Sternenhimmel im Februar 2009

  1. Allgemeines im aktuellen Monat
  2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne
  3. Orion, Sirius und Procyon
  4. Das Winterdreieck
  5. Der Komet Lulin

Der Verfasser

Ralf Kannenberg

Diplomierter Mathematiker, in der Computerbranche tätig.

Schon als kleiner Junge hat Ralf Kannenberg mit Begeisterung den Apollo-Astronauten auf ihren Ausflügen im Mond-Auto zugeschaut, wann immer sie im Fernsehen übertragen wurden. Er interessierte sich stets für populärwissenschaftliche Astronomie und begann 1978 aktiv mit dem Beobachten, indem er sich autodidaktisch die Sternbilder angeeignet hat.
Ralf bevorzugt Beobachtungen ohne optische Hilfsmittel und ist sehr gut mit den Problematiken und Tücken der Beobachtungen des Sternhimmels vertraut; er weiß aus eigener Erfahrung recht genau, wo man als Laie etwas sieht und wo man nichts sieht; insbesondere hat er gelernt, dass man sich von Fehlschlägen nicht entmutigen lassen sollte.
Es ist Ralf ein Anliegen, jungen Menschen die faszinierende Welt des Sternenhimmels nahe zu bringen und dabei auch von seinen eigenen langjährigen Erfahrungen zu berichten. Aus diesem Grunde steht er auch bei individuellen Fragen gerne per E-Mail (an kontakt(at)jugendforum-mithila.de) zur Verfügung.


1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat sowie den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Im Februar kann man schon nach dem Sonnenuntergang all' die prachtvollen Wintersterne mit ihren hellen Sternen im Osten bewundern. Das Sommerdreieck ist nach Sonnenuntergang tief im Westen zu sehen, die helle Capella sowie die Herbststernbilder des Pegasus, der Andromeda und des Perseus stehen hoch über uns am Himmel und im Osten können der Orion mit den beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel, der helle Hundsstern Sirius sowie sein "Bote" Procyon, ebenfalls ein heller Stern 0.Größe, bewundert werden.
Der Große Wagen zieht nun wieder hinauf und steht im Nordosten rechts unter dem Polarstern, wobei der äußere Deichselstern noch im Horizontdunst nur bei guten Luftbedingungen sichtbar ist, während die W-förmige Cassiopeia im Zenit hoch über dem Polarstern steht.

Im Südwesten steht die Venus als strahlender Abendstern.

Aus aktuellem Anlass wird in der 4.Rubrik ein Komet beschrieben, der an drei Tagen im Februar neben je einem hellen Stern oder Planeten steht und bei guten Sichtbedingungen mit einem Feldstecher 2 Stunden vor Sonnenaufgang einfach auffindbar ist.


Sternenhimmel im Februar. Hier ist der südliche Ausschnitt des Himmels dargestellt und gibt eine Übersicht über den Zenit hinaus (grünes Kreuz). Aufgrund des großen Ausschnitts erscheint der Horizont als nach oben gebogen.

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Leuchtender Abendstern Venus

Nach Sonnenuntergang kann man im Februar hoch am Südwesthimmel leuchtend hell einen Stern sehen, das ist der Planet Venus.

2.2 Großer und Kleiner Wagen, Cassiopeia und Capella

Der bekannte Große Wagen kann nur bei guter Nordostsicht gesehen werden; verlängert man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach links oben, so gelangt man zu einem weiteren recht hellen Stern, das ist der Polarstern. Er steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen, und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen - zur Zeit ist das am Abend direkt nach unten - kann man die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Die übrigen Sterne des Kleinen Wagen sind nur bei sehr guten Sichtbedingungen erkennbar.

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man fast senkrecht über uns zur Cassiopeia; sie sieht nun aus wie ein großes W und ihr Hauptstern ist der zweite Stern von rechts, das ist Schedir. Schedir bedeutet "Brust" und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Von der Cassiopeia kann man sehr einfach die helle Capella im Fuhrmann finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern, das ist die langgestreckte Seite des W, hindurch weitergeht. Die Capella ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella.

