Sternenhimmel im November 2011


Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat und den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, findet sich in der zweiten Rubrik.

Der Sternenhimmel ist nach Sonnenuntergang herbstlich. . Das Sommerdreieck mit der hellen Wega, mit Deneb und Atair, hat den Zenit überschritten und halbhoch im Osten kann man die helle Capella sowie die typischen Herbststernbilder der Andromeda und des Pegasus, die auch das fast quadratische Herbstviereck bilden, bewundern. . Mit Aldebaran im Stier kündigt ein weiterer Stern den bevorstehenden Winter an.

Der Große Wagen steht nach dem Sonnenuntergang unter dem Polarstern und die W-förmige Cassiopeia bereits halbhoch rechts neben dem Polarstern.

Tief im Osten kann man den hellen Riesenplaneten
Jupiter erkennen.


Ausschnitt des Sternenhimmels im November gegen Süden.
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Im Zuge der Vorstellung der Mondstationen wurden in diesem Jahr auch immer mehr Sterne 3. sowie beinahe 3. Größe vorgestellt. Obgleich ich bemüht war, die Darstellungen einerseits nicht zu überladen, andererseits aber möglichst vollständig zu präsentieren, war es nicht möglich, alle Sterne dieser Helligkeiten, die man auf dem Lande auch heutzutage noch schön sehen kann, vorzustellen. Um eine weitere Überladung der Abschnitte zu vermeiden, wird es neu eine zusätzliche 5. Rubrik geben, in der auch die Sterne 3. und beinahe 3. Größe abseits der Sternbild-Linien vorgestellt werden. Dabei wird diese 5. Rubrik so gestaltet, dass ihre beiden ersten Unterrubriken auch von weniger Erfahrenen Leserinnen und Lesern problemlos nachvollzogen werden können, weil dort primär Sterne vorgestellt werden, die auch schon in der Rubrik "Sternbild des Monats" vorgestellt wurden und die einfach auffindbar sind. Horizontnahe Sterne indes werden nicht berücksichtigt, weil in Mitteleuropa nur selten so gute Sichtverhältnisse herrschen, dass man diese Sterne von bloßem Auge dort sehen kann. Auch veränderliche Sterne, die nur gelegentlich die 3. Größe erreichen, werden nicht vorgestellt.

Korrigenda:

Leider haben sich ab Juni dieses Jahres bei der Beschreibung der linken Flügelschwinge des Schwanes zwei Fehler eingeschlichen: Der innere Stern der linken Flügelschwinge ist iota Cygni und nicht tau Cygni, und der äußere Stern der linken Flügelschwinge ist kappa Cygni und nicht iota Cygni. Der Stern tau Cygni wurde auch schon einmal vorgestellt, das war im Dezember 2010 bei der Vorstellung des sonnennahen Sternes 61 Cygni. Tau Cygni erreicht ebenfalls beinahe 3. Größe und wird zusammen mit 61 Cygni in der 5. Rubrik vorgestellt.

Des weiteren bezieht sich der Eigenname des zweithellsten Cassiopeiasternes Caph keineswegs auf die Handfläche der Andromedamutter Cassiopeia, sondern auf eine Tradition, gemäß derer zu den Plejaden auch eine Plejadenbüste am Himmel dargestellt war. Caph ist in dieser Tradition die ausgestreckte Hand dieser Plejadenbüste.

Auch der Eigenname des hellsten Andromedasternes Sirrah scheint sich aufgrund der verfügbaren historischen Quellen nicht wie bisher angegeben auf den Nabel der Königstochter Andromeda, sondern auf den Nabel des benachbarten Pegasus, dem die Sirrah als Grenzstern früher ebenfalls zugerechnet wurde, zu beziehen.

Zudem ist der Stern epsilon Herculi eine halbe Größenklasse heller als bisher angegeben.

2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Großer und Kleiner Wagen, Schedir in der Cassiopeia sowie die helleren Drachensterne

Nach Sonnenuntergang steht der bekannte Große Wagen unter dem Polarstern. Diesen findet man, indem man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach oben verlängert. Der Polarstern steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen, und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auch die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Der Polarstern steht am Himmelsnordpol, das heißt, verlängert man in Gedanken die Erdachse in den Himmel, so kommt man zum Polarstern. Deswegen weist der Polarstern immer nach Norden und kann zur Orientierung als "Nordstern" verwendet werden.

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zur Cassiopeia; sie sieht nun aus wie ein großes auf der Seite liegendes W und ihr Hauptstern Schedir ist der zweite Stern von rechts oben.

Das Sternbild des Großen Wagens ist das ganze Jahr über zu sehen.
Der Große Wagen enthält zwar keinen Stern
1. Größe, dafür aber immerhin drei, die beinahe 1. Größe erreichen. Es sind dies der kastenseitige Deichselstern Alioth, der hintere obere Kastenstern Dubhe sowie der äußere Deichselstern Benetnash. Der mittlere Deichselstern selber erreicht genau 2. Größe und ist der vierthellste Wagenstern; namensmäßig ist er der bekannteste Wagenstern und heißt Mizar.

Alioth am kastenseitigen Deichselende bedeutet "Fettschwanz", was die Bezeichnung einer bestimmten Ziegenrasse ist; der hintere obere Kastenstern Dubhe bedeutet "Bär" und der äußere Deichselstern Benetnash "Klageweiber". Der mittlere Deichselstern Mizar bedeutet "Mantel".

Der Große Wagen hat noch zwei weitere Sterne 2. Größe, das sind die beiden unteren Kastensterne. Der hintere untere Kastenstern heißt Merak, der vordere untere Kastenstern heißt Phekda. Merak bedeutet "Lende", Phekda bedeutet "Schenkel".

Der 7. Wagenstern heißt Megrez und erreicht 3. Größe, das ist der vordere obere Kastenstern. Megrez bedeutet "Anfügepunkt (des Schwanzes)". Ebenfalls sehr bekannt ist der "Augenprüfstern" Alkor neben dem mittleren Deichselstern; Alkor ist eine Nebenform von Alioth, die sich im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen Sternnamen entwickelt hat. Im deutschsprachigen Raum wird dieser Stern als "Reiterlein" bezeichnet.

Dubhe ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren und Benetnash ein blauweißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Alioth, Mizar und die übrigen Sterne des Großen Wagen sind ebenso wie der Augenprüfstern neben Mizar weißliche Sterne im Abstand von rund 80 Lichtjahren. Der Polarstern ist ein weißgelblicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Der Polarstern hat auch einen arabischen Namen: Alruccabah, das bedeutet "Der Reiter".

Rund um den Drachen
Der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen ist ebenfalls ein Stern 2. Größe, er heißt Kochab, das bedeutet "der Stern des Nordens"; er ist ein Roter Riese im Abstand von 120 Lichtjahren. Aufgrund der Kreiselbewegung der Erdachse war der Himmelspol vor 3000 Jahren in der Nähe von Kochab. Der Hauptstern Schedir der Cassiopeia erreicht ebenfalls 2. Größe und bedeutet "Brust". Sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren.

Sei noch Pherkad, der schwächere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen, genannt: er ist ein weißlicher Stern 3. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Pherkad bedeutet "das dunklere der beiden Kälber".

Drache

In nur dreifacher Verlängerung von Kochab zu Pherkad, also vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, steht ein Stern beinahe 2. Größe namens eta Draconis, er ist der zweithellste Stern des Drachens. Eta Draconis ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn, d.h. zur Zeit nach rechts oben, ab, so kann man in halbem Abstand einen weiteren Stern des Sternbildes Drachen erkennen, das ist Aldhibah, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Aldhibah erreicht 3. Größe und bedeutet "die beiden Wölfe", womit er sowie eta Draconis, der hellere der beiden, gemeint sind. Diese beiden Sterne haben aber nichts mit dem Sternbild des Wolfes zu tun, welches man von Südeuropa aus im Sommer tief im Süden sehen kann.

Geht man nun von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen durch das Tor, das von den beiden Wölfen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch und nochmals gleichviel weiter, so gelangt man zu einer rautenförmigen Figur, das ist ein schiefes gleichseitiges Viereck, deren beiden hellsten Sternen 2. und beinahe 2. Größe erreichen. Der obere ist der hellste Stern des Sternbildes des Drachen und heißt Ettanin, der untere ist der dritthellste Stern des Sternbildes und heißt Alwaid. Ettanin ist ein 150 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet "Seeungeheuer", Alwaid ein wie unsere Sonne gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Alwaid bedeutet "die Kamelmütter, die ihre 7 Tagen alten Jungen bei sich haben"; gemeint ist hiermit die Sterngruppe, zu der auch Ettanin gehört. Beide Sterne stehen im Kopf des Drachen und gemäß der Mythologie starrt der Drache den benachbarten Herkules mit zwei verschiedenfarbigen Augen an: Ettanin ist ein Roter Riese und Alwaid ein gelblicher Stern. Es ist bemerkenswert, dass damals die Luft so rein war, dass man sogar noch die Farbe dieser beiden Sternen erahnen konnte. Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe: der Stern auf der rechten Seite ist Grumiumbiota Herculi. Grumium bedeutet "der Kiefer" und ist ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, iota Herculi auf der Wega-zugewandten Seite ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

Der Drache hat noch zwei weitere Sterne 3. Größe: Den vierthellsten Drachenstern Al Tais findet man sehr einfach in der doppelten Verlängerung vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis über Aldhibah. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 100 Lichtjahren.

Wie Al Tais ebenfalls 100 Lichtjahre entfernt ist der Stern Edasich auf der anderen Seite vom zweithellsten Drachenstern eta Draconis als Aldhibah; er ist ein Roter Riese. Al Tais bedeutet "Ziegenbock" und Edasich bedeutet "Hyäne"; Hyänen gehören ja ebenso wie die Wölfe zu den Raubtieren, die sich in der Nähe von Kamelen herumtreiben.

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2.2 Das Sommerdreieck

Nach Sonnenuntergang hoch über uns sieht man das Sommerdreieck, das aus drei Sternen erster Größe oder heller besteht: der hellen Wega in der Leier, die sogar 0. Größe erreicht, aus Deneb im Schwan und aus Atair im Adler. Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 25 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler". Man kann sie von den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen ausgehend einfach finden, indem man wie oben gesehen durch das Tor, das von den beiden Wolfssternen eta Draconis und Aldhibah aufgespannt wird, hindurch gleichviel weiter zu den beiden Drachensternen Ettanin und Alwaid und dann nochmals ungefähr gleichviel weiter geht. Als Stern 0.Größe kann man sie aber problemlos auch anhand ihrer Helligkeit erkennen.

