Sternenhimmel im Dezember 2007

  1. Allgemeines im aktuellen Monat
  2. Sternbild des Monats: Die Cassiopeia
  3. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne
  4. Der Morgenhimmel im Dezember

Der Verfasser

Ralf Kannenberg

Diplomierter Mathematiker, in der Computerbranche tätig.

Schon als kleiner Junge hat Ralf Kannenberg mit Begeisterung den Apollo-Astronauten auf ihren Ausflügen im Mond-Auto zugeschaut, wann immer sie im Fernsehen übertragen wurden. Er interessierte sich stets für populärwissenschaftliche Astronomie und begann 1978 aktiv mit dem Beobachten, indem er sich autodidaktisch die Sternbilder angeeignet hat.
Ralf bevorzugt Beobachtungen ohne optische Hilfsmittel und ist sehr gut mit den Problematiken und Tücken der Beobachtungen des Sternhimmels vertraut; er weiß aus eigener Erfahrung recht genau, wo man als Laie etwas sieht und wo man nichts sieht; insbesondere hat er gelernt, dass man sich von Fehlschlägen nicht entmutigen lassen sollte.
Es ist Ralf ein Anliegen, jungen Menschen die faszinierende Welt des Sternenhimmels nahe zu bringen und dabei auch von seinen eigenen langjährigen Erfahrungen zu berichten. Aus diesem Grunde steht er auch bei individuellen Fragen gerne per E-Mail (an kontakt(at)jugendforum-mithila.de) zur Verfügung.


1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat sowie über den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der dritten Rubrik.

Im Dezember ist bald die volle Pracht der Wintersternbilder - besonders auffällig der liegende Orion - im Osten aufgegangen, während das Sommerdreieck bereits tief in den Westen weitergezogen ist. Die Herbststernbilder um die Andromeda und den Pegasus haben den Zenit bereits überschritten, und der Planet Mars, der halbhoch im Osten steht, ist nun bereits heller als die Capella geworden.

Der Große Wagen steht nun über dem Nordhorizont unter dem Polarstern, während die W-förmige Cassiopeia bald im Zenit steht.

Am Morgenhimmel ist die Venus als glänzend heller Morgenstern zu bewundern.

Nach wie vor ist auch der Holmes'sche Komet die ganze Nacht im Perseus oberhalb der Capella beobachtbar. Dieser hatte am 24. Oktober einen unerwarteten Helligkeitsausbruch und ist bei guten Sichtbedingungen im Feldstecher wie ein ausgedehntes Nebelchen ohne Schweif sichtbar. Der Holmes'sche Komet ist zur Zeit sogar größer als die Sonne, allerdings ist die Wolke, in die der Komet eingehüllt ist, 100'000 mal weniger dicht als das beste technische Hochvakuum und würde, zu normalem Wasser komprimiert, nur rund die Hälfte eines Benzintanks im Auto füllen.

2. Sternbild des Monats: Die Cassiopeia

Das Sternbild der Cassiopeia, wegen seiner Form auch oftmals "Himmels-W" genannt, befindet sich vom Polarstern aus gesehen auf der anderen Seite der Deichsel des Großen Wagens und ist in unseren Breitengraden stets über dem Horizont. Im Winter steht die Cassiopeia fast senkrecht über uns. Sie ist ein ausgezeichneter Wegweiser zur Andromeda, zum Hauptstern des Perseus und zur hellen Capella.

Zählt man die Sterne der Cassiopeia von links oben nach rechts unten durch, also von den helleren zu den weniger hellen Sternen, so sieht man zunächst den Stern Caph, was "Handfläche (der Cassiopeia)" bedeutet. Caph ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Als nächstes folgt der Hauptstern der Cassiopeia, das ist Schedir. Er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren und bedeutet "Brust" (der Cassiopeia). Die Bedeutung des Namens des mittleren Cassiopeiasternes Cih ist nicht mehr bekannt; Cih ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Der vierte Cassiopeiastern heißt Ruchbah; das bedeutet "Knie" (der Cassiopeia). Ruchbah ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Auch die Bedeutung des fünften Cassiopeiasternes Segin ist nicht überliefert. Er ist der schwächste der fünf Cassiopeiasterne, ebenfalls ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 400 Lichtjahren.

Mythologische Darstellung der Cassiopeia.
Die Verlängerung vom dritten, also dem mittleren, zum zweiten Stern der Cassiopeia führt ungefähr zur Sirrah, die hoch über uns steht und der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel" (der Andromeda) und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Weiter kann man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze deuten; diese Pfeilspitze zeigt auf den mittleren Andromedastern Mirach, der gleichhell wie Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3.Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten über den zweiten Stern der Cassiopeia verlängert. Auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. Die Andromeda ist also das Sternbild unterhalb des "W" der Cassiopeia.

