Die Heilkraft der Pflanzen in unserem Garten




Heile die Erde durch Essen,
Heile Wasser durch Trinken,
Heile Feuer durch Hitze,
Heile Luft durch Atem,
Heile Ton durch Gedanken,
Heile Denken durch Wahrheit,
Heilung ist abgeschlossen.
E. Krishnamacharya

Die Verfasserin

Malini Ambach

Mein Name ist Malini Ambach. Diese Projektarbeit habe ich in der 5. Klasse - mit 10 Jahren, als Schülerin der Freien Waldorfschule Minden Haddenhausen - angefertigt.
Dieses Referat war eine gute Aufgabe für mich und ich habe dabei viel gelernt. Da ich die Pflanzen frei gezeichnet habe, musste ich sie mir genau ansehen und machte viele Entdeckungen. So gab es auch manche Gelegenheit, meine Mutter zu fragen.


Einleitung

Von klein an lehrten mich meine Eltern, die Natur zu achten und ihr zu helfen. Unser Garten ist sehr groß, und es gehört auch ein großes Gewächshaus dazu. Mein Vater pflanzte 1,5 Kilometer lange Hecken mit Weißdorn, Schwarzdorn, Heckenrosen, Erlen, Ebereschen, Wildkirschen und Birken, damit Vögel Futter und einen Nistplatz haben. Auch gibt es einen riesigen Baumschnitthaufen als Nistplatz und Winterquartier für Igel und Hasen. Rehe, Fasane und Kaninchen sind bei uns gern gesehene Gäste.
Meine Mutter kocht fast nur mit frischem Gemüse und Kräutern und freut sich, wenn sie etwas zu verschenken hat. Säfte und vielerlei Marmeladen und eingelegtes Gemüse zuzubereiten, ist ihr eine Freude und ich helfe ihr dabei, um es zu lernen.
Bei Krankheiten werden die Heilkräfte der Natur vorrangig benutzt.

Melisse

Melissa officinalis

Melisse
Die Melisse oder Zitronenmelisse aus der Familie der Labiatae ist seit undenklichen Zeiten bei allen Heilkundigen beliebt. Im alten Griechenland wurden Melissenzweige in Bienenkörbe gelegt, um Bienen anzulocken. Schon seit langer Zeit wird die Zitronenmelisse in der Küche verwendet. Besonders als Bestandteil von aromatischen Likören, die in italienischen Klöstern destilliert wurden.
Die aktiven Bestandteile - einschließlich des ätherischen Öls (Melissenöl) - geben der Melisse ihre verdauungsfördernde, schweißtreibende und - noch wichtiger - entkrampfende und beruhigende Wirkung.
Tipp: Ich nehme die Melisse zum Würzen von Salaten und Quarkspeisen.


Lavendel

Lavendula augustifolia

Lavendel
Der echte Lavendel aus der Familie der Labiatae erinnert oft an früher, an heiße Sommertage und duftende Bauerngärten.
Viele blaulila Lavendelbüsche stehen bei uns zwischen den Rosen. Sie ziehen viele schöne Schmetterlinge an und vertreiben Mücken, Fliegen, Motten und Läuse.
Wenn Menschen Gedanken haben, die voller Neid, Eifersucht, Hass und Geiz sind, und sie wie lästige Insekten zu anderen Menschen aussenden, bringt Lavendelduft einen solchen Menschen ins Gleichgewicht, er wird versöhnlicher und hilfsbereiter. Man kann dafür Lavendel destilliert als Tropfen einnehmen oder Lavendelbäder nehmen. Lavendeltee beruhigt Menschen, die ihre Nerven überfordern. Er fördert den Schlaf durch seinen süßlich herben Duft.


