Sternenhimmel im Februar 2012


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist unmittelbar nach Sonnenuntergang, der nun wieder spürbar später einsetzt, noch spätherbstlich, doch rasch betreten all' die prachtvollen Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen die Himmelsbühne und man kann hoch über uns die helle Capella und Aldebaran und im Osten den Orion mit den beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel und kurz darauf zuerst Procyon, den Boten des Sirius, und kurze Zeit später den hellen Sirius selber sehen. Das Sommerdreieck mit der hellen Wega, Atair und Deneb ist schon tief in den Westen weitergezogen, auch das Herbstviereck, die Andromeda und den Perseus findet man hoch im Westen, während im Osten das bekannte figürliche Sternbild des Löwen die Himmelsbühne betreten hat. Ab 22 Uhr kann man zunächst tief im Osten einen hellen rötlichen Stern aufgehen sehen, das ist der Planet
Mars, und kurze Zeit später einen ebenfalls rötlichen Stern 0. Größe, das ist Arktur, der hellste Stern der Nordhemisphäre.

Der Große Wagen wandert im Osten wieder rückwärts hinauf, während die W-förmige Cassiopeia den Zenit bereits überschritten hat; sie kann als einfacher Wegweiser in die Andromeda, den Perseus und zur Capella verwendet werden.

Nach Sonnenuntergang kann man zwei strahlend helle Planeten bewundern: die helle Venus im Westen als strahlenden Abendstern, und hoch im Süden den hellen Riesenplaneten Jupiter.

In der 2. Rubrik werden zunächst die helleren Sterne beschrieben, die man nach Sonnenuntergang sieht. Nachfolgend werden dann die prominenten Wintersterne vorgestellt, und erst danach die übrigen Herbststerne, meist 3. Größe, die man nach Sonnenuntergang sehen kann. In der 5. Rubrik schließlich werden weitere Sterne 3. und beinahe 3. Größe vorgestellt.

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Schedir und Caph in der Cassiopeia, der Kleine Wagen, Mirfak und die nördlichen Wintersterne 1. Größe


Die Cassiopeia, das Himmels-W
Nach Sonnenuntergang steht der bekannte Große Wagen tief im Norden und die vorderen Teile der Deichsel sind in den Horizontdunst eingetaucht, so dass man den Großen Wagen nur bei sehr guter Nordsicht erkennen kann. Wenn man ihn sehen kann, so findet man den Polarstern, indem man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach links oben verlängert. Derzeit steht das Himmels-W der Andromedamutter Cassiopeia hoch über uns beinahe im Zenit auf dem Kopf und kann als Wegweiser verwendet werden. Sie sieht wie ein großes M aus und ihre mittleren drei Sterne weisen auf den Polarstern, der ungefähr drei Cassiopeia-Durchmesser entfernt Richtung Horizont steht. Ihr Hauptstern Schedir steht links oben an der zweiten Stelle des M und markiert die Brust der Cassiopeia. Der untere linke Cassiopeiastern heißt Caph und ist der Ausgangspunkt der Plejadenbüste. Beide erreichen 2. Größe; Schedir bedeutet "Brust", sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren, und Caph bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Der Polarstern steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen, und auf dem Weg zum Horizont kann man etwas rechts auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden. Der Polarstern ist ein weißgelblicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren, er hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "Der Reiter". - Der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, er heißt Kochab, das bedeutet "der Stern (des Nordens)"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelspol vor 3'000 Jahren in der Nähe von Kochab. Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber". - Geht man von der Cassiopeia am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man tief im Norden zum Großen Wagen. Trotz seiner horizontnahen Lage wird er wegen seiner Prominenz in der 5. Rubrik näher vorgestellt.


Die Cassiopeia ist ein guter Ausgangspunkt zur Orientierung am Winter- und Herbstimmel.
Vom M der Cassiopeia kann man auch sehr einfach die helle Capella im Furhmann und Mirfak, den Hauptstern des Perseus, finden: zieht man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des M und verlängert diese, so gelangt man zu Mirfak, und die helle Capella findet man, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch geht. Sie ist ein Stern 0. Größe, ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein". - Mirfak gehört ebenso wie der erste Cassiopeiastern Caph zur Plejadenbüste und bedeutet "Ellbogen (der Plejadenbüste)"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, ein Stern beinahe 1.Größe.

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes des Stieres. Aldebaran kommt von "Ad-Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgegangen ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres.

Unterhalb der hellen Capella sieht man zwei weitere Sterne 1. Größe übereinander: das sind die Zwillinge; der untere Stern heißt Pollux und der obere Stern heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren.

Geht man von Caph über dem Brusstern Schedir ungefähr fünfmal weiter, so gelangt man zum Hauptstern Alderamin des Andromedavaters Kepheus. Dieser ist ebenfalls ein Stern 2.Größe, ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Alderamin bedeutet "rechter Arm".

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2.2 Das Sommerdreieck, das Herbstviereck und die Andromedakette

Nach Sonnenuntergang sieht man tief im Westen das Sommerdreieck, das aus drei Sternen erster Größe oder heller besteht. An der Spitze des Sommerdreiecks steht Deneb im Schwan, ihn kann man ebenfalls aus der Cassiopeia finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W nicht zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch zur Capella geht, sondern gleichweit in die andere Richtung, ungefähr durch Caph, den linken unteren Stern der Cassiopeia an der ausgestreckten Hand der Plejadenbüste. Die Grundlinie des Sommerdreiecks wird rechts von der hellen Wega in der Leier, die sogar 0. Größe erreicht, und links von Atair im Adler, der beinahe 0. Größe erreicht, gebildet. Spiegelt man die helle Wega an der Achse Deneb - Atair, so gelangt man zum hellsten Pegasusstern Enif.

Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler". Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; er ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen also in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. - Enif ist ein Roter Riese im Abstand von 700 Lichtjahren und heißt "Nase (des Pegasus)".

Das Sternbild der Andromeda und des Pegasus
Die Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia an ihrer Brust, führt ungefähr zur Sirrah, einem Stern 2. Größe, die der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Deutet man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze, so weist diese auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man von Caph, dem ersten Stern der Cassiopeia, der ja die ausgestreckte Hand der Plejadenbüste darstellt, über Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren.

Verlängert man die Andromedakette nach links, so gelangt man zum Boten der hellen Capella, zum Hauptstern Mirfak des Perseus; er ist etwas heller als Sirrah und Mirach. Verlängert man die Andromedakette in die andere Richtung nach rechts oben, so gelangt man zu einem Stern ebenfalls 2. Größe, das ist der zweithellste Pegasusstern Scheat, das heißt "Bein (des Pferdes Pegasus)"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Die Sirrah und Scheat sind die beiden oberen Sterne des beinahe quadratischen Herbstviereckes.

Der berühmte Andromedanebel ist nun sehr einfach zu finden: Etwas oberhalb vom mittleren Andromedastern Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

2.3 Die hellen Wintersterne: Orion und Procyon und der helle Sirius

Orionnebel. Bild: Hubble
Geht man von der Capella nach Südosten, so kann man über dem Südost-Horizont das sehr bekannte Sternbild des Orions erkennen, der nach seinem Aufgang auf der Seite liegt. Der Orion besteht aus zwei Schultersternen, die beim Aufgang auf der linken Seite stehen, drei eingeschnürten Gürtelsternen in der Mitte sowie zwei Fußsternen auf der rechten Seite. Der untere und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, das bedeutet "Schulter des Riesen", der obere Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin") und der obere Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Nach seinem Aufgang so schräg auf der Seite liegend kann man gut verstehen, dass manche Kulturen in ihm einen großen Schmetterling sehen.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1'500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße.

Das Sternbild des Orion enthält neben Beteigeuze und Rigel, die beide die 0. Größe erreichen, auch drei Sterne, die beinahe 1. Größe erreichen, nämlich die Bellatrix an der rechten Schulter des Orion sowie Alnilam und Alnitak - den mittleren und unteren Stern des Oriongürtels. Alnilam und Alnitak bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Die beiden übrigen Sterne des Orion sind 2. Größe. Der obere Gürtelstern heißt Mintaka und der untere Fußstern heißt Saiph. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert". Das Schwert des Orion reicht also bis zu seinem Fuß.

Das Sternbild des Großen Hundes
Links unterhalb des Orions kann man ab 20 Uhr einen weiteren sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches auch Winterdreieck genannt wird.

Der Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, der rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph blauweißliche Riesensterne; alle vier sind rund 1'000 Lichtjahre von uns entfernt!

Im Gegensatz zu den Orionsternen, die allesamt weit entfernt sind, sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren. Beide Hundssterne werden von einem hochkompakten Stern, einem Weißen Zwerg, umkreist. Deswegen war der Sirius vor einigen Millionen Jahren, als der Weiße Zwerg-Partnerstern noch ein normaler Stern war, heller als der Riesenplanet Jupiter.

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1. Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; da auch die Beteigeuze in diesem Bereich steht, ist hier die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe versammelt.

Rechts neben dem Sirius steht ein Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirzam, er ist ein über 500 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Riesenstern und bedeutet "Stern, der (dem Sirius) vorausgeht". Der achthellste Orionstern erreicht beinahe 2. Größe und steht im Orionnebel; er heißt Nair Al Saif, das bedeutet "der Helle im Schwert", und er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1'300 Lichtjahren Entfernung. Der neunthellste Orionstern erreicht 3. Größe und man findet ihn, indem man den Oriongürtel nach oben verlängert. Er heißt pi(3) Orionis und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Sein manchmal verwendeter Name lautet Tabit. Sei noch Gomeisa etwas oberhalb von Procyon erwähnt; er ist mit beinahe 2. Größe etwas heller und bedeutet "die Kleine mit den trüben Augen". Gomeisa ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

Bei guter Südsicht kann man ab 22 Uhr auch die unteren Teile des Großen Hundes, der mit einer Ausnahme aus lauter Sternen beinahe 1. Größe oder heller besteht, erkennen: unterhalb von Sirius und Mirzam steht der Stern Wezen; er ist ein sehr weit entfernter weißgelblicher Riesenstern im Abstand von 2'000 Lichtjahren und bedeutet "das Gewicht". Rechts unterhalb von Wezen kann man den Stern Adhara erkennen, der sogar gerade noch die erste Größe erreicht, in unseren Breiten jedoch so weit südlich steht, dass er nur sehr selten wirklich auffällig hell zu erkennen ist. Adhara bedeutet "die Jungfrauen" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 500 Lichtjahren. Links unterhalb von Wezen steht die Aludra; sie ist ein Stern 2. Größe und ebenfalls ein sehr weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von 3'200 Lichtjahren. Aludra heißt "die Jungfernschaft".