Das Sternbild der Leier
Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 3'000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; er ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen also in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen.

Leier

Der "herabstoßende Adler" Wega ist der Hauptstern des Sternbildes der Leier, deren übrigen Sterne nicht sehr auffällig sind und im wesentlichen den Leierkasten bilden und wie ein Parallelogramm neben der Wega aussehen. Die beiden von der Wega weiter entfernten Sterne dieses Parallelogrammes haben 3. Größe: das sind Sheliak auf derselben Seite wie die Wega, ein weißlicher Stern im Abstand von fast 900 Lichtjahren sowie Sulaphat, ein blauweißlicher Stern im Abstand von über 600 Lichtjahren. - Die beiden näheren Parallelogramm-Sterne sind schwächere Sterne 4. Größe: zeta Lyrae, ein weißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren auf der Wega-zugewandten Seite, sowie delta Lyrae, ein Roter Riese im Abstand von 900 Lichtjahren.

Schwan

Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb bis hin zu einem Stern 3. Größe namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, haben wir hier doch einen Doppelstern mit einer blauweißlichen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Geht man von Deneb in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens "Sadir"; das bedeutet "Brust"; kann die Brust des Schwanes, der da am Sternenhimmel fliegt. Das Wort Sadir hat denselben Ursprung wie der Cassiopeiastern Schedir; er ist ein gelblicher Stern, der zweithellste Stern im Sternbild des Schwanes, mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Rechts und links von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern knapp 2. Größe, welche die Flügel markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt Gienah und ist der dritthellste Stern des Sternbildes. Er ist ein Roter Riese, der gut 70 von uns entfernt ist. Der erste Stern des linken Flügels ist delta Cygni; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 150 Lichtjahren.

Etwas nach hinten abgewinkelt findet man dann noch drei weitere Sterne an den Flügelschwingen des Schwanes. Das Ende der Flügelschwinge des rechten Flügels, also jenseits von Gienah, wird von zeta Cygni markiert, einem wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Er erreicht 3. Größe. An der linken Flügelschwinge des Schwanes stehen zwei gleich helle Sterne beinahe 3. Größe; der innere ist iota Cygni, der äußere kappa Cygni. Iota Cygni ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, kappa Cygni ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Der Adler senkt sich zum West-Horizont herab.

Adler

Der "fliegende Adler" Atair wird von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten neben Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Der rechte und hellere heißt Tarazed, ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke"; der linke auf der anderen Seite von Atair heißt Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke" und ist ein Stern beinahe 3. Größe. - Der Stern rechts oberhalb der Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken heißt Deneb el Okab, das bedeutet "Schwanz des Adlers". Er ist der dritthellste Adlerstern, ein weißgelblicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von gut 80 Lichtjahren. - Geht man senkrecht der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach rechts unten, so sieht man zunächst den Stern delta Aquilae; auch er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Geht man ungefähr gleichviel weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Prior; dies ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen die 3. Größe. Geht man noch ein bisschen weiter, so gelangt man zu Al Thalimain Posterior; dieser Stern erreicht 4. Größe; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren. Al Thalimain bedeutet "die (beiden) Strauße". - Verlängert man die Sterne Atair und seine beiden begleitenden Falken nach links unten, so gelangt man zunächst zum vierthellsten Adlerstern theta Aquilae, einem blauweißlichen Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Dieser Stern markiert den Oberarm des vom Adler getragenen Jüngling Antinous und hatte bei den Mandarin den Namen Tseen Foo, das bedeutet "himmliches Floß". Etwa in doppeltem Abstand folgen etwas nach rechts unten versetzt zwei Sterne 3. Größe schräg nebeneinander, die schon zum Sternbild des Steinbockes gehören: Der rechte obere heißt Algiedi und der linke untere Sadaldabih.

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2.3 Die Cassiopeia und der Wegweiser zur Andromeda und Mirfak, der hellen Capella sowie weitere Herbststerne

Die Cassiopeia steht rechts vom Polarstern und sieht wie ein auf der Seite liegendes W aus. Ihr Hauptstern heißt Schedir, das bedeutet ebenso wie der Schwanenstern Sadir "Brust". Sie ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren. Wenn man das Himmels-W der Cassiopeia von rechts oben nach links unten durchzählt, so steht Schedir an der zweiten Stelle. Auch die anderen Cassiopeiasterne haben Namen: Der erste Stern heißt Caph; das bedeutet "die ausgestreckte Hand (der Plejadenbüste)", er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Die Bedeutung des Namens des mittleren Cassiopeiasternes Cih ist nicht mehr bekannt; er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 800 Lichtjahren. Diese 3 Sterne erreichen 2. Größe. Der vierte Cassiopeiastern heißt Ruchbah; das bedeutet "Knie (der Cassiopeia)"; er ist ein weißlicher Stern beinahe 2. Größe im Abstand von 100 Lichtjahren und der fünfte Cassiopeiasternes Segin ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von über 400 Lichtjahren; auch die Bedeutung seines Namens ist nicht überliefert. Segin erreicht 3. Größe. - Achird zwischen der Schedir und dem mittleren Cassiopeiastern Cih, etwas näher an der Schedir, ist so hell wie der fünfte Cassiopeiastern Segin. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von nur 20 Lichtjahren. Achird bedeutet "Hüftgürtel". Auf der anderen Seite der Schedir sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist zeta Cassiopeiae; sie ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von 600 Lichtjahren.


Die Cassiopeia ist ein guter Ausgangspunkt zur Orientierung am Herbsthimmel.
Von der Cassiopeia ausgehend kann man über dem Osthorizont die Sterne der Andromedakette, Mirfak im Perseus, die helle Capella sowie Hamal im Widder sehr einfach finden:

Andromeda

Die Verlängerung vom mittleren Cassiopeiastern zur Schedir, dem zweiten Stern der Cassiopeia, führt ungefähr zur Sirrah, einem Stern 2. Größe, die der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel (des Pferdes Pegasus)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. - Dann kann man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze deuten; diese Pfeilspitze zeigt auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleichhell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man von Caph, dem ersten Stern der Cassiopeia, der ja die ausgestreckte Hand der Plejadenbüste darstellt, über Schedir verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. Etwas unterhalb zwischen Sirrah und Mirach steht etwas näher an der Sirrah ein Stern 3. Größe namens delta Andromedae; er ist ein Roter Riese im Abstand von 100 Lichtjahren. Die Andromeda ist das Sternbild schräg rechts unterhalb der Cassiopeia.

Perseus, Pegasus, Furhmann

Den Hauptstern des Perseus findet man, wenn man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des W zieht und diese verlängert. Er heißt Mirfak und man kann ihn auch als Verlängerung der Andromedakette nach links finden. Mirfak gehört ebenfalls zur Plejadenbüste und bedeutet "Ellbogen (der Plejadenbüste)"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, er ist ein Stern beinahe 1. Größe, etwas heller als Sirrah und Mirach. Verlängert man die Andromedakette nach rechts oben, so gelangt man zu einem Stern ebenfalls 2. Größe, das ist der m zweithellste Pegasusstern Scheat.

Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch im Nordosten zur hellen Capella im Fuhrmann, die wie die Wega ein Stern 0. Größe ist. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella. Das Sternbild des Fuhrmannes wird in diesem Monat in der 3. Rubrik näher vorgestellt.

Widder

Das kleine Tierkreiszeichen des Widders kann man auf diese Weise ebenfalls sehr einfach finden: Von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichviel weiter; dort kann man unterhalb der Andromedakette zwei weitere Sterne nebeneinander sehen; diese gehören zum Widder. Der linke Stern ist ein Stern 2. Größe und heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach. Der rechte Stern erreicht beinahe 2. Größe und heißt Sheratan; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 60 Lichtjahren. Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. Derzeit steht der helle Jupiter im Sternbild des Widders unterhalb von Hamal und Sheratan. Von Hamal über Sheratan weitergehend sieht man nach unten abgeknickt den Widderstern Mesarthim, einen weißlichen Stern beinahe 3. Größe, der 200 Lichtjahre entfernt ist. Mesarthim bedeutet "der fette Schafbock". Hamal, Sheratan und Mesarthim sehen wie ein Horn aus und bilden den figürlichen Teil des Sternbildes. Den östlichen Teil der Fische findet man rechts neben dem Widder: im dreifachen Abstand von Hamal über Sheratan steht ein Stern beinahe 3. Größe, das ist Alpherg, der hellste Stern der Fische. Biegt man von hier senkrecht nach unten, so erreicht man im gleichen Abstand wie Hamal - Alpherg einen weiteren Stern beinahe 3. röße, das ist die Alresha, der Hauptstern der Fische. Geht man die Hälfte weiter, so gelangt man zur Mira im Walfisch, einem veränderlichen Stern, der im November ungefähr gleichhell wie Alpherg und Alresha ist.

Verlängert man Sheratan über Hamal hinaus dreimal nach links, so gelangt man zu einem Stern beinahe 3. Größe namens Bharani, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren. Dieser Stern trägt keinen griechischen Buchstaben, da er früher dem Sternbild der Nördlichen Fliege, das es nicht mehr gibt, zugerechnet wurde und ihr Hauptstern war. Im Altertum ist dieses Sternbild als (nördliche) Biene überliefert. Heute werden diese Sterne dem Widder zugerechnet.

Andromedanebel

Sternbild der Andromeda
Der berühmte Andromedanebel ist sehr einfach zu finden: Etwas oberhalb von Mirach befindet sich ein Stern beinahe 3. Größe namens mue Andromedae, ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Noch etwas weiter oberhalb kann man im Feldstecher - bei guten Sichtbedingungen auch von bloßem Auge - die Sterne nue Andromedae links oberhalb sowie 32 Andromedae rechts oberhalb erkennen. Wenn man nun diese beiden Sterne anschaut, so sieht man etwas oberhalb ein längliches auf der Seite liegendes Nebelchen; das ist der Andromedanebel. Nue Andromedae ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 700 Lichtjahren und 32 Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 300 Lichtjahren. Der Andromedanebel ist wie unsere Milchstraße eine große Galaxie im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren.

