Sternenhimmel im Januar 2009

  1. Allgemeines im aktuellen Monat
  2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne
  3. Sternbild des Monats: Der keine Hund
  4. Der Morgenhimmel im Januar

Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat sowie über den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Im Januar ist der Sternenhimmel nach Sonnenuntergang, der schon vor 18 Uhr erfolgt, noch spätherbstlich, doch rasch werden dann all' die prachtvollen Wintersterne mit ihren hellen Sternen die Himmelsbühne betreten. Das Sommerdreieck ist nach Sonnenuntergang halbhoch im Westen zu sehen, die helle Capella sowie die Herbststernbilder des Pegasus, der Andromeda und des Perseus stehen hoch über uns am Himmel und im Osten können der Orion mit den beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel sowie Procyon - der Bote des hellen Sirius, und ab ca. 20 Uhr auch der helle Sirius selber bewundert werden.
Der Große Wagen steht tief im Norden unter dem Polarstern, während die W-förmige Cassiopeia im Zenit hoch über dem Polarstern steht.

Im Südwesten steht die Venus als strahlender Abendstern.

Da es nun morgens noch lange dunkel ist, wird in der 4. Rubrik der Morgenhimmel beschrieben.

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Leuchtender Abendstern Venus

Nach Sonnenuntergang kann man im Januar hoch am Südwesthimmel leuchtend hell einen Stern sehen, das ist der Planet Venus.

2.2 Großer und Kleiner Wagen, Cassiopeia und Capella

Der bekannte Große Wagen kann nur bei guter Nordsicht gesehen werden; verlängert man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach oben, so gelangt man zu einem weiteren recht hellen Stern, das ist der Polarstern. Er steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen, und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auf halbem Wege die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Die übrigen Sterne des Kleinen Wagen sind nur bei sehr guten Sichtbedingungen erkennbar.

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zur Cassiopeia; sie sieht nun aus wie ein großes W und ihr Hauptstern ist der zweite Stern von rechts, das ist Schedir. Schedir bedeutet "Brust" und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Von der Cassiopeia kann man sehr einfach die helle Capella im Fuhrmann finden, indem man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern, das ist die langgestreckte Seite des W, hindurch weitergeht. Die Capella ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella.

Etwas unterhalb der Capella steht im Fuhrmann ein Stern heller als 2.Größe, das ist Menkalinan; das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt". Menkalinan ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

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mehr zur Cassiopeia


Sommerdreieck (orange) mit Achsen-Spiegelung (hellblau) zu Ras Alhague im Schlangenträger

2.3 Das Sommerdreieck: Wega, Deneb und Atair

Nach Sonnenuntergang sieht man hoch im Westen das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan, der nach Sonnenuntergang fast senkrecht über uns steht, und aus Atair im Adler besteht. Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 30 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blau-weißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen also in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Im Verlaufe des Abends wird das Sommerdreieck dann rasch in den Horizontdunst eintauchen.

2.4 Andromeda und Perseus

Von der Cassiopeia aus kann man sich weiter zu vielen prominenten Herbststernbildern hin orientieren. Zählt man die Sterne der Cassiopeia von links oben nach rechts unten durch, also von den helleren zu den weniger hellen, so führt die Verlängerung vom dritten, also dem mittleren, zum zweiten Stern der Cassiopeia ungefähr zur Sirrah, die der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel (der Andromeda)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. - Dann kann man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze deuten; diese Pfeilspitze zeigt auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleich hell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Kurz bevor man von der Cassiopeia herkommend die Mirach erreicht, kommt man auch am berühmten Andromedanebel vorbei; das ist eine Galaxie wie unsere Milchstraße im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren. Bei guter Sicht außerhalb der Stadt ist der Andromedanebel sogar schon von bloßem Auge sichtbar.

Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten über den zweiten Stern der Cassiopeia verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. Die Andromeda ist also das Sternbild unterhalb der Cassiopeia.