Der sechsthellste Stern im Großen Hund ist Phurud, ein Stern 3. Größe; man findet ihn einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger", womit er und die umliegende Sterngruppe gemeint ist. Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2'500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in einem Viertel Abstand von Wezen.

Wenn der Große Hund am höchsten steht, kommt man in die ganz ungewöhnlich Situation, auch einmal zwei Sterne zu sehen, deren Sternbild eigentlich am Südhimmel steht und von dem nur ein kleiner Teil so weit nach Norden reicht, dass man ihn bei uns sehen kann. Diese Sterne sind nicht schwer zu finden, sie stehen links des Großen Hundes, etwa auf Höhe von Wezen, rund gleichviel nach links versetzt wie der Sirius von Wezen entfernt ist. Der linke der beiden Sterne, die den nördlichen Ausläufer des Hinterdecks des Schiffes bilden, heißt Tureis und erreicht beinahe 2. Größe, ist also nur geringfügig weniger hell als die Aludra, und der rechte auf der Seite des Großen Hundes heißt Asmidiske. Er ist ein Stern 3. Größe und man kann ihn auch finden, indem man von Phurud über die Adhara eineinhalb mal weitergeht, etwas nach oben. Tureis ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 60 Lichtjahren, Asmidiske wie unsere Sonne ein weit entfernter gelber Stern im Abstand von über 1'300 Lichtjahren. Tureis bedeutet "der Besitz" und Asmidiske bedeutet "kleines Schild".

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weitere Sterne des Orion
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2.4 Der Fuhrmann


Im Osten präsentiert sich der Fuhrmann
Das nördlichste Sternbild der bekannten Wintersternbilder ist der Fuhrmann, das Sternbild des hellen Sternes Capella, die 0. Größe hell ist. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen trägt der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein. Man findet die Capella, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch weitergeht.

Das Sternbild des Fuhrmannes bildet ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, das Auge jedoch fügt den Stern El Nath, der eigentlich schon zum Sternbild des Stieres gehört, unwillkürlich zum Fuhrmann dazu, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen; auch in alten Sternbild-Darstellungen wird El Nath oft dem Fuhrmann zugerechnet. Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmannes.

Im Sternbild des Fuhrmannes befindet sich in der Umgebung der Capella eine ganze Ziegenfamilie: Geht man von der Capella nach rechts unten zur nächsten Ecke des Fuhrmann/El Nath-Sechseckes, so sieht man dort 2 Sterne nebeneinander: das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus I und Hoedus II. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere. Zwischen der Capella und den beiden Ziegenkindern kann man noch eine "siebte" Ecke bilden; dort steht der Stern Almaaz; das bedeutet "Ziegenbock".

Links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Jahren. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmann werden von Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und von Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe. Borgadus ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmanns)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Hoedus II ist ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Der Stern Almaaz in der zusätzlichen Ecke zwischen der Capella und den beiden Ziegenjungen ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2'000 Lichtjahren. Hoedus II und Almaaz erreichen beide die 3. Größe, Hoedus I beinahe 3. Größe.

Sei noch delta Auriga genannt, er ist gleich hell wie Hoedus I und steht etwas abseits im Fuhrmann. Man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinam hinaus; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

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2.5 Der Stier und die Zwillinge

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern beinahe 0. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes des Stiers. Man findet ihn auch in grober Verlängerung des Oriongürtels nach oben. Er markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres und steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V"; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht ein Stern beinahe 1. Größe. Das ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri unterhalb von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Am Osthimmel steht das Sternbild der Zwillinge
Unterhalb der hellen Capella kann man die beiden Sterne der Zwillinge übereinander sehen, der untere heißt Pollux und der obere heißt Castor. Beide erreichen die erste Größe. Castor befindet sich auf der Seite der Capella - beide Sternnamen fangen mit einem "C" an, und Pollux auf der Seite von Procyon, beide Sternnamen fangen mit einem "P" an. Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer heller Zwillingsstern beinahe erster Größe, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Ihr Nachbarstern erreicht 3.Größe und heißt Alzir, das bedeutet "(Kleider-)Knopf"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren.

Wie der Orion liegen die Zwillinge bei ihrem Aufgang ebenfalls auf der Seite. Auch am Fuß von Castor befindet sich ein Stern, er heißt Tejat und ist ein Stern 3. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Tejat und seine Nachbarsterne werden manchmal als "die Dromedare" übersetzt, was sprachwissenschaftlich aber kaum haltbar ist. Zwischen Tejat und Castor befindet sich ein Drittel von Tejat entfernt der Stern Mebsuta, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Mebsuta ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von fast 1'000 Lichtjahren. Mebsuta bedeutet "die ausgestreckte (Vorderpfote des Löwen)", dieser Name wurde ursprünglich für die beiden Hauptsterne Castor und Pollux verwendet.

Geht man von in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man etwas unterhalb zu einem Stern 3. Größe, das ist der Hauptstern des unauffälligen Sternbildes Luchs. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren.

2.6 Die Cassiopeia, der Kepheus und die Herbststerne des Pegasus und des Widders

Die beiden hellsten Cassiopeiasterne Schedir und Caph wurden bereits vorgestellt. Der Hauptstern der Cassiopeia heißt Schedir, das bedeutet "Brust". Sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von links unten nach rechts unten durchzählt, so steht Schedir an der zweiten Stelle. Auch die anderen Cassiopeiasterne haben Namen: Der erste Stern heißt Caph; das bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Die Bedeutung des Namens des mittleren Cassiopeiasternes Cih ist nicht mehr bekannt; er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Diese 3 Sterne erreichen 2. Größe. Der vierte Cassiopeiastern heißt Ruchbah, das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren, und der fünfte Cassiopeiasternes Segin ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von über 400 Lichtjahren; auch die Bedeutung seines Namens ist nicht überliefert. Segin erreicht 3. Größe.

Der Kepheus
Links neben der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit schräg auf dem Kopf steht. Sein Hauptstern Alderamin wurde auch schon vorgestellt, er ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses ist. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke befindet sich unter Alderamin ein Stern 3.Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde. Schräg links unterhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. - Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe. An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alrai und Alderamin, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne seinen Namen gegeben. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren.

Der Pegasus besteht im Wesentlichen aus dem Herbstviereck, und von dem nach links die Andromedakette und nach rechts eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif abzweigt. In Verlängerung des linken Schenkels des Herbstviereckes nach Süden gelangt man nach Sonnenuntergang zu Deneb Kaitos.

An der oberen rechten Ecke des Herbstviereckes befindet sich ein kleines, fast gleichseitiges typisches Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Scheat, der oberste Stern im Herbstviereck, steht in diesem kleinen Dreieck an der linken unteren Ecke. Der Stern an der oberen Ecke dieses Dreiecks erreicht 3. Größe und heißt Sadmatar, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens" und er ist der fünfthellste Pegasusstern. Dieses kleine typische Dreieck an der oberen Spitze des Pegasus bei Scheat mit den zwei Sternen an der rechten unteren Ecke kann man leicht am Himmel wiederfinden und sich somit gut orientieren.

Der Hauptstern des Pegasus ist Markab, der Stern in der gegenüberliegenden Ecke der Sirrah im Herbstviereck. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Hier zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab. An der unteren linken Ecke des Herbstviereckes schließlich finden wir den Stern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib ist ein Stern beinahe 2. Größe und bedeutet "Flanke, Seite". Man beachte, dass manchmal auch Mirfak, der Hauptstern des Sternbildes Perseus, mit diesem Namen Algenib bezeichnet wird.


Vom Herbstviereck über die Fische zum Walfisch
Das Tierkreiszeichen des Widders kann man ebenfalls sehr einfach finden: Von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man unterhalb der Andromedakette zwei weitere Sterne nebeneinander sehen; diese gehören zum Widder. Der linke Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der rechte Stern erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Derzeit steht der helle Jupiter im Sternbild des Widders unterhalb von Hamal und Sheratan. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man nach unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes.

Geht man den linken Schenkel des Herbstviereckes von der Sirrah über Algenib nach unten, so führt dies nach zweimaliger Verlängerung zu einem Stern 2. Größe, das ist Deneb Kaitos, der hellste Stern im Sternbild des Walfisches, welcher ja nach der Mythologie die Andromeda hatte fressen sollen. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Der Hauptstern Menkar des Walfisch erreicht beinahe 2. Größe und kann in Verlängerung des mittleren Andromedasternes Mirach über Hamal hinaus gefunden werden. Menkar ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet "Nase (des Ungeheuers)"; er ist der unterste Stern der Plejadenbüste. In der Tradition der Plejadenbüste heißt dieser Stern Kaffaljidhm, das bedeutet "die verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Dieser Name wird heute für seinen Nachbarstern verwendet.

2.7 Der Perseus, das Schatzkästlein der Milchstraße, Menkar und beta Trianguli

Der Perseus ist ein prominentes Herbststernbild und enthält mit Mirfak sogar einen Stern beinahe 1. Größe. Am einfachsten kann man sich den Perseus als einen Bogen von drei Sternen im oberen Teil vorstellen, von dem beim Hauptstern Mirfak in der Mitte des Bogens schräg nach rechts unten eine Linie zum sehr prominenten Stern Algol und einem weiteren Stern abzweigt.

Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und kann bekanntlich in der Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W durch den vierten Stern des "W" gefunden werden; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und so hell wie die hellsten Sterne des Großen Wagen. Mirfak kann man auch bequem in der Verlängerung der Andromedakette nach links finden.

Rechts und links neben Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen; gamma Persei in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

Der zweithellste Perseusstern, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert, ist Algol, das bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte - und steht schräg rechts unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Das Herbstviereck, die Andromedakette sowie Algol sehen wie ein übergroßer Himmelswagen aus.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Der dritt- und vierthellste Perseusstern befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach unten in Richtung der Plejaden abbiegt. Der erste Stern dieser Linie ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei. Beide Sterne sind wie die Nachbarsterne von Mirfak Sterne 3. Größe. Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter (der Plejadenbüste)" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Rechtwinklig neben Menkib befindet sich am unteren Ende der zweiten Perseuslinie noch der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand 1'500 Lichtjahre. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)". Geht man die zweite Perseuslinie von Menkib über die Plejaden hinaus dreimal weiter, so gelangt man zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches, der in der Plejadenbüste verstümmelten Hand.

Im Perseus befindet sich auch das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: Neben gamma Persei, dem oberen Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, dass von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halbem Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren.