Der fünfthellste Andromedastern ist 51 Andromedae; man findet ihn, indem man am Ende der Andromedakette von Mirach herkommend bei Alamak rechtwinklig halb so viel nach oben geht. Er ist ein Roter Riese im Abstand von 175 Lichtjahren. Nun haben wir auch schon fast alle Zutaten der zweiten Andromedakette beisammen: Diese verläuft von der Sirrah ausgehend oberhalb der ersten Andromedakette, also durch die Sterne mue Andromedae, dem achthellsten Andromedastern, bis hin zum fünfthellsten Andromedastern 51 Andromedae. - Seien nun noch der sechst- und siebthellste Stern der Andromeda vorgestellt, die beide beinahe 3. Größe erreichen: omicron Andromedae findet man, indem man von der Sirrah die erste Andromedakette nach rechts zu Scheat im Pegasus verlängert und dort rechtwinklig gleich weit nach oben abbiegt. Lamda Andromedae findet man, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt. - Omicron Andromedae ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 700 Lichtjahren und lamda Andromedae ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 85 Lichtjahren.

2.4 Der Pegasus und der Weg in den Wassermann, zur Fomalhaut und in den Walfisch

Der Pegasus besteht im Wesentlichen aus dem Herbstviereck, das nach Sonnenuntergang wie eine übergroße Vorfahrtstafel am Himmel steht. Von Pegasus aus zweigt nach links die Andromedakette und nach rechts eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab. In Verlängerung des Herbstviereckes nach Süden gelangt man rechts zur Fomalhaut, dem südlichsten in unseren Breiten sichtbaren Stern 1. Größe, und links zu Deneb Kaitos.

Der Andromedastern Sirrah, der hellste Stern des Herbstviereckes, welches ansonsten aus Pegasussternen besteht, kann sehr einfach aus der Cassiopeia in der Verlängerung des mittleren Cassiopeiasterns über Schedir, den Hauptstern der Cassiopeia, gefunden werden und auch der hellste Pegasussterns Enif kann sehr einfach aus dem Sommerdreieck gefunden werden, indem man die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegelt. An der Spitze des Herbstviereckes steht der zweithellste Pegasusstern Scheat. Die Sirrah, Enif und Scheat erreichen alle drei die 2. Größe.

An der oberen Ecke des Herbstviereckes befindet sich ein kleines, fast gleichseitiges typisches Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen gerade noch 3. sowie 4. Größe besteht. Scheat, der oberste Stern im Herbstviereck, steht in diesem kleinen Dreieck an der linken unteren Ecke. Scheat heißt "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Der Stern an der oberen Ecke dieses Dreiecks heißt Sadmatar, er erreicht 3. Größe und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren; Sadmatar bedeutet "Glücksgestirn des Regens" und er ist der fünfthellste Pegasusstern. Auch der linke Stern an der rechten unteren Ecke dieses kleinen Dreiecks hat einen Namen: er heißt Sadalbari, das bedeutet "Glücksstern des Vortrefflichen"; er ist ein Roter Riese im Abstand von über 100 Lichtjahren. Sein Nachbarstern ist lamda Pegasi; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Dieses kleine typische Dreieck an der oberen Spitze des Pegasus bei Scheat mit den zwei Sternen an der rechten unteren Ecke kann man leicht am Himmel wiederfinden und sich somit gut orientieren.

Zum Wassermann und zur Fomalhaut
Der Hauptstern des Pegasus ist Markab, der Stern in der gegenüberliegenden Ecke der Sirrah im Herbstviereck. Er ist ein blauweißlicher Stern gerade noch 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Hier zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab, einem Roten Riesen im Abstand von 700 Lichtjahren; Enif heißt "Nase (des Pegasus)". Die beiden mittleren Sterne der Pegasuskette erreichen gerade noch 3. Größe und gehören ebenfalls zu den Glückssternen: unterhalb von Markab sieht man zuerst den Stern Sadalhomam und weiter unterhalb, etwas rechts den Stern Sadalbaham. Sadalhomam bedeutet Glücksgestirn des Helden", er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren und Sadalbaham im vorletzten "Kettenglied" bedeutet "Glücksgestirn der Vierfüßer"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Von hier gelangt man, wenn man statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, zum zweithellsten Wassermannstern Sadalmelik, der die 3. Größe erreicht.

Geht man nun von Sadalbaham zu Enif und darüber rund die Hälfte hinaus, so kann man im Feldstecher den Kugelsternhaufen M15 erkennen; dieser ist 35000 Lichtjahre von uns entfernt und enthält rund 500000 Sterne.

An der unteren Ecke des Herbstviereckes finden wir den Stern Algenib, er ist wie Markab ein blauweißlicher Stern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib ist ein Stern beinahe 2. Größe und bedeutet "Flanke, Seite". Man beachte, dass manchmal auch Mirfak, der Hauptstern des Sternbildes Perseus, mit diesem Namen Algenib bezeichnet wird.

Verlängert man im Herbstviereck die Kante von Scheat über Markab rund dreimal nach Süden, so kann man dort bei guter Sicht den in unseren Breiten südlichsten Stern 1. Größe bewundern, das ist die Fomalhaut im Sternbild des Südlichen Fisches. Fomalhaut heißt "Mund des (Wal-)Fisches" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 25 Lichtjahren, das ist etwas näher als die Wega.

Auch den linken Schenkel des Herbstviereckes von der Sirrah über Algenib kann man nach unten verlängern. Dies führt nach zweimaliger Verlängerung auf einen hellen Stern 2. Größe, das ist Deneb Kaitos, der hellste Stern im Sternbild des Walfisches, welcher ja nach der Mythologie die Andromeda hatte fressen sollen. Deneb Kaitos bedeutet "Schwanz des Untieres"; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 100 Lichtjahren.

Er ist Ausgangspunkt einer nach Osten weisenden länglichen Deichsel, deren weitere Sterne Deneb Algenubi und theta Ceti sind und die auf den Walfischstern Baten Kaitos weist. Biegt man bei von Deneb Algenubi kommend bei theta Ceti senkrecht nach unten ab, so gelangt man in gut doppeltem Abstand zu tau Ceti, einem sonnennahen, ebenfalls gelben Stern im Abstand von knapp 12 Lichtjahren. Deneb Algenubi heißt "südliche Schwanz(flosse)", er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 120 Lichtjahren. Theta Ceti und Baten Kaitos sind ebenfalls Rote Riesen, theta Ceti ebenfalls im Abstand von knapp 120 Lichtjahren und Baten Kaitos rund doppelt so weit entfernt. Baten Kaitos heißt "Bauch des Meerungeheuers". - Auf dem Weg von Sirrah und Algenib kommend sieht man rund ein Drittel zuvor, etwas nach Westen ausgerückt, den Stern Shemali; auch dieser ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 300 Lichtjahren. Alle genannten Walfischsterne außer Deneb Kaitos sind gerade noch 3. Größe oder verfehlen diese knapp.

2.5 Der Perseus und das Dreieck

Der Perseus ist ein prominentes Herbststernbild und enthält mit Mirfak sogar einen Stern beinahe 1. Größe. Am einfachsten kann man sich den Perseus als einen Bogen von drei Sternen im oberen Teil vorstellen, von dem beim Hauptstern Mirfak in der Mitte des Bogens schräg nach rechts unten eine Linie zum sehr prominenten Stern Algol und einem weiteren Stern abzweigt.

Mirfak heißt "Ellbogen (der Plejadenbüste)" und kann bekanntlich in der Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W durch den vierten Stern des "W" gefunden werden; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren und so hell wie die hellsten Sterne des Großen Wagen. Mirfak kann man auch bequem in der Verlängerung der Andromedakette nach links finden.

Rechts und links neben Mirfak stehen je ein Stern dritter Größe und bilden so mit Mirfak einen typischen und leicht auffindbaren Bogen; gamma Persei in Richtung Cassiopeia ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren und delta Persei auf der anderen Seite ist ein blauweißlicher Riesenstern im Abstand von über 500 Lichtjahren.

h und chi Persei, das "Schatzkästlein der Milchstraße"
Der zweithellste Perseusstern, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert, ist Algol, das bedeutet "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) - gemeint ist das abgeschlagene Haupt der Gorgone Medusa, mit dem der Perseus das Untier in einen Stein verwandeln und somit die schöne Andromeda retten konnte - und steht schräg rechts unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Geht man von Mirfak an Algol vorbei, so gelangt man kurz darauf zu einem weiteren gut erkennbaren Perseusstern 3. Größe, das ist die Gorgonenschwester Gorgonea Tertia, ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren. Auch sie verändert ihre Helligkeit.

Der dritt- und vierthellste Perseusstern befinden sich in der zweiten Perseuslinie, welche nicht von Mirfak zu Algol abbiegt, sondern erst zum unteren Bogenstern delta Persei weiterführt und von dort nach unten in Richtung der Plejaden abbiegt. Der erste Stern dieser Linie ist epsilon Persei, der mit delta Persei und Algol ein beinahe gleichseitiges Dreieck bildet. Den gleichen Abstand weitergehend findet man etwas nach rechts eingerückt den Stern Menkib. Menkib, epsilon Persei und Algol bilden ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck mit rechtem Winkel in epsilon Persei. Beide Sterne sind wie die Nachbarsterne von Mirfak Sterne 3. Größe. Menkib am Ende der zweiten Perseuslinie bedeutet "Schulter (der Plejadenbüste)" und ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern im Abstand von fast 1000 Lichtjahren, und epsilon Persei an ihrem Abknickpunkt ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 500 Lichtjahren.

Rechtwinklig neben Menkib befindet sich am unteren Ende der zweiten Perseuskette noch der Stern Atik, er ist ein weit entfernter blauweißlicher Riesenstern beinahe 3. Größe im Abstand 1500 Lichtjahre. Auch er ist Teil der Plejadenbüste und heißt "Schulterblatt (der Plejadenbüste)".

Diesen Bogen im oberen Perseusteil mit Mirfak in der Mitte sowie die beiden Gorgonenschwestern mit Algol kann man am Himmel recht einfach finden, die zweite Perseuslinie ist etwas schwieriger zu finden, als Orientierung kann helfen, dass sie in die Plejaden mündet.

