Sternenhimmel im November 2008

  1. Allgemeines im aktuellen Monat
  2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne
  3. Thema des Monats: Die Hyaden
  4. Namensgebung von Planetoiden und Zwergplaneten

Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat sowie über den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Im November wird der Sternhimmel nun spät-herbstlich, ehe im nächsten Monat all' die prachtvollen Wintersterne mit ihrer Helligkeit die Himmelsbühne betreten. Das Sommerdreieck ist weit in den Westen gezogen und die Herbststernbilder des Pegasus, der Andromeda, des Perseus sowie die helle Capella stehen hoch am Himmel, während rechts unterhalb der Capella der Stier mit seinem Hauptstern Aldebaran sowie den Plejaden und den Hyaden bewundert werden kann.

Der Große Wagen zieht immer weiter hinunter und steht links unterhalb vom Polarstern, während die W-förmige Cassiopeia bald im Zenit hoch oberhalb des Polarsterns steht.

Im Südwesten kann zu Monatsbeginn noch der helle Riesenplanet Jupiter bewundert werden, der bei guter Westsicht mit der helleren Venus verwechselt werden kann.


Ausschnitt des Sternenhimmels im November gegen Süden.
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2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Einfach auffindbare Sterne: Großer und Kleiner Wagen

Der bekannte Große Wagen kann nur bei guter Nordwestsicht gesehen werden; verlängert man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach rechts oben, so gelangt man zu einem weiteren recht hellen Stern, das ist der Polarstern. Er steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen, und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auf halbem Wege die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Die übrigen Sterne des Kleinen Wagen sind nur bei sehr guten Sichtbedingungen erkennbar.

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zur Cassiopeia; sie sieht nun aus wie ein großes W, und ihr Hauptstern ist der zweite Stern von rechts, das ist Schedir. Schedir bedeutet "Brust" und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren.

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2.2: Das Sommerdreieck: Wega, Deneb und Atair

Hoch am Westhimmel sieht man das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan und aus Atair im Adler besteht. Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 30 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blau-weißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen also in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man ebenfalls zu Ras Alhague im Schlangenträger. Das bedeutet "Kopf des Schlangenträgers". Ras Alhague ist ein gelblich-weißer Stern im Abstand von etwas 60 Lichtjahren.

Das Sternbild des Adlers

Der "fliegende Adler" Atair wird dabei von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten neben Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Der rechte und hellere heißt Tarazed, ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke"; der linke untere auf der anderen Seite von Atair heißt Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke".

Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb bis hin zu einem Stern namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, haben wir hier doch einen Doppelstern mit einer bläulich-weißen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Geht man von Deneb in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier also kann man sich die Brust des Schwanes vorstellen, der da am Sternenhimmel fliegt. Sadir ist ein gelblicher Stern; er ist der zweithellste Stern in Sternbild des Schwanes und mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Rechts und links von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern knapp 2. Größe, welche die Flügel markieren; etwas nach hinten abgewinkelt findet man noch je einen weiteren Stern, die die Flügelschwingen markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt übrigens Gienah, ist der dritthellste Stern des Schwanes und ist wie Arktur ein Roter Riese, er ist gut 70 Lichtjahre, also rund doppelt so weit wie Arktur von uns entfernt.

Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

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2.3 Der Kepheus

Der Kepheus momentan fast in seiner Höchststellung am Nordhimmel.
Im vergangenen Monat haben wir das Sternbild des Kepheus kennengelernt, das im Bereich zwischen Schwan, Cassiopeia und dem Polarstern nicht schwierig auffindbar ist. Dieses Sternbild kann man sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen und steht so weit nördlich, dass es das ganze Jahr über beobachtbar ist.

Der Hauptstern des Kepheus ist Alderamin, ein Stern 2. Größe, der an der rechten oberen Ecke des Hauses ist. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Die übrigen Sterne des Kepheus-"Hauses" sind Sterne dritter Größe. Am unteren rechten Hausboden befindet sich Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde". Und an der Dachspitze, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, steht der Stern Alrai, das bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin.

- In 4000 Jahren wird Alrai Polarstern sein, in 6000 Jahren Alderamin und in 7000 Jahren Alfirk.

An der linken unteren Hauskante steht der bekannte Stern delta Cephei, der einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne seinen Namen gegeben hat. Dieser Typ Stern hat eine charakteristische Helligkeitskurve, mit der man Entfernungsmessungen im Universum bis etwa 100 Millionen Lichtjahre vornehmen kann. Delta Cephei ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von rund 900 Lichtjahren, sein wenig bekannter arabischer Name ist Al Radif.