Etwas unterhalb der Capella steht im Fuhrmann ein Stern heller als 2.Größe, das ist Menkalinan; das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt". Menkalinan ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

->
mehr zur Cassiopeia
-> mehr zum Großen Wagen
-> mehr zum Kleinen Wagen

2.3 Orion, Sirius und Procyon

Orion steht am
Abend am Südosthimmel
Geht man nach Sonnenuntergang von der Capella nach Südosten, so kann man über dem Südost-Horizont das sehr bekannte Sternbild des Orions erkennen, das aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen besteht. Der linke und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, das bedeutet "Schulter des Riesen", der rechte Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin") und der untere Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Nach seinem Aufgang scheint der Orion am Himmel zu liegen und so schräg auf der Seite liegend kann man gut verstehen, dass manche Kulturen in ihm einen großen Schmetterling sehen.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße.

Links unterhalb des Orions kann man einen weiteren sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Er steht jetzt rechts oberhalb des Sirius.

Man verwechsele den Sirius aber nicht mit der hellen Venus, die nun ebenfalls am Abendhimmel steht und als Abendstern viel heller als der Sirius strahlt: Die Venus steht nach Sonnenuntergang hoch am Südwesthimmel und geht dann rasch unter, während der Sirius nach Sonnenuntergang tief im Südosten steht und fast die ganze Nacht über sichtbar ist.

Der Orion-Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, der rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blau-weißlicher Stern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch die Bellatrix ist ein blau-weißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Alnilam und Alnitak - der mittlere und der linke Stern des Oriongürtels - sind blauweißliche Riesensterne im Abstand von rund 1000 Lichtjahren und sind wie die Bellatrix ebenfalls Sterne beinahe erster Größe! - Ihre Namen bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Verbleiben noch zwei Sterne 2. Größe, nämlich der obere Gürtelstern Mintaka und der linke Fußstern Saiph: beide sind ebenfalls blau-weißliche Riesensterne im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert".

Im Gegensatz zu den weit entfernten Orionsternen sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren.

Procyon, die Beteigeuze und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches gelegentlich auch Winterdreieck genannt wird und welches in der 3.Rubrik im Monatsthema näher beschrieben wird.

-> siehe auch Monatsthema
Winterdreieck
-> mehr zum Orion

2.4 Der Stier mit den Plejaden und Hyaden und die Zwillinge

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern 1. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes des Stiers. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V"; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden.

Die Hyaden sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren und Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, steht im Abstand von 70 Lichtjahren auf knapp halbem Wege davor und gehört nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast. Links oben - also über Aldebaran - steht der Stern Ain, ein Roter Riese. Ain bedeutet "Auge"; streng genommen markiert also dieser Stern und nicht Aldebaran das rot unterlaufene Auge des Stieres. Geringfügig heller ist der Hyadenstern theta(2) Tauri, ein weißlicher Stern. Theta(2) Tauri ist der untere der beiden Hyadensterne rechts neben Aldebaran.

Am Südosthimmel geht das Sternbild der Zwillinge auf
Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)" und El Nath ist ein Stern beinahe erster Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Unter der Capella kann man oberhalb von Procyon, dem Boten des Sirius, etwas links die beiden Sterne der Zwillinge übereinander sehen, der untere heißt Pollux und der obere heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren.

Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer Zwillingsstern, der etwas heller als 2. Größe ist, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Der zweithellste Stern des Kleinen Hundes heißt Gomeisa, ist ein Stern etwas heller als 3.Größe und bedeutet "die Kleine mit den trüben Augen". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren und von Procyon gelangt man zu ihm, indem man in Richtung der Alhena in den Zwillingen geht. Der Abstand zwischen Procyon und Gomeisa ist etwa gleich groß wie der Abstand zwischen Pollux und Castor.

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1. Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe ist hier versammelt.

->
mehr zum Stier
-> mehr zu den Zwillingen
-> mehr zum kleinen Hund

2.5 Das Sommerdreieck: Wega, Deneb und Atair

Nach Sonnenuntergang sieht man tief im Westen das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan und aus Atair im Adler besteht. Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 30 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen also in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Im Verlaufe des Abends wird das Sommerdreieck aber rasch in den Horizontdunst eintauchen und untergehen.

2.6 Andromeda und Perseus

Zählt man die Sterne der Cassiopeia von links oben nach rechts unten durch, also von den helleren zu den weniger hellen, so führt die Verlängerung vom dritten, also dem mittleren, zum zweiten Stern der Cassiopeia ungefähr zur Sirrah, die der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel (der Andromeda)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. - Dann kann man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze deuten; diese Pfeilspitze zeigt auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Kurz bevor man von der Cassiopeia herkommend die Mirach erreicht, kommt man auch am berühmten Andromedanebel vorbei; das ist eine Galaxie wie unsere Milchstraße im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren. Bei guter Sicht außerhalb der Stadt ist der Andromedanebel sogar schon von bloßem Auge sichtbar.