2.8 Der Hase und die nördlichen Teile des Eridanus

Unterhalb des Orion finden wir zwei eher unauffällige Sternbilder, obgleich sie auch einige Sterne zweiter und beinahe zweiter Größe enthalten. Es sind dies das Sternbild des Hasen und das Sternbild des Eridanus.

Das Sternbild des Hasen sieht wie ein Viereck aus, dessen rechte Seite des Vierecks rund doppelt so hoch ist wie die linke. Der Hauptstern des Hasen heißt Arneb und befindet sich in dem Viereck an der linken oberen Ecke, also unterhalb des linken Orionfußsternes Saiph. Arneb bedeutet "Hase" und ist ein Stern gerade noch 2. Größe, ein weit entfernter weißgelblicher Stern im Abstand von über 1'000 Lichtjahren. Unter ihm steht der Stern Nihal, der beinahe 2. Größe erreicht. Nihal bedeutet "Kamele, die ihren Durst löschen" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Die beiden Sterne auf der rechten Seite des Vierecks erreichen beide die 3. Größe, der obere heißt mue Leporis und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, der untere heißt epsilon Leporis und ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren.


Vom Orion zum Eridanus
Neben dem hellen Orionstern Rigel entspringt der Fluss Eridanus und sein zweithellster Stern ist Cursa, ein blauweißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Cursa bedeutet "Fußbank" und bezieht sich auf den Orion. Geht man vom Orionnebel über Rigel rund dreimal weiter und dann etwas nach oben, so gelangt man zu Zaurak, dem dritthellsten Stern des Eridanus. Zaurak hat 3. Größe und bedeutet "Boot"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren.

Das Sternbild des Eridanus ist eines der ausgedehntesten Sternbilder am Nachthimmel. Er nimmt seinen Ausgang bei Cursa neben dem hellen Stern Rigel am Fuße des Orion und fließt wie die Donau zunächst nach Norden und Osten, ehe er sich nach Süden windet und in unseren Breiten unter dem Horizont verschwindet. Der hellste Stern des Eridanus, Achernar, steht am unteren Ende des Eridanus. Das ist aber so weit südlich, dass er von unseren Breiten niemals gesehen werden kann. Er ist so hell wie die Beteigeuze und Procyon, also ein Stern gerade noch 0. Größe, und bedeutet "Ende des Flusses"; er ist der zehnthellste Fixstern am Sternhimmel überhaupt, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 140 Lichtjahren.

Zaurak ist Ausgangspunkt einer Deichsel, die parallel zum Oriongürtel verläuft. Der zweite Deichselstern ist Rana, ein Stern gerade noch 3. Größe. Rana bedeutet "Frosch" und ist ein Roter Unterriese im Abstand von nur 30 Lichtjahren. Der dritte Deichselstern ist epsilon Eridani, ein sonnennaher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von nur 10.5 Lichtjahren, er ist etwas kleiner als unsere Sonne und ein gelboranger Hauptreihenstern.

Geht man nun von Zaurak und Rana rechtwinklig in Richtung Oriongürtel, so sieht man in doppeltem Abstand Zaurak - Rana zwei Sterne 4. Größe nebeneinander stehen. Der hellere der beiden heißt omicron(1) Eridani; sein arabischer Name Reid bedeutet "Ei des Straußes". Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Der andere, untere Stern, heißt omicron(2) Eridani; sein arabischer Name Keid bedeutet "Ei". Keid ist prominenter bekannt unter dem wissenschaftlichen Namen 40 Eridani, denn sein Begleitstern 40 Eridani B ist der zuerst entdeckte Weiße Zwerg überhaupt. 40 Eridani ist ein nahe gelegenes Dreifach-Sternsystem im Abstand von 16.5 Lichtjahren, der Hauptstern ist ein gelboranger Hauptreihenstern. Würde man anstelle des Weißen Zwerges seinen Vorläuferstern sehen, so könnte man schräg neben dem Orion einen weiteren Stern bewundern, der so hell ist wie der obere Zwillingsstern Castor. Damals hätte noch ein weiterer sehr heller Stern am Abendhimmel gestanden, nämlich der Vorläuferstern vom Van Maanen's Stern, dem drittnächsten Weißen Zwerg, gut 14 Lichtjahre entfernt. Dieser war damals deutlich heller als die Wega oder Capella und stand in den Fischen schräg unterhalb des Herbstviereckes, wenn man von Scheat über Algenib nochmals halb so viel weiter geht.

Sei noch der Stern tau(4) Eridani genannt, den man in Verlängerung von Cursa über Zaurak findet; dieser Stern erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren.

2.9 Erste Frühlingssterne ab 20 Uhr: der Löwe, Alphard in der Wasserschlange sowie der Mars und Arktur

Östlich des Wintersechseckes sieht man ab 20 Uhr zwei helle Sterne des Sternbildes Löwe; der rechte ist Regulus beim Herz des Löwen, ein blauweißlicher Stern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Der linke Stern heißt Algieba die Stirn - und nicht wie im vergangenen Monat irrtümlich geschrieben die Mähne - des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind.

Wenn man von der Algieba über Regulus nach rechts unten verlängert, so trifft man tief im Südosten einen Stern 2. Größe, das ist Alphard in der Wasserschlange. Alphard bedeutet treffenderweise "der alleine dastehende Stern", da die übrigen Sterne der Wasserschlange weit verteilt sind. Alphard ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 200 Lichtjahren. Man kann ihn auch in der Verlängerung der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux finden.

Unter Regulus kann man ab 22 Uhr einen rötlichen Stern bewundern, das ist der Planet
Mars.

Tief im Osten sieht man über dem Horizont Arktur im Bärenhüter. Man findet ihn einfach über die Verlängerung der Deichsel des Großen Wagen. Arktur heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält"; sein heute nicht mehr verwendeter arabischer Name lautet Alramech, das bedeutet "der Lanzenbewaffnete". Arktur ist der nächst gelegene Rote Riese von der Sonne im Abstand von gut 30 Lichtjahren und der hellste Fixstern der Nordhalbkugel.

Unter der Algieba sieht man etwa doppelt so weit entfernt wie Regulus einen weiteren Stern 2. Größe, das ist Denebola, das bedeutet "Schwänzchen (des Löwen)" - im Gegensatz zur Großen Bärin und zum Kleinen Bären, die beide von Zeus am Schwanz gepackt und an den Himmel geschleudert wurden und deswegen überlange Schwänze haben, scheint der Löwe nur ein kurzes Schwänzchen zu haben. Denebola ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 35 Lichtjahren.

Zwischen der "Achse" Algieba-Regulus zwischen der Stirn und dem Herzen des Löwen sowie Denebola am Schwänzchen des Löwen gibt es noch eine weitere etwas kleinere "Achse" zwischen dem Rücken und der Hüfte des Löwen: der obere Stern heißt Duhr, der untere Coxa. Duhr ist ein weißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von 60 Lichtjahren und Coxa ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von 170 Lichtjahren. Duhr bedeutet "Rücken", Coxa bedeutet "Hüfte".

In der Nähe der Algieba finden wir 3 Sterne, welche den Kopf des Löwen markieren: Etwas oberhalb Adhafera, die ein Stern 3. Größe an der Haarsträhne des Löwen, dann westlich Ras Elased Borealis und südlich Ras Elased Australis, die beiden Sterne "nördlich und südlich des Kopfes des Löwen". Ras Elased Australis ist ein Stern 3. Größe, wie unsere Sonne gelblich und 250 Lichtjahre von uns entfernt; über ihm Ras Elased Borealis ist ein Roter Riese im Abstand von gut 130 Lichtjahren; beinahe 3. Größe hell. Adhafera schließlich ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren.

Sei noch der Stern eta Leonis zwischen Algieba und Regulus, ein wenig vor der Verbindungslinie, erwähnt; erreicht gerade noch die 3. Größe und er wird manchmal fälschlicherweise als Subra bezeichnet. Den richtigen Stern Subra findet man, wenn man von eta Leonis kommend bei Regulus rechtwinklig nach Westen abbiegt und dann etwa doppelt so weit geht; dieser Stern ist gleich hell wie eta Leonis. Subra bedeutet "Mähne" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 120 Lichtjahren. Eta Leonis ist ebenfalls ein weißlicher Stern, er ist aber mit 2'000 Lichtjahren viel weiter entfernt.

Geht man von Regulus statt zu Subra in die andere Richtung, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist rho Leonis, ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2500 Lichtjahren. Auch iota Leonis erreicht beinahe die 3. Größe, er ist weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Er bildet mit Duhr und Coxa von der mittleren Löwenachse eine deichselartige Figur, bei der er an der unteren Stelle steht.

3 Die Mondstationen am Abendhimmel

3.1 Allgemeines

Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach nahe beieinander stehenden Sterngruppen. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass aufgrund der sehr viel klareren Luft damals auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht, das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

3.2 Mondstation der Plejaden und die Plejadenbüste

Die sehr prominenten Plejaden bilden die Mondstation at-turayya. Hier befinden sich auf engem Raum 6 hellere Sterne, nämlich ein Stern beinahe 2. Größe, drei Sterne beinahe 3. Größe und zwei Sterne 4. Größe. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck mit einem Stiel. Der hellste Plejadenstern ist die Alcyone - immerhin dritthellster Stern im Stier. Sie befindet sich dort, wo der Stiel am Viereck befestigt ist. Der Plejadenvater Atlas befindet sich am Stielende, Elektra diagonal gegenüber und die Maja von Atlas herkommend oberhalb ihrer Schwester Alcyone.

Einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Sie beschreibt einen großen Bogen von der Cassiopeia über Mirfak und die zweite Perseuslinie zu den Plejaden und weiter zum Hauptstern Menkar des Walfisches. Ihre linke Hand wird vom ersten Cassiopeiastern Caph dargestellt, ihre Handwurzel Misam vom Schatzkästlein der Milchstraße, das sind die beiden Nebelchen h und chi Persei, ihr linker Ellbogen vom hellen Perseusstern Mirfak, ihre Schulter vom Perseusstern Menkib und ihr Schulterblatt vom benachbarten Perseusstern Atik. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt und am Ende des großen Bogens ihre rechte Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig vom Sternbild, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten.

Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist "an-nagm", was zu Deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

3.3 Die Mondstation ad-dabaran (Aldebaran) im Stier

Die zweite Mondstation des Stieres heißt ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

3.4 Die Mondstation des Orion

Auch im Sternbild des Orion gibt es eine Mondstation, sie heißt al-haqa. Sie besteht die aus den Orionsternen Heka, Khad Posterior und Khad Prior und befindet sich in der Mitte oberhalb der Schulterlinie Beteigeuze zur Bellatrix. Al-haqa bedeutet "der Mähnenzopf" und in der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Hirschkopf" bezeichnet. Diese Sterne bilden ein Dreieck am Kopf des Orion: an der Spitze dieses Dreiecks steht Heka, ein Stern gerade noch 3. Größe, unterhalb befinden sich die beiden Sterne Khad Posterior auf Seite der Beteigeuze und Khad Prior auf Seite der Bellatrix, beide haben 4. Größe. Heka ist in Wirklichkeit ein Doppelsternsystem zweier blauweißlicher Riesensterne im Abstand von über 1'000 Lichtjahren; auch Khad Prior ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1'000 Lichtjahren. Khad Posterior ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 115 Lichtjahren. Heka bedeutet "weißer Fleck" und Khad bedeutet "Wange des Zentralen".

3.5 Die Mondstationen der Zwillinge

Das Sternbild der Zwillinge hat zwei Mondstationen: die erste heißt al-hana und umfasst den Zwillingsstern Alhena, der seinen Namen ja aus dieser Mondstation bekommen hat, sowie seinen Nachbarstern Alzir. Alzir bedeutet "(Kleider-)Knopf" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 60 Lichtjahren. Die indische Tradition verwendet anstelle der Alhena - immerhin einem Stern beinahe 1. Größe - und Alzir den prominenten Orionstern Beteigeuze, der mit "die Feuchte" übersetzt wird.

Die zweite Mondstation der Zwillinge heißt ad-dira und besteht aus den beiden hellen Zwillingssternen Castor und Pollux. Obgleich diese Mondstation aus zwei sehr prominenten Sterne 1. Größe besteht, wird ihr Name heutzutage nicht mehr verwendet. Ad-dira heißt "der Vorderarm" und in der indischen Tradition werden die beiden Zwillingssterne mit "Schätzebringende" übersetzt.

3.6 Die Mondstationen im Sternbild des Krebses und an der Grenze der Sternbilder Krebs, Löwe und Wasserschlange

Die Mondstation an-natra befindet sich zwischen den Zwillingen und dem Löwen und besteht aus einem Sternhaufen und zwei Sternen im Sternbild Krebs. An-natra bedeutet "Nasenhauch" und kann nur bei guter Sicht gefunden werden. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, wenn man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: Pollux von der vorherigen Mondstation, der Zwillingsstern Alhena von der vorletzten Mondstation, der auf knapp halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht, sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri stehen am linken Rand der Krippe und sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördlicher und südlicher Esel. Beide sind schwache Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern, Asellus Australis ein Roter Riese. Beide sind rund 150 Lichtjahre von uns entfernt. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht. In der indischen Tradition werden diese Sterne mit "Blume" übersetzt.

Die Mondstation at-tarf besteht nur aus schwachen Sternen; at-tarf bedeutet "der Blick (des Löwen)", ist also dort, wohin der Löwe schaut. Aufgrund eines Übertragungsfehlers hat der hellste Stern des Sternbildes Krebs irrtümlich diesen Namen erhalten und heißt heute Altarf. Diesen Stern findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern beinahe 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In der indischen Tradition heißt diese Mondstation "der Umarmer" und wird von einer Sterngruppe gebildet, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen. Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange, zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern. Beide sind von uns 150 Lichtjahren entfernt.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt. Streng genommen wird zeta Hydrae trotz seiner unmittelbaren Nähe zu dieser Sterngruppe nicht zur Mondstation dazugezählt.

3.7 Die drei hellen Mondstationen im Sternbild Löwe

Die drei nächsten Mondstationen bestehen aus den Löwensternen und sind einfach zu finden:

Al-gabba hat der Algieba ihren Namen verliehen und besteht aus der Linie Adhafera - Algieba - eta Leonis und Regulus; in der indischen Tradition wird nur Regulus verwendet und heißt dort "der Große".

Az-zubra besteht aus den beiden Sternen Duhr und Zosma der mittleren Löwenachse; der Name dieser Mondstation ist dann auf den Löwenstern Subra im rechtwinkligen Dreieck eta Leonis, Regulus und Subra übergegangen. In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der frühere Rötliche" übersetzt.

Die Mondstation As-sarfa schließlich besteht aus der Denebola beim Schwänzchen des Löwen, dies bedeutet der "Wechsel (des Wetters)". In der indischen Tradition wird diese Mondstation mit "der spätere Rötliche" übersetzt.

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Einführung in die Mondstationen

Thema des Monats: Magnetfelder in schweren Weißen Zwergen

4.1 Die Rolle der Magnetfelder bei der Entwicklung von Sternen

Magnetfelder spielen bei der Entwicklung von Sternen eine wesentliche Rolle. In der Regel kann man nur starke Magnetfelder in Sternen nachweisen, es gibt aber eine Möglichkeit, auch Informationen über schwache Stern-Magnetfelder zu erhalten, indem man nämlich die Magnetfelder von Weißen Zwergen misst. Weiße Zwerge sind die Endprodukte von Sternen mit weniger als 8 Sonnenmassen. Aufgrund des Sternkollapses steigt das Magnetfeld bis zu einem Faktor 1'000 an, so dass man auf die Stärke der Magnetfelder des ursprünglichen Sternes schließen kann. In der Wissenschaft ist also die Messung von schwachen Magnetfeldern von ganz besonderem Interesse. Im Rahmen dieser Einführung beschränkt sich diese Darstellung der Übersichtlichkeit halber auf die schweren Weißen Zwerge mit schwachem Magnetfeld.

4.2 Einfache Einführung in die Weißen Zwerge

Der Durchmesser von normalen Sternen ist dort, wo sich der Strahlendruck des Sternes, der den Stern nach außen drückt, und seine Gravitationskraft, die den Stern zusammenzieht, gerade ausgleichen. Der Strahlungsdruck eines Sternes erfolgt aufgrund der Kernreaktionen im Sterninneren, bei denen Atome zu größeren Kernen fusioniert werden. Solange Atomkerne mit einer Ordnungszahl kleiner als derjenigen des Eisen fusionieren, wird bei diesem Prozess Energie frei. Während der meisten Zeit wird Wasserstoff in Helium umgewandelt (Stufe 1), so dass Sterne in Wirklichkeit riesige Wasserstoffbomben sind. Irgendwann aber einmal ist der Wasserstoff aufgebraucht. Wenn der Stern genügend Masse hat, und zwar mehr als 0.4 Sonnenmassen, so kann der nächste Fusionsschritt stattfinden (Stufe 2), bei dem das Helium zu Kohlenstoff und Sauerstoff verschmolzen wird. Hat der Stern mehr als 2.3 Sonnenmassen, so kann nächste Fusionsschritt stattfinden (Stufe 3), bei der der Kohlenstoff und Sauerstoff im Kern des Sternes zu Sauerstoff und Neon verschmolzen werden. Bei mehr als 8 Sonnenmassen ist genügend Energie vorhanden, um auch das Verschmelzen zu höheren chemischen Elementen zu ermöglichen (Stufen größer als 3).

Spätestens wenn der Stern nur noch aus Eisen besteht, kann auf diese Weise jedoch keine Energie mehr erzeugt werden. Der Stern hat also keinen innere Energiequelle mehr, die einen Strahlungsdruck erzeugen könnte, so dass sich der Stern unter seiner eigenen Schwerkraft sehr rasch zusammenzieht und kollabiert. Das hat zur Folge, dass diese Sterne kleiner sind, wenn sie mehr Masse haben, weil nur noch die Schwerkraft wirksam ist und diese die Sterne immer mehr zusammenpresst.

Entwicklung verschiedener Sterntypen
Die beiden Pauli'schen Ausschließungsprinzipien für Elektronen und für Neutronen können den Gravitationskollaps stoppen: Bei den ersten drei Stufen stoppt das Pauli'sche Ausschließungsprinzip für den Gravitationskollaps und der Stern kollabiert zu einem Weißen Zwerg, im zweiten Fall zu einem Neutronenstern. Kann der Gravitationskollaps nicht gestoppt werden, so kollabiert der Stern zu einer Singularität, das heißt, zu einem Schwarzen Loch.

Bei Weißen Zwergen bleibt die atomare Struktur erhalten. Sobald ein Weißer Zwerg jedoch mehr als 1.45 Sonnenmassen aufweisen würde, kann das Pauli'sche Ausschließungsprinzip für Elektronen den Gravitationskollaps nicht mehr aufhalten, so dass die atomare Struktur zusammenbricht. Dann entsteht ein Neutronenstern. Somit gibt es aufgrund dieser drei Stufen drei Typen Weißer Zwerge, nämlich leichte, mittelschwere und schwere Weiße Zwerge. Leichte Weiße Zwerge haben weniger als 0.4 Sonnenmassen, mittelschwere zwischen 0.4 und 1.05 Sonnenmassen und schwere mehr als 1.05 und weniger als 1.45 Sonnenmassen, der maximal möglichen Masse für Weiße Zwerge. Die meisten Weißen Zwerge gehören zu den mittelschweren.

4.3 Auskühlalter von Weißen Zwergen

Wie vorher gesehen entstehen Weiße Zwerge, nachdem die innere Energiequelle, die den Strahlungsdruck erzeugt hat, aufgebraucht ist. Somit haben Weiße Zwerge keine innere Energiequelle. Sie sind aber sehr stabil, da der Druck der Elektronen einen weiteren Gravitationskollaps verhindert. Nun wird der Weiße Zwerg langsam aber sicher auskühlen und anhand seines Spektrums und seiner derzeitigen Temperatur kann man bestimmen, wie alt der Weiße Zwerg ist. Dieses sogenannte Auskühlalter ist eine sehr nützliche Altersbestimmung, mit der man das Alter von Kugelsternhaufen, von Doppelsternsystemen und insbesondere auch von Neutronensternen, die von einem Weißen Zwerg umlaufen werden, mit einer zusätzlichen und unabhängigen Methode abschätzen kann.

Das Auskühlalter von Weißen Zwergen hängt im Wesentlichen von ihrer Masse und der Dicke ihrer Hülle ab: wenn ein Weißer Zwerg noch eine dicke Hülle besitzt, welche übrigens aus Wasserstoff besteht, so kann es in ihr erneut zu einem Wasserstoff-Kernbrennen kommen, so dass eine Erhitzung und keine Auskühlung stattfindet. Erst wenn die den Weißen Zwerg umgebende Wasserstoffhülle so dünn wird, dass kein erneutes Wasserstoff-Kernbrennen stattfinden kann, kühlt der Weiße Zwerg nach und nach aus.