Etwas unterhalb der Mitte des Bodens dieses Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, kann man den Stern Erakis sehen; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen auch "Granatstern" genannt. Von allen bisher von mir vorgestellten Sternen hat dieser Stern den bei weitem größten Abstand - er ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

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2.4 Andromeda, Perseus, Capella und der Widder

Zählt man die Sterne der Cassiopeia von links oben nach rechts unten durch, also von den helleren zu den weniger hellen, so führt die Verlängerung vom dritten, also dem mittleren, zum zweiten Stern der Cassiopeia ungefähr zur Sirrah, die der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel (der Andromeda)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. - Dann kann man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze deuten; diese Pfeilspitze zeigt auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleich hell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Kurz bevor man von der Cassiopeia herkommend die Mirach erreicht, kommt man auch am berühmten Andromedanebel vorbei; das ist eine Galaxie wie unsere Milchstraße im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren. Bei guter Sicht außerhalb der Stadt ist der Andromedanebel sogar schon von bloßem Auge sichtbar.

Die Sirrah und die Mirach sind gleich hell wie der Polarstern und der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen.

Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten über den zweiten Stern der Cassiopeia verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. Die Andromeda ist also das Sternbild unterhalb der Cassiopeia.

Wenn man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des W zieht und diese verlängert, so findet man Mirfak, den Hauptstern des Perseus, den man auch als Verlängerung der Andromedakette nach links finden kann. Mirfak bedeutet "Ellbogen" und ist ein gelb-weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, er ist etwas heller als Sirrah und Mirach.

Perseus und die angrenzenden Sternbilder
Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein", und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella.

Den Hauptstern des Perseus, Mirfak, kann man also in Verlängerung der Andromedakette finden; biegt man indes beim dritten Andromedastern Alamak nach unten ab, so gelangt man zum zweithellsten Perseusstern Algol, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert. Algol heißt "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) und steht rechts unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein bläulichweißer Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Das Herbstviereck mit der Sirrah sowie Mirach, Alamak und Algol bilden einen übergroßen "Großen Wagen".

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Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternhimmel hat, kann einmal versuchen, das kleine Tierkreiszeichen des Widders zu finden:

Von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichweit weiter; dort kann man also südlich der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese bilden den Widder und der linke Stern, ein Stern 2. Größe, heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach.

2.5 Der Stier mit den Plejaden und den Hyaden

Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern 1.Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes des Stiers. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V"; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der im Thema des Monats näher vorgestellt wird.

Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)" und El Nath ist ein Stern beinahe erster Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

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2.5 Das Herbstviereck: Pegasus

Das Sternbild des Pegasus und der Andromeda
Rechts von der Sirrah sieht man die übrigen Sterne des Herbstviereckes, das ansonsten aus Sternen des Pegasus besteht und nun wie eine übergroße Vorfahrtstafel am Himmel steht. An der oberen Ecke befindet sich ein kleines, fast gleichseitiges typisches Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen besteht. Scheat, der oberste Stern im Herbstviereck, steht in diesem kleinen Dreieck an der linken unteren Ecke. Scheat heißt "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Dieses kleine typische Dreieck an der oberen Spitze des Pegasus bei Scheat kann man leicht am Himmel wiederfinden und sich somit gut orientieren.

Markab, der Stern in der gegenüberliegenden Ecke der Sirrah im Herbstviereck, ist ein gelb-weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Hier zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab, einem Roten Riesen im Abstand von 700 Lichtjahren; Enif heißt "Nase (des Pegasus)". Den Stern Enif kann man auch finden, indem man die Wega an der Achse Deneb - Atair spiegelt. - An der unteren Ecke des Herbstviereckes finden wir den Stern Algenib, er ist wie Markab ein blau-weißlicher Riesenstern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Man beachte, dass manchmal auch Mirfak, der Hauptstern des Sternbildes Perseus, mit diesem Namen Algenib bezeichnet wird.

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3. Thema des Monats: Die Hyaden im Sternbild des Stiers

Das Sternbild des Stieres enthält zwei sehr prominente und gut von bloßem Auge sichtbare Sternhaufen: Die Plejaden, die auch "Siebengestirn" genannt werden, sowie die Hyaden, die auch "Regengestirn" genannt werden. In diesem Monat werden die Hyaden vorgestellt.

Die Hyaden sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast.

Links oben - also über Aldebaran - steht der Stern epsilon Tauri, ein Roter Riese, der auch "Ain" heißt, das bedeutet Auge. Streng genommen also markiert dieser Stern und nicht Aldebaran das rot unterlaufene Auge des Stieres. Neben ihm, in der Mitte oben, steht der Stern delta Tauri und an der Spitze dieses Dreiecks, also rechts, steht der Stern gamma Tauri. Beide sind wie unsere Sonne ein gelbe Sterne. Unten in der Mitte stehen zwei Sterne übereinander, der obere heißt theta(1) Tauri und ist ebenfalls ein gelber Stern, der untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. Tatsächlich hat der Kern der Hyaden einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren und ist etwa 600 Millionen Jahre alt. Außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, also fast 100 Lichtjahre von ihm entfernt.

