Sternenhimmel im Oktober 2008

  1. Allgemeines im aktuellen Monat
  2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne
  3. Sternbild des Monats: Der Kepheus
  4. Zwergplaneten

Verfasser: Ralf Kannenberg

1. Allgemeines im aktuellen Monat

Diese Rubrik ist ein allgemeiner Überblick über den abendlichen Sternenhimmel im aktuellen Monat sowie über den Stand der hellen Planeten. Eine erste einfache Einführung, wie man die wichtigsten Sterne finden kann, ist in der dritten Rubrik beschrieben.

Im Oktober wird der Sternhimmel immer herbstlicher, Arktur kann noch nach Sonnenuntergang tief im Westen gesehen werden, das Sommerdreieck bewegt sich ebenfalls in die Westhälfte, und im Osten stehen die Herbststernbilder des Pegasus, der Andromeda, des Perseus sowie die helle Capella hoch am Himmel. Bei guter Horizontsicht kann man nun auch tief im Süden den Stern Fomalhaut im Südlichen Fisch erkennen, den in unseren Breiten südlichsten Stern erster Grösse.

Der Große Wagen zieht weiter hinunter und steht links unterhalb vom Polarstern, während die W-förmige Cassiopeia im Nordosten schon hoch rechts oberhalb des Polarsterns steht.

Im Südwesten kann der helle Riesenplanet Jupiter bewundert werden.


Ausschnitt des abendlichen Sternenhimmels im Oktober gegen Südosten. Der Ausschnitt geht über den Zenit (oranges Kreuz)
hinaus und umfasst über die Hälfte des an diesem Zeitpunkt sichtbaren Sternenhimmels.


2. Kleine Einführung in die wichtigsten Sterne

2.1 Einfach auffindbare Sterne: Großer und Kleiner Wagen

Der bekannte Große Wagen befindet sich halbhoch im Nordwesten; verlängert man die beiden hinteren Kastensterne etwa fünfmal nach rechts, so gelangt man zu einem weiteren recht hellen Stern, das ist der Polarstern. Er steht am äußeren Ende der Deichsel des Kleinen Wagen, und auf dem Weg in Richtung der Deichsel des Großen Wagen kann man auf halbem Wege die beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen erkennen. Die übrigen Sterne des Kleinen Wagen sind nur bei sehr guten Sichtbedingungen erkennbar.

Geht man vom Großen Wagen am Polarstern vorbei gleichviel weiter, so gelangt man zur Cassiopeia; sie sieht nun aus wie ein großes M und ihr Hauptstern ist der zweite Stern von rechts, das ist Schedir. Schedir bedeutet "Brust" und ist ein Roter Riese im Abstand von fast 250 Lichtjahren.

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2.2 Sehr einfach auffindbare Sterne im Westen

Den hellsten Stern des Nordhimmels, Arktur, kann man nach Sonnenuntergang auf sehr einfache Weise finden: Verlängert man die Deichsel des Großen Wagen, so gelangt man zu einem sehr auffallenden Stern 0. Größe, das ist Arktur im Bärenhüter. Arktur heißt "Jäger, der die Bärin im Auge behält" und ist der nächst gelegene Rote Riese von der Sonne im Abstand von gut 30 Lichtjahren.

Auch Arktur ist Ausgangspunkt einer allerdings größeren Deichsel, die nach links, also nach Osten, weist. Ihr mittlerer Stern ist der zweithellste Bootes-Stern Mirak, und ihr äußerer Stern ist die Gemma, der Hauptstern der Nördlichen Krone. Mirak bedeutet "Umhang" und ist ebenfalls ein Roter Riese, im Abstand von fast 200 Lichtjahren. Gemma bedeutet "Edelstein"; sie ist ein weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von 80 Lichtjahren. Bei guten Sichtbedingungen kann man um die Gemma einen schönen etwas länglichen Halbkreis von Sternen bewundern, welche diese Nördliche Krone bilden. Diese größere Deichsel von Arktur über Mirak und Gemma weist auf einen Stern 2. Größe namens Ras Alhague im Schlangenträger, der nun hoch im Südwesten steht. Ras Alhague bedeutet "Kopf des Schlangenträgers" und ist ein gelblich-weißer Stern im Abstand von etwa 60 Lichtjahren.