Im Perseus befindet sich auch das "Schatzkästlein der Milchstraße", das sind zwei nebeneinander liegende benachbarte Sternhaufen. Sie heißen "h und chi Persei" und können bei guten Sichtbedingungen schon von bloßem Auge gesehen werden. Aus der Tradition der Plejadenbüste wurden sie als Misam bezeichnet, das bedeutet "Handwurzel (der Plejadenbüste)". Beide Sternhaufen sind ungefähr 7500 Lichtjahre entfernt. Man findet sie sehr einfach: Neben gamma Persei, dem oberen Bogenstern, befindet sich ein Stern 4. Größe namens tau Persei. Nun geht man einfach von Mirfak aus durch das Tor, dass von gamma und tau Persei aufgespannt wird, in Richtung Cassiopeia hindurch gleichviel weiter, dann gelangt man schon zu h und chi Persei. Tau Persei ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 250 Lichtjahren.

Man kann auch von der Cassiopeia herkommend den Weg zu Mirfak nutzen, der über die Verlängerung des 3. und 4. Cassiopeiasterns führt; etwa in dreifachem Abstand der beiden gelangt man ebenfalls zu h und chi Persei.

Im Areal zwischen Perseus, Widder und Andromeda kann man auch noch das kleine Sternbild des Dreiecks sehen, dessen hellster Stern immerhin dritte Größe erreicht. Der Hauptstern des Dreiecks erreicht gerade noch 3. Größe und heißt Elmuthalleth; er befindet sich etwas oberhalb zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und dem mittleren Andromedastern Mirach und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 65 Lichtjahren. Geht man vom mittleren Andromedastern Mirach aus weiter zu Algol, so gelangt man auf halben Wege zu einem Stern 3. Größe, das ist der hellste Dreiecksstern beta Trianguli, ein weißlicher Stern im Abstand von 125 Lichtjahren. Gamma Trianguli erreicht 4. Größe und steht unter ihm, auch er ist wie sein Nachbarstern ein weißlicher Stern im Abstand von 120 Lichtjahren. Zwischen dem hellsten Dreieckstern beta Trianguli und den Plejaden findet man auch den oben bereits vorgestellten Stern Bharani des früheren Sternbildes der Nördlichen Fliege.

2.6 Der Kepheus

Der Kepheus
Links neben der Andromedamutter Cassiopeia befindet sich das Sternbild des Andromedavaters Kepheus. Man kann es sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen, das zur Zeit auf dem Kopf steht. Sein Hauptstern Alderamin ist ein Stern 2. Größe, der an der rechten unteren Ecke des Hauses ist. Man kann ihn auch sehr einfach finden, indem man zunächst in dreifacher Verlängerung vom helleren zum schwächeren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen, also von Kochab zu Pherkad, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis geht. Biegt man in Bewegungsrichtung im Uhrzeigersinn ab, so sieht man in halbem Abstand den Stern Aldhibah. Diese beiden sind ja die Wolfssterne im Sternbild des Drachen und in der doppelten Verlängerung von eta Draconis über Aldhibah gelangt man zuerst zu Al Tais und dann gleichviel weiter zu Alderamin. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. An der oberen rechten Ecke befindet sich unter Alderamin ein Stern 3. Größe, das ist Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde" und bildet mit Al Tais im Drachen und Alderamin ein rechtwinkliges Dreieck. Schräg links unterhalb von Alfirk steht an der Dachspitze des Kepheus-Hauses, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, der Stern Alrai, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Alrai bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin. Die übrigen Kepheussterne erreichen ebenfalls noch gerade 3. Größe.

An der linken oberen Hauskante befindet sich der Stern iota Cephei, ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alrai und Alderamin, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne seinen Namen gegeben. Dieser Typ Stern hat eine charakteristische Helligkeitskurve und im Jahre 1912 hat die Astronomin Henrietta Swan Leavitt festgestellt, dass in der Großen und in der Kleinen Magellanschen Wolke je eine Abhängigkeit zwischen der Periode dieser Sterne und ihrer Helligkeit besteht. Da die Sterne einer anderen Galaxie von der Erde aus betrachtet ungefähr alle gleich weit entfernt sind, weil der Abstand von Galaxie zu Galaxie viel größer ist als der Abstand der Sterne innerhalb einer Galaxie, kann man anhand der Periode der Helligkeitsveränderung auf die absolute Helligkeit eines solchen Sternes schließen. Somit kann man mit diesen Sternen Entfernungsmessungen durchführen und mit dem Hubble Space Teleskop kann man solche Sterne noch in Galaxien, die 100 Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind, sehen. Das ist 50mal weiter entfernt als der Andromedanebel. Leider waren diese Messungen früher mit recht großen Ungenauigkeiten behaftet, weil kein solcher Stern genügend nahe der Sonne steht, um seinen Abstand mit trigonometrischen Methoden zu ermitteln. Erst dank den Hochpräzisionsmessungen der HIPPARCOS-Mission konnte man die Ungenauigkeiten wenigstens etwas reduzieren und den Abstand von delta Cephei zu rund 900 Lichtjahren bestimmen. Al Radif ist ein weißgelblicher Stern.

Zeta Cephei befindet sich neben delta Cephei, etwas ins Hausinnere eingerückt. Er wird manchmal Tsao Fu genannt und ist ein Roter Riese im Abstand von über 700 Lichtjahren. Rechts außerhalb des Kepheus steht neben Alderamin der Stern eta Cephei, der manchmal auch Al Agemim genannt wird; auch er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 50 Lichtjahren.

Etwas unterhalb der Mitte des Bodens dieses Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, kann man den Stern Erakis sehen; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen auch "Granatstern" genannt. Von allen bisher hier vorgestellten Sternen hat dieser Stern den bei weitem größten Abstand - er ist über 5'000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

2.7 Der Steinbock und der Wassermann

Einen sehr einfachen Weg in den Wassermann findet man, indem man vom Herbstviereck ausgeht: Von Markab, dem Hauptstern des Pegasus in der gegenüberliegenden Ecke der Sirrah im Herbstviereck, zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab. Wenn man in dieser Sternenkette im vorletzten Kettenglied, dem Stern Sadalbaham, statt zu Enif zur anderen Seite abbiegt, so gelangt man zum zweithellsten Wassermannstern 3. Größe namens Sadalmelik. Das heißt "Glücksstern des Königs" und ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von über 750 Lichtjahren. Links neben Sadalmelik steht der Stern Sadalachbia, der gerade noch 3. Größe erreicht. Sadalachbia bedeutet "Glücksstern der Zelte"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Oftmals wird dieser Name zu "Sadachbia" verkürzt.

Einen anderen einfachen Weg in den Wassermann findet man über die "Adler-Steinbock-Kette", die man durch Verlängerung der Sterne Atair und seiner beiden begleitenden Falken nach unten über den Adlerstern theta Aquilae bis hin zu den beiden Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih in doppeltem Abstand findet. Algiedi bedeutet "Ziege", er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 120 Lichtjahren, und Sadaldabih bedeutet "Glücksgestirn des Schlachtenden", er ist ein Roter Riese im Abstand von 150 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen 3. Größe. Wer gute Augen hat, kann westlich von Algiedi einen weiteren Stern gerade noch 4. Größe sehen; diese beiden sehen zwar wie ein Doppelstern aus, doch ist der Partnerstern, ebenfalls ein gelber Stern wie unsere Sonne, über zehnmal weiter entfernt. Rechtwinklig von Algiedi und Sadaldabih gelangt man von Algiedi nach links oben gehend zu einem weiterem Stern, der beinahe 3. Größe erreicht; das ist der Stern Sadalbali im Wassermann; das heißt "Glücksgestirn dessen, der schluckt" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 200 Lichtjahren.

Zwischen Sadalmelik und Sadalbali steht recht genau in der Mitte der Stern Sadalsuud, der ebenfalls 3. Größe erreicht. Sadalsuud heißt "Glücksstern des Glückes"; er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, im Abstand von über 600 Lichtjahren und ist der hellste Stern des Sternbildes Wassermann. In dieser oberen Sternenkette des Wassermannes kann man bei Sadalsuud senkrecht nach unten abbiegen und gelangt nach gleichem Abstand zu zwei benachbarten Sternen 3. Größe; der linke und hellere heißt Deneb Algedi, das bedeutet "Schwanz des Geißbocks" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 40 Lichtjahren; er ist der hellste Stern des Steinbockes und 1846 wurde in seiner Nähe der Planet Neptun entdeckt. Der rechte Stern heißt Sadnashira und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 150 Lichtjahren. Sadnashira bedeutet "Glücksstern dessen, der gute Nachricht bringt" und hat dieselbe Helligkeit wie Algiedi.

Die zweite Sternenkette des Wassermannes besteht aus einem Stern 3. Größe und zwei Sternen beinahe 3. Größe. Am einfachsten findet man sie, indem man wie oben beschrieben im Herbstviereck von Scheat und Markab herkommend zur Fomalhaut geht; auf dem zweiten Wegabschnitt trifft man zunächst auf Hydor, einen Roten Riesen im Abstand von 400 Lichtjahren. Hydor bedeutet "Wasser". Dann folgt ein Stern 3. Größe, das ist der Stern Skat, das heißt "Bein" und hat denselben Ursprung wie der Pegasusstern Scheat. Skat ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 150 Lichtjahren. Zuunterst in dieser unteren Wassermann-Sternenkette findet man nur bei ausgezeichneten Sichtbedingungen etwas links dieser Verbindungslinie den Stern 88 Aquarii, einen weißlichgelber Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren. Zwischen Markab und Hydor findet man auf halbem Wege etwas östlich auch noch den hellsten Stern des zweiten Fisches, das ist gamma Piscium. Er erreicht beinahe 3. Größe und ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 130 Lichtjahren.