4.4 Die sonnennahen Weißen Zwerge


40 Eridani B. Von David Darling freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Bis Mitte der 1990er Jahre konnte man nur den Abstand sonnennaher Sterne näher als 16.3 Lichtjahre, das sind 5 Parsec, genau vermessen; dies geschah mithilfe von hochpräzisen Winkelmessungen, bei denen man dasselbe Phänomen nutzte, welches man bemerkt, wenn man wenige hundert Meter vor einem Baum steht und hin- und hergeht: Dann sieht man, dass sich der Baum vor dem Landschaftshintergrund ebenso her- und hin zu bewegen scheint. Indem man nun die Länge der Basislinie, auf der man hin- und hergeht, kennt und an den beiden Endpunkten die Winkel zum Baum, kann man den Abstand des Baumes berechnen. Natürlich sind die Sterne viel zu weit entfernt, als dass man eine Bewegung vor dem Sternenhintergrund durch einfaches Hin- und Hergehen einiger Meter auf der Erde messen könnte; doch da sich ja die Erde um die Sonne bewegt, kann man den Abstand Erde - Sonne - Erde ein halbes Jahr später als Basislinie verwenden. Sonnennahe Sterne bewegen sich dann wenige Winkelsekunden und das kann man messen. Somit konnte man also bis vor 15 Jahren nur den Abstand weniger Sterne direkt nachmessen und erst seit der Mission des Hochpräzisionssatelliten HIPPARCOS kennt man die Sternabstände bis zu einigen hundert Lichtjahren ebenfalls präzise.

Von den sonnennahen Sternen sind nur 10 von bloßem Auge sichtbar, zudem gibt es in diesem Bereich auch vier Weiße Zwerge: Der Sirius B, Procyon B, van Maanen's Stern sowie Gliese 440. Nur knapp ein Lichtjahr weiter entfernt befindet sich der zuerst entdeckte Weiße Zwerg, 40 Eridani B, er ist der fünftnächste Weiße Zwerg.

Der massereichste sonnennahe Weiße Zwerg ist der Sirius B, er hat eine Masse von knapp einer Sonnenmasse. Sein Vorläuferstern war ein blauweißlicher Stern mit rund 5 Sonnenmassen, er hatte also mehr Masse als die heutige Hauptkomponente Sirius A.

Der zweit- und drittschwerste sonnennahe Weiße Zwerg sind Gliese 440 mit 0.75 Sonnenmassen und van Maanen's Stern mit 0.7 Sonnenmassen; ihre Vorgängersterne waren blauweißliche bis weißliche Sterne mit rund 4 Sonnenmassen. Procyon B hat 0.6 Sonnenmassen und sein Vorläuferstern war mit rund 1.7 Sonnenmassen etwas schwerer als der heutige Hauptstern Procyon A; 40 Eridani B schließlich hat eine halbe Sonnenmasse und sein Vorläuferstern war ein weißgelblicher Stern mit 1.5 Sonnenmassen.

Die Vorgängersterne dieser 5 Weißen Zwerge waren also allesamt heller als unsere Sonne und wären die Vorläufersterne vom Sirius B, von Gliese 440 und vom Van Maanen's Stern damals, als sie noch normale Sterne waren, auch schon in Sonnennähe gestanden, so wären sie die drei massenreichsten Sterne der Region gewesen und alle drei deutlich heller als 0. Größe gewesen.

4.5 Messbarkeit von Magnetfeldern bei Weißen Zwergen

In der Astronomie wird die Stärke von Magnetfeldern nicht in Tesla, sondern in der historischen Einheit Gauß angegeben; dabei ist ein Gauß ein zehntausendstel Tesla. Ein handelsüblicher Magnet hat eine Feldstärke von 1000 Gauß. Magnetfelder bei Weißen Zwergen lassen sich durch 2 Methoden messen: Mit Untersuchungen des Spektrums, sogenannten spektroskopischen Methoden, kann man die sogenannte Zeeman'sche Aufspaltung von Spektrallinien vermessen; diese Methode ist sehr gut geeignet, um hohe Magnetfelder oberhalb von 1 MegaGauß zu vermessen. Für schwächere Magnetfelder eignet sich eine Kombination spektroskopischer und polarimetrischer Messungen, die man spektropolarimetische Methoden nennt; mit dieser Methode kann man mit modernen Fernrohren bei Weißen Zwergen noch Magnetfelder im kiloGauß-Bereich nachweisen. Beim zuerst entdeckten Weißen Zwerg 40 Eridani B konnte ein Magnetfeld von nur 4 kiloGauß gemessen werden, und beim sonnennächsten Weißen Zwerg, dem Sirius B, konnte bislang kein Magnetfeld nachgewiesen werden. Das ist in guter Übereinstimmung mit aktuellen Vermessungen des Magnetfeldes des heutigen Hauptsternes Sirius A, bei dem ein Magnetfeld von 0.2 Gauß gemessen werden konnte; multiplizieren wir dieses um den Faktor 1'000, um den sich das Magnetfeld beim Kollaps zu einem Weißen Zwerg verstärkt, so erhalten wir einen Wert von 0.2 kiloGauß; multiplizieren wir dieses in erster Näherung mit dem Massenunterschied 2.5 zwischen dem Sirius A und dem Vorläuferstern des Sirius B, so erhalten wir ein halbes kiloGauß, das ist achtmal schwächer als das Magnetfeld vom zuerst entdeckten Weißen Zwerg 40 Eridani B.

WD1236-495
WD1236-495. Von Adela Kawka, White Dwarf Database, freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Bilder von weiteren beschriebenen Weißen Zwergen öffen sich beim Klick auf das Bild.

4.6 Beispiele schwerer Weißer Zwerge über 1.1 Sonnenmassen mit schwachen Magnetfeldern

Die beiden Weißen Zwerge LTT 4816 (WD1236-495) und LTT 8816 (WD2159-754) haben sehr schwache polare Magnetfelder, die kleiner als 30 kiloGauß sind. Beide sind alte Weiße Zwerge, die rund eine bis zweieinhalb Milliarden Jahre alt sind. Bei sind knapp 50 Lichtjahre von uns entfernt.

Die drei Weißen Zwerge GD 50 (WD0346-011), EUVE J1024-303 (WD1022-301) und EUVE J1727-360 (WD1724-359) haben rund viermal stärkere polare Magnetfelder, die ungefähr 120 kiloGauß stark sind. Auch dies sind schwache Magnetfelder. Diese drei Weißen Zwerge sind 100 Millionen bis 150 Millionen Jahre alt. Der erste von ihnen ist gut 100 Lichtjahre entfernt, der zweite 240 Lichtjahre und der dritte 180 Lichtjahre.

Die Forschung macht hier gewaltige Fortschritte und hier ist mit weiteren interessanten Ergebnissen in den nächsten Jahren zu rechnen. So konnte man inzwischen auch die Magnetfelder zweier Weißer Zwerge mit nur einem Drittel Sonnenmasse bestimmen: der Weiße Zwerg EUVE J0512-006 (WD0509-007), der über 300 Lichtjahre entfernt ist, hat ein polares Magnetfeld von rund 30 kiloGauß, und der Weiße Zwerg LTT 9648 (WD2337-760), der 200 Lichtjahre entfernt ist, ein polares Magnetfeld von rund 50 kiloGauß. Der erste ist rund 150 Millionen Jahre alt, der zweite knapp eine Milliarde Jahre.

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Weitere Einführung in die Weißen Zwerge

4.7 Referenzliste

Wenn man wissenschaftlich arbeitet, so ist es sehr wichtig, auch die Arbeiten ausdrücklich zu erwähnen, aus denen man seine Angaben, die über die Inhalte allgemein bekannter Online-Lexika wie Wikipedia hinausgehen, übernommen hat. Die Daten dieses Monatsbeitrages über Magnetfelder in schweren Weißen Zwergen wurden folgenden Arbeiten entnommen:

1. detaillierte Angaben zu Procyon B:
Wide Field Planetary Camera 2 Photometry of the bright, mysterious White Dwarf Procyon B; J.L.Provencal, H.L.Shipman, F.Wesemael, P.Bergeron, H.E.Bond, J.Liebert and E.M.Sion: http://iopscience.iop.org

2. detaillierte Angaben zu Van Maanen's Stern:
Mid-Infrared Observations of van Maanen 2: No Substellar Companion; J. Farihi and E.E.Becklin: http://iopscience.iop.org

3. detaillierte Angaben zu 40 Eridani B:
Cooling Times, Luminosity Functions and Progenitor Masses of Degenerate Dwarfs; M.A.Sweeney: http://articles.adsabs.harvard.edu

4. Magnetfeld des Sirius:
Detection of a weak surface magnetic field on Sirius A: are all tepid stars magnetic ? P.Petit, F.Lignières, M.Aurière, G.A.Wade, D.Alina, J.Ballot, T.Böhm, L.Jouve, A.Oza, F.Paletou, S.Théado: http://arxiv.org

5. Magnetfeld des 40 Eridani B:
Magnetic field measurements in white dwarfs. Magnetic field, rotation and spectrum of 40 Eri B; S.N.Fabrika, G.G.Valyavin, T.E.Burlakova, E.A.Barsukova, D.N.Monin: http://arxiv.org

6. Magnetfeldangaben der Weißen Zwerge:
Spectropolarimetric Survey of Hydrogen-rich White Dwarf Stars; A.Kawka, S.Vennes, G.D.Schmidt, D.T.Wickramasinghe, R.Koch: http://arxiv.org

7. Berechnung Auskühlalter von Weißen Zwergen:
Synthetic Colors and Evolutionary Sequences of Hydrogen- and Helium-Atmosphere White Dwarfs; Pierre Bergeron, Gilles Fontaine, Pier-Emmanuel Tremblay: www.astro.umontreal.ca


5 Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

5.1 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: Hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher kommt dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind ein sehr junger Sternhaufen im Abstand von knapp 400 Lichtjahren; die Plejadensterne sind somit alle blauweißlich.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Das sind aber nur 6 Sterne des Siebengestirns und schon zu Zeiten der alten Griechen wurde die Frage aufgeworfen, wo denn die siebte Plejade sei. Zur Zeit der alten Griechen gab es die Legende, dass die 7. Plejade die Elektra sei, die aus lauter Trauer und Verzweiflung über den Heldentod ihres geliebten Sohnes ihre Schwestern verlassen habe. Ja, man wusste sogar, wohin sie gegangen ist: Tatsächlich gibt es einen weiteren sehr bekannten Stern 4. Größe, in der Helligkeit eines typischen helleren Plejadensternes, und das ist der Augenprüfstern Alkor über dem mittleren Deichselstern des Großen Wagen. Jene Legende besagt nun also, dass die Elektra aus lauter Trauer ihre Schwestern verlassen habe, zum Großen Wagen gewandert sei und sich dort neben den mittleren Deichselstern Mizar gesellt hat.