2.4: Das Sommerdreieck: Wega, Deneb und Atair

Hoch am Westhimmel sieht man das Sommerdreieck, das aus der hellen Wega in der Leier, aus Deneb im Schwan und aus Atair im Adler besteht. Die Wega ist ein weißlicher Stern im Abstand von knapp 30 Lichtjahren und bedeutet "herabstoßender Adler", Deneb heißt "Schwanz (des Schwanes)" und ist ein blau-weißlicher Riesenstern im Abstand von 3000 Lichtjahren und trotzdem ein Stern erster Größe; Deneb ist also einer der hellsten Sterne unserer Milchstraße überhaupt. Atair ist ein sonnennaher Stern, der nur 17 Lichtjahre entfernt ist; er bedeutet "fliegender Adler" und ist wie die Wega ein weißlicher Stern. Im Altertum haben die Menschen also in der Wega und in Atair zwei fliegende Adler gesehen. Spiegelt man im Sommerdreieck den Stern Deneb an der Achse Wega - Atair, so gelangt man ebenfalls zu Ras Alhague im Schlangenträger.

Das Sternbild des Adlers

Der "fliegende Adler" Atair wird dabei von zwei Falken begleitet, die auf beiden Seiten neben Atair stehen, so dass sie manchmal mit dem Oriongürtel verwechselt werden. Der obere und hellere heißt Tarazed, ein Roter Riese beinahe 2. Größe im Abstand von fast 500 Lichtjahren; Tarazed bedeutet "(Beute) schlagender Falke"; der untere auf der anderen Seite von Atair heißt Alshain, der wie unsere Sonne ein gelber Stern im Abstand von knapp 50 Lichtjahren ist; Alshain bedeutet "Falke".

Das Sternbild des Schwanes, manchmal auch "Kreuz des Nordens" genannt, ist sehr schön in das Sommerdreieck eingebettet und erstreckt sich von Deneb bis hin zu einem Stern namens Albireo, der den Kopf des Schwanes darstellt und den man zwischen der Wega und Atair, etwas innerhalb der Verbindungslinie und etwas näher an der Wega findet. Im Fernrohr bietet Albireo einen prächtigen Blick, haben wir hier doch einen Doppelstern mit einer bläulich-weißen und einer orangefarbigen Komponente. Albireo bedeutet "Vogel" und ist knapp 400 Lichtjahre von uns entfernt. Geht man von Deneb in Richtung Albireo, so folgt bald ein Stern 2. Größe namens Sadir; das bedeutet "Brust"; hier also kann man sich die Brust des Schwanes vorstellen, der da am Sternenhimmel fliegt. Sadir ist ein gelblicher Stern; er ist der zweithellste Stern in Sternbild des Schwanes und mit 750 Lichtjahren ebenfalls ein weit entfernter Stern. Rechts und links von Sadir findet man ebenfalls je einen Stern knapp 2. Größe, welche die Flügel markieren; etwas nach hinten abgewinkelt findet man noch je einen weiteren Stern, die die Flügelschwingen markieren. Der erste Stern des rechten Flügels vom Schwan heißt übrigens Gienah, ist der dritthellste Stern des Schwanes und ist wie Arktur ein Roter Riese, er ist gut 70 Lichtjahre, also rund doppelt so weit wie Arktur von uns entfernt.

Man kann den Schwan also schön figürlich mit seinen großen Schwingen am Firmament entlang fliegen sehen, der seinen langen Hals weit nach vorne streckt.

Wer einen lichtstarken Feldstecher hat, kann einmal versuchen, den "Kleiderbügel" zu finden: Dieser befindet sich auf der Verbindungslinie Atair - Wega, etwa ein Drittel von Atair entfernt, d.h. unterhalb von Albireo, ein bisschen ins Sommerdreieck hineingeschoben. Er besteht aus 6 Sternen, die gerade auf einer Linie liegen sowie vier Sternen, die einen Haken nach unten bilden, so dass dieser Kleiderbügel kopfüber am Himmel steht. Die Sterne des Kleiderbügels stehen nur zufällig dort, sie sind aber unterschiedlich weit von der Erde entfernt und bilden keinen Sternhaufen.

