Sternenhimmel im Januar 2011


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat. Dazu der Hinweis auf die partielle Sonnenfinsternis am 4. Januar, die mit geeigneten Vorsichtsmaßnahmen beobachtet werden kann sowie den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist nach Sonnenuntergang, der schon vor 18 Uhr erfolgt, noch spätherbstlich, doch bis 20 Uhr haben all' die prachtvollen Wintersternbilder mit ihren hellen Sternen die Himmelsbühne betreten. Das Sommerdreieck mit der hellen Wega ist schon weit nach Westen weitergezogen. Hoch über uns kann man das Herbstviereck, die Andromeda,den Perseus und die helle Capella sehen. Im Osten sieht man den Orion mit den beiden bekannten hellen Sternen Beteigeuze und Rigel und ab 20 Uhr zuerst Procyon, den Boten des Sirius, und kurze Zeit später den hellen Sirius selber.

Der Große Wagen ist unter dem Polarstern hindurch gezogen, während die W-förmige Cassiopeia im Zenit hoch über uns steht und als einfacher Wegweiser in die Herbststernbilder und zur Capella verwendet werden kann.

Halbhoch im Südwesten kann man den auffällig hellen Riesenplaneten
Jupiter bewundern.

Da es nun morgens noch lange dunkel ist, wird in der 4. Rubrik der Morgenhimmel beschrieben.

Aktueller Hinweis: Sonnenfinsternis

Projektionsmethode
Projektionsmethode
Am 4. Januar kann man nach Sonnenaufgang eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Gegen 9:30 Uhr erreicht sie ihr Maximum, schön zu beobachten ist sie ab 8:45 Uhr bis 10:15 Uhr. Vorsicht: Man sollte niemals direkt in die Sonne schauen, weder mit Hilfsmitteln noch ohne. Insbesondere sind mit Hilfe einer Kerze angerußte selbstgeschwärzte Glasscheiben ungeeignet, weil diese zwar das sichtbare Licht filtern, nicht aber die Wärmestrahlen. Auch Hochgebirgs-Sonnenbrillen sind als Schutz ungeeignet. Oftmals werden SoFi-Brillen ("Sonnenfinsternis-Brillen") oder Fotofilter angeboten, doch hier weiß man nicht, ob diese auch die gefährlichen Wärmestrahlen und die UV-Strahlen herausfiltern. Im Falle von SoFi-Brillen können zusätzlich kleine Beschädigungen in der Filterfolie vorhanden sein, die man nicht sieht. Aus Sicherheitsgründen sollte man deswegen bei solchen SoFi-Brillen oder bei Fotofiltern grundsätzlich niemals mehr als zwei bis drei Sekunden beobachten und dann aktiv wegschauen. Dieses aktive Wegschauen muss man vorher üben, denn oft ist es während einer Beobachtung so, dass man gerade etwas zu sehen glaubt und noch genauer hinschauen möchte, so dass man wesentlich länger als diese zwei bis drei Sekunden durch die SoFi-Brille oder den Fotofilter schaut und dabei die Pupille des Auges die Lichtstrahlen gerade auf die Netzhaut bündelt, genau gleich wie bei einem Brennglas.

Völlig sicher indes sind die Projektionsmethoden; dafür nimmt man einen Feldstecher - aber NICHT SELBER DURCHSCHAUEN !!!!!!! - und hält ihn verkehrt herum zwischen die Sonne und ein Blatt Papier und stellt dann das Bild der Sonne scharf. Idealerweise befestigt man das Blatt Papier (z.B. auf einem Buch, das auf einem Stuhl steht) und den Feldstecher auf einem Stativ. Dabei NIEMALS durch den Feldstecher schauen !!

Es gibt zwar auch Filter für Feldstecher oder gar Fernrohre, dabei ist aber zu beachten, dass es bei einer Sonnenbeobachtung sehr heiß werden kann und die Filter wegschmelzen, worauf das Auge der ungeschützten Sonnenstrahlung durch das Fernrohr oder den Feldstecher ausgesetzt ist, was mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur sofortigen Erblindung führt. Auch Fernrohre kann man so aufstellen, dass das Bild der Sonne auf ein Blatt Papier projiziert wird.