Wenn man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des "W" zieht und diese verlängert, so findet man Mirfak, den Hauptstern des Perseus, den man auch als Verlängerung der Andromedakette nach links finden kann.Mirfak bedeutet "Ellbogen" und ist ein gelb-weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, er ist etwas heller als Sirrah und Mirach. Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W's zwischen dem vierten und fünften Stern des W's hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsterns Capella.

Außerhalb der Stadt ist nun auch der berühmte Andromedanebel leicht mit einem Feldstecher zu finden: Man nimmt den mittleren Andromedastern Mirach ins Gesichtsfeld des Feldstechers; über ihm sieht man einen weiteren hellen Stern, der "mü Andromedae" genannt wird. Dies ist ein weißlicher Stern zwischen 3. und 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren. Nun muss man den Feldstecher so verschieben, dass nicht mehr Mirach, sondern mü Andromedae im Mittelpunkt des Gesichtsfeldes steht, und nochmals in gleichem Abstand oberhalb davon sieht man dann den Andromedanebel. Etwas weniger weit entfernt stehen rechts und links unterhalb des Andromedanebels ebenfalls je ein Stern, so dass mü Andromedae, diese Sterne rechts und links sowie der Andromedanebel eine Drachenfigur bilden. Da das menschliche Auge in der Stelle des schärfsten Sehens farbempfindliche Zellen hat, die nachts aber nicht sehen können, muss man im Feldstecher etwas neben den Andromedanebel schauen - am besten schaut man den Stern rechts oder den Stern links an, dann kann man den Andromedanebel schön erkennen. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine Galaxie, die 2 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Er ist das am weitesten entfernte Objekt, das wir mit einem Feldstecher anschauen können.

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mehr zum Andromedanebel


Komet Holmes. Volkssternwarte München.
Nicht weit davon entfernt kann man zur Zeit ein weiteres Nebelchen erkennen, das ist der Holmes'sche Komet, der etwas südlich von Mirfak steht und der im Dezember möglicherweise einen weiteren Helligkeitsausbruch erleben könnte.

Die Mythologie der Cassiopeia ist eng mit der Andromeda-Sage verbunden, ist doch die Cassiopeia die Mutter der Andromeda und Auslöser des Dramas um Andromeda: Cassiopeia hatte nämlich den Zorn der Götter auf sich gezogen, weil sie behauptet hatte, noch schöner als die Nereiden zu sein. Diese beschwerten sich daraufhin bei Poseidon, so dass er ein Meeresungeheuer aussandte, das die Strände des Landes verwüstete. Um von diesem Fluch befreit zu werden, musste die Andromeda, die einzige Tochter des Königspaares, dem Untier zum Fraße vorgeworfen werden. Deswegen wurde sie am Strand angekettet, doch im letzten Moment eilt Perseus auf seinem geflügelten Ross Pegasus daher und verwandelt das Untier mit Hilfe des abgeschlagenen Hauptes der Gorgone Medusa in einen Stein und bekommt als Belohnung die schöne Andromeda zur Ehefrau.

3. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

3a. Einfach auffindbare Sterne

Der bekannte Große Wagen steht nun über dem Nord-Horizont, wo er bei schlechten Sichtbedingungen in den Horizontdunst eintaucht; verlängert man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach oben, so gelangt man zu einem weiteren recht hellen Stern, dem Polarstern. Geht man von der Deichsel des Großen Wagen, also dem Teil, an dem der Wagenkasten gezogen wird, am Polarstern vorbei, so kann man etwa im gleichen Abstand ein Sternbild erkennen, das wie ein W aussieht; es wird oftmals auch das "Himmels-W" genannt und das ist die Cassiopeia.


Der große Wagen weist auf den Polarstern
Zwischen der Wagendeichsel und dem Polarstern sieht man noch zwei weitere Sterne, das sind die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, von dem man also bei normalen Beobachtungsbedingungen nur den Polarstern am Ende der Deichsel des Kleinen Wagen und dessen beide hinteren Kastensterne sehen kann.

Der Große Wagen und die Cassiopeia enthalten keine Sterne 1. Größe, aber zahlreiche Sterne 2. Größe und sind aufgrund ihrer besonders figürlichen Form sehr auffällig und einfach zu finden. Auch der Polarstern und der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen sind Sterne 2. Größe.

Die Cassiopeia und wie man von ihr ausgehend die drei Andromedasterne Sirrah, Mirach und Alamak, den Hauptstern des Perseus, Mirfak sowie die helle Capella im Fuhrmann finden kann, wird in diesem Monat in der zweiten Rubrik (oben) erläutert.