In den Sternbildern Pegasus, Steinbock und Wassermann findet man insgesamt 10 Sterne, deren Namen eine Bedeutungen im Zusammenhang mit Glück haben. Das kommt daher, dass in dieser Jahreszeit, in der diese Sterne am Himmel aufgehen, die fruchtbare Regenzeit einsetzte. Es sind dies die Pegasussterne Sadmatar, Sadalbari, Sadalhomam und Sadalbaham, die Steinbocksterne Sadaldabih und Sadnashira sowie die Wassermannsterne Sadalmelik, Sadalachbia, Sadalsuud und Sadalbali. Man beachte, dass dies die Bezeichnungen von kleinen Sterngruppen sind, so dass Deneb Algedi bei der Sadnashira, Algiedi bei Sadaldabih sowie lamda Pegasi bei Sadalbari in der unteren rechten Ecke des kleinen Pegasusdreiecks ebenfalls zu den Glücksgestirnen gehören.

Heutzutage wird bei einigen der Glücksgestirne die Vorsilbe Sad- bzw. Sadal- nicht mehr verwendet: Im Pegasus wird Sadmatar zu Matar abgekürzt, Sadalhomam zu Homam und Sadalbaham zu Baham; im Steinbock Sadaldabih zu Dabih und Sadnashira zu Nashira und im Wassermann Sadalbali zu Albali.

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2.8 Ras Alhague mit Celbalrai, Gemma und die helleren Herkulessterne

Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man halbhoch im Westen zu einem Stern 2. Größe namens Ras Alhague im Schlangenträger. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren. Unterhalb von Ras Alhague gelangt man etwas rechts zu einem Stern beinahe zweiter Größe im Schlangenträger namens Cebalrai, das bedeutet "Schäferhund"; er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 100 Lichtjahren. Der Stern kappa Ophiuchi erreicht 3. Größe und bildet mit Ras Alhague und Cebalrai ein beinahe gleichseitiges Dreieck; er steht westlich von Cebalrai. Kappa Ophiuchi ist ein Roter Riese im Abstand von 90 Lichtjahren.

Geht man von Atair im Adler über Ras Alhague wieder etwas hinauf gleichviel weiter, so gelangt man zu einem Stern 2. Größe, das ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist ein weißlicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

In der Mitte zwischen Ras Alhague und der Gemma steht der hellste Herkulesstern Rutikulus. Gehen wir nun nach oben in Richtung Wega, so sieht man ein fast gleichseitiges Dreieck, dessen untere Spitze in Rutikulus liegt und dessen Kantenlänge rund ein Drittel des Abstandes zur Wega beträgt. Der linke Stern des gleichseitigen Dreiecks erreicht 3. Größe und heißt Sarin, der rechte ist der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi, der gleich hell ist wie Rutikulus.

Wer dieses fast gleichseitige Dreieck nicht auf Anhieb sieht, kann den Hauptstern des Herkules zu Hilfe nehmen. Dieser heißt Ras Algethi und ist ein Stern 3. Größe rechts unterhalb neben Ras Alhague. Ras Algethi bildet mit Rutikulus und Sarin an der Spitze ein etwas schiefes Dreieck, das wie ein Pfeil auf die Wega weist. Nun findet man auch ganz einfach den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi, indem man Ras Algethi an der Achse Rutikulus - Sarin spiegelt.

Die beiden hellsten Herkulessterne, Rutikulus und zeta Herculi, sind wie unsere Sonne gelbe Sterne. Beide Sterne erreichen beinahe zweite Größe. Rutikulus ist 150 Lichtjahre entfernt und heißt "Achselhöhle"; sein griechischer Name Kornephorus bedeutet "Keulenträger" und zeta Herculi ist gut 30 Lichtjahre entfernt. Sarin ist ein weißlicher Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren; die Bedeutung dieses Namens ist nicht mehr bekannt.

Ras Algethi bedeutet "Kopf des Knienden", da der Herkules meist als kniender Held dargestellt wird; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 400 Lichtjahren.

Links oberhalb des zweithellsten Herkulessterns zeta Herculi steht der Stern pi Herculi, der gleichhell wie Sarin ist; er ist ein Roter Riese im Abstand von 400 Lichtjahren. Sei noch der Stern eta Herculi genannt, der gerade noch 3. Größe erreicht; zu ihm gelangt man, indem man von Rutikulus ausgehend an zeta Herculi vorbeigeht. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 80 Lichtjahren.

Geht man schließlich vom hellsten Herkulesstern Rutikulus ungefähr gleichviel weiter gelant man zu einem weiteren Herkulesstern 3. Größe namens mue Herculi. Dieser ist wie unsere Sonne und die beiden hellsten Herkulessterne Rutikulus und zeta Herculi ein gelber Stern, wie zeta Herculi im Abstand von rund 30 Lichtjahren.

Von hier gelangt man übrigens sehr einfach zur hellen Wega: betrachtet man die vier Sterne zeta und pi Herculi sowie Sarin und mue Herculi und verlängert man diese beiden Linien etwa zweimal nach oben, so findet man dort ungefähr in der Mitte die helle Wega.

Ein weiterer sehr einfach auffindbarer Herkulesstern steht im Norden des Sternbildes in der Drachenkopf-Raute auf der Wega-zugewandten Seite, das ist iota Herculi. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren.

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2.9 Der Stier, der östliche Fisch und die östlichen Teile des Walfisches

Sternbild des Stiers
Schräg rechts unterhalb der Capella kann man bei guter Sicht den berühmten Sternhaufen der Plejaden sehen. Ihr hellster Stern ist die Alcyone, die immerhin beinahe 2. Größe erreicht. Alcyone ist der Eigenname dieser Plejadentochter, wie alle Plejadensterne ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren.

Weiter links, etwas tiefer, steht Aldebaran, ein Stern 1. Größe; das ist der Hauptstern des Sternbildes des Stiers. Sein Name kommt von "Al Dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Aldebaran ist also der Stern, der kurz nach den Plejaden aufgeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 70 Lichtjahren und markiert das blutunterlaufene Auge des Stieres. Aldebaran steht am linken unteren Ende eines auf der Seite liegenden nach links geöffneten "V"; die anderen Sterne dieses "V" sind die hellsten Sterne des Sternhaufens der Hyaden, der 150 Lichtjahren entfernt ist.

Etwa in der Mitte zwischen der Capella und Aldebaran, etwas nach unten eingerückt, steht ein Stern beinahe erster Größe. Das ist der zweithellste Stern des Sternbildes Stier, El Nath: das bedeutet "Horn (des Stieres)". Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 130 Lichtjahren. Das zweite Horn des Stieres wird von zeta Tauri, einem Stern 3. Größe, dargestellt und bildet mit Aldebaran und El Nath ein längliches Dreieck, bei dem sich zeta Tauri unterhalb von El Nath befindet. In der chinesischen Astronomie hatte dieser Stern den Namen Tien Kuan, das bedeutet "der himmlische Gebirgspass". Zeta Tauri ist der vierthellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 400 Lichtjahren.

Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternhimmel hat, kann einmal versuchen, Aldebaran vom östlichen und helleren Fisch und vom Walfisch ausgehend zu finden: Wenn man in der Andromeda von der Sirrah zu Mirach geht und dann rechtwinklig nach unten abknickt, so gelangt man zunächst zu Alpherg und doppelt so weit entfernt zur Alresha, dem Hauptstern des Sternbildes der Fische. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Alpherg ist der hellste Stern der Fische und befindet sich auf der Höhe der beiden hellsten Widdersterne Hamal und Sheratan; am einfachsten findet man ihn in dreifachem Abstand der beiden nach rechts. Alpherg ist möglicherweise eine verballhornte Form von Alphard, was "der alleine dastehende Stern" bedeutet; er ist ein wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von fast 300 Lichtjahren. Alresha bedeutet "der Strick (der Angel)" und ist ein Doppelstern zweier weißlicher Sterne im Abstand von knapp 150 Lichtjahren.

Bei guten Sichtbedingungen kann man fast genau in der Mitte zwischen Alpherg und Alresha einen Stern 4. Größe erkennen, das ist omicron Piscium, ein Roter Riese im Abstand von knapp 300 Lichtjahren. Geht man die Linie Alpherg, omicron Piscium und Alresha gleichviel nach unten weiter, so sieht man einen Stern beinahe 3. Größe, das ist der bekannte veränderliche Stern Mira im Walfisch. Im November ist die Mira fast so hell wie die Alresha. Mira ist ein über 400 Lichtjahre entfernter Roter Riese und bedeutet wegen der Helligkeitsänderung "die Wundersame". Derzeit kann man den Riesenplaneten Jupiter zur Orientierung nutzen: Alresha steht etwas rechts unterhalb vom Jupiter, die Mira unter ihr steht diagonal rechts unterhalb vom Jupiter.

Biegt man bei guter Horizontsicht im Südosten von der Linie Alpherg, omicron Piscium, Alresha herkommend bei der Mira rechtwinklig nach links ab, so sieht man in eineinhalbfacher Entfernung Alresha - Mira einen Stern beinahe 2. Größe, das ist der Hauptstern Menkar des Walfisches. Dieser ist ein über 200 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Früher hieß dieser Stern Kaffaljidhm und auch er gehört zur Plejadenbüste und bedeutet "verstümmelte Hand (der Plejadenbüste)". Andere Autoren übersetzen Kaffaljidhm mit "das Parallelogramm", und deuten dies als Bezeichnung für die gesamte Sterngruppe um den Hauptstern des Walfisches. Sein heutiger Name Menkar bedeutet "Nase (des Ungeheuers)". Geht man von ihm wieder in Richtung Alresha, so folgt nach einem Viertel Abstand, etwas unterhalb, ein Stern gerade noch 3. Größe, für den heute der Sternname Kaffaljidhm verwendet wird. Er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Lichtjahren.

Geht man auf der Linie von Baten Kaitos, auf den die Deneb Kaitos-Deichsel weist, über die Mira und Menkar gleichviel weiter, so gelangt man von rechts unten in das Sternbild des Stiers: Zunächst erreicht man omicron Tauri, einen wie unsere Sonne gelben Stern beinahe 3. Größe im Abstand von gut 200 Lichtjahren, dann folgt gleichviel weiter der Stern lamda Tauri, ein Stern gerade noch 3. Größe. Er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von knapp 400 Lichtjahren. Nochmals gleichviel weiter gelangt man dann zu Aldebaran, dem Hauptstern des Stiers.

