aus. Nekkar steht an der Spitze des Schwertes und delta Bootis auf der linken Seite des breiten Teiles der Klinge. Delta Bootis erreicht man, wenn man von Arktur über Mirak nicht zur Gemma abbiegt, sondern gleichviel weiter geht; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Nekkar an der Spitze des Bärenhüters, also oberhalb zwischen Ceginus und delta Bootis, ist 220 Lichtjahre entfernt. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern. Nekkar stammt von al-baqqar und bedeutet "Ochsentreiber". - Rho Bootis schließlich steht auf der rechten Seite am unteren Teil der Klinge, das ist neben Mirak auf der Ceginus-Seite des Bärenhüters; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Diese drei Sterne erreichen gerade noch die 3. Größe.

Beinahe 3. Größe erreicht der Stern zeta Bootis am linken Ende der Parierstange auf der anderen Seite von Muphrid; ihn findet man, wenn man in der Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel in Arktur rechtwinklig nach links unten abbiegt, etwas näher als Mirak entfernt ist. Zeta Bootis ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 180 Lichtjahren, die beide zum Bärenstrom gehören.

Es gibt noch einen weiteren Bärenhüterstern, der einen Namen hat, das ist Alkalurops, ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von 120 Lichtjahren. Er steht zwischen delta Bootis in der direkten Verlängerung von Arktur über Mirak und Nekkar an der Spitze des Bärenhüters, etwas nach außen versetzt und näher an delta Bootis. Alkarulops bedeutet "Hirtenstab".

2.3 Die Sommersterne: Wega, der Schwan und der Adler sowie der Drache und der Steinbock

Sommerdreieck (orange) mit Achsen-Spiegelung (hellblau) zu Ras Alhague im Schlangenträger

Hoch über uns sieht man das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan links unter ihr und Atair im Adler besteht. Die Wega heißt im englischen Vega und Atair heißt im englischen Altair. Die helle Wega wurde schon vorgestellt, sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair erreicht beinahe die 0. Größe und ist der zweithellste Stern im Sommerdreieck. Er ist ein naher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist, und bedeutet "fliegender Adler"; er ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen.

Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man zu Ras Alhague im Schlangenträger, den Stern, auf den die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist.

Über der Wega sieht man Ettanin, den hellsten Stern des Sternbildes Drachen. Er ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese 2. Größe und bedeutet "Seeungeheuer". Ettanin kann man daran erkennen, dass über ihm ein weiterer nur wenig schwächerer Stern steht, das ist der dritthellste Drachenstern Alwaid, ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört.

Am einfachsten gelangt man zu diesen beiden Botensternen der Wega, indem man mit der "kleinen Polarsternregel" von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen ausgeht. In nur dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad gelangt man bekanntlich zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, der beinahe die 2. Größe erreicht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. - Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach rechts, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Riesenstern 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Er ist der fünfthellste Drachenstern und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden, gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Frühsommer tief im Süden sehen kann.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu den beiden Botensterne der hellen Wega: Ettanin, den unteren rechten der beiden, und Alwaid. - Geht man diesen Weg weiter, so gelangt man etwa nochmals gleichviel weiter zur hellen Wega in der Leier.

Man kann die helle Wega auch finden, indem man direkt von Arktur zur Gemma und dann fast gleichviel weitergeht. Zunächst gelangt man zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, der schon vorgestellt wurde und der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 30 Lichtjahren ist. Geht man diese Linie noch etwas weiter als die Gemma von zeta Herculi entfernt ist, so gelangt man etwas oberhalb zur hellen Wega in der Leier. Zwischen der hellen Wega und zeta Herculi sieht man ein wenig oberhalb noch einen weiteren Stern 3. Größe, der auch schon vorgestellt wurde; das ist der Herkulesstern pi Herculi, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren.

Der Schwan scheint über den Himmel nach rechts zu fliegen
Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb nach rechts bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega, findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, sehen wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Geht man von Deneb nach rechts in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier ist also die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Er ist ein gelblicher Stern und der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Der Name Sadir hat denselben Ursprung wie der Cassiopeiastern Schedir. Links unter und rechts über Sadir findet man ebenfalls je einen Stern gerade noch sowie beinahe 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan, das ist derzeit der linke untere Stern, heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes; er ist ein Roter Riese, der gut 70 Lichtjahre von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist der vierthellste Schwanenstern delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 170 Lichtjahren. - Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleichhelle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von gut 120 Lichtjahren. - Ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet sich im Hals des Schwanes der Stern eta Cygni. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Ettanin und Alwaid stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sternen erahnen konnte. Sie stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, und bilden die Drachenkopf-Raute, die links vom Drachenstern Grumium und rechts vom Herkulesstern iota Herculi, der bereits vorgestellt wurde, ergänzt wird. Beide Sterne erreichen beinahe die 3. Größe. - Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Ganz in der Nähe steht ein weiterer Herkulesstern 3. Größe, das ist pi Herculi, der auch schon vorgestellt wurde; man findet ihn in eineinhalbfacher Verlängerung von Ettanin über iota Herculi. Pi Herculi ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Die Wega, Ettanin sowie pi Herculi bilden ein fast gleichseitiges Dreieck. - Man kann pi Herculi auch finden, indem man vom hellsten Drachenstern Ettanin rund eineinhalb mal über iota Herculi in der Drachenkopf-Raute verlängert.

Der Drache hat noch zwei weitere Sterne 3. Größe: den vierthellsten Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Geht man diese Verlängerung gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin, dem Hauptstern des Kepheus. Dieser ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". Unmittelbar rechts über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

Auch in der Leier gibt es zwei weitere Sterne 3. Größe: geht man von Ettanin im Drachenkopf zur hellen Wega und dann die Hälfte weiter, so gelangt man zu zwei nebeneinander stehenden Sternen, die zum Sternbild der Leier gehören; der Stern auf der Linie ist Sheliak und der Stern links von ihm ist Sulaphat. Sheliak ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren und Sulaphat ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte".

Der Adler
Hoch im Süden kann man Atair im Adler sehen, einen Stern beinahe 0. Größe, der mit der hellen Wega und mit Deneb im Schwan das markante Sommerdreieck bildet. Rechts über Atair kann man einen weiteren Stern beinahe 2. Größe sehen, das ist Tarazed, ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke". Bei guter Sicht kann man links unter Atair auf der anderen Seite wie Tarazed einen Stern beinahe 3. Größe erkennen, das ist Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke".

Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Man gelangt auch zu ihm, wenn man von Deneb im Schwan über Sadir und Albireo gleichviel weiter verlängert. Rechts neben ihm sieht man bei guten Sichtbedingungen den Stern Deneb el Okab Borealis, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Der "fliegende Adler" Atair wird also von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten von Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Diese drei Sterne bilden die Schulter des fliegenden Adlers. Die Übersetzung "Falke" ist sprachwissenschaftlich indes ein Übersetzungsfehler aus dem Persischen; dort ist die Rede davon, dass der fliegende Adler "an-nasr attair", der durch die drei sehr auffällig in einer Linie stehenden Sterne Alshain, Atair und Tarazed dargestellt wird und aus dessen zweiten Wort sich ja der Sternname Atair gebildet hat, vom Volk "shahin tarazed" genannt werden, und das bedeutet "Wagbalken der Waage". Das zweite Wort tarazed ist dann auf den Sternnamen Tarazed und das erste Wort shahin ist auf den Sternnamen Alshain übergegangen.

Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern dritter Größe im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß".

Etwa in doppeltem Abstand folgen etwas nach rechts versetzt zwei Sterne 3. und gerade noch 3. Größe schräg nebeneinander, die schon zum Sternbild des Steinbockes gehören: der rechte obere ist die Algiedi und der linke untere heißt Sadaldabih. Algiedi bedeutet "Ziege", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 110 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. Sadaldabih ist gleichhell wie der dritthellste Adlerstern Deneb el Okab. - Wer gute Augen hat kann westlich von der Algiedi einen weiteren Stern 4. Größe sehen; diese beiden sehen zwar wie ein Doppelstern aus, doch ist der Partnerstern, ebenfalls ein gelber Stern wie unsere Sonne, über zehnmal weiter entfernt. Vorsicht, dass man ihn von bloßem Auge nicht mit dem Stern nue Capricorni verwechselt, der auf der anderen Seite der Algiedi etwas weiter entfernt steht und deswegen bei genügend guter Sehkraft viel einfacher erkennbar ist. Nue Capricorni ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 270 Lichtjahren. Er wurde früher Alshat genannt, das kommt von as-sat und ist das Schaf, das der Schlachter der Glückssterngruppe Sadaldabih bei sich hat.

Rechtwinklig von der Algiedi und Sadaldabih gelangt man von der Algiedi nach links oben gehend zu einem weiterem Stern, das ist der Stern Sadalbali im Wassermann, das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Der Name Sadalbali kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln. Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man bei guten Sichtbedingungen ganz einfach zu einem Stern beinahe 4. Größe, das ist der Stern mue Aquarii, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Er ist ein einfach auffindbarer Sadal-Partnerstern, weil er so nahe beim hellsten Stern seiner Sadalgruppe steht. Geht man von der Algiedi über Sadalbali und mue Aquarii gut gleichviel weiter, so gelangt man zum hellsten Wassermannstern Sadalsuud, das bedeutet "Glück des Glückes"; er ist etwas heller als die 3. Größe und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren.

Wenn man die Linie von Atair und seinen beiden Falken ausgehend über theta Aquilae, Algiedi und Sadaldabih nochmals gleichviel weiter nach links unten verlängert, so kann man bei guter Südsicht nochmals zwei Sterne 4. Größe in diesem Abstand voneinander sehen; der obere ist psi Capricorni und der untere omega Capricorni. Psi Capricorni ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 35 Lichtjahren und omega Capricorni ein Roter Riese im Abstand von knapp 250 Lichtjahren. Die ersten 4 Sterne dieser Linie gehören zum Sternbild des Adlers, die nächsten vier Sterne gehören zum Sternbild des Steinbockes.

Am unteren Ende des Steinbockes kann man wieder rechtwinklig nach links oben abknicken und gelangt nach derselben Distanz zu zwei benachbarten Sternen 3. und beinahe 3. Größe; der linke und hellere heißt Deneb Algedi, das bedeutet "Schwanz des Geißbocks"; er ist der hellste Stern des Sternbildes, ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren. 1846 wurde in seiner Nähe der Planet Neptun entdeckt. Der rechte Stern heißt Sadnashira und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Sadnashira ist der vierthellste Steinbockstern und bedeutet "die, welche gute Nachricht bringt"; sie ist von bloßem Auge gleich hell wie der oberste Steinbockstern Algiedi.

Oberhalb von Deneb Algedi und Sadnashira befindet sich der hellste Wassermannstern Sadalsuud, das heißt "Glück des Glückes"; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Spiegelt man ihn an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira, so gelangt man zu zeta Capricorni. Auch er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.

Das Sternbild des Steinbockes hat übrigens auch einen vermutlich aber moderneren volkstümlichen Namen, aufgrund seiner Form wird es als "das Lächeln des Himmels" bezeichnet.

2.4 Das Himmelslineal der Skorpion sowie weitere Sterne des Schlangenträgers

So lassen sich die Sterne, ausgehend vom Bärenhüter über eine drachenförmige Figur zur Schlange und zum Schlangenträger hin, finden. Die animierte Grafik öffnet sich beim Klick auf das Bild!
Östlich des Bärenhüters kann man die Sterne der Schlange und des Schlangenträgers sehen. Verlängert man die große Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma, so sieht man im Südwesten den Hauptstern des Schlangenträgers, das ist Ras Alhague, der schon vorgestellt wurde. Verlängert man über ihn hinaus, so gelangt man zu einem weiteren Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Celbalrai, das bedeutet "Schäferhund". Celbalrai ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. - Geht man von Ras Alhague zu Celbalrai und noch ein kleines bisschen weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist gamma Ophiuchi, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Spiegelt man den mittleren Stern der großen Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel, also Mirak, an der Linie Arktur - Gemma, so gelangt man zu Unuk, einem Stern beinahe 2. Größe, dem Hauptstern der Schlange. Diese Spiegelung ist allerdings , etwas länglich und diese Deichsel und Unuk bilden eine geometrische Figur, die wie ein Drachen aussieht, der aber nichts mit dem gleichnamigen Sternbild zu tun hat. Unuk ist ein Roter Riese im Abstand von fast 75 Lichtjahren und bedeutet "Hals der Schlange". Von Mirak über Unuk die Hälfte weitergehend findet man den Stern Yed Prior im Schlangenträger, einen Roten Riesen im Abstand von 170 Lichtjahren. Yed Prior ist genauso hell wie Unuk und bedeutet "erstere Hand".

Noch etwas weitergehend sieht man links unter Yed Prior einen Stern 3. Größe, das ist sein Nachbarstern Yed Posterior; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren und bedeutet "nachfolgende Hand".

Durch die Sterne Unuk, Yed Prior und Yed Posterior zieht sich eine Sternenkette nach links unten, die wie auf einem Lineal angeordnet am Himmel steht; diese Sterne gehören zu den Sternbildern der Schlange und des Schlangenträgers. Der vierte Stern von oben ist Yed Prior an der Grenze dieser beiden Sternbilder und der 5.Stern ist Yed Posterior.

Verlängert man von Unuk über Yed Prior gleichviel weiter, so gelangt man zu einem weiteren helleren Stern, der beinahe die 2. Größe erreicht, das ist zeta Ophiuchi, der unterste und hellste Stern im geraden Teil dieser Sternenkette; er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 500 Lichtjahren und wird manchmal Han genannt.

Die drei ersten Sterne dieses "Himmelslineals" gehören zum Sternbild der Schlange, die nächsten drei zum Sternbild des Schlangenträgers, ehe das Himmelslineal ein wenig nach links oben abknickt zum Stern Sabik, der ebenfalls zum Schlangenträger gehört; er ist ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Sabik bedeutet "der Vorangehende". Mit diesem Namen wurden ursprünglich dieser Stern und der unterste Stern des geraden Teiles des Himmelslineals, zeta Ophiuchi bezeichnet. Dabei wurde zeta Ophiuchi mit dem Namen as-sabiq al-awwal bezeichnet, das bedeutet "der erste Vorangehende", und der Stern Sabik mit dem Namen as-sabiq at-tani, das bedeutet "der zweite Vorangehende". - Sabik ist übrigens der Polarstern auf dem Planeten Uranus.

Zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe befinden sich am Anfang und an der dritten Position des Himmelslineals: als erstes sieht man oberhalb von Unuk den Stern delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals; er ist ein echter Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Unterhalb von Unuk sieht man in Richtung von Yed Prior und Yed Posterior den Stern epsilon Serpentis; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Delta Serpentis am Anfang des Himmelslineals ist rund doppelt so weit entfernt von Unuk wie epsilon Serpentis.

Bei guter Südwestsicht kann man rechts unterhalb vom Ende dieses "Himmelslineals" kann einen rötlichen Stern erster Größe bewundern, das ist Antares, ein Roter Riese im Abstand von über 500 Lichtjahren. Wegen seiner schon von bloßem Auge sichtbaren rötlichen Farbe heißt er Antares; das kommt von "Ant-Ares" und bedeutet "dem Ares (das ist der Mars) entgegengesetzt". Sein arabischer Name Calbalacrab bedeutet "Herz des Skorpion".

Über ihm sieht man 2 Sterne zweiter und beinahe erster Größe, das sind die beiden oberen Sterne der Mondstation al-iklil, Akrab und unter ihm die Dschubba. Akrab wird im englischen Acrab geschrieben und bedeutet "Skorpion", und Dschubba bedeutet "Stirn"; beide sind blauweißliche Riesensterne; Akrab ist über 500 Lichtjahre und Dschubba ungefähr 400 Lichtjahre entfernt.

Links des Skorpion kann man in Verlängerung des geraden Teiles vom Himmelslineal den Riesenplaneten Jupiter bewundern.

Im Feldstecher kann man sehr schön die vier großen Jupitermonde bewundern, die aufgrund der geringen Achsneigung des Riesenplaneten von der Erde aus gesehen stets beinahe in einer Reihe stehen. Die beiden inneren Jupitermonde Io und Europa sind etwa so groß wie unser Erdmond und die beiden äußeren Jupitermonde Ganymed und Kallisto erreichen die Größe des kleinsten Planeten Merkur. Am hellsten ist der dritte Jupitermond Ganymed, der beinahe die 4. Größe erreicht; eine halbe Größe weniger hell sind die beiden inneren Monde Io und Europa. Der vierte Jupitermond Kallisto ist zwar größer, hat aber eine dunklere Oberfläche, er erreicht die 6. Größe. Am einfachsten kann man im Feldstecher, den man idealerweise nicht freihändig hält, sondern etwas aufstützt, den größten Jupitermond Ganymed erkennen. Auch nicht schwer erkennbar ist der vierte Jupitermond Kallisto, weil er die meiste Zeit seines Umlaufes am weitesten vom Jupiter entfernt ist und sich von Ganymed durch seine etwas geringere Helligkeit unterscheidet. Auch die Europa kann man gut erkennen, sie steht oft etwa halb so weit entfernt wie Ganymed und ist heller als die Kallisto. Verbleibt noch der Jupitermond Io: sie ist geringfügig heller als die Europa, ist aber nie weit vom Jupiter entfernt. Dafür kann man sie daran gut erkennen, dass sie an nur einem Tag die Seite wechselt. Die Europa benötigt für einen Seitenwechsel fast 2 Tage.

Der Skorpion ist eines der schönsten und figürlichsten Sternbilder am Sternhimmel und steht in unseren Breiten so weit südlich, dass man nur seine nördlichen Teile mit seinem tiefroten Hauptstern Antares gut sehen kann. Dieser vordere Teil des Skorpion besteht aus zwei senkrecht zueinander stehenden engeren deichselförmigen Dreiergruppen. Man kann sich also vorstellen, dass sich der Skorpion gerade aus dem Sand ausgräbt und erst die Scheren - das sind die vorderen drei Sterne - und der vordere Teil seines Körpers - das sind die unteren drei Sterne - zum Vorschein gekommen sind. Diese beiden Dreiergruppen sind leicht gebogen und stehen senkrecht zueinander. Die Mythologie weiß zu berichten, dass der Skorpion den berühmten Himmelsjäger Orion, der sich für unbesiegbar hielt, gestochen hat, so dass dieser starb; die beiden mögen sich bis heute nicht, so dass Zeus es gefügt hat, dass der Orion untergeht, wenn der Skorpion aufgeht, und der Skorpion untergeht, wenn der Orion aufgeht.

Die beiden oberen Sterne der vorderen Dreiergruppe des Skorpions sind Akrab und die Dschubba. Aufgrund eines Helligkeitsausbruches ist seit einigen Jahren die Dschubba heller als Akrab. - Der untere Stern der vorderen Dreiergruppe, pi Scorpii, ist ein blauweißlicher Riesenstern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Antares steht in der Mitte der unteren Dreiergruppe des Skorpions und seine beiden Nachbarsterne haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Sterne beinahe 2. Größe; der linke tau Scorpii im Abstand von 430 Lichtjahren und der rechte sigma Scorpii fast doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren.

Die beiden Skorpionsterne Antares und Dschubba bilden mit den beiden unteren linken Sternen des Himmelslineals, mit Sabik und zeta Ophiuchi, beinahe ein Rechteck, das rund doppelt so hoch wie breit ist. Es eignet sich sehr gut als Orientierungshilfe. Zudem kann man zeta Ophiuchi auch in Verlängerung der vorderen Dreiergruppe des Skorpions über die Dschubba und Akrab hinaus nach links oben weitergehend finden.

Geht man am Anfang des Himmelslineals von delta Serpentis zu Unuk und dann rechtwinklig nach rechts unten ein bisschen weiter, so gelangt man zu einem der schönsten Kugelsternhaufen des Nordhimmels, den man außerhalb der Stadt im Feldstecher bewundern kann; das ist der Kugelsternhaufen M5, eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 245'00 Lichtjahre von uns entfernt und enthält über 100'000 Sterne. Am einfachsten findet man ihn mit Hilfe eines Feldstechers, wenn man von Unuk noch zu epsilon Serpentis weitergeht und dort rechtwinklig nach rechts unten abbiegt; in rund doppeltem Abstand als Unuk - epsilon Serpentis sieht man einen Stern 5. Größe, das ist der Stern 10 Serpentis. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 120 Lichtjahren. Die Hälfte des Weges weitergehend sieht man einen weiteren Stern 5. Größe, das ist 6 Serpentis und senkrecht über ihm geringfügig heller den Stern 5 Serpenti. Von 6 Serpentis zu 5 Serpentis geringfügig nach oben weitergehend kann man dann ganz einfach im Feldstecher den Kugelsternhaufen M5 erkennen. Nochmals weitergehend gelangt man zu einem weiteren gleichhellen Stern, das ist 3 Serpentis.

Man sucht sich also die Sterne 6 Serpentis und 5 Serpentis, die man auch ganz einfach durch etwas herumgehen mit dem Feldstecher rechts unterhalb von Unuk und epsilon Serpentis finden kann, und dann sieht man problemlos auch den Kugelsternhaufen M5.

Der Stern 6 Serpentis am Abbiegepunkt von epsilon Serpentis und 10 Serpentis herkommend zum Kugelsternhaufen M5 ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren und der Stern 5 Serpentis über ihm, der nahe unter dem Kugelsternhaufen steht, ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Stern 3 Serpentis über dem Kugelsternhaufen ist ein Roter Riese im Abstand von fast 500 Lichtjahren.

Auf dem Weg von epsilon Serpentis im Himmelslineal unter Unuk zu 10 Serpentis geht man oberhalb von omega Serpentis vorbei, auch dieser ist ein Stern 5. Größe, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 260 Lichtjahren.

Der Tierkreis verläuft nicht nur durch die 12 Sternbilder des Horoskopes, sondern auch durch den Schlangenträger in der Nähe von theta Ophiuchi. Diesen Stern findet man, indem man vom unteren Ende des geraden Teiles des Himmelslineals bei zeta Ophiuchi geradeaus am etwas oberhalb gelegenen Stern Sabik vorbei gleichviel weitergeht; er ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 600 Lichtjahren. Der Tierkreis verläuft zwischen Sabik und theta Ophiuchi.

Bei guter Südwestsicht kann man senkrecht zum Himmelslineal unterhalb von Yed Prior einen Stern gerade noch 3. Größe erkennen, das ist mue Serpentis, ein weißlicher Stern im Abstand von rund 155 Lichtjahren. Etwas weitergehend gelangt man zum hellsten Waagestern Zuben-el-schemali beinahe 2. Größe, er ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 120 Lichtjahren. Zuben-el-schemali bedeutet "die nördliche Klaue (des Skorpions)".

Verlängert man die Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel über Ras Alhague und Celbalrai hinaus weiter, so gelangt man doppelt so weit entfernt zu einem Stern 3. Größe, das ist nue Ophiuchi. Sei noch der gleich helle Stern kappa Ophiuchi genannt, der mit Ras Alhague und Cebalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet und der westlich von Cebalrai steht. Nue und kappa Ophiuchi sind beide Rote Riesen, ersterer im Abstand von 150 Lichtjahren und zweiterer im Abstand von 90 Lichtjahren.

2.5 Der Pegasus und das Herbstviereck

Im Osten kann man den Pegasus sehen: spiegelt man die helle Wega in der Mitte an der Achse Deneb - Atair, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif, der die 2. Größe erreicht. Das Sommerdreieck und Enif bilden ein Parallelogramm. Spiegelt man die helle Wega senkrecht an der Achse Deneb - Atair, das ist knapp neben Deneb, so gelangt man zum zweithellsten Pegasusstern Scheat, der gleich hell ist wie Enif, und rechts über ihm zum Stern Sadmatar, einem Stern 3. Größe.

Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pegasus)", Scheat bedeutet "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadmatar ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens".

Scheat und Sadmatar befinden sich in einem fast gleichseitigen Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Scheat steht an der linken Ecke dieses kleinen Dreiecks und Sadmatar an seiner Spitze. Auch der linke Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Diese Sterne bilden das Pegasusdreieck.

Verlängert man die untere Dreieckslinie von Scheat über die Ecke, in der Sadalbari und lamda Pegasi stehen, hinaus viermal, so gelangt man ebenfalls zum hellsten Pegasusstern Enif.

Scheat im kleinen Pegasusdreieck ist der obere Stern des beinahe quadratischen markanten Herbstvierecks, welches nun wie eine übergroße Vorfahrtstafel im Osten am Himmel steht. In seiner linken Ecke steht schräg links unter dem kleinen Pegasusdreieck der Hauptstern der Andromeda, das ist die Sirrah, ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)", sie ist der hellste Stern in dieser Himmelsregion. Man kann sie auch finden, indem man von der hellen Wega etwa gleichweit über Deneb im Schwan verlängert und dann etwas nach rechts geht. In der rechten Ecke des Herbstviereckes steht schräg rechts unter dem kleinen Pegasusdreieck der Hauptstern des Pegasus, das ist Markab. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)".

An der unteren Ecke des Herbstvierecks kann man rechts unterhalb der Sirrah und links unterhalb von Markab einen weiteren Stern beinahe 2. Größe sehen, das ist der Pegasusstern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite".

Scheat, Sirrah, Markab und Algenib sehen also aus wie eine übergroße Vorfahrtstafel und bilden das beinahe quadratische Herbstviereck. Der Hauptstern Markab ist der dritthellste Pegasusstern, Algenib am unteren Ende des Herbstvierecks der vierthellste und Sadmatar an der Spitze des kleinen Dreiecks der fünfthellste Pegasusstern.

Die Pegasuskette erstreckt sich von Markab zu Enif und die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet "Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Geht man in der Pegasuskette vom Markab zum ersten Kettenglied Sadalhomam, so trifft man nach drei Vierteln des Weges etwas oberhalb auf den Stern xi Pegasi; dieser ist ein weißgelblicher Stern 4. Größe im Abstand von gut 50 Lichtjahren. Er ist der Sadal-Partnerstern von Sadalhomam.

Bei guten Sichtbedingungen oder im Feldstecher kann man weitere Sadal-Partnersterne ebenfalls sehr einfach finden; es sind dies die Nachbarsterne von Sadmatar, Sadalbaham und vom Wassermannstern Sadalbali, der bei der Adler-Steinbock-Linie bereits vorgestellt wurde.

Fast gleichhell wie xi Pegasi ist nue Pegasi neben Sadalbaham, ihn findet man, wenn man die Pegasuskette von Markab über beide Sadalhomam-Sterne und Sadalbaham noch ein bisschen geradeaus weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 260 Lichtjahren. Und parallel zur Linie Scheat, Sadalbari und lamda Pegasi findet man neben Sadmatar den Stern omicron Pegasi ebenfalls beinahe 4. Größe, er ist ein weißlicher Stern, der gut 300 Lichtjahre von uns entfernt ist. Diese drei Sterne sind die Partner-Sadalsterne ihrer Hauptsterne und bei schlechter Sicht auch problemlos im Feldstecher zu erkennen, weil sie so nahe beim hellsten Stern ihrer Sadalgruppe stehen. Gleiches gilt auch für den Stern mue Aquarii links neben Sadalbali im Wassermann.