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Großer und Kleiner Wagen


Kleiner und Großer Wagen
Nach Sonnenuntergang steht der bekannte Große Wagen über dem Nordhorizont und ist unter dem Polarstern hindurch gezogen. Indem man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach links oben verlängert, gelangt man zum Polarstern. Dieser steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen, und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man hoch über uns zur Cassiopeia; sie sieht nun aus wie ein großes, etwas auf der Seite liegendes W und ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von links oben.

Der Große Wagen enthält zwar keinen Stern
1. Größe, dafür aber immerhin drei, die beinahe 1. Größe erreichen. Es sind dies der kastenseitige Deichselstern Alioth, der hintere obere Kastenstern Dubhe sowie der äußere Deichselstern Benetnash. Der mittlere Deichselstern selber erreicht genau 2. Größe und ist der vierthellste Wagenstern; namensmäßig ist er der bekannteste Wagenstern und heißt Mizar.

Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist; der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär", der äußere Deichselstern Benetnash "Klageweiber"; der mittlere Deichselstern Mizar "Mantel".

Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren; Alioth und Mizar sind weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren. Der Polarstern ist ein weißgelblicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "Der Reiter".


Der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, er heißt Kochab, das bedeutet "der Stern des Nordens" und er ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelspol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab.

Der Hauptstern der Cassiopeia, Schedir, bedeutet "Brust" und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren.

-> mehr über Sternfarben und Sterntypen
-> mehr zum Großen Wagen
-> mehr zum Kleinen Wagen

Sommerdreieck (orange)

2.2 Das Sommerdreieck: Wega, Deneb, Atair

Tief im Westen sieht man nach Sonnenuntergang noch das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan und aus Atair im Adler besteht. Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe. Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen also in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Im Verlaufe des Abends wird das Sommerdreieck dann ab 22 Uhr rasch in den Horizontdunst eintauchen.

2.3 Cassoipeia, Andromeda, Mirfak im Perseus, die helle Capella sowie Widder und Kepheus

Ganz ähnlich wie der Große Wagen ist auch das Sternbild der Cassiopeia als "Himmels-W" sehr figürlich, ohne einen prominenten Stern in seinen Reihen zu haben.

Zählt man die Sterne der Cassiopeia von links oben nach rechts unten durch, also von den helleren zu den weniger hellen, befindet sich ihr Hauptstern Schedir an der zweiten Stelle. Schedir bedeutet "Brust" und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Auch die anderen Cassiopeiasterne haben Namen: Der erste Stern von oben heißt Caph; das bedeutet "Handfläche (der Cassiopeia)", er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Die Bedeutung des Namens des mittleren Cassiopeiasternes Cih ist nicht mehr bekannt; er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Der vierte Cassiopeiastern heißt Ruchbah; das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und der fünfte Cassiopeiasternes Segin ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von über 400 Lichtjahren; auch die Bedeutung seines Namens ist nicht überliefert.

Achird zwischen der Schedir und dem mittleren Cassiopeiastern, etwas näher an der Schedir, ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin. Sie ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel".

Sternbild der Andromeda
Von der Cassipeia ausgehend kann man sehr einfach die wichtigsten Sterne der Andromeda sowie Mirfak im Perseus und die helle Capella finden:

Die Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern über die Schedir führt ungefähr zur Sirrah, die der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Dann kann man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze mit Schedir an der Spitze deuten; diese Pfeilspitze zeigt auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Kurz bevor man von der Cassiopeia herkommend die Mirach erreicht, kommt man auch am berühmten Andromedanebel vorbei; das ist eine Galaxie wie unsere Milchstraße im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren. Diese Pfeilspitzen-Regel von den hellsten drei Cassiopeiasternen zur Mirach ist sehr einfach und sehr nützlich. Und indem man vom ersten Stern der Cassiopeia über Schedir, den zweiten Stern der Cassiopeia verlängert, gelangt man zu Alamak, dem 3. Andromedastern. Alamak heißt "Wüstenluchs" und ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. Außerdem findet man in der Andromedakette etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach, etwas näher an der Sirrah, einen Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren.