Wenn man die Bewegung der Hyadensterne genau vermisst, stellt man fest, dass sie alle zum gleichen Punkt am Himmel hinzuwandern scheinen; das ist ein perspektivischer Effekt und kommt daher, dass sie alle ungefähr dieselbe parallele Bewegungsrichtung haben. Dieser Punkt liegt etwas östlich der Beteigeuze im Sternbild Orion.

Da die Hyaden verhältnismäßig nahe der Sonne sind, spielen sie in der modernen Astrophysik eine bedeutsame Rolle. Anhand klassischer trigonometrischer Methoden (Parallaxe und Sternstrom-Parallaxe) kann die Entfernung und daraus die absolute Helligkeit der Einzelsterne des Sternhaufens sehr genau bestimmt werden. Darauf leitet man dann auch andere Messmethoden zu weiter entfernten Objekten ab.

In der griechischen Mythologie waren die Hyaden Töchter von Atlas - der übrigens auch der Vater der Plejaden ist - und Aithra. Hyas, ihr einziger Bruder, wurde auf der Jagd getötet. Ihre Trauer und ihre Tränen erregten das Mitleid der Götter, so dass sie als Hyaden unter die Sterne gesetzt wurden. Die alte griechische Bezeichnung Regengestirn kommt also daher, dass ihre Tränen ungehemmt fließen und nun als Regen zur Erde fallen.


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4. Namensgebung von Planetoiden und Zwergplaneten

Die ersten Planetoiden, die entdeckt wurden, also (1) Ceres, (2) Pallas, (3) Juno und (4) Vesta, haben den Namen weiblicher Gottheiten bekommen. Ausnahmen bildeten Planetoiden, die keine Bahn zwischen Mars und Jupiter hatten wie die erdnahen Planetoiden Eros, Apollo, Amor, Aten, Hermes, Ikarus, um einige prominente von ihnen zu nennen, aber auch die Trojaner in den Librationspunkten des Jupiter, wie z.B. Hektor, Patroclus usw. oder auch der damals entfernteste bekannte Planetoid Hidalgo, der im Aphel bis zur Saturnbahn hinausreicht.

Als im Laufe der Zeit immer mehr Planetoiden entdeckt wurden, wurde die Namensgebung jedoch schwierig, weil die Namen ausgingen. Man konnte dann für die Planetoiden zwischen Mars und Jupiter auch normale Mädchennamen (z.B. die Namen der Ehefrauen der Entdecker) oder verweiblichte Namen wie "Einsteinia" oder "Heidelbergia" und allerlei andere Namensgebungen, z.B. weibliche Märchenfiguren, verwenden.

Nachdem Chiron entdeckt wurde, dessen Bahn noch weiter hinausreichte und mit Pholus ein zweiter dieses Typs entdeckt wurde, bekamen solche Planetoiden, die weit draußen, aber noch innerhalb der Neptunbahn sind, Namen von Zentauern und diese Gruppe wird auch "Centaures" genannt; etwas salopp formuliert sind das Kuipergürtel-Planetoiden vom Typ "Scattered Disk Objekts", die nach innen abgelenkt wurden.

Die größeren Planetoiden des Kuipergürtels bekamen zunächst Namen aus dem griechisch-römischen Götterumfeld von Neptun und Pluto wie beispielsweise Ixion, während andere einen Namen aus anderen Mythologien bekamen:

Varuna ist ein Gott des Himmels, des Regens und des Himmelsozeanes, sowie der Gesetzesgott der Unterwelt aus der vedisch-indischen Religion.

Quaoar ist eine Schöpfer-Gottheit der amerikanischen Ureinwohner der Tongva in der Gegend von Los Angeles.

Sedna ist eine See-Gottheit der Inuit, einer eskimoischen Volksgruppe, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland leben.

Makemake ist eine Schöpfergottheit der Rapa Nui, der Ureinwohner der Osterinsel.

Haumea ist eine Hawaii'sche Fruchtbarkeits-Göttin.

Eris (ehemals "10.Planet") indes ist eine griechisch-römische Gottheit und hat trotz nicht Anerkennung zum Planeten einen Planetennamen erhalten und steht damit in guter Tradition zum vormaligen 9.Planeten Pluto.

Orcus wurde als Plutino in vergleichbarer Größe mit Pluto gemäß der Richtlinien der IAU nach einer Unterwelt-Gottheit benannt; Orcus wurde sogar wie Pluto nach einer solchen Gottheit aus der römischen Mythologie benannt. - Plutinos - nicht zu verwechseln mit Plutoiden - sind Kuipergürtel-Objekte, die wie der Pluto zum Neptun in einer 3:2-Resonanz stehen, d.h. die Sonne dreimal umlaufen, während der Neptun die Sonne zweimal umläuft. Nach seiner Anerkennung zum Zwergplaneten wird Orcus dann wie der Pluto sowohl Plutoid als auch Plutino sein.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.

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