Die Hyaden heißen auf Deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck, bei dem jede Seite aus 3 Sternen besteht; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast.

Links oben - also über Aldebaran - steht der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Streng genommen also markiert dieser Stern und nicht der den Plejaden nachfolgende Aldebaran das rot unterlaufene Auge des Stieres. Neben ihm, in der Mitte oben, steht der Stern delta Tauri und an der Spitze dieses Dreiecks, also rechts, der Stern gamma Tauri. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne. Unten in der Mitte stehen zwei Sterne übereinander, der obere heißt theta(1) Tauri und ist ebenfalls ein gelber Stern, der untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. - Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, also fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe.

Würde man die Plejadensterne und die Hyadensterne in gleichem Abstand nebeneinander stellen und die zehn hellsten von ihnen betrachten, so wären die ersten sieben allesamt Plejadensterne und die nächsten drei die drei hellsten Hyadensterne. Die siebthellste Plejade ist die Plejadenmutter Pleione, sie steht unmittelbar neben dem Plejadenvater Atlas senkrecht zur Linie Alcyone - Atlas auf der plejadenabgewandten Seite und erreicht die 5. Größe. Daraus abzuleiten, dass der Name "Siebengestirn" daher kommt, dass die sieben hellsten Plejadensterne in Wirklichkeit auch die sieben hellsten Sterne dieser beiden Sternhaufen bilden, ist wenig plausibel, da man in der Antike die Entfernungen zu diesen beiden Sternhaufen nicht kannte.

Die nächsten vier Plätze in dieser Auflistung sind allesamt bis auf eine hundertstel Größenklasse gleich hell; das sind die beiden noch fehlenden scheuen Plejaden Celaeno und Asterope, die gerade noch und beinahe die 5. Größe erreichen, sowie die beiden noch ausstehenden Hyadensterne des Größerzeichens, delta und theta(1) Tauri. Celaeno befindet sich zwischen Elektra und Taygeta und die Asterope bildet mit den Plejadensternen Maia und Taygeta ein gleichseitiges Dreieck nach außen.

5.2 Großer und Kleiner Wagen, die helleren Drachensterne sowie schwächere Sterne der Cassiopeia und des Kepheus

Nach Sonnenuntergang steht der bekannte Große Wagen tief im Norden und die vorderen Teile der Deichsel sind in den Horizontdunst eingetaucht, so dass man den Großen Wagen nur bei sehr guter Nordsicht erkennen kann. Man findet ihn, indem man von der Cassiopeia am Polarstern vorbei gleichviel weiter geht.

Der Große Wagen enthält zwar keinen Stern 1. Größe, dafür aber immerhin drei, die beinahe 1.Größe erreichen. Es sind dies der kastenseitige Deichselstern Alioth, der hintere obere Kastenstern Dubhe sowie der äußere Deichselstern Benetnash. Der mittlere Deichselstern selber erreicht genau 2.Größe und ist der vierthellste Wagenstern; namensmäßig ist er der bekannteste Wagenstern und heißt Mizar. - Für den Namen Dubhe gibt es eine hübsche Merkregel aus den Vereinigten Staaten, weil man diesen Stern auf Englisch "Dubih" ausspricht: Frank Sinatra tanzt mit der Großen Bärin um den Polarstern und singt "Dubi Dubi Dubi". Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist; der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär" und der äußere Deichselstern Benetnash bedeutet "Klageweiber". Der mittlere Deichselstern Mizar bedeutet "Mantel".

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, der vordere untere Kastenstern heißt Phekda. Merak bedeutet "Lende", Phekda bedeutet "Schenkel". Der 7.Wagenstern heißt Megrez und erreicht 3. Größe, das ist der vordere obere Kastenstern. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)". Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern; Alkor ist eine Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet. Einer altgriechischen Legende zufolge ist Alkor die fehlende 7. Plejade.

Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren; Alioth, Mizar und die übrigen Sterne des Großen Wagen sind ebenso wie der Augenprüfstern neben Mizar weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren.

Wenn man von der Deichsel des Großen Wagen senkrecht zur Krümmung geht, so gelangt man ab 22 Uhr zu einem Stern beinahe 2. Größe, das ist der Hauptstern Cor Caroli des unscheinbaren Sternbildes der Jagdhunde. Cor Caroli ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

In nur dreifacher Verlängerung von Kochab zu Pherkad, also vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, steht ein Stern beinahe 2. Größe namens eta Draconis, er ist der zweithellste Stern des Drachens. Eta Draconis ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Aldhibah erreicht 3. Größe und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden, gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Sommer tief im Süden sehen kann.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, deren beiden hellsten Sterne zweite und beinahe zweite Größe erreichen. Der obere linke ist der hellste Stern des Sternbildes des Drachen und heißt Ettanin, der untere rechte ist der dritthellste Stern des Sternbildes und heißt Alwaid. Ettanin ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet "Seeungeheuer", Alwaid ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe: der Stern auf der rechten Seite heißt Grumium und der Stern auf der linken Seite gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi. Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der linken Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Der Drache hat noch zwei weitere Sterne 3. Größe: Den vierthellsten Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Geht man diese Linie von eta Draconis und Aldhibah über Al Tais gleichviel weiter, so gelangt man zu Alderamin, dem Hauptstern des Andromedavaters Kepheus. Al Tais bildet mit den beiden hellsten Kepheussternen Alderamin und Alfirk ein rechtwinkliges Dreieck. - Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.


Wanderung des Himmelspols in den Jahrtausenden
Vor 5'000 Jahren stand der Himmelspol in der Nähe eines eher unauffälligen Sternes beinahe 3. Größe namens Thuban, dieser ist der zwar nicht der hellste, aber der Hauptstern im Sternbild des Drachen. Dieser Stern steht fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen und kann deswegen sehr einfach gefunden werden. Thuban heißt "Schlange" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren.

Achird steht zwischen dem Hauptstern der Cassiopeia, der Schedir, und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir; er ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.

Zeta Cephei befindet sich neben delta Cephei am linken Hausboden, etwas ins Hausinnere eingerückt. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Rechts außerhalb des Kepheus steht neben Alderamin der Stern eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; auch er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren. Etwas unterhalb der Mitte des Bodens dieses Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, kann man den Stern Erakis sehen; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen auch "Granatstern" genannt. Dieser Stern ist über 5'000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

Bei guten Sichtbedingungen kann man aufgrund ihrer prominenten Stellung auch die inneren Sterne des Kleinen Wagen einfach finden, das sind dessen beide vorderen Kastensterne sowie die beiden ersten am kleinen Wagenkasten befestigten Deichselsterne. Drei von ihnen sind 4. Größe, einer 5. Größe. Der hellste der inneren Sterne des Kleinen Wagen ist der Stern epsilon Ursae Minoris, ein gelber Stern im Abstand von rund 350 Lichtjahren. Er ist der erste Deichselstern nach dem kleinen Wagenkasten. In etwa gleichhell sind zeta Ursae Minoris, der vordere obere Kastenstern des Kleinen Wagen, ein weißlicher, geringfügig weiter entfernter Stern, sowie delta Ursae Minoris, der mittlere Deichselstern des Kleinen Wagen. Dieser Stern ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 200 Lichtjahren und heißt auch Yildun, das bedeutet "(Polar-)Stern"; er diente türkischen Astronomen früher als Polarstern. Verbleibt der untere vordere Kastenstern eta Ursae Minoris, ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 100 Lichtjahren.

5.3 Ab 22 Uhr: die Sprünge der Gazelle, der kleine Löwe sowie weitere Körpersterne der Großen Bärin

Das komplette Sternbild der Großen Bärin.
Unterhalb der Wagensterne kann man ungefähr doppelt so weit entfernt, wie der Große Wagen hoch ist, drei paarweise beieinander stehende Sterne dritter und beinahe dritter Größe erkennen. Der Mythologie nach handelt es sich dabei um die Fußspuren einer vor dem Löwen fliehenden Gazelle. Tatsächlich befindet sich der Kopf des Sternbildes des Löwen ganz in der Nähe des ersten Sternpaares. Diese drei Gazellensprünge heißen ihrer Reihenfolge nach Alula, Tania und Talitha, wobei der nördliche Stern des jeweiligen Sprunges mit "Borealis" und der südliche Stern mit "Australis" bezeichnet wird.

Die beiden hellsten dieser sechs Sterne haben 3. Größe: Tania Australis vom zweiten Sprung der Gazelle ist ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren und Talitha Borealis vom dritten Sprung der Gazelle ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren.

Figürlich kann man nun unterhalb des Wagens sehr schön die Hinter- und die Vordertatze der Großen Bärin sehen, die aus je drei Sternen bestehen und deren Krallen vom mittleren und vom dritten Gazellensprung dargestellt werden. Der Fersenstern der Hintertatze wird von psi Ursae Maioris gebildet; man findet ihn in doppelter Verlängerung der beiden vorderen Kastensterne aus Sicht des Wagenkastens nach unten. Psi Ursae Maioris ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren, er ist der siebthellste und Tania Australis der achthellste Stern der Großen Bärin.

Ganz ähnlich gestaltet sich die Situation an der Vordertatze: Hier wird der Fersenstern von Al Haud gebildet. Diesen Stern findet man, indem man von der Deichsel herkommend diagonal durch den Wagenkasten hindurch und dann noch eineinhalb mal weitergeht. Dieser Stern, der manchmal auch als Sarir bezeichnet wird, ist ein weißgelblicher Stern 3. Größe im Abstand von 44 Lichtjahren. Talitha Borealis ist der neunthellste Stern der Großen Bärin und Al Haud ihr zehnthellster Stern. Al Haud bedeutet "Becken", was ein etwas befremdlicher Name für einen Stern ist, der figürlich an einem Vorderfuß steht. Sein anderer Name Sarir entstammt einer anderen Mythologie und bedeutet "Thron".

Verbleibt noch der Stern Muscida am Kopf der Großen Bärin, den man in knapp dreifacher Verlängerung der beiden oberen Kastensterne nach hinten, also weg von der Deichsel, findet. Muscida bedeutet "Hundeschnauze" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern 3. Größe im Abstand von 184 Lichtjahren. Von bloßem Auge ist Muscida gleich hell wie der schwächste Wagenstern Megrez.