Im Sternbild der Andromeda befindet sich der sehr bekannte Andromedanebel. Dieser ist sehr einfach zu finden: Etwas oberhalb von Mirach befindet sich der Stern mü Andromeda, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nü Andromedae links sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nü Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist ein gelber Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

Wenn man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des W zieht und diese verlängert, so findet man Mirfak, den Hauptstern des Perseus, den man auch als Verlängerung der Andromedakette nach links finden kann. - Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Mirfak bedeutet "Ellbogen" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, er ist etwas heller als Sirrah und Mirach. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella.

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders findet man, indem man von der Cassiopeia aus zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter geht; dort kann man jenseits der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese bilden den Widder und der linke Stern, ein Stern 2. Größe, heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der rechte Stern erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man auch Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3.Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock".

Links neben der Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit schräg auf dem Kopf steht. Sein Hauptstern Alderamin ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses ist. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke befindet sich Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde". Und an der Dachspitze, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, steht der Stern Alrai, das bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin.

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Mehr zur Andromeda; -> Mehr zur Cassiopeia

2.4 Die hellen Wintersterne: Orion und ab 20 Uhr Procyon und der helle Sirius

Das Winterdreieck (grün) und Wintersechseck (gelb)
Geht man von der Capella nach Südosten, so kann man über dem Südost-Horizont das sehr bekannte Sternbild des Orions erkennen. Der Orion besteht aus zwei Schultersternen, drei eingeschnürten Gürtelsternen sowie zwei Fußsternen. Der untere und hellere Schulterstern heißt Beteigeuze, das bedeutet "Schulter des Riesen", der obere Schulterstern heißt Bellatrix ("Kriegerin") und der obere Fußstern diagonal gegenüber der Beteigeuze heißt Rigel, das bedeutet "Fuß (des Orion)". Nach seinem Aufgang scheint der Orion am Himmel zu liegen und so schräg auf der Seite liegend kann man gut verstehen, dass manche Kulturen in ihm einen großen Schmetterling sehen.

Zwischen dem Oriongürtel und dem linken Fußstern kann man bei guter Sicht schon von bloßem Auge den Orionnebel schön erkennen; im Feldstecher bietet sich ein eindrücklicher Anblick. Der Orionnebel ist gewissermaßen das Schwert des Orion, welches an seinem Gürtel steckt; dabei handelt es sich um ein rund 1500 Lichtjahre entferntes aktives Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße.

Das Sternbild des Orion enthält neben Beteigeuze und Rigel auch drei Sterne, die beinahe 1. Größe erreichen, nämlich die Bellatrix an der rechten Schulter des Orion sowie Alnilam und Alnitak - der mittlere und der linke Stern des Oriongürtels. Alnilam und Alnitak bedeuten "Anordnung von Perlen" und "Gürtel". Alle drei sind blauweißliche Riesensterne.

Die beiden übrigen Sterne des Orion sind 2.Größe. Der rechte Gürtelstern heißt Mintaka und der linke Fußstern heißt Saiph. Mintaka bedeutet ebenfalls "Gürtel" und Saiph bedeutet "Schwert". Das Schwert des Orion reicht also bis zu seinem Fuß.

Links unterhalb des Orions kann man ab 20 Uhr einen weiteren sehr hellen Stern erkennen, das ist der hellste Fixstern überhaupt am Himmel, der berühmte Sirius im Großen Hund. Dieser Stern ist so wichtig, dass er sogar einen Boten hat, der seinen Aufgang ankündigt: Procyon, ebenfalls ein Stern 0. Größe; das bedeutet "Stern, der vor dem Hundsstern (aufgeht)". Beteigeuze, Procyon und der Sirius bilden ein beinahe gleichseitiges Dreieck, welches auch Winterdreieck genannt wird. Rechts neben dem Sirius steht ein Stern beinahe 1. Größe, das ist Mirzam.

