Wo die weißen Esel wohnen


  1. Neue Freiheit der weißen Esel
  2. Aug in Aug mit den Albino-Eseln
  3. Per Fahrrad durch den Nationalpark


Die Verfasser

Kornelia und Winfried Stinn. Sie lesen eine Reportage von Kornelia und Winfried Stinn. Schwerpunktthemen der Journalistin Cornelia Stinn sind Reisen, Natur und Kultur. Ihre Veröffentlichungen erscheinen in Tageszeitungen und Zeitschriften im In-und Ausland. Dazu zählen die Taz, die Badische Zeitung, die Badischen Neuesten Nachrichten, die Kölner Rundschau, der Weser-Kurier, die Berner Zeitung, die Zeitschriften Alpin, Land der Berge, Land und Meer, Freiheit für Tiere und Wanderland Schweiz.

Kornelia Stinn


Nationalpark Neusiedlersee


Weiße Esel - weltweit gibt es von ihnen wohl nur noch etwa 50. Im Nationalpark Neusiedlersee fanden sie eine Heimat. Zusammen mit den urtümlichen Przewalski-Pferden und Wasserbüffeln tragen sie dazu bei, einzigartige Lebensräume zu erhalten.


Satellitenbild des Neusiedlersees
Im Nationalpark Neusiedlersee hat die Natur das Wort. Die stört sich auch nicht an Landesgrenzen: 95 km2 Fläche befinden sich in Österreich und der mit 230 km2; weitaus größere Teil in Ungarn. Es ist ein Nationalpark mit vielen Gesichtern.

Im Westen zum Beispiel das Leithargebirge (440 m), im Norden - 40 Meter über dem Seebecken - die Schotterflur der Parndorfer Platte. Der Hanság, ein verlandeter Teil des Neusiedler Sees, befindet sich hauptsächlich in Ungarn. An der tiefsten Stelle, der kleinen ungarischen Tiefebene, liegt der Neusiedler See in einer abflusslosen Wanne auf rund 113 Metern. Und die Tiefebene des Seewinkel, erstreckt sich zwischen der Parndorfer Platte und dem Einserkanal.

Nun kann sich natürlich die Natur nur behaupten, wenn es Tabuzonen für die Menschen gibt: Sie dürfen nur die vorgegebenen Wege nutzen. Das Betreten von Wiesengebieten, Lacken (das sind seichte, salzhaltige Gewässer, die im Sommer austrocknen) und Schilf ist strikt untersagt. Von schönen Beobachtungspunkten aus kann man die Vielfalt der Vögel bestaunen. Mit etwas Glück segelt ein Silberreiher vorbei.


Neue Freiheit der weißen Esel

Um die Besucherströme zu lenken, schuf man neben Beobachtungsposten und Informationszentren besondere Anziehungspunkte. So gab man zum Beispiel weißen Albino-Eseln im Seewinkel eine neue Heimat. Sie wurden einst von reichen Grundbesitzern der Österreichisch-Ungarischen Monarchie gezüchtet und haben ein zum Teil erbärmliches Dasein geführt. Die Nationalparkverwaltung siedelte sie hier an und züchtet nun auch selbst. Es gibt von diesen Eseln wahrscheinlich weltweit nicht viel mehr als 50 Exemplare. Hier kommt ihnen auf den großzügigen Weiden am Rande des Steppensees die Aufgabe der Beweidung zu. Beweidung ist nämlich ein wesentliches Instrument der Biotop-Pflege im Nationalpark.

Aug in Aug mit den Albino-Eseln

Ziemlich nah gelangt man an die wunderschönen hellen Albinoesel mit ihren prächtigen Mähnen heran, ohne sie zu stören. Und zwischen den ausgewachsenen Eseln entdeckt man auch immer wieder einmal Nachwuchs. »In Form einer dezentralen Gehegezone werden verschiedene Rinderrassen, Wasserbüffel, Pferde (Przewalski-Pferde), Schafe und als eine Besonderheit eben auch Albino-Esel zur Beweidung bedeutender Lebensräume in der Kulturlandschaft des Nationalparks eingesetzt. Die jetzt eingezäunten Flächen gehörten bis in die 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts zu den wichtigsten Weideflächen. Mit dem Niedergang der Viehwirtschaft fielen sie aus der Nutzung. Verschilfung und Verbuschung bedrohten seither Brut- und Nahrungsgebiete für eine Reihe gefährdeter Arten.« So ist es auf einem Informationsschild zu lesen. Man findet hier verschiedene Tiere, die man wohl kaum sonst irgendwo in Österreich entdeckt, weil sie vom Aussterben bedroht sind: z.B. die Spießente, die Sumpfohreule, den Seeregenpfeifer oder den Brachvogel.

Graurinder-Familie

Per Fahrrad durch den Nationalpark

Wer in die Region des Neusiedler Sees gelangt, der sollte es nicht versäumen, den Nationalpark kennen zu lernen. Wer weit herumkommen will in den ausgedehnten Gebieten, benutzt am besten das Fahrrad. Führungen machen auf Dinge aufmerksam, die man alleine so leicht nicht entdeckt. Viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten haben im Nationalpark wieder eine Chance, sich in geschütztem Umfeld zu entwickeln. Und das Informationszentrum in Illmitz hält eine Menge Wissenswertes über die Geschichte, die Entwicklung und auch die Forschung in diesem Gebiet bereit.


"Am einfachsten wäre es, Sie ließen sich den Artikel von "Freiheit für Tiere" geben. Ich bin in jedem Falle damit einverstanden. Gerne fördere ich eine Aktivität wie die Ihre. Kornelia Stinn"
Vielen Dank Frau Stinn, dass Sie uns Ihren Artikel zur Verfügung gestellt haben!



Weitere Informationen: Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel

-> Weitere Artikel von Korneila Stinn

Startseite