Perseus und die angrenzenden Sternbilder
Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten über den zweiten Stern der Cassiopeia verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. Die Andromeda ist also das Sternbild unterhalb der Cassiopeia.

Wenn man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des W zieht und diese verlängert, so findet man Mirfak, den Hauptstern des Perseus, den man auch als Verlängerung der Andromedakette nach links finden kann. Mirfak bedeutet "Ellbogen" und ist ein gelb-weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, er ist etwas heller als Sirrah und Mirach. - Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch wie schon oben beschrieben zur hellen Capella im Fuhrmann.

Den Hauptstern des Perseus, Mirfak, kann man also in Verlängerung der Andromedakette finden; biegt man indes beim dritten Andromedastern Alamak nach unten ab, so gelangt man zum zweithellsten Perseusstern Algol, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert. Algol heißt "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) und steht rechts unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein bläulichweißer Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Das Herbstviereck mit der Sirrah sowie Mirach, Alamak und Algol bilden einen übergroßen "Großen Wagen".

->
Mehr zum Perseus
-> zum Verzeichnis der Sterne

2.7 Die ersten Frühlingssterne

Östlich des Wintersechseckes sehen wir zwei helle Sterne des Sternbildes Löwe; der rechte ist Regulus beim Herz des Löwen, ein blau-weißlicher Stern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Der linke heißt Algieba und markiert die Stirn des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind. Unter ihnen kann man bei guter Horizontsicht auch den Ringplaneten Saturn erkennen.

3. Monatsthema: Das Winterdreieck

Normalerweise wird vom gewaltigen und eindrücklichen Wintersechseck berichtet, in dessen Areal sich die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne 1. Größe und heller befindet. Eher selten liest man vom Winterdreieck, obgleich es gerade von Laien sehr einfach gefunden werden kann und als schnelle Auffindhilfe des Botensternes des Sirius, von Procyon, verwendet werden kann:

Die drei Sterne Beteigeuze an der Schulter des Orion, Sirius im Großen Hund sowie Procyon im Kleinen Hund bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches den hellen Sirius an der unteren Ecke und die Beteigeuze an der rechten Ecke hat. Beide Sterne sind sehr einfach auffindbar und Procyon ist dann der helle Stern an der linken oberen Ecke dieses fast gleichseitigen Dreiecks.

Das Winterdreieck besteht aus Sternen 0. Größe oder heller. In der Nähe befindet sich noch ein weiterer Stern 0. Größe und man passe auf, dass man das Winterdreieck nicht versehentlich mit ihm bildet: Rigel am Fuße des Orion bildet mit der Beteigeuze und dem hellen Sirius allerdings kein fast gleichseitiges, sondern ein beinahe rechtwinkliges Dreieck.

4. Der Komet Lulin

Nach eineinhalb Jahren erhält die Erde wieder Besuch von einem Kometen, der gemäß der Prognosen gerade von bloßem Auge sichtbar werden könnte. Mit Vorteil nimmt man aber einen Feldstecher zu Hilfe. Am 15.Februar wird dieser Komet unmittelbar über der hellen Spica in der Jungfrau am Morgenhimmel zu bewundern sein. Die Spica kann man sehr einfach finden: Verlängert man die Deichsel des Großen Wagen, der nun senkrecht über uns steht, so gelangt man zu einem auffällig hellen Stern, das ist Arktur im Bärenhüter, ein Stern sogar 0.Größe und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel. Zieht man den Bogen der Deichsel des Großen Wagen an Arktur vorbei weiter, so gelangt man zu einem hellen Stern 1.Größe, das ist die Spica.

Am 24.Februar steht der Komet in der Nähe etwas unterhalb des Planeten Saturn, dem hellsten Stern in dieser Himmelsregion, und am 28.Februar bei Regulus, ebenfalls etwas unterhalb, dem Hauptstern des Löwen.

Man beachte, dass der Komet im Februar an der Erde vorbeizieht und deswegen rasch seine Position verändert, d.h. er steht nur an den jeweils angegebenen Tagen in der Nähe dieser Sterne. Wenn man ihn an einem anderen Tag bewundern möchte, so nimmt man mit Vorteil eine der Aufsuchkärtchen zu Hilfe, welche im Internet einfach ergooglebar sind.

Zu früheren Kometen:

->
Der McNaught'sche Komet
-> Der Komet Holmes

-> zum Verzeichnis der Sterne

Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.

Startseite