Drei weitere Gazellensprung-Sterne erreichen ebenfalls gerade noch 3. Größe, das sind Tania Borealis vom zweiten Gazellensprung, Alula Borealis vom ersten Gazellensprung sowie Talitha Australis vom dritten Gazellensprung. Ersterer ist ein weißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren, zweiterer ein Roter Riese im Abstand von 420 Lichtjahren und dritterer ein weißlicher Stern ebenfalls im Abstand von 420 Lichtjahren. - Verbleibt noch Alula Australis vom ersten Gazellensprung; hier umkreisen zwei gelbe Sterne einander. Alula Australis ist knapp 30 Lichtjahre von uns entfernt. Alula Australis erreicht beinahe 3. Größe.

Geht man im Löwen von Regulus über die Algieba rund zweimal weiter und dann in Richtung des ersten Gazellensprunges, so trifft man auf den hellsten Stern des Kleinen Löwen, der beinahe die 3. Größe erreicht; er heißt 46 Leonis Minoris und ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Seien noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe genannt: Manchmal wird der Name Alkaphrah oder El Kophrah, das bedeutet "Gelenk", einem Stern des Körpers der Großen Bärin zugeordnet; hierbei ist aber zu beachten, dass dies nur die Folge eines Übersetzungsfehlers aus dem Arabischen ist und sich dieser Name ursprünglich auf die drei Sternpaare der Gazellensprünge bezieht. Dieser Stern befindet sich zwischen dem unteren vorderen Kastenstern Phekda und psi Ursae Maioris, etwas in Richtung Arktur eingerückt. - Auf dem Weg von Muscida zu Dubhe, dem oberen hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern h Ursae Maioris und auf dem Weg von Muscida zu Merak, dem unteren hinteren Kastenstern, findet man nach gut einem Drittel den Stern upsilon Ursae Maioris. Alkaphrah ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren, h und upsilon Ursae Maioris sind weißgelbliche Stern im Abstand von 75 Lichtjahren und von 115 Lichtjahren.

5.4 Weitere Herbststerne im Areal der Sternbilder Perseus, Andromeda und Pegasus

An der oberen rechten Ecke des Herbstviereckes befindet sich ein kleines, fast gleichseitiges typisches Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch dritter sowie vierter Größe besteht. Scheat, der oberste Stern im Herbstviereck, steht in diesem kleinen Dreieck an der linken unteren Ecke. Der Stern an der oberen Ecke dieses Dreiecks erreicht 3. Größe und heißt Sadmatar, er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens" und er ist der fünfthellste Pegasusstern. Auch der linke Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Die Pegasuskette erstreckt sich von Markab zu Enif und die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe und gehören ebenfalls zu den Glückssternen: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet "Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren, und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Von hier gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht. Sadalmelik heißt "Glücksstern des Königs" und er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren. - Geht man von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35'000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 50'0000 Sterne.

Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist der vierthellste Andromedastern, ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Der fünfthellste Andromedastern ist 51 Andromedae; man findet ihn, indem man am Ende der Andromedakette von Mirach herkommend bei Alamak rechtwinklig halb so viel nach oben geht. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 175 Lichtjahren. Nun haben wir auch schon fast alle Zutaten der zweiten Andromedakette beisammen: Diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also von der Sirrah über pi Andromedae, einem Stern oberhalb vom vierhellsten Andromedastern delta Andromeda, durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. Pi Andromedae ein blauweißlicher Stern 4. Größe im Abstand von 140 Lichtjahren. Seien nun noch der sechst- und siebthellste Stern der Andromeda vorgestellt, die beide beinahe 3. Größe erreichen: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren. Geht man nun vom Andromedanebel ausgehend über lamda Andromedae gleichviel weiter, so gelangt man zum Hauptstern des kleinen Sternbildes der Eidechse; er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der Nähe des Herbstviereckes in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern beinahe 3. Größe im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Im Perseus gibt es noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe, die im Text nicht vorgestellt wurden. Am einfachsten kann man kappa Persei finden, der in doppeltem Abstand auf der anderen Seite von Algol als ihre Gorgonenschwester steht. Kappa Persei ist ein über 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ebenfalls einfach auffindbar ist der Stern nue Persei, der sich zwischen dem unteren Bogenstern delta Persei und dem obersten Stern der zweiten Perseuslinie epsilon Persei befindet, etwas in Richtung Algol eingerückt. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 550 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem oberen Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: Man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bildet ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist und geht entlang dem freien Ast zum Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1'500 Lichtjahre von uns entfernt.

Verlängert man den zweithellsten Widderstern Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Vom Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet.

Im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda kann man auch noch das kleine Sternbild des Dreiecks sehen, dessen hellster Stern beta Trianguli immerhin 3. Größe erreicht. Der Hauptstern des Dreiecks ist eine halbe Größenklasse schwächer und erreicht gerade noch 3. Größe; er heißt Elmuthalleth, das bedeutet "Dreieck", und befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zum hellsten Dreiecksstern beta Trianguli, einem weißlichen Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter ihm, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Zwischen dem hellsten Dreieckstern beta Trianguli und den Plejaden findet man auch den oben bereits vorgestellten Stern Bharani des früheren Sternbildes der Nördlichen Fliege.

Der Pegasus enthält einen sehr prominenten Stern, der gerade noch 5. Größe erreicht: Um 51 Pegasi wurde im Jahre 1995 anhand hochpräziser Messungen im Spektrum des Sternes der erste Planet um einen anderen sonnenähnlichen Stern entdeckt. 51 Pegasi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 50 Lichtjahren und liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Scheat und Markab, ein wenig unterhalb nach außen. Im Feldstecher geht man vom Stern Sadmatar an der Spitze des kleinen Dreiecks am oberen rechten Ende des Herbstvierecks zu Sadalbari, dem linken Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks, und dann nochmals gleichviel weiter, dann gelangt man zu 51 Pegasi.

5.5 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält, die zur Zeit nach Sonnenuntergang rechts von der Wega stehen.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der zwar nur der achthellste Drachenstern ist, der aber vor rund 5'000 Jahren unser Polarstern war.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen vom helleren zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Schließlich kann man auch über den Kepheus in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: Der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schwanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconis und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe. In manchen Darstellungen befindet sich in Thuban eine weitere, dritte Schwanzwindung und nur die beiden hintersten Drachensterne werden als Drachenschwanz dargestellt.

Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der rechte ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der linke auf der Wega-zugewandten Seite gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer".

In der ersten Windung des Drachenschwanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern, der mit 25 Lichtjahren gleichweit entfernt ist wie die Wega. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconius rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits in der Unterrubrik 5.2 vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, eta Draconis und Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban dem Bogen folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache".

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diesen Stern von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae.

5.6 Der Walfisch und der Weg vom Walfisch in den Stier


Sternbild des Walfischs
Die zweimalige Verlängerung des linken Schenkels des Herbstviereckes führt von der Sirrah über Algenib nach unten zu Deneb Kaitos, dem hellsten Stern im Sternbild des Walfisches. Er ist Endpunkt einer von Osten herkommenden länglichen Deichsel, deren Sterne rechts Deneb Algenubi und links theta Ceti sind und die vom Walfischstern Baten Kaitos ausgeht. Biegt man bei von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten ab, so gelangt man in gut doppeltem Abstand zu tau Ceti, einem sonnennahen, ebenfalls gelben Stern im Abstand von knapp 12 Lichtjahren. Deneb Algenubi heißt "südliche Schwanz(flosse)", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Theta Ceti und Baten Kaitos sind ebenfalls Rote Riesen, theta Ceti ebenfalls im Abstand von knapp 120 Lichtjahren und Baten Kaitos rund doppelt so weit entfernt. Baten Kaitos heißt "Bauch des Meerungeheuers". - Auf dem Weg von Sirrah und Algenib kommend sieht man rund ein Drittel zuvor, etwas nach Westen ausgerückt, den Stern Shemali; auch dieser ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 300 Lichtjahren. Alle genannten Walfischsterne außer Deneb Kaitos sind gerade noch 3. Größe oder verfehlen diese knapp.

Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternhimmel hat, kann einmal versuchen, Aldebaran vom östlichen und helleren Fisch und vom Walfisch ausgehend zu finden: Wenn man in der Andromeda von der Sirrah zu Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt, so gelangt man in den östlichen Teil der Fische, der sich rechts neben dem Widder befindet: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Biegt man von hier senkrecht nach unten, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. Größe, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Alpherg ist möglicherweise eine verballhornte Form von Alphard, was "der alleine dastehende Stern" bedeutet; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)" und ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und Alresha einen Stern 4. Größe erkennen, das ist omicron Piscium, ein Roter Riese im Abstand von knapp 300 Lichtjahren.

Bekanntlich führt die Verlängerung des mittleren Andromedasternes Mirach über den Widderstern Hamal hinaus zu Menkar, dem Hauptstern des Walfisches. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Andere Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um den Hauptstern des Walfisches. Geht man von ihm wieder in Richtung Alresha, so folgt nach einem Viertel Abstand, etwas unterhalb, ein Stern gerade noch 3. Größe, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Geht man auf der Linie von Baten Kaitos, dem Ausgangspunkt der Walfisch-Deichsel, zu Menkar und weiter, so gelangt man von rechts unten in das Sternbild des Stieres: Zunächst erreicht man omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren, dann folgt gleichviel weiter der Stern lamda Tauri, ein Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Nochmals gleichviel weiter gelangt man dann zu Aldebaran, dem Hauptstern des Stiers.

Ebenfalls beinahe 3. Größe erreicht der Stern xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri, an dem man ja auf dem Weg vom Walfisch unterhalb der Fische Richtung Aldebaran vorbeikommt. Xi Tauri ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren.

5.7 Weitere Orion- und Zwillingsterne sowie Einhorn und Luchs

Verlängert man den Oriongürtel nach oben, so folgen drei Sterne übereinander; der obere erreicht immerhin die 3. Größe und heißt pi(3) Orionis; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von nur 26 Lichtjahren. Manchmal wird für ihn der Name Tabit verwendet. Unter ihm stehen zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe: zunächst pi(4) Orionis und unter ihm dann pi(5) Orionis. Beide sind wie die meisten übrigen Orionsterne weit entfernte blauweißliche Riesensterne im Abstand von über 1000 Lichtjahren.

Einen weiteren Stern dritter Größe findet man, wenn man vom Oriongürtel bei der Mintaka rechtwinklig im Uhrzeigersinn, das ist derzeit nach rechts abbiegt und eine Gürtellänge weitergeht; das ist eta Orionis. Auch er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1'000 Lichtjahren.