Geht man von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

Im Feldstecher kann man auf dem Weg von Sadalbaham zu Enif und darüber hinaus zwei Sterne sehen; geht man durch das Tor, das von diesen beiden Sternen aufgespannt wird, hindurch, so befindet sich der Kugelsternhaufen M15 unmittelbar neben dem oberen Stern des Tores. Dieser heißt HD204862 und erreicht die 6. Größe, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 500 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Tores steht bereits im Sternbild des Füllen und heißt HD203345; er erreicht beinahe die 6. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Verlängert man im Herbstviereck ab der Monatsmitte die Kante von Scheat über Markab rund dreimal nach Süden, so kann man dort bei guter Sicht den in unseren Breiten südlichsten Stern 1. Größe bewundern, das ist die Fomalhaut im Sternbild des Südlichen Fisches. Fomalhaut heißt "Mund des (Wal-)Fisches" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 25 Lichtjahren, das ist etwas näher als die Wega.

Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf einen Stern beinahe 3. Größe, das ist der Wassermannstern Hydor, ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat an der Spitze vom Herbstviereck. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Eine Stunde nach Sonnenuntergang kann man ab der 2.Monatshälfte auch den linken Schenkel des Herbstviereckes von der Sirrah über Algenib nach unten verlängern. Dies führt nach zweimaliger Verlängerung auf einen hellen Stern 2. Größe, das ist Deneb Kaitos, der hellste Stern im Sternbild des Walfisches, welcher ja nach der Mythologie die Andromeda hatte fressen sollen. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Verlängert man von den beiden beieinander stehenden Sternen im kleinen Pegasusdreieck, von Sadalbari und lamda Pegasi, über Markab hinaus rund gleichviel, so gelangt man zum zweithellsten Fischestern gamma Piscium, einem wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von 130 Lichtjahren.

2.6 Die Cassiopeia und der Kepheus

Sehr einfach zu finden ist auch das schöne Sternbild der Andromedamutter Cassiopeia. Sie steht hoch im Nordosten auf der anderen Seite vom Polarstern als der Große Wagen und sieht wie ein großes W aus. Ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von rechts oben. Der rechte oberer Cassiopeiastern heißt Caph und der mittlere Cassiopeiastern heißt Cih. - Das Wort Schedir hat denselben Ursprung wie der Schwanenstern Sadir.

Die drei hellsten Sterne der Cassiopeia erreichen die 2. Größe. Ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben markiert die Brust der Cassiopeia, sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Der rechte obere Cassiopeiastern Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren, und der mittlere Cassiopeiastern Cih ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Geht man von der Schedir über Caph ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm". - Unmittelbar rechts über Alderamin steht ein Stern 3. Größe, das ist eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von rechts oben nach links oben durchzählt, so steht ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben und Caph an der ersten Stelle von rechts oben.

Der vierte Cassiopeiastern von rechts oben verfehlt die 2. Größe nur knapp; er heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)", und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Der fünfte Cassiopeiastern Segin ist ein blauweißlicher Stern 3. Größe im Abstand von über 400 Lichtjahren. Ruchbah ist gleichhell wie der zweithellste Drachenstern eta Draconis in der dreifachen Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen von Kochab über Pherkad. - Die Bedeutung von Segin ist nicht überliefert.

Bei guten Sichtbedingungen kann man bei Caph, Schedir und Cih auch noch den Stern kappa Cassiopeiae erkennen, der mit den drei hellsten Cassiopeiasternen ein Viereck bildet, bei dem er in der gegenüberliegenden Ecke der Schedir steht. Kappa Cassiopeiae ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 4000 Lichtjahren. Wenn man das Cassiopeia-Viereck der drei hellsten Cassiopeiae-Sterne mit kappa Cassiopeiae betrachtet, so bildet Ruchbar einen Stiel dazu.

In Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W Cih durch Ruchbah, den vierten Stern des "W", gelangt man tief im Nordosten zu Mirfak, dem Hauptstern des Perseus, einem weißgelblichen Stern beinahe die 1. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren, und schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des "W" hindurch tief am Nordosthorizont zur hellen Capella im Fuhrmann. - Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)". Capella heißt "Zicklein", sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind.

Über Mirfak steht in Richtung Cassiopeia ein Stern 3. Größe, das ist gamma Persei, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren. Und geht man von der Capella nach rechts oben, so sieht man ebenfalls einen Stern dritter Größe, das ist der Stern Almaaz, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist der Ziegenpapa.

Den Stern Deneb im Schwan kann man auch aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern auf der linken Seite des "W" hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch den rechten oberen Stern Caph der Cassiopeia.

Der Kepheus
Rechts über der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit auf seiner Seite liegt. Sein Hauptstern Alderamin wurde schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses steht. Man findet ihn in ungefähr fünffacher Verlängerung der beiden rechten Cassiopeiasterne Schedir nach rechts über Caph hinaus. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke des Kepheus-Hauses befindet sich in der Ecke über Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde".

Schräg links oberhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alderamin und Alrai, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne, mit derer Hilfe man Abstandsmessungen nahegelegener Galaxien durchführen kann, indem man anhand ihrer Lichtkurve auf ihre wahre Helligkeit schließen kann, seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Unmittelbar rechts über Alderamin steht außerhalb des Kepheus-Hauses ein Stern 3. Größe, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, das ist Al Agemim, ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Im Kepheus befindet sich auch der bekannte "Granatstern": etwas außerhalb der Mitte des Bodens des Kepheus-Hauses, also rechts unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, sieht man den Stern Erakis; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen Granatstern genannt. Erakis ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Die beiden hellsten Kepheussterne Alderamin und Alfirk bilden mit dem vierthellsten Drachenstern Al Tais nach außen ein rechtwinkliges Dreieck. Geht man von Alderamin zu Al Tais und von hier geradeaus weiter in Richtung des zweithellsten Drachensternes eta Draconis, so trifft man nach gut der Hälfte des Weges auf einen weiteren Drachenstern, das ist der fünfthellste Drachenstern Aldhibah. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Kepheus gibt es einen weiteren Stern dritter Größe, das ist zeta Cephei, der sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt, befindet. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Er und Al Agemim neben Alderamin sind übrigens geringfügig heller als iota und delta Cephei an der linken Hauskante des Kepheus, weswegen in zahlreichen Darstellungen oftmals zeta Cephei anstelle von delta Cephei als unterer linker Kepheusstern verwendet wird, so dass das Kepheus-Haus unten dann etwas schmaler ist.

In der Cassiopeia findet man noch zwei weitere Sterne gerade noch sowie beinahe dritter Größe: Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir an der zweiten Stelle von rechts oben, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; sie ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin und wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

In doppelter Verlängerung der Schedir über den mittleren Cassiopeiastern Cih findet man den Stern 50 Cassiopeiae, einen weißlichen Stern 4.Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren.

2.7 Der Schütze

Das Sternbild des Schützen ist das am tiefsten gelegene Sternbild des Tierkreises und seine nördlichen Teile sind von Mitteleuropa aus nur bei guter Südwestsicht sichtbar. Deswegen wird es meistens nicht weiter beachtet und auch in Südeuropa sind die südlichen Teile des Schützen oft nicht prominent erkennbar.

Verlängert man das Himmelslineal über Sabik hinaus, so gelangt man zu den nördlichen Teilen des Sternbildes Schütze. Zunächst erreicht man in doppelter Verlängerung des Himmelslineals von zeta Ophiuchi am unteren Ende des geraden Teiles des Himmelslineals über Sabik hinaus einen Stern beinahe 2. Größe namens Kaus Borealis und dann in dreifacher Verlängerung der beiden Schlangenträgersterne zeta Ophiuchi über Sabik hinaus den Stern Nunki, der 2. Größe erreicht und der der hellste Stern in diesem Himmelsareal ist. Er ist so hell wie der Polarstern. Etwas links oberhalb von Nunki, in Richtung des Adlersternes Atair, steht der Stern Albalda, der wie Kaus Borealis die zweite Größe nur knapp verfehlt. Rechts unter ihm kann man den Ringplaneten Saturn erkennen, der zur Zeit die 0.Größe erreicht und gleich hell wie Arktur und die helle Wega sowie die helle Capella ist.

Kaus Borealis heißt "nördlicher Stern des Bogens" und ist ein Roter Riese im Abstand von 80 Lichtjahren, Nunki bedeutet "göttlicher Ort der Erde" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 220 Lichtjahren und Albalda links oberhalb in Richtung Atair bedeutet "der Platz, die Gegend"; sie ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 450 Lichtjahren.

Rechts unterhalb von Nunki kann man einen weiteren Schützenstern sehen, das ist die Askella und bedeutet "Achsel". Sie ist ein weißlicher Stern knapp 2. Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Der Schütze ist ein unübersichtliches Sternbild, welches man sich am einfachsten als zwei Bögen vorstellen kann, die schräg übereinander stehen. Beide Bögen haben in dieser Vorstellung einen Pfeil. Dieser hat nichts mit dem gleichnamigen Sternbild zu tun. Der zweithellste Schützenstern Nunki befindet sich in dieser Vorstellung in der Mitte des oberen Bogens, Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens und Albalda in Richtung Atair am oberen Ende des oberen Bogens. Der obere Bogen wird unterhalb von Nunki am unteren Ende vom dritthellsten Schützenstern Askella vervollständigt

Bei sehr guter Südwestsicht kann man zu Monatsbeginn oder von Südeuropa aus auch die übrigen Sterne des unteren Bogens erkennen: Kaus Meridionalis steht unterhalb von Kaus Borealis in der Mitte des unteren Bogens und der hellste Stern des Sternbildes ist Kaus Australis am unteren Ende des unteren Bogens. Kaus Meridionalis bedeutet "mittlerer Stern des Bogens" er ist ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren.

Kaus Australis erreicht beinahe 1. Größe, ist aber aufgrund seiner südlichen Lage nur bei klarer Südwestsicht gut erkennbar. Kaus Australis bedeutet "südlicher Stern des Bogens" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Rechts neben Kaus Meridionalis steht der Stern An-Nasl an der Pfeilspitze des unteren Bogens und An-Nasl heißt auch passenderweise "Pfeilspitze"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren. Schräg rechts unterhalb des hellsten Schützensternes Kaus Australis steht eta Sagittarii, ein Stern 3. Größe. Er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 150 Lichtjahren und ist auch von Südeuropa nur bei sehr guter Südsicht erkennbar.

Zu Nunki kann man auch gelangen, indem man den Weg vom Adler in den Steinbock beschreitet und bei den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih senkrecht nach rechts etwa gleichweit abbiegt.

Rechts und links neben Nunki, dem mittleren Bogenstern des oberen Bogens, sieht man etwas unterhalb zwei Sterne 3. Größe, das sind phi Sagittarii an der Pfeilspitze des oberen Bogens und tau Sagittarii am nach hinten gespannten Pfeilende oberhalb von Askella, die ja am unteren Ende des oberen Bogens steht. Phi Sagittarii ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 230 Lichtjahren und tau Sagittarii ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Fast gleichhell ist auch der Stern xi2 Sagittarii rechts neben Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Kaus Meridionalis ist der vierthellste Schützenstern, Kaus Borealis dessen fünfthellster und Albalda dessen sechsthellster Stern. Sie erreichen alle beinahe die 2. Größe. Geringfügig schwächer ist der siebthellste Schützenstern An-Nasl.

Sehr bekannt ist die englische Darstellung des Sternbild Schützen als "teapot", das heißt Teekanne. Die Sterne dieser Teekanne sind am Henkel unten tau Sagittarii am Pfeilende des oberen Bogens sowie oben der zweithellste Schützenstern Nunki in der Mitte des oberen Bogens. Die Kanne selber wird von den vier Sternen Askella, dem dritthellsten Schützenstern am unteren Ende des oberen Bogens, von phi Sagittarii, der Pfeilspitze des oberen Bogens sowie Kaus Meridionalis und dem hellsten Schützenstern Kaus Australis in der Mitte und am unteren Ende des unteren Bogens gebildet. Der Deckel wird von Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens und die Ausguss-Schneppe schließlich von An-Nasl, der Pfeilspitze des unteren Bogens, gebildet. Der Schützenstern Albalda steht allerdings nördlich dieser Teekanne.

Darstellung Mythologie nach Aspin.
Betrachtet man nun die wirkliche Figur dieses Sternbildes, so ist der untere Bogen tatsächlich der Bogen des Schützen, während der obere Bogen um den zweithellsten Schützenstern Nunki Positionen im Oberkörper des Schützen angibt. Nunki in der Mitte des oberen Bogens steht an der rechten Schulter des Schützen; Albalda, der obere Stern des oberen Bogens, steht am Ohr des Schützen, und der dritthellste Schützenstern Askella, der untere Stern des oberen Bogens, steht wie sein Name angibt an der Achsel des Schützen. Die beiden "Pfeilsterne" des oberen Bogens sind tau Sagittarii am abgewinkelten Pfeilende; er steht an der Hand des Schützen, und phi Sagittarii an der Pfeilspitze des oberen Bogens; er markiert in Wirklichkeit das von der eben beschriebenen Hand gespannte Pfeilende des Pfeiles, der wie heutzutage noch in Sportvereinen üblich ein sehr langer Pfeil ist und dessen Spitze sich in An-Nasl befindet. Xi2 Sagittarii rechts neben Albalda, dem oberen Stern des oberen Bogens, steht an der Nase des Schützen, und eta Sagittarii rechts unterhalb vom hellsten Schützenstern Kaus Australis am unteren Ende des unteren Bogens steht unterhalb des Schützenbogens.

Der Schütze ist aus astronomischer Sicht sehr bedeutsam, da sich das Zentrum unserer Milchstraße in diesem Sternbild befindet. Dieses ist knapp 30'000 Lichtjahre von uns entfernt und gewaltige Staubmassen verdecken die Sicht dorthin mit optischen Mitteln, so dass die von dort kommenden riesigen Energiemengen die Erde in einem Wellenlängenbereich erreichen, in welchem sie uns nicht schaden. Das Zentrum der Milchstraße befindet sich zwischen dem Schützenstern An-Nasl an der Pfeilspitze des unteren Bogens und dem Schlangenträgerstern theta Ophiuchi in der Nähe des Tierkreises, etwas weniger als die Hälfte von An-Nasl entfernt.

2.8 Der Wassermann und die Glückssterne der fruchtbaren Jahreszeit

Auch der Wassermann ist ein etwas unübersichtliches Sternbild, dessen beiden hellsten Sterne beinahe die 2. Größe erreichen. Es gibt zwei einfache Einstiege in dieses Sternbild: verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken über den vierthellsten Adlerstern theta Aquilae nach links unten, so gelangt man zu den beiden Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih. Rechtwinklig von der Algiedi nach links gehend gelangt man in den Wassermann zu einem weiteren Stern, das ist der Stern Sadalbali, sowie geringfügig weitergehend zu seinem Sadal-Partnerstern mue Aquarii. Sadalbali heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt", er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren. Dieser Name kommt von sad-bula und ist nicht mit dem Stern Sadalbari im kleinen Pegasusdreieck zu verwechseln. Mue Aquarii ist ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren; er ist ein einfach auffindbarer Sadal-Partnerstern, weil er so nahe beim hellsten Stern seiner Sadalgruppe steht. Sie stehen am Anfang der oberen Wassermannlinie.

Ein weiterer einfacher Einstieg in den Wassermann erfolgt über die Pegasuskette, die sich von Markab zu Enif erstreckt. Ihre beiden mittleren Sterne sind unterhalb von Markab der Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts, der Stern Sadalbaham. Von hier, also dem Stern Sadalbaham, gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren.

Nun sind wir mitten in der oberen Wassermannlinie: geht man von Sadalmelik nach rechts in Richtung mue Aquarii und Sadalbali, so gelangt man auf halbem Wege zum hellsten Stern des Sternbildes, das ist Sadalsuud, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Sadalsuud heißt "Glücksstern des Glückes" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren. - Sadalsuud und Sadalmelik stehen südöstlich der Pegasuskette und bilden mit deren beiden östlichen Sternen Sadalbaham und Enif das Glücksstern-Trapez.

Zwischen Sadalmelik und Sadalbali steht recht genau in der Mitte der hellste Wassermannstern Sadalsuud. Biegt man bei ihm senkrecht nach unten ab, so gelangt man nach gleichem Abstand zum hellsten Steinbockstern Deneb Algedi und rechts neben ihm zur Sadnashira. Beide erreichen die 3. Größe. Deneb Algedi bedeutet "Schwanz des Geißbocks", er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren, und Sadnashira bedeutet "Glücksstern derer, welche gute Nachricht bringt", sie ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Gerade bei schlechten Sichtbedingungen wundert man sich oft, was das für Sterne sind, die man unterhalb vom Glücksstern-Trapez sehen kann, das sind der hellste Steinbockstern Deneb Algedi und bei genügend guten Sichtbedingungen Sadnashira neben ihm. - Zeta Capricorni schließlich findet man, indem man Sadalsuud an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira spiegelt. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Er erreicht beinahe die 3. Größe.

Schräg links unterhalb von Sadalmelik steht der Stern Sadalachbia am Ende der oberen Wassermannlinie, das heißt "Glücksstern der Zelte"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Oftmals wird dieser Name zu "Sadachbia" verkürzt. Gleich links steht etwas oberhalb der Stern zeta Aquarii, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht, er ist ein Doppelstern zweier weißgelblicher Sterne im Abstand von 250 Lichtjahren. - Diese Sterngruppe wird von einem Stern 4. Größe und einem weiteren Stern beinahe 4. Größe vervollständigt, so dass die Sterngruppe Sadalachbia wie ein etwas schiefer Mercedesstern angeordnet ist. Eta Aquarii, der hellere der beiden, steht auf der anderen Seite als Sadalachbia, und pi Aquarii befindet sich etwas oberhalb in Richtung Pegasus. Beide sind blauweißliche Sterne, eta Aquarii im Abstand von gut 180 Lichtjahren und pi Aquarii im Abstand von 1100 Lichtjahren.

Eine Möglichkeit, von Süden herkommend in die Herbststernbilder zu gelangen, ergibt sich aus der "Glückssternlinie", die beim zweithellsten Schützenstern Nunki beginnt und über die Steinbocksterne Algiedi und Sadaldabih, die man einfach über die Adler-Steinbock-Linie finden kann, zu den Wassermannsternen Sadalbali, Sadalsuud, Sadalmelik und Sadalachbia führt. Nun kann man mithilfe der beiden hellsten Wassermannsterne Sadalsuud und Sadalmelik das "Glückstern-Trapez" bilden, welches im Norden aus den beiden Pegasussternen Sadalbaham und Enif besteht, und gelangt so in den Pegasus. Entlang der Pegasuskette gelangt man nun nach links weitergehend zu Sadalhomam und zu Markab, und von hier nach Norden zum zweithellsten Pegasusstern Scheat im kleinen Pegasusdreieck und zu Sadmatar an der Spitze des kleinen Pegasusdreiecks.

Die zweite Sternenkette des Wassermannes besteht aus einem Stern 3. Größe und zwei Sternen beinahe 3. Größe. Am einfachsten findet man sie, indem man wie oben beschrieben im Herbstviereck von Scheat und Markab herkommend nach unten zur Fomalhaut geht, die man ab der zweiten Monatshälfte sehen kann. Auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf Hydor, einen Roten Riesen im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der dritthellste Wassermannstern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Zuunterst in dieser unteren Wassermann-Sternenkette findet man nur bei ausgezeichneten Sichtbedingungen etwas links dieser Verbindungslinie den Stern 88 Aquarii, einen weißgelblichen Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Zwischen Markab und Hydor findet man auf halbem Wege etwas östlich auch noch den hellsten Stern des westlichen Fisches, das ist gamma Piscium. Er erreicht beinahe 3. Größe und ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren- Diesen Stern kann man auch finden, indem man von den beiden beieinander stehenden Sternen Sadalbari und lamda Pegasi im kleinen Pegasusdreieck über Markab hinaus rund gleichviel verlängert.

In den Sternbildern Pegasus, Steinbock und Wassermann findet man insgesamt 10 Sterne, deren Namen eine Bedeutung im Zusammenhang mit Glück haben. Das kommt daher, dass in dieser Jahreszeit, in der diese Sterne am Himmel aufgehen, die fruchtbare Regenzeit einsetzte. Es sind dies die Pegasussterne (Sad-)Matar, Sadalbari, (Sadal-)Homam, (Sadal-)Baham, die Steinbocksterne (Sadal-)Dabih und (Sad-)Nashira sowie die Wassermannsterne Sadalmelik, Sadalachbia, Sadalsuud und (Sad-)Albali.

Meistens handelt es sich hierbei jeweils um den hellsten Stern der ursprünglichen arabischen Sterngruppen. Lediglich die Sterne Deneb Algedi in der Sterngruppe Sadnashira, er ist immerhin der hellste aller Sadalsterne, sowie zeta Aquarii in der Sterngruppe Sadalachbia sind heller als der Stern, auf den der Name der Sterngruppe übergegangen ist. Zudem wird heutzutage für den zweithellsten Stern der Sterngruppe Sadaldabih der Name Algiedi verwendet. Die Algiedi erreicht immerhin gerade noch die 3. Größe.

Es überrascht nicht, dass manchmal auch sie mit solchen Glücksstern-Namen bezeichnet werden, und zwar zeta Aquarii als Sadaltager, das bedeutet "Glücksstern der Händler", und lamda Pegasi als Sadalpheretz, das bedeutet "Glücksstern des Pferdes", was sich auf die Nähe zum Pferd Pegasus beziehen soll. Diese beiden Namensgebungen sind aber historisch falsch, da diese Sadalsterne Sterngruppen und nicht Einzelsterne bezeichnen. Somit gehört zeta Aquarii zur Gruppe Sadalachbia und lamda Pegasi zur Gruppe Sadalbari, ebenso wie der Stern Deneb Algedi zur Gruppe Sadnashira gehört und der Stern Algiedi zur Gruppe Sadaldabih.

Zwei weitere Sterne dieser Sadal-Sternengruppe erreichen beinahe die Helligkeit des Augenprüfsterns Alkor beim mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen; das sind eta Aquarii in der Sterngruppe Sadalachbia, das ist der etwas schiefe "Mercedesstern" im Sternbild Wassermann, sowie und xi Pegasi in der Sterngruppe Sadalhomam. Beide sind nicht schwer zu finden: geht man von Sadalmelik direkt zu zeta Aquarii, der ja manchmal als Sadaltager bezeichnet wird, so gelangt man zum Stern Sadalachbia, indem man wieder schräg nach unten zurückgeht. Geht man statt dessen geradeaus weiter, so gelangt man zu eta Aquarii. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Und geht man in der Pegasuskette vom Markab zum ersten Kettenglied Sadalhomam, so trifft man nach drei Vierteln des Weges etwas oberhalb auf den Stern xi Pegasi; dieser ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 50 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen oder im Feldstecher kann man vier weitere Sadal-Partnersterne ebenfalls sehr einfach finden. Es sind dies die Nachbarsterne der beiden Pegasussterne Sadmatar und Sadalbaham sowie im Wassermann der vierte Stern im "Mercedesstern" der Sterngruppe Sadalachbia und der Nachbarstern von Sadalbali. Sie sind nicht schwer zu finden, da sie in der Nähe des hellsten Sternes ihrer Sadalgruppe stehen, so dass man sie bei schlechten Sichtbedingungen auch problemlos im Feldstecher sehen kann.

Die beiden Pegasussterne omicron Pegasi neben Sadmatar und nue Pegasi neben Sadalbaham wurden ebenso wie der Stern mue Aquarii neben Sadalbali geringfügig in Richtung Sadalsuud weitergehend bereits vorgestellt. - Der Stern xi Pegasi ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 50 Lichtjahren, omicron Pegasi ein weißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren und nue Pegasi ein Roter Riese im Abstand von gut 260 Lichtjahren.

Auch pi Aquarii, der 4. Stern in der Sterngruppe Sadalachbia, wurde bereits bei der ersten Wassermannlinie vorgestellt.

2.9 Die Andromeda, der Perseus und der Widder sowie die nördlichen Teile des Fuhrmann

Die Sirrah, den Hauptstern der Andromeda, in der linken Ecke des Herbstvierecks, kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, finden.

Mit Hilfe der Cassiopeia kann man auch die übrigen Andromedasterne erkennen: deutet man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze, so weist diese auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten Cassiopeiastern Caph über die Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. - Geht man von Alamak zur Schedir, so sieht man nach einem Drittel des Weges den Stern 51 Andromedae; er ist ein Roter Riese gerade noch 3. Größe im Abstand von 175 Lichtjahren.

Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

So findet man den Andromedanebel
Der berühmte Andromedanebel ist sehr einfach zu finden: etwas oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern gerade noch 4. Größe im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 5. Größe im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

Verlängert man die Andromedakette nach links, so gelangt man bei guter Nordostsicht zum Hauptstern des Perseus, zu Mirfak. Ihn kann man auch in der Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W durch Ruchbah den vierten Stern des "W" finden; er ein Stern beinahe 1. Größe. Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Manchmal wird auch der Stern Mirfak mit dem Namen Algenib, des unteren Sternes vom Herbstviereck, bezeichnet.

Inzwischen sind weitere Perseussterne zu sehen: über und unter Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen; gamma Persei über ihm in Richtung Cassiopeia wurde schon vorgestellt, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

Algol steht schräg rechts unterhalb von Mirfak und ist der zweithellste Perseusstern. Bereits im Altertum wusste man, dass er seine Helligkeit verändert. Algol bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Geht man von gamma Persei über Mirfak an delta Persei vorbei doppelt soviel weiter, so gelangt man bei guter Ostsicht zu epsilon Persei, der gleich hell wie gamma und delta Persei ist. Er bildet mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Epsilon Persei ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders kann man mit Hilfe der Cassiopeia und der Andromeda ebenfalls sehr einfach finden: von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man rechts unterhalb der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese stehen im Widder. Der linke Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der Stern rechts neben ihm erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man nach unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes.

Stellt man sich das Herbstviereck als Haus vor, bei dem der Boden durch die Sterne Scheat und Markab gebildet wird und die obere Hauskante durch die Sirrah und Algenib, so befinden sich Hamal und Sheratan an der Dachspitze, die etwa eineinhalb mal höher ist als die Haushöhe, die Länge einer Kante des Herbstvierecks.

Verlängert man Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet.

Ab der Monatsmitte findet man rechts neben dem Widder den östlichen Teil der Fische: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Biegt man von hier senkrecht nach unten, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)", er ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren, und Alpherg bedeutet "Pferd", was sich auf den in der Nähe stehenden Pegasus bezieht. Alpherg ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren.

Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zum zweithellsten Perseusstern Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

Der dritt- und vierthellste Perseusstern, die von bloßem Auge gleichhell wie die beiden Bogensterne gamma und delta Persei sind, befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach unten abbiegt. Der erste Stern dieser Linie ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei.

Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von gut 700 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Allerdings hat Menkib diesen Namen erst im Laufe der Zeit erhalten, denn aus der Tradition der Plejadenbüste wurde der Stern xi Persei, ein Stern 4. Größe, der zwischen epsilon Persei und dem Stern Menkib, etwas außerhalb steht, mit dem Namen Menkib bezeichnet und bedeutet entsprechend "Schulter (der Plejadenbüste)". Xi Persei ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von ungefähr 1200 Lichtjahren, wobei zu beachten ist, dass Entfernungsangaben über 1000 Lichtjahre auch heutzutage noch mit großen Unsicherheiten behaftet sind. Er regt den Kaliforniennebel, das ist das nächstgelegene Sternentstehungsgebiet, zum Leuchten an..

Rechtwinklig neben Menkib befindet sich am unteren Ende der zweiten Perseuskette der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand 1500 Lichtjahre. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)".

Den Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden.

Nach Sonnenuntergang kann man auch schon die ersten Fuhrmannsterne erkennen: die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch führt tief im Nordosten zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem 0. Größe im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Der arabische Name Alhajot der Capella bedeutet ebenfalls "Zicklein". - Geht man von der Capella nach rechts oben, so sieht man einen Stern dritter Größe, das ist der Stern Almaaz, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Almaaz bedeutet "Ziegenbock" und ist der Ziegenpapa.

Bei sehr guter Nordostsicht kann man links unter Almaaz zwei weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe schräg übereinander erkennen, das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus II und Hoedus I. Der hellere der beiden ist der innere Stern Hoedus II,ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern. Hoedus I ist ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Auf den alten Sternbild-Darstellungen sind unter der Ziegenmutter Capella die beiden Ziegenkinder ebenfalls abgebildet.

Steil links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Jahren. Auch Menkalinan gehört zum Bärenstrom und ist wie die Gemma nur rund zwei Zentrumsdurchmesser von den Zentralsternen entfernt; in diesem nahen Bärenstrom-Bereich ist Menkalinan nach Alioth, dem ersten Deichselstern nach dem Wagenkasten, auch absolut dessen zweithellster Stern.

Etwas abseits im Fuhrmann steht der Stern delta Auriga, der gleich hell wie Hoedus I ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Man findet ihn indem man von Hoedus II über die Capella dreimal weitergeht.

3. Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Da die Erde um die Sonne läuft, hat man von der Erde aus gesehen den Eindruck, dass die Sonne vor dem Sternenhimmel herzieht. Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne dabei im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach Sterngruppen nahe beieinander stehender Sterne. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass damals aufgrund der sehr viel klareren Luft auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht; das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die meisten Mondstationen basieren auf der indischen Tradition, der Nakshatra, die ebenfalls kurz vorgestellt wird. In der 6.Rubrik und der 7.Rubrik werden sie in englischer Sprache vorgestellt; dabei werden auch die helleren und prominenteren Sterne in ihrer Nähe beschrieben.

3.2 Die Mondstationen des Skorpions

Die erste Mondstation des Skorpions heißt al-iklil und wird durch die vordere Dreiergruppe des Skorpion, die aus Akrab, Dschubba und pi Scorpii besteht, gebildet. Al-iklil bedeutet "die Krone auf der Stirn des Skorpion". In der indischen Tradition heißen diese Sterne "Apostel des göttlichen Funkens".

Die zweite Mondstation des Skorpions heißt al-qalb, das bedeutet "Herz des Skorpions". Sie wird vom Hauptstern des Skorpion, von Antares gebildet. In der indischen Tradition werden neben Antares auch seine beiden Nachbarsterne sigma und tau Scorpii verwendet, sie haben den Namen Alniyat, das bedeutet "Schutz des Herzen (des Skorpion)" - das Herz wird ja von Antares dargestellt. Beide "Schutzsterne" sind blauweißliche Riesensterne; der linke im Abstand von 430 Lichtjahren, der rechte knapp doppelt so weit im Abstand von rund 700 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Älteste".

Die dritte Mondstation des Skorpions ist schon untergegangen, kann in Indien aber auch noch im September gesehen werden. Sie heißt as-sawla und hat dem Stern Shaula seinen Namen gegeben. As-sawla bedeutet "der Stachel am Schwanzende des Skorpion". Sie wird von den beiden Stachelsternen Shaula und Lesath gebildet. In der indischen Tradition wird der gesamte hintere Teil des Skorpion als Mondstation verwendet und heißt "Wurzel".

In Fortsetzung der unteren Dreiergruppe des Skorpion kann man in Indien den körpernächsten Schwanzstern epsilon Scorpii sowie nochmals ungefähr so weit entfernt etwas oberhalb der Verbindungslinie den hintersten Schwanzstern Shaula, der beinahe erste Größe erreicht, erkennen. Unterhalb dieser beiden Sterne windet sich der mächtige Schwanz des Skorpion.

Epsilon Scorpii ist ein Roter Riese 2. Größe im Abstand von 70 Lichtjahren und die Shaula ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Shaula bedeutet "erhobener Schwanz (des Skorpion)". Unmittelbar rechts neben der Shaula steht ein Stern beinahe 2. Größe, das ist der Stern Lesath, ein blauweißlicher Stern im Abstand von über 500 Lichtjahren. Lesath bedeutet "Stich eines giftigen Tieres". Unter der Shaula und Lesath kann man einen weiteren Stern 2. Größe erkennen, er heißt Girtab und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Girtab ist die sumerische Bezeichnung für Skorpion.

Unterhalb vom körpernächsten Schwanzstern epsilon Scorpii und der Shaula befindet sich der gebogene Schwanz um den Stern Sargas, der ebenfalls beinahe erste Größe erreicht. Sargas steht am unteren Ende der Schwanzkrümmung und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Von Sargas aus windet sich der Schwanz des Skorpion wieder hinauf, ehe er Girtab und dann Shaula und Lesath erreicht.

Folgt man der Linie des Skorpion von Antares und seinen beiden Schutzsternen weiter über epsilon Scorpii hinaus, so folgt im Schwanz des Skorpions zunächst der Stern mue Scorpii, der ein optischer Doppelstern eines Sternes 3. und eines Sternes gerade noch 3. Größe ist; beide sind blauweißliche Sterne; der rechte und hellere im Abstand von über 800 Lichtjahren, der linke im Abstand von gut 500 Lichtjahren. Der nächste Stern ist dann zeta Scorpii, ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Er erreicht beinahe 3. Größe. Hier biegt der Schwanz des Skorpion nun nach Osten ab zu eta Scorpii, einem weißgelblichen Stern 3. Größe im Abstand von gut 70 Lichtjahren. Dann folgt Sargas, ehe sich der Schwanz wieder nach oben windet. Zunächst kommt iota Scorpii, ein weit entfernter weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 2000 Lichtjahren, und dann Girtab. Nun zweigt sich der Schwanz auf - nach rechts gelangt man zu Shaula und Lesath, nach links zu G Scorpii, einem Roten Riesen 3. Größe im Abstand von 130 Lichtjahren. G Scorpii wurde nicht zur indischen Mondstation hinzugezählt.

3.3 Der Schlangenträger und der Tierkreis

Wie oben gesehen geht der Tierkreis auch durch das Sternbild des Schlangenträgers, jedoch ist dieses Sternbild weder im Horoskop verwendet noch sind Sterne von ihm als Mondstation überliefert. Das verwundert nicht weiter, da sich der sehr eindrucksvolle Schwanz des Skorpion nur wenig südlich befindet.

Das Himmelslineal eignet sich ausgezeichnet als Wegweiser in die südlichen Tierkreiszeichen: biegt man in der Mitte des Himmelslineals nach Südwesten ab, so gelangt man zum Sternbild der Waage; biegt man am unteren Ende zwischen zeta Ophiuchi, der manchmal auch Han genannt wird, und Sabik nach Westen ab, so gelangt man zu Antares, und verlängert man das Himmelslineal über die beiden Sabiksterne zeta Ophiuchi und Sabik hinaus, so gelangt man zu den beiden Schützensternen Kaus Borealis und Nunki.

Geht man nun vom Ende des Himmelslineals bei zeta Ophiuchi geradeaus weiter, also am oberhalb gelegenen Stern Sabik vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 3. Größe, das ist theta Ophiuchi. Theta Ophiuchi ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 600 Lichtjahren; er befindet sich ziemlich genau in der Mitte zwischen Antares und dem Schützenstern Kaus Borealis. Der Tierkreis verläuft zwischen Sabik und theta Ophiuchi.

3.4 Die Mondstationen des Schützen

Das Sternbild des Schützen beherbergt zwei Mondstationen.

Die erste heißt an-nahim und besteht aus allen helleren Schützensternen mit Ausnahme der drei nördlichsten, das sind Albalda am oberen Ende des oberen Bogens und xi2 Sagittarii rechts neben ihm sowie Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens. Somit wird diese Mondstationen von zweimal vier Sternen gebildet, nämlich von Nunki und Askella sowie den beiden Sternen tau und phi Sagittarii auf beiden Seiten von Nunki sowie von Kaus Meridionalis mit An-Nasl und Kaus Australis mit eta Sagittarii. Die Mythologie hat in diesen Sternen zwei Straußen gesehen, von denen einer, nämlich derjenige mit Nunki und Askella, von der Tränke am Fluss (der Milchstraße) kommt. An-nahim bedeutet also "die Strauße" und man beachte, dass die beiden Adlersterne Al Thalimain Prior und Al Thalimain Posterior, die nur wenig nördlich stehen und die in der 5. Rubrik vorgestellt werden, ebenfalls "Strauße" bedeuten. In der indischen Tradition werden nur der mittlere und der untere Bogenstern des unteren Bogens, Kaus Meridionalis und Kaus Australis, verwendet, und die Mondstation heißt "früher Sieg" oder "der Unbesiegte".

Die zweite Mondstation des Schützen heißt al-balda und bezeichnet die sternleere Gegend unterhalb von Albalda am oberen Ende des oberen Bogens. Al-balda bedeutet "der Platz, die Gegend". In der indischen Tradition werden der mittlere und der untere Bogenstern des oberen Bogens, Nunki und Askella, verwendet; die Mondstation heißt "später Sieg" oder "der spätere Unbesiegte".

3.5 Die Mondstationen des Steinbocks und des Wassermannes

Die Mondstation des Steinbocks wird von den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih in der Verlängerung der Adler-Steinbock-Linie gebildet und heißt wie der hellere der beiden Sterne Sadaldabih.

In der indischen Tradition werden die Adlersterne Atair und seine beiden Falken Tarazed und Alshain verwendet, dort heißt die Mondstation "die Anhörung".

Die erste Mondstation des Wassermannes heißt sad-bula und hat dem Stern Sadalbali seinen Namen gegeben. Die zweite Mondstation des Wassermannes heißt Sadalsuud. Die indische Tradition überliefert hier nur 1 Mondstation, diese besteht aus den Rautensternen des Sternbildes des Delfins und heißt "der Reichste". Der Delfin befindet sich östlich der drei Adlersterne Atair, Tarazed und Alshain und sieht wie eine Raute mit Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist, aus. Seine beiden hellsten Sterne erreichen beinahe die 3. Größe, das sind beta Delphini und von bloßem Auge gleichhell der Hauptstern des Delfins. Beta Delphini steht in der Raute auf der Seite vom Stiel, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren, und alpha Delphini steht in der Mitte der Raute in Richtung Schwan, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. Der Delfin wird in der 5.Rubrik näher vorgestellt.

Die dritte Mondstation des Wassermannes heißt Sadalachbia. Diese Mondstation besteht aus 4 Sternen, die wie ein etwas schiefer Mercedes-Stern angeordnet sind; in ihrer Mitte steht der Stern zeta Aquarii und Sadalachbia steht in Richtung der beiden Wassermannsterne Sadalmelik und Sadalsuud. Die beiden übrigen Sterne dieser Mondstation erreichen die vierte und beinahe die vierte Größe, das sind eta Aquarii, der hellere der beiden auf der anderen Seite als Sadalachbia sowie nach oben in Richtung Pegasus der Stern pi Aquarii. Beide sind blauweißliche Sterne, eta Aquarii im Abstand von gut 180 Lichtjahren und pi Aquarii im Abstand von 1100 Lichtjahren.

In der indischen Tradition wird nur der Stern Sadalachbia verwendet und die Mondstation heißt "Hundert Heilende".

3.6 Die Mondstationen des Pegasus und der Andromeda

Die erste Mondstation des Pegasus heißt alfarg al-muqaddam und bedeutet "der vordere Ausguss". Sie besteht aus dem rechten Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Markab und Scheat. Auch die indische Tradition kennt diese Mondstation, hier sah man in diesen beiden Sternen die "vorderen Stuhlfüße".

In Indien kann man nicht einfach über das Sommerdreieck in den Pegasus gelangen, weil dieses so weit nördlich steht. Eine Möglichkeit, das zu tun, ergibt sich aus der "Glückssternlinie", die beim zweithellsten Schützenstern Nunki beginnt und über die Steinbocksterne Algiedi und Sadaldabih, die man einfach über die Adler-Steinbock-Linie finden kann, zu den Wassermannsternen Sadalbali, Sadalsuud, Sadalmelik und Sadalachbia führt. Das sind ja auch gerade die Sterne der letzten Mondstationen. Nun kann man mithilfe der beiden hellsten Wassermannsterne Sadalsuud und Sadalmelik das "Glücksterntrapez" bilden, welches im Norden aus den beiden Pegasussternen Sadalbaham und Enif besteht, und gelangt so in den Pegasus. Entlang der Pegasuskette gelangt man nun nach links weitergehend zu Sadalhoman und zu Markab, und von hier nach Norden zum zweithellsten Pegasusstern Scheat im Pegasusdreieck.

Die zweite Mondstation des Pegasus heißt alfarg al-muachar und bedeutet "der hintere Ausguss". Sie besteht aus dem linken Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Algenib und Sirrah. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "hintere Stuhlfüße" bezeichnet.

Die Mondstation der Andromeda heißt batn al-hut und bedeutet "Bauch des Fisches". Sie besteht aus dem zweiten Andromedastern Mirach. Eine Variante des Namens ist ar-risa; daraus wurde die Bezeichnung Alresha, die heutzutage auf für den Hauptstern des Sternbildes der Fische übergegangen ist. Es mag ein Zufall sein, dass die indische Tradition für diese Mondstation einen allerdings nur unauffälligen Stern des Sternbildes der Fische verwendet und nicht den Andromedastern Mirach. Seine Bedeutung ist "Reichtum".

3.7 Die erste Mondstation des Widders

Die erste Mondstation des Widders wird von den beiden Widdersternen Sheratan und Mesarthim am Horn des Widders gebildet und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

3.8 In Indien: die Mondstation der Waage

In Indien wird es aufgrund der südlicheren Lage schon früher dunkel, so dass man dort auch noch das Sternbild der Waage sehen kann. Man findet sie westlich vom Skorpion, rechtwinklig unterhalb vom der Mitte des Himmellineals. Die Mondstation in der Waage heißt az-zubana; aus diesem Namen ist der Sternname Acubens entstanden. Acubens bedeutet "Schere / Zange des Skorpions". Diese Mondstation besteht aus den beiden hellsten Waagesternen Zuben-el-schemali und Zuben-el-genubi, der nördlichen und der südlichen Klaue des Skorpions. Wenngleich das Sternbild der Waage eher unauffällig ist, so gehören diese beiden Sterne zusammen mit Akrab und der Dschubba, den beiden oberen Sternen der vorderen Dreiergruppe des Skorpions, zu den vier hellsten Sternen der Region östlich von Antares.

Der obere und der mittlere Waagestern erreichen beide beinahe die 2. Größe: der obere Stern wurde bereits vorgestellt, das ist der hellste Waagestern Zuben-el-schemali, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 120 Lichtjahren, und der mittlere Stern ist bei uns noch in der ersten Monatshälfte in der späten Abenddämmerung tief am Südwesthorizont sichtbar, das ist Zuben-el-genubi, ein weißlicher Stern im Abstand von 77 Lichtjahren. Zuben-el-schemali bedeutet "die nördliche Klaue (des Skorpions)", Zuben-el-genubi bedeutet "die südliche Klaue (des Skorpions)".

Der untere Waagestern ist bei uns im September bereits untergegangen, das ist Brachium, er ist ein Roter Riese 3. Größe im Abstand von 300 Lichtjahren. Brachium bedeutet "Arm". Dieser Stern gehörte bis zur endgültigen Festlegung der Sternbildgrenzen im Jahre 1930 durch die Internationale Astronomische Union zum Sternbild des Skorpion und hatte die Bezeichnung gamma Scorpii.

In der indischen Tradition wurden noch zwei weitere unauffällige Waagesterne 4. und gerade noch 4. Größe zu dieser Mondstation gezählt: der Stern Zuben-el-Akrab steht knapp in der Mitte zwischen dem hellsten Waagestern Zuben-el-schemali an der nördlichen Skorpionklaue und dem Skorpionstern Akrab am oberen Ende der vorderen Skorpion-Dreiergruppe, und der Stern iota Libri bildet mit den drei anderen Sternen dieser Mondstation beinahe ein Rechteck. - Sei auch noch theta Libri, ein Stern beinahe 3. Größe, genannt, der nicht zur Mondstation dazugezählt wird; zu ihm gelangt man von Zuben-el-schemali zu Akrab gehend kurz nachdem man Zuben-el-Akrab erreicht hat.

Zuben-el-Akrab ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren, iota Libri ein weißlicher Stern im Abstand von fast 380 Lichtjahren und der hellste dieser drei Sterne, theta Libri, ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Der Name dieser indischen Mondstation lautet "wie eine Gabel geformt".

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Einführung in die Mondstationen

4. Monatsthema: die Monde unseres Sonnensystems

4.1 Sonne, Mond und Sterne - und die vier Jupitermonde

Schon seit jeher waren den Menschen die Sonne, der Mond und die Sterne vertraut, da man sie ganz prominent am Himmel sehen kann. Damals glaubten die Menschen, dass sich die Erde im Mittelpunkt der Welt befinde und auch der bei weitem größte Himmelskörper sei. Somit deuteten sie die Bewegungen der Gestirne am Himmel dahingehend, dass sich diese Gestirne um die Erde auf kreisähnlichen Bahnen bewegen würden.

Dabei glaubte man, dass die Sonne, der Mond sowie die übrigen Wandelsterne, das sind diejenigen Sterne, die sich innerhalb der Sternbilder weiterbewegen, an sogenannten Himmelssphären befestigt seien. Die Wandelsterne neben der Sonne und dem Mond sind der Merkur, die Venus, der Mars, der Jupiter und der Saturn, allesamt auffällige und helle Planeten. Ihre Namen haben sich bis heute in den Wochentagen erhalten. - Die äußerste Himmelssphäre wurde gemäß dieser Vorstellung von den Fixsternen gebildet, die im Gegensatz zur Sonne, zum Mond und zu den Wandelsternen ihre Position innerhalb der Sternbilder zumindest während der Lebensspanne einiger Generationen nicht veränderten.

Anfangs des 17. Jahrhunderts war das Fernrohr entdeckt worden und der italienische Gelehrte Galileo Galilei beobachtete im Jahre 1610 den Planeten Jupiter und entdeckte, dass nicht nur die Erde, sondern auch der Jupiter von Monden umgeben ist, und zwar von derer vier an der Zahl. Diese Entdeckung wurde damals als unglaubliche Ungeheuerlichkeit empfunden, vor allem religiöse Kreise fürchteten um ihre Vormachtstellung, falls sich herausstellen sollte, dass die Erde in Wirklichkeit ein unbedeutender kleiner Planet neben anderen sei, der keineswegs im Mittelpunkt der Welt stand, sondern um die Sonne kreiste. Andererseits waren sie doch zuversichtlich, dass es sich bei den vier Jupitermonden um unbekannte Lichtreflexe im Fernrohr handeln müsse, denn erstens umkreisten diese vier Monde als einzige bekannte Himmelskörper nicht die Erde, sondern den Jupiter, und überdies würden sie die Himmelssphäre des Jupiter durchschlagen, sollte es sie wirklich geben. Deswegen schauten sie auch gar nicht erst durch das Fernrohr, da schließlich nicht sein kann, was nicht sein darf.

Jupiter mit Monden
Bereits in einem Feldstecher sind die Jupiter-Monde erkennbar, hier ein Bild durch ein Teleskop von der Erde aus

Von der Helligkeit her wären die vier Jupitermonde schon von bloßem Auge sichtbar, jedoch stehen sie von der Erde aus gesehen immer so nahe beim Jupiter, dass der helle Jupiter ihr Licht überstrahlt. In einem kleinen Feldstecher-Wanderung durch die Sadalsterne lassen sich die vier Jupitermonde bequem beobachten. Sie bewegen sich ausnahmslos in der Äquatorialebene des Jupiter, so dass sie, da die Äquatorialebene des Jupiters fast nicht zur Planetenebene geneigt ist, von der Erde aus gesehen in einer Linie stehen und dadurch sehr einfach auffindbar sind. Aufgrund ihrer kurzen Umlaufzeiten von wenigen Tagen bieten sie jeden Tag einen anderen Anblick. Oft kommt es vor, dass zwei von ihnen nahe nebeneinander stehen, so dass man dann im Feldstecher nur ein Sternchen sieht, das etwas heller ist. - Da man einen Feldstecher auch mit Abstützen der Ellenbogen nicht ganz ruhig halten kann und die Jupitermonde so nahe am Jupiter und eng beieinander stehen nimmt man idealerweise ein Stativ, auf das der Feldstecher befestigt wird, zu Hilfe, jedoch verliert man damit die Flexibilität, spontan die Jupitermonde unterwegs beobachten zu können.

Der Mond namens Io wirft einen Schatten auf die Wolkenoberfläche des Gasplaneten. DLR
Im Fernrohr kann man sehen, dass die Jupitermonde auch Schatten auf den Jupiter werfen. Ein Beobachter auf dem Jupiter würde an diesen Stellen eine totale Sonnenfinsternis sehen. Man kann berechnen, wann der Schatten von der Erde aus gesehen auf dem Jupiter sichtbar sein sollte und wenn der Jupiter weiter von der Erde entfernt ist, dann braucht das Licht länger bis zur Erde, um den Schattenwurf erkennen zu können, als wenn der Jupiter in Erdnähe steht. Der dänische Astronom Olaf Roemer konnte daraus im Jahre 1676 nachweisen, dass die Lichtgeschwindigkeit endlich ist; zwar lag sein ermittelter Wert etwas zu tief, doch war es sein wissenschaftlicher Verdienst, erstmals überhaupt im Rahmen der damaligen Möglichkeiten einen Wert für die endliche Lichtgeschwindigkeit ermittelt zu haben, eine Leistung, die heutzutage mit dem Nobelpreis geehrt würde.

Heute weiß man, dass die beiden inneren Jupitermonde Io und Europa so groß wie unser Erdmond sind und die beiden äußeren Jupitermonde Ganymed und Kallisto so groß wie der kleinste Planet Merkur. Der innerste Jupitermond Io ist geringfügig weiter vom Jupiter entfernt als der Erdmond von der Erde entfernt ist. Die Umlaufbahn des zweiten Jupitermondes Europa ist fast doppelt so weit, diejenige des dritten Jupitermondes Ganymed fast dreimal so weit und die des vierten Jupitermondes Kallisto fast fünfmal so weit entfernt. - Io, Europa und Ganymed stehen in einer 1:2:4-Umlaufbahnresonanz zueinander, das heißt, dass während des Umlaufes von Ganymed um den Jupiter die Europa zweimal und Io viermal den Jupiter umläuft.

Beim Vorbeiflug von Raumsonden wurden aktive Vulkane auf dem Jupitermond Io beobachtet und unter der Oberfläche der Europa wird in einigen Kilometern Tiefe ein großer Ozean aus flüssigem Wasser vermutet. Der größte Jupitermond Ganymed ist auch der größte Mond unseres Sonnensystems, er ist ein Eismond, der einen Kern aus Eisen besitzt. Deswegen ist er zwar größer als der innerste Planet Merkur, hat aber nur rund die Hälfte von dessen Masse. Ganymed hat sogar ein Magnetfeld. - Der vierte Jupitermond Kallisto ist ebenfalls ein Eismond und der kraterreichste Körper in unserem Sonnensystem; sie ist nur geringfügig kleiner als der Merkur.

Auch wenn die Europa mit ihrem Wasserozean oft als typisches Beispiel für einen Eismond dargestellt wird so ist dem nicht so: Io und Europa sind diesseits der Eisgrenze entstanden, wo ihnen auch schwerere Materialien als Eis zur Verfügung standen, so dass beide ähnlich wie erdähnliche Planeten aufgebaut sind.

Die vier großen Jupitermonde haben wie der Erdmond zur Erde eine gebundene Rotation, das bedeutet, dass sie dem Jupiter stets dieselbe Seite zeigen. Das kommt daher, dass die Gezeitenkräfte dämpfend auf die Rotation der Monde wirken, bis der energetisch günstigste Zustand für den Mond in Form einer gebundenen Rotation erreicht ist. Hierbei ist zu beachten, dass der Mond bei einer gebundenen Rotation nicht gewissermaßen starr ohne Drehung im Raum verbleibt, sondern für eine Umdrehung genauso lange wie für einen Umlauf um seinen Mutterplaneten benötigt, da er diesem ja stets dieselbe Seite zuwendet.

4.2 Die nächsten Mondentdeckungen mit verbesserten Fernrohren: fünf Saturnmonde

Titan-Oberfläche, Huygens, NASA
Trotz der ablehnenden Haltung einflussreicher Kreise, die die Existenz der nicht in ihr Weltbild passenden Jupitermonde nicht akzeptieren wollten, lässt sich Forschung natürlich nicht durch Wegschauen verhindern, so dass andere Gelehrte mit immer verbesserten Fernrohren auch bei anderen Planeten Ausschau nach solchen Monden hielten. Tatsächlich wurde nur 45 Jahre nach der Entdeckung der vier großen Jupitermonde auch der Saturnmond Titan im Jahre 1655 durch den niederländischen Gelehrten Christiaan Huygens entdeckt. Heutzutage weiß man, dass der Titan wie unser Nachbarplanet Venus von einer dichten Atmosphäre bedeckt wird und man vermutet große Seen aus Methan an seiner Oberfläche. Am 14.Januar 2005 landete eine Raumsonde auf ihm und überlieferte 72 Minuten lang Daten an die Erde.