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2.4 Andromeda und die ersten Herbststerne


Die Cassiopeia ist ein guter Ausgangspunkt zur Orientierung an Herbsthimmel.
Im Herbst kann man von der Cassiopeia ausgehend die wichtigsten Sterne der Andromedakette sowie Mirfak im Perseus und die helle Capella sehr einfach finden:

Zählt man die Sterne der Cassiopeia von links oben nach rechts unten durch, also von den helleren zu den weniger hellen, so führt die Verlängerung vom dritten, also dem mittleren, zum zweiten Stern der Cassiopeia ungefähr zur Sirrah, die der hellste Stern in dieser Region ist. Sirrah bedeutet "Nabel (der Andromeda)" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren. - Dann kann man die ersten drei Sterne der Cassiopeia als Pfeilspitze deuten; diese Pfeilspitze zeigt auf den mittleren Andromedastern Mirach, die gleich hell wie die Sirrah ist. Mirach bedeutet "Schurz" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Kurz bevor man von der Cassiopeia herkommend die Mirach erreicht, kommt man auch am berühmten Andromedanebel vorbei; das ist eine Galaxie wie unsere Milchstraße im Abstand von 2 Millionen Lichtjahren. Bei guter Sicht außerhalb der Stadt ist der Andromedanebel sogar schon von bloßem Auge sichtbar.

Die Sirrah und die Mirach sind gleich hell wie der Polarstern und der hellere der beiden hinteren Kastensterne des Kleinen Wagen.

Den 3. Andromedastern, Alamak - das heißt "Wüstenluchs" - findet man, indem man vom ersten über den zweiten Stern der Cassiopeia verlängert; auch er ist ein Stern zweiter Größe, geringfügig weniger hell als Sirrah und Mirach; er ist ein Roter Riese im Abstand von 350 Lichtjahren. Die Andromeda ist also das Sternbild unterhalb der Cassiopeia.

Wenn man vom mittleren Stern des Cassiopeia-W eine Linie durch den vierten Stern des W zieht und diese verlängert, so findet man Mirfak, den Hauptstern des Perseus, den man auch als Verlängerung der Andromedakette nach links finden kann. Mirfak bedeutet "Ellbogen" und ist ein gelb-weißlicher Stern im Abstand von 100 Lichtjahren, er ist etwas heller als Sirrah und Mirach.


Am Osthimmel steht der Fuhrmann
Schließlich führt die Verlängerung vom mittleren Stern des Cassiopeia-W zwischen dem vierten und fünften Stern des W hindurch zur hellen Capella im Fuhrmann. Sie ist ein Vierfach-Sternsystem im Abstand von gut 40 Lichtjahren, bei dem beide Hauptsterne wie unsere Sonne gelbe Sterne sind. Capella heißt "Zicklein", und auf alten Sternbild-Darstellungen kann man sehen, dass der Fuhrmann auf seiner Schulter ein kleines Zicklein trägt; das ist der Ort des Hauptsternes Capella.

Den Hauptstern des Perseus, Mirfak, kann man also in Verlängerung der Andromedakette finden; biegt man indes beim dritten Andromedastern Alamak nach unten ab, so gelangt man zum zweithellsten Perseusstern Algol, von dem man bereits im Altertum wusste, dass er seine Helligkeit verändert. Algol heißt "Kopf des Dämon" (wegen der Helligkeitsänderung) und steht rechts unterhalb von Mirfak. In Wirklichkeit ist Algol ein Doppelsternsystem und wenn beide Sterne nebeneinander stehen, so sind sie natürlich heller als wenn sie hintereinander stehen. Man nennt solche Doppelsternsysteme "Bedeckungsveränderliche". Der Hauptstern ist ein bläulichweißer Stern im Abstand von fast 100 Lichtjahren. Das Herbstviereck mit der Sirrah sowie Mirach, Alamak und Algol bilden einen übergroßen "Großen Wagen".

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Der Widder

Wer schon etwas Erfahrungen mit dem Sternhimmel hat, kann einmal versuchen, das kleine Tierkreiszeichen des Widders zu finden:

Von der Cassiopeia aus geht man zwischen den beiden Andromedasternen Mirach und Alamak hindurch noch einmal gleichweit weiter; dort kann man also südlich der Andromedakette zwei weitere Sterne sehen; diese bilden den Widder und der linke Stern, ein Stern 2. Größe, heißt Hamal, das bedeutet "Widder". Hamal ist ein Roter Riese im Abstand von 75 Lichtjahren. Auch Hamal ist so hell wie die Sirrah und Mirach.