Der Schulterstern Beteigeuze ist ein prominenter Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren, der rechte Fußstern Rigel ist ein weit entfernter blauweißlicher Stern im Abstand von über 700 Lichtjahren. Auch die Bellatrix ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Die drei Oriongürtelsterne Alnilam, Alnitak und Mintaka sind ebenso wie der linke Fußstern Saiph bläulichweißer Riesensterne; alle vier sind rund 1000 Lichtjahre von uns entfernt ! - Im Gegensatz zu den Orionsternen, die allesamt weit entfernt sind, sind beide Hundssterne sonnennahe Sterne: der Sirius ist ein nur gut 8.5 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern und Procyon ein weißgelblicher Stern im Abstand von 11 Lichtjahren. Beide Hundssterne werden von einem hochkompakten Stern, einem Weißen Zwerg, umkreist. - Mirzam ist ein über 500 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Riesenstern und bedeutet "Stern, der (dem Sirius) vorausgeht".

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Mehr zum Orion

2.5 Der Stier und die Zwillinge

Am Osthimmel steht das Sternbild der Zwillinge
Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern 1. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes des Stiers. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V"; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)" und El Nath ist ein Stern beinahe erster Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Etwas unterhalb der Capella steht im Fuhrmann ein Stern heller als 2. Größe, das ist Menkalinan; das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt". Menkalinan ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren. Die Sterne Capella, Menkalinam und El Nath stehen also im figürlich einfach erkennbaren erweiterten Fuhrmann-"Sechseck".

Oberhalb von Procyon, dem Boten des Sirius, kann man etwas links beiden Sterne der Zwillinge übereinander sehen, der untere heißt Pollux und der obere heißt Castor. Pollux ist ein naher Roter Riese im Abstand von gut 30 Lichtjahren, Castor ein bekannter Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von 45 Lichtjahren. Zwischen Pollux und der Beteigeuze im Orion steht fast in der Mitte ein weiterer heller Zwillingsstern, das ist die Alhena am Fuße des Zwillings Pollux. Sie entstammt einer anderen Mythologie, denn Alhena bedeutet "das Zeichen (auf dem Hals des Kameles)". Sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren.

Die Sterne Capella - Aldebaran - Rigel - Sirius - Procyon - Pollux/Castor und wieder Capella bilden ein großes Sechseck aus hellen und bekannten Sternen 0. und 1. Größe, das auch "Wintersechseck" genannt wird; da auch die Beteigeuze in diesem Bereich steht, ist hier die Hälfte aller bei uns sichtbaren Sterne heller als 1. Größe versammelt.

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Mehr zum Stier / -> Mehr zu den Zwillingen

2.6 Der Pegasus

Das Sternbild des Pegasus und der Andromeda
Der Pegasus ist eines der auffälligsten Herbststernbilder und besteht im Wesentlichen aus dem Herbstviereck von dem nach links die Andromedakette und nach rechts eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasus-Stern Enif abzweigt.

Der Andromedastern Sirrah, der hellste Stern des Herbstviereckes, welches ansonsten aus Pegasussternen besteht, kann sehr einfach aus der Cassiopeia in der Verlängerung des mittleren Cassiopeiasterns über Schedir, dem Hauptstern der Cassiopeia, gefunden werden und auch der hellste Pegasussterns Enif kann sehr einfach aus dem Sommerdreieck gefunden werden, indem man die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegelt.

Scheat ist der oberste Stern im Herbstviereck. Scheat heißt "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren.

Der Hauptstern des Pegasus ist der Stern Markab, der in der gegenüberliegenden Ecke der Sirrah im Herbstviereck steht. Er ist ein blauweißlicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Hier zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab, einem Roten Riesen im Abstand von 700 Lichtjahren; Enif heißt "Nase (des Pegasus)".

An der unteren Ecke des Herbstviereckes finden wir den Stern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Riesenstern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Man beachte, dass manchmal auch Mirfak, der Hauptstern des Sternbildes Perseus, mit diesem Namen Algenib bezeichnet wird.

2.7 Der Perseus

Der Perseus ist ein prominentes Herbststernbild und enthält mit Mirfak sogar einen Stern beinahe 1. Größe. Am einfachsten kann man sich den Perseus als einen Bogen von drei Sternen im oberen Teil vorstellen, von dem beim Hauptstern Mirfak in der Mitte des Bogens schräg nach rechts unten eine Linie zum sehr prominenten Stern Algol und einem weiteren Stern abzweigt.