3 Das Sternbild des Furhmanns

Das nördlichste Sternbild der nun unmittelbar vor ihrem Aufgang stehenden bekannten Wintersternbilder ist der Fuhrmann, das Sternbild des hellen Sternes Capella, die 0. Größe hell ist. Aufgrund seiner nördlichen Lage kann dieses Sternbild bereits im Herbst bewundert werden. Capella heißt "Zicklein" und auf alten Sternbild-Darstellungen trägt der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein.

Das Sternbild des Fuhrmannes bildet ein unregelmäßig geformtes Fünfeck, das Auge jedoch fügt den Stern El Nath, der eigentlich schon zum Sternbild des Stieres gehört, unwillkürlich zum Fuhrmann dazu, so dass wir also ein unregelmäßig geformtes Sechseck sehen; auch in alten Sternbild-Darstellungen wird El Nath oft dem Fuhrmann zugerechnet. Capella und El Nath stehen in den gegenüberliegenden Ecken des "erweiterten" Fuhrmannes.

Im Sternbild des Fuhrmannes befindet sich in der Umgebung der Capella eine ganze Ziegenfamilie: Geht man von der Capella nach rechts unten zur nächsten Ecke des Fuhrmann/El Nath-Sechseckes, so sieht man dort 2 Sterne nebeneinander: das sind die beiden Ziegenkinder Hoedus I und Hoedus II. Hoedus II ist der innere und hellere Stern der beiden, Hoedus I der äußere. Zwischen der Capella und den beiden Ziegenkindern kann man noch eine "siebte" Ecke bilden; dort steht der Stern Almaaz; das bedeutet "Ziegenbock".


Mythologische Darstellung des Fuhrmann mit Ziegenbock und Zicklein. Nach Jehoshaphat Aspin, 1850
Links unterhalb der Capella steht der zweithellste Fuhrmannstern Stern Menkalinan, ein Stern heller als 2. Größe. Das bedeutet "Schulter dessen, der die Zügel führt"; er ist ein weißlicher Stern im Abstand von gut 80 Jahren. Die beiden übrigen Ecken des Fuhrmann werden von Borgadus zwischen Menkalinan und El Nath und von Hassaleh zwischen den Ziegenkindern und El Nath markiert. Beide erreichen beinahe 2. Größe.

Borgadus ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 200 Lichtjahren und sein nicht mehr verwendeter arabischer Name Mahasim bedeutet "Handgelenk (des Fuhrmanns)". Hassaleh heißt "Sprungbein des Zügelhalters" und ist ein Roter Riese im Abstand von rund 500 Lichtjahren. Hoedus II ist ein gut 200 Lichtjahre entfernter blauweißlicher Stern und Hoedus I ein fast 800 Lichtjahre entfernter Roter Riese. - Der Stern Almaaz in der zusätzlichen Ecke zwischen der Capella und den beiden Ziegenjungen ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 2000 Lichtjahren. Hoedus II und Almaaz erreichen beide die 3. Größe, Hoedus I beinahe 3. Größe.

Die Mythologie weiß verschiedene Geschichten zu diesem Sternbild zu erzählen; schon die alten Babylonier sahen hier einen Fuhrmann. Bei den Griechen handelt es sich um den König Erichthonios, welchem die Göttin Athene die Fertigkeit lehrte, wilde Pferde zu zähmen. Er war der erste, der 4 Pferde vor einen Wagen spannen konnte, ganz ähnlich dem Sonnengott mit seinem vierspännigen Wagen. Einer früheren Deutung nach handelt es sich bei diesem Sternbild um einen Hirten, der eine kleine Ziege über seiner Schulter trägt. Diese beiden Deutungen werden oftmals vermischt, was man an den Sternnamen erkennen kann: der Hauptstern Capella heißt "Zicklein", ebenso wie sein arabischer Name "Alhajoth". In manchen alten Darstellungen werden zwei weitere junge Ziegen durch die beiden eng zusammenstehenden Sterne Hoedus I und Hoedus II sowie der Ziegenvater Almaaz in der zusätzlichen Ecke unterhalb der Capella dargestellt.

4 Die Mondstationen am Abendhimmel

4.1 Allgemeines

Bekanntlich sind die 12 Tierkreiszeichen des heutigen Horoskopes diejenigen Sternbilder, denen die Sonne im Verlaufe des Jahres ihren Besuch abstattet, allerdings wird das Sternbild des Schlangenträgers dabei nicht mitgezählt, da der Zahl 12 eine besondere Bedeutung zukommt. Zu Zeiten der Araber indes hat man die Sterne nicht nach großflächigen Sternbildern eingeteilt, sondern nach hellen Einzelsternen und nach nahe beieinander stehenden Sterngruppen. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass aufgrund der sehr viel klareren Luft damals auch Sterne 3. Größe helle Sterne waren und Sterne 4. Größe problemlos gesehen werden konnten.

Die Araber haben 28 solcher hellen Sterne und Sterngruppen ausgewählt, durch die im Verlaufe des Jahres der Neumond zieht, das sind die Mondstationen. Da die Mondbahn nur geringfügig gegen die Sonnenbahn geneigt ist, liegen diese Mondstationen alle in der Nähe der Tierkreiszeichen. Dank ihrer Prominenz sind die ursprünglichen Namen dieser Sterngruppen bis heute überliefert, indes sind nur einige ihrer Namen in die Astronomie eingegangen, obgleich diese Mondstationen immerhin sechs Sterne 1. Größe enthalten.

4.2 Die Mondstation des Steinbocks

Die Mondstation des Steinbocks besteht aus Glücksgestirnen und wird von den beiden ersten Steinbocksternen Algiedi und Sadaldabih in der Verlängerung der Adler-Steinbock-Linie gebildet; ihr Name Sadaldabih ist auf den helleren der beiden Sterne Sadaldabih übergegangen. In der indischen Tradition werden die Adlersterne Atair und seine beiden Falken Tarazed und Alshain verwendet, dort heißt die Mondstation "die Anhörung".

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zum Steinbock

Das kleine Sternbild Delphin

4.3 Die drei Mondstation des Wasermannes

Der Wassermann enthält drei Mondstationen, die allesamt aus Glücksgestirnen bestehen. Die erste heißt sad-bula und hat dem Stern Sadalbali seinen Namen gegeben. Die zweite heißt Sadalsuud und die dritte Mondstation des Wassermannes heißt Sadalachbia.

Die indische Tradition überliefert hier nur 2 Mondstationen; die erste besteht aus den Rautensternen des Sternbildes des Delphins und heißt "der Reichste", die zweite besteht aus dem Wassermannstern Sadalachbia und heißt "hundert Heiler".

Am einfachsten gelangt man zum Delphin, indem man im Sommerdreieck die helle Wega an der Achse Deneb - Atair spiegelt, kurz ehe man zum hellsten Pegasussterns Enif gelangt. Der Delphin sieht aus wie eine kleine Raute mit einem Stiel, der nach etwas unterhalb von Atair weist. Der Delphin hat zwei Sterne beinahe 3. Größe, zwei Sterne 4. Größe sowie einen Stern gerade noch 4. Größe. Der hellste Stern ist beta Delphini, ein weißgelblicher Stern im Abstand von 80 Lichtjahren. Er steht in der Raute auf der Seite vom Stiel. In der Mitte der Raute, in Richtung Schwan steht der Hauptstern des Delphins; alpha Delphini ist der zweithellste Stern des Sternbildes, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 240 Lichtjahren. An der oberen Spitze der Raute steht gamma Delphini, er ist ein 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Gleichhell ist epsilon Delphini am Stiel, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 350 Lichtjahren, wurde aber nicht dieser Mondstation zugerechnet. Auf der schwan-abgewandten Seite in der Mitte der Raute schließlich steht delta Delphini, ein 200 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern.

Die zweite Mondstation der indischen Tradition besteht aus dem Wassermannstern Sadalachbia und heißt "hundert Heiler". Sie entspricht der dritten Mondstation des Wassermannes der arabischen Überlieferung.

-> zum Wassermann

4.4 Die Mondstationen des Pegasus und der Andromeda

Die erste Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt alfarg al-muqaddam und bedeutet "der vordere Ausguss". Sie besteht aus dem rechten Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Markab und Scheat. Auch die indische Tradition kennt diese Mondstation, hier sah man in diesen beiden Sternen die "vorderen Stuhlfüße".

Die zweite Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt alfarg al-muachar und bedeutet "der hintere Ausguss". Sie besteht aus dem linken Schenkel des Herbstviereckes und umfasst vom Tierkreis aus gesehen die beiden Sterne Algenib und Sirrah. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "hintere Stuhlfüße" bezeichnet.

Die dritte Mondstation dieser beiden Herbststernbilder heißt batn al-hut und bedeutet "Bauch des Fisches". Sie besteht aus dem zweiten Andromedastern Mirach. Eine Variante des Namens ist ar-risa; daraus wurde die Bezeichnung Alresha, die heutzutage auf für den Hauptstern des Sternbildes der Fische übergegangen ist. Es mag ein Zufall sein, dass die indische Tradition für diese Mondstation einen allerdings nur unauffälligen Stern des Sternbildes der Fische verwendet und nicht der Andromedastern Mirach. Seine Bedeutung ist "Reichtum".

-> zum Pegasus und der Andromeda

4.5 Die Mondstationen des Widders

Die erste Mondstation des Widders wird von den beiden Widdersternen Sheratan und Mesarthim am Horn des Widders gebildet und der Name "as-saratan" ist in die Namensgebung von Sheratan eingeflossen; Sheratan bedeutet "die zwei Zeichen", was sich auf Widder und Fische beziehen soll. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "die beiden Rosseschirrenden" bezeichnet.

Die zweite Mondstation "al-butayn" besteht nur aus Sternen 4. Größe, die sich zwischen Hamal, dem Hauptstern des Widders, und den Plejaden befinden. In der indischen Tradition wurden diese Sterne als "Wegtragende" bezeichnet.