Besonders einfach zu merken ist die Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zwischen dem vierten und fünften - den beiden schwächsten - Cassiopeiasternen hindurch zur hellen Capella. Schräg unter der Capella, noch einmal so weit wie von der Cassiopeia entfernt, finden wir einen auffallend hellen rötlich leuchtenden Stern - das ist der Planet Mars, der nun immer heller wird.

Geht man von der Capella nach Südosten, so kann man über dem Horizont das sehr bekannte Sternbild des Orion erkennen, das aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen besteht. Der obere und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, was "Schulter des Riesen" bedeutet. Der untere Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin"), und der untere Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, was "Fuß" (des Orion) bedeutet. Nach seinem Aufgang scheint der Orion am Himmel zu liegen. So schräg auf der Seite liegend kann man gut verstehen, dass manche Kulturen in ihm einen großen Schmetterling sehen. Links unterhalb des Orion kann man einen weiteren sehr hellen Stern erkennen. Das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe. Procyon bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck.

Der Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren; der rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blau-weißlicher Stern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch Bellatrix ist ein blau-weißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Im Gegensatz zu den weit entfernten Orionsternen sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren.

Wir haben nun die wichtigsten Sterne im Dezember sowie den Planeten Mars kennengelernt.

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mehr zum Orion

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Hoch am Himmel steht der Fuhrmann

3b. Weitere bekannte Wintersterne

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Weiter links, etwas tiefer, steht ein Stern 1. Größe, das ist Aldebaran, der Hauptstern des Sternbildes des Stiers. Sein Name kommt von "Al Dabaran", was "der, der nachfolgt" bedeutet, und zwar den Plejaden. Aldebaran ist also der Stern, der den Plejaden nachfolgt, er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Vorsicht, dass man ihn in diesen Tagen nicht mit dem Mars verwechselt, der etwas nordöstlich in den Zwillingen steht und mittlerweile viel heller ist. Im Dezember bilden der Mars, die Capella und Aldebaran ein nahezu gleichseitiges Dreieck, in dessen Mitte auch der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath, leicht zu finden ist. El Nath bedeutet "Horn (des Stieres)" und ist wie die Bellatrix ein Stern beinahe 1. Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Oberhalb von Procyon, dem Boten des Sirius, kann man etwas links beide Sterne der Zwillinge übereinander sehen, der untere heißt Pollux, und der obere heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren. Zur Zeit ist der helle Planet Mars im Sternbild der Zwillinge zu Besuch.

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1. Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird. Hier ist die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe versammelt.

-> mehr zum Fuhrmann

-> mehr zu den Zwillingen



3c. Weitere Herbststerne

Die Herbststerne sind bereits weiter nach Westen gezogen und wer schon etwas Erfahrung mit dem Sternenhimmel hat, kann einmal versuchen, das kleine Tierkreiszeichen des Widders zu finden:

Von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal die gleiche Distanz weiter; dort kann man, also südlich der Andromedakette, zwei weitere Sterne sehen. Diese bilden den Widder wovon der linke Stern, ein Stern 2. Größe, Hamal heißt, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Hamal ist so hell wie der Polarstern, wie Sirrah und Mirach und wie der hellere der beiden Kastensterne des Kleinen Wagen.

Das Sternbild des Pegasus und der Andromeda
Südlich von Sirrah, dem hellsten Stern des Herbstvierecks, sieht man die übrigen Sterne, die zum Herbstviereck gehören, das ansonsten aus Sternen des Pegasus besteht. An der "oberen" Ecke befindet sich ein kleines, fast gleichseitiges typisches Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen besteht. Scheat - das heißt "Bein" (des Pferdes Pegasus) - steht in diesem kleinen Dreieck an der linken unteren Ecke. Scheat ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Dieses kleine Dreieck an der oberen Spitze des Pegasus bei Scheat kann man leicht am Himmel wiederfinden und sich daran gut orientieren.

Markab, der Stern in der gegenüberliegenden Ecke von Sirrah im Herbstviereck, ist ein gelbweißlicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter" (des Pferdes Pegasus). Hier zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab, einem Roten Riesen im Abstand von 700 Lichtjahren; Enif heißt "Nase" (des Pegasus). An der unteren Ecke des Herbstvierecks finden wir den Stern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Riesenstern, aber mehr als dreimal weiter entfernt, im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Man beachte, dass manchmal auch Mirfak, der Hauptstern des Sternbildes Perseus, mit diesem Namen Algenib bezeichnet wird.