Mirfak heißt "Ellbogen" und kann bekanntlich in der Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W durch den vierten Stern des "W" gefunden werden; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und so hell wie die hellsten Sterne des Großen Wagen. Mirfak kann man auch bequem in der Verlängerung der Andromedakette nach links finden.

Rechts und links neben Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so einen typischen und leicht auffindbaren Bogen; gamma Persei in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Der zweithellste Perseusstern, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert, ist Algol, das bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte - und steht schräg rechts unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Außerhalb der Stadt kann man nun auch leicht den offenen Sternhaufen M34 mit einem Feldstecher finden: Man betrachte die Linie Mirfak über Algol zur Gorgonea Tertia und bildet ein rechtwinkligen Dreieck, bei dem der rechte Winkel in Algol ist und geht entlang dem freien Ast zum Andromedastern Alamak; rund doppelt so weit wie der Abstand zwischen den beiden Gorgonen-Schwestern Medusa (Algol) und Gorgonea Tertia sieht man ein Nebelchen und das ist M34. Die Sterne dieses offenen Sternhaufens sind knapp 1500 Lichtjahre von uns entfernt. Im Perseus befindet sich auch das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: Neben gamma Persei, dem oberen Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, dass von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gleichweit weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

2.8 Die ersten Frühlingssterne

Östlich des Wintersechseckes sieht man ab 22 Uhr zwei helle Sterne des Sternbildes Löwe; der rechte ist Regulus beim Herz des Löwen, ein blau-weißlicher Stern erster Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Regulus bedeutet "kleiner König", diesen Namen hat er, weil er immer wieder Besuch von einem Planeten sowie vom Mond bekommt. Der linke heißt Algieba und markiert die Mähne des Löwen; die Algieba besteht aus zwei einander umkreisenden Sternen, einem Roten Riesen sowie einem gelben Stern, die 130 Lichtjahre von uns entfernt sind.

2.9 Mondstationen am Abendhimmel

Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, in denen im Verlaufe des Jahres die Sonne steht, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes war das anders: damals hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach nahe beieinander stehenden Sterngruppen. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass aufgrund der sehr viel klareren Luft damals auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben nun ebenso wie bei den Glücksgestirnen 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht - es wird vermutet, dass die Menschen damals wegen der großen Hitze am Tag eher nachts aktiv waren und entsprechend der Mond eine wesentliche Rolle am Firmament einnahm. Diese 28 Sterngruppen heißen Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

Die dritte und vierte Mondstation befinden sich im Stier
Im vergangenen Monat haben wir die drei letzten Mondstationen des Jahres kennengelernt, das waren der rechte Schenkel des Herbstviereckes mit den beiden Sternen Scheat und Markab, dann der linke Schenkel des Herbstviereckes mit der Sirrah und Algenib sowie der mittlere Andromedastern Mirach.

Die vier ersten Mondstationen im neuen Jahr sind zunächst die beiden Widdersterne Sheratan und Mesarthim und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

Die zweite Mondstation "al-butayn" besteht nur aus Sternen 4. Größe, die sich zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und den Plejaden befinden. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "Wegtragende" bezeichnet.

Die dritte Mondstation "at-turayya" sind die sehr prominenten Plejaden und eine Variante des Namens dieser Mondstation ist "an-nagm", was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

Die vierte Mondstation heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

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Einführung in die Mondstationen