4.6 Die beiden Mondstationen der Plejaden und des Stiers

Die erste Mondstation des Stiers heißt "at-turayya" und wird von den sehr prominenten Plejaden gebildet; einer Tradition gemäß wurde zu dieser Göttin Turayya eine ganze Büste an den Himmel gesetzt, die Plejadenbüste. Ihr Kopf wird von den Plejadensternen dargestellt, ihre rechte Hand vom Cassiopeiastern Caph, ihre linke Hand, die in der Büste verstümmelt ist, vom Walfischstern Menkar, für den damals noch der Name des benachbarten Sternes Kaffaljidhm verwendet wurde. Der linke Ellbogen der Plejadenbüste wird vom hellen Perseusstern Mirfak dargestellt, ihre Schulter vom Perseusstern Menkib und ihr Schulterblatt vom Perseusstern Atik. Auch ihre Handwurzel wurde dargestellt, dies war Misam, die damalige Bezeichnung der beiden Nebelchen h und chi Persei, die ja das Schatzkästlein der Milchstraße bilden. Über diese Plejadenbüste beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Göttin ist heute fast nichts mehr überliefert, doch haben sich ihre Sternnamen unabhängig vom Sternbild, denen diese Sterne jetzt zugerechnet werden, bis heute erhalten. - Eine Variante des Namens dieser Mondstation ist "an-nagm", was zu deutsch "das Gestirn" heißt. Dies ist naheliegenderweise auch in der indischen Tradition der Fall.

Die zweite Mondstation des Stieres heißt "ad-dabaran" und bedeutet "der, der (den Plejaden) nachfolgt". Auch diese Namensgebung hat sich bis heute erhalten und bezeichnet den hellen Stern Aldebaran. In der indischen Tradition wird Aldebaran, bekanntlich ein Roter Riese, als "der Rötliche" bezeichnet.

-> Einführung in die Mondstationen

5 Weitere Sterne dritter und beinahe dritter Größe

5.1 Die helleren Sterne der Plejaden und der Hyaden

Die Plejaden, die auch Siebengestirn genannt werden, sind ein sehr bekannter Sternhaufen, der früher ein eigenes Sternbild inmitten des Sternbildes Stier bildete; bei guter Sicht ist er sehr schön zu sehen: Hier befinden sich auf engem Raum immerhin sechs Sterne, von denen neben der hellsten Plejade Alcyone drei weitere beinahe 3. Größe und die beiden verbleibenden 4. Größe erreichen. Im Feldstecher kommt dieser Sternhaufen noch prächtiger zur Geltung. Die Plejaden sehen aus wie ein etwas schiefes Viereck, von dem unten ein Stiel abzweigt. Über dem oberen rechten Viereck-Stern befindet sich dann noch die sechste helle Plejade. Die Plejaden sind ein sehr junger Sternhaufen im Abstand von ca. 400 Lichtjahren; die Plejadensterne sind somit alle blauweißlich.

Hellster Plejadenstern ist die Alcyone am unteren linken Ende des Plejaden-Vierecks, die beinahe 2. Größe hell ist; der Stern schräg gegenüber heißt Elektra und ist ebenfalls recht bekannt. Oben links steht die Maia. Der zweithellste Plejadenstern ist der Stern am Ende des Stieles, er heißt Atlas und ist der Papa der Plejaden. Diese Sterne erreichen alle beinahe die 3. Größe. Unten neben der Alcyone steht die Merope und oberhalb der Maia die Taygeta.

Die Hyaden heißen auf Deutsch Regengestirn und sind ein Sternhaufen im Abstand von 150 Lichtjahren, vor denen Aldebaran, der Hauptstern des Stieres, im Abstand von 70 Lichtjahren steht. Aldebaran steht also auf knapp halbem Wege zu den Hyaden und gehört somit nicht zu diesem Sternhaufen. Der Sternhaufen sieht aus wie ein Größer-Zeichen, also ein auf der Seite liegendes offenes Dreieck; der Vordergrundstern Aldebaran steht dabei links auf dem unteren Ast.

Links oben - also über Aldebaran - steht der zweithellste Hyadenstern epsilon Tauri, ein Roter Riese namens Ain, das bedeutet "Auge". Streng genommen also markiert dieser Stern und nicht der den Plejaden nachfolgende Aldebaran das rot unterlaufene Auge des Stieres. Neben ihm, in der Mitte oben, steht der Stern delta Tauri und an der Spitze dieses Dreiecks, also rechts, steht der Stern gamma Tauri. Beide sind wie unsere Sonne gelbe Sterne. Unten in der Mitte stehen zwei Sterne übereinander, der obere heißt theta(1) Tauri und ist ebenfalls ein gelber Stern, der untere etwas hellere heißt theta(2) Tauri und ist ein weißlicher Stern, er ist der hellste Hyadenstern. Theta(1) Tauri ist übrigens 9 Lichtjahre weiter von uns entfernt als theta(2) Tauri, das ist ungefähr der Abstand unserer Sonne vom Sirius. - Die Hyaden sind etwa 600 Millionen Jahre alt und ihr Kern hat einen Durchmesser von rund 15 Lichtjahren; außenliegende Mitglieder der Hyaden findet man noch im sechsfachen Abstand vom Kern, also fast 100 Lichtjahre entfernt.

Theta(2) Tauri und Ain erreichen die 3. Größe, die übrigen hellen Hyadensterne gamma, delta und theta(1) Tauri erreichen beinahe 3. Größe.

5.2 Der frühere Polarstern Thuban sowie zwei weitere Sterne der Nördlichen Krone

Vor 5000 Jahren stand der Himmelspol in der Nähe eines eher unauffälligen Sternes beinahe 3. Größe namens Thuban, dieser ist der zwar nicht der hellste, aber der Hauptstern im Sternbild des Drachen. Dieser Stern steht fast in der Mitte zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen und kann deswegen sehr einfach gefunden werden. Thuban heißt "Schlange" und ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 300 Lichtjahren.

Ebenfalls nicht schwer auffindbar sind nach Sonnenuntergang die Sterne der Nördlichen Krone, die einen schönen Halbkreis um ihren Hauptstern Gemma bilden. Rechts der Gemma kommt zunächst der Stern Nusakan, das heißt "die beiden Reihen"; er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von gut 100 Lichtjahren; links neben der Gemma steht der Stern gamma Coronae Borealis, ein weißlicher Stern im Abstand von 200 Lichtjahren. Beide Sterne erreichen beinahe 3. Größe. Der Name Nusakan bezog sich ursprünglich auf benachbarte Sterne der Nördlichen Krone im Herkules und in der Leier, die wie zwei Reihen angeordnet waren, und wurde später für den zweithellsten Stern der Nördlichen Krone verwendet.

5.3 Weitere Perseussterne

Im Perseus gibt es noch drei weitere Sterne beinahe 3. Größe, die im Text nicht vorgestellt wurden. Am einfachsten kann man kappa Persei finden, der in doppeltem Abstand auf der anderen Seite von Algol als ihre Gorgonenschwester steht. Kappa Persei ist ein über 100 Lichtjahre entfernter Roter Riese. Ebenfalls einfach auffindbar ist der Stern nue Persei, der sich zwischen dem unteren Bogenstern delta Persei und dem obersten Stern der zweiten Perseuskette epsilon Persei befindet, etwas in Richtung Algol eingerückt. Er ist ein gelbweißlicher Stern im Abstand von 550 Lichtjahren.

Eta Persei ist ein Roter Riese, der über 1300 Lichtjahre entfernt ist; er bildet mit dem oberen Bogenstern gamma Persei und tau Persei ein rechtwinkiges Dreieck in Richtung Schatzkästlein der Milchstraße. Dieser Stern wird manchmal auch Miram genannt.

5.4 Weitere Schwanensterne

Wir fangen bei Deneb an und gehen nicht zu Sadir, sondern rechtwinklig nach links, also aus Sicht des Vogels parallel zum rechten Flügel des Schwanes. Zunächst einmal kommt man in etwa halbem Abstand Deneb - Sadir an zwei Sternen vorbei; der Deneb-nähere Stern ist xi Cygni und der Deneb-fernere Stern ist nue Cygni. Geht man nun gleichweit weiter, so gelangt man zu zwei sehr nahe beieinander stehenden Sternen, diese sind schwan-abgewandt sigma Cygni und schwan-zugewandt tau Cygni. Nun biegt man zwischen sigma und tau Cygni bei tau Cygni senkrecht ab in Richtung Sadir, dann folgt in knapp doppeltem Abstand sigma und tau Cygni ein Stern, das ist der sehr bekannte Stern 61 Cygni. Da dieser Stern nur 5. Größe erreicht, nimmt man mit Vorteil einen kleinen Feldstecher zu Hilfe. Diese 5 Sterne sind die fünf hellsten Sterne in dieser Region, man braucht sich also nicht von schwächeren Sternen verunsichern zu lassen. Xi Cygni und tau Cygni verfehlen die 3. Größe knapp, nue Cygni und sigma Cygni sind Sterne 4. Größe.

Die beiden ersten Sterne auf dem Weg von Deneb zu 61 Cygni sind xi Cygni, ein 1000 Lichtjahre entfernter Roter Riese, sowie nue Cygni ein 150 Lichtjahre entfernter weißlicher Stern. Die beiden nächsten Sterne, die mit 61 Cygni ein rechtwinkligen Dreieck bilden, sind tau Cygni, ein 70 Lichtjahre entfernter weißgelblicher Stern sowie sigma Cygni, ein über 5000 Lichtjahre weit entfernter blauweißlicher Stern.

61 Cygni ist ein sonnennaher Doppelstern im Abstand von nur 11,4 Lichtjahre, bei dem beide Sterne orange Hauptreihensterne sind. Er war übrigens der erste Stern, dessen Abstand publiziert wurde.

Einfach kann man eta Cygni finden, der sich im Hals des Schwanes ungefähr in der Mitte zwischen Sadir und Albireo befindet. Er erreicht beinahe die 3. Größe und ist ein Roter Riese im Abstand von 500 Lichtjahren.

Schließlich kann man zwischen Deneb und dem linken Flügelstern delta Cygni zwei Sterne sehen: der innere Stern heißt omicron(1) Cygni und ist wie eta Cygni ein Roter Riese im Abstand von 500 Lichtjahren, ebenfalls beinahe 3. Größe hell. Der äußere Stern omicron(2) Cygni erreicht die 4. Größe und ist ein doppelt so weit entfernter Roter Riese.