Die Tomate

Lycopersicon esculentum

Tomate
Die Tomate ist ein Nachtschattengewächs. Durch die Spanier kam sie von Mexiko und Peru in die Mittelmeerländer. Erst im letzten Jahrhundert wurde die Tomate als Gemüse anerkannt und auf der ganzen Welt angepflanzt.
Schon im März fängt mein Vater an, die kleinen Samen in Töpfe zu sähen. Nach drei bis vier Wochen werden sie dann vereinzelt. Im April werden sie im Gewächshaus ausgepflanzt. Sobald sie dann anfangen zu blühen, werde ich ganz ungeduldig, denn ich esse gerne die reifen, roten Tomaten.
Die Tomate enthält viel Vitamin A und C. Sie ist sehr harntreibend.

Nun noch ein Rezept mit Tomaten: Mozzarella-Brötchen

Eine Brötchenhälfte mit einem Teelöffel Olivenöl beträufeln.
Abwechselnd mit Tomaten- und Mozzarellascheiben und 2 bis 3 Basilikumblättern belegen.
Mit Salz und Pfeffer würzen.


Löwenzahn

Taraxacum officinale

Loewenzahn
Der Löwenzahn ist allgemein als essbare Pflanze anerkannt.
Der Löwenzahn kam früher nur in Europa, Nord- und Zentralasien, Nordafrika und Nordamerika vor. Jetzt ist er auf der ganzen Welt verbreitet. Die gelb blühende Pflanze ist gut bei Leber- und Gallenbeschwerden und sie beruhigt den Magen. Darum wird sie gerne zu Salaten und Suppen verwendet.
Der Löwenzahn blüht herrlich im Frühling, bei uns auf der Wiese, zwischen den Gänseblümchen. Die vielen tausend Pflanzen wirken wie das Ende der Sonnenstrahlen.
Wir Kinder haben sehr viel Freude beim Basteln von Kränzen und Ketten.
Ist der Löwenzahn verblüht, entsteht ein neues Wunderwerk der Natur. Die Blütenblätter formen sich zu einer silbrigen Kugel aus unzähligen feinen Fallschirmen.
In diesem Zustand nennen wir sie Pusteblume, weil wir sie mit einem guten Wunsch in die Welt schicken. Sie ist ein Symbol des Friedens.

mehr zum Löwenzahn


Salbei

Salvia officinalis

Salbei
Der Echte Salbei ist als Heilpflanze seit alter Zeit bekannt, denn das lateinische Wort für Salbei ist "salvere" = heilen.
Es gibt 500 verschiedene Arten des Salbei, zum Beispiel den Echten Salbei, den Muskateller- und Wiesensalbei. Alle Arten haben unterschiedliche Blatt- und Blütenformen. Allen aber ist der angenehme Duft und der etwas bittere Geschmack zu entnehmen.
Die Heilkraft des Salbei ist in den Blättern enthalten, sie werden kurz vor der vollen Blüte geerntet. Der Salbei wirkt entwässernd, blutzuckersenkend und hat eine heilende Wirkung auf Wunden, so kann er auch bei Zahnfleischbluten genommen werden.
Der Salbei wächst bei uns im Garten sehr üppig. Meine Mutter nimmt ihn zu Salaten und Würzen von vielen Gerichten. Er ist verdauungsfördernd und hilft auch bei Verdauungsproblemen. Der Salbei ist leicht zu erkennen an den etwas dickeren und behaarten Blättern und an seinen wunderschönen violetten Blüten.


Stiefmütterchen

Viola tricolor

Stiefmuetterchen
Das Gewöhnliche Stiefmütterchen, aus der Familie der Violaceae, hat seinen Namen von den verschiedenfarbigen Blütenblättern erhalten.
Das Stiefmütterchen wächst in ganz Mitteleuropa, in Asien und Nordafrika und bevorzugt hügelige Wiesen, Brach- und Bergland.
Auch in anderen Gegenden wird es jetzt angebaut. Es wird als Gartenblume in vielen Sorten gezüchtet.
Das Stiefmütterchen ist eine relativ kleine Pflanze. Die Blüten aber werden bis zu fünf Zentimeter groß.
Das ganze Stiefmütterchen wirkt harntreibend, blutreinigend und abführend. Auch verwendet man es bei Hautunreinheiten. Schon im Frühling pflanzen wir die vielen bunten Stiefmütterchen aus, die bis in der Herbst hinein blühen. Morgens, wenn ich aus dem Haus gehe, gucken mich die vielen unternehmungslustigen Gesichtchen an.