Ebenfalls schön sichtbar ist der zweithellste Stern der Perseus Algol, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert. Algol heißt "Kopf des Dämon" (aufgrund seiner Helligkeitsänderung). Gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte - und steht schräg unterhalb von Mirfak. Man kann ihn auch finden, indem man von Sirrah kommend bei Mirach geradeaus weitergeht und nicht Richtung Alamak und Mirfak "abbiegt". In Wirklichkeit ist Algol ein Sternsystem bestehend aus zwei umeinander kreisenden Doppelsternen. Wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller, als wenn sie hintereinander stehen. Man bezeichnet diese als "Bedeckungsveränderliche" Doppelsternsysteme. Der Hauptstern ist ein bläulich-weißer Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Das Herbstviereck mit Scheat, Markab, Algenib (Pegasus) und Sirrah (Andromeda) als Kastensterne und Mirach, Alamak (Andromeda) und Algol (Perseus) als Deichselsterne bilden einen übergroßen "Großen Wagen". Der Holmes'sche Komet steht zur Zeit zwischen den beiden Perseussternen Mirfak und Algol.

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4. Der Morgenhimmel im Dezember


Der Morgenhimmel im Dezember

Im Winter wird es ja erst so spät hell, dass viele Menschen morgens noch im Dunkeln das Haus verlassen und zur Schule oder zur Arbeit gehen; deswegen will ich auch den Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang vorstellen. Das Wintersechseck, das ja abends aufgeht, zieht die gesamte Nacht am Himmel weiter und steht am Morgen hoch im Westen. Besonders schön kann man im Westen den Orion bewundern, der nun nicht mehr liegt, sondern wie wir aufgestanden ist. Schön zu sehen der rötliche Schulterstern Beteigeuze und rechts von ihm die Bellatrix. Unter ihnen bilden drei helle Sterne (2. Größe und heller) den Oriongürtel, an dessen linkem Teil der Orionnebel quasi "herunterhängend" das Schwert des Orion markiert. Unter ihnen sehen wir die beiden Fußsterne des Orion: der rechte der beiden ist viel heller, heißt Rigel und steht in einer Ecke des Wintersechsecks. Links von Rigel kann man den sehr hellen Sirius über dem Horizont funkeln sehen; fast senkrecht hinauf sieht man Procyon im Kleinen Hund. Die Zwillinge, in denen jetzt sehr auffällig der helle Planet Mars steht, haben den Zenit gerade erst durchquert und auch die Capella steht noch hoch am Westhimmel, während sich der Stier mit Aldebaran und den Plejaden nun rasch nach Westen absenkt. El Nath steht zwischen der Capella und Aldebaran, etwas in das Wintersechseck eingerückt. Die Kette der Andromeda befindet sich bereits tief oberhalb des Westhorizonts, wo nur noch Alamak gut zu erkennen ist. Der Perseus mit Mirfak und Algol ist auf halbem Wege in Richtung Capella auch gut zu sehen.

Der Große Wagen ist "rückwärts" wieder hinauf gewandert und steht nun auf dem Kopf; seine Deichsel weist zu einem hellen Stern, den wir bereits im Frühling kennengelernt haben. Nun schließt sich der jahreszeitliche Kreis und dieser Stern ist wieder aufgegangen und funkelt schon hoch im Osten: das ist Arktur, der hellste Stern der Nordhemisphäre und nächst gelegene Rote Riese. Wenn man die Linie von der Deichsel des Großen Wagen über Arktur hinaus verlängert, gelangt man im Südosten zur Spica, dem Hauptstern der Jungfrau. Tief im Nordosten sehen wir die gerade wieder aufgegangene Wega über dem Horizont funkeln; auch für sie, den zweithellsten Stern und in unseren Breiten sogar der hellsten Stern der Nordhemisphäre, schließt sich nun also der jahreszeitliche Kreis! Noch im Horizontdunst wird die Wega manchmal mit Ettanin, dem hellsten Stern vom Sternbild Drachen, verwechselt. Diese Verwechslung kann man leicht ausschließen, denn eine Handbreit unter Ettanin, einem Stern 2. Größe, kann man einen weiteren Stern des Drachen sehen.

Wenn wir von Arktur in Richtung der Zwillinge gehen, sehen wir drei helle Sterne; der hellste von ihnen ist der Planet Saturn und die beiden anderen sind zwei Sterne vom Sternbild Löwe. Der untere und hellere der beiden, ganz in der Nähe von Saturn, ist Regulus beim Herz des Löwen, ein Stern 1. Größe; der obere heißt Algieba und markiert die Schulter des Löwen.

Auffallend im Osten kann man auch die sehr helle Venus bewundern, die zur Zeit alle anderen Sterne am Himmel bei weitem überstrahlt.


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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.

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