16 Jahre nach der Entdeckung des großen Saturnmondes Titan wurde im Jahre 1671 der Saturnmond Japetus und ein Jahr später der Saturnmond Rhea entdeckt, beide Entdeckungen gelangen dem italienischen Forscher Giovanni Cassini. Damit kannte man im Sonnensystem 14 Körper, nämlich 6 Planeten und 8 Monde, und Giovanni Cassini deutete sie als Verherrlichung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Deswegen verschwieg er, dass er zwei weitere Monde entdeckt hatte, nämlich die beiden Saturnmonde Tethys und Dione. Erst im Jahre 1684 gab er auch deren Entdeckung bekannt.

Satrunmond Rhea, Raumsonde Cassini, NASA
Während der Titan ebenfalls etwas größer als der kleinste Planet Merkur ist sind die übrigen Saturnmonde kleiner: Japetus und die geringfügig größere Rhea sind halb so groß wie der Erdmond und die beiden zunächst nicht bekannt gegebenen Monde Tethys und Dione sind etwa ein Drittel so groß wie der Erdmond.

Somit kannte man bezüglich ihrer Größe 4 Typen Monde: solche, die in etwa so groß sind wie der innerste Planet Merkur, das sind ungefähr 5000 km im Durchmesser, dann solche, die in etwa so groß sind wie der Erdmond, das sind ungefähr 3500 km im Durchmesser, sowie zwei kleinere Typen Monde, die fast halb und die ein Drittel so groß sind, das sind ungefähr 1500 km und etwas kleiner ungefähr 1200 km im Durchmesser.

Tethys' Abstand vom Saturn ist etwas kleiner als der Erdmond-Abstand von der Erde, die Dione umkreist den Saturn etwa gleichweit entfernt wie der Erdmond von der Erde entfernt ist und die Bahn der Rhea ist etwas weniger als eineinhalbfacher Erdmond-Abstand vom Saturn entfernt. Die Saturnmonde Tethys, Dione, Rhea, Titan und Japetus sind allesamt Eismonde und mit Ausnahme von Japetus, dem äußersten von ihnen, bewegen sich alle diese Monde in der Äquatorialebene des Saturn.

Enceladus, Raumsonde Cassini, NASA
Somit waren bis zu diesem Zeitpunkt nur zwei Monde unseres Sonnensystem bekannt, die sich nicht in der Äquatorialebene ihres Mutterplaneten bewegen, nämlich der Erdmond, der sich wie die Erde weitgehend in der Planetenebene bewegt, sowie der Saturnmond Japetus, der den Saturn in fast zehnfachem Erdmond-Abstand umläuft und bis anhin der am weitesten von seinem Mutterplaneten entfernte bekannte Mond war.

Bemerkenswert ist, dass die beiden größten Monde unseres Sonnensystems, nämlich der dritte Jupitermond Ganymed und der große Saturnmond Titan, ihren Mutterplaneten in rund dreifachem Mondabstand von der Erde umkreisen.

Damit waren alle Monde entdeckt, die man mit den damaligen Möglichkeiten entdecken konnte; es sind auch die Monde, die man heutzutage mit Amateurfernrohren beobachten kann. Genügend große Monde in weiterem Abstand von ihrem Mutterplaneten gibt es keine, näher an ihrem Mutterplaneten befindliche Monde werden von ihm überstrahlt und weitere Planeten waren noch nicht entdeckt worden, wobei deren Monde aufgrund der größeren Abstände von der Erde auch viel schwerer zu entdecken sind, weil sie von uns aus gesehen so nahe bei ihrem Mutterplaneten stehen.

Dione, Raumsonde Cassini, NASA
So konnten die beiden prominenten Saturnmonde Mimas und Enceladus, die nur halb so groß sind und die weiter innen stehen, erst mit einer neuen Generation Fernrohren über 100 Jahre später entdeckt werden. Beide sind Eismonde und die Enceladus beherbergt vermutlich einen Wasserozean unter ihrer Oberfläche. In ihrer Südpolregion wurden auch aktive Geysire beobachtet. Zudem deuten Messergebnisse darauf hin, dass Mimas, der nächst innere größere Saturnmond von der Enceladus, ebenfalls einen Ozean aus flüssigem Wasser unter seiner Oberfläche haben könnte, allerdings ist diese Interpretation der Daten nicht unumstritten.

Auch diese Monde weisen alle eine gebundene Rotation zum Saturn auf.

4.3 Die nächsten Mondentdeckungen bis ins Jahr 1800

Uranusmond Titania, Voyager 2 1986, NASA
Nach der Entdeckung der ersten fünf Saturnmonde vergingen über 100 Jahre, ehe der hochtalentierte Fernrohrbauer William Herschel weitere Monde unseres Sonnensystems entdeckte. Zunächst entdeckte er im Jahre 1781 einen weiteren Planeten, den Planeten Uranus, was damals eine große Sensation war, da niemand einschließlich Herschel selber auf die Idee gekommen war, dass es neben den seit dem Altertum bekannten Planeten noch weitere geben könnte, und dann entdeckte er sechs Jahre später im Jahre 1787 auch zwei Uranusmonde, die Titania und Oberon, zwei Monde in der Größenordnung der beiden Saturnmonde Rhea und Japetus, das heißt halb so groß wie der Erdmond. Nochmals zwei Jahre später gelang William Herrschel im Jahre 1789 mit seinem selbstgebauten weltbesten Teleskop die Entdeckung zweier weiterer Saturnmonde, der Mimas und der Enceladus, die bereits vorgestellt wurden und die mit einem Siebtel Erdmond-Durchmesser die beiden bis anhin kleinsten bekannten Monde unseres Sonnensystems waren. Sie gehören durchmessermäßig zu einem fünften Typ Monde, die etwa 400-500 km im Durchmesser aufweisen und von denen man fast 200 Jahre später auch je ein Exemplar beim Uranus und beim Neptun entdeckt hat. Sie umlaufen den Saturn noch weiter innen als Tethys und Dione.

Zunächst aber harrten noch zwei weitere Uranusmonde in der Größe der beiden Saturnmonde Tethys und Dione, die zum 4. Mondtyp gehören - das ist die 1200 km-Klasse, ihrer Entdeckung. Aufgrund ihrer großen Nähe zum Uranus konnten sie von Herschel aber im Gegensatz zur Titania und zu Oberon noch nicht entdeckt werden.

Uranusmond Umbriel, Voyager 2 1986, NASA
Titania und Oberon sind ebenfalls Eismonde, sie haben die Größe des zweit- und drittgrößten Saturnmondes Rhea und Japetus, so dass sie zum 3. Typ Monde gehören, von dem man bis zum Vorbeiflug von Raumsonden dachte, dass sie etwas größer als halber Erdmond-Durchmesser seien. Ihre Abstände vom Uranus liegen zwischen den Abständen der beiden inneren Jupitermonde Io und Europa, in einem ähnlichen Abstand wie der zweitgrößte Saturnmond Rhea. Das sind alles Abstände zwischen einem und gut eineinhalbfachem Erdmond-Abstand von der Erde.

Unter der Oberfläche am Südpol der Enceladus wird in wenigen Kilometern Tiefe ein großer Ozean vermutet, von dem man annimmt, dass er aus flüssigem Wasser besteht. Beim Vorbeiflug von Raumsonden konnten auch aktive Geysire in dieser Region beobachtet werden.

Man stellt fest, dass die meisten Monde unseres Sonnensystem, die bis ins Jahr 1800 entdeckt wurden, sehr schöne Umlaufbahnen haben, die fast kreisförmig sind und in der Äquatorialebene ihrer Mutterplaneten liegen. In der Astronomie nennt man solche Umlaufbahnen auch "kalte" Umlaufbahnen; das hat nichts mit der Temperatur zu tun, sondern mit der Anregung der Umlaufbahnen, denn angeregte Umlaufbahnen sind elliptisch und gegen die Bezugsebene, bei Monden ist das die Äquatorialebene ihres Mutterplaneten, geneigt. Solche Monde mit "kalten" Umlaufbahnen nennt man reguläre Monde und es besteht die Möglichkeit, dass sie aus einem bei der Planetenbildung übriggebliebenen Staubnebel entstanden sind oder dass ihre Umlaufbahnen im Laufe der Zeit "ausgekühlt" sind und deswegen so schöne und "reguläre" Bahnen haben.

Der Erdmond indes zieht seine Bahn wie die anderen Planeten in der Planetenebene und keineswegs in der Äquatorialebene der Erde, so dass man annimmt, dass er bei der Formierung der Erde aus dem Zusammenstoß zweier Vorläufer-Erden entstanden ist; solche Vorläufer-Erden befanden sich in der Frühzeit der Erdbildung auf ähnlichen Bahnen und haben sich deswegen durch sanfte Zusammenstöße aneinandergelagert. Auch die anderen Planeten sind durch das Aneinanderlagern solcher Vorläufer-Planeten entstanden.

Uranusmond Miranda, Voyager 2 1986, NASA
Der drittgröße Saturnmond Japetus indes zieht seine Bahn weiter vom Saturn entfernt und es besteht die Möglichkeit, dass die Zeit bis heute noch nicht ausreichend war, um seine Umlaufbahn in dieser großen Saturnentfernung bereits völlig "auszukühlen".

Des Weiteren fällt bei den regulären Monden auch auf, dass ihre Durchmesser tendentiell nach außen hin größer werden, wobei hier Zweiergrüppchen auftreten: die beiden inneren Jupitermonde Io und Europa sind ungefähr so groß wie der Erdmond und die beiden äußeren Jupitermonde Ganymed und Kallisto ungefähr so groß wie der innerste Planet Merkur. Die beiden innersten Saturnmonde Mimas und Enceladus sind ungefähr ein Sechstel so groß wie der Erdmond, die beiden mittleren Saturnmonde Tethys und Dione sind ungefähr ein Drittel so groß wie der Erdmond und die beiden nächst äußeren regulären Saturnmonde sind die beiden größten Saturnmonde, wobei der innere von ihnen, die Rhea, die halb so groß wie der Erdmond im Durchmesser ist, deutlich kleiner als der Titan ist, der wie der dritte Jupitermond Ganymed sogar etwas größer als der innerste Planet Merkur ist. - Auch die Uranusmonde erfüllen diese Regel: Titania und Oberon sind so groß wie der zweit- und drittgröße Saturnmond Rhea und Japetus, und die beiden mit weiter verbesserten Fernrohren 60 Jahre später entdeckten Uranusmonde Ariel und Umbriel, die den Uranus weiter innerhalb umlaufen und ebenfalls Eismonde sind, sind etwas kleiner; ihre Durchmesser sind vergleichbar mit den Durchmessern der beiden mittleren Saturnmonde Tethys und Dione. Sie gehören zum 4.Typ Monde unseres Sonnensystems.

Herschel glaubte, in den folgenden Jahren noch vier weitere Uranusmonde entdeckt zu haben; erst 60 Jahre später war es möglich, mit der nächsten besseren Generation von Fernrohren nachzuweisen, dass es sich bei diesen Monden um Hintergrundsterne in der Nähe des Uranus gehandelt haben muss.

Zunächst einmal waren die nächsten Entdeckungen von Mitgliedern unseres Sonnensystems nicht weitere Monde, sondern mehrere Kleinplaneten, die ihre Umlaufbahnen zwischen der Marsbahn und der Jupiterbahn haben.

4.4 Die nächsten Mondentdeckungen bis ins Jahr 1915

Neptunmond Triton: Cantaloup-Gebiet, Voyager 2
Seit den letzten Mondentdeckungen vergingen erneut 60 Jahre, ehe im Jahre 1846 der Planet Neptun entdeckt wurde. Schon kurz darauf gelang dem englischen Astronom William Lassell auch die Entdeckung des großen Neptunmondes Triton, der etwa drei Viertel so groß wie der Erdmond ist. Auf seiner Oberfläche konnte die Voyager 2-Raumsonde bei ihrem Vorbeiflug im Jahre 1989 aktive Geysire feststellen, die ein Gemisch aus flüssigem Stickstoff und mitgerissenem Gesteinsstaub bis in 8 km Höhe ausstoßen. Nur zwei Jahre nach der Entdeckung von Triton gelang William Lassell im Jahre 1848 die Entdeckung des Saturnmondes Hyperion und nochmals drei Jahre später die Entdeckung der beiden Uranusmonde Ariel und Umbriel, die bereits vorgestellt wurden. Während Ariel und Umbriel geringfügig größer als die beiden Saturnmonde Tethys und Dione sind und wie diese zum 4. Mondtyp gehören, ist Hyperion nur drei Viertel so groß wie die beiden bis anhin bekannten kleinsten Monde unseres Sonnensystems, die beiden Saturnmonde Mimas und Enceladus. Seine Bahn verläuft zwischen dem Titan und dem äußeren Saturnmond Japetus; er war ursprünglich vermutlich kein regulärer Mond, sondern ein irregulärer Mond und wurde vom großen Saturnmond Titan in eine 3:4-Umlaufbahn-Resonanz stabilisiert, so dass er dreimal um den Saturn läuft während der Titan vier Saturnumläufe tätigt. Im Laufe der Zeit ist die Hyperionbahn bereits weitgehend "ausgekühlt", so dass sie eine geringe Bahnneigung aufweist und fast kreisrund ist. Statt einer gebundenen Rotation hat er aufgrund seiner unregelmäßigen Form eine chaotische Rotation um verschiedene Achsen.

Gut 25 Jahre später gelang dem amerikanischen Astronomen Asaph Hall im Jahre 1877 die Entdeckung der schon lange vermuteten Marsmonde Phobos und Deimos: nach der Entdeckung der vier großen Jupitermonde hatte mancher Gelehrte vermutet, dass wenn der Jupiter vier Monde hat und die Erde einen Mond hat, dass dann der dazwischenliegende Planet Mars zwei Monde haben müsse. Diese beiden nun entdeckten Monde sind allerdings nur wenige Kilometer groß: der innere Mond Phobos ist gut 20 km groß und der äußere Mond Deimos etwa 12 km groß. Beide Monde umlaufen den Mars auf sehr engen Umlaufbahnen und man vermutet, dass sie eingefangene Planetoiden sind. Vergleichbare Monde wurden mit den heutigen Beobachtungsmöglichkeiten auch um Planetoiden gefunden.

Marsmond Deimos, Mars Reconnaissance Orbiter, NASA
Im Jahre 1892 gelang dem amerikanischen Astronomen Edward Barnard die Entdeckung eines weiteren fünften Jupitermondes namens Amalthea und im Jahre 1899 gelang dem amerikanischen Astronomen William Pickering die Entdeckung des Saturnmondes Phoebe. Beide sind etwa halb so groß wie der innerste bekannte Saturnmond Mimas. Während die Amalthea ein regulärer Kleinmond ist, die immerhin fast 200 km im Durchmesser aufweist und deren Bahn innerhalb der Bahn des innersten großen Jupitermondes Io verläuft, ist die Phoebe rückläufig und umläuft den Saturn in großem Abstand von 30-fachem Mondabstand von der Erde, das ist ungefähr ein Viertel Merkurabstand von der Sonne. Sie ist ein sogenannter irregulärer Mond.

Im Jahre 1904 schließlich gelang dem amerikanischen Astronomen Charles Perrine die Entdeckung des den Jupiter in ebenfalls sehr großem Abstand umlaufenden Mondes Himalia, die etwas kleiner ist als der Jupitermond Amalthea und der Saturnmond Phoebe, und ein Jahr später die Entdeckung der Elara, die fast 100 km groß ist und deren Umlaufbahn sehr ähnlich wie diejenige der Himalia ist. Beide Monde sind irreguläre Jupitermonde und ihre Umlaufbahnen sind beide um 30 Grad zur Äquatorialebene des Jupiter geneigt. Sie umlaufen den Jupiter ebenso wie die Phoebe den Saturn in ungefähr 30-fachem Mondabstand von der Erde und gehören somit zu einer der inneren Gruppen irregulärer Jupitermonde. - Der nur drei Jahre später vom Astronomen Philibert Jacques Melotte entdeckte Jupitermond Pasiphae gehört zur äußeren Gruppe der irregulären Jupitermonde; sie ist ungefähr 60 km groß und ihre weit entfernte Umlaufbahn in fast halbem Merkurabstand von der Sonne ist im Gegensatz zu den Bahnen der Himalia und der Elara rückläufig. Für einen Jupiterumlauf benötigt sie fast auf den Tag genau 2 Jahre. Im Jahre 1914 wurde ein weiterer solcher Jupitermond entdeckt, das war der neuntentdeckte Jupitermond Sinope. Sie wurde vom amerikanischen Astronomen Seth Barnes Nicholson entdeckt und ist 40 km groß. Die Sinope gehört zur äußeren Pasiphae-Gruppe.

Im Gegensatz zu den Monden der anderen Planeten hatten diese kleinen Monde mit Ausnahme der Amalthea aber zunächst keine Namen erhalten, sondern wurden in der Reihenfolge ihrer Entdeckungen durchnummeriert. Erste Namensgebungen wurden im Jahre 1955 getätigt, die man in alten Astronomiebüchern noch finden kann. Für die sechst- und siebtentdeckten Jupitermonde Himalia und Elara der Himalia-Gruppe wurden die Namen Hestia und Hera verwendet, für die acht- und neuntentdeckten Jupitermonde Pasiphae und Sinope der Pasiphae-Gruppe die Namen Poseidon und Hades. Bei dieser Namensgebung wurden diese irregulären Monde zunächst nach den Geschwistern des Zeus benannt. Damals gab es noch keine Konventionen über die Benennung von Planetenmonden, so dass sie erst im Jahre 1975 ihre neuen offiziellen Namen bekamen. Die neue Konvention sieht Geliebte des Zeus vor, wobei die normal den Jupiter umlaufenden Monde nach Geliebten benannt sind, deren Namen mit einem "a" endet, und die rückläufigen Monde nach Geliebten benannt sind, deren Namen mit einem "e" endet.

4.5 Weitere Mondentdeckungen der großen Planeten

Der niederländische Astronom Gerard Kuiper, nach dem der Kuipergürtel, das ist der Planetoidengürtel jenseits der Neptunbahn, benannt ist, entdeckte kurz vor 1950 ebenfalls zwei mittelgroße Monde unseres Sonnensystems; zunächst den bis anhin innersten Uranusmond Miranda, die so groß ist wie der Saturnmond Enceladus, und ein Jahr später den Neptunmond Nereid, die halb so groß ist. Der innerste Neptunmond Protheus, der so groß wie die Miranda ist, konnte indes aufgrund seiner Nähe zum Neptun erst von einer Raumsonde entdeckt werden. Auch der Neptunmond Nereid ist rückläufig, sie ist ein irregulärer Mond und umläuft den Neptun auf einer hoch-elliptischen Umlaufbahn, die sie bis 25-fachem Mondabstand von der Erde hinausträgt; das ist fast halber Merkurabstand von der Sonne.

Saturnmond Pan, Cassini
In dieser Zeit waren auch noch drei weitere irreguläre Jupitermonde entdeckt worden: der amerikanische Astronom Seth Barnes Nicholson, der im Jahre 1914 die Sinope entdeckt hatte, hat im Verlaufe seiner Karriere noch drei weitere irreguläre Jupitermonde entdeckt. Zunächst gelang ihm im Jahre 1938 die Entdeckung der Lysithea, die mit knapp 40 km Durchmesser etwas kleiner als die Sinope ist und zur Himalia-Gruppe gehört. Auch ihre Umlaufbahn ist wie diejenigen der Himalia und der Elara ungefähr um 30 Grad zur Äquatorialebene des Jupiter geneigt. Im gleichen Jahr entdeckte er auch die Carme, die mit gut 45 km Durchmesser etwas größer als die Sinope ist und der viertgrößte irreguläre Jupitermond und der zweitgrößte rückläufige irreguläre Jupitermond ist; sie gehört zu einer anderen Gruppe mit nur geringfügig kleineren Umlaufbahnen, die den Jupiter fast "auf dem Rücken liegend" umlaufen, während die Mitglieder der Pasiphae-Gruppe den Jupiter zwar ebenfalls rückläufig umlaufen, dabei aber doch wenigstens noch fast diagonal geneigt sind. Schließlich entdeckte er im Jahre 1951 den Jupitermond Ananke, die etwas kleiner als die Lysithea ist; sie gehört zu einer Zwischengruppe, auch sie in fast halbem Merkurabstand von der Sonne und vergleichbarer Bahnneigung wie die Mitglieder der Pasiphae-Gruppe. - Somit waren bis im Jahre 1951 zwölf Monde des Riesenplaneten bekannt, nämlich von innen nach außen die Amalthea, die vier Galileischen Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto sowie 7 irreguläre Monde, drei der Himalia-Gruppe sowie vier von der Pasiphae-Gruppe, von denen zwei vermutlich einer eigenen Untergruppe angehören.

Auch sie bekamen im Jahre 1955 Namen, die man in alten Astronomiebüchern finden kann. Für den zehntentdeckten Jupitermond Lysithea der Himalia-Gruppe wurde der Name Demeter einer weiteren Schwester des Zeus verwendet, für die elft- und zwölftentdeckten Jupitermonde Carme und Ananke der äußeren Gruppen, die sich von der Pasiphae-Gruppe durch ihre etwas anderen Bahnneigungen unterscheiden, die Namen Pan und Adrastea. Auch sie bekamen erst im Jahre 1975 ihre neuen offiziellen Namen, wobei zu beachten ist, dass der Name Adrastea nur vier Jahre später für einen neu entdeckten regulären inneren Kleinmond des Jupiter offiziell wiederverwendet wurde. Auch der Name Pan wurde wiederverwendet, und zwar für einen der kleinen "Raviolimonde" des Saturn, der fast 30 km groß ist.

Sechs weitere Monde unseres Sonnensystems erreichen die Größe des sechstgrößten Jupitermondes Himalia, das sind der im Jahre 1966 vom französischen Astronomen Audouin Dollfus entdeckte Saturnmond Janus sowie die beiden Uranusmonde Puck, der ebenfalls von einer Raumsonde entdeckt wurde, und Sycorax, die im Jahre 1997 vom australischen Astronomen Phil Nicholson entdeckt wurde. Der Saturnmond Janus und der Uranusmond Puck sind reguläre Kleinmonde nahe ihres Mutterplaneten, während der Uranusmond Sycorax der fünftgrößte irreguläre Mond unseres Sonnensystems und der drittgrößte mit rückläufiger Umlaufbahn ist. Zusammen mit Sycorax wurde auch der irreguläre und ebenfalls rückläufige Uranusmond Caliban, der ungefähr 70 km groß ist, von Phil Nicholson entdeckt. Auch wenn er deutlich kleiner als Sycorax ist so ist Caliban nach dem irregulären Jupitermond Elara der siebtgrößte irreguläre Mond unseres Sonnensystems und der viertgrößte mit rückläufiger Umlaufbahn. Während sich Caliban etwas näher als der irreguläre Saturnmond Phoebe und die beiden größten irregulären Jupitermonde Himalia und Elara in fast 20-fachem Mondabstand von der Erde befindet weist Sycorax eine hoch-elliptische Umlaufbahn auf, die sie bis auf 50-fachen Erdmondabstand hinausträgt, das ist fast halber Merkurabstand von der Sonne. - Etwas kleiner als Puck ist der Uranusmond Portia, ihre Umlaufbahn verläuft innerhalb derjenigen von Puck.

Die drei übrigen Monde, die die Größe des sechstgrößten Jupitermondes Himalia erreichen, umkreisen den Planeten Neptun, das sind der Neptunmond Larissa, die im Jahre 1981 vom amerikanischen Astronomen Harold Reitsema entdeckt wurde, sowie die beiden Neptunmonde Galatea und Despina, die von einer Raumsonde entdeckt wurden. Sie sind alle drei reguläre Kleinmonde innerhalb der Protheusbahn. Die Larissa ist der größte und massereichste bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems und die Galatea der drittgrößte und zweitmassereichste bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems.

Erst beim Vorbeiflug der beiden Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 im Jahre 1979 wurden die Metis, die Adrastea und die Thebe entdeckt, die ebenso wie die Amalthea den Jupiter innerhalb der Bahn des ersten Galileischen Jupitermondes Io umlaufen. Sie sind reguläre Kleinmonde des Jupiter, das heißt, dass ihre Umlaufbahnen wie diejenigen der großen Galileischen Jupitermonde ebenfalls fast kreisförmig sind und in der Äquatorialebene des Jupiters verlaufen. Die Thebe ist immerhin ungefähr 100 km groß. - Man vermutet, dass es sich bei ihnen um eingefangene Planetoiden oder um Trümmer, die bei der Mondentstehung übrig geblieben sind, handelt. Aufgrund der starken Gezeitenkräfte in der Nähe des Jupiter wurden im Verlaufe der Zeit ihre Umlaufbahnen auf fast kreisförmige Bahnen in der Äquatorialebene ihres Mutterplaneten angepasst. Auch sie weisen eine gebundene Rotation auf.

Ein ganz ungewöhnlicher Mond ist der Saturnmond Epimetheus, der regelmäßig seine Umlaufbahn mit derjenigen des Saturnmondes Janus "austauscht". Er ist etwa 120 km groß und wenn der gerade mehr innen umlaufende Mond den anderen einholt, tauschen die beiden Monde ihre Bahnen aus. Das hat zur Folge, dass sie nie zusammenstoßen. Vier weitere sehr ungewöhnliche Monde sind die Saturnmonde Telesto und Calypso, die auf derselben Bahn wie der Saturnmond Tethys den Saturn umlaufen, einer von ihnen 60 Grad voraus und der andere 60 Grad zurück; man kann zeigen, dass diese Konstellation sehr stabile Umlaufbahnen zur Folge hat. Beide Monde sind etwa 20 km groß. Die gleiche Situation trifft man auch beim Saturnmond Dione an, Helene ist über 30 km groß, während Polydeuces etwa 3 km groß ist.

Plutomond Charon, Raumsonde "New Horizons", NASA
Vergangenes Jahrhundert wurde der Zwergplanet Pluto noch als 9. Planet klassifiziert und im Jahre 1978 gelang dem amerikanischen Astronomen James Christy die Entdeckung des großen Plutomondes Charon, der mit 1200 km Durchmesser wie die Saturnmonde Tethys und Dione sowie die Uranusmonde Ariel und Umbriel zum 4. Mondtyp gehört. Er ist halb so groß wie der Pluto selber und aufgrund seiner im Vergleich zum Pluto großen Masse befinden sich Pluto und Charon in einer doppelt gebunden Rotation, das bedeutet, dass sie sich beide stets dieselbe Seite zuwenden.