Wegwarte

Cichorium intybus

Wegwarte
Die Wegwarte ist auch als Zichorie bekannt. Schon seit alter Zeit ist sie als Speisepflanze bekannt. Sie hat einen kräftigen Stiel, längliche, grüne, spitz zulaufende Blätter. Die Blüten können blau, rosa oder weiß sein. Die Blütenblätter sind fast rechteckig und am Ende gezahnt.
Die Wegwarte ist eine einheimische Pflanze, sie wächst wild an vielen Plätzen. Ihr Lebensraum reicht von Europa nach Asien und Nordafrika.
Die heilenden Eigenschaften der Wegwarte kommen aus den Blättern, die kurz vor der Blüte gepflückt werden, und aus den Wurzeln.
Die Wegwarte ist blutreinigend, magenstärkend und hilft bei Gallenschmerzen. Der Saft der Blätter ist gut bei Beulen.
Bei uns wächst die Wegwarte in den Hecken sehr schön.


Ringelblume

Calendula officinalis

Ringelblume
Die Ringelblume, die auch Calendula genannt wird, gehört zur Familie der Compositae. Sie blüht vom April oder Mai bis in den Winter hinein.
In Indien, das vielleicht das Ursprungsland der Calendula ist, sieht man oft Götterstatuen geschmückt mit Ringelblumenkränzen.
Sie wächst jetzt auch auf der ganzen Welt, wild oder gezüchtet. Diese schöne Pflanze hat viele medizinische Wirkungen. Ihre Blütenblätter helfen als Salbe bei Schnitten, Verbrennungen, Quetschungen. Es beruhigt rote und wunde Augen, erleichtert Bronchialbeschwerden hilft Blutarmut zu vermeiden und regt das Schwitzen bei Fieber an.
Bei uns wächst die Ringelblume in Blumenrondells und im Vorgarten.


Holunder

Sambucus nigra

Holunder
Zwei große Holunderbüsche stehen bei uns im Garten. Meine Mutter freut sich schon auf die duftenden Blüten, damit sie im Sommer den erfrischenden Holundersirup zubereiten kann. Bienen und andere Insekten laben sich am süßen Nektar, und im Herbst warten die Vögel auf die schwarzen Beerendolden. Doch auch Mutter schaut einige zu retten, denn heißer Holundersaft hat im Winter so manche Grippe verkürzt. Holundergelee schmeckt sehr gut auf frischen Brötchen.
Holunderzweige in Maulwurfgänge gesteckt, sollen dieselben verjagen.
Holunderextrakt wirkt gut bei Augenentzündungen und wird in Hautöls verwendet.
Der Tee ist fiebersenkend und gehört deshalb zu den feurigen Pflanzen. Er wächst wild und wird auch zu medizinischen Zwecken kultiviert.

Holunderblütensirup

15 Holunderblüten
5 ungespritzte Zitronen
3,5 l Wasser
1,5 kg Naturzucker
Holunderblüten kurz waschen und in einen großen Ton- oder Keramiktopf geben. Schneidet die gewaschenen Zitronen in Scheiben oder Achteln und gebt sie mit dem Zucker dazu. Mit Wasser auffüllen und gut verrühren. Mit einem Deckel zudecken und an einem kühlen Ort drei Tage stehen lassen. Einmal täglich umrühren, damit sich der Zucker auflöst. Am dritten Tag über ein feines Tuch abgießen und kurz zum Kochen bringen. Dann gleich in saubere Schraubflaschen abfüllen.
Der Sirup hält sich einige Wochen, wenn er an einem kühlen dunklen Ort aufbewahrt wird. Er ist dann mit Wasser verdünnt eine herrliche Erfrischung an heißen Tagen. Lasst es Euch schmecken!