3. Thema des Monats: Sonnennahe Sterne und rote Zwergsonnen

Im vergangenen Monat wurden die sonnennahen Sterne vorgestellt. Dies sind Sterne näher als 16.3 Lichtjahre und bis vor gut 15 Jahren waren das die einzigen Sterne, deren Abstände systematisch vermessen wurden und bekannt waren. Dies geschah mithilfe von hochpräzisen Winkelmessungen, bei denen man dasselbe Phänomen nutzte, welches man bemerkt, wenn man wenige hundert Meter vor einem Baum steht und hin- und hergeht: Dann sieht man, das sich der Baum vor dem Landschaftshintergrund ebenso her- und hin zu bewegen scheint. Indem man nun die Länge der Basislinie, auf der man hin- und hergeht, kennt und an den beiden Endpunkten die Winkel zum Baum, kann man den Abstand des Baumes berechnen. Natürlich sind die Sterne viel zu weit entfernt, als das man eine Bewegung vor dem Sternenhintergrund durch einfaches Hin- und Hergehen einiger Meter auf der Erde messen könnte; doch da sich ja die Erde um die Sonne bewegt, kann man den Abstand Erde - Sonne - Erde ein halbes Jahr später als Basislinie verwenden. Sonnennahe Sterne bewegen sich dann fast eine Winkelsekunde, und das kann man messen. Seit der Mission des Hochpräzisionssatelliten HIPPARCOS kennt man die Sternabstände bis zu einigen hundert Lichtjahren ebenfalls präzise.

Der weiße Zwergstern Sirius B überstrahlt ausnahmsweise den Sirius A, denn dieses Bild wurde im Röntgenstrahlungebereich aufgenommen und Sirius B strahlt intensiv in diesem Bereich. Im sichtbaren Licht überstrahlt aber Sirius A den Sirius B bei weitem. (Bild: Nasa) - bitte auf das Bild clicken.
In Sonnenumgebung kennt man 68 Sterne, und der Schwerpunkt der Vorstellung im vergangenen Monat lag auf den hellen sonnennahen Sternen: nur zehn von ihnen kann man theoretisch mit bloßem Auge sehen: Das sind der helle Sirius, ein weißlicher Stern, Procyon, ein weißgelblicher Stern, dann alpha Centauri A, unsere Sonne und tau Ceti, die gelbe Sterne sind sowie alpha Centauri B, epsilon Eridani, epsilon Indi und die beiden Sterne von 61 Cygni, die allesamt orange Hauptreihensterne sind. Außerdem wurden auch die 4 Weißen Zwergsterne in dieser sonnennahen Region vorgestellt, das sind Sterne, die ihr Hauptstadium schon hinter sich haben und die früher einmal helle Sterne waren. Es sind dies die beiden Partnersterne des Sirius und des Procyon sowie ein Stern namens Van Maanen's Stern und ein Stern namens GJ 440. Diese Sterne waren während der Zeit, als sie noch normale Sterne waren, allesamt heller als unsere Sonne und die beiden Weißen Zwerge Sirius B und GJ 440 waren damals sogar blauweißliche Sterne und wären heute zusammen mit Van Maanen's Stern die drei hellsten Sterne in dieser Region.

Die anderen derzeit bekannten 54 sonnennahen Sterne sind noch zwei weitere orange sowie 48 rote Hauptreihensterne, die man oftmals auch als "Rote Zwergsterne" oder "Rote Zwergsonnen" bezeichnet, um sie deutlicher von den Roten Riesen zu unterscheiden. Kein einziger von ihnen ist von bloßem Auge sichtbar. Verbleiben noch vier Sterne, dabei handelt es sich um extrem lichtschwache Braune Zwergsterne, die auch mit heutigen Mitteln nur äußerst sehr schwer beobachtet werden können. Es ist davon auszugehen, dass die meisten dieser Braunen Zwerge auch in Sonnennähe noch unentdeckt sind und man vermutet, dass es ungefähr gleich viele Braune Zwerge wie Rote Zwergsonnen gibt.

Die überwiegende Mehrzahl der bekannten sonnennahen Sterne sind also die roten Zwergsonnen, und mit vier von ihnen wollen wir uns uns in diesem Monat etwas näher beschäftigen. Wie schwach die überwältigende Mehrheit dieser Sterne ist zeigt der Umstand, dass Proxima Centauri, der sonnennächste Stern überhaupt im Abstand von 4.2 Lichtjahren, nur in großen Fernrohren gesehen werden kann. Auch die zweitnächste rote Zwergsonne, Barnard's Stern im Abstand von 6 Lichtjahren, kann man nur mit einem großen Fernrohr sehen.