Auch der vorübergehend als 10. Planet bezeichnete Zwergplanet Eris hat einen großen Mond, das ist die Dysnomia. Sie wurde im Jahre 2005 vom amerikanischen Astronomen Mike Brown entdeckt, der auch die Eris und die meisten großen Kuipergürtel-Planetoiden über 1000 km Durchmesser entdeckt hat. Mit etwa 700 km Durchmesser liegt sie größenmäßig zwischen dem 4. und dem 5. Mondtyp. Auch der drittgrößte bekannte Mond unseres Sonnensystems, der nicht um einen Planeten wandert, wurde von Mike Brown entdeckt, das war im Jahre 2005 der Orcusmond Vanth. Mit ungefähr 450 km Durchmesser gehört er zum 5.Mondtyp. Mit Ausnahme der Sedna hat man mittlerweile um fast alle großen Kuipergürtel-Planetoiden mit über 1000 km Durchmesser mindestens einen Mond mit ungefähr 200 km bis 300 km Durchmesser entdeckt, um den Zwergplaneten Haumea sogar noch einen zweiten. Lediglich der Mond um den Quaoar ist mit etwa 75 km Durchmesser etwas kleiner, er ist etwas größer als der zweitgrößte bekannte Plutomond Hydra. Auch zahlreiche Planetoiden haben Monde in dieser Größenordnung.

4.6 Irreguläre Monde unseres Sonnensystems

Neben den regulären Monden und regulären Kleinmonden haben alle großen Gasplaneten auch irreguläre Monde, die ihren Mutterplaneten in großem Abstand umlaufen.

Sieben Jahre nach der Entdeckung des fünften Jupitermondes Amalthea wurde im Jahre 1899 der Saturnmond Phoebe entdeckt, die etwa gleich groß ist. Während die Amalthea ein regulärer Kleinmond ist, der immerhin fast 200 km im Durchmesser aufweist und deren Bahn innerhalb der Bahn des innersten großen Jupitermondes Io verläuft, so ist die Phoebe rückläufig und umläuft den Saturn in großem Abstand von 30-fachem Mondabstand von der Erde, das ist ungefähr ein Viertel Merkurabstand von der Sonne. Sie ist ein irregulärer Mond. Im Jahre 1949 wurde der irreguläre Neptunmond Nereid entdeckt, die rund 350 km groß ist, und wenn man den Neptunmond Triton aufgrund seiner Nähe zum Neptun, die vergleichbar ist mit dem Abstand des Erdmondes von der Erde, nicht mitzählt der größte irreguläre Mond unseres Sonnensystems ist.

Nur fünf Jahre nach der Entdeckung des irregulären rückläufigen Saturnmondes Phoebe gelang im Jahre 1904 die Entdeckung des den Jupiter ebenfalls in sehr großem Abstand von 30-fachem Mondabstand von der Erde umlaufenden Mondes Himalia, die etwas kleiner ist als der Jupitermond Amalthea und der irreguläre Saturnmond Phoebe. Die Himalia ist der sechstgrößte Mond des Riesenplaneten und ihre Bahn ist um 30 Grad zur Äquatorialebene des Jupiter geneigt. Ihre Masse ist wegen ihrer größeren Dichte etwa dreimal größer als diejenige der Amalthea. - Schon ein Jahr später wurde auf einer sehr ähnlichen Umlaufbahn ein weiterer irregulärer Jupitermond entdeckt, der etwa halb so groß ist, das ist der Jupitermond Elara; auch ihre Bahn ist um 30 Grad zur Äquatorialebene des Jupiter geneigt. Obwohl ihr Volumen rund zehnmal kleiner als dasjenige der Amalthea ist, ist ihre Masse doch halb so groß. Zwar ist die Zahl der rückläufigen Jupitermonde deutlich größer als die Zahl der wie die Himalia und die Elara normal umlaufenden Jupitermonde, doch sieht die Massebilanz völlig anders aus: schon der zweitgrößte irreguläre Jupitermond Elara hat etwa gleich viel Masse wie alle bekannten nachfolgenden irregulären Jupitermonde zusammen. Und der massereichste irreguläre Jupitermond Himalia ist fast achtmal schwerer als die Elara. Die Himalia und die Elara benötigen fast 9 Monate für einen Jupiterumlauf.

Nochmals drei Jahre später wurde im Jahre 1908 der Jupitermond Pasiphae entdeckt, der im Gegensatz zur Himalia und Elara zur äußeren Gruppe der irregulären Jupitermonde gehört. Sie ist ungefähr 60 km groß und ihre weit entfernte Umlaufbahn in fast halbem Merkurabstand von der Sonne ist rückläufig. Für einen Jupiterumlauf benötigt sie fast auf den Tag genau 2 Jahre. In dieser Zeit wurde auch noch ein neunter Jupitermond entdeckt, das war im Jahre 1914 die Sinope, sie ist 40 km groß und gehört ebenfalls zur Pasiphae-Gruppe.

Auch wenn irreguläre Monde mit rückläufigen Umlaufbahnen die Mehrzahl bilden, so wechseln sich rückläufige und normal umlaufende irreguläre Monde ab, wenn man die sieben größten irregulären Monde unseres Sonnensystems betrachtet. Dies, wenn man auch den großen Neptunmond Triton berücksichtigt, oder nur den Neptunmond Nereid, oder wegen der turbulenten Szenarien beim Einfang des Triton das Neptunsystem gar nicht berücksichtigt: Triton ist rückläufig, Nereid normal umlaufend, Phoebe rückläufig, Himalia normal umlaufend, Sycorax rückläufig, Elara normal umlaufend und Caliban rückläufig.

Die rückwärts umlaufenden Monde des Jupiter sind etwas kleiner im Durchmesser. Die drei größten von ihnen sind die Monde Pasiphae, Carme und Sinope, die ungefähr 60 km, gut 45 km und 40 km Durchmesser aufweisen. Die Carme gehört zu einer anderen Gruppe als die Pasiphae und die Sinope, die mit nur geringfügig kleineren Umlaufbahnen den Jupiter fast "auf dem Rücken liegend" umlaufen, während die Mitglieder der Pasiphae-Gruppe den Jupiter rückläufig umlaufen, dabei aber fast diagonal geneigt sind. - Seien noch die beiden irregulären Jupitermonde Lysithea, die etwas kleiner als die Sinope ist und zur inneren normal umlaufenden Himalia-Gruppe gehört, sowie Ananke, die etwas kleiner als die Lysithea ist, erwähnt. Ananke hat eine ähnliche Umlaufbahn wie die Mitglieder der äußeren Pasiphae-Gruppe, auch sie gehört zu einer Zwischengruppe. Die Lysithea, die Carme und die Ananke wurden Mitte des 20.Jahrhunderts entdeckt.

Der irreguläre Jupitermond Pasiphae ist der neuntgrößte irreguläre Mond unseres Sonnensystems, etwas größer ist der achtgrößte irreguläre Mond unseres Sonnensystems, das ist der Neptunmond Halimede, dessen Abstand vom Neptun etwas größer als der Abstand der Himalia-Gruppe vom Jupiter ist, und etwas kleiner ist der zehntgrößte irreguläre Mond unseres Sonnensystems Neso, ein weiterer irrgulärer Neptunmond, der eine hoch-elliptische Umlaufbahn aufweist, die ihn bis ein Viertel weiter vom Neptun hinausträgt als der Planet Merkur von der Sonne entfernt ist und mit einem solchen unglaublich anmutenden Abstand einer der am weitesten von seinem Mutterplaneten entfernte bekannte Mond unseres Sonnensystems ist. Halimede, Pasiphae und Neso haben rückläufige Umlaufbahnen.

Da der Jupiter der nächstgelegene Gasplanet ist ist sein Mondsystem am besten erforscht. Er hat zahlreiche irreguläre Kleinmonde, deren Umlaufbahnen oftmals hoch-elliptisch sind und auch sehr stark zur Äquatorialebene des Jupiters geneigt sind, viele von ihnen sind rückläufig. Einige dieser Jupitermonde haben Umlaufbahnen, die fast halb so weit vom Jupiter entfernt sind wie der Planet Merkur von der Sonne entfernt ist, das ist ungefähr 60-facher Mondabstand von der Erde. Man vermutet, dass es sich bei ihnen um eingefangene Planetoiden handelt. Aufgrund ihres großen Abstandes zu ihrem Mutterplaneten befinden sie sich in keiner gebundenen Rotation, sondern haben nach wie vor Rotationsdauern, die für Planetoiden typisch sind. Dabei kann man verschiedene Gruppen solcher eingefangener irregulärer Jupitermonde unterscheiden.

Es gibt verschiedene Ideen, warum die irregulären Kleinmonde in Gruppen auftreten und bei den anderen großen Gasplaneten unseres Sonnensystems ist das ebenfalls so. Man vermutet, dass diese Planetoiden beim Einfang oder kurz danach zerbrochen sind; grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, dass sie gemeinsam als Vorläufer-Planetoiden auf ähnlichen Umlaufbahnen in der Frühzeit unseres Sonnensystems eingefangen wurden. Nicht zuletzt könnte es sich bei den aktuellen Umlaufbahnen aus noch unverstandenen Gründen auch um ganz besonders stabile Umlaufbahnen handeln.

Da die irregulären Kleinmonde so weit von ihrem Mutterplaneten entfernt sind, werden ihre Umlaufbahnen von der Anziehungskraft der Sonne so stark beeinflusst, dass sie keine geschlossenen Umlaufbahnen mehr haben und sich ihre Bahnparameter innerhalb weniger Jahre ändern. Deswegen werden regelmäßig ihre Positionen überprüft, solange die Abweichungen noch nicht groß sind, und ihre Bahnparameter neu ermittelt, damit die Monde nicht verloren gehen.

Aufgrund des starken Einflusses der Schwerkraft der Sonne gelangen nur wenige Planetoiden als irreguläre Monde auf eine dauerhafte Umlaufbahn um ihren Mutterplaneten; die meisten von ihnen verlassen sie nach einiger Zeit wieder und werden so wieder zu direkt die Sonne umwandernde Planetoiden.

Ein ganz bekanntes Beispiel ist der Komet Shoemaker-Levy 9, der vom Jupiter eingefangen wurde und dabei auf eine hoch-elliptische Umlaufbahn geriet. Die Bahn war so hoch-elliptisch, dass sich ihr jupiternächster Punkt innerhalb des Jupiters befand, so dass der Komet, der beim Einfang von den Gezeitenkräften des Jupiter zerbrochen worden war, so dass seine 23 von der Erde aus beobachtbaren Bruchstücke wie auf einer Perlenschnur aufgereiht den Jupiter umwandert haben, vor 25 Jahren auf den Riesenplaneten abgestürzt ist, was man in der Tagespresse im Juli des Jahres 1994 täglich mitverfolgen konnte. Die größten dieser Bruchstücke waren etwa 2 km groß, das ist immerhin so groß wie die kleinsten bekannten irregulären Jupitermonde. Wäre der Jupiter bei gleicher Masse etwas kleiner im Durchmesser, so dass die Bruchstücke nicht abgestürzt wären, so wären sie aufgrund ihrer so hoch-elliptischen Bahnen im jupiterfernsten Punkt stärker der Schwerkraft der Sonne ausgesetzt gewesen und hätten gemeinsam die Jupiterumlaufbahn wieder verlassen, so dass sie danach als 23 Planetoiden mit sehr ähnlichen Umlaufbahnen um die Sonne gewandet wären.

4.7 Erkundung durch Raumsonden

Da mittlerweile alle Planeten sowie der Zwergplanet Pluto Besuch von Raumsonden erhalten haben gibt es auch sehr schöne Bilder von zahlreichen Monden der Planeten und der Plutomonde. Die beiden Voyager-Sonden haben die ersten fantastischen Nahaufnahmen von den vier großen Jupitermonden zur Erde übermittelt, die der Menschheit eine Vielfalt an verschiedenen Strukturen auf den vier großen Jupitermonden offenbart haben, an die man vor allem bei den beiden inneren Jupitermonden Io und Europa auch in den kühnsten Träumen nicht hätte denken können, ehe sie dann zum Saturn weitergeflogen sind und dort ebenfalls detaillierte Bilder seiner Monde gewinnen konnten. Die Flugbahn der Voyager 2 Sonde konnte dann sogar noch zu den Planeten Uranus und Neptun weitergeführt werden, auch von diesen Welten konnten zahlreiche beeindruckende Bilder gewonnen werden.

Einige Jahre später wurde dann zunächst mit der Raumsonde Galileo eine mehrjährige Mission zum Jupiter entsandt, bei der nicht nur ein Vorbeiflug am Jupiter, sondern ein Einschwenken in das Jupitersystem realisiert wurde, bei dem die Raumsonde sich immer wieder an den vier großen Jupitermonden Schwung holte und eine Art "kosmisches Billiard" vollführte.

Eine ähnliche Mission wurde dann auch zum Ringplaneten Saturn entsandt, das war die Raumsonde Cassini, die sogar ein Landegerät auf dem großen Saturnmond Titan absetzte. Dank der dichten Atmosphäre dieses Mondes war diese Landung technisch nicht allzuschwer umsetzbar.

Während die meisten Monde unseres Sonnensystems ähnlich wie der Erdmond kraterübersähte Landschaften zeigen, gibt es im Jupitersystem und im Saturnsystem einige sehr bemerkenswerte Monde zu bewundern. Die prominentesten sind zweifelsohne die vier großen Jupitermonde, die man schon im Feldstecher einfach beobachten kann. Auf dem innersten Jupitermond Io wurden aktive Vulkane beobachtet und unter der Oberfläche des zweiten Jupitermondes Europa wird ein großer Ozean vermutet. Der dritte Jupitermond Ganymed ist der größte Mond unseres Sonnensystems und ist geologisch ein Planet, der hinsichtlich seiner Tektonik dem Planeten Erde ähnelt. Ganymed weist auch ein Magnetfeld auf. Kallisto schließlich ist der kraterreichste Mond unseres Sonnensystems. - Nicht minder prominent ist auch der größte Saturnmond Titan, der von einer dichten Atmosphäre bedeckt wird und an dessen Oberfläche große Seen aus Methan vermutet werden. Unter der Oberfläche des zweit-innersten größeren regulären Saturnmondes Enceladus wird am Südpol in wenigen Kilometern Tiefe ein großer Ozean vermutet, von dem man annimmt, dass er aus flüssigem Wasser besteht. Beim Vorbeiflug von Raumsonden konnten auch aktive Geysire in dieser Region beobachtet werden. Auch auf der Oberfläche des großen Neptunmondes Triton konnten beim Vorbeiflug der Voyager 2-Raumsonde aktive Geysire beobachtet werden.

In unserem Sonnensystem kennt man nur wenige geologisch aktive Monde; neben den beiden inneren großen Jupitermonden Io und Europa sowie dem großen Saturnmond Titan und der Enceladus ist auch der große Neptunmond Triton, der seinen Mutterplaneten rückwärtig umläuft, geologisch aktiv.


Jupitermond Io; NASA - Galileo-Sonde 1996

Jupitermond Europa; NASA - Galileo-Sonde 1996


Beim Vorbeiflug von Raumsonden wurden auf dem innersten großen Jupitermond Io aktive Vulkane und Seen aus geschmolzenem Schwefel beobachtet. Die Ablagerungen von Schwefel und seinen Verbindungen weisen viele verschiedene Farbtöne auf, die Io ein ungewöhnlich buntes Erscheinungsbild verleihen. Ihre Oberfläche hat fast keine Einschlagkrater, weil die Ablagerungen von ausgeworfenem Material der zahlreichen Vulkanausbrüche diese Krater in kurzer Zeit einebnet. Die vulkanische Aktivität wird durch Gezeitenkräfte verursacht, die den Mond regelrecht durchkneten und dadurch aufheizen. Allein die Gezeitenkräfte des Jupiters auf Io sind mehr als 6000-mal stärker als diejenigen des Erdmondes auf die Erde. Die zusätzlichen Gezeitenkräfte von der Europa und Ganymed, die sich untereinander in einer 1:2:4-Umlaufbahnresonanz befinden, so dass Europa für einen Jupiterumlauf doppelt so lange wie Io benötigt und Ganymed für einen Jupiterumlauf doppelt so lange wie Europa und viermal so lange wie Io, liegen noch immer in der Größenordnung derjenigen des Mondes auf die Erde.

Unter der Oberfläche des zweiten großen Jupitermondes Europa wird in einigen Kilometern Tiefe ein großer Ozean aus flüssigem Wasser vermutet. Europas Oberfläche setzt sich aus Eis zusammen und weist nur sehr wenige Einschlagkrater auf, die zudem nur von geringer Größe sind. Die geringe Kraterdichte ist ein Hinweis darauf, dass Europas Oberfläche geologisch sehr jung ist und sich regelmäßig erneuert. Die rötlichen Färbungen sind eine Folge von abgelagerten Mineralien. Europas auffälligstes Merkmal ist ein Netzwerk von kreuz und quer verlaufenden Gräben und Furchen, die ihre gesamte Oberfläche überziehen. Sie haben eine starke Ähnlichkeit mit Rissen und Verwerfungen auf irdischen Eisfeldern und könnten durch Eisvulkanismus oder den Ausbruch von Geysiren aus warmem Wasser entstanden sein, wodurch die Eiskruste auseinander gedrückt wurde. Es gibt auch chaotisch aussehende Zonen, die wie ein Puzzle aus Bruchstücken geformt sind und von glattem Eis umgeben sind. Sie haben das Aussehen von Eisbergen in einem gefrorenen See.


Io mit ausbrechendem Vulkan links; NASA Galileo-Sonde
Die beiden inneren Jupitermonde Io und Europa erreichen beide die 5. Größe, wobei der innere Mond Io etwas heller als die Europa ist.

Der hellste Jupitermond ist sein größter Mond Ganymed, der beinahe die 4. Größe erreicht und damit eine halbe Größe heller als die beiden inneren großen Jupitermonde Io und Europa ist. Er ist ein Eismond, der einen Kern aus Eisen besitzt. Er ist zwar größer als der innerste Planet Merkur, hat aber nur rund die Hälfte von dessen Masse. Ganymed hat sogar ein Magnetfeld. Seine Oberfläche besteht aus hunderte Kilometern dickem Eis. Er ist geologisch ein Planet und seine Regionen sind auf tektonische Aktivitäten zurückzuführen. Ganymeds Oberfläche besteht aus zwei kontinentalen Platten, die sich unabhängig voneinander bewegen, wobei an ihren Randzonen flache Gebirgszüge aufgeworfen werden können. Darüber hinaus sind Gebiete sichtbar, durch die möglicherweise wässrige Lava geflossen sein könnte, deren Ursprung auf vergangenen Eisvulkanismus zurückzuführen ist. Hinsichtlich der Tektonik ähnelt Ganymed dem Planeten Erde, obwohl die Aktivitäten auf Ganymed zum Erliegen gekommen sind.

Der vierte Jupitermond Kallisto ist ebenfalls ein Eismond und der kraterreichste Körper in unserem Sonnensystem. Kallisto ist zwar ebenfalls groß, aber auch sehr dunkel und erreicht deswegen nur die 6. Größe. Das ist auch der Grund, warum sie im Feldstecher nur dann gut zu sehen ist, wenn sie von der Erde aus gesehen nicht in der Nähe des Jupiter steht. - Die auffälligsten Strukturen auf Kallisto sind zwei riesige Einschlagsbecken, die von konzentrischen Ringwällen umgeben sind. Die Oberfläche Kallistos war seit der Frühzeit des Sonnensystems keinen größeren Veränderungen mehr unterworfen, woraus man schließen kann, dass der Mond seit dieser Zeit geologisch nicht mehr aktiv war. Anders als der benachbarte Jupitermond Ganymed mit seiner auffälligen Oberfläche weist Kallisto keine Anzeichen von Plattentektonik auf, obwohl beide Monde fast gleich groß sind. Kallistos geologische Entwicklung war offensichtlich wesentlich einfacher verlaufen und schon nach relativ kurzer Zeit abgeschlossen, während in den übrigen Galileischen Monden komplexere Vorgänge stattfanden.


Ganymed - Galileo-Sonde 1996



Kallisto - Galileo-Sonde 2001
Es fällt auf, dass die beiden inneren Jupitermonde kleiner sind als die beiden äußeren Jupitermonde und dass bei den beiden inneren Jupitermonden und auch bei den beiden äußeren Jupitermonden der jeweils innere Mond größer ist als der jeweils äußere Mond und jeweils der Durchmesser des Erdmondes beziehungsweise der Durchmesser des Planeten Merkur dazwischen liegt. Dass die Durchmesser des Erdmondes und des Planeten Merkur gerade dazwischen liegen dürfte ein Zufall sein, indes haben moderne Simulationen ergeben, dass die Massen der beiden inneren Monde eines Mondsystems kleiner sind als diejenigen der beiden äußeren Monde eines Mondsystems und innerhalb des Teilsystems der innere Mond mehr Masse hat als der äußere Mond. Das erste Phänomen kommt von der sogenannten Eisgrenze, jenseits derer etwas massereichere Monde entstehen, und das zweite Phänomen kommt daher, dass bei der Entstehung der Monde der jeweils innere Mond etwas mehr Urmasse zum "Aufsammeln" zur Verfügung hatte als der jeweils äußere.

Aufgrund der Eisgrenze, die beim Jupiter etwas innerhalb der Umlaufbahn von Ganymed verläuft, standen nur den beiden inneren Monden schwerere Materialien zur Bildung zur Verfügung, die eine höhere Dichte haben, während den beiden äußeren Monden vor allem Wassereis zur Verfügung stand. Das hat zur Folge, dass Io und Europa zwar deutlich kleiner sind als Ganymed und Kallisto, Europa aber nur dreimal masseärmer ist als Ganymed. Io und Kallisto sind ungefähr doppelt so schwer wie die Europa, Io etwas weniger und Kallisto etwas mehr. - Europa gilt zwar als Paradebeispiel für einen Eismond, aber der Anteil des Eises an ihrem Gesamtvolumen ist verhältnismäßig gering und ihr Aufbau entspricht ebenso wie der Aufbau der Io eher demjenigen der erdähnlichen Planeten.

Der große Saturnmond Titan ist ein Eismond und nach Ganymed der zweitgrößte Mond im Sonnensystem. Er ist der einzige Mond unseres Sonnensystems mit einer dichten Gashülle. Mit der Raumsonde Cassini konnte ein schwaches Leuchten in seiner Atmosphäre festgestellt werden. In der Atmosphäre sind Muster von Wolken zu erkennen, die überwiegend aus Methan, aber auch aus Äthan und anderen Kohlenwasserstoffen zusammengesetzt sind und auf die Oberfläche abregnen. Hinsichtlich seiner dichten, stickstoffreichen Atmosphäre und des Auftretens von Flüssigkeit gilt Titan als der erdähnlichste Himmelskörper des Sonnensystems. - Aufgrund seiner Größe ist das Innere von Titan sehr wahrscheinlich geologisch aktiv. Titan setzt sich etwa zur Hälfte aus einem Mantel von Wassereis und zur anderen Hälfte aus einem Kern von silikatischem Gestein zusammen und ist vermutlich ähnlich aufgebaut wie die beiden Jupitermonde Ganymed und Kallisto sowie der Neptunmond Triton.

Die Raumsonde Cassini-Huygens hat auf der Oberfläche Wassereis festgestellt, das bei den niedrigen Temperaturen von -180 Grad Celsius die Konsistenz von Silikatgestein hat und teilweise von Tümpeln oder Seen aus flüssigem Methan bedeckt ist. Auch werden frische Einschlagkrater sehr bald von dem beständigen Wind mit Partikeln zugeweht. In den beiden Polarregionen finden sich auf den Radaraufnahmen größere Methanseen, die von Flüssen gespeist werden. Die Flüssigkeiten in den seeähnlichen Gebilden sind relativ durchsichtig, so dass ein Mensch - würde er an einem solchen Ufer stehen - in diese "Gewässer" wie in einen klaren irdischen See hineinblicken könnte. Man vermutet einen Niederschlagkreislauf von Methan, ganz ähnlich dem Wasserkreislauf auf der Erde, mit Verdunstung, Wolkenbildung und erneutem Niederschlag.

Auf dem Titan finden sich auch deutliche Anzeichen vulkanischer Aktivität. Auch wenn die erkannten Vulkane in ihrer Form und Größe denen auf der Erde ähneln, so handelt es sich nicht um silikatischen Vulkanismus wie auf den erdähnlichen Planeten Mars oder Venus, sondern vielmehr um Eisvulkane. - Mit Hilfe der Cassini-Sonde wurden bei einem vermuteten Eisvulkan Methanemissionen entdeckt. Es wird angenommen, dass Eisvulkanismus eine bedeutende Quelle für den Nachschub von Methan in seiner Atmosphäre ist.

Bei der Landung der Raumsonde Cassini-Huygens gab der Dunst erst 20 Kilometer über der Oberfläche den Blick auf den Titan frei. Auf einigen Fotos vom Landeanflug war eine schwarze Fläche zu erkennen, in die kurze Drainage-Kanäle münden. Sie wurde als möglicher See aus einer teerartigen Flüssigkeit interpretiert. Die Aufnahmen der Oberfläche ähneln auf den ersten Blick früheren Bildern der auf dem Mars gelandeten Viking-Sonden: auf einer grau-orangefarbenen Ebene liegen bis zum Horizont zahlreiche Brocken unter einem gelb-orangen Himmel. Den ersten Analysen zufolge bestehen sie jedoch nicht aus Gestein, sondern wie der Boden aus Eis und Kohlenwasserstoffen. Die rundlichen Brocken in unmittelbarer Nähe der Kamera sind im Durchmesser bis zu 15 cm groß und gleichen Kieselsteinen.

Ein außerordentlich erstaunlicher Mond ist der Saturnmond Enceladus. Ein Teil seiner Oberfläche scheint mit einem geschätzten Alter von 100 Millionen Jahren relativ jung zu sein. Dies deutet darauf hin, dass Enceladus geologisch aktiv ist. Ursache ist offensichtlich Eisvulkanismus, bei dem Wasser aus dem Innern des Mondes austritt und sich über die Oberfläche verteilt. Enceladus ist der kleinste bekannte Körper im Sonnensystem mit einer geologischen Aktivität dieser Art. In der geologisch aktiven Region ist die Oberfläche von parallelen, hunderte Kilometer langen Streifen durchzogen, die aus bis zu 300 Meter tiefen Spalten bestehen, in denen kristallines Eis bis zur Oberfläche vordringt. Die Umgebung erinnert in ihrem Aussehen an eine vorübergehend erstarrte zähflüssige Masse. Man nennt diese Regionen wegen ihres Aussehens auch "Tigerstreifen".