2.6 Pegasus, das Herbstviereck und die Fomalhaut im Südlichen Fisch

Rechts von der Sirrah sieht man die übrigen Sterne des Herbstviereckes, das ansonsten aus Sternen des Pegasus besteht und nun wie eine übergroße Vorfahrtstafel am Himmel steht. An der oberen Ecke befindet sich ein kleines, fast gleichseitiges typisches Dreieck, dessen untere rechte Ecke aus zwei Sternen besteht. Scheat, der oberste Stern im Herbstviereck, steht in diesem kleinen Dreieck an der linken unteren Ecke. Scheat heißt "Bein (des Pferdes Pegasus)" und ist ein Roter Riese im Abstand von 200 Lichtjahren. Dieses kleine typische Dreieck an der oberen Spitze des Pegasus bei Scheat kann man leicht am Himmel wiederfinden und sich somit gut orientieren.

Markab, der Stern in der gegenüberliegenden Ecke der Sirrah im Herbstviereck, ist ein gelb-weißlicher Stern 2. Größe im Abstand von fast 150 Lichtjahren und bedeutet "Schulter (des Pferdes Pegasus)". Hier zweigt eine kleine Sternenkette zum hellsten Pegasusstern Enif ab, einem Roten Riesen im Abstand von 700 Lichtjahren; Enif heißt "Nase (des Pegasus)". Den Stern Enif kann man auch finden, indem man die Wega an der Achse Deneb - Atair spiegelt. - An der unteren Ecke des Herbstviereckes finden wir den Stern Algenib, er ist wie Markab ein blau-weißlicher Riesenstern, aber über dreimal weiter entfernt im Abstand von fast 500 Lichtjahren. Algenib bedeutet "Flanke, Seite". Man beachte, dass manchmal auch Mirfak, der Hauptstern des Sternbildes Perseus, mit diesem Namen Algenib bezeichnet wird.

Verlängert man die Kante von Scheat über Markab rund dreimal nach Süden, so kann man dort bei guter Sicht den in unseren Breiten südlichsten Stern 1. Größe bewundern, das ist die Fomalhaut im Sternbild des Südlichen Fisches. Fomalhaut heißt "Mund des (Wal-)Fisches" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 25 Lichtjahren, das ist etwas näher als die Wega.

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3. Sternbild des Monats: Der Kepheus

Der Kepheus momentan fast in seiner Höchststellung am Nordhimmel.
Im Bereich zwischen Schwan, Cassiopeia und dem Polarstern befindet sich das eher unscheinbare, aber nicht schwierig auffindbare Sternbild des Kepheus. Dieses Sternbild kann man sich am einfachsten als ein Haus mit Dach vorstellen und steht so weit nördlich, dass es das ganze Jahr über beobachtbar ist.

Der Hauptstern des Kepheus ist Alderamin, ein Stern 2. Größe, der an der rechten oberen Ecke des Hauses ist. Alderamin bedeutet "rechter Arm" und ist ein weißlicher Stern im Abstand von 50 Lichtjahren. Die übrigen Sterne des Kepheus-"Hauses" sind Sterne dritter Größe. Am unteren rechten Hausboden befindet sich Alfirk, ein blauweißlicher Stern im Abstand von 600 Lichtjahren. Alfirk bedeutet "(Schaf-)Herde". Und an der Dachspitze, gar nicht weit entfernt vom Polarstern, steht der Stern Alrai, das bedeutet "Schäfer"; er ist ein Roter Riese, der etwa gleich weit entfernt ist wie Alderamin.