In diesen monatlichen Darstellungen werden bekanntlich die Farben der Sterne nur grob unterschieden, tatsächlich aber ist der Übergang zwischen den Spektralklassen kontinuierlich. Deswegen hat man jede Spektralklasse in 10 feinere Teile eingeteilt. Dies hat man auch mit den roten Zwergsonnen so gemacht und die 54 roten Zwergsonnen in Sonnennähe kann man folgendermaßen einteilen: 9 von ihnen sind hellere rote Zwergsonnen, 15 von ihnen sind mittelhelle rote Zwergsonnen, 16 von ihnen sind mittelschwache rote Zwergsonnen und die übrigen 8 roten Zwergsonnen sind schwächer oder mit den heutigen Methoden noch nicht genauer klassifizierbar. Der nächste Fixstern, Proxima Centauri, gehört zu den mittelschwachen roten Zwergsonnen, die zweitnächste rote Zwergsonne, Barnard's Stern, zu den mittelhellen. Nur zwei der helleren roten Zwergsonnen sind nahe genug, dass man sie bei guten Sichtbedingungen mit einem Feldstecher sehen kann, beide erreichen gerade noch 7. Größe: Lalande 21185 im Südlichen Fisch etwas unterhalb der Fomalhaut ist 8.3 Lichtjahre von uns entfernt und Lacaille 9352 im Großen Wagen in der Nähe des ersten Gazellensprunges ist 10.7 Lichtjahre von uns entfernt. Erstere hat vor einigen Jahren eine gewisse Bekanntheit erreicht, weil angeblich ein oder zwei Planeten um diese rote Zwergsonne entdeckt worden sind, jedoch konnten diese Planeten von unabhängigen Beobachtern nicht bestätigt werden.

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So findet man die helleren sonnennahen Sterne tau Ceti, 61 Cygni und epsilon Eridani

4. Der Morgenhimmel im Januar


Der Morgenhimmel im Januar

Im Winter wird es ja erst so spät hell, dass viele Menschen morgens noch im Dunkeln das Haus verlassen und zur Schule oder zur Arbeit gehen; deswegen will ich auch den Morgenhimmel kurz vor Sonnenaufgang vorstellen. Das Wintersechseck, das ja abends aufgeht, zieht die gesamte Nacht am Himmel weiter und ist am Morgen bereits zur Hälfte untergegangen; man sieht noch hoch am Westhimmel die Capella und Menkalinan im Fuhrmann, links von den beiden Castor und Pollux in den Zwillingen und schon tief im Südwesten Procyon im Kleinen Hund. Die Kette der Andromeda befindet sich bereits tief oberhalb des Westhorizontes, wo noch der dritte Andromedastern Alamak gut zu erkennen ist. Auch der Perseus mit Mirfak und Algol auf halbem Wege Richtung Capella sind ebenso wie die Plejaden bereits tief in den Westen abgesunken.

Der Große Wagen ist "rückwärts" wieder hinauf gewandert und steht nun auf dem Kopf; seine Deichsel weist zu einem hellen Stern: das ist Arktur, der hellste Stern der Nordhemisphäre und nächst gelegene Rote Riese. Wenn man diese Linie von der Deichsel des Großen Wagens über Arktur hinaus verlängert, gelangt man bei starker Krümmung der Verlängerung im Süden zum Planeten
Saturn und bei flacherer Krümmung links vom Saturn zur Spica, dem Hauptstern der Jungfrau. Im Nordosten sehen wir die helle Wega; links unter ihr kann man bei guter Horizontsicht auch den Stern Deneb im Schwan erkennen. Oberhalb der Wega sieht man zwei Sterne des Sternbild des Drachen; der hellere der beiden heißt Ettanin.

Arktur ist ebenfalls Ausgangspunkt einer großen, nach Osten zeigenden Deichsel; der vordere Deichselstern ist die Gemma in der Nördlichen Krone; verlängert man diese größere Deichsel, kann man über dem Osthorizont bereits Ras Alhague im Schlangenträger funkeln sehen.

Wenn wir von Arktur zurück in Richtung der Zwillinge gehen, sehen wir im Sternbild des Löwen zwei helle Sterne schräg übereinander: das sind unten Regulus beim Herz des Löwen, und über ihm die Algieba bei der Schulter des Löwen.

Tief im Osten kann man einen sehr hellen Stern bewundern, das ist der Morgenstern, unser Nachbarplanet Venus.

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