Auf der Oberfläche des großen Neptunmondes Triton sind nur wenige Einschlagkrater vorhanden. Dies lässt darauf schließen, dass der Mond geologisch aktiv ist, wobei die Spuren älterer Krater durch geologische oder atmosphärische Prozesse verwischt wurden. Große Einschlagbecken wurden offensichtlich mehrfach durch zähflüssiges Material aus dem Innern aufgefüllt. Überraschend war der Nachweis einer Art von Eisvulkanismus. Es wurden aktive Geysire festgestellt, die ein Gemisch aus flüssigem Stickstoff und
Die Erde mit Mond im tatsächlichen Größenverhältnis
mitgerissenem Gesteinsstaub bis in 8 km Höhe ausstoßen. Diese sind auf den Voyager-Aufnahmen als dunkle Rauchfahnen sichtbar. Triton ist etwas kleiner als der Jupitermond Europa und der Erdmond und bei weitem der größte Mond unseres Sonnensystems, der eine rückläufige Umlaufbahn hat. Man vermutet, dass er in der Frühzeit unseres Sonnensystems vom Neptun eingefangen wurde; das erklärt auch, dass mit Proteus nur noch ein regulärer Mond im Neptunsystem verblieben ist und die Umlaufbahn der Nereid so hoch-elliptisch ist.

Sei auch noch der immerhin fünftgrößte Mond unseres Sonnensystems vorgestellt; er umkreist keinen der vier großen Gasplaneten, sondern den größten Gesteinsplaneten, das ist unsere Erde, und der fünftgrößte Mond unseres Sonnensystems ist unser Erdmond. Während mit Ausnahme der beiden inneren großen Jupitermonde Io und Europa, die sich innerhalb der Eisgrenze des Jupiter gebildet haben, wo ihnen schwerere Materialien, die eine höhere Dichte haben, zur Bildung zur Verfügung standen, sowie mehrerer irregulärer Kleinmonde, bei denen es sich vermutlich um eingefangene Planetoiden handelt, die übrigen Monde der großen Gasplaneten allesamt Eismonde sind, ist unser Erdmond ein Gesteinsmond. Das kommt daher, dass er ursprünglich ein Vorläuferplanet war und somit wie die inneren Planeten aus Gestein aufgebaut ist. Der Erdmond ist schon seit langer Zeit nicht mehr geologisch aktiv.

4.8 Zusammenfassung

In diesem Monatsbeitrag wurden einschließlich des Erdmondes bislang über 30 Monde von den Planeten unseres Sonnensystems vorgestellt, die mindestens 135 km im Durchmesser erreichen, sowie zahlreiche weitere Monde wie die beiden kleinen Marsmonde Phobos und Deimos, die inneren regulären Kleinmonde des Jupiter und seine sieben größten irregulären Monde. Zudem wurden auch die sieben größten regulären Kleinmonde und die zehn größten irregulären Monde unseres Sonnensystems vorgestellt sowie einige besondere Saturnmonde und die drei größten Monde, die nicht einen Planeten umwandern, sowie der zweitgrößte Plutomond.

Himalia; NASA Cassini-Raumsonde
In diesem Abschnitt wird nun etwas Ordnung in diese Auflistung gebracht.

Der Jupiter hat 6 Monde größer als 150 km im Durchmesser, das sind die vier großen Jupitermonde, von denen die beiden inneren Monde Io und Europa ebenso wie der Erdmond etwa 3500 km im Durchmesser erreichen sowie die beiden äußeren Monde Ganymed und Kallisto wie der Planet Merkur etwa 5000 km im Durchmesser erreichen. Der größte der Jupitermonde, die ihre Umlaufbahn innerhalb der vier großen Jupitermonde haben, ist die Amalthea mit rund 170 km im Durchmesser, und der größte der Monde außerhalb der vier großen Jupitermonde ist die Himalia mit ebenfalls rund 170 km im Durchmesser, sie ist etwas kleiner als die Amalthea. Seine beiden nächst größeren Monde sind die Thebe, deren Umlaufbahn sich zwischen der Amalthea und dem großen Jupitermond Io befindet, sowie die Elara, deren Umlaufbahn sehr ähnlich wie diejenige der Himalia verläuft. Die Thebe und die Elara sind beide fast 100 km groß.

Der Saturn hat 10 Monde größer als 150 km im Durchmesser. Der größte von ihnen ist der Saturnmond Titan, der über 5000 km Durchmesser aufweist und ebenfalls größer als der Planet Merkur ist. Innerhalb seiner Umlaufbahn befinden sich die Rhea mit etwa 1500 km im Durchmesser sowie Tethys und Dione, die etwa 1200 km im Durchmesser aufweisen. Weiter innerhalb befinden sich Mimas und Enceladus, die 400 km und 500 km im Durchmesser aufweisen. Janus bewegt sich noch weiter innerhalb und weist etwa 180 km im Durchmesser auf. - Außerhalb der Bahn des größten Saturnmondes Titan befindet sich der wie die Rhea ebenfalls 1500 km große Saturnmond Japetus sowie zwei kleinere Monde, nämlich Hyperion mit fast 300 km im Durchmesser innerhalb der Japetusbahn und Phoebe mit gut 200 km im Durchmesser. Die Phoebe umläuft den Saturn rückwärts.

Farbunterschiede auf Mimas um den Krater Herschel. Cassini-Sonde, NASA
Der Uranus hat 7 Monde größer als 150 km im Durchmesser, das sind die fünf regulären Uranusmonde Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon; Miranda hat fast 500 km Durchmesser, Ariel und Umbriel fast 1200 km Durchmesser und Titania und Oberon über 1500 km Durchmesser. Der Uranusmond Puck befindet sich innerhalb der fünf regulären Uranusmonde und der Uranusmond Sycorax außerhalb von ihnen. Beide sind etwa 170 km im Durchmesser. Auch die Sycorax umläuft ihren Mutterplaneten rückwärts. Der zusammen mit Sycorax entdeckte irreguläre Uranusmond Caliban ist etwa halb so groß, etwas kleiner als der zweitgrößte irreguläre Jupitermond Elara. - Etwas kleiner als Puck ist die Portia; sie ist 135 km groß und ihre Umlaufbahn verläuft innerhalb derjenigen von Puck.

Der Neptun hat 6 Monde größer als 150 km im Durchmesser; hier ist die Situation aber insofern anders, als dass der große Neptunmond Triton rückwärts seinen Mutterplaneten umläuft, woraus man schließen kann, dass er nicht zusammen mit dem Neptun entstanden ist, sondern vom Neptun eingefangen wurde und dessen inneres Mondsystem durcheinander gewirbelt hat. Von den größeren regulären Monden ist nur noch Protheus vorhanden, der über 400 km im Durchmesser erreicht. Weit außerhalb von Triton umläuft der Neptunmond Nereid seinen Mutterplaneten, und deutlich innerhalb der Protheusbahn befinden sich von außen nach innen die drei Neptunmonde Larissa, Galatea und Despina, die etwa 170 km Durchmesser aufweisen.

Die Larissa und die Galatea sind der größte und der drittgrößte bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems und die Despina ist der sechstgrößte bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems. Dass der Neptun so viele große reguläre Kleinmonde hat könnte ebenfalls ein Hinweis auf die turbulente Frühzeit des Neptunsystems mit dem Einfang des großen Neptunmondes Triton sein, bei dem die Bildung der regulären Neptunmonde, von denen heute nur noch Protheus vorhanden ist, beeinträchtigt wurde und die Larissa, die Galatea und die Despina die Überreste des früheren regulären Neptunsystems sind. - Der Saturnmond Janus ist der zweitgrößte bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems, der Jupitermond Amalthea der viertgrößte und der Uranusmond Puck der fünftgrößte bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems. Noch deutlicher ist es bei der Massenbilanz, da sind die Larissa und die Galatea die beiden massereichsten bekannten regulären Kleinmonde unseres Sonnensystems und die Despina folgt zusammen mit dem Jupitermond Amalthea hinter dem Uranusmond Puck auf Platz vier. Der zweitgrößte bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems, der Saturnmond Janus, hat die sechstgrößte Masse der bekannten regulären Kleinmonde unseres Sonnensystems. Fast gleich viel Masse hat auch der siebtgrößte bekannte reguläre Kleinmond unseres Sonnensystems, das ist der Uranusmond Portia.

Somit sind nun systematisch alle Monde der großen Planeten unseres Sonnensystems mit mindestens 135 km Durchmesser vorgestellt. Es gibt auch mehrere Zwergplaneten und Planetoiden, die so große Monde haben.

Der Uranus hat noch fünf reguläre Kleinmonde, die etwas kleiner sind: etwas weiter innerhalb der Portia ziehen die Juliet und die Cressida ihre Bahnen, sie sind ungefähr 95 km und 80 km groß. Die Belinda ist 90 km groß und ihre Bahn verläuft zwischen derjenigen der Portia und von Puck, sowie Rosalind, sie ist mit gut 70 km Durchmesser gleich groß wie der zweitgrößte irreguläre Uranusmond Caliban. Die Rosalind zieht ihre Bahn zwischen der Portia und Belinda. Etwas kleiner ist die Desdemona mit gut 60 km Durchmesser, ihre Bahn verläuft zwischen der Cressida und Juliet.

Plutomond Hydra, NASA
Seien auch noch die beiden regulären Kleinmonde Thalassa und Naiad des Neptun genannt, die innerhalb der Bahn der Despina den Neptun umlaufen, sie sind 80 km und gut 60 km groß und damit ist Naiad geringfügig größer als die bereits vorgestellten irregulären Neptunmonde Halimede und Neso, die gleich groß sind wie der drittgrößte irreguläre Jupitermond Pasiphae. Neben dem bereits vorgestellten Saturnmond Epimetheus, der 120 km groß ist und regelmäßig seine Umlaufbahn mit derjenigen von Janus wechselt, gibt es auch noch zwei Saturnmonde, die ungefähr 80 km groß sind, das sind Prometheus und Pandora. Ihre Umlaufbahnen verlaufen innerhalb der Umlaufbahnen der beiden Saturnmonde Janus und Epimetheus, Pandora etwas weiter außerhalb als Prometheus.

Ein beachtliches Mondsystem weist auch der Zwergplanet Pluto auf. Der große Plutomond Charon ist wie der Erdmond ein Kollisionsmond, der halb so groß wie der Pluto selber ist. Größenmäßig gehört Charon mit 1200 km Durchmesser zum 4.Typ Monde, ebenso wie die beiden Saturnmonde Tethys und Dione und die beiden Uranusmonde Ariel und Umbriel. Nach dem Zusammenstoß der beiden Vorläufer-Plutos sind aber im Gegensatz zum Erdmond zusätzlich zum großen Hauptmond auch mehrere kleinere Zusatzmonde vorhanden, deren größter Mond Hydra immerhin 60 km groß ist. Man kennt bis heute vier solche zusätzlichen Plutomonde und die Hydra ist der äußerste von ihnen. Der mittlere bekannte Plutomond Nix wurde zusammen mit der Hydra entdeckt und ist etwas kleiner. Es ist bemerkenswert, dass sich alle fünf bekannten Plutomonde in der Äquatorialebene des Pluto befinden und die dichtest möglich gepackten Umlaufbahnen einnehmen, die stabil sind.

Somit sind nun systematisch alle bekannten Monde der großen Planeten unseres Sonnensystems und des Zwergplaneten Pluto vorgestellt, die mindestens 60 km im Durchmesser aufweisen.

4.9 Aufbau der Mondsysteme unseres Sonnensystems

Es zeigt sich, dass die Mondsysteme der großen Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun unseres Sonnensystems sehr ähnlich aufgebaut sind. Fast die gesamte Masse des jeweiligen Mondsystems entfällt auf die großen regulären Monde des Planeten, die über 5000 km groß werden können. Ihre Umlaufbahnen liegen mit Ausnahme einiger etwas außen umlaufender Monde wie dem Saturnmond Japetus in der Äquatorialebene ihres Mutterplaneten und sind fast kreisförmig. Theoretischen Modellen zufolge stammen diese großen regulären Monde aus den Überresten der planetaren Gasscheibe, aus der sich der Mutterplanet gebildet hat, was auch erklärt, warum sie sich in seiner Äquatorialebene bewegen. Solange es noch genügend Material in dieser planetaren Gasscheibe gab, wurden die Monde ab einer bestimmten Größe abgebremst und sind auf ihren Mutterplaneten abgestürzt, während sich neue Monde gebildet haben. Erst als das Material der planetaren Gasscheibe aufgebraucht war wurden die Monde nicht mehr abgebremst und befinden sich in den heute beobachtbaren Umlaufbahnen. Im Rahmen dieser theoretischen Modelle schätzt man, dass die vier großen Jupitermonde die fünfte Generation solcher großen regulären Monde sind.

Auch wenn dieses Modell viele Eigenschaften der Mondsysteme korrekt beschreiben kann, so ist es nicht unumstritten und andere Modelle sehen eine weniger dramatische Entstehungsgeschichte vor. Gemäß dieser Modelle bildeten sich die ersten Vorläufermonde aus der planetaren Gasscheibe zu einem Zeitpunkt, als die Planetenbildung noch nicht abgeschlossen war und sich in der solaren Gasscheibe, das ist das Material, das bei der Entstehung der Sonne übriggeblieben ist und aus dem sich die Planeten, die Planetoiden und die Kometen gebildet haben, noch zahlreiche Vorläuferplaneten befanden. Vorläuferplaneten und Vorläufermonde sind Himmelskörper, die sich untereinander auf sehr ähnlichen Umlaufbahnen befinden, so dass es öfters zu Zusammenstößen kommt. Aufgrund ihrer ähnlichen Umlaufbahnen handelt es sich dabei aber in der Regel nicht um zerstörerische Kollisionen, sondern um sanfte schwerkraftbedingte Aneinanderlagerungen, bei der dann nach und nach größere Körper gebildet werden. Dabei kann natürlich auch ein solcher Vorläufermond in die Nähe seines noch wachsenden Mutterplaneten gelangen und sich ihm anlagern. In der Literatur werden Vorläuferplaneten als "Protoplaneten" und Vorläufermonde als "Protomonde" bezeichnet.

Innerhalb der Umlaufbahnen der großen regulären Monde befinden sich in allen diesen Planetensystemen noch weitere reguläre Kleinmonde, deren Ursprung ebenfalls noch nicht völlig verstanden ist. Man vermutet, dass es sich um Überreste bei der Mondbildung oder um eingefangene Planetoiden handelt, deren Umlaufbahnen aufgrund der starken Gezeitenkräfte so nahe am Mutterplaneten ebenfalls "ausgekühlt" sind und deswegen so schöne fast kreisförmige Bahnen in der Äquatorialebene ihres Mutterplaneten haben.

Außerhalb der Umlaufbahnen der großen regulären Monde befinden sich in allen diesen Planetensystemen zahlreiche irreguläre Kleinmonde, von denen die Mehrzahl auf rückläufigen Bahnen ihren Mutterplaneten umlaufen. Das entspricht auch den Modellen, die gezeigt haben, dass bei besonders großen Abständen vom Mutterplaneten rückläufige Umlaufbahnen etwas stabiler als normalläufige Umlaufbahnen sind. Am besten erforscht ist das Jupitersystem, weil es von der Erde aus das nächste solche Mondsystem ist. Die Mitglieder der Himalia-Gruppe um den Planeten Jupiter, der die beiden größten irregulären Jupitermonde Himalia und Elara angehören, haben normalläufige Umlaufbahnen, ihre Abstände vom Jupiter sind etwa halb so groß wie diejenige der äußeren irregulären Jupitermonde, die mit zwei Ausnahmen rückläufig sind. Die meisten irregulären Monde haben keine fast-kreisförmigen Umlaufbahnen, sondern umwandern ihren Mutterplaneten auf mäßig elliptischen bis hoch-elliptischen Bahnen. Man vermutet, dass es sich bei diesen irregulären Kleinmonden um eingefangene Planetoiden handelt. Für diese Annahme spricht auch die Beobachtung, dass diese Monde nicht gebundene Rotationen aufweisen, sondern Rotationsdauern, die für Planetoiden typisch sind.

Dabei fällt auf, dass die meisten irregulären Kleinmonde in Gruppen auftreten, das bedeutet, dass die meisten dieser Monde sehr ähnliche Umlaufbahnen teilen. Die moderne Forschung bevorzugt zwei Modelle, nämlich zum einen, dass diese Gruppenbildung eine Folge von Kollisionen nach dem Einfang des ursprünglichen Planetoiden ist, wobei festzustellen ist, dass der größte Mond jeder Gruppe nach wie vor fast über die Gesamtmasse des ursprünglichen Planetoiden verfügt. Das andere bevorzugte Modell sieht ein Zerreißen des ursprünglichen Planetoiden während des Einfanges in mehrere Teilkörper vor. Es gibt aber auch Ansätze, dass diese Planetoiden noch als Vorläufer-Planetoiden auf ähnlichen Umlaufbahnen eingefangen wurden und deswegen so ähnliche Umlaufbahnen aufweisen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass aus noch unverstandenen Gründen gewisse Umlaufbahnen um einen Mutterplaneten besonders stabil sind und die irregulären Monde im Verlaufe der Zeit auf diese stabilen Bahnen gelangt sind.

Zahlreiche irreguläre Kleinmonde sind so weit von ihrem Mutterplaneten entfernt, dass ihre Umlaufbahnen von der Anziehungskraft der Sonne stark beeinflusst werden. Das hat zur Folge, dass sie keine geschlossenen Umlaufbahnen mehr haben und sich ihre Bahnparameter innerhalb weniger Jahre ändern. Zudem gelangen wegen des starken Einflusses der Schwerkraft der Sonne nur wenige Planetoiden als irreguläre Monde auf eine dauerhafte Umlaufbahn um ihren Mutterplaneten; die meisten von ihnen verlassen sie nach einiger Zeit wieder und werden dann wieder zu direkt die Sonne umwandernde Planetoiden.

Der Erdmond, immerhin der fünftgrößte Mond unseres Sonnensystems, ist indes kein regulärer Mond, sondern gemäß der heutigen Modelle bei einer Kollision zweier Vorläufer-Erden entstanden. Das erklärt auch, warum seine Umlaufbahn in der Planetenebene und nicht in der Äquatorialebene der Erde verläuft und warum er aus Gestein aufgebaut ist.

Die meisten Zwergplaneten und zahlreiche Planetoiden haben ebenfalls Monde, von denen einige mehrere hundert Kilometer groß sind. Der größte von ihnen ist der große Plutomond Charon, der mit über 1200 km Durchmesser etwa halb so groß wie der Pluto selber ist. Insgesamt kennt man fünf Plutomonde und Hydra, der zweitgrößte von ihnen, ist immerhin gut 60 km groß. Der drittgrößte Plutomond Nix, der zusammen mit der Hydra entdeckt wurde, ist ungefähr 50 km groß, das ist so groß wie der zweitgrößte irreguläre Jupitermond Carme. Das Plutomond-System ist auch deswegen bemerkenswert, weil sich alle bekannten Plutomonde auf "regulären" Bahnen befinden und ohne jede physikalische Notwendigkeit die am dichtesten gepackte stabile mögliche räumliche Anordnung eingenommen haben. Hydra ist der äußerste bekannte Plutomond und Nix der drittäußerste. Weitere systematische Beobachtungen sowie der Vorbeiflug der Raumsonde New Horizons haben keine zusätzlichen Plutomond-Entdeckungen hervorgebracht. Die beiden anderen bekannten Plutomonde heißen Kerberos und Styx und sind zwischen 10 km und 20 km groß. - Sie alle sind weiter vom Pluto entfernt als Charon, dennoch haben sie "reguläre" Umlaufbahnen. Das kommt daher, dass auch die übrigen bekannten Plutomonde sehr nahe Umlaufbahnen zum Pluto aufweisen, die aufgrund der Gezeitenkräfte dynamisch "ausgekühlt" und somit regulär geworden sind. Allerdings weisen die Kleinmonde des Pluto so wie die irregulären Monde unseres Sonnensystems keine gebundene Rotation auf. Man vermutet, dass wie der Erdmond auch der große Plutomond Charon ein Kollisionsmond ist; bei Computersimulationen hat sich gezeigt, dass bei Kollisionsmond-Bildungen oftmals mehrere weitere Kleinmonde entstehen.

Auch der Zwergplanet Eris hat einen großen Mond, das ist die Dysnomia, die ungefähr 700 km groß ist. Sie ist der zweitgrößte bekannte Mond eines Zwergplaneten und liegt größenmäßig zwischen dem 4. und dem 5.Typ Monde unseres Sonnensystems. Ob die Eris ein vergleichbares Mondsystem wie der Pluto hat weiß man heutzutage nicht, weil die Eris so weit entfernt ist, dass man solche Monde mit den heutigen Möglichkeiten nicht entdecken kann. Der drittgrößte bekannte Mond, der nicht um einen Planeten wandert, ist Vanth, der Mond von Orcus; mit ungefähr 450 km Durchmesser gehört er größenmäßig zum 5.Typ Monde unseres Sonnensystems. - Auch zahlreiche Planetoiden haben große Monde, hierbei sollte man aber eher von Doppel-Planetoiden sprechen. Außerdem kennt man auch Planetoiden, die Monde ganz ähnlich wie die Marsmonde haben.

5. Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

Die 5. Rubrik vervollständigt die Darstellungen der vorherigen Rubriken, so dass systematisch alle Sterne bis und mit beinahe dritter Größe vorgestellt sind. Diese Rubrik ist in diesem Monat so gestaltet, dass in ihren ersten beiden Unterrubriken Sterne vorgestellt werden, die auch von weniger erfahrenen Beobachtern sehr einfach gefunden werden können.

5.1 Die Sterne der Leier und des Pfeiles

Das Sternbild der Leier
Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind und im Wesentlichen den Leierkasten bilden und wie ein Parallelogramm neben der Wega aussehen. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe: das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren, sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 600 Lichtjahren. Sheliak ist ein veränderlicher Stern. Sheliak bedeutet "Leier" und Sulaphat "Schildkröte", das kommt daher, dass der Mythologie zufolge die Leier aus dem Panzer einer Schildkröte gefertigt wurde. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind unauffälligere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren. - Geht man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben, also weg vom Leierkasten, so erreicht man den Stern epsilon Lyrae. Dieser bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann versuchen, die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge zu erkennen. Dies ist aber schwieriger als das Erkennen von Alkor neben dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Der andere, epsilon(1) Lyrae, ist ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

Ebenso wie Atair, der fliegende Adler an-nasr attair, aus drei Sternen gebildet wird, wird auch der fallende Adler an-nasr al-wagi, aus dessen zweitem Wort sich ja der Sternname Wega gebildet hat, von drei Sternen gebildet, die aber in Winkelform zueinander stehen, das sind epsilon Lyrae die Wega sowie zeta Lyrae.

Geht man quer durch die Leier von der hellen Wega über den zweithellsten Leierstern Sheliak am äußeren Ende des Parallelogrammes rund gleichviel weiter, so gelangt man in der Nähe des Kopfsternes Albireo im Schwan. Geht man nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zum kleinen Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch sowie beinahe die dritte Größe. Beide sind Rote Riesen. Der etwas hellere linke Stern heißt gamma Sagittae und ist gut 270 Lichtjahre entfernt, der schwan-abgewandte rechte Stern heißt delta Sagittae und ist knapp doppelt so weit entfernt. Bei guter Sicht kann man auch die beiden anderen Pfeilsterne sehen, die das Pfeilende markieren; beide erreichen die 4. Größe. Der obere in Richtung Leier ist der Hauptstern des Pfeiles und heißt Alsahm, das bedeutet "Pfeil", und der untere ist beta Sagittae. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne im Abstand von gut 420 Lichtjahren und von knapp 470 Lichtjahren.

5.2 Der Kleine Wagen und die Nördliche Krone


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
Der Kleine Wagen ist bei guten Sichtbedingungen sehr einfach zu finden, er ist indes nicht so auffällig wie der Große Wagen. Seine hellsten Sterne sind der vordere Deichselstern, das ist ja der Polarstern, sowie seine beiden hinteren Kastensterne Kochab und Pherkad. Meistens sieht man nur diese drei Sterne des Kleinen Wagens.

Von den inneren Sternen des Kleinen Wagen, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne, erreichen drei die 4. Größe und einer die 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

Auch 5 Ursae Minoris erreicht die vierte Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 350 Lichtjahren. 5 Ursae Minoris steht fast auf der Linie der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, auf der anderen Seite von Kochab als Pherkad und etwas näher.

Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

Die Nördliche Krone wird von zwei weiteren Sternen 4. Größe und einem Stern gerade noch vierter Größe vervollständigt, die man sehr einfach finden kann und die deswegen ebenfalls vorgestellt werden: in der rechten Reihe folgt nach Nusakan der Stern theta Coronae Borealis, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren, und in der linken Reihe folgt nach gamma Coronae Borealis zuerst der Stern delta Coronae Borealis gerade noch 4 . Größe und dann epsilon Coronae Borealis. - Delta Coronae Borealis ist ein gelblicher Stern im Abstand von 165 Lichtjahren und epsilon Coronae Borealis ein Roter Riese im Abstand von 230 Lichtjahren.

Bei klarer Sicht kann man ganz in der Nähe des vordersten Deichselsternes Benetnash vom Großen Wagen zwei weitere Sterne 4.Größe sehen, die mit Benetnash ein Dreieck in den Bärenhüter hinein bilden. Die Kantenlänge dieses Dreiecks ist etwas kleiner als der Abstand vom mittleren Deichselstern Mizar zur Benetnash. Der nördlichere Dreieckstern heißt theta Bootis, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von fast 50 Lichtjahren, und der untere Stern dieses Dreiecks, der in Richtung Ceginus weist, heißt lamda Bootis und ist ein weißlicher Stern im doppelten Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

5.3 Weitere Herbststerne

Im nördlichen Teil des Perseus befindet sich das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: neben gamma Persei, dem rechten Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, das von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gut gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem rechten Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4.Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

In der Nähe des Kepheus befindet sich der Hauptstern der Eidechse, der beinahe die 3. Größe erreicht. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man die linke Hauskante des Kepheus von iota Cephei über delta Cephei gleichviel weitergeht und dann etwas weg vom Schwan geht.

Seien nun noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe der Andromeda und des Pegasus vorgestellt: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. - Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Wenn man die Pegasuskette von Markab über die Sterne Sadalhomam und Sadalbaham über Enif hinaus in derselben Krümmung weiter geht, so gelangt man zu einem Stern 4. Größe, das ist der Stern 1 Pegasi. Er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Iota Pegasi steht zwischen Scheat und 1 Pegasi.

Die Sterne 51 Andromedae und mue Andromedae wurden bereits vorgestellt. Somit haben wir auch schon fast alle Zutaten der weniger bekannten zweiten Andromedakette beisammen: diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern oberhalb vom vierhellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern zwischen dem mittleren Andromedastern Mirach und dem Andromedanebel, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren.

Geht man von der Sirrah zum vierthellsten Andromedastern delta Andromedae und von hier rechtwinklig gleichviel nach unten weiter, so gelangt man zu zeta Andromedae, er ist ein Roter Riese 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bilde ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist, und gehe entlang des freien Astes zum dritten Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt.