Im Orion befinden sich noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe, das sind tau Orionis, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 550 Lichtjahren sowie sigma Orionis, der ebenfalls ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 1000 Lichtjahren ist. Tau Orionis steht oberhalb von Rigel; sie bilden mit Cursa im Eridanus ein rechtwinkliges Dreieck, bei dem sich der rechte Winkel in tau Orionis befindet, und sigma Orionis steht gleich neben dem unteren Oriongürtelstern Alnitak in Richtung Rigel.

Der Stern beta Monoceri (Einhorn) erreicht auch beinahe 3. Größe; verlängert man den Oriongürtel nach unten, so gelangt man etwas unterhalb der Verlängerung zum Sirius, und etwas oberhalb der Verlängerung steht beta Monoceri; er, der Sirius und der linke Orionfußstern Saiph bilden ein rechtwinkliges, fast gleichschenkliges Dreieck mit rechtem Winkel in beta Monoceri. In den Zwillingen steht der Stern eta Gemini neben dem Stern Tejat am Fuße von Castor, er ist ein veränderlicher Stern zwischen 3. und 4. Größe, ein Roter Riese im Abstand von 250 Lichtjahren. Der Stern Wasat steht zwischen Pollux und der Alhena, etwas näher an Pollux. Er erreicht gerade noch die 3. Größe und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Wasat bedeutet "ein Stern, der sich zeigt in der Luft des Himmels". Diesen Namen erhielt er rein willkürlich, er ist aber bis heute in Gebrauch. Auch kappa und lamda Gemini erreichen gerade noch die dritte Größe, zu kappa Gemini gelangt man, indem man von Castor zu Pollux geht und dann fast dieselbe Strecke in Richtung Procyon weitergeht, und lamda Gemini findet man auf dem Weg von Procyon zu Wasat, kurz bevor man Wasat erreicht, etwas zum Orion eingerückt. Kappa Gemini ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 150 Lichtjahren und lamda Gemini ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Die nächsten Sterne erreichen allesamt beinahe die 3. Größe: theta Gemini findet man in Verlängerung der Alhena über Mebsuta hinaus, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

Zeta Gemini ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern, weit entfernt im Abstand von über 1000 Lichtjahren und iota Gemini ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren; zeta Gemini steht zwischen der Alhena und Wasat, näher an Wasat, und iota Gemini bildet ein beinahe gleichseitiges Dreieck mit Castor und Pollux in Richtung der Füße der Zwillinge.

Wie bereits im Text gesehen gelangt man zum Hauptstern des Luchses, indem man in den Zwillingen von Tejat am Fuße Castors über den Stern Castor ungefähr gleichviel weitergeht. Alpha Lyncis hat 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 220 Lichtjahren. Über ihm steht 38 Lyncis; er ist der zweithellste Stern des Luchses und erreicht beinahe die 3. Größe; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren.

5.8 Weitere Sterne des Großen Hundes, des Hasen sowie die beiden hellsten Sterne der Taube

Im südlichen Teil des Großen Hundes befinden sich noch weitere Sterne 3. Größe: Phurud findet man einfach, indem man von Wezen parallel zur Linie Sirius - Mirzam rund doppelt so weit geht. Phurud ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 330 Lichtjahren. Phurud bedeutet "die Einzelgänger", womit er und die umliegende Sterngruppe gemeint ist. Gleichhell ist der Stern omicron(2) Canis Maioris, ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 2'500 Lichtjahren. Dieser Stern steht auf der Linie Wezen zum Sirius, in einem Viertel Abstand von Wezen.

Gerade noch 3. Größe erreicht der Stern sigma Canis Maioris, der zwischen Wezen und Adhara steht, etwas näher an der Adhara. Er ist ebenfalls ein weit entfernter Stern, ein Roter Riese im Abstand von 1'500 Lichtjahren. Auch omicron(1) Canis Maioris, der beinahe die 3. Größe erreicht, ist ein weit entfernter Roter Riese, mit 2'000 Lichtjahren noch etwas weiter entfernt. Dieser Stern steht etwas rechts von omicron(2) Canis Maioris. Auch omega Canis Maioris erreicht beinahe die 3.Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Er steht neben Wezen in Richtung der Aludra, ein bisschen hundsabgewandt.

Das Sternbild des Hasen hat noch zwei weitere Sterne gerade noch 3. Größe, das sind zeta Leporis auf halbem Wege etwas östlich zwischen seinem Hauptstern Arneb an der linken oberen Ecke des Hasenvierecks und dem linken Orionfußstern Saiph, sowie gamma Leporis, der mit Arneb und Nihal an der linken unteren Ecke des Hasenvierecks ein nach Osten weisendes rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in Nihal bildet. Zeta Leporis ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren und gamma Leporis ein weißgelblicher Stern im Abstand von 26 Lichtjahren.

Verfolgt man von Nihal ausgehend einen Bogen über Arneb und zeta Leporis, so erreicht man kurz danach einen Stern beinahe 3. Größe namens eta Leporis; auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 70 Lichtjahren. Der linke Orionfußstern Saiph, zeta und eta Leporis bilden einen rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in eta Leporis. Auch delta Leporis erreicht beinahe die 3. Größe und bildet mit den beiden Hauptsternen Arneb und Nihal sowie gamma Leporis ungefähr ein Rechteck; delta Leporis ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

Bei ausgezeichneter Südsicht kann man unterhalb des Hasen das Sternbild der Taube erkennen: Geht man von der Adhara über Phurud gleich viel weiter und dann zum Horizont, so sieht man einen Stern beinahe 2. Größe, der allerdings so horizontnah unauffällig ist. Er ist der Hauptstern des Sternbildes der Taube und heißt Phakt, das heißt "Ringeltaube". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 250 Lichtjahren. Schräg neben ihm steht der Stern beta Columbae, ein Roter Riese im Abstand von fast 90 Lichtjahren. Er erreicht die 3. Größe und kann nur bei hervorragenden Sichtbedingungen am Horizont von bloßem Auge gesehen werden. Ursprünglich hießen diese beiden Sterne Alwezn, doch ist dieser Name inzwischen auf den Stern Wezen im Großen Hund übergegangen.

5.9 Der Krebs und die nördlichen Teile der Wasserschlange

Im Bereich zwischen dem Wintersechseck und dem Löwen finden wir den Krebs und die westlichen Teile der Wasserschlange. Diese Sterne können nur bei guter Sicht gefunden werden. Im Krebs befindet sich ein bekannter Sternhaufen, der von zwei Sternen eingerahmt ist. Der Sternhaufen heißt "Krippe" und bietet im Feldstecher einen prachtvollen Anblick. Am einfachsten findet man ihn, indem man von den Zwillingssternen Castor und Pollux in Richtung Löwe wandert: Der Zwillingsstern Pollux, der Zwillingsstern Alhena auf knapp halbem Wege zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion sowie der obere Hundsstern Procyon bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck. Spiegelt man die Alhena an der Achse Pollux - Procyon, so kommt man in die Nähe der Krippe, die man nun mit dem Feldstecher durch ein bisschen herumwandern sehr leicht finden kann. Die Krippe ist ein knapp 600 Lichtjahre entfernter Sternhaufen und besteht aus rund 350 Sternen. Sie hat einen Durchmesser von knapp 25 Lichtjahren. Die beiden Sterne gamma und delta Cancri stehen am linken Rand der Krippe und sind dann ebenfalls im Feldstecher zu sehen. Sie heißen Asellus Borealis - das ist der Stern links oberhalb der Krippe - und Asellus Australis links unterhalb der Krippe; das bedeutet im lateinischen nördlicher und südlicher Esel. Beide sind Sterne 4. sowie gerade noch 4. Größe. Asellus Borealis ist ein weißlicher Stern, Asellus Australis ein Roter Riese. Beide sind rund 150 Lichtjahre von uns entfernt. Die Krippe selber wird manchmal mit epsilon Cancri bezeichnet und bekommt immer wieder Besuch von einem Kometen, was sehr schön aussieht.

Den hellsten Stern des Sternbildes Krebs, Altarf, findet man recht einfach, indem man von Castor und Pollux kommend rund dreimal verlängert, bis man auf der Höhe von Procyon ist. Altarf ist ein Stern gerade noch 3. Größe; er ist ein Roter Riese im Abstand von gut 200 Lichtjahren. In seiner Nähe findet man eine Sterngruppe am westlichen Ende der Wasserschlange, deren beiden hellsten Sterne auf dem Weg von Castor und Pollux zu Alphard geringfügig weiter als Altarf stehen. Es sind dies zwei Sterne 3. Größe im Norden der Wasserschlange: zeta Hydrae und epsilon Hydrae. Der linke und etwas hellere Stern zeta Hydrae ist ein Roter Riese und epsilon Hydrae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern. Beide sind von uns 150 Lichtjahren entfernt.

Diese Sterne kann man auch finden, wenn man von Pollux zu Procyon und dann rechtwinklig weg vom Wintersechseck geht, und zwar gleich weit wie der Zwillingsstern Alhena von Pollux entfernt ist. Der Krebsstern Altarf steht dann ungefähr in der Mitte zwischen Procyon und den beiden nördlichen Sternen der Wasserschlange, also zeta und epsilon Hydrae, etwas in Richtung der Zwillinge eingerückt.

Geht man vom hellsten Krebsstern über die beiden Wasserschlangensterne epsilon und zeta Hydrae gleichviel weiter, so kommt man zu einem Stern beinahe 3. Größe, das ist der Stern theta Hydrae; nochmals gleichviel weiter folgt der gleichhelle Stern iota Hydrae. Theta Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren und iota Hydrae ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Hier biegt die Wasserschlange rechtwinklig ab zu ihrem Hauptstern Alphard.

Sei noch der Stern C Hydrae genannt, der ebenfalls beinahe die 3. Größe erreicht; ihn findet man etwas unterhalb der Mitte zwischen Procyon und Alphard. C Hydrae ist ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

Bei sehr guter Südostsicht kann man auch schon Sterne des mittleren Teiles der Wasserschlange sehen: Bildet man einen Bogen von zeta und epsilon Hydrae über Alphard, so gelangt man zu nue Hydrae, der gleich hell ist wie zeta Hydrae. Auch nue Hydrae ist ein Roter Riese, geringfügig näher im Abstand von 120 Lichtjahren. Ziemlich genau in der Mitte zwischen Alphard und nue Hydrae befindet sich der Stern lamda Hydrae, auch er ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Lamda Hydrae verfehlt die dritte Größe nur ganz knapp. Und zwischen lamda und nue Hydrae, etwas unterhalb, befindet sich mue Hydrae, der vierte Rote Riese im Bunde, der mit 200 Lichtjahren etwas weiter entfernt ist. Er erreicht beinahe die 3. Größe.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.


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