An der linken oberen Hauskante steht der Stern iota Cephei, ebenfalls ein Roter Riese, der gut doppelt so weit entfernt ist wie Alrai und Alderamin, und an der unteren linken Hauskante der Stern Al Radif. Dieser ist aber viel bekannter unter seinem wissenschaftlichen Namen "delta Cephei", hat er doch einer ganzen Klasse veränderlicher Sterne seine Namen gegeben. Dieser Typ Stern hat eine charakteristische Helligkeitskurve und im Jahre 1912 hat die Astronomin Henrietta Swan Leavitt festgestellt, dass in der Großen und in der Kleinen Magellanschen Wolke je eine Abhängigkeit zwischen der Periode dieser Sterne und ihrer Helligkeit besteht. Da die Sterne einer anderen Galaxie von der Erde aus betrachtet ungefähr alle gleichweit entfernt sind, weil der Abstand von Galaxie zu Galaxie viel größer ist als der Abstand der Sterne innerhalb einer Galaxie, kann man anhand der Periode der Helligkeitsveränderung auf die absolute Helligkeit eines solchen Sternes schließen. Somit kann man mit diesen Sternen Entfernungsmessungen durchführen und mit dem Hubble Space Teleskop kann man solche Sterne noch in Galaxien, die 100 Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind, sehen. Leider waren diese Messungen früher mit recht großen Ungenauigkeiten behaftet, weil kein solcher Stern genügend nahe der Sonne steht, um seinen Abstand mit trigonometrischen Methoden zu ermitteln. Erst dank den Hochpräzisionsmessungen der HIPPARCOS-Mission konnte man die Ungenauigkeiten wenigstens etwas reduzieren und den Abstand von delta Cephei zu rund 900 Lichtjahren bestimmen. Al Radif ist ein weißgelblicher Stern.

Etwas unterhalb der Mitte des Bodens dieses Hauses, also unterhalb der Linie Alderamin - delta Cephei, kann man den Stern Erakis sehen; dieser ist ein Roter Riese und hat im Feldstecher eine tiefrote Farbe und wird deswegen auch "Granatstern" genannt. Von allen bisher von mir vorgestellten Sternen hat dieser Stern den bei weitem größten Abstand - er ist über 5000 Lichtjahre von uns entfernt und trotzdem ein Stern beinahe dritter Größe.

In 4000 Jahren wird Alrai Polarstern sein, in 6000 Jahren Alderamin und in 7000 Jahren Alfirk.

In der Mythologie ist Kepheus der Ehemann der Cassiopeia und Vater der Andromeda, welche ja mit dem Perseus verheiratet ist.

4. Zwergplaneten: Alle Zwergplaneten unseres Sonnensystems haben nun Namen

Nun hat auch der viertgrößte Zwergplanet unseres Sonnensystems einen Namen bekommen, so dass nun also alle bekannten Mitglieder des Sonnensystems mit über 1000 km Durchmesser einen Namen haben. Der Name des vormals als 2003 EL61 oder "Santa" bekannten Zwergplaneten ist Haumea, das ist eine Fruchtbarkeits-Gottheit der hawaiischen Mythologie. Diese Gottheit repräsentiert das Element "Stein" und wurde auch deswegen bewusst von den Entdeckern so gewählt, weil dieser Zwergplanet im Gegensatz zu den anderen Planetoiden jenseits der Neptunbahn vorwiegend aus Fels und nicht aus Eis besteht, sondern nur eine Kruste aus Eis hat.

Die Mythologie sagt, dass ihre Kinder aus unterschiedlichen Teilen ihres Körpers hervorkamen. Es wird vermutet, dass auch die Monde dieses Zwergplaneten bei einem Zusammenstoß mit einem anderen Körper entstanden sind, die vom Hauptkörper wieder eingefangen wurden. Die beiden Monde sind nach den beiden Kindern der Haumea benannt: Hi'iaka ist aus dem Munde seiner Mutter geboren, und der Patron von Hawaii, Namaka ist vom Körper seiner Mutter geboren und ein Wassergeist.

Man kennt in unserem Sonnensystem 7 Mitglieder des äußeren Planetoidengürtels mit über 1000 km Durchmesser; das sind der frühere 9. Planet Pluto sowie der vorübergehend als "10.Planet" bezeichnete Zwergplanet Eris, die beide rund 2500 km Durchmesser haben. Knapp 2000 km Durchmesser haben Makemake und Haumea, rund 1500 km Durchmesser die Sedna und rund 1200 km Durchmesser der Quaoar und Orcus, ein kleinerer Bruder des Pluto.

Außerdem wird auch der größte Planetoid des Planetoidengürtels zwischen Mars und Jupiter, die knapp 1000 km große Ceres, als Zwergplanet bezeichnet, während die offizielle Ernennung zum Zwergplaneten für die Sedna, Quaoar und Orcus noch aussteht.

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Fortsetzung: Namen von Planetoiden und Zwergplaneten

Die in diesem Beitrag verwendeten Bilder stammen von verschiedenen Astronomie-Organisationen, sie dürfen für die Zwecke der Bildung genutzt werden.

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