Im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda kann man auch noch das kleine Sternbild des Dreiecks sehen, dessen hellster Stern immerhin dritte Größe erreicht. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3. Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter ihm, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

Wenn man die Pegasuskette von Markab über die Sterne Sadalhomam und Sadalbaham über Enif hinaus in derselben Krümmung weiter geht, so gelangt man zu einem Stern 4. Größe, das ist der Stern 1 Pegasi. Er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Iota Pegasi steht zwischen Scheat und 1 Pegasi.

Im Steinbock gibt es zwei weitere Sterne, die die Helligkeit der sechsthellsten Plejade Taygeta erreichen: wenn man das Sternbild als das "Lächeln des Himmels" bezeichnet, so stehen diese beiden Sterne links der Mitte der beim Lächeln nach unten geschwungenen Oberlippe, das ist zwischen Deneb Algedi und der Sadnashira einerseits im von uns aus gesehen linken Mundwinkel des "Steinbock-Lächelns" sowie der Algiedi und Sadaldabih in seinem rechten Mundwinkel. Fast in der Mitte der beiden Sadalgruppen, etwas näher an der Sadnashira, sieht man theta Capricorni, einen weißlichen Stern im Abstand von fast 160 Lichtjahren; er ist sogar etwas heller als die fünfthellste Plejade Merope. Und links von ihm, schon nach einem Viertel des Weges entlang der Oberlippe vom linken Mundwinkel ausgehend, also in der Mitte zwischen der Sadnashira und theta Capricorni, steht der Stern iota Capricorni, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 210 Lichtjahren.

Unterhalb der ersten Wassermannlinie befinden sich die übrigen noch ausstehenden Sadalsterne. Sie sind im Feldstecher nicht ganz so einfach wie die anderen Sadal-Partnersterne zu finden, weil sie weiter von ihrem Sadal-Hauptstern entfernt sind und oftmals auch noch weitere nur wenig schwächere Sterne dazwischen stehen.

Der hellste von ihnen befindet sich schräg links unterhalb von Sadalbali, das ist nue Aquarii, der sogar etwas heller als sein viel einfacher auffindbarer Sadal-Partnerstern mue Aquarii ist. Nue Aquarii ist wie unsere Sonne ein gelber Stern gerade noch 4. Größe im Abstand von gut 160 Lichtjahren. Vorsicht, dass man ihn nicht mit dem Stern 7 Aquarii verwechselt, der kein Sadal-Partnerstern ist und nur etwas weiter als mue Aquarii von Sadalbali entfernt ist; er ist ein Roter Riese gerade noch 5. Größe im Abstand von 600 Lichtjahren ist. Nue Aquarii ist rund dreimal weiter entfernt und steht etwas südlich.

Schräg links unter Sadalsuud befindet sich sein Sadal-Partnerstern xi Aquarii, er ist ein weißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von 180 Lichtjahren. Fast gleichviel weitergehend befindet sich etwas östlich ein Stern 5. Größe, der bereits zum Steinbock gehört; das ist der Stern 46 Capricorni, wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 800 Lichtjahren. Er ist der zweite Sadal-Partnerstern von Sadalsuud.

Und schräg rechts unterhalb von Sadalmelik befindet sich sein Sadal-Partnerstern omicron Aquarii, er ist ein blauweißlicher Stern beinahe 4. Größe im Abstand von 380 Lichtjahren. Zwischen ihm und seinem Hauptstern Sadalmelik befindet sich der Stern 32 Aquarii, der zwar kein Sadalstern ist, aber zum Auffinden von omicron Aquarii sehr hilfreich ist. 32 Aquarii ist ein weißlicher Stern 5. Größe im Abstand von 230 Lichtjahren.

5.4 Die Sprünge der Gazelle und weitere Sterne vom Bärenstrom der Großen Bärin

Das komplette Sternbild der Großen Bärin. Noch mehr Sterne sind auf der vergrösserten Darstellung bezeichnet.
Verlängert man in den Jagdhunden knapp dreimal von Chara über Cor Caroli, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M3 erkennen; das ist eine kugelförmige Sternansammlung innerhalb unserer Milchstraße. Er ist 34'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500'000 Sterne.

Das Areal unterhalb des Großen Wagen enthält keine Sterne 2. Größe und wird meistens auch nicht weiter beachtet. Das ist schade, denn man kann mehrere Sterne sehen, die helle Sterne dritter Größe sind - wären sie nur eine Zehntel Größenklasse heller, so würden zwei von ihnen sogar beinahe die 2. Größe erreichen. Sie sind also durchaus auffällige Sterne. Am einfachsten findet man sie mit Hilfe der Gazellensprünge, das sind drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe, und die Mythologie weiß zu berichten, dass es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle handelt. - Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom mittleren Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Sie sind der zweit- und dritthellste Nichtwagenstern der Großen Bärin und beide sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der hellste Nichtwagenstern der Großen Bärin, das ist psi Ursae Maioris unterhalb des Wagenkastens. Im Herbst ist das links unterhalb und man findet ihn am einfachsten in Verlängerung der beiden kurzen Seiten des Wagenkastens nach Westen. Er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Der vierthellste Nichtwagenstern ist ebenfalls heller als der Wagenstern Megrez, das ist der Stern Al Haud, der von bloßem Auge gleichhell wie Talitha Borealis vom dritten Gazellensprung ist. Er befindet sich auf dem Weg von Talitha Borealis zum hinteren unteren Kastenstern Merak nach rund einem Drittel des Weges. Al Haud bedeutet "Becken" und ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren.

Am einfachsten fängt man mit den Gazellensprüngen an unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt wie der Große Wagen hoch ist drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe sehen. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird. Diese Sterne werden heutzutage der Großen Bärin zugerechnet.

Man findet die Sterne der Gazellensprünge folgendermaßen: figürlich kann man unterhalb des Wagens bei guter Nordwestsicht sehr schön die Hinter- und die Vorderbeine der Großen Bärin erkennen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern vom Hinterbein wird vom hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris gebildet, der bereits vorgestellt wurde; man findet diesen Stern in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Wagensicht nach unten. Bequemer kann man die beiden kurzen Seiten des Wagenkastens schief nach innen und unten verlängern, das führt ebenfalls sehr einfach zu psi Ursae Maioris. Er erreicht die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin; sie sind somit die beiden hellsten Nichtwagensterne der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation am Vorderbein, hier wird der Fersenstern von Al Haud, der ebenfalls schon vorgestellt wurde, gebildet und diesen Stern findet man, indem man von der Wagendeichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 45 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron". Auch diese beiden Sterne sind heller als der schwächste Wagenstern Megrez. Den ersten Gazellensprung findet man, indem man vom dritten Gazellensprung über den zweiten Gazellensprung ungefähr gleichviel weitergeht.

Die Große Bärin hört nicht bei den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen auf, sondern hat mit der Muscida noch einen weiteren Stern 3. Größe an ihrem Kopf und zwei Sterne beinahe dritter Größe an ihrem Hals: in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel - im Herbst ist das nach rechts unten, findet man den Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von gut 180 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der Wagenstern Megrez am Anfügepunkt der Wagendeichsel. - Auf dem Weg vom Kopfstern Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von der Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Beide sind weißgelbliche Sterne im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen 3. und gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, der gleichhell ist wie der Kopfstern Muscida, und Alula Borealis vom ersten Gazellensprung sowie Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt und erreicht beinahe die 3. Größe.

Der Stern Alkaphrah oder El Kophrah erreicht ebenfalls beinahe die 3. Größe, er befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und dem hellsten Nichtwagenstern psi Ursae Maioris an der Ferse des Hinterbeines der Großen Bärin, etwas zur Wagendeichsel hin eingerückt. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren und bedeutet "Gelenk"; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht.

Im Sternbild der Großen Bärin befinden sich weitere Sterne des Bärenstromes. So hat auch der kastenseitige Deichselstern Alioth des Großen Wagen einen "Augenprüfstern", er heißt 78 Ursae Maioris und wurde schon vorgestellt; er erreicht beinahe die 4. Größe. Er ist ein weißgelblicher Stern ebenfalls im Abstand von rund 80 Lichtjahren und gehört zu den Zentralsternen des Bärenstromes, zu denen auch der Stern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung der beiden unteren Kastensterne des Großen Wagen von Phekda über Merak rund die Hälfte weiter gehört. Auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von ungefähr 80 Lichtjahren; er ist absolut gleichhell wie der "Augenprüfstern" von Alioth, scheint aber aufgrund seiner geringfügig größeren Entfernung etwas weniger hell.

Neben dem Zentralstern 37 Ursae Maioris in der Verlängerung des unteren vorderen Kastensternes Phekda zu Merak über die Hälfte weiter steht ein Stern beinahe 4. Größe, das ist 36 Ursae Maioris; diesen findet man, indem man von Dubhe über 37 Ursae Maioris geringfügig weitergeht. 36 Ursae Maioris ist ein weißgelblicher Vordergrundstern auf halbem Wege, im Abstand von 42 Lichtjahren.

Ein weiterer theoretisch von bloßem Auge sichtbarer Zentralstern des Bärenstromes ist der Stern HR4867, der beinahe die 5. Größe erreicht; ihn findet man, wenn man vom unteren vorderen Kastenstern Phekda zum oberen vorderen Kastenstern Megrez und dann gleichviel weitergeht; auch HR4867 ist ein weißgelblicher Stern. Mit einem Feldstecher ist dieser Stern sehr einfach auffindbar.

Eine gewisse Prominenz hat auch der Ludwigsstern, ein Stern gerade noch 7. Größe, den man bei guter Sicht mit einem Feldstecher zwischen dem mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen und dem Augenprüfstern Alkor etwas unterhalb sehen kann. Im 18. Jahrhundert wurde er irrtümlicherweise vorübergehend für einen Planeten gehalten; heute weiß man, dass er ein weißlicher Hintergrundstern im Abstand von über 350 Lichtjahren ist.

5.5 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und dem Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der sehr einfach zu finden ist; er ist zwar nur der achthellste Drachenstern, war aber vor rund 5000 Jahren unser Polarstern.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Auch über den Kepheus kann man in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Schließlich kann man vom Wagenkasten des Großen Wagen ausgehend die beiden hinteren Sterne des gewaltigen Drachenschwanzes finden, die oberhalb des Wagenkastens stehen: stellt man sich diesen als ein Haus vor, so steht an der Dachspitze der Drachenstern kappa Draconis, und auf dem Weg von Merak über Dubhe, den beiden hinteren Kastensternen des Großen Wagen, zum Polarstern sieht man nach einem Viertel des Weges etwas links den Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie kappa Draconis und Giauzar. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Ettanin und Alwaid stehen in einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der linke ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der rechte gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer". Geht man quer durch die Drachenkopf-Raute von Ettanin über iota Herculi rund eineinhalb mal weiter, so gelangt man im Norden des Herkules zu pi Herculi. Er ist ein Roter Riese 3.Größe im Abstand von 400 Lichtjahren.. In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern gerade noch 3. Größe, der 25 Lichtjahre entfernt ist. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconis rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, dann der zweithellste Drachenstern eta Draconis und dann Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache". Diese beiden Sterne kann man bei guten Sichtbedingungen sehr einfach mit Hilfe des Großen Wagen erkennen, wo sie oberhalb des Wagenkastens sowie auf dem Weg der beiden hinteren Kastensterne zum Polarstern etwas links stehen.

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind gleich hell, sie sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diese Sterne von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae, der neben der hellen Wega steht.

5.6 Weitere Herkulessterne

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkulestrapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, auf den die große Arktur-Mirak-Gemma-Deichsel weist, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite. Mue Herculi findet man, indem man vom hellsten Herkulesstern Rutikulus über Sarin ungefähr gleichviel weitergeht.

Im Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe:

Zu xi Herculi gelangt man, indem man die Linie Rutikulus - Sarin - mue Herculi weitergeht; noch etwas weiter ein wenig nach links abgebogen kann man auch noch omicron Herculi sehen. Xi Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 135 Lichtjahren und omicron Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 350 Lichtjahren.

Neben Rutikulus steht der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der 200 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindet sich im nördlichen Teil des Sternbildes: wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi findet man am einfachsten, indem man diagonal durch das Herkulestrapez von epsilon über pi Herculi und dann gut gleichviel weiter geht, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 310 Lichtjahren.

Sei schließlich noch der Stern 109 Herculi erwähnt; ihn findet man, indem man von pi Herculi in der oberen linken Ecke des Herkulestrapezes zwischen mue und xi Herculi hindurch gleichviel weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 130 Lichtjahren. Geht man gleichviel weiter, so gelangt man in den Adler, zuerst zum Adlerstern Deneb el Okab und danach zu Atair.

Bei pi Herculi befindet sich eine kleine Sternen-Dreiergruppe, die wie eine Deichsel geformt ist und deren mittlerer Stern etwas näher am unteren Stern steht. Der hellste Stern dieser Dreiergruppe ist pi Herculi am unteren Ende dieser Deichsel; der zweithellste Stern steht am oberen Ende der Deichsel und erreicht gerade noch die 4. Größe, das ist der Stern rho Herculi, und beinahe 4. Größe hell ist ihr mittlerer Stern, das ist 69 Herculi. - Rho Herculi ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und 69 Herculi ist ein weißlicher Stern im Abstand von 180 Lichtjahren.

5.7 Weitere Frühlingssterne in der Schlange und im Schlangenträger

Geht man vom Ende des geraden Teiles des Himmelslineals bei zeta Ophiuchi, der manchmal auch Han genannt wird, geradeaus weiter, also am abseits gelegenen Stern Sabik vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 3. Größe, das ist theta Ophiuchi. Theta Ophiuchi ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 600 Lichtjahren. Der Tierkreis verläuft zwischen Sabik und theta Ophiuchi.

Das Himmelslineal ist eine sehr eindrückliche und einfach auffindbare Orientierungshilfe, während die andere Linie der Schlange, die sich ja um den Schlangenträger windet und deswegen in zwei nicht zusammenhängende Teile aufgespalten ist, eher unauffällig ist, auch wenn ihre Sterne nicht schwer auffindbar sind. Sie befinden sich im Areal zwischen den beiden hellsten Schlangenträgersternen Ras Alhague und Sabik und bilden den Schwanz der Schlange.

Der unterste Stern der zweiten Linie der Schlange ist xi Serpentis, er erreicht gerade noch die 3. Größe. Man findet ihn, indem man am unteren Ende des Himmelslineals bei Sabik wieder nach oben abknickt; er bildet mit Sabik und theta Ophiuchi im Tierkreis ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Sabik ist. Xi Serpentis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Der oberste Stern der zweiten Linie der Schlange erreicht die 3. Größe, das ist eta Serpentis. Zunächst geht man von Ras Alhague zu Celbalrai und noch ein kleines bisschen weiter, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist gamma Ophiuchi, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Eta Serpentis findet man auf dem Weg von Ras Alhague, Celbalrai und gamma Ophiuchi, indem man etwas nach oben abknickt, gleichviel wie der Abstand von Ras Alhague zu Celbalrai. Man kann ihn auch finden, indem man den Stern kappa Ophiuchi an Celbalrai spiegelt. Eta Serpentis ist ein Roter Riese im Abstand von gut 60 Lichtjahren.

Nue Ophiuchi schließlich ist der dritte Stern der zweiten Schlangenlinie, er steht in der Mitte der beiden anderen Sterne der zweiten Schlangenlinie, xi und eta Serpentis, gehört aber zum Sternbild des Schlangenträgers. Auch nue Ophiuchi erreicht die 3. Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 150 Lichtjahren.

Geht man von der Gemma zu Unuk und dann nochmal die Hälfte weiter, so gelangt man zu einem Stern gerade noch 3. Größe, das ist mue Serpentis. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von rund 155 Lichtjahren. - In der Mitte zwischen Unuk und Gemma findet man zwei weitere Sterne der Schlange, die beinahe die 3. Größe erreichen: der rechte der beiden ist beta Serpentis, ein weißlicher Stern im Abstand von ebenfalls ungefähr 155 Lichtjahren, und der linke ist gamma Serpentis, ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren. In der chinesischen Astronomie trägt der Stern beta Serpentis den Namen Chow, was für die Zhou-Dynastie steht. Auch beta Serpentis gehört zum Bärenstrom.

Beinahe 3. Größe erreichen die Sterne 72 Ophiuchi und lamda Ophiuchi. 72 Ophiuchi bildet mit Ras Alhague und Celbarai ein beinahe gleichseitiges Dreieck, etwas kürzer als dasjenige mit kappa Ophiuchi auf der anderen Seite. 72 Ophiuchi ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Lamda Ophiuchi steht zwischen kappa Ophiuchi im Dreieck mit Ras Alhague und Celbarai auf der einen Seite und Yed Prior im Himmelslineal an der Grenze Schlange zum Schlangenträger auf der anderen Seite. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 170 Lichtjahren.

Die beiden Hauptsterne des Schlangenträgers und des Herkules, Ras Alhague und Ras Algethi, bilden mit kappa Ophiuchi in der rechten Ecke ein Dreieck. Kappa Ophiuchi ist ein Roter Riese dritter Größe im Abstand von 90 Lichtjahren.

Somit kann man quer zum Himmelslineal vom oberen Waagestern Zuben-el-schemali via Yed Prior bis Ras Alhague gehen: zunächst erreicht man mue Serpentis, dann überquert man das Himmelslineal oberhalb von Yed Prior und gelangt zu lamda Ophiuchi, dann zu kappa Ophiuchi im kleinen Dreieck mit den beiden Hauptsternen des Schlangenträgers und des Herkules, Ras Alhague und Ras Algethi, und schließlich zu Ras Alhague selber.

5.8 Weitere Sterne des Schwanes, des Adlers und des Schützen sowie das Schild, der Delfin und das Füllen

Wir fangen bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichviel weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein über 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni, ein gut 350 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkliges Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Riesenstern. - 61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahren, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 140 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern ist ebenfalls beinahe 3. Größe hell und heißt omicron(1) Cygni und der äußere Stern heißt omicron(2) Cygni und erreicht die 4. Größe. Beide sind über 1000 Lichtjahre entfernte Rote Riesen.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dieser ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. - Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zum Stern 12 Aquilae, dieser Stern erreicht 4. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Er ist gleichhell wie Deneb el Okab Borealis neben dem dritthellsten Adlerstern Deneb el Okab.

Geht man von delta Aquilae zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken, so gelangt man nach gut der Hälfte zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist eta Aquilae. Dieser ist ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von fast 1200 Lichtjahren.

Den Stern Al Thalimain Posterior schließlich findet man, indem man von Al Thalimain Prior zu theta Aquilae in der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts geht; nach gut der Hälfte gelangt man etwas nach oben zu delta Aquila eingerückt zu einem Stern 4. Größe, das ist Al Thalimain Posterior, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Man kann diesen Stern, der fast so hell wie 12 Aquilae und Deneb el Okab Borealis ist, auch finden, indem man Deneb el Okab herkommend über delta Aquilae etwas mehr als die Hälfte weitergeht. Al Thalimain bedeutet "die (beiden) Strauße".

Geht man entlang des Bogens Atair über delta Aquilae und Al Thalimain Prior gleichviel weiter, so gelangt man in die nördlichen Teile des Schützen, dessen erste Mondstation ebenfalls zwei Straußen beschreibt. Dabei durchquert man das unauffällige Sternbild des Schildes, dessen Hauptstern beinahe 3. Größe erreicht und den man etwas unterhalb der Mitte der Sterne Al Thalimain Prior und 12 Aquilae einerseits und des zweithellsten Schlangensternes eta Serpentis andererseits findet. Alpha Scuti ist ein Roter Riese im Abstand von rund 175 Lichtjahren.

Das Sternbild des Schützen hat noch drei Sterne beinahe dritter Größe, die nicht schwer zu finden sind. Der Stern omicron Sagittarii befindet sich in der kleinen Sterngruppe um den Schützenstern Albalda am oberen Ende des oberen Bogens; er steht zwischen Albalda und xi2 Sagittarii, etwas unterhalb. Den Stern mue Sagittarii findet man, wenn man vom Stern Sabik am unteren abgeknickten Ende des Himmelslineals zu Kaus Borealis am oberen Ende des unteren Bogens geht, etwa ein Viertel ehe man Kaus Borealis erreicht, etwas oberhalb. Und den Stern rho1 Sagittarii findet man, wenn man die beiden Sterne des oberen Bogens, das sind Nunki und Albalda, nach oben gleichviel in Richtung des Adlers verlängert. Omicron Sagittarii ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 140 Lichtjahren und wird manchmal auch als Manubrium bezeichnet, das bedeutet "Brustbein (des Schützen)", mue Sagittarii heißt auch Polis und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 3000 Lichtjahren; Polis ist eine koptische Bezeichnung und bedeutet "Fohlen". Rho1 Sagittarii ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 120 Lichtjahren.

Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner Falken nach links, also in die andere Richtung als delta Aquilae, so gelangt man zum Sternbild des Delfin. Dieser ist ein kleines Sternbild und sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Man kann auch im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegeln und gelangt zum Delfin, kurz ehe man den hellsten Pegasusstern Enif erreicht.

Der Delfin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute steht in Richtung Schwan der Hauptstern des Delfins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. - An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 360 Lichtjahren. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

Der hellste Stern des Füllens erreicht beinahe die 3. Größe, er steht in der Mitte vom hellsten Pegasusstern Enif, vom hellsten Wassermannstern Sadalsuud und vom Delfin; man findet ihn, indem man von Enif in Richtung Delfin geht und nach einem Viertel des Weges senkrecht nach unten in Richtung Wassermann abbiegt. Alpha Equulei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 190 Lichtjahren.

5.9 Weitere Sterne des Wassermannes sowie der Kleiderbügel

Zuunterst in der unteren Wassermann-Sternenkette findet man nur bei ausgezeichneten Sichtbedingungen etwas links der Verbindungslinie von Hydor über Skat hinaus den Stern 88 Aquarii, einen weißgelblichen Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Dieser Stern wird manchmal auch c(2) Aquarii genannt. Er steht inmitten einer kleinen Sterngruppe, welche den Fuß des Wassermannes markiert. Links neben ihm findet man von bloßem Auge gleichhell einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern 98 Aquarii, ein Roter Riese im Abstand von gut 160 Lichtjahren. Auch dieser Stern, der manchmal b(1) Aquarii genannt wird, steht in einer kleinen Sterngruppe. Der dritthellste Wassermannstern Skat, 88 Aquarii am unteren Ende der zweiten Wassermannlinie und 98 Aquarii bilden beinahe ein rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in 88 Aquarii. 88 Aquarii und 98 Aquarii sind ungefähr halb so weit voneinander entfernt wie 88 Aquarii von Skat.

Etwas nordwestlich vom dritthellsten Wassermannstern Skat sieht man den Stern tau Aquarii, einen Roten Riesen im Abstand von 380 Lichtjahren. Dieser Stern ist gleichhell wie eta Aquarii, der dritthellste Stern der Sadalgruppe Sadalachbia im Mercedesstern, das ist die Helligkeit des Augenprüfsterns Alkor beim mittleren Deichselstern Mizar des Großen Wagen. Tau Aquarii kann man auch finden, indem man vom unteren Ende der zweiten Wassermannlinie von 88 Aquarii über den dritthellsten Wassermannstern Skat rund die Hälfte weitergeht.

Der Stern Ancha erreicht die 4. Größe und bildet mit den beiden hellsten Wassermannsternen Sadalsuud und Sadalmelik ein fast gleichseitiges Dreieck nach Süden und wird meistens oberhalb der Hüfte des Wassermannes dargestellt. Ancha ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und bedeutet "der Hüftknochen (des Wassermannes)".

Der Wasserfluss, den der Wassermann ausgießt, entspringt einem Gefäß, welches durch die Sadalgruppe Sadalachbia, den Mercedesstern, dargestellt wird. Er windet sich dann etwas nach Osten zu Hydor, dem obersten Stern der zweiten Wassermannlinie und weiter nach Osten gehend zu mehreren kleinen Sterngruppen, in denen auch die Sterne phi Aquarii und psi(1) Aquarii stehen.

Hydor, phi Aquarii und psi(1) Aquarii bilden ein längliches gleichschenkliges Dreieck mit Hydor an seiner langen Spitze und phi Aquarii an seiner oberen und psi(1) Aquarii an seiner unteren Ecke. Beide Sterne sind ebenso wie Ancha gleich hell wie die sechsthellste Plejade Taygeta sowie der Sadal-Partnerstern vom Pegasusstern Sadalhomam zwischen Sadalhomam und Markab. Phi Aquarii und psi(1) Aquarii sind beide Rote Riesen, phi Aquarii im Abstand von gut 220 Lichtjahren und psi(1) Aquarii im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Der Wasserfluss windet sich dann weiter um das Bein des Wassermannes mit dem dritthellsten Wassermannstern Skat und seinem Nachbarstern tau Aquarii und fließt schließlich durch die Sterngruppe mit dem Stern 98 Aquarii hindurch, die sich links vom Fuß des Wassermannes befindet, der durch die Sterngruppe von 88 Aquarii dargestellt wird, ehe er sich dann ins Maul des Südlichen Fisches bei der Fomalhaut ergießt.

Von bloßem Auge gleichhell ist auch der Stern iota Aquarii; er befindet sich etwas abseits zwischen Ancha und den beiden Steinbocksternen Deneb Algedi und der Sadnashira, etwas unterhalb und etwas näher an Deneb Algedi. Iota Aquarii ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 170 Lichtjahren.

Wer einen lichtstarken Feldstecher hat, kann einmal versuchen, den "Kleiderbügel" zu finden: Dieser befindet sich auf der Verbindungslinie Atair - Wega, etwa ein Drittel von Atair entfernt, d.h. unterhalb von Albireo, ein bisschen ins Sommerdreieck hineingeschoben. Er besteht aus 6 Sternen, die gerade auf einer Linie liegen sowie vier Sternen, die einen Haken nach unten bilden, so dass dieser Kleiderbügel kopfüber am Himmel steht. Die Sterne des Kleiderbügels stehen nur zufällig dort, sie sind aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt und bilden keinen Sternhaufen. Sie befinden sich im unauffälligen Sternbild des Füchschens.

Der hellste Stern des Kleiderbügels heißt 4 Vulpeculae und erreicht 5. Größe und kann bei sehr guten Sichtbedingungen von bloßem Auge gesehen werden, er steht an der Rundung des Hakens, also an der dritten Stelle. Zwei weitere Sterne erreichen beinahe die 5. Größe und können somit theoretisch bei ausgezeichneten Sichtbedingungen ebenfalls von bloßem Auge gesehen werden. Sie stehen an den beiden ersten Stellen des Kleiderbügelhakens; der erste heißt 5 Vulpeculae und der zweite heißt HD182955. Drei weitere Sterne erreichen die 6. Größe und sind sehr einfache Feldstecherobjekte, das sind vom Schwan herkommend der erste, der vierte und der fünfte Stern der Kleiderbügellinie. Sie heißen 7 Vulpeculae, HD182761 und HD182422.