Johanniskraut

Hypericum perforatum

Johanniskraut
Seine große Heilkraft liegt bereits in den vielen volkstümlichen Namen: Christi Wundenkraut, Gottesgnadenkraut, Heilandsblutstropfen usw.
So soll der Lieblingsjünger Jesu - Johannes - als er traurig unter dem Kreuze stand, diese Blüten gepflückt haben. Roter Saft wie Blut tropfte aus den geöffneten Blüten. Er legte die Blüten in Jesu Wunden, und als Segen bringt sie den Menschen bei allen Blutungen Hilfe und Heilung.
Tatsächlich ist das Johanniskraut das beste Wundöl bei seelischen Wunden. Es lindert Angst, Schlaflosigkeit , Trübsinn und alle Nervenentzündungen und Verletzungen.
Am Johannistag (21. Juni) im Sinnbild heiliger Licht- und Wärmekräfte, erstrahlt das Johanniskraut in seiner herrlichsten Blütenpracht.
Das Johanniskraut wird etwa 25 bis 60 Zentimeter hoch, ist sehr verzweigt und blüht in goldgelben Dolden. Es blüht an Wegesrändern, Wiesen und Hügeln von Juni bis September.


Huflattich

Tussilago farfara

Huflattich
Wie der Löwenzahn so kommt der Huflattich schon sehr früh im Frühling mit seinen kleinen gelben Blüten aus dem Boden gekrochen. Die Blätter, die unten silbrig sind, wachsen erst im Mai nach.
Vom Altertum bis zu Pfarrer Kneipp gibt es nur Lob über diese unscheinbare Blume, deren goldene Farben über Wiesen, Böschungen, Kiesgruben und Brachland leuchten. Wo sie wächst, ist lehmige, tonige Erde. Mit ihrer entzündungshemmenden und schleimlösenden Wirkung können wir sie bei Bronchitis, Lungenentzündung und Heiserkeit anwenden.
Als Brei wirkt sie bei Gewebeverletzungen und Schwellungen. Mit einem Tee kann man Fußbäder bei Wunden und geschwollenen Füßen machen.
Der Saft ins Ohr geträufelt hilft bei Ohrenschmerzen und ein Brei mit Sahne bei Venenentzündungen.
Ein weiterer Tipp bei Lungenentzündungen ist: Der Huflattichsirup.
In einem Tontopf füllt man abwechselnd Huflattichblüten und Rohzucker bis er voll ist. Gut verschließen und im Garten an einem geschützten Ort vergraben. Die gleichmäßige Wärme erzeugt einen Gärungsprozess. Nach acht Wochen gräbt man den Topf aus, kocht den gewonnenen Sirup ein- bis zweimal auf und gießt ihn in gut verschließbare Flaschen. In der Winterzeit ist er eine heilende Medizin.


Heckenrose

Rosa canina

Heckenrose
Die Heckenrose gehört zu den Rosenarten. Sie wächst wild an vielen Standorten und hat keine Ansprüche an den Boden. Aber sie liebt die Sonne. Wir finden sie an Straßenrändern, Hecken, Waldrändern und in vielen Gärten. Ihre Blüten sind rot, rosa und weiß. Um den Duft der Blüten riechen zu können, muss man sehr vorsichtig sein, denn sie hat viele spitze Dornen, mit denen sie sich wehrt, wenn man ihr zu nahe kommt.
Rosen sind besondere Schönheiten. In vielen Mädchennamen kommt das Wort Rose vor.
Im Herbst leuchten die Früchte kräftig rot. Wir nennen sie "Hagebutten". Sie sind für Mensch und Tier sehr gesund wegen des hohen Vitamin C-Gehalts. Die Hagebutten werden zu Saft und Marmelade verarbeitet, für Vögel sind sie ein gutes Winterfutter.
In der Medizin werden Blütenknospen und Blätter verwendet, zur inneren und äußeren Behandlung bei Verbrennungen, Wunden und Blutungen. Die Blütenessenz fördert insbesondere die Entwicklung der Kinder, die unter Ängsten, Kopfschmerzen und Verkrampfungen leiden und sollte bei akuten Schocks verabreicht werden.



Der ursprüngliche Text war handschriftlich verfasst; die gemalten Pflanzenbilder sind abfotografiert.



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