Wenn man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des W zieht und diese verlängert, so findet man Mirfak, den Hauptstern des Perseus, den man auch als Verlängerung der Andromedakette nach links finden kann. Mirfak bedeutet "Ellbogen" und ist ein gelb-weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, er ist etwas heller als Sirrah und Mirach. Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch wie schon oben beschrieben zur hellen Capella im Fuhrmann.

Perseus und die angrenzenden Sternbilder
Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein", und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella.

Den Hauptstern des Perseus, Mirfak, kann man also in Verlängerung der Andromedakette finden; biegt man indes beim dritten Andromedastern Alamak nach unten ab, so gelangt man zum zweithellsten Perseusstern Algol, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert. Algol heißt "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) und steht rechts unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein bläulich-weißer Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Das Herbstviereck mit der Sirrah sowie Mirach, Alamak und Algol bilden einen übergroßen "Großen Wagen".

Orion geht im Laufe des
Abends am Südosthimmel auf

2.5 Orion, Procyon und der Sirius

Geht man etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang von der Capella nach Südosten, so kann man über dem Südost-Horizont das sehr bekannte Sternbild des Orions erkennen, das aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen besteht. Der obere und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, das bedeutet "Schulter des Riesen", der untere Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin") und der untere Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Nach seinem Aufgang scheint der Orion am Himmel zu liegen und so schräg auf der Seite liegend kann man gut verstehen, dass manche Kulturen in ihm einen großen Schmetterling sehen.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße. Alnilam und Alnitak - der mittlere und der linke Stern des Oriongürtels - sind blauweißliche Riesensterne im Abstand von rund 1000 Lichtjahren und sind wie die Bellatrix ebenfalls Sterne beinahe erster Größe! - Ihre Namen bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Verbleiben noch zwei Sterne 2. Größe, nämlich der obere Gürtelstern Mintaka und der linke Fußstern Saiph: beide sind ebenfalls blau-weißliche Riesensterne im Abstand von fast 1000 Lichtjahren. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert".

Links unterhalb des Orions kann man einen weiteren sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck.

Der Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, der rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blau-weißlicher Stern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch die Bellatrix ist ein blau-weißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Im Gegensatz zu den weit entfernten Orionsternen sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren.

Der Stier mit den Plejaden und Hyaden und die Zwillinge

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern 1. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes des Stiers. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V"; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden.

Die Hyaden sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren und Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, steht im Abstand von 70 Lichtjahren auf knapp halbem Wege und gehört nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast. Links oben - also über Aldebaran - steht der Stern Ain, ein Roter Riese. Ain bedeutet "Auge"; streng genommen markiert also dieser Stern und nicht Aldebaran das rot unterlaufene Auge des Stieres. Geringfügig heller ist der Hyadenstern theta(2) Tauri, ein weißlicher Stern. Theta(2) Tauri ist der untere der beiden Hyadensterne rechts neben Aldebaran.

Am Südosthimmel geht das Sternbild der Zwillinge auf
Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)" und El Nath ist ein Stern beinahe erster Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

Unter der Capella kann man oberhalb von Procyon, dem Boten des Sirius, etwas links beiden Sterne der Zwillinge übereinander sehen, der untere heißt Pollux und der obere heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren.

Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer Zwillingsstern, der etwas heller als 2. Größe ist, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1. Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe ist hier versammelt.

2.7 Der Widder und der Pegasus (Herbstviereck)

Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternhimmel hat, kann einmal versuchen, das kleine Tierkreiszeichen des Widders zu finden:

Von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichweit weiter; dort kann man also südlich der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese bilden den Widder und der linke Stern, ein Stern 2. Größe, heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach.