Der hellste Kleiderbügelstern 4 Vulpeculae ist ein Roter Riese im Abstand von fast 240 Lichtjahren. 5 Vulpeculae, der erste Stern des Kleiderbügelhakens, ist ein geringfügig näherer weißlicher Stern im Abstand von 220 Lichtjahren, und der dritthellste Kleiderbügelstern zwischen den beiden ist ein Roter Riese im Abstand von gut 450 Lichtjahren.

Der erste Kleiderbügellinienstern 7 Vulpeculae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 750 Lichtjahren, der vierte Kleiderbügellinienstern ist ein weißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren und der vorletzte Kleiderbügellinienstern ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 1100 Lichtjahren.

Die 4 übrigen Sterne kann man bei genügend guten Sichtbedingungen ebenfalls im Feldstecher sehen.

Es gibt so viele Sterne in dieser Helligkeit, dass man sie nicht alle mit einem griechischem Buchstaben oder einer Zahl und nachfolgend dem Genetiv des lateinischen Sternbildnamens bezeichnen kann. Um diese Sterne dennoch eindeutig zuordnen zu können wurden im Laufe der Zeit verschiedene Kataloge zusammengestellt und der bekannteste von ihnen ist der Henry-Draper-Katalog, der alle Sterne bis zur 9. Größe, das sind über 350'000 Sterne, umfasst. Ihr Sternname setzt sich aus der Abkürzung HD für Henry-Draper-Katalog und einer sechsstelligen Katalognummer zusammen.

Der zweite und dritte Stern der Kleiderbügellinie erreichen beide beinahe 6. Größe und heißen HD183261 - er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 900 Lichtjahren, und HD182972 - er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren. Der letzte Stern der Kleiderbügellinie erreicht die 7. Größe, er heißt HD182293 und ist ein Roter Riese im Abstand von 360 Lichtjahren; gleichhell ist der vierte Kleiderbügelhakenstern HD182620, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 550 Lichtjahren.

6. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition

As our planet Earth moves around the Sun, from Earth there is the impression that the Sun is moving leftwards in front of the stars. As the lunar orbit around Earth geometrically closely falls into the same plane, the Moon seems to move in front of the same stars like the Sun. As the stars passed by the Moon can be observed easily during the night, the Indian tradition and later also the Arab tradition used lunar mansions for their calendar and related them to Godesses and Deities. The lunar mansions of the Indian tradition are called Nakshatra and the next section will describe the stars within each lunar mansion and nearby bright stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

6.1 Svati: Arcturus

This Nakshatra of the spring is Svati. This means "Su-Ati (sanskrit) Very good", which is a name of Arcturus. One of the most famous constellations of all is the Big Dipper. In the English language this constellation originally was called the Plough, but nowadays the name Big Dipper is more familiar. The Big Dipper consists of 7 stars of which 4 stars form the bowl and 3 stars form the handle. Six of them are of second magnitude and the three brightest ones nearly reach first magnitude: Alioth, the first star of the handle closest to the bowl, then Dubhe, the upper star of the bowl away from the handle, and Alkaid, the star at the end of the handle of the Big Dipper.

Alioth is a white star 80 lightyears away and means "fat tail of a sheep", Dubhe is a red giant star 120 lightyears away and means "the Bear" (as in Greek mythology the Big Dipper is representing a Bear) and Alkaid is a bluish star 100 lightyears away. This name originates from Alkaid-Benetnash and means "the leader of the daughters of the bier".

The most famous star of the Big Dipper is Mizar, the middle star of the handle. Like Alioth, it is a white star 80 lightyears away. Mizar means "girdle". A person with good eyesight can see a further star next to Mizar; this is Alcor, a star as bright as a typical Pleiades star. Indeed, Alcor is a neighbouring star of Mizar. In a telescope it can easily be seen that Mizar is a double star where the companion star is of the same brightness as nearby Alcor.

The handle-side of the bowl of the Big Dipper is composed of two stars: on the northern edge the third magnitude star Megrez, which is physically brighter than the Dog Star Sirius, and on the southern edge the second magnitude star Phecda. Both are white stars at a distance of about 80 lightyears. Phecda means "thigh (of the Bear)" and Megrez means "the base (of the Bear's tail)".

From Big Dipper to Arcturus
Following the arc of the handle of the Big Dipper leads to a very bright star of 0th magnitude which is the brightest star of the northern hemisphere. Its name is Arcturus, which means "hunter looking at the Bear". Arcturus is a very close red giant star only 37 lightyears away.

Arcturus is the brightest star of the the northern hemisphere and is found following the arc of the handle of the Big Dipper.

The Big Dipper is also a very useful pointer towards the north since the two stars of the bowl away from the handle, Dubhe, the upper one, and Merak below, form a line starting at Merak and continuing about five times further through Dubhe, which points to the Northern Star. The Northern Star is a white star nearly 500 lightyears away and as it is located very close to the northern pole of the hemisphere, it always appears to be at the same place in the sky.

Merak, the southern pointer star of the Big Dipper, is a white second magnitude star 80 lightyears away. Besides Dubhe and Alkaid, all the stars of the Big Dipper including Alcor, the teststar of eyesight, are white stars at a distance of 80 lightyears. They all form a loose star cluster, the Ursa Major moving group; all shared a common birth.

The Lord of Svati is Rahu representing the North lunar node, its symbol is a shoot of a plant and a coral, and its Deity is Vayu, the Wind god.

6.2 Visakha: the constellation Libra

The first Nakshatra of the summer is Visakha. This means "forked, having branches"; it is also known as radha, "the gift".

Arcturus is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Both Mirak and Gemma are of second magnitude. Mirak belongs to the same constellation as Arcturus and means "the loins"; it is a Red Giant star almost 200 lightyears away. Gemma is the main star of Corona Borealis, the Northern Crown, and means "jewel", it is a white star 80 lightyears away.

Mirroring Mirak at the line Arcturus - Gemma but three times further away is a star of nearly second magnitude named Unuk, "the Serpent's Neck". Unuk is a Red Giant star almost 75 lightyears away. Passing from Mirak to Unuk and half as far again, further two stars are visible, the first is another almost second magnitude star and the second just a little beyond it, is a third magnitude star. They are at the border of the constellations Serpent and Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Their names are Yed Prior and Yed Posterior. Yed means "the hand" and the Latin attributes 'prior' and 'posterior' indicate the foremost and the furthermost location in the Serpent-Bearer's Hand. - Yed Prior is a Red Giant star 170 lightyears away and Yed Posterior a yellow star like the sun over 100 lightyears away.

Following the line from Mirak and Unuk to Yed Prior and Yed Posterior and then going perpendicular to the west, another star of almost second magnitude is seen, called Zuben-el-schemali. Continuing along this line, another almost second magnitude star is seen, called Zuben-el-genubi.

Zuben-el-schemali is a bluish star 120 lightyears away and Zuben-el-genubi is a white star nearly 80 lightyears away. Their meaning is "The Northern Claw" and "The Southern Claw", both referring to the nearby constellation Scorpio.

The star Brachium is of third magnitude and forms a wide triangle with Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi where Brachium is at its southern corner. Brachium means "arm" and is a Red Giant star nearly 300 lightyears away. These are the three brightest stars of the constellation Libra, representing the Weighing Scales.

The Nakshatra Visakha consists of Zuben-el-schemali and Zuben-el-genubi together with two other fourth magnitude stars forming a parallel line halfway south of them, north of Brachium.

Its Lord is Guru, represented by Jupiter, its symbol is a triumphal arch and a potter's wheel, and its Deities are Indra, the chief of the Gods, and Agni, the God of Fire.

6.3 Anuradha: the northern part of the Scorpion

Scorpio and Libra
The next Nakshatra of the summer is Anuradha. This means "following radha", which was the last Nakshatra.

Continuing the line from Mirak through Unuk, Yed Prior and Yed Posterior a further almost second magnitude star can be seen, named zeta Ophiuchi. Continuing on a slight curve leads to Sabik, a second magnitude star. Originally, both stars were called Sabik, with zeta Ophiuchi known as "as-sabiq al-awwal" and Sabik as "as-sabiq at-tani", meaning "the first preceding one" and "the second preceding one". - Zeta Ophiuchi is a bluish star nearly 500 lightyears away and Sabik is a white star about 80 lightyears away.

These stars form a nearly straight line consisting of 7 stars, beginning from three stars with Unuk in their middle, followed by the nearby pair of stars Yed Prior and Yed Posterior, and moving along the same distance arriving at the first Sabik-star, zeta Ophiuchi, and then at the same distance again only a little to the north ending up at Sabik. Sabik is the Northern Star of the planet Uranus.

South of the end of the line, the first magnitude star Antares can be seen, which is a Red Giant star representing the heart of the Scorpion. Its Arabian name "Calbalacrab" also means "the Scorpion's heart". Antares means "equal to-Mars", referring to its deep red colour which is easily seen by the naked eye. East of Antares the giant planet Jupiter can be seen by continuing the line from Mirak through Unuk, Yed Prior, Yed Posterior and then zeta Ophiuchi.

Zuben-el-genubi, the middle star of the constellation Libra, is also easily found halfway between Antares and the horizon.

West of Antares is a handle-like group of three stars which form this Nakshatra; the northern-most star of this group is Acrab, the middle one is Dschubba and the southern-most one is pi Scorpii. Acrab is of second magnitude, Dschubba of nearly first magnitude and pi Scorpii of nearly second magnitude. All of them are bluish stars, Acrab being more than 500 lightyears away and Dschubba 400 lightyears away. Acrab means "the Scorpion" and Dschubba means "the forehead". Pi Scorpii is 450 lightyears away.

The Lord of this Nakshatra is Shani, represented by Saturn, its symbol is a triumphal archway and a lotus and its Deity is Mitra, one of the Adityas of friendship and partnership.

6.4 Jyeshtha: Antares and its neighbor stars

The next Nakshatra of the summer is Jyeshtha. This means "the eldest, most excellent".

The principal star of the Scorpion is Antares. It is in the middle of a handle-like group of three stars with sigma Scorpii on the side of the Nakshatra Anuradha and tau Scorpii on the other side. Both sigma and tau Scorpii have the name Alniyat that means "stars to protect the heart (of the Scorpion)", which is Antares. Like the three stars Acrab, Dschubba and pi Scorpii of the Nakshatra Anuradha, both sigma and tau Scorpii are bluish stars, sigma Scorpii being 700 lightyears away and tau Scorpii 430 lightyears away.

Both Nakshatras form the body and the claw of the Scorpion, which is, according to my mind, the most beautiful constellation of all.

Its Lord is Budh, represented by Mercury, its symbol is a circular amulet, an umbrella and an earring, and its Deity is Indra, the chief of the Gods.

6.5 Mula: the impressive tail of the Scorpion

Tail of the Scorpion
The next Nakshatra of the summer is Mula. This means "the root".

Following the arc of the handle of the Scorpion's heart with Antares the impressive tail of the Scorpion can be observed starting with the star epsilon Scorpii. By continuing along this path the star Sargas is seen at the curve of the tail and, by continuing to follow the tail to its end, two nearby stars are seen. The brighter one on the left side is Shaula and is of nearly first magnitude and Lesath, on the right side, is of nearly second magnitude. They are sometimes referred to as the Cat's Eyes.

Epsilon Scorpii between the body and the tail of the Scorpion is a second magnitude star and Sargas is another almost first magnitude star.

Epsilon Scorpii is a red giant star at a distance of about 70 lightyears and Sargas is a white star almost 200 lightyears away. The name Sargas is of unknown Sumerian origin. - Shaula means "the raised (tail of the Scorpion)" and Lesath means "pass (or bite) of a poisonous animal"; both are bluish stars. Shaula is more than 700 lightyears away and Lesath 520 lightyears away.

Below Shaula and Lesath the second magnitude star Girtab is seen, it is also a bluish star almost 500 lightyears away. Girtab is the Sumerian word for "scorpion".

Its Lord is Ketu, represented by the south lunar node, its Symbol is a bunch of roots tied together or an elephant goad, and its Deity is Nirrti, the goddess of dissolution and destruction.

6.6 Purva Ashadha: the Arc of Sagittarius

Finding Sagittarius 2nd possibility
The next Nakshatra of the summer is Purva Ashadha. This means the "first of the asadha", a constellation whose name translates as "the invincible one".

Both Sabik stars (zeta Ophiuchi and Sabik) are easily found with the help of the Scorpion as they nearly form a right-angle with Antares and Dschubba on the southern side and Sabik and zeta Ophiuchi on the northern side. This right-angle is about twice as high as it is wide. Continuing the line of the Nakshatra stars Anuradha (i.e. pi Scorpii, Dschubba and Acrab which form the northern part of the Scorpion) further to the north also leads to zeta Ophiuchi.

Continuing the line from Unuk through Yed Prior and Yed Posterior, then through both Sabik stars, zeta Ophiuchi and Sabik, and carrying on twice as far again as the Sabik stars are apart, brings you to two stars, which belong to the constellation Sagittarius. The first one is Kaus Borealis and the second, brighter one, located within a group of several stars, is called Nunki. Kaus Borealis is a star of almost second magnitude and its name means "northern star of the arc". The name Nunki is of Sumerian origin and means "divine place on earth". Nunki is a bluish star of second magnitude 220 lightyears away whilst Kaus Borealis is a Red Giant star nearly 80 lightyears away. - Moving further to the north of Nunki, another nearly second magnitude star can be seen: this is Albalda meaning "the place", which is a white star about 450 lightyears away. To the West a 0th magnitude star can be seen. This is the ring-planet Saturn. These stars are part of two handle-like groups of stars, where the group with Kaus Borealis forms the arc of Sagittarius, and the group with Nunki and Albalda, which also resembles an arc, forms the body of Sagittarius. Both arcs seem to have a short arrow each starting at the middle star and pointing towards the Scorpion.

South of Kaus Borealis, the northernmost star of the real arc of Sagittarius, two further stars are seen, which are the stars forming this Nakshatra: first Kaus Meridionalis, a little brighter than Kaus Borealis, and then Kaus Australis, which is the brightest star of the constellation and almost of first magnitude. Kaus Australis is a bluish star at a distance of 145 lightyears and Kaus Meridionalis is a Red Giant star more than 300 lightyears away. Their names mean "southern star of the arc" and "middle star of the arc".

South of Nunki the third brightest star of the constellation, Ascella, is seen. This is a white star 90 lightyears away. Ascella is the Latin word for "armpit".

The Lord of Purva Ashadha is Shukra, represented by Venus, its Symbol is an Elephant tusk, a fan and a winnowing basket and its Deity is Apah, the god of Water.

6.7 Uttara Ashadha: the Body of Sagittarius

The two arcs of Sagittarius
The next Nakshatra of the summer is Uttara Ashadha. This means the "second of the asadha".

The arc of the Sagittarius has an arrow with the arrowhead being slightly west of the star Kaus Meridionalis; its name is Alnasl, meaning "arrowhead". Alnasl is a Red Giant star of third magnitude at a distance of nearly 100 lightyears.

This Nakshatra is composed of the stars Nunki and Ascella, the middle and the southernmost star of the "second arc", which forms the body of Sagittarius.

In English literature, the Sagittarius stars form the "Teapot": Kaus Borealis, the northernmost star in the arc of Sagittarius, is the apex of the lid; Nunki in the middle of the "second arc", together with the surrounding stars, and Ascella at the bottom of the second arc, form the handle; and Alnasl forms the tip of the spout. The other stars form the body of the pot; only Albalda, the northernmost star of the second arc, is not part of the teapot.

The Lord of this Nakshatra is Surya, represented by the Sun, its Symbol is an Elephant tusk and a small bed and its Deities are Visvedevas, the universal gods

6.8 Sravana: the Eagle

The next Nakshatra of the summer is Sravana. This means "the hearing".

Continuing the two arcs of Sagittarius to the north leads to an almost 0th magnitude star, which is Altair, the principal star of the Eagle. On either side of Altair is a star: Tarazed to the north and Alshain to the south. Sometimes they are translated as Falcons accompanying the Eagle, which in fact is a mistake: their name originates from "shahin tarazed" which encompassed all three of them, meaning "scale-beam", i.e. the arm of a pair of scales. The first part of the name is nowadays used for Alshain and the second part of the name for Tarazed.

Altair means "the flying Eagle" and is a nearby white star only 17 lightyears away. Tarazed is a Red Giant star of almost second magnitude at a distance of nearly 500 lightyears and Alshain is like our Sun, a yellow star nearly 50 lightyears away. These three stars form this Nakshatra.

As seen before, the brightest star of the northern hemisphere, Arcturus, is found following the arc of the handle of the Big Dipper. Starting from Arcturus almost at a right-angle to the east, a further handle-like group of stars can be observed with Arcturus in the first position, the star Mirak in the middle and the star Gemma at its end. Following the arc of this handle leads to the second magnitude star Ras Alhague, which is the principal star of the constellation Ophiuchus, the Serpent-Bearer. Ras Alhague is a white star 60 lightyears away. Ras Alhague can also be found in the middle of Gemma and Atair, a little south. Progressing from Ras Alhague to the Scorpion, after two thirds of the way along, both Sabik stars, zeta Ophiuchi and Sabik, are passed by.

The Lord of Sravana is Chandra, represented by the Moon, its Symbol is an Ear or Three Footprints and its Deity is Vishnu, the preserver of the universe.

7. Nakshatra: Lunar mansions in the Indian tradition of the first Autumn constellations

The Nakshatra of the autumn contain less bright stars than the Nakshatra of the other seasons, but they contain the oldest constellations as their ascendance heralded the fertile season with rain bringing life back again to earth. The main constellations of this period are Capricorn and Aquarius. The Arabian tradition using groups of nearby stars instead of the larger constellations of today called these star groups Sadal-stars, where Sadal means "good fortune)". There are 10 such Sadal-stars.

All religious information is taken from the English Wikipedia.

7.1 Dhanishta: the Dolphin

Eagle and Dolphin
The first Nakshatra of the autumn is Dhanishta. This means the "most famous". This Nakshatra is also called Shravishtha, which means "swiftest".

It consists of the Dolphin which is located east of the line of the last Nakshatra Sravana comprising of the Eagle stars Tarazed, Altair and Alshain.

The Dolphin looks like a rhombus with a handle and contains two stars of nearly third magnitude and three stars of fourth and nearly fourth magnitude. Its brightest star is beta Delphini, the star is on the side of the rhombus with the handle. The principal star of the Dolphin, alpha Delphini, is of the same brightness and is on the northern side of the middle of the rhombus. Beta Delphini is a white star 80 lightyears away and alpha Delphini is a bluish star at a distance of 240 lightyears.

Continuing the line southwards of the last Nakshatra Sravana with the stars Tarazed, Altair and Alshain leads to the star theta Aquilae. Then carry on as far again a little offset to the right, to the two stars Algiedi and Sadaldabih, both belonging to Capricorn. These last three stars are of third magnitude.

Theta Aquilae is a bluish star almost 300 lightyears away, Algiedi - this means "goat" - is like our sun a yellow star at a distance of 110 lightyears and Sadaldabih, this means "the lucky stars of the slaughterer", is a Red Giant star 350 lightyears away. In the Arabian tradition, both Algiedi and Sadaldabih form the group Sadaldabih.

Continuing this line into the other direction leads to the very bright star Vega, which is the second brightest star of the northern hemisphere. Both Vega and Altair symbolise Eagles, with Altair meaning "the flying Eagle" and Vega meaning "the swooping Eagle" as it tries to catch some prey. Vega is the principal star of the constellation Lyra and it is a white star 25 lightyears away.

Going upwards from Sadaldabih to Algiedi and travelling with the eye three times as far and then at a rightangle to the east, brings you to the star Sadalbali, which is almost as bright as Algiedi. It belongs to Aquarius and is a white star more than 200 lightyears away. Sadalbali means "the brightest of fortune of the swallower".

Its Lord is Mangala represented by Mars, its Symbol is a drum and a flute and its Deities are eight vasus, the deities of earthly abundance.

7.2 Shatabhisha: Capricorn and Aquarius

The next Nakshatra of the autumn is Shatabhisha. This means "Comprising a hundred physicians".

Going from Nunki in Sagittarius to Algiedi and Sadaldabih and the same distance again leads to a third magnitude star, Sadalsuud, the brightest star of Aquarius. Sadalsuud means "luckiest of the lucky stars". Carrying on further the same distance, the principal star of Aquarius is seen, Sadalmelik, which means "the lucky stars of the king". Both stars are yellow stars like our sun , Sadalsuud being 600 lightyears away and Sadalmelik 750 lightyears away. Proceeding a little further and then south, the star Sadalachbia is seen, which means "lucky stars of the tents". It is a white star about 150 lightyears away and forms this Nakshatra. It has the same magnitude as the two brightest stars of the Dolphin from the last Nakshatra.

Taking the line Nunki, Algiedi and Sadaldabih further to Sadalsuud and Sadalmelik, two further stars of Capricorn can be observed by turning at a rightangle to the south of Sadalsuud. The left star is the brightest of Capricorn, Deneb Algedi, and the right star is Sadnashira. Deneb Algedi means "Tail of the Goat" and Sadnashira means "the lucky stars bringing good tidings". Both are white stars respectively 40 lightyears and almost 150 lightyears away. In the Arabian tradition, both stars form the group Sadnashira.

The pretty constellation of the Swan is situated between the flying Eagle Altair and the swooping Eagle Vega and can now be seen in the north-east. The Swan looks like a cross with its brightest star Deneb, another first magnitude star, forming an impressive right-angled triangle with Altair and Vega. Often this triangle is called the "Summer Triangle". Deneb is on the other side of the line Altair - Vega than Ras Alhague, the principal star of the Serpent-Bearer Ophiuchus. Deneb is a very distant bluish star over 3000 lightyears away and means "Tail (of the Swan)". In the middle of Altair and Vega, a fraction towards Deneb, the head ot the Swan is seen, this is the third magnitude star Albireo. Albireo means "Bird" and is a very beautiful star for the telescope as it consists of a bluish and an orange star nearly 400 lightyears away.

In the middle of the Swan is its second brightest star Sadir. It is of second magnitude and like our sun, is a yellow star 750 lightyears away. Sadir means "Breast (of the Swan)". Gienah is the star at the right wing and delta Cygni is the star at the left wing. Gienah means "Wing (of the Swan)", it is a Red Giant star more than 70 lightyears away and delta Cygni is a bluish star at a distance of 170 lightyears.

The Lord of Shatabhisha is Rahu, represented by the north lunar node, its Symbol is an empty circle, 1000 flowers and stars and its Deity is Varuna, the god of cosmic waters, sky and earth.

7.3 Purva Bhadrapada: Pegasus

The fertile trepezium between Pegasus and Aquarius
The next Nakshatra of the autumn is Purva Bhadrapada. This means "the first of the blessed feet".

Starting at Nunki in Sagittarius via Algiedi and Sadaldabih in Capricorn and then Sadalbali in Aquarius to Sadalsuud and Sadalmelik brings you to the star Sadalachbia with its neighbouring stars. This is the "Fertile Line". Sadalsuud and Sadalmelik form the bottom of the "Fertile Trapezium". The top consists of two stars of the constellation Pegasus. The star to the right is of second magnitude, this is the brightest Pegasus star Enif. The star to the left is Sadalbaham, a third magnitude star.

Enif, meaning "Nose (of the Horse)", is a Red Giant star 700 lightyears away, and Sadalbaham meaning "lucky stars of the young beasts". It is a white star almost 100 lightyears away. Enif can also be found with the help of the Summer Triangle: mirroring the swooping Eagle Vega at the line Deneb, the principal star of the Swan, and the flying Eagle Altair, leads the gaze to Enif. The Summer Triangle and Enif form a parallelogram.

Using the "Fertile Trapezium" by tracing from Sadalmelik to Sadalbaham and then veering right leads to Enif. When veering left, however, it leads to another third magnitude star called Sadalhomam, which is a bluish star 200 lightyears away. Carrying on as far again leads to the principal star of the Pegasus, Markab, which is as bright as Enif. Markab is a bluish star at a distance of almost 150 lightyears. Sadalhomam means "lucky star of the high minded" and the principal star Markab means "Shoulder (of the Horse)".

With the help of the Summer Triangle a further star of Pegasus can be found: mirroring the swooping Eagle Vega perpendicular at the line Deneb - Altair, (i.e. next to Deneb), the second magnitude star Scheat is seen. Scheat meaning "Leg (of the Horse)" is a Red Giant star 200 lightyears away, and is as bright as Enif and Markab. It is located within a small regular triangle, where the right corner is composed of 2 stars.

The star at the top of this triangle is Sadmatar whilst the inner and brighter star of the right corner is Sadalbari. Both are of third magnitude. Sadmatar means "lucky star of rain" and is a yellow star like our sun at a distance of more than 200 lightyears. Sadalbari means "lucky star of the splendid one" and is a Red Giant star more than 100 lightyears away. In the Arabian tradition, both stars at the right edge form the group Sadalbari.

This Nakshatra is formed by the principal Pegasus star Markab and Scheat.

Following four times further along the line from Scheat to both Sadalbari stars also leads to the brightest Pegasus star Enif.

Its Lord is Guru represented by Jupiter, its symbols are swords, two front legs of a funeral cot and a man with two faces and its Deity is Ajikapada, an ancient fire dragon.

7.4 Uttara Bhadrapadi: Autumn Quadrangle

The next Nakshatra of the autumn is Uttara Bhadrapada. This means "the second of the blessed feet".

This Nakshatra consists of the stars Algenib and Sirrah, which form a quadrangle together with the stars Markab and Scheat of the last Nakshatra Bhadrapadi. This quadrangle is called "Autumn Quadrangle". Sirrah at the northern corner is a second magnitude star, it is a white star 100 lightyears away, Algenib an almost second magnitude star is a bluish star at a distance of almost 500 lightyears.

Sirrah is the principal star of the Andromeda and means "Navel (of the Steed)", which refers to the Horse Pegasus, Algenib belongs to Pegasus and means "the Flank (of the Horse)".

Going down the right side of the Autumn Quadrangle three times its height to the south leads to the first magnitude star Fomalhaut, which is the principal star of the constellation Southern Fish. Going down the left side of the Autumn Quadrangle twice its height to the south leads to the brightest star Deneb Kaitos of the constellation Cetus. Cetus is a sea monster in Greek mythology and was supposed to eat Princess Andromeda, who then was saved by the hero Perseus.

Fomalhaut is a white star 25 lightyears away and means "Mouth of the (Southern) Fish". Deneb Kaitos is a second magnitude star, a Red Giant star almost 100 lightyears away and means "Tail of the Beast".

The Lord of Uttara Bhadrapada is Shani represented by Saturn, its symbols are twins, the back legs of a funeral cot and a snake in the water, its Deity is Ahir Budhyana, a serpent or dragon of the deep.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.


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