5.5 Der Pfeil

In der Mitte zwischen dem Kopfstern Albireo im Schwan und dem Adlerstern Atair, etwas zum Schwan eingerückt, befindet sich das kleine Sternbild des Pfeiles. Seine beiden hellsten Sterne erreichen gerade noch bzw. beinahe die dritte Größe. Der schwan-zugewandte rechte Stern heißt gamma Sagittae und erreicht gerade noch 3. Größe, er ist ein Roter Riese im Abstand von 275 Lichtjahren. Der schwan-abgewandte linke Stern heißt delta Sagittae und ist beinahe 3. Größe hell, auch er ist ein Roter Riese, knapp doppelt so weit entfernt im Abstand von 450 Lichtjahren.

5.6 Der Drache

Der Drache ist neben dem Großen und Kleinen Wagen, der Cassiopeia und dem Kepheus das fünfte zirkumpolare Sternbild, welches mindestens einen Stern 2. Größe enthält. Obgleich zahlreiche Sterne einen Namen haben, ist es eher unbekannt, da es ein unübersichtliches Sternbild ist, das sich zwischen den beiden Himmelswagen hindurch schlängelt. In der Praxis wird man in den Drachen über den Drachenkopf gelangen, der ja die beiden Botensterne Ettanin und Alwaid der hellen Wega enthält, die zur Zeit nach Sonnenuntergang rechts von der Wega stehen.

Ein anderer bekannter Einstieg in den Drachen erfolgt über den prominenten Hauptstern Thuban zwischen den beiden hinteren Kastensternen des Kleinen Wagen und der Deichsel des Großen Wagen, der zwar nur der achthellste Drachenstern ist, der aber vor rund 5'000 Jahren unser Polarstern war.

Einen wenig beachteten aber sehr einfachen Einstieg in dieses Sternbild bietet die "kleine Polarsternregel", die in dreifacher Verlängerung der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen zum schwächeren, also von Kochab über Pherkad hinaus, zum zweithellsten Drachenstern eta Draconis, dem helleren der beiden Wolfssterne, führt.

Schließlich kann man auch über den Kepheus in den Drachen gelangen, indem man ein rechtwinkliges Dreieck seiner beiden Hauptsterne von Alderamin und Alfirk weg vom Kepheus bildet; dies führt zum vierthellsten Drachenstern Al Tais.

Und damit haben wir auch alle Zutaten für dieses Sternbild beisammen: Der Drache besteht aus einem Kopf, aus einer ersten Schwanzwindung, einer zweiten Schwanzwindung und dem Schwanzende.

Ettanin und Alwaid befinden sich im Drachenkopf und bilden bekanntlich die beiden verschiedenfarbigen Augen, mit denen der Drache den benachbarten Herkules anstarrt; in der ersten Schwanzwindung befinden sich Al Tais und seine Nachbarsterne, in der zweiten Schanzwindung die beiden Wolfssterne, also eta Draconus und Aldhibah, zusammen mit Edasich, und am Schwanzende finden wir Thuban sowie noch zwei weitere Sterne beinahe 3. Größe.

Die beiden anderen Sterne der Drachenkopf-Raute erreichen beinahe 3. Größe; der rechte ist Grumium, ein Roter Riese im Abstand von gut 100 Lichtjahren, der linke auf der Wega-zugewandten Seite gehört schon zum Sternbild des Herkules und heißt iota Herculi; er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 500 Lichtjahren. Grumium bedeutet "der Kiefer".

In der ersten Windung des Drachenschanzes sehen wir vom Kopf ausgehend nach Al Tais zunächst den Stern Tyl, einen wie unsere Sonne gelben Stern im Abstand von fast 150 Lichtjahren. Die Bedeutung des Namens konnte ich noch nicht herausfinden. Hier windet sich der Schwanz zurück zu chi Draconis, einem nahen weißgelblichen Stern, der mit 25 Lichtjahren gleichweit entfernt ist wie die Wega. Tyl liegt knapp in der Mitte zwischen Al Tais und dem Kepheusstern Alfirk, und chi Draconius rund ein Drittel auf dem Weg von Al Tais zu Kochab, dem helleren hinteren Kastenstern des Kleinen Wagen.

Die drei Sterne eta Draconis, Aldhibah und Edasich der zweiten Drachenschwanzwindung wurden bereits im Text vorgestellt, dem Drachenverlauf nach folgen sie in der Reihenfolge Aldhibah, eta Draconis und Edasich.

Geht man nun von Edasich am Ende der zweiten Drachenschwanzwindung über den Hauptstern Thuban der Windung folgend gleichviel weiter, so gelangt man zu kappa Draconis, einem blauweißlichen Stern im Abstand von 400 Lichtjahren. Biegt man nun geringfügig in die andere Richtung ab, so folgt im halben Abstand Thuban - kappa Draconis der Stern Giauzar am Ende des Drachenschwanzes. Giauzar ist ein Roter Riese im Abstand von über 300 Lichtjahren und bedeutet "Drache".

Sei noch ein bekannter Doppelstern genannt, dieser heißt Kuma und erreicht beinahe 4. Größe; er steht ebenfalls im Drachenkopf und bildet mit Grumium, Ettanin und Alwaid ein Trapez auf der anderen Seite von iota Herculi. Manche Autoren übersetzen Kuma mit "an der letzten (Position im Drachen)". Beide Kuma-Sterne sind weißliche Sterne im Abstand von 120 Lichtjahren und wer gute Augen hat, kann diesen Stern von bloßem Auge trennen, mit einem Feldstecher ist es überhaupt kein Problem. Dieser Doppelstern ist fast so bekannt wie der gar nicht weit entfernte Doppelstern epsilon Lyrae.

Epsilon Lyrae findet man bekanntlich, indem man von der Wega-nahen kurzen Seite des Leierkastens senkrecht nach oben geht, also weg vom Leierkasten. Er bildet mit der Wega und dem Wega-nächsten Leierkasten-Stern zeta Lyrae ein beinahe gleichseitiges Dreieck und wer wirklich gute Augen hat, kann die beiden epsilon Lyrae-Sterne von bloßem Auge erkennen. Epsilon(2) Lyrae ist der Wega-nähere Stern, er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren, epsilon(1) Lyrae ein weißlicher Stern im gleichen Abstand. Beide Sterne sind beinahe 4. Größe hell.

5.7 Weitere Sterne des Herkules

Das Sternbild des Herkules wird oftmals als ein auf dem Kopf stehendes "K" beschrieben, welches sich zwischen der Nördlichen Krone und der Wega befindet und das aus dem Herkules-Trapez mit dem zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi und pi Herculi besteht sowie den beiden Sternen Rutikulus und Sarin. Der Hauptstern Ras Algethi des Herkules indes steht etwas abseits neben Ras Alhague, dem Hauptstern des Schlangenträgers, den man im November nach Sonnenuntergang noch halbhoch im Westen sehen kann, und der Herkulesstern iota Herculi steht in der Drachenkopf-Raute auf der Herkules-zugewandten Seite.

Im Herkules-Trapez steht der zweithellste Herkulesstern zeta Herculi an der unteren linken Ecke; diagonal gegenüber steht der Stern pi Herculi und oben rechts befindet sich der Stern eta Herculi. Diese Sterne wurden ebenso wie der Hauptstern Ras Algethi, mue Herculi und iota Herculi bereits in der 2. Rubrik beschrieben. In der vierten Ecke dieses Trapezes befindet sich ein Stern 4. Größe, das ist epsilon Herculi, ein weißlicher Stern im Abstand von 160 Lichtjahren.

Im Herkules befinden sich noch einige weitere Sterne beinahe dritter Größe, die im Text nicht beschrieben worden sind.

Zu xi Herculi gelangt man, indem man die Linie Rutikulus - Sarin - mue Herculi weitergeht; noch etwas weiter ein wenig nach links abgebogen kann man auch noch omicron Herculi sehen. Xi Herculi ist wie unsere Sonne ein gelber Stern, omicron Herculi ein blauweißlicher Stern. Beide Sterne sind 150 Lichtjahre entfernt.

Neben Rutikulus steht noch der Stern gamma Herculi, ein weißlicher Stern, der ebenfalls 150 Lichtjahre von uns entfernt ist. Konkret findet man ihn, indem man von eta Herculi ausgehend über den zweithellsten Herkulesstern zeta Herculi nach Rutikulus geht, und dann noch etwas weiter nach rechts.

Theta Herculi befindt sich im nördlichen Teil des Sternbildes; wenn man von pi Herculi zur Wega geht, so findet man in der Mitte der beiden etwas unterhalb den Stern theta Herculi. Er ist ein Roter Riese im Abstand von knapp 700 Lichtjahren.

Den Stern tau Herculi findet man am einfachsten, indem man diagonal durch das Herkulestrapez von epsilon über pi Herculi und dann gut gleichviel weiter geht, er ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Sei schließlich noch der Stern 109 Herculi erwähnt; ihn findet man, indem man von pi Herculi in der oberen linken Ecke des Herkulestrapezes zwischen mue und xi Herculi hindurch gleichviel weitergeht; er ist ein Roter Riese im Abstand von 160 Lichtjahren.

5.8 Weitere Sterne gerade noch oder beinahe 3. Größe am Abendhimmel

Der Hauptstern der Eidechse erreicht gerade noch die 3. Größe, er ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. Man findet ihn, indem man vom Andromedanebel ausgehend über lamda Andromedae gleichviel weitergeht. Lamda Andromeda findet man wie im Text beschrieben, indem man von der Mirach zur Sirrah geht und dort ebenfalls rechtwinklig gleich weit nach oben abknickt.

Delta Auriga steht etwas abseits im Fuhrmann, man findet ihn in der Verlängerung von Borgadus über Menkalinam hinaus; er ist ein Roter Riese im Abstand von fast 150 Lichtjahren.

Iota Pegasi findet man ebenfalls sehr einfach in der Nähe des Herbstviereckes in der gleichlangen Verlängerung der Sirrah über Scheat hinaus. Er ist ein weißgelblicher Stern im Abstand von knapp 40 Lichtjahren.

Zeta Capricorni schließlich findet man, indem man Sadalsuud an der Linie Deneb Algedi - Sadnashira spiegelt. Er ist wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von 400 Lichtjahren.

Fehlt noch xi Tauri; ihn findet man neben omicron Tauri, an dem man ja auf dem Weg vom Walfisch unterhalb der Fische Richtung Aldebaran vorbeikommt. Xi Tauri ist ein blauweißlicher Stern im Abstand von gut 220 Lichtjahren.

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Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.


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