Rechts von der Sirrah sieht man die übrigen Sterne des Herbstviereckes, das ansonsten aus Sternen des Pegasus besteht und nun wie eine übergroßes Quadrat am Himmel steht. Rechts neben der Sirrah steht Scheat, das heißt "Bein (des Pferdes Pegasus)"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Markab steht im Herbstviereck in der gegenüberliegenden Ecke der Sirrah, er ist ein gelbweißlicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Hier zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab, einem Roten Riesen im Abstand von 700 Lichtjahren; Enif heißt "Nase (des Pegasus)". Den Stern Enif kann man auch finden, indem man die Wega an der Achse Deneb - Atair spiegelt. - An der unteren Ecke des Herbstviereckes finden wir den Stern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Riesenstern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Man beachte, dass manchmal auch Mirfak, der Hauptstern des Sternbildes Perseus, mit diesem Namen Algenib bezeichnet wird.

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Mehr zum Pegasus
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3. Sternbild des Monats: Der Kleine Hund

Mythologie Zwillinge und Kleiner Hund
Das Sternbild des Kleinen Hundes ist ein kleines, unscheinbares Sternbild, das im Wesentlichen nur wegen seines prominenten Hauptsternes Procyon, einem hellen Stern 0. Größe, bekannt ist und das ansonsten nur einen weiteren Stern heller als 4. Größe besitzt. Dieser heißt Gomeisa, ist ein Stern etwas heller als 3. Größe und bedeutet "die Kleine mit den trüben Augen", hängt also nicht mit der Mythologie zusammen. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren. Vom Procyon gelangt man zu Gomeisa, indem man in Richtung der Fußsterne der Zwillinge, also beispielsweise der Alhena, geht. Man kann ihn aber auch ganz einfach so finden, dass er der einzige etwas hellere Stern in der Nähe von Procyon ist. Der Abstand zwischen Procyon und Gomeisa ist etwa gleich groß wie der Abstand zwischen Pollux und Castor.

Procyon bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren. Wie der Sirius wird auch Procyon von einem hochkompakten Stern, einem Weißen Zwerg, umkreist.

In der Mythologie wurde im kleinen Hund ein Jagdhund gesehen, der je nach Überlieferung dem Bärenhüter oder dem Orion zugeordnet wurde.

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4. Der Morgenhimmel im Januar


Der Morgenhimmel im Januar

Im Winter wird es ja erst so spät hell, dass viele Menschen morgens noch im Dunkeln das Haus verlassen und zur Schule oder zur Arbeit gehen; deswegen will ich auch den Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang vorstellen. Das Wintersechseck, das ja abends aufgeht, zieht die gesamte Nacht am Himmel weiter und ist am Morgen bereits zur Hälfte untergegangen; man sieht noch hoch am Westhimmel die Capella und Menkalinan im Fuhrmann, links von den beiden Castor und Pollux in den Zwillingen und schon tief im Südwesten Procyon im Kleinen Hund. Die Kette der Andromeda befindet sich bereits tief oberhalb des Westhorizonts, wo nur noch Alamak gut zu erkennen ist. Auch der Perseus mit Mirfak und Algol auf halbem Wege Richtung Capella sind ebenso wie die Plejaden bereits tief in den Westen abgesunken.

Der Große Wagen ist "rückwärts" wieder hinaufgewandert und steht nun auf dem Kopf; seine Deichsel weist zu einem hellen Stern: das ist Arktur , der hellste Stern der Nordhemisphäre und nächst gelegene Rote Riese. Wenn man diese Linie von der Deichsel des Großen Wagens über Arktur hinaus verlängert, gelangt man im Süden zur Spica , dem Hauptstern der Jungfrau. - Im Nordosten sehen wir die helle Wega ; links unter ihr kann man bei guter Horizontsicht auch den Stern Deneb im Schwan erkennen. Oberhalb der Wega sieht man zwei Sterne des Sternbild des Drachen; der hellere der beiden heißt Ettanin.

Arktur ist ebenfalls Ausgangspunkt einer großen, nach Osten zeigenden Deichsel; der vordere Deichselstern ist die Gemma in der Nördlichen Krone; verlängert man diese größere Deichsel, kann man über dem Osthorizont bereits Ras Alhague im Schlangenträger funkeln